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Gefühlskälte
#41
Ich stimme "Guest" zu, daß es NICHT erstrebenswert ist, Emotionen nicht mehr wahr zu nehmen; und ich stimme "dem Forum" zu, daß es erstrebenswert ist, Emotionen zu kontrollieren.

Die Abwesenheit sämtlicher Emotionen zieht den Verlust von Idealismus, Motivation, Hoffnung usw. nach sich. Stell dir mal ernsthaft vor, weder Emotionen, noch Ideale, noch Motivation, noch Hoffnung zu haben.
































































Hast du´s dir vorstellen können? Ich denke wer´s nicht schon selbst erlebt hat, kann sich keine adequate Vorstellung davon machen.

So ein Zustand, in unterschiedlichen Ausprägungen und von unterschiedlicher Dauer, wird gemeinhin als Depression ( mit den unterschiedlichsten Attributen und nicht zu verwechseln mit "´n Depri schieben", "mies drauf sein" usw. ) bezeichnet. Wenn du so bist, dann erfreut dich nichts mehr. Wenn du so bist, dann kannst du noch nichteinmal spüren, wenn du Nahrung brauchst ( genaugenommen brauchst du dann in extremen Fällen auch keine Nahrung, weil dein Lebenserhaltungstrieb dahin ist ); wenn du so bist, bist du nicht mehr in der Lage zu wählen, hast keine Wahl mehr.

Meiner Theorie nach ist Depression die Folge von bestimmten Emotionen, die zu heftig waren, eskaliert sind, und daher weitreichende Folgen nach sich zogen, die nicht verarbeitet wurden. Deshalb finde ich es wichtig Emotionen nicht zu negieren, sondern herauszufinden, warum eine Emotion mich so "übermannt" hat. Wie kann ich lernen etwas zu kontrollieren, daß ich nicht ausreichend kenne? Ich denke ich kann es gar nicht.

Um zu verinnerlichen, daß unkontrollierte Emotionen ( erheblichen ) Schaden anrichten, unmittelbar und auch langfristig, muß man, meiner Meinung nach, entsprechende Erfahrungen selbst gemacht haben. Ich denke so ein Wissen läßt sich nicht "Erlesen" oder "Erdenken".

Zoe


P.S.: Ich interpretiere den am Anfang des Themas zitierten Foren-Grundsatz nicht als Ausgrenzung jeglicher Emotion an sich, sondern als Hinweis, daß ( unkontrollierte ) Emotionen in Diskussionen/Beiträgen hier nicht erwünscht sind.
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#42
Zitat:Die Abwesenheit sämtlicher Emotionen zieht den Verlust von Idealismus, Motivation, Hoffnung usw. nach sich.

Dem kann ich nur widersprechen. Glaube mir, so ist das nicht. Wahrscheinlich ist es aber ein Definitionsproblem, was Du (was man) überhaupt unter Emotionen versteht?

Oft wird das eben mit "Lachen" verwechselt, mit guter Laune, mit "Sinneswahrnehmungen" oder sogar in die Ecke von einem depressiven und deprimierten Daseins geschoben. Aber das alles ist gar nicht gemeint!

Zitat:Stell dir mal ernsthaft vor, weder Emotionen, noch Ideale, noch Motivation, noch Hoffnung zu haben.

Warum sollte man keine Ideale (= im Sinne von Ziele) haben, wenn man seine Emotionen kontrolliert? Das ist für mich ein sehr unlogisches Argument. Willst Du es mal erläutern oder berichtigen?

Motivation oder Hoffnung hat noch weniger mit Emotion zu tun. Oder ist eine unkontrollierte Emotion, Deine einzige Antriebskraft? Also ich frage das, weil es bei 99% der Leute auf der Welt so ist. Und genau das halte ich dann wiederum für fehlgesteuert. Womit sich dann der Kreis geschlossen hat.

Violetta




Sei!
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#43
Zitat:Oft wird das eben mit "Lachen" verwechselt, mit guter Laune, mit "Sinneswahrnehmungen"

Das möchte ich noch etwas ausführen mit der kleinen Anmerkung, daß gute Laune, Lachen und fröhlich sein, ein neutraler Zustand sind. Also frei jeglicher unkontrollierten Emotion. Man kann nicht sagen, daß jemand, der emotionslos ist, gefühlskalt ist. Denn er/sie lacht ja und Lachen ist gesund. Wenn man emotionslos ist, verhält man sich neutral gegen sich selbst und seine Umwelt.

Vielleicht ist es greifbarer, wenn man nicht immer gleich an Liebe oder dergleichen denkt, sondern sich für das Grundverständnis erst mal viel greifbarere unkontrollierte Emotionen betrachtet, wie Neid, Wut usw.

Solche unkontrollierten Emotionen muß man auch nicht selbst erleben, um sie deuten und verstehen zu können. Da braucht man nur zum Nachbarn schauen und schon kann man eindeutige Schlußfolgerungen ziehen. Aus diesen Beispielen kann man nur eine Essenz ziehen, nämlich, daß man, sofern man sich solchen Emotionen ergibt, ferngesteuert und manipuliert ist.

Bragi

Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#44
Hallo einen schönen guten Abend Allerseits - sehr interessant euer Thema.

Erinnere mich da an Don Juan der von den kontrollierten Torheiten spricht. Also niemals Spielball seiner Gefühle sein, sondern nur Gefühle zulassen, oder Handeln nach Gefühlen, wo man es sich bewußt erlaubt. Ggfls. ein Gefühl gewollt aufbaut, um dann mit einer bestimmten Handlungsweise ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
Die östlichen Meister weisen darauf hin, das große Freude ebenso aus dem Gleichgewicht bringt, wie großes Leid. Übergroße Freude die einen aus dem emotionalen Gleichgewicht (Gleichmut) herauswirft zieht zwangsläufig "Leid" nach sich, da man nach seinem eigenen Rythmus um die emotionale Mitte pendelt.

Ich weiß noch von meiner Zeit als pupertierendes Schulmädchen, wo nach albernen Kicheranfällen mit der Freundin, die Tränen nicht weit waren. Es war irgendwann so offensichtlich auffällig, dass wir uns in unseren Albernheiten mäßigten, um danach nicht so schrecklich "abzustürzen".

- Es ist alles gleich ! - Mit diesem Bewußtsein kann man einen Gleichmut erlangen, der vielleicht als Gefühllosigkeit gedeutet werden kann. Ich denke aber, das Gleichmut die natürlichste Emotion (natürlich ist es auch ein Gefühl, wenn auch ein sehr feines, ohne Sensationen) des Menschen ist.

Aber Gleichmut muß nicht zwangsläufig Desinteresse sein. Gleichgültigkeit (alles hat gleiche Gültigkeit) sagt nicht unbedingt aus, dass man deswegen vor Antriebslosigkeit handlungsunfähig wäre. Obwohl dies ohneweiteres auch (auch über Jahre) zu einem Entwicklungsprozess dazugehören kann.

Es gibt eine natürliche Bewegung im Universum - alles hat den Drang hin zur Liebe. Gemeint ist die universelle Liebe, das Wohlwollen, das Wohlfühlen, das Schmerzvermeiden.

Wenn man das irgendwann verinnerlicht hat, besteht das Gefühl des Gleichmutes, wo alles gleiche Gültigkeit hat, aus tiefer Dankbarkeit und stiller Freude. Die Gefühle, die einem vielleicht im früheren Leben gebeutelt haben existieren nicht mehr. Man kann sie als Erinnerung beschauen oder bei anderen betrachten.
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#45
SIMETRA schrieb:Erinnere mich da an Don Juan der von den kontrollierten Torheiten spricht. Also niemals Spielball seiner Gefühle sein, sondern nur Gefühle zulassen, oder Handeln nach Gefühlen, wo man es sich bewußt erlaubt. Ggfls. ein Gefühl gewollt aufbaut, um dann mit einer bestimmten Handlungsweise ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Hört sich bis hierhin ganz gut an.
Das man gegebenenfalls ein Gefühl aufbauen kann, will ich sehr wohl einsehen, um es dann als Schubkraft zu nutzen.

Verrate mir aber, was Du genau damit meinst? Das würde mich sehr interessieren.

Zitat:Die östlichen Meister weisen darauf hin, das große Freude ebenso aus dem Gleichgewicht bringt, wie großes Leid. Übergroße Freude die einen aus dem emotionalen Gleichgewicht (Gleichmut) herauswirft  zieht zwangsläufig "Leid" nach sich, da man nach seinem eigenen Rythmus um die emotionale Mitte pendelt.

Das halte ich für Schwachsinn.
Die östlichen Meister sind graue Meister.
Freude gehört zum Urzustand und impliziert nicht gleichzeitig Leid. Wer sich des Lebens freut, zieht mit dieser Schwingung genau diese Freude auch an, und nicht andersherum!
Das ist der feine Unterschied!

Diese östlichen Meister, wie ich die Chr***ten wollen ja genau das Gegenteil erreichen. Sie wollen, daß der Mensch sich nicht freut. Sie wollen ihm die Freude sogar abspenstig machen. Alles nur, um ihn mit und durch Angst zu manipulieren. Denn wer sich freut, der kennt keine Angst!

Zitat:Ich weiß noch von meiner Zeit als pupertierendes Schulmädchen, wo nach albernen Kicheranfällen mit der Freundin, die Tränen nicht weit waren. Es war irgendwann so offensichtlich auffällig, dass wir uns in unseren Albernheiten mäßigten, um danach nicht so schrecklich "abzustürzen".

Kann ich nicht nachvollziehen.
Wenn ich mich mal von Herzen freue und ausgelassen bin, dann geht es mir richtig prima und niemals dabei oder auch nicht danach, kommt ein Gefühl auf, ich müßte jetzt weinen oder Bange sein, mir würden gleich die Tränen kommen, außer vor Lachen vielleicht. Nein, in solchen Momenten fühle ich mich richtig wohl.

Zitat:- Es ist alles gleich ! - Mit diesem Bewußtsein kann man einen Gleichmut erlangen, der vielleicht als Gefühllosigkeit gedeutet werden kann. Ich denke aber, das Gleichmut die natürlichste Emotion (natürlich ist es auch ein Gefühl, wenn auch ein sehr feines, ohne Sensationen) des Menschen ist.

Hier kristallisiert sich Dein Denkfehler heraus.
Emotionen sind niemals natürlich.
Als Beweis dafür stelle ich hier die Natur voran. Sieh in die Natur. Dort wirst Du kein Tier, keine Pflanze finden, die jemals aus Emotionen heraus handlen oder gar emotional sind, von verhaltensgestörten Haustieren mal abgesehen.
Darüber findest Du hier im Forum schon einiges, die von mir Gesagtes unterstreichen.

Zitat:Aber Gleichmut muß nicht zwangsläufig Desinteresse sein. Gleichgültigkeit (alles hat gleiche Gültigkeit) sagt nicht unbedingt aus, dass man deswegen vor Antriebslosigkeit handlungsunfähig wäre.

Gleiche Gültigkeit und Gleichgültigkeit gehören in diesem Fall nicht zusammen.
Eine gleiche Gültigkeit ist zum einen ein Werturteil, daß wider der Neutralität ist und zum anderen besagt es nur, daß zwei oder mehrere Dinge gleichen Wertes sind.

Gleichgültigkeit hingegen ist jemand, dem alles egal ist. Und dieser jemand ist dann sehr wohl antriebslos.

Zitat:Obwohl dies ohneweiteres auch (auch über Jahre) zu einem Entwicklungsprozess dazugehören kann.

Was kann zu einer entwicklung dazugehören? Gleiche Gültigkeit und Gleichgültigkeit? Bei letzterem entspricht es wohl eher eine Rückentwicklung. Und ersteres paßt genau in diese Welt.

Zitat:Es gibt eine natürliche Bewegung im Universum - alles hat den Drang hin zur Liebe. Gemeint ist die universelle Liebe, das Wohlwollen, das Wohlfühlen, das Schmerzvermeiden.

Chr**ten nennen das vielleicht Liebe. Ich nenne das einen Urzustand. Wobei der Gedanke an ein "Schmerzvermeiden" schon wieder negatives impliziert.

Zitat:Wenn man das irgendwann verinnerlicht hat, besteht das Gefühl des Gleichmutes, wo alles gleiche Gültigkeit hat, aus tiefer Dankbarkeit und stiller Freude. Die Gefühle, die einem vielleicht im früheren Leben gebeutelt haben existieren nicht mehr. Man kann sie als Erinnerung beschauen oder bei anderen betrachten.

Du meinst also, daß aus einer Gleichgültigkeit Gleichmut erwachsen kann?
Ich denke, daß diese Schlußfolgerung deinerseits nur aus der falschen Wortinterpretation des Wortes "Gleichgültigkeit" entstanden ist. Nach einer prezisen Worterklärung und Deutung, wird das Kartenhaus dahinter sichtbar, auf das Du gerade noch baust.

Ich hoffe, Du nimmst mir meine direkte Art zu schreiben nicht übel und fühlst Dich nicht persönlich angegriffen. Denn das ist nicht meine Absicht.

Liebe Grüße, Bragi, und herzlich willkommen im Tal der weisen Narren.


PS: Zum Thema "Gleichgültigkeit" kannst Du gerne einen neuen Ordner an entsprechender Stelle eröffnen.

Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#46
Hallo Violetta,

Zitat:QUOTE
Stell dir mal ernsthaft vor, weder Emotionen, noch Ideale, noch Motivation, noch Hoffnung zu haben.



Warum sollte man keine Ideale (= im Sinne von Ziele) haben, wenn man seine Emotionen kontrolliert? Das ist für mich ein sehr unlogisches Argument. Willst Du es mal erläutern oder berichtigen?

Zitat:Motivation oder Hoffnung hat noch weniger mit Emotion zu tun. Oder ist eine unkontrollierte Emotion, Deine einzige Antriebskraft?

Ich denke du hast meinen Beitrag missverstanden.

Nicht die Kontrolle ( die ja ein Vorhandensein von Emotionen voraussetzt ) sondern die Abwesenheit von Emotionen ( bzw. die Unfähigkeit sie wahr zu nehmen ) zieht, meiner Meinung nach, den Verlust von Idealen usw. nach sich.

Ich denke schon, daß Emotionen der Hauptantrieb für bewußtes Handeln sind. Bei fehlender Kontrolle wird die Emotion jedoch zum Auslöser von Fehlverhalten, sodaß auch Fremdsteuerung Tür und Tor offen stehen, ja sogar regelrecht einläd.

Tätigkeiten wie Lachen oder Weinen können unabhängig von den üblicherweise zugeordneten Emotionen gewollt ausgeübt werden und sind daher kein verläßlicher Hinweis auf einen bestimmten ( emotionalen ) Zustand.


Beim Lesen des Forums habe ich immer wieder den Eindruck, daß Kontrolle von Emotion mit Emotionslosigkeit gleich gesetzt wird, was meines Erachtens nach in sich einen Widerspruch darstellte, wenn dem so wäre.

Ich denke niemand könnte mit Fug und Recht der Tatsache widersprechen, daß Emotionen nicht unkontrolliert Lauf gelassen werden darf.

@ Bragi

Zitat:Wenn man emotionslos ist, verhält man sich neutral gegen sich selbst und seine Umwelt.

Wenn man emotionslos ist, verhält man sich, meiner Erfahrung nach, gar nicht; bestenfalls reagiert man auf äußere Reize und/oder folgt Instinkten, sofern man sie noch hat.

Meinst du "Wenn man Emotionen kontrolliert, verhält man sich neutral......." ?

Zitat:Solche unkontrollierten Emotionen muß man auch nicht selbst erleben, um sie deuten und verstehen zu können. Da braucht man nur zum Nachbarn schauen und schon kann man eindeutige Schlußfolgerungen ziehen.

Ich schrieb:

Zitat:Um zu verinnerlichen, daß unkontrollierte Emotionen ( erheblichen ) Schaden anrichten, unmittelbar und auch langfristig, muß man, meiner Meinung nach, entsprechende Erfahrungen selbst gemacht haben

Auch der Blick auf den Nachbarn, erst recht, wenn dieser in den mir eigenen Bereich eindringt, kann "selbst eine Erfahrung machen" sein.


Gruß,

Zoe
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#47
@ Zoe

Zitat:Wenn man emotionslos ist, verhält man sich, meiner Erfahrung nach, gar nicht; bestenfalls reagiert man auf äußere Reize und/oder folgt Instinkten, sofern man sie noch hat.

Ich denke das Problem hier liegt in der Definition "Menschsein". Du scheinst das wie folgt zu definieren, in dem Du der Ansicht bist, Emotionen wären ein unabläßlicher Bestandteil des Menschsein. Hier liegt ein Trugschluß vor, denn in der Neutralität gibt es keine Emotionen. Und nur der, der sich neutral verhält, kommt der Natürlichkeit am Nähesten!

Zitat:Meinst du "Wenn man Emotionen kontrolliert, verhält man sich neutral......." ?

Ja, weil man sich dessen bewußt ist. Man ist sich auch der Folgen von Emotionen bewußt.

Zitat:Auch der Blick auf den Nachbarn, erst recht, wenn dieser in den mir eigenen Bereich eindringt, kann "selbst eine Erfahrung machen" sein.

In Ordnung! Blinzeln

Grüße Bragi
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#48
einen schönen guten Morgen - danke für das Willkommen Bragi und die Antwort auf meinen Beitrag.

Zitat:Hört sich bis hierhin ganz gut an.
Das man gegebenenfalls ein Gefühl aufbauen kann, will ich sehr wohl einsehen, um es dann als Schubkraft zu nutzen.

Verrate mir aber, was Du genau damit meinst? Das würde mich sehr interessieren.

Hmm, ich nenne mal ein Beispiel:
Ich erfahre, einer meiner Mitmenschen entledigt sich regelmäßig seiner jungen Katzen, indem er sie direkt nach der Geburt tötet.
Ich kann nun die Position einnehmen "Werden und Vergehen ist naturgegeben". Ich kann meine Umwelt neutral, also wertfrei betrachten.
Ich kann mich aber auch dazu entscheiden einzugreifen. Um das zu tun, nutzt mir mein neutraler Standpunkt alleine nicht viel, um bei meinem Mitmenschen den größtmöglichen Erfolg zu haben. Ich schaffe Raum in mir, um das Gefühl der Empörung stark werden zu lassen. Wenn ich diesem Katzentöter nun die Leviten lese ob seiner Anmaßung Leben zu beenden und für seine Mutterkatzen die Verantwortung nicht zu übernehmen, treffen ihn zwar auch meine Worte, aber in erster Linie die Welle meiner emotionalen Empörung.

Meine Erfahrung ist, daß wenn ich mich von meinen Gefühlen überwältigen lasse, und sie so an meine Mitmenschen herantrage, ich selten den gewünschten Erfolg habe. Bewahre ich in meinem Inneren meinen Gleichmut (sozusagen als festen geistigen Boden unter den Füßen) und lasse nur im gewählten Augenblick die gewünschten Emotionen zu, haben diese mehr Kraft und mehr Wirkung auf mein Gegenüber.

Ein anderes Beispiel: Ein Mitmensch versucht mir mit allen unfairen Mitteln (Verleumdung, Lüge, Intrige, Drohungen, Psychoterror) zu schaden.
Ich habe die Wahl mich meinen evtl. Gefühlen hinzugeben (Angst, Zorn, Hass, Vergeltung...). Handel ich aus dieser Position heraus, gebe ich dem Anderen nur Energie von mir, die er für seine Machenschaften wiederum nutzen kann/wird.
Besser ist, ich stelle mich emotional auf eine Neutrale Position (festen Boden untern den Füßen). Hierfür muß ich gezielt das [b:2d375f]Gefühl aufbauen, meinen Angreifer loszulassen[/b:2d375f]. Dann brauch ich mir gar keine eigenen Gemeinheiten ausdenken, sondern ihn nur gedanklich dem geistigen Gesetz übergeben. D.h. die Energie, die er gegen mich aufgewendet hat, die ich aber nicht angenommen habe, geht postwendend an ihn zurück und seine eigenen schlechten Absichten werden sich gegen ihn wenden.
So sehe ich das und so habe ich es erfahren.

Zitat:Das halte ich für Schwachsinn.
Die östlichen Meister sind graue Meister. ...
Diese östlichen Meister, wie ich die Chr***ten wollen ja genau das Gegenteil erreichen. Sie wollen, daß der Mensch sich nicht freut. Sie wollen ihm die Freude sogar abspenstig machen. Alles nur, um ihn mit und durch Angst zu manipulieren.

In der Mehrzahl wirst Du recht haben. Ich glaube aber es gibt vereinzelte Ausnahmen, die ohne Macht ausüben zu wollen der Menschheit sehr wohl etwas Positives mitzuteilen haben. Meine Definition "östliche Meister" war wohl was schwach. Es ist egal aus welcher Himmelsrichtung ein Weiser was zu sagen hat.


Zitat:Freude gehört zum Urzustand und impliziert nicht gleichzeitig Leid. Wer sich des Lebens freut, zieht mit dieser Schwingung genau diese Freude auch an, und nicht andersherum!
Das ist der feine Unterschied!
Du hast ja Recht, aber bei der überdrehten hochgepuschten Freude habe ich andere Erfahrungen gemacht. Die Freude als Urzustand (ich würde sie mal stille Freude oder auch Zufriedenheit nennen) zieht genau auch diese an.

Zitat:Wenn ich mich mal von Herzen freue und ausgelassen bin, dann geht es mir richtig prima und niemals dabei oder auch nicht danach, kommt ein Gefühl auf, ich müßte jetzt weinen oder Bange sein, mir würden gleich die Tränen kommen, außer vor Lachen vielleicht. Nein, in solchen Momenten fühle ich mich richtig wohl.

Zitat:Hier kristallisiert sich Dein Denkfehler heraus.
[b:2d375f]Emotionen sind niemals natürlich.[/b:2d375f]
Als Beweis dafür stelle ich hier die Natur voran. Sieh in die Natur. Dort wirst Du kein Tier, keine Pflanze finden, die jemals aus Emotionen heraus handlen oder gar emotional sind, von verhaltensgestörten Haustieren mal abgesehen.
Darüber findest Du hier im Forum schon einiges, die von mir Gesagtes unterstreichen.

Du definierst Freude als Urzustand, bekennst Dich zu dieser, sagst, in diesem Zustand fühlst Du Dich richtig wohl, - verneinst aber gleichzeitig das Emotionen/ Gefühle natürlich sind. Ist dieser Widerspruch ein Definitionsproblem ?
Tiere handeln m.E. sehr wohl aus Emotionen heraus. Vielleicht wird mancher es reinen Instinkt nennen wenn z.B. ein Junges nach seiner Mutter sucht und ruft, ich nenne es Verlassenheitsangst (also ein Gefühl). Dieses aufkommende Gefühl bringt das Tier ebenso wie den Menschen dazu das seiner Gattung gemäße zu tun, um zu überleben. Es gibt sogar Trauer bei Tieren (auch bei Wildtieren), die bis zu einem gewissen Grade sogar überlebenskonträr ist.
Gefühle sind meines Erachtens notwendig zum Überleben der Art (Angst/Flucht, Geilheit/Fortpflanzungtrieb, Wut/Verteidigung ...) Allerdings ist der Mensch von seinen Anlagen her priviligiert nicht Spielball seiner Gefühle sein zu müssen.
Allerdings nehmen das 99,9 % aller Menschen gar nicht wahr.
Dass unsere Kultur überwiegend aus neurotischen Gefühlen besteht, heißt aber nun nicht, das Gefühle grundsätzlich unnatürlich wären.

Zitat:Gleiche Gültigkeit und Gleichgültigkeit gehören in diesem Fall nicht zusammen.
Eine gleiche Gültigkeit ist zum einen ein Werturteil, daß wider der Neutralität ist und zum anderen besagt es nur, daß zwei oder mehrere Dinge gleichen Wertes sind.
Gleichgültigkeit hingegen ist jemand, dem alles egal ist. Und dieser jemand ist dann sehr wohl antriebslos.
Du hast Recht, in diesem Falle gehörten die Begriffe nicht zusammen, aber ich benutze Worte gerne in dem Sinne der eigentlichen Begrifflichkeit und nicht wie es im Volksmund gehandhabt/verstanden wird.

Zitat:Was kann zu einer entwicklung dazugehören? Gleiche Gültigkeit und Gleichgültigkeit? Bei letzterem entspricht es wohl eher eine Rückentwicklung. Und ersteres paßt genau in diese Welt.
Gleichgültigkeit [i:2d375f]kann[/i:2d375f] zu einer Entwicklung dazugehören (ist dann der Ausdruck von Orientierungslosigkeit - nicht wissen wohin man gehen soll, also gar nicht gehen) Wenn die Orientierungslosigkeit dann einen Wegweiser gefunden hat kann daraus die innere Haltung der "Gleichen Gültigkeit" entstehen aus der man heraus dann sehr wohl Schritte unternimmt. Aber eben mit der Entwicklung des emotionalen Abstandes. Diese Entwicklung ist vielleicht nicht die Regel, aber durchaus möglich, wie ich es selbst erfahren habe.

Zitat:Chr**ten nennen das vielleicht Liebe. Ich nenne das einen Urzustand.
Ja der Begriff Urzustand gefällt mir auch besser. Der Begriff Liebe ist zuoft, zulange und immernoch gebeutelt, fehlinterpretiert und mißbraucht worden.

Liebe Grüße SIMETRA

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#49
Zitat:- Es ist alles gleich ! - Mit diesem Bewußtsein kann man einen Gleichmut erlangen, der vielleicht als Gefühllosigkeit gedeutet werden kann. Ich denke aber, das Gleichmut die natürlichste Emotion (natürlich ist es auch ein Gefühl, wenn auch ein sehr feines, ohne Sensationen) des Menschen ist.

Aber Gleichmut muß nicht zwangsläufig Desinteresse sein. Gleichgültigkeit (alles hat gleiche Gültigkeit) sagt nicht unbedingt aus, dass man deswegen vor Antriebslosigkeit handlungsunfähig wäre. Obwohl dies ohneweiteres auch (auch über Jahre) zu einem Entwicklungsprozess dazugehören kann.

Es gibt eine natürliche Bewegung im Universum - alles hat den Drang hin zur Liebe. Gemeint ist die universelle Liebe, das Wohlwollen, das Wohlfühlen, das Schmerzvermeiden.

Wenn man das irgendwann verinnerlicht hat, besteht das Gefühl des Gleichmutes, wo alles gleiche Gültigkeit hat, aus tiefer Dankbarkeit und stiller Freude. Die Gefühle, die einem vielleicht im früheren Leben gebeutelt haben existieren nicht mehr. Man kann sie als Erinnerung beschauen oder bei anderen betrachten.

Kurz zur Gleichgültigkeit, denn das ist wirklich ganz einfach:

Alles was mich nichts angeht, das ist mir gleichgültig. Daraus folgt: Ich verhalte mich neutral, mische mich nicht ein, belästige andere nicht mit meiner Meinung usw.

Alles was mir schadet, das wird bekämpft. Also keine Gleichgültigkeit.

Alles was mir nutzt, das wird gefördert. Auch hier eine eindeutig parteiische Einstellung, nämlich für mich selbst. Diese Verhaltensweisen sind gut in der freien Natur zu beobachten und deshalb normal/natürlich. Es ist sicherlich vorteilhaft, das zu kopieren.

Violetta


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#50
Hallo Zoe!

Zitat:Nicht die Kontrolle ( die ja ein Vorhandensein von Emotionen voraussetzt )

Emotionen entstehen niemals in Dir selbst, sondern sind zu 100% auf äußere Einflüsse zurückzuführen. Es geht um die Kontrolle dieser Einflüsse und darum, diese auch abstellen zu können.


Zitat:sondern die Abwesenheit von Emotionen ( bzw. die Unfähigkeit sie wahr zu nehmen ) zieht, meiner Meinung nach, den Verlust von Idealen usw. nach sich.

Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Es gibt Leute, die ihre Emotionen ignorieren – da trifft das wohl noch am ehesten zu, was Du hier sagst. Die völlige Abwesenheit von Emotionen ist hingegen einfach hervorragend, einfach lebenswert – so wie eben alles in der Natur IST. Ohne Emotion, einfach nur SEIN. Das ist die natürliche Art zu leben. Wie kann eine Emotion (oder die Erlangung derselben) für einen Menschen ein Ideal(zustand) sein?


Zitat:Ich denke schon, daß Emotionen der Hauptantrieb für bewußtes Handeln sind. Bei fehlender Kontrolle wird die Emotion jedoch zum Auslöser von Fehlverhalten, sodaß auch Fremdsteuerung Tür und Tor offen stehen, ja sogar regelrecht einläd.

Jede Emotion die ungewollt entsteht, die ist unkontrolliert. Daraus ergibt sich das von Dir beschriebene Fehlverhalten. Siehe unsere heutige Welt. Man hofiert die Emotionen und richtet den Planeten einschließlich sich selbst zugrunde. Jeder Krieg, jede Umweltzerstörung, jeder Mord, jede Bevormundung und jede Gewalttat = alles durch Emotionen ausgelöst. Niemals durch etwas anderes.


Zitat:Tätigkeiten wie Lachen oder Weinen können unabhängig von den üblicherweise zugeordneten Emotionen gewollt ausgeübt werden und sind daher kein verläßlicher Hinweis auf einen bestimmten ( emotionalen ) Zustand.

Der Unterschied ist, daß das Lachen sich auf einer rhythmischen Frequenzlinie bewegt, während sich Emotionen stets auf einer unrhythmischen Frequenzlinie bewegen. Jede kann es spüren, weil sie sich eben wohl fühlt oder "es ihr schlecht geht". Schadenfreude ist damit natürlich nicht gemeint, dem liegt eine andere Emotion zugrunde.


Zitat:Beim Lesen des Forums habe ich immer wieder den Eindruck, daß Kontrolle von Emotion mit Emotionslosigkeit gleich gesetzt wird, was meines Erachtens nach in sich einen Widerspruch darstellte, wenn dem so wäre.

Kontrolle ist schon mal gut. Emotionen nur noch bewußt zuzulassen bzw. nur bei Bedarf zu produzieren, das ist dann schon eine Stufe der Geistbeherrschung weiter. Man muß sich sehr intensiv mit sich selbst und seinem Innenleben beschäftigen, wenn man dem "Geheimnis der Emotionen" auf die Spur kommen will.


Zitat:Ich denke niemand könnte mit Fug und Recht der Tatsache widersprechen, daß Emotionen nicht unkontrolliert Lauf gelassen werden darf.

Es ist leider so, daß die Weltbevölkerung ihre emotionalen Abartigkeiten auslebt und sich in der gemeinschaftlichen emotionalen Dreckgrube suhlt. Aber man muß das ja nicht mitmachen. Schließlich hat man Verstand.


Zitat:Wenn man emotionslos ist, verhält man sich, meiner Erfahrung nach, gar nicht; bestenfalls reagiert man auf äußere Reize und/oder folgt Instinkten, sofern man sie noch hat.

Willst Du sagen, daß z. B. Tiere und Pflanzen keine Lebensfreude hätten oder nur reagieren würden? Jede Pflanze wächst, also agiert sie. Jedes Tier hat ein Ziel vor Augen, also agiert es. Man paart sich und freut sich des Lebens, ohne dabei von irgendwelchen Emotionen belästigt zu werden.

Tatsächlich ist es doch genau umgedreht. Nur Emotionalbündel agieren nicht, sondern reagieren ausschließlich. Sie reagieren nämlich ihre Emotionen ab, die für sie das wichtigste auf der Welt sind. In diesem Moment jedenfalls, wo sie auftreten. Die Leute machen sich zum Sklaven ihrer Emotionen und damit zu Sklaven derjenigen, die diese Emotionen weltweit auslösen und für sich nutzen.

Man stelle sich vor, die wollen Krieg machen und niemand ist wütend genug dazu oder ängstlich genug, um Befehle zu befolgen. Rofl

Grüße von Violetta

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