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Einheimische Rohkost zur Winterszeit
#1
Es wird immer wieder gern behauptet, daß ein Rohköstler im Winter nichts essen könne, weil zu dieser Jahreszeit nichts wachsen täte. Man wäre sozusagen auf das Reformhaus angewiesen und auf Importgemüse. Diese Behauptung ist falsch und zeugt nur von der Unwissenheit desjenigen und wie weit er/sie sich von der Natürlichkeit entfernt hat.

Wer will, der kann nämlich auch zu dieser Jahreszeit aus dem Garten essen, wenn natürlich auch nicht so üppig und vielseitig wie zu besten Sommertagen.

Zum einen lassen sich Äpfel und Nüsse sehr gut lagern, sämtliches Beerenobst läßt sich einfrieren (das haben schon die Uralt-Vorfahren gewußt und praktiziert) und zum anderen wächst auch unter der Schneedecke noch einiges, das zum Verzehr geeignet ist. Natürlich ist der Winter keine üppige Jahreszeit. Aber da freilebende Tiere überleben, ist das auch für den Menschen möglich. (Es ist von der Natur sogar beabsichtigt, daß nicht alles und jeder den Winter übersteht. Stichwort: Artenüberschuß)

Außer den verschiedensten Sorten an Kohl und Pilzen, die im Winter wachsen und ihre Erntezeit haben, möchte ich heute über die Schwarzwurzel sprechen, und zwar über die, die in unserem Garten überwintert haben.

Der letzte Winter (2005/2006) war ein gar strenger Geselle. Bis auf ein paar wenige Tage erlebten wir Dauerfrost von Mitte November bis weit in den März hinein. Unseren Schwarzwurzeln hat das jedoch gar nichts getan. Da ich im Herbst einige von denen stehen ließ, um zu sehen, was wohl im Frühjahr daraus geworden ist, konnte ich dieser Tage die freudige Entdeckung machen. Alle Schwarzwurzeln stehen frisch und lebendig in der Erde und warten darauf, mich zu ernähren. Also sammelt die fleißige Violetta ganz emsig die Schwarzwurzeln in den Topf, um sie roh oder gekocht zu essen. Ein kleines Beispiel von vielen, wie auch im Winter die Natur für den Gärtner sorgt. Und ein Beispiel dafür, daß die Schneekammer die wohl beste Frischhaltekammer ist.

Violetta

Sei!
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#2
Hallo Violetta,

interessante Gedanken, aber:
hast Du Dich schon mal einen ganzen Winter durch nur rohköstlich ernährt?

Wenn Du Dich wirklich nur von dem, was man hier lokal "ernten" kann, roh ernähren möchtest, wird es wohl ganz schön eng werden, m.E. nicht machbar.

Unter Einbeziehung der ganzen hier erhältlichen Lebensmittelpalette (inkl. Südfrüchte und Exoten) allerdings absolut kein Problem.

Der Mensch stammt halt nun leider mal aus den Tropen und ist genetisch noch lange nicht optimal an unsere Breitengrade angepasst.

Gruß
Harry
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#3
Salve Harry,
da fällt mir auch etwas zu diesem Thema ein, obwohl das sicher nicht mein Spezialgebiet ist.
Das es im Winter mit der Ernte eng wird, ist sicher schon länger bekannt und daher wird man sich mit Bevorratung etwaiger Nahrung zur eigentlichen Erntezeit beschäftigt haben. Dazu hat man dann etwas später mitunter, wie Violetta schon anspricht, den natürlichen Kühlschrank benutzt.
Im Beitrag ging es ja vordergründig auch darum, daß man überhaupt etwas im Winter ernten kann, entgegen allen anderen Meinungen.

Liebe Grüße
Bragi
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#4
ÄÄHM,

darf ich kurz mal nachfragen was der natürliche Kühlschrank ist ?

Und stellt das Einfrieren in einem Standard Kühlschrank ein Problem dar ?

Habe irgendwo mal aufgeschnappt das daß E-Magnetische Feld Lebensmittel
beeinflusst, ist dies korrekt und ist euch dazu ein lese Verweis bekannt ?

Gehabt euch wohl

Apollo
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#5
Hallo Harry!

Zitat:interessante Gedanken, aber:
hast Du Dich schon mal einen ganzen Winter durch nur rohköstlich ernährt?

Das habe ich praktisch bisher noch nicht ausprobiert, aber ich arbeite darauf hin, daß ich diesen Winter mit Rohkost aus unserem Garten überstehe. Also das geht dann im Herbst los und zwar mit der Einlagerung und Einkellerung von Obst, Nüssen und dem Einfrieren von Beeren (Erdbeeren, Blaubeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren). Wie Bragi schon schreibt, rechne ich die Vorratswirtschaft mit dazu. Sonst geht es wahrscheinlich wirklich nicht. Ich überrede vielleicht noch meinen lieben Mann, denn gemeinsam lassen sich solche Vorhaben leichter verwirklichen. Blinzeln

Zitat:von dem, was man hier lokal "ernten" kann, roh ernähren möchtest, wird es wohl ganz schön eng werden, m.E. nicht machbar.

Mohrrüben kann man auch lange stehen lassen und von den Schwarzwurzeln schrieb ich ja schon. Dazu pflanze ich dieses Jahr dann sehr viel Rosenkohl an, denn der schmeckt auch roh vorzüglich. Äpfel reichen meist bis in den Januar rein, aber wenn ich den Rohkost-Winter mache, dann muß ich ein paar mehr einlagern, sonst langt es nicht. Weiterhin habe ich Rote Beete, Ackersalat und Rucola in Planung. Mit den übrigen Kohlpflanzen habe ich leider Bodenprobleme. Außer dem besagten Rosenkohl wird der andere Kohl hier nichts oder hat starken Schädlingsbefall. Aber ich habe bereits im vorige Jahr Pilze bei uns ausgesät und Baumstämme zum impfen besorgt. Da bin ich sehr gespannt, was das wird. Erbsen werde ich ebenfalls einfrieren.

Zur Zeit bin ich dabei auszurechnen, wieviel Geld man wohl spart, wenn man von 1. November bis 31. März keinen Einkaufsmarkt mehr betritt. Dazu benötige ich die Monatsdurchschnittswerte. Mir ist wichtig zu erfahren, ob unser Garten genügt, um mich und meinen Mann über den Winter zu versorgen und ich damit jederzeit auf "Selbstversorger" umstellen kann, sofern es nötig oder gewollt ist.

Zitat:Unter Einbeziehung der ganzen hier erhältlichen Lebensmittelpalette (inkl. Südfrüchte und Exoten) allerdings absolut kein Problem.

Die Bananen und Orangen und anderen Leckereien werden mir garantiert fehlen. Was haben es die Leute in Italien diesbezüglich doch gut.


@Apollo
Zitat:darf ich kurz mal nachfragen was der natürliche Kühlschrank ist ?

Ganz oben auf dem Berg. Also früher, als die noch keine Elektrik nutzten wollten, hat man die Lebensmitteln in Kältelöcher oben auf den Berg gebracht oder anderswo ins ewige Eis, um sie dort einzulagern. Im Süden hat man Trockenfrüchte gemacht.


Zitat:Und stellt das Einfrieren in einem Standard Kühlschrank ein Problem dar ?

Nicht daß ich wüßte. Ich nutze den auch. Ich habe dazu die Meinung, daß ich mein Auto, Kühlschrank usw. nutze, solange es die anderen Leute eben auch tun. Es nutzt der Natur gar nichts, wenn ich alleine auf diese Technik verzichte und der Rest der Welt treibt es weiter ungeniert. Ich bin leider kein Erfinder und muß daher nehmen, was die Techniker mir bauen. Durch eine veränderte Gesellschaft ergibt sich automatisch eine veränderte Technologie. Jetzt nutze ich niemanden und erschwere mir nur unnötig das Leben, wenn ich auf einen Kühlschrank, eine Waschmaschine usw. verzichten würde. Das ist nämlich auch so ein Lieblingsargument von bestimmten Leuten. Nach deren Meinung dürfte man, wenn man Rohkost und vegane Ernährung bevorzugt, auch kein Internet usw. besitzen. Was haben die nur für eine Logik? Denn umgedreht sage ich ja auch nicht, nur weil derjenige keinen Wert auf Bio legt, dürfte er auch nur noch die reine Chemie und künstliche Aromaten essen, wenn er konsequent wäre. Blinzeln

Violetta

Sei!
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#6
Hallo Viola,

danke für Deine Erleuterung. Was ich damit ausdrücken wollte war nicht
der Verzicht eines Tiefkühlers sondern ob es zb. ein Modell gibt welches
eine Lebensmittel vorteilhafte Isolierung der Elektrischen Anlage hat.

Bsp.

Ein Röhren Bildschirm erzeugt eine stärkere Strahlung als ein TFT Bildschirm.

Gehab dich wohl

Apollo
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#7
Violetta schrieb:Es wird immer wieder gern behauptet, daß ein Rohköstler im Winter nichts essen könne, weil zu dieser Jahreszeit nichts wachsen täte. Man wäre sozusagen auf das Reformhaus angewiesen und auf Importgemüse. Diese Behauptung ist falsch und zeugt nur von der Unwissenheit desjenigen und wie weit er/sie sich von der Natürlichkeit entfernt hat.
Also, ich finde die Idee klasse!

Was ist mit Honig? Den hast Du noch gar nicht erwähnt.
Honig hilft in der dunklen Zeit enorm für das Gemüt.

Den Winter 04/05 überwinterten bei mir die Hammelmöhre (Pastinake) im Schneebeet.
Die sind allerdings Geschmackssache.
Vergangenen Winter waren es Topinambur, die ich stehen ließ. Diese Knollenpflanze ist aber keine Einheimische. Außerdem schmeckt sie mir nicht.
(Probieren geht über studieren Blinzeln)

Na dann - volle Erfolge!

Lebe für Deine Ideale!
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#8
Der Komposthaufen eignet sich auch als Miete (natürlicher Kühlschrank).
Habe ich mit Rote Beete ausprobiert.
Diesen langen und harten Winter haben sich die Knollen im Kompost gehalten und haben jetzt sogar begonnen wieder auszutreiben -> also Lebendnahrung -> Rohkost!


Rote Beete für das Winterlager werden im Juni ausgesät.
Sie bleiben solange stehen bis die Blätter sichtbar altern oder welk werden.
Bei der Ernte die Knollen nicht beschädigen. Nur die Blätter mit der Hand abdrehen.
Und dann ab in die Miete.

Miete: mit Stroh und Erde als Frostschutz bedeckter Stapel von Feldfrüchten zum Überwintern
Lebe für Deine Ideale!
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#9
Hallo, wo gehören denn jetzt Rohkostrezepte hinein? In Euer vegetarisches Kochbuch? Aber da verlaufen die sich ja, ist ja alles gekocht!
Also hier mal ein Rezept:
Für zwei Personen
2 Kohlrabi
4 Tomaten
1-2 Knoblauchzehen
2 Avokado
2 Handvoll Kräuter und/oder Wildkräuter (Spitzwegerich, Löwenzahn, Oregano...)
Garnitur zum Mitessen Glockenblumenblüten

Kohlrabi dünn schälen und durch eine feine Gemüsescheibe drehen, die sehen dann aus wie Spagettis:
[Bild: 2uihzqd.jpg]

Tomaten mit gepreßtem Knoblauch pürieren und dazugeben:
[Bild: 2qai9z6.jpg]

Das herausgelöste Fruchtfleisch der Avokados mit grob zerkleinerten Kräutern mischen und/oder nach Bedarf pürieren:
[Bild: 2d7vk3c.jpg]

Wichtig: nach der Zubereitung s o f o r t essen! So kommen alle natürlichen Geschmacksstoffe voll zur Geltung.
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#10
Ja es muß dringend eine Unterteilung im Kochbuch her zwischen Rohkost und allg. vegetarisch! Im Sinne von 2 Hauptüberschriften. Unter jeder Kategorie kommen dann alle Ordner neu rein, also wieder z.B. "Soßen", weil es ja Kochsoßen und Rohkostsoßen gibt.

Was das obige Rezept angeht: Mach ich jetzt sofort. Mahlzeit!



Grüße
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