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Baumwolle
#1
Ein freundliches Hallo an Alle,

ich suche seit einige Zeit in diesem Bereich mein Wissen zu vervollkommnen. Ich würde mich freuen, mit Euch über diesen Bereich rege zu diskutieren.

Hier mein erster Anstoß:

<a href="http://www.naturstoff.de/naturstoff/baumwolle.html]Baumwolle</a>

Eine wunderbare Faser, deren Geschichte jedoch viele dunkle Seiten hat, die bis in die Neuzeit reichen: die grausame Sklavenhaltung in Amerika, die unmenschliche Industrialisierung, vor allem in England, und rücksichtslose Anbaumethoden.

Nach all den Horrorberichten über Baumwollanbau und Entlaubungsgifte begann man mit biologischen Anbaumethoden, sog. KBA-Ware. Inzwischen ist daraus ein Geschäft geworden und es wird ca. 6 mal mehr KBA-Baumwolle verkauft (mit Zertifikaten), als überhaupt angebaut wird.
Die Biofaser wird für eine Öko-Elite im Westen produziert, meist mit billigsten Arbeitskräften, die die Rohbaumwolle bei Gluthitze auf den Feldern ernten müssen. In den Anbauländern ist diese Baumwolle überhaupt nicht erhältlich. Sie wird ausschließlich für Industrieländer produziert, wo diese Stoffe dann meist wieder mit Chemiefarben denaturiert werden.Inzwischen haben auch viele Verbesserungen im konventionellen Anbau stattgefunden, wie z.B. das Verbot von DDT. Entlaubungsgifte werden nur in den hochzivilisierten Ländern eingesetzt, da sich die armen Länder des Baumwollgürtels keine Pflückmaschinen leisten können. Wie viele Rückstandsuntersuchungen beweisen, sind teure Baumwollstoffe aus biologischem Anbau oft nicht rückstandsärmer als die konventionellen.

Meiner Meinung nach sollten wir wieder lernen, uns mehr auf unsere Sinne zu verlassen, auf unsere Nase und unser "Fingerspitzengefühl" anstatt auf unzuverlässige Zertifikate. Nach wie vor ist die Textilausrüstung in Deutschland mit der größte Umweltverschmutzer. Hier sollten wir zuerst unseren Verbrauch an synthetischen Farbstoffen und Ausrüstungschemikalien reduzieren, anstatt von anderen Ländern Sklavenarbeit zu verlangen, damit wir unser Öko-Gewissen beruhigen können.


Was haltet Ihr davon, wieder eine Verdummung und Geldabschneiderei der Menschen, die versuchen, etwas für Ihre Gesundheit zu tun? 6 x mehr verkaufen als überhaupt produzieren! Finde ich richtig frech. Uns so zu verar....
Mag das Wort nicht in den Mund nehmen, aber was anderes ist es nicht.

Herzliche Grüße

Lilith
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#2
Hallo Lilith!


Also das mit dem 6x mehr verkaufen als angebaut wird ist mir auch iins Gesicht gesprungen. Wirklich ein Hohn!
Vor allem da das öffentlich zugängliche Daten sind.

Ich selbst muß zugeben, das ich mich bisher mit dem Thema Kleidung nicht so tiefgehend befasst habe, das ich das was du hier geschrieben hast, gewußt hätte.
Mit den Anbauten und der Ernte war mir zwar klar (denn es ist ja Gang und Gäbe die Leute auszubeuten wo es geht: modernes Sklaventum eben), das jedoch die Baumwolle denaturiert wird bei der Weiterverabeitung..... allerdings überrascht mich das nicht wirklich, ich muß da nur an die Etiketten auf den Nahrungsmitteln denken.....
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#3
Hallo Lilith!

Ich begrüße diesen Ordner und bin schon sehr gespannt, wie Du ihn gestaltest.

Kurz etwas politisches, auch wenn es hier nicht reinpaßt. Es ist etwas einfach, den Amerikanern Sklaverei vorzuwerfen und die angeblichen "unmenschlichen Bedingungen" auf den Farmen der Südstaaten. Ohne daß ich hier jetzt die Sklaverei verharmlosen will, stimmt das gegenwärtig publizierte Geschichtsbild auch in diesem Fall keineswegs.

Den Sklaven ging es -von der Freiheit mal abgesehen- sogar ziemlich gut. Viele blieben auch nach ihren Selbstfreikauf bei den ehemaligen Herren, um auf den Baumwoll-Plantagen weiterzuarbeiten und ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die "freien" Arbeiter in den Nordstaaten waren materiell und auch gesundheitlich wesentlich schlechter gestellt als die Baumwoll-Sklaven auf den Feldern der konföderierten 13 Südstaaten.

Das hat einen ganz einfachen logischen Hintergrund. Ein Sklave war nicht gerade billig. Wer den Körper und Arbeitskraft des Sklaven nicht pflegte und ihn erhielt, mußte ständig neue Arbeitskräfte kaufen und war demzufolge bald pleite. (Einen Sklaven nach Lust und Laune zu erschießen, bedeutet nichts anderes als einen 10.000 Dollar-Schein zu verbrennen)

Nicht anders, wenn Du Dir heute ein Auto kaufst. Wer es nicht hegt und pflegt, hat keine lange Freude dran. Dahingehend müssen die heutigen "freie" Arbeitskräfte möglichst mit 65 sterben, damit sie die Kranken- und Rentenkassen nicht zu lange belasten. Dementsprechend ist die Pflege dieser Kräfte und Versorgung mit Nahrungsmitteln um vieles schlechter, als die der damaligen Sklaven.

PS. Auch die Geschichte und Entwicklung der heutigen Wirtschaftssupermacht USA ist sehr interessant und bei weitem nicht so primitiv und einseitig (American Way of life) wie wir Europäer das vielleicht manchmal denken.

 
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#4
Hallo,

wußtest Ihr, das es farbige Baumwolle gibt? Ich nicht.

Auszug aus einer PDFDatei  Weißes Gold, wohin? Stand und Aussichten der Baumwollnutzung
http://www.helvetas.ch/deutsch/pdf/zukunftwolle.pdf

Farbige Baumwolle

Nicht jeder weiß, daß es von Natur aus farbige Baumwolle gibt. Derzeit stehen nur die Farben
Grün und Braun zur Auswahl, während die [b:ea5b34]Indianer Südamerikas noch über lila, rosa, rote, blaue und gelbliche Varianten verfügten. [/b:ea5b34]

[i:ea5b34]Unsere Vorfahren waren doch mal wieder klüger, als wir heute! Wenn die sogenannten "lieben Chr*sten" nicht alles zerstört und niedergemetzelt hätten, dann könnten wir heute auch auf das Wissen zugreifen.[/i:ea5b34]

Funde an der Küste Perus belegen, daß bereits vor rund 5 000 Jahren Textilien aus farbiger Baumwolle gefertigt wurden. Das bedeutet, daß die farbige Baumwolle genauso alt ist wie die weiße, sie wurde bisher von der Industrie jedoch vernachlässigt.
Im Regenwald von Peru wurden zahlreiche Wildformen gefunden und durch Züchtung rekultiviert.
Die Wildformen der farbigen Baumwolle sind kurzfaserig und ertragsarm, aber durch Züchtung
wird das Saatgut von Jahr zu Jahr verbessert. Heute werden im wesentlichen braune und grüne
Varianten angepflanzt. Die grünen Sorten sind bisher qualitativ und quantitativ weniger ertragreich.

In Israel hat die Regierung den sparsamen Gebrauch von Wasser und Pestiziden vorgeschrieben:
TOP COT ist ein Markenname, der für eine umweltfreundliche Anbauweise von weißer, brauner
und grüner Baumwolle steht. Seit 1986 sind die Wirkstoff-Applikationen von 16.2 auf 5.7
Kilogramm pro Hektar im Jahre 1995 zurückgegangen, gleichzeitig nahmen die Erträge seit 1950 kontinuierlich zu - ohne Veränderung der Zuwachsrate seit 1986. Der Integrierte Anbau hat sich hier als sehr erfolgreich erwiesen. Zusätzlich wird auf eine Fruchtfolge geachtet: In  Israel wurden in der Saison 1995/1996 rund 600 Tonnen farbige Baumwolle geerntet, wobei etwa gleichviel braune und grüne Baumwolle angebaut worden war. Die Erträge lagen bei 1250 Kilogramm pro Hektar brauner, 650-700 kg/ha grüner und 1750-1850 kg/ha weißer Baumwolle (relatives Verhältnis ungefähr 70 : 40 : 100 Prozent).

Aus ökologischer Sicht hat die farbige Baumwolle den Vorteil, daß bei ihrem Anbau etwa fünfmal
weniger Pestizide und Düngemittel verwendet werden als für die Erzeugung der weißen Baumwolle. Ein weiterer Vorteil ist natürlich, daß bei der Textilproduktion Bleich- und Färbemittel
eingespart werden.

Ein anderer interessanter Effekt bei der Verwendung farbig gewachsener Baumwolle ist die Farbintensivierung nach einigen Waschvorgängen. Vermutlich wächst die Baumwolle schichtweise, ähnlich den Jahresringen beim Baum. Durch das Waschen wird die äußerste Schutzschicht nach und nach entfernt, so daß die braune oder grüne Farbschicht immer mehr zutage tritt.

Zur Zeit gibt es nur einen kleinen Markt für farbig gewachsene Baumwolle. Zum einen ist
sie doppelt so teuer wie weiße Baumwolle. Zum anderen ist der Textilmarkt durch die Mode
bestimmt, die zumeist auf kräftige Farben setzt. Aus farbig gewachsener Baumwolle entstehen
unterschiedlich helle Farbtöne, je nach Beimischung von weißer Baumwolle. Die Beimischung
erfolgt, um feinere Garne zu erzeugen, da die kürzeren, farbigen Fasern nur zu gröberen
Garnen versponnen werden können. Unterdessen haben einige Textilanbieter wenige Artikel aus farbig gewachsener Baumwolle im Angebot. Der Otto-Versand zum Beispiel bietet solche Artikel in der Damenoberbekleidung an. Hess Natur kennzeichnet entsprechende Bekleidungsartikel in seinen Katalogen. Die Firma KinderBaum vertreibt Kleinkinderbekleidung. Schon seit längerer Zeit bietet die Schweizer Firma Boller-Winkler AG ein Sortiment aus farbig gewachsener Baumwolle für Bett und Bad an, das recht gut angenommen wird. Durch eine bessere Information der Verbraucher ließe sich der Markt sicherlich erweitern und könnte bald ein breiteres Sortiment anbieten.

Eine gute Marktchance für Textilien aus farbig gewachsener Baumwolle besteht in den Bereichen
der Krankenhäuser, Kurheime, Altenheime und in sonstigen Pflegeeinrichtungen. In einigen
Krankenhäusern wird heute nicht mehr nur rein weiße, sondern auch farbige Bettwäsche verwendet,
um eine freundlichere Atmosphäre zu schaffen. Hierfür kann farbig gewachsene Baumwolle benützt  werden, wobei die braune Baumwolle zusätzlich den Vorteil hat, daß sie flammhemmender ist als die weiße. Nicht nur für Bettwäsche, auch für Handtücher, Tischdecken und anderes mehr bietet sich die farbige Baumwolle an. Die Klinik Allensbach wird laut persönlicher Mitteilung von Frau Schmieder schon mit natürlich farbigen Baumwolltextilien aus ökologischem Anbau beliefert.


[i:ea5b34]Und damit haben wir dann auch gleich noch ein paar Lieferantenadressen von farbiger Baumwolle frei Haus geliefert bekommen. :-)

Herzliche Grüße

Lilith[/i:ea5b34]
[b:ea5b34](Diese Nachricht wurde am 24.06.02 um 20:03 von Lilith geändert.)[/b:ea5b34]
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#5
<img src="http://www.forennet.org/pro/images/smilies/cwm32.gif" alt="" /> Das ist ja mal eine erfreuliche Nachricht. Farbig gewachsene Baumwolle klingt richtig gut. Wundert mich auch nicht, dass diese Art von Baumwolle solang nicht auf dem Markt bekannt war. Da kann ja keiner Geld damit verdienen, da u.a die lästigen Farbstoffe etc. wegfallen. Was die Natur uns alles gutes beschert, wissen wir, wie es an dem Beispiel sichtbar ist, dann doch erst wieder aus Büchern oder sonstigen Medien.

Hast Du schon Erfahrung mit farbig gewachsener Baumwolle gemacht ?
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#6
Hallo,

für alle die es interessiert. Hier ein paar Adressen, wo kostenlos Kataloge für natürliches Wohnen, natürliche Kleidung usw. angefordert werden können. Die Quelle und Otto Versandhäuser für unsereiner sozusagen.

Köppel
bioLogische Produkte
Schönauer Str. 64 a
79669 Zell im Wiesental
Telefon 01805/238239
Fax: 07625/93 00 87
best@koeppelnatur.com


Aßmus
Naturtextilien OHG
Forststr. 35
74379 Ingersheim
Tel. 07142/97460
Fax: 07142/974622
http://www.assmus-natur.de
assmus@assmus-natur.de


Waschbär
Der Umweltversand
79093 Freiburg
Tel: 0180/539 56 56
Fax: 0761/1306 150
http://www.waschbaer.de


Kirschke Natur Versand
Eggensteiner Str. 52
76297 Stutensee-Blankenloch
Tel. 07244/73 49 0
Fax: 072 44/932 85


hess natur versand
Postfach
35504 Butzbach
Tel: 0180/53 56 800
http://www.hess-natur.de


origo GmbH
Postfach 17 62 MI
73507 Schwäbisch Gmünd
Tel: 0180/521 42 21
Fax: 0180/521 81 82
http://www.origo.de


Grüne Erde
Innstr. 51
PF: 11 27
84353 Simbach/ Inn
Tel: 08571/91 030
Fax: 08571/63 83
http://www.grueneerde.de


Sei!
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#7
Super, ich danke für die Adressen und auch für die generellen Infos! Fettes Grinsen
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#8
Hallo Violetta,

vielen Dank für die vielen Adressen.
Das es so viele gibt, habe ich garnicht gedacht.

Herzliche Grüße

Lilith
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#9
Hallo Violetta,

ich danke Dir auch ganz herzlich für die Adressen.


PS.: Ich wollte Dich auch schon danach fragen und so hat sich das von selbst erledigt.
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#10
Lilith schrieb:Hallo Violetta,

vielen Dank für die vielen Adressen.
Das es so viele gibt, habe ich garnicht gedacht.

Herzliche Grüße

Lilith
schreib mir bitte einen Vorttrag. Er soll über die Baumwolle der Sklaverei sein. Es wäre etwa gut wen er 10 min dauert

Liebe Grüsse Frizli Büeler Bussi
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