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Der Bürgerkrieg wird im Fußballstadion geprobt
#21
Eurosport - So. 11. Nov. 17:06:00 2007

<span style='font-size:8pt;line-height:100%'>(http://www.news.ch/Lazio+Fan+versehentlich+von+Polizist+erschossen/292529/detail.htm?ref=rss)</span>;

Lazio-Fan versehentlich von der Polizei erschossen

[Bild: Italien_fussball_ausschreitungen.jpg]

Der gewaltsame Tod eines Fans hat Italiens Fußball am Sonntag an den Rand des Abgrunds getrieben. Nachdem ein Anhänger von Lazio Rom auf auf einem Autobahnrastplatz von einem Polizisten erschossen worden war, kam es vor vielen Spielen zu schweren Ausschreitungen und Angriffen auf die Ordnungskräfte.

Mehrere Polizisten wurden verletzt. Der italienische Fußballverband sagte das Spitzenspiel von Meister Inter gegen Lazio ab. Die übrigen Partien wurden unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen, Spieler und Schiedsrichter liefen mit Trauerflor auf.

"Es war ein tragischer Fehler", sagte der "tief betroffene" Polizeichef von Arezzo, Vincenzo Giacobbe, der "La Gazzetta dello Sport". Ministerpräsident Romano Prodi äußerte sich "höchst besorgt" über die tragischen Ereignisse.


Gewalt nicht im Griff

Der 26-jährige Römer ist bereits der zweite Tote, den der italienische Fußball in diesem Jahr zu beklagen hat. Bei schweren Fan-Ausschreitungen war am 2. Februar ein Polizist in Catania von Randalierern erschlagen worden. Daraufhin hatte die Regierung die Gesetze gegen Gewalt rund um den Fußball drastisch verschärft, das Problem jedoch nicht in den Griff bekommen. Justizminister Clemente Mastella forderte deshalb am Sonntag "noch härtere Maßnahmen" gegen gewaltbereite Fuballfans.

[Bild: sizilien.jpg]
Polizist stirbt bei Ausschreitungen in Sizilien

Die Nachricht vom Tod des Lazio-Fans hatte sich wie ein Lauffeuer unter den Tifosi aller Clubs verbreitet. Italienischen Medien zufolge war es auf dem Autobahnrastplatz von Badia al Pino zu einer kleineren Rangelei zwischen den Lazio-Anhängern und Fans von Juventus Turin gekommen, die auf dem Weg zum Juve-Auswärtsspiel beim AC Parma waren. Eine Polizeistreife griff ein, dabei fiel der Schuss. "Alles hat sich in einer, höchstens zwei Minuten abgespielt", berichtete der Chef des Autobahnrestaurants von Paolo Agutoli.

Während die Ermittlungen auf dem teilweise abgesperrten Rastplatz noch andauerten und der Polizeichef die Verantwortung seines Beamten noch gar nicht eingestanden hatte, war der Fall für die Lazio Fans schon klar: "Die Polizei hat ihn getötet", meinten empörte Lazio-Anhänger, die mit dem 26-Jährigen unterwegs waren.


Krawalle in Mailand

Vor dem Giusepe-Meazza-Stadion in Mailand skandierten Lazio-Fans vor den Polizeisperren: "Mörder, Mörder". Nachdem sich die Inter-Fans mit den Lazio-Anhängern verbrüderten, drohte die Lage zu eskalieren. Rund 400 Fans zogen durch die Straßen und bewarfen eine Polizeidienststelle mit Steinen.

[Bild: sizilien_4.jpg]

Auch in Bergamo kam es zu Angriffen von Atalanta-Fans auf die Polizei. Zwei Beamte wurden verletzt, die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Anhänger des AC Mailand attackierten auf dem Weg zum Stadion am Bahnhof ebenfalls die Ordnungskräfte. Auch auf den Internetseiten der Fan-Clubs entlud sich die Wut in Hass-Tiraden gegen die Polizei.


Spielabbruch in Bergamo

"Für den Polizisten habt ihr die Liga gestoppt, aber ein Fan ist euch nichts wert", riefen die aufgebrachten Fans in Mailand und forderten die Absage aller Partien des 12. Spieltags. Eine Forderung, die auch zahlreiche Politiker in Rom vertraten. "Es ist unverständlich, dass der Fußball weiter rollt", klagte Grünen-Fraktionschef Angelo Bonelli. "Es war richtig, die übrigen Partien anzupfeifen", verteidigte dagegen FIFC-Präsident Giancarlo Abete die höchst umstrittene Entscheidung.

Die gewalttätige Stimmung setzte sich unterdessen fort. Die Partie zwischen Atalanta Bergamo und Milan musste nach sieben Minuten gar abgebrochen werden. Der Schiedsrichter schickte die Teams zurück in die Kabinen. Atalanta-Anhänger hatten die Absperrgitter zum Spielfeld teilweise eingerissen. Eine sichere Fortsetzung des Spiels schien dem Unparteiischen daraufhin nicht mehr möglich.

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#22
Zitat:Bei schweren Fan-Ausschreitungen war am 2. Februar ein Polizist in Catania von Randalierern erschlagen worden.

Zitat:Ein Fan des italienischen Fußball-Erstligisten Lazio Rom ist am 11.11. auf dem Weg zum Auswärtsspiel seines Clubs bei Inter Mailand auf einem Autobahnparkplatz erschossen worden.

Zitat:Anmerkung Wishmaster: + Hinweis auf die wichtige 2 im Textzusammenhangbereits der zweite Tote, den der italienische Fußball in diesem Jahr zu beklagen hat. Bei schweren Fan-Ausschreitungen war am 2. Februar ein Polizist

Vorsicht Zahlenspielereien

Am 2.2. wurde der Polizist von Fans erschlagen und am 11.11. erschiesst die Polizei einen Fussball-Fan. 11 + 11 ergibt = 22, also 2.2. Komisch, oder???? War das jetzt die Rache?
Tue was immer ich will!
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#23
FAN-TOD IN ITALIEN

Hunderte Hooligans stürmen Polizeistationen

Angriffe mit Steinen und Knüppeln auf Polizeistationen, brennende Autos und über ein Dutzend Verletzte: Hooligans haben sich in Italien nach dem tragischen Tod eines Fußball-Fans bis in die Nacht hinein schwere Krawalle mit Sicherheitskräften geliefert.

Rom - Italiens Fußball steht am Abgrund. Mehrere hundert Hooligans griffen gestern Abend in Rom zwei Polizeistationen und das Büro des Italienischen Nationalen Olympischen Komitees (Coni) in der Nähe des Olympiastadions mit Steinen und Knüppeln an. Etliche Fahrzeuge, darunter ein Bus, wurden in Brand gesteckt. Mehrere hundert Jugendliche blockierten eine Brücke über den Tiber mit Metallgittern und Mülleimern.

Zuvor hatten sich bereits mehrere hundert Fans Straßenschlachten mit Sicherheitskräften rund um das Stadion geliefert, wo zuvor die Partie AS Rom gegen US Cagliari abgesagt worden war. Mindestens zehn Polizisten und zwei Kameraleute von Fernsehsendern wurden verletzt. Auch in Mailand sowie mehreren Ortschaften in Süditalien kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

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#24
Zum Thema Fußball und gewollte Gewalt & Provokation (auch durch Seiten der Polizei) hatte ich vor ein paar Wochen geschrieben:

Zitat:Beide Seiten spulen sich gegenseitig hoch. Das ist so üblich und so gewollt. Man benötigt einige gewaltbereite Rädelsführer (die zumeist in Diensten der Behörden stehen), um irgendwann auf Knopfdruck das Fanal zu zünden. Das was man selbst machen sollte ist: Beobachten und seine Schlüsse rechtzeitig ziehen, um dann zur gegebenen Zeit das Weite zu suchen.

Nachfolgend ein Betroffenen-Bericht, der stellvertretend für viele ähnliche Vorfälle an jedem Fußballwochenende steht. Wer einmal die Sportschau einstellen möchte und die Anhänger-Transparente begutachtet, der wird feststellen, daß es thematisch auf diesen Transparenten immer häufiger um das Thema: "Grundlose Polizeigewalt gegen Besucher von Fußballspielen" geht. Das Thema ist inzwischen in allen Fußballstadien präsent. Hier ein paar Beispiele aus: Berlin, Bremen, Mönchengladbach, Hannover, München, München, Osnabrück, Stuttgart, Stuttgart und Trier.

[Bild: 00_berlin_fussball.jpg]
[Bild: 00_bremen_fussball.jpg]
[Bild: 00_gladbach_fussball.jpg]
[Bild: 00_hannover_fussball.jpg]
[Bild: 00_muenchen_fussball_01.jpg]
[Bild: 00_muenchen_fussbal_02.jpg]
[Bild: 00_osnabrueck_fussball.jpg]
[Bild: 00_stuttagrt_fussball_01.jpg]
[Bild: 00_stuttgart_fussball_02.jpg]
[Bild: 00_trier_fussball.jpg]


Inzwischen unterstützen selbst Fußballspieler solche Faninitiativen durch finanzielle Mittel, entsprechende Äußerungen in den Medien und durch persönliches Engagement in diesen "Pro-Fan-Vereinen". Da muß also inzwischen sehr viel passiert sein, wenn sich bornierte Fußballprofis für Zuschauerinteressen einsetzen.

Das geschieht sicherlich nicht, weil es sich nur um einzelnen Vorfälle handelt, sondern meiner Meinung nach um ein flächendeckendes Einsatzkonzept der Polizeibehörde. Hier wie angekündigt ein Bericht von einem ganz normalen Fußballspiel im November 07 in Deutschland.

#####################################

Stellungnahme zu den Vorkommnissen beim Auswärtsspiel des SV Babelsberg 03 in Ahlen (Westfalen)

Die Ereignisse rund um das Spiel unseres SV Babelsberg 03 bei Rot-Weiß Ahlen lösen immer noch Ohnmacht und Wut aus. Als Fußballfans sind wir immer wieder mit willkürlichen und brutalen Polizeieinsätzen konfrontiert. Als Reaktion darauf initiierten wir die Initiative „Fußballfans beobachten die Polizei“. Die Erlebnisse vom 24. November hatten allerdings eine neue Qualität und wir müssen deshalb die Gelegenheit nutzen, die Öffentlichkeit über unsere Eindrücke vom Auswärtsspiel des SV Babelsberg 03 in Ahlen zu informieren.

Eine Gruppe von etwa 20 jungen Fußballfans trat die Reise zum Auswärtsspiel mit der Bahn an. Begleitet wurden sie von etwa 30 Beamten der Bundespolizei. Während der Fahrt kam es zu einem Schaden an einer Deckenverkleidung des Zuges, sodass alle Anwesenden die Personalien abgeben mussten, diese videographisch erfasst wurden und sich alle Personen einer Durchsuchung unterziehen mussten. Anschließend durften sie die Reise zum Spiel fortsetzen. Trotz der 3:0 Niederlage unserer Mannschaft war die Stimmung unter den insgesamt ca. 100 Babelsberger Fans gut und keineswegs aggressiv. Vor dem Stadion standen alle 03-Fans, unabhängig davon, ob sie mit dem Zug, dem Fanbus oder dem PKW kamen, zusammen. Fans der Heimmannschaft von Rot-Weiß Ahlen waren nicht zugegen, so dass keinerlei Konfliktpotential vorhanden war.

Als der Teil der Fans, die mit dem Zug gekommen waren, sich auf den Weg zum Bahnhof machen wollten, eskalierte die bis dato friedliche Situation. Ursache war offensichtlich das unabgestimmte Vorgehen der eingesetzten Polizeibeamten. Nachdem die Gruppe zunächst einen kürzeren Weg zum Bahnhof eingeschlagen hatte, baten Teile der Beamten, einen anderen Weg zu nehmen. Dieser Bitte kamen die 03-Fans nach. Auf der von der Polizei vorgegeben Strecke standen weitere Beamte, die ohne erkennbaren Grund und unvermittelt Pfefferspray versprühten und dadurch einige Fans verletzten. In dem sich entwickelnden Tumult, wurden zu Hilfe eilende Fans wahllos geschubst, geschlagen und beschimpft. Nun griff sich die Polizei zwei Personen, darunter einen 49 jährigen Mann heraus und warfen sie brutal zu Boden, um sie fest zu nehmen. Der ältere Mann wollte lediglich am Boden liegenden Menschen aufhelfen, ohne zu wissen, dass es sich bei einem um einen Zivilbeamten handelte. Bereits hilflos am Boden liegend, benommen vom Pfefferspray, bekam der Mann erneut Pfefferspray direkt in die Augen gesprüht. Die beiden Personen hatten sowohl Schwellungen als auch Blut im Gesicht und lagen mehrere Minuten im Dreck, ehe ihnen Handschellen angelegt wurden und sie zur Wache gefahren wurden. Bei diesem Einsatz zogen sie sich Verletzungen wie schwere Rippenprellungen, Augenreizungen, Überdehnung der Bänder etc. zu. Mittlerweile kamen Vertreter des SV Babelsberg 03, um sich einen Überblick über die Lage zu machen und die Situation zu beruhigen. In einiger Entfernung sammelten sich Fans der Heimmannschaft, um mit „Fußballfans sind keine Verbrecher“ – Sprechchören ihre Solidarität zu bekunden. Auf dem Rückweg der Zugfahrer zum Bahnhof kam es zu weiteren Verhaftungen, bei der aus einem fahrenden Polizeiwagen Pfefferspray versprüht wurde. Ein Fan, der durch den Pfeffersprayeinsatz benommen zu Boden ging, bekam erneut Pfefferspray direkt in die Augen gesprüht. Allen 03- Fans, die gefesselt und mit schweren Augenreizungen im Polizeiwagen saßen, wurde eine ärztliche Versorgung (Augenspülung), teilweise unter hämischen Kommentaren, verwehrt. Einige durch Pfefferspray verletzte Babelsberger wurden von dazukommenden Ahlen- Fans versorgt. Bei dem älteren 03- Fan, der als erster aus der Polizeigewahrsam entlassen wurde, entschuldigten sich die Beamten, was als Einsicht ob des Fehlverhaltens der Polizei gewertet werden kann.

Abschließend ist zu konstatieren, dass es bei diesem konzeptlosen Polizeieinsatz zu schweren Misshandlungen, vor allem durch Pfefferspray, kam und wir 03- Fans menschenverachtend behandelt wurden.

Zu erwarten sind Strafprozesse und ein – von der Polizei gefordertes – langjähriges Stadionverbot. Rechtliche Schritte gegen die Polizeibeamten werden unsererseits eingeleitet.

Ein weiterer, nicht nur in diesem Zusammenhang wichtiger, Aspekt betrifft die (szenekundigen) Zivilpolizisten.

Bestimmte Zivilbeamte, die seit Jahren unsere Spiele begleiten, versuchen gezielt junge Menschen einzuschüchtern. Bei jeder Gelegenheit versuchen sie gewisse junge Leute namentlich bloß zu stellen und zu demütigen. Das Gefühl des ausgeliefert sein erzeugt psychologischen Druck, der weitere Wut produziert und sich schwer verarbeiten lässt.

Schlichtendes Eingreifen dieser szenekundigen Beamten, etwa in Situationen wie in Ahlen, erfolgt nicht. Stattdessen schauen sie unbeteiligt zu, wie ihre Kollegen eine Prügelorgie vollziehen.

Die Polizei hat eine völlig friedfertige Situation eskalieren lassen und ist mit einer außerordentlichen Brutalität gegen Fans vorgegangen. Ausnahmslos alle Anwesenden waren geschockt von dem erlebten, staatlich legitimierten Gewaltexzess. Einige Polizeibeamte machten den Eindruck, dass die Gewaltanwendung zur Befriedigung ihres Lustempfindens beiträgt. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie mit einem genüsslichen Lächeln den Arm eines am Boden liegenden Menschen verdrehen oder bereits hilflos am Boden liegende Personen erneut Pfefferspray in die Augen gesprüht bekommen. Von einem maßvollen, der Situation angemessenen Auftreten der Polizei war zu keiner Zeit etwas zu spüren. Besonders tragisch sind die mentalen Folgeerscheinungen, die immer wiederkehrende Gewalterfahrungen mit sich bringen.

Wir wollen abschließend noch mal klar stellen, dass wir kein undifferenziertes Opfer-Täter-Schema verfolgen. Uns ist bewusst, dass Fußballfans generell nicht immer einfach und mitunter alkoholisiert sind. Doch Fußballspiele sind emotionale Erlebnisse, deren sich professionelle Polizeibeamte bewusst sein müssten. Demnach müssen sie in friedlichen Situationen besonnen handeln und nicht maßgeblich zur Eskalation beitragen.

Hiermit kündigen wir eine Kampagne an, die mithilfe verschiedener Aktionen versucht unsere Situation darzustellen und was derzeit am wichtigsten ist, uns helfen soll, derartige Erlebnisse zu verarbeiten. Wir haben das Gefühl, dass sich die kontinuierlich produzierte Wut auf ein unerträgliches Maß gesteigert hat.

Die Auswärtsreisenden des SV Babelsberg 03

###############################################

Anmerkung Paganlord: Der Grund für solche Polizeimaßnahmen ist die gewollte Wuterzeugung beim Bürger. Zunächst wählt man besonders leicht zu provozierende Gruppen, wie beispielsweise Besucher von Fußballspielen, aus, um diese später als gewalterprobte Vorreiter, Rädelsfüher und natürlich als Begründung für neue Überwachungsmaßnahmen und Gesetze zu benutzen.

Vielleicht fragen jetzt einige, was man dagegen tun kann? Natürlich gar nichts – außer sich selbst da unbedingt herauszuhalten! Hier zahlt sich gelebte Emotionskontrolle und Neutralität (Nichteinmischung) aus. Selbst dann, wenn man sich selbst ungerecht von einer Behörde behandelt fühlt. Wo möglich einen großen Bogen um solche Ereignisse ziehen und ansonsten mit geistigen Mitteln für den eigenen Schutz vor solchen Zwischenfällen sorgen. Wer sich mal juristisch wehren muß, der sollte das durchaus tun, aber dabei immer überlegen: "Ob man sich jetzt gerade emotional verrennt". Falls das der Fall ist, dann die Notbremse ziehen und lieber zur Ruhe kommen und geistig vorsorgen, daß einem das nicht noch einmal passiert.
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#25
Zitat:Inzwischen unterstützen selbst Fußballspieler solche Faninitiativen durch finanzielle Mittel, entsprechende Äußerungen in den Medien

Hier ein Gesprächsauszug zwischen der Sport-Zeitung "kicker" und einem Bundesliga-Profi:

kicker: Warum gibt es für Belange und Sorgen der Fans keine Lobby?

Rost: Alles muss kontrolliert ablaufen, planbar sein. Aber Emotionen können nicht einfach verordnet werden. Im übertriebenen Sicherheitswahn und dem Schielen auf Profit verlieren viele die Wurzeln des Fußballsports aus den Augen.


kicker: Warum setzen sich auch Funktionäre und Medien mit dieser Thematik so selten und so undifferenziert auseinander?

Rost: Es gibt eben Druck von oben. Viel zu wenige wollen sich deshalb konstruktiv damit auseinandersetzen -- Sponsoren sind meist wichtiger als Fans. Geht es so weiter wie zuletzt, kommt hierfür irgendwann die Quittung: Wenn keine echten Fans mehr da sind, lohnt sich das Ganze doch nicht mehr.


kicker: Ihnen liegen auch die Sicherheitsvorkehrungen am Herzen, mit denen viele Fans bei Fußballspielen konfrontiert werden.

Rost: Was da teilweise abgeht, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar. Ich habe selbst einige Male miterlebt, wie Fans von Ordnern und Polizisten regelrecht provoziert werden ... .
.. wenn man mich als Zuschauer so behandeln würde, wie es momentan fast an der Tagesordnung ist -- ich wüsste nicht, ob ich noch weiter zum Fußball gehen würde.
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#26
... und schon wieder steht die Berliner Polizei im Brennpunkt. Ein brutaler Einsatz gegen Erfurter Fußballanhänger während des Drittligaspiels 1. FC Union Berlin - Rot Weiß Erfurt. Die Fernsehbilder von ARD und MDR zeigen deutlich, wie ein Berliner Polizist einen augenscheinlich noch minderjährigen Fußballanhänger ohne Not niederschlägt. Also nur aus Freude an der eigenen Macht ...

Auch nach dem Spiel kommt es zu überzogenen Polizeieinsätzen gegen Berliner und Erfurter Besucher des Fußballspiels.

Zitat:Polizeibericht: Insgesamt 17 Festnahmen und fünf leicht verletzte Beamte verzeichnete die Polizei heute Nachmittag vor und während eines Fußball-Regionalliga-Spiels in Köpenick.
Bereits vor dem Spiel des 1.FC Union Berlin gegen Rot-Weiß Erfurt kam es gegen 13 Uhr auf dem Weg vom S-Bahnhof Köpenick zum Stadion durch anströmende Gästefans zu Sachbeschädigungen an angrenzenden Geschäften. Zum Teil stark alkoholisierte Erfurter Anhänger zerstörten Auslagen und warfen Flaschen und Bierdosen auf die eingesetzten Beamten. Ein Polizist wurde dabei leicht verletzt.
Während des Fußballspiels abgefeuerte Silvesterraketen und auf das Spielfeld geworfene Feuerwerkskörper veranlassten den Schiedsrichter schließlich gegen 14 Uhr 40 zu einer längeren Spielunterbrechung.
Nach dem Spiel bewarfen unbekannte Täter am S-Bahnhof Karlshorst einen S-Bahn-Zug mit Thüringer Fans und zerstörten dabei drei Fensterscheiben.
Die Polizei fertigte fast 30 Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung, versuchter Gefangenenbefreiung und Körperverletzung.


[Bild: union_erfurt_01.jpg]

[Bild: union_erfurt_02.jpg]

[Bild: union_erfurt_04.jpg]

[Bild: union_erfurt_03.jpg]
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#27
Heute wurde der Bürgerkrieg einmal nicht im Fußballstadion geprobt, sondern kam zu uns nach Hause! :protest:

Die Polizei brauchte gar nicht erst zu provozieren, weil diesmal der übliche Straßenkampf angesagt war, wie immer wenn linke und rechte Extremisten aufeinander gehetzt werden. Und so war heute nachmittag — nachdem die eigentlichen Demonstrationen, die ja immer als offizieller Anlaß herhalten müssen, schon lange vorbei waren — am Rande des Geschehens eine eigentümliche Mischung aus Linksfaschisten, Polizeiketten, Vatertagsgrüppchen und sonstigen Feiertagsausflüglern zu beobachten.
Zu vereinzelte Provokationen der Staatsmacht kam es dennoch, wenn offensichtlich harmlose Anwohner, die mit ihren Autos nach Hause wollten, von einer Polizeikette (selektiv!) brüsk zurückgewiesen wurden.

Nachfolgend ein paar bildliche Impressionen:

[Bild: saarlandstra-e.jpg]


Bereits das morgendliche Frühstück auf dem Balkon vollzog sich unter Polizeischutz — von oben! Hier eine spätere Aufnahme.

[Bild: hubschrauber.jpg]


Eine ansich typische Stadtparkszene bei schönem Wetter — mit untypischem Hintergrund...

[Bild: stadtparkwiese.jpg]


Diese »Krawallsensation« war wohl das meistfotografierte Ereignis und wurde auch in allen Medien präsentiert: fünf brennende Fahrzeuge.

[Bild: seitenstreifen-saarlandstra-e.jpg]


Staatsmacht links und Staatsfernsehen rechts.

[Bild: alte-w-hr.jpg]


[Bild: polizeikette-saarlandstra-e.jpg]


Über weitere Details und Umfang der heutigen Geschehnisse in Hamburg muß ich mich nicht weiter auslassen, das haben die üblichen Medien schon zu Genüge getan.
Neu war, daß die Krawalle sich nicht wie üblich auf die Schanze beschränkten, wo die Linksextremen Heimspiel haben (»Rote Flora«), sondern diesmal (über dort genehmigte Demo und Gegendemo) ein normales Wohnquartier voll in Beschlag genommen wurde.

Sollten solche Szenen eines Tages — statt fotografierter Attraktion — zur Normalität werden?

[Bild: fu-weg-saarlandstra-e.jpg]


—> Es wird Zeit, aus der Stadt herauszuziehen...

Ogrins


P.S.
Was war nochmal die eigentliche Bedeutung des heutigen Feiertags?!
Siehe: http://www.pagan-forum.de/walpurga-die-natur-ist-schwanger-t26024.html
Dem Schlechten mag der Tag gehören - dem Wahren und Guten gehört die Ewigkeit. (F. v. Schiller)
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#28
Es ist immer wieder das identische Schema. Ganz egal, ob die Gewalt nun von der Polizei ausgeht oder von Seiten irgendwelcher Demonstranten, Fußballanhängern oder sonstigen. Ein normaler Mensch sollte sich von so etwas fern halten. Gewalt, durch Auftragstäter (Agenten) geschürt und durch Emotionen und allgemeine Unzufriedenheit zum Massenerlebnis zelebriert. Das Staatsfernsehen steht stets daneben und bringt jede noch so kleine Auseinandersetzung (zwecks weiterer Wutschürung auf beiden Seiten) ins Programm. Wenn sich linke und rechte Idioten gegenseitig prügeln, dann tun sie genau, wie es ihrem gewollten Verhaltensschema entspricht. So sind sie programmiert, und niemand auf der Welt wird das jemals ändern wollen/können.

Diese Verhältnisse gibt es von Anbeginn der Politik. Verschiede Gruppierungen liefern sich verbale und physische Auseinandersetzungen, die immer von den "Schattenmächten" geschürt werden und, so man will, auch systemverändernden Charakter bekommen können. Das war so in Babylonien, in Ägypten, Griechenland & Rom, in den Monarchien des chr**tlichen Mittelalters, in Zeiten der Industrialisierung, im Kommunismus, im Buddhismus, im Islam bis heute — einfach überall.

Es verändern sich nur die Masken (heute Fußballanhänger, politische Extremisten — und damals Maschinenstürmer, Bilderstürmer, bürgerliche Revolutionäre) das Ereignis/Erlebnis bleibt stets dasselbe.
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#29
Wie man aus dem nachfolgenden aktuellen Zeitungsartikel ersieht, bildet sich an vielen Orten so etwas wie eine gewaltbereite (Fußball-)Guerilla. Diese Leute sind autonom in der Lage, lokale Ausschreitungen von nicht unerheblichem Ausmaß zu fabrizieren. Ob tatsächlich die (kürzlichst vom Innenminsterium verbotene) Magdeburger-Fan-Gruppierung BWSE (Blue-White-Street-Elite) dahintersteckt, bleibt abzuwarten.

Für den Beobachter sind diese Vorfälle Mosaiksteinchen, die auf einen allmählichen Verlust der Staatsautorität hindeuten. Es entsteht eine Art Ghettogewalt oder Ghettorecht, wie sie bereits aus den USA oder aus Frankreich bekannt sind. In einer angenommenen Endzeitsituation/allgemeine Krise/staatlicher Kontrollverlust oder Kriegssituation, wird man mit genau diesen Gewaltbanden/Jugendbanden rechnen müssen.


Code:
Bundesbahnzug angegriffen

Unbekannte haben am Sonntagabend einen Zug mit Fans des Fußball-Regionalligisten Union Berlin angegriffen.

Die 30 bis 50 vermummten Angreifer bewarfen den Zug, in dem sich etwa 100 Anhänger von Union auf dem Rückweg vom Punktspiel in Verl (Nordrhein-Westfalen) befanden, im Bahnhof Miesterhorst (Sachsen-Anhalt) mit Steinen und beschossen ihn mit Leuchtraketen, gab ein Polizeisprecher am Mittwoch bekannt. Zwei Reisende wurden leicht verletzt, zudem wurden Waggonscheiben zerstört.

Möglicherweise habe es sich um einen gezielten Angriff von Hooligans des 1. FC Magdeburg gehandelt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Magdeburg spielt am Samstag bei Union. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch. In der Fan-Szene wird eine Nazi-Gang aus Magdeburg für die Attacke verantwortlich gemacht. Die Polizei prüft auch diese Vorwürfe.

Quelle: http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/5500051.html
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#30
Auch in vielen Orten Schottlands und Englands ist es gestern zu schweren Ausschreitungen von angeblichen Fußballanhängern gekommen. In Manchester (Endspielort) lieferte sich die Polizei stundenlange Straßenschlachten mit Fußballanhängern in sogenannten "Public Viewing" Zonen. Im Stadion (UEFA-Cup-Endspiel: Zenit St. Pertersburg - Glasgow Rangers) selbst wurde ein russischer Fan von schottischen Anhängern niedergestochen.

Video: http://www.spiegel.de/video/video-30407.html

Code:
Der TV-Sender BBC vermeldete: 100 000 Besucher aus Schottland, von denen nur ein Bruchteil Karten für das Stadion hatte. Entsprechend hoch wurden die Tickets auf dem Schwarzmarkt gehandelt, mehrere tausend Pfund wurden geboten. «Ich habe 1000 Pfund pro Karte gerne bezahlt, denn so einen Tag hat man nur einmal im Leben»

Der Halbfinal-Bezwinger von Bayern München setzte sich am Abend im Endspiel des UEFA-Pokals gegen den schottischen Rekordmeister Glasgow Rangers mit 2:0 durch

Vor und nach dem Spiel ist es auch zu Krawallen gekommen, wobei auch ein Russe laut dem TV Sender N24 mit einem Messer niedergestochen sein soll.
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