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Der 13. Krieger
#21
Hier mal etwas zu der Entstehung des Films:

1976 schreibt 'Jurassic Park'-Autor Michael Crichton mal wieder ein Buch: Nämlich 'Eaters of the Dead', das bei uns erst unter dem Titel 'Die Ihre Toten Essen', dann wieder unter dem Namen 'Schwarze Nebel' und nun natürlich unter dem Filmtitel 'Der 13. Krieger' erschien. Crichton verknüpfte in diesem Buch geschickt das alte Mythos 'Beowulf', in dem Wikinger gegen ein altes menschenfressendes Monster namens Grendel kämpfen, mit dem 'Augenzeugen-Bericht' des historisch tatsächlich existierenden Arabers Ibn Fadlan, der auf eine diplomatische Mission im Auftrag des Sultans ging und bei seiner Reise auf Normannen traf. Zusammen mit der eigenwilligen Erzählstruktur und vielen historischen Anmerkungen (die Crichton fast alle getürkt hat!) fand das Buch schnell Aufsehen, geriet dann aber wieder in Vergessenheit. Erst durch die seit dem Erfolg der Verfilmung von 'Jurassic Park' einsetzende Verfilmungswelle von Crichtons neuen und älteren Romanen wurde man wieder darauf aufmerksam.

Der Produzent Andrew G. Vajna, erwarb sich die Rechte
und brachte nicht nur Shooting Star Antonio Bandaras ('Im Namen des Zorro'), seinen Freund und Kollegen John McTiernan, sondern auch Michael Crichton mit an Bord, der den Film selbst produzieren wollte.
Nach 'Jurassic Park' wirkte Crichton aber auch wieder aktiv hinter den Kulissen seiner Filme mit.
Eigentlich hätte der Film schon im Juni '98 in die Kinos kommen sollen. Doch als John McTiernan seine Schnittfassung vor ein Testpublikum zur Aufführung brachte, erhielt der Film nur mäßige, allerdings auch keine vernichtenden Kritiken: Er sei ein guter Actionfilm, jedoch wäre die Story
etwas zu kurz gekommen. Die guten, teilweise recht blutrünstigen Kampfszenen würden dieses Manko aber größtenteils wettmachen. Dieses Urteil war Produzent Crichton und dem Studio Touchstone Pictures aber nicht genug: Sie forderten von John McTiernan eine neue Schnittfassung und entschieden sich den Film von 'Eaters of the Dead' auf 'The 13th Warrior' umzubenennen.
Aber auch die neue Schnittfassung gefiel Crichton und den
Studiobossen offensichtlich nicht. Aus diesem Grund kam es zum offenen Machtkampf zwischen dem Regisseur und dem Produzenten / Autor der Buchvorlage, bei der sich Michael Crichton durchsetzte. John McTiernan wurde gefeuert, stattdessen wurde überraschend bekannt gegeben, daß Michael Crichton jetzt der Regisseur von umfangreichen Nachdrehs wäre.
Seitdem wurde es über ein Jahr lang still um das krisengeschüttelte Projekt: Keiner wußte, was vor sich ging, keiner wußte wieviel Schnittfassungen Michael Crichton erstellt hatte.

Solange John McTiernan keinen 'Directors Cut' (in welchem Medium auch immer) herausbringen sollte, der seine ursprüngliche Schnittfassung mit der Musik von Graeme Revell zeigt (und es gibt zur Zeit wenig Anzeichen, daß er dazu Lust hat!), kann keiner sagen, wer letztlich im Recht war. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Crichton mehrere Szenen am Ende des Films nachgedreht hat.


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#22
Wieso muss ich meine Augen öffnen? ich hab meine Mutter hingeschickt^^ *frechgrins^^
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#23
Zitat:Eigentlich hätte der Film schon im Juni '98 in die Kinos kommen sollen. Doch als John McTiernan seine Schnittfassung vor ein Testpublikum zur Aufführung brachte, erhielt der Film nur mäßige, allerdings auch keine vernichtenden Kritiken: Er sei ein guter Actionfilm, jedoch wäre die Story etwas zu kurz gekommen.

Genau das ist der Punkt. Über eine komplette Stunde fiel dem Schnitt zum Opfer. Alle Szenen, in der unser Wikinger seinem Arab-Freund die nordische Religion näher bringt und mit ihm über "Monotheismus (EinG*ttglauben) und Vielgötterglauben diskutiert. Der Schnitt geschah, will man bösen Zungen glauben, aus rein politisch und religiös motivierten Gründen. Die Heiden haben halt keine parlamentarische Lobby und so setzten sich die anderen durch. Ganz zum Schluß, beim Abschied des Arab kommt das Thema jedoch kurz zur Sprache. Normalerweise müßte sich der Zuschauer fragen: "Wie kommt er jetzt darauf, denn davon war im ganzen Film nicht die Rede"? Doch! Es war sogar der Mittelpunkt des Filmes, es wurde nur radikal weggeschnitten.

Was dabei herauskommt ist immer noch ein Film, der unter Artenschutz gestellt werden müßte, weil so selten und so gut. (Man stelle sich vor, wenn die geschnittenen Szenen noch enthalten wären!!).

Dass der Produzent dabei über die ursprüngliche heidnische Religion hetzt und die schon fast Ch**stianisierten Wikinger als "Helden" darstellt, kennen wir schon aus den "Nebel von Avalon" Verfilmungen - wo die pöhsen, pöhsen Sachsen vom selben Schicksal betroffen sind.

Ganz weit oben im Norden wohnen die Heiden, sie verehren eine Frau als Führerin, weil die deren Hohepriesterin ist und sich mit Schlangen schmückt und sie fressen natürlich Menschen. Sie nennen sich: "Die Söhne der großen Bärin" und wie Bragi schon schreibt, trägt der Anführer die Kuhhörner der Hathor, die Hörner der Macht. Alles heidnische Symbole. Hinzu kommt der Name der Wenduls, der tatsächlich an den germanisch/slawischen Wendenstamm erinnert.

Der allergrößte Mißbrauch ist jedoch der, daß die Figur von "der Mutter der Wendols" dem weltbekannten Fundstück: "Der Venus von Willendorf" auf das Haar gleicht. Hier wird eindeutig auf den Wiedererkennungseffekt spekuliert und die subliminalen Bilder, welche die Figur mit Barbarei und Menschenfressen in Verbindung bringen sollen und deshalb unterschwellige Ablehnung hervorrufen möchten.

Hier ein Link zum Original-Bild der "Venus von Willendorf", die in Wirklichkeit die Muttergöttin mit allen ihren Attributen darstellt. Vielleicht mag der Lord dazu etwas schreiben?

http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.v/v136200.htm

http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.data.image.v/v136200a.jpg

Trotzdem - auch ein für mich guter Film, denn man kann einfach nicht erwarten, dass debile und heimtückische Ch**sten wahrheitsgetreue Filme zustandebringen, was übrigens auch für den Regisseur Uli Edel gilt.

[Bild: 3.gif]


Tue was immer ich will!
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#24
Eala schrieb:Filmtitel 'Der 13. Krieger' erschien. Crichton verknüpfte in diesem Buch geschickt das alte Mythos 'Beowulf', in dem Wikinger gegen ein altes menschenfressendes Monster namens Grendel kämpfen, mit dem 'Augenzeugen-Bericht' des historisch tatsächlich existierenden Arabers Ibn Fadlan
He, das ist interessant.
An die Erzählung vom Kampf mit Grendel mußte ich auch flüchtig denken, dachte aber eigentlich nicht, daß da ein bewußter Zusammenhang dahinter steht.
Danke, für diese Information.
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#25
*grübelt - mal wieder*
Wird die Grendel-Kiste nicht sogar direkt im Film angesprochen?
Bin mir da gerade nicht ganz sicher, würde aber meinen Gedankengang eindeutig erklären.
Am besten gemacht finde ich auf jeden Fall den Anfang. Ich finde wirklich gut, wie die Zeit dargestellt wurde, in der der Araber die Sprache der Nordmänner lernt.
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#26
[Bild: buliwyf.jpg]

[Bild: buliwyf_2.jpg]



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#27
... der Toten Tatenruhm!
Lebe für Deine Ideale!
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#28
Leute ich such von diesem Spruch ein Wallpaper. Ich weiß nicht ob das jemand schon gesehen hat. Es ist bestimmt schon 2-3 Jahre alt und im Hintergrund ist ein Wikingerschiff zu sehn. solltet ihr das Bild sehn wär ich euch für nen link oer tip sehr dankbar.

PS: Das Bild ist s/w und in einer sehr verschnörkelten Schrift beschrieben.

spiritum_mortis@gmx.net

Danke!
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#29
wolfskrieger? Blink das sind bären, um mal etwas genauer zu sein, aber die kann man nun wirklich manchmal verwechseln - haben ja auch vier beine Daumen hoch
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#30
Kennt jemand von euch das Gedicht das der vor dem letzten Kampf im regen spricht?[SIZE=7] Rofl
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