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Die Mark wird 860 – Geschichtsfälscher am Werk!
#11
Wenn man heute von der Chr**tianisierung der Mark Brandenburg spricht, dann fragt man sich vielleicht, wie das historisch abgelaufen ist?

Ich will den (historisch gut überlieferten) Ablauf nachfolgend erläutern.

Heinrich I. und Otto I. bekamen den päpstlichen Auftrag, Brandenburg und Mecklenburg bis hinauf nach Hamburg und Bremen für die römisch-katholische Kirche zu unterwerfen. Das war im Jahr 955 n. d. Z.

   
Mecklenburg und Brandenburg um 1.000 n. d. Z.

Die Heiden wehrten sich und warfen die Ch**sten aus dem Land. Das war 983 und ist als "Sieg der Lutizen" in die Geschichtsbücher eingegangen. Brandenburg und Mecklenburg blieben für weitere 150 Jahre heidnisch.

   
I2014 habe ich mit drei Freunden diesen Ort besucht. Hier wurde am 21.06.983 der heidnische Aufstand gegen die chr**stliche Vorherrschaft im Land Brandenburg initiiert. Die Tollenser, die Rot-Arier, die Kessiner, die Ranen und die Peenemünder schlossen sich hier zum Lutizenbund (heidnischer Staatenbund) zusammen und viele weitere Stämme folgten ihnen. Heute steht an diesem Ort ein Haus, früher war es das Sonnenheiligtum (Heiligtum des Radegast), das hier gelegen war.

   
Der Sonnen- und Lichtgott Radegast

Im Jahr 1147 kommt es schließlich zu einem Kreuzzug gegen die noch in Freiheit lebenden brandenburgischen und mecklenburgischen Heiden. Sächsische, dänische und polnische Fürsten marschieren im Auftrag des Papstes nach Brandenburg und Mecklenburg, um diese Gebiete dem römisch-katholischen Imperium einzuverleiben.

Hierbei handelt es sich um ein Teilunternehmen des 2. Kreuzzuges. Neben den genannten religiösen Motiven waren natürlich auch weltliche Motive und Herrschaftsansprüche ausschlaggebend. Die Quellen nennen als Dauer des Kreuzzuges drei Monate. Es sollen 100.000 deutsche, 100.000 dänische und skandinavische und ca. 20.000 polnische Kreuzritter ins Land gezogen sein. Auf ihrer Kleidung trugen sie ein auf einem Kreis stehendes Kreuz.

   
Von drei Seiten gleichzeitig fallen die Kreuzritterheere in die freien Länder Brandenburg und Mecklenburg ein.

Unter den deutschen Kreuzfahrern befanden sich: Heinrich der Löwe, Albrecht der Bär mit seinen Söhnen, Herzog Konrad von Zähringen, Pfalzgraf Hermann von Stahleck, Pfalzgraf Friedrich von Sachsen, Markgraf Konrad von Meißen, Hartwig von Stade, Graf Otto von Ammensleben und Graf Adolf von Holstein. Im Weiteren werden auch die mährischen Fürsten Otto Svatopluk und Vratislav als Teilnehmer genannt.

"Nichts ist vergessen, nichts ist jemals vergessen!"

Von dem Askanier Albrecht I. von Ballenstedt (Albrecht der Bär) wird gern behauptet, daß er der Gründer der heutigen deutschen Hauptstadt Berlin gewesen ist. Das ist natürlich ein chr**stliches Ammen-Märchen.  

Wie wir wissen, stand auf der Fischerinsel (heute Museumsinsel) in Berlin seit Urzeiten ein Tempel der dreifaltigen Göttin Trigla. Der Name Trigla geht auf den Beinamen der Hekate: Tricephalos (die Dreiköpfige) zurück. In Zeiten des heidnischen Patriarchats wurde die Göttin vermännlicht. Aus der weiblichen Trigla > wurde der männliche Triglaw.

       
Man hat im Grunde nur die Brüste abgeschnitten und sich ansonsten nicht viel Mühe bei der Umdeutung von weiblicher Göttin auf männlichen G*tt gegeben.

Als der Askanier auf die Fischerinsel kommt (wo sich der Triglaw-Tempel befindet), passierte ihm Folgendes:  

> Siehe die obige Geschichte, als Albrecht der Bär in Verkleidung vom Fischer Stralau zu einer heidnischen Zeremonie mitgenommen wird.

Diese Geschichte steht so im Berliner Sagenbuch und – ob wahr oder nicht – diente sie den Ch**sten als Rechtfertigung für ihre Grausamkeiten. Hier in Berlin gibt es jedoch eine Besonderheit der Geschichte, die heute kaum erwähnt wird. Der Tempel der Muttergöttin Trigla hatte auch unter den Chr**ten einige Freunde und Gönner. Der merkwürdige Orden der Tempelritter erwarb die Insel samt Heiligtum und verwaltete diese zukünftig von Tempelhof aus. Erst 70 Jahre später wird an der Stelle des Triglaw-Tempels dann die erste Petri-Kirche errichtet. Die Petri-Kirche wurde dann nach dem Verbot der Tempelritter von den Johannitern weitergeführt.

   
Die Petrikirche (1808) steht bis 1952 genau an der Stelle, wo sich früher das Heiligtum der Göttin Trigla (Hekate) und später das Heiligtum des Gottes Triglaw befand.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
Antworten
Es bedanken sich: Lohe
#12
Hallo zusammen,

passend dazu, ist mir heute folgender Artikel in die Hände gefallen:

Mittlerweile wird es wieder öffentlich zugegeben, dass die Ch**sten alte heidnische Kultplätze einfach mit ihren Kirchen überbaut und damit zweckentfremdet haben.

Auf Spurensuche nach heiligen Stätten

Havelland/Brandenburg (MOZ) Woran glaubten die Menschen früher, als es noch kein Chr*stliches Brandenburg gab? Wie nannten sie ihre Götter, wie stimmten sie sie gnädig? Und vor allem wie und wo taten sie das? Die Spurensuche ist schwierig.

   
Die 1722 abgetragene Marienkirche, die dem Hügel in Brandenburg an der Havel den Namen gab. Ihr Vorgängerbau soll in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts über einer slawischen Kultstätte errichtet worden sein.

Die Chr*stenheit soll bekanntlich viele Stätten vorChr*stlicher Kulte einfach mit Kirchen, Klöstern oder anderen Objekten überbaut haben. Im Havelland am bekanntesten ist die Marienkirche in Brandenburg an der Havel. Der Vorgängerbau der späterhin bedeutenden Wallfahrtskirche soll in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts n. d. Z. auf dem heute Marienberg genannten Hügel in der Stadt entstanden sein, auf dem sich vermutlich eine slawische Kultstätte befand. Bauherr soll der letzte Slawenfürst, ein bereits Chr*stianisierter Herrscher, gewesen sein. In dem Zusammenhang werden ein dreiköpfiger Götze und ein Pferdeorakel genannt. Aber nur die Götzengestalt fand in einer mittelalterlichen Quelle für Brandenburg Erwähnung. Allerdings nicht als auf dem Hügel stehend.

Dass sich in Kloster Lehnin eine Kultstätte befand, wäre nahe liegend. Eine diesbezügliche Vermutung äußert der Berliner Historiker Stephan Warnatsch in seinem im Jahr 2000 im Lukas-Verlag erschienenen Buch über die "Geschichte des Klosters Lehnin 1180-1542". Die Gründung der Chr*stlichen Einrichtung, die nun Ortsname ist, erfolgte 1180 durch Markgraf Otto I.

Beim Förderverein der Wallfahrtskirche zu Buckow (bei Nennhausen) äußert sich Chr*stof Reinicke im Internet so: "Seit Gründung des Bistums Brandenburg wurden - wie im Falle von Lehnin, Havelberg oder dem Brandenburger Marienberg - bedeutende slawische Kultstätten oft Chr*stlich besetzt und umgewidmet. Vielleicht übernahm Buckow dieses Muster, indem hier auf eine slawische Kultstätte ein Chr*stliches Zentrum folgte." Nachzulesen auf http://www.wallfahrtskirche-buckow.de, der Internetseite des Fördervereins. Archäologische Nachweise vormals slawischer Kultstätten konnten bislang in keinem dieser Orte erbracht werden.

Ebenso ist noch offen, wo sich denn nun der Heilige Hain der germanischen Semnonen befand. Bis zu seiner Abwanderung siedelte dieser Stamm unter anderem im Havelland. Die in römischen Quellen genannte Kultstätte vermutete der Rathenower Historiker Rudolf Guthjahr im Krämer Forst in der Region Glien, welche die Grundmoränenplatte Ländchen Glien und das vorgelagerte Luchland an den Flüssen Rhin, Havel und Muhre umfasst. Indes plädierte Brandenburghistoriker Johannes Schultze für das Zootzen genannte Waldgebiet bei Friesack, und Historiker Wolfgang Ribbe, bis 2009 Vorsitzender der Historischen Kommission zu Berlin, sprach sich für das Havelland aus. Die Vermutungen zur Lokalisierung finden sich unter dem Stichwort "Semnonenhain" auf Wikipedia. Unter dem Stichwort "Marienberg" findet sich der Hinweis auf Historiker Otto Tschirch, der den Hain auf dem Hügel in Brandenburg an der Havel vermutete.

Laut Geschichtsschreiber und Senator Tacitus, die römische Quelle, stellte dieser Hain ein Zentralheiligtum dar: "Zu einer festgesetzten Zeit kommen in einem Wald, heilig durch Weihung der Väter und Ehrfurcht heischendes Alter, alle Völkerschaften desselben Blutes durch Gesandtschaften zusammen, opfern im Namen der Gesamtheit einen Menschen und begehen dann die schauervolle Feierlichkeit eines barbarischen Gottesdienstes", so lautet auf http://www.gottwein.de die Übersetzung aus dem Lateinischen. Die Lokalisierung bleibt ein Thema für die Wissenschaft.

Ebenso spannend ist die Frage, welcher Glaube Jahrtausende vor Slawen und Germanen die Menschen trieb. Kreisgrabenanlagen schufen sie nicht nur dort, wo jetzt Sachsen-Anhalt und Sachsen ist. Auch andernorts gab es Entdeckungen: "Die Anlage von Bochow - südlich von Jüterbog im Fläming gelegen - wurde 1993 entdeckt. Ihr Außendurchmesser beträgt ca. 80 m. Mit ihrem Doppelgrabensystem, den hintereinander liegenden Öffnungen in die vier Himmelsrichtungen Nordwest, Nordost, Südwest, Südost und dem dreifachen inneren Palisadenring, der sich deutlich im Luftbild zeigt, ist sie Erdwerken westlich der Elbe und insbesondere in Süddeutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei vergleichbar. Neuerdings sind derartige Anlagen auch aus Westpolen bekannt", wie es auf http://www.bldam-brandenburg.de heißt, der Internetseite des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, das auch das Archäologische Landesmuseum betreibt. Die jungsteinzeitliche Anlage wurde auf 4.700 vor Chr*stus datiert. Speziell für havelländische Geschichtsfreunde dürfte es von diesbezüglichem Interesse sein, dass auch in ihrer Region so eine Entdeckung gemacht wurde, obgleich sie etwas kleiner ist.

"Auf der plateauartigen Anhöhe des Mühlenberges, etwa 1 km südöstlich von Möthlow gelegen, befindet sich mit einem Kultplatz der Jungsteinzeit und der jüngeren Bronzezeit ein besonderer Befund", wie es im Buch "Das Havelland um Rathenow und Premnitz - Eine Landeskundliche Bestandsaufnahme" (2017/Böhlau-Verlag) heißt. "1996 wurden hier im Vorfeld eines Sandtagebaus zahlreiche Siedlungsbefunde und Spuren von zwei Kreisgrabenanlagen von 7 - 12 m Durchmesser dokumentiert. (...) Auf der gesamten Fundfläche konnten keine Nachweise für einen Bestattungsplatz festgestellt werden. Daher sprechen Lage und Befunde für einen rein kultischen Zwecken vorbehaltenen Platz, der aber leider inzwischen durch den Sandtagebau weitgehend zerstört ist. Im südöstlichen Plateaubereich des Mühlenberges sind weitere Befunde zu vermuten."

http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1599257

Viele Grüße
Inara
Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab.
Antworten
Es bedanken sich: Paganlord , Saxorior , Dancred


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