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Bäuche
#1
Hallo!

Es gibt da ja so einen netten Spruch:

"Leerer Bauch studiert nicht gern."

Soweit ich weiß, ist dieser Spruch durch Marx bekannt geworden. Er meint damit, daß der Mensch, der um seine Existenz kämpft, keine weiteren Interessen außer das Überleben selbst hat. Oder anders formuliert, ein Mensch dessen Grundbedürfnisse (Essen, Wohnen, Schlafen, Sexualtität) befriedigt sind, sieht sich nach anderen Dingen um. Ich möchte diese anderen Dinge an dieser Stelle mit "Luxus" umschreiben - also Kunst, Wissenschaft, Selbstfindung. Interessanterweise gibt es noch eine Abwandlung dieses Spruchs:

"Voller Bauch studiert nicht gern."

Klingt nach der Kehrseite ein und derselben Münze.
Marx selbst meinte noch das elementare Überleben. Hier würde ich vom puren Essen abstrahieren und Essen mit konsumieren gleichsetzen. Konsumwünsche haben die Eigenschaft, daß ihre Befriedigung nicht nachhaltig ist. Ein befriedigter Konsumwunsch zieht den nächsten nach sich. Der Mensch ist in dieser Spirale erstmal gefangen und verliert das Interesse (lat. studere) an sich selbst. Er rennt aber wie ein Kaputter durch die Welt, in der Hoffung, sich den nächsten Konsumwunsch zu erfüllen.

Beim ersten wird das Interesse an "höhren Dingen" durch den Existenzkampf verdeckt. Beim zweiten wird das Interesse an "höheren Dingen" durch den Versuch das Glück (Selbstverwirklichung) im Konsum zu finden verdeckt.

Gruß Hriki
(Diese Nachricht wurde am 27.10.02 um 13:10 von Hriki geändert.)
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#2
Man braucht ja nur vor die eigene Tür zu schauen.
Ich habe festgestellt, daß gerade diese beiden Aspekte sich speziell da ausdrücken, wo der "untere Mittelstand" eh schon Einzug hält. Sprich, in einer Gegend, in der die Arbeitslosenquote sehr hoch ist, die Bevölkerung dementsprechend demotiviert ist und der Abstand zwischen arm und reich immer größer wird.
Speziell die Jugend versucht diesen Mißstand durch Konsumgüter zu befriedigen, frei nach dem Motto "Kleider machen Leute".
Sie ertränken ihre Unfähigkeit der Erkenntnis im Konsum, obwohl ihnen nicht mal die Mittel dafür zur Verfügung stehen.
Ein dickes Auto vor der Tür muß da halt sein, gut, man kann nicht tanken, weil der Sprit zu teuer ist, aber es steht eben erstmal da und wenn am Monatsanfang die Arbeitslosenhilfe kommt, kann man sich auch wieder mit dem Auto in der Stadt sehen lassen und einen Affen machen.

Bragi

Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#3
Hallo, eines ist doch wohl klar. Wie bei eigentlich den meisten Dingen im Leben, heisst es den goldenen Mittelweg zu finden, der dann auch noch genau zu "mir" passt und dass ich mich wohlfühle.
Ernährt man sich falsch oder zuwenig oder zu viel, kann man sich kaum auf etwas anderes richtig konzentrieren. So denk ich, ist auch der Spruch zu deuten, unabhängig von Marx anderen sozialen Ansichten.

einen dickbäuchigen Gruß von Lotte
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#4
Ernährt man sich aber rein von Rohkost, so stellt sich das optimale Gewicht von selbst ein.

Bragi
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#5
Karl Murks meinte, daß der Arbeiter zuerst seine primären Bedürfnisse nach Nahrung und Kleidung befriedigen will, und erst dann Zeit und Gedanken an Bildung und Kultur verschwenden würde.

Marx war ein Tierleichenverzehrer, von daher dürfte er nicht allzu viel über Nahrung wissen und auch nicht, dass Rohkost eben keinen "vollen und schweren Bauch" beschert. <img src="http://www.forennet.org/pro/images/smilies/cwm27.gif" alt="" />
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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