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Genfood from 'Uncle Sam' makes happy the world
#1
Bush wettert gegen europäisches Importverbot

US-Präsident George W. Bush hat die Europäer aufgefordert, ihren Einfuhrboykott für Gen-Mais und andere genetisch veränderte Agrarprodukte zu beenden. Er machte die europäische Haltung für den Hunger in Afrika mitverantwortlich.


Washington - Das Import-Moratorium der EU hindere afrikanische Bauern daran, die Vorteile genmanipulierter Anbauprodukte zu nutzen und diese für den Kampf gegen den Hunger einzusetzen, sagte Bush vor dem Verband der Biotechnologie (Biotechnology Industry Association) in Washington. Unter dem Applaus der Verbandsmitglieder sagte Bush: "Zum Wohle eines von Hunger bedrohten Kontinents rufe ich die europäischen Regierungen auf, ihre Opposition gegen die Biotechnologie zu beenden."

Bereits im Mai hatten die USA eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen das Import-Moratorium der EU eingelegt. In den USA werden gentechnisch veränderte Mais- oder Sojabohnenarten bereits in großem Maßstab angebaut. Dabei wurden die Pflanzen mit Merkmalen versehen, die sie resistent gegen schädliche Insekten oder Krankheiten machen.

Im kalifornischen Sacramento demonstrierten dagegen 1500 Menschen gegen neue Methoden in der Landwirtschaft. Auf Transparenten hieß es: "Ernährt die Bedürftigen, nicht die Gierigen!" Elf Teilnehmer der Demonstration am Rande einer internationalen Konferenz über neue Anbaumethoden für den Kampf gegen den Hunger in den Entwicklungsländern wurden festgenommen.

US-Landwirtschaftsministerin Ann Veneman warb auf der Konferenz für einen verstärkten Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut. Die Biotechnologie könne auch Kleinbauern helfen, ihre Erträge zu steigern, sagte Veneman vor Landwirtschaftsministern, Gesundheitspolitikern und Wissenschaftlern aus 120 Ländern.

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Natürliche Produkte werden zunehmend vom Markt verdrängt. Es wird die Zeit auf der Erde kommen, in der man keine Generationen von Getreide mehr kennt. In der man nur säer kann, was man von "der Firma" kauft, weil alles andere nicht mehr angeht. Totale Abhängigkeit von der Lebensmittelwirtschaft. Und wenn sich im nachhinein irgendwann das genmanipulierte Zeugs als schädlich herausstellt, wird natürliches Korn nicht mehr existieren. Wer macht da wen abhängig und wer ist wohl für den Hunger der Welt verantwortlich? Die Natur oder die Leute, die sie ausbeuten?

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#2
Was mit den Nahrungsmitteln gemacht wird, ist für mich Teil einer riesengroßen Verschwörung der Nahrungsmittelindustrie (oder sollte man besser Futtermittelindustrie sagen?).

Die Genpflanzen werden das natürliche Gleichgewicht soweit stören, daß immer mehr Arten aussterben werden. Bush macht wieder in billigster Weise Werbung für die Biotech-Industrie und wird seinem Ruf wieder gerecht.

Seine dümmliche, primitive Argumentation treibt einen geradezu auf die Palme. Als ob der Hunger im Afrika durch den Gendreck bekämpft werden könnte. Es ist lächerlich. Die afrikanischen Kolonien waren früher Lieferanten von wenigen Rohstoffen, besonders Kakao, Kaffee, Zuckerrohr. Leider haben es bis heute viel nicht geschafft, von den Monokulturen wegzukommen und echte Nahrungsmittel anzubauen. Dann spielt sicher auch die Wüstenausbreitung der dort überall verbreitete Bürgerkrieg eine Rolle. Immerhin können die Bauern jetzt NOCH ihr Saatgut selber herstellen. Wenn es nach Bush, Monsanto und dem anderen Pack geht, dann darf man jedes Jahr erneut seine Lizenzgebühr bezahlen.


EigenSinnige Frauen
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#3
Noch im März dieses Jahres titelte die dpa mit der Meldung: Zahl der Versuche in grüner Gentechnik EU-weit stark gesunken

Doch ob diese Meldung noch lange dem aktuellen Stand entspricht, ist zweifelhaft. In der EU galt seit 1998 ein De-facto-Moratorium: Keine neuen Gen-Tech-Pflanzen wurden seither zugelassen, bis auf kleine Flächen in Spanien gab es in der EU keinen kommerziellen Anbau von transgenen Pflanzen.

Im Juni wurde dieses Moratorium, auf Druck der USA, jedoch von der EU-Kommission aufgehoben. Für die Verbraucher heißt das, daß künftig mehr gentechnisch manipulierte Lebensmittel in den Regalen der Supermärkte stehen werden.

Aber auch im Öko-Handel kann man sich auf lange Sicht kaum vor transgenen Inhaltsstoffen schützen. So kommt ein Report der EU Kommission zu dem Ergebnis: "Die Produktion von gentech-freien Pflanzen ist nicht möglich in einer Region, in der auch transgene Pflanzen wachsen".

Selbst durch Einhaltung von Sicherheitsabständen zwischen den Feldern könne es zu Verunreinigungen kommen.




Sei!
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#4
Kampagne für Genfood

Greenpeace ist ein brisantes internes Papier des Metro-Konzerns zugespielt worden.

Aus der Gesprächsnotiz geht hervor, dass das größte deutsche Handelsunternehmen gemeinsam mit den Gentechnik-Multis Monsanto und Bayer eine Kampagne für Gen-Nahrung plant. Bei dem Papier handelt es sich um das Protokoll eines Treffens zwischen Metro, Monsanto, Bayer, dem Lobbyverband Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) sowie zwei Werbeagenturen.

Von Monsanto stammen - Greenpeace zufolge - 91 Prozent der weltweit angebauten genmanipulierten Pflanzen. Der Konzern stört sich also naturgemäß an der mangelnden Akzeptanz von Genfood. Die als "Metro-Sitzung" bezeichnete Besprechung wurde von der Managementberatung Dölle zusammengefasst. Wörtlich heißt es darin:
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Anlass des Gesprächs war die gegenwärtige Greenpeace-Kampagne gegen den Metro-Konzern. Metro hat in diesem Zusammenhang bereits ca. 6.000 von Greenpeace gedruckte Postkarten von Verbrauchern erhalten, in denen u.a. aufgefordert wird, auf gentechnisch veränderte Produkte zu verzichten. Darüber hinaus gab es eine gezielte Aktion von Greenpeace Aktivisten im Future Store und an einigen Kaufhofstandorten. Neben der Metro haben sich auch Tengelmann und Aldi bisher nicht dem Druck von Greenpeace gebeugt; sie haben die geforderte Erklärung der Organisation nicht unterzeichnet. Bei zahlreichen Handelsunternehmen wie auch Markenartikelherstellern ist ein Trend auszumachen, GVO Rohstoffe zu substituieren und nicht zu kennzeichnen. Die Frage ist, wie vollständig, ab wann, wie lange zu welchen Kosten dies umsetzbar ist." (Anmerkung: GVO = Genetisch veränderte Organismen)

Metro beabsichtigt "öffentlich keine Versprechungen abzugeben, die mittel - und langfristig nicht zu halten sind (z. B. aufgrund begrenzter Rohstoffe ohne GVO)" Man geht davon aus, dass die Kennzeichnung voraussichtlich ab März 2004 umzusetzen sei und entsprechend kommuniziert werden müsse.
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Vor diesem Hintergrund besteht die Strategie darin, neben Tengelmann und Aldi einige namhafte Markenartikelunternehmen für ein gemeinsames Vorgehen zu gewinnen.

Die in dem Lobbyverband Agricultural Biotechnology in Europe ( ABE)zusammengeschlossenen Gentech-Unternehmen sollen schnellstmöglich ein Konzept erarbeiten, wie zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine zielführende Kommunikation zum Verbraucher aufgebaut werden kann. Dabei sei auch die europäische Dimension zu berücksichtigen und der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) mit einzubinden.

Der BLL verfügt über ein recht aktives Lobbybüro in Brüssel und fungiert als wichtiger Ansprechpartner für Zeitungs- und Fernsehredaktionen in allen Themenbereiche der Ernährung. Er wirbt gerne mit dem Slogan "Transparenz nach innen und außen - die Öffentlichkeitsarbeit des BLL".

Die Metro-Männer haben es offenbar eilig. Heute soll das zu erarbeitende Kommunikationskonzept im Rahmen einer BDH-Sitzung präsentiert werden. Die Bundesvereinigung Deutscher Handelsverbände ( BDH) vertritt die deutschen Handelsverbände. Zu ihr gehört beispielsweise der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels e.V.

Findet das Metro-Konzept die Zustimmung der europäischen Genfood-Lobby Agricultural Biotechnology in Europe soll die Dölle Managementberatung unverzüglich mit der Konzepterarbeitung beginnen. Dieses Konzept müsse u.a. folgende Fragen beantworten:

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Wie werden Endverbraucher bis wann informiert? Mit welchen Argumenten wird gearbeitet? Welche finanziellen Mittel müssen bereitgestellt werden? Welche Medien werden genutzt?

Nach Bekanntwerden der Gesprächsnotiz gab sich die Metro ganz und gar kundenorientiert und erklärte, im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Kennzeichnungsverordnung wolle die METRO Group ihre Kunden frühzeitig und umfassend über die anstehenden Veränderungen informieren:
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... Die METRO Group hat sehr gute Erfahrungen damit gemacht, sich mit möglichst vielen Beteiligten frühzeitig an einen Tisch zu setzen, um Themen der Lebensmittelsicherheit und Verbraucheraufklärung umfassend und verantwortungsvoll zu bearbeiten.(...) An den Kosten für die Information der Kunden wird sich selbstverständlich die Biotechnologie-Industrie beteiligen. Sie ist schließlich diejenige, die Gentechnik in den Handel gebracht hat und bringen wird.

Für Alexander Hissing, Gentechnikexperte von Greenpeace, wird aus der Gesprächsnotiz hingegen deutlich: "Metro macht sich zum Handlanger der Gen-Industrie und täuscht seine Kunden".

Schließlich lehne die große Mehrheit der Verbraucher in Europa Gentechnik im Essen ab.

Wohl deshalb habe Metro noch Mitte September versichert, der Konzern werde auch in seinen Eigenmarken wie "Tip" Gentechnik im Lebensmittelbereich nicht gegen den Verbraucher oder am Verbraucher vorbei durchsetzen.

Zur Metro Gruppe, einem der weltweit größten Handelskonzerne, gehören in Deutschland neben den METRO-Märkten im Lebensmittelbereich auch die Real SB-Warenhäuser, Extra Verbrauchermärkte und die Kaufhof Warenhaus AG

Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#5
Die großen Lebensmittelfirmen Bahlsen, Kölln, Nappo, Meica und die Unternehmensgruppe Tengelmann haben erklärt, dass sie in Zukunft keine Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen einsetzen wollen. Seit Mitte Januar, als der Greenpeace-Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" erstmals erschien, haben damit weitere 28 Lebensmittelproduzenten ihre Haltung zur Gentechnik geändert. Für die erste Auflage des Ratgebers hatten dies bereits zwei Drittel der etwa 450 befragten Firmen in Deutschland versichert.

Nun ist die zweite Auflage des Ratgebers mit den aktualisierten Angaben erschienen. Mit dem Ratgeber des EinkaufsNetzes, der Verbraucherorganisation von Greenpeace, erkennen Konsumenten, auf welche Hersteller sie achten sollten. "Der Erfolg des Ratgebers belegt, wie stark die Verbraucher Genfood ablehnen", sagt Corinna Hölzel vom Greenpeace-EinkaufsNetz.

"Niemand kann am Interesse der Kunden vorbeiproduzieren", warnt Hölzel. "Das werden auch die Firmen erkennen müssen, die bislang nicht auf Gentechnik verzichten wollen." Sie kündigt an, dass das EinkaufsNetz nicht locker lassen werde. "In der dritten Auflage wird die Zahl der gentechnikfreien Firmen weiter gewachsen sein."

Zu den hartnäckigen Verweigerern zählen Hersteller wie der Wurstfabrikant Herta und Milchproduzent Müller-Milch (Weihenstephan, Sachsenmilch). Der Verbraucher weiß bei diesen Firmen nicht, ob die Tiere, die für diese Firmen Eier, Fleisch, Milch liefern, mit Gentechnik gefüttert wurden.

Die Orientierungshilfe für den gentechnikfreien Einkauf wird stark nachgefragt. Die erste Auflage mit 200.000 Exemplaren war nach zehn Tagen vergriffen. Die zweite Auflage umfasst 360.000 Stück. Täglich gehen die Bestellungen dafür ein. Auch Sie können ein kostenloses Exemplar erhalten.

Wir schicken Ihnen den Einkaufsratgeber auch kostenlos zu. Anruf oder E-Mail genügt.
Bestell-Telefonnummer: 040 - 306 180 E-Mail-Adresse: mail@greenpeace.de Bitte vergessen Sie nicht, Ihre Postanschrift anzugeben!

Sei!
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#6
Danke, so ein Heft habe ich schon lange gesucht!
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#7
How Kola!

Hier als PDF-Datei.

<a href='http://www.greenpeace.org/multimedia/download/1/403763/0/Einkaufsratgeber.pdf' target='_blank'>Essensratgeber</a>
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#8
Wie Gentechnik in die Lebensmittelregale reinrutschen wird

Functional Food" wird unsere Ernährung bereichern, in der USA und Japan schon Trend. Hierzulande ansatzweise unter den Namen Wellnessprodukte vermarktet, gibt es bald Nudelsuppen gegen Depressionen, Brot gegen Osteropose. Da nicht offen mit Heilversprechen geworben werden darf, heißen die Produkte, z.B. Gute-Laune-Brot oder "stärkt ihre Leistungsfähigkeit". Den Lebensmittel setzt man einzelne Nährstoffe zu, manche natürlich (Ingwerwurzel), manchmal künstlich. Das Lycopin aus der Tomate, krebsfeindlich, wird aus Erdöl isoliert. Butterkekse in Japan baut man aus zerlegten Fleischbestandteilen zusammen. Das Frühstück-Fernsehen gestern strahlte eine Reportage dazu aus, ohne das jemand sich zu Gentechnik äußerte.

Das Wort ist negativ besetzt. Gentechnik wird mit den neuen Trend "Functional Food" in die Lebnsmittelsmittelregale von Deutschland einziehen. Nicht alles, was "Functional Food" ist, wird gentechnisch verändert sein, logo. So viel Variantenreichtum schafft Chaos in der Orientierung, und die Gentechnik dabei wird nicht auffallen, trotz Kennzeichnungspflicht. Bald wird man das Gefühl haben, mit normalen Lebensmittel ernährt sich der Mensch nicht gesund. Dieses Bild versucht man gerade über die Massenmedien aufzubauen.



Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#9
Hallo Paganlord!

Ich habe neulich in den Nachrichten gehört, daß der Greenpeace Gründer plötzlich für genmanipulierte Nahrung eintritt. Was ist davon zu halten? Ich habe den Artikel mal im Internet gesucht und stelle ihn hier hinein.

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Die Rettung der Menschheit

Der Greenpeace-Gründer hat dazugelernt: Gen-Food ist sicher, kann Millionen ernähren und nützt sogar der Umwelt
von Patrick Moore

Täglich erwachen sechs Milliarden Menschen, die ein essenzielles Bedürfnis nach Nahrung, Energie und materiellen Lebensressourcen teilen. Die große Herausforderung unserer Zeit besteht darin, diese Bedürfnisse so zu befriedigen, dass die negativen Auswirkungen auf unsere Umwelt in Grenzen gehalten werden, zugleich aber ein Modus des Haushaltens gefunden wird, der gesellschaftlich akzeptabel und technisch wie ökonomisch durchführbar ist.


Die Bereitschaft zum Kompromiss und Formen der Zusammenarbeit zwischen Umweltorganisationen, Regierungen, Industrie und wissenschaftlicher Forschung sind eine unerlässliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Politik der Nachhaltigkeit.


Diese Auffassung wurde nicht immer von allen meinen ehemaligen Mitstreitern bei Greenpeace geteilt. Viele Umweltaktivisten haben Konsens und nachhaltige Entwicklung zu Gunsten einer Politik fortgesetzter Konfrontation, des zunehmenden Extremismus und linker Ideologie vernachlässigt.


Heute frisst diese ökologische Revolution ihre Kinder. Denn die Kampagne der Umweltaktivisten gegen Biotechnologie im Allgemeinen und Manipulationen am Erbgut im Besonderen kommt einer intellektuellen und moralischen Bankrotterklärung der Bewegung gleich. Ihre Null-Toleranz-Politik gegenüber einer viel versprechenden Technologie für Mensch und Natur ist ebenso wissenschaftsfeindlich wie antitechnologisch und antihuman.


Die Kommunikation mit Wissenschaftlern, Intellektuellen und Internationalisten haben die Umweltaktivisten längst abgebrochen, und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis auch die Öffentlichkeit und die Medien bemerken, wie unvernünftig ihre Positionen sind.


Im Jahr 2001 hat die Europäische Kommission das Ergebnis von 81 wissenschaftlichen Untersuchungen über genetisch veränderte Nahrungsmittel veröffentlicht. Die Erfahrungen von mehr als 400 Forschungsgruppen und ein Investitionsvolumen von 65 Millionen US-Dollar gingen in diese Untersuchungen ein. Das Ergebnis: Es lassen sich "keine Gefahren für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt erkennen, die über die Risiken konventioneller Pflanzenaufzucht hinausgehen. Im Gegenteil, der Einsatz präziser Technologien und die genaue Kontrolle, denen sie unterliegen, machen genetisch veränderte Produkte wahrscheinlich sogar sicherer als herkömmliche Pflanzen und Nahrungsmittel." Doch ganz offensichtlich lesen meine früheren Kollegen bei Greenpeace keine Tageszeitung.


Die heutige biotechnologische Forschung, die weltweit in Laboren und Feldforschungsprojekten durchgeführt wird, ist ausnahmslos zum Vorteil des Menschen und seiner Umwelt. Jedes einzelne Forschungsprojekt will einen Beitrag zur Verbesserung der weltweiten Ernährung und menschlichen Gesundheit leisten, den Einsatz synthetischer Chemikalien verringern und die Erträge von Forst- und Landwirtschaft erhöhen. Schon deshalb laufen all jene, die sich auf eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Manipulationen am pflanzlichen Erbgut eingeschossen haben und an die Angst vor dem Unbekannten appellieren, Gefahr, den Nutzen der neuen Technologie mutwillig zu unterminieren.


Am Beispiel des "Golden Rice" lässt sich das deutlich illustrieren. Millionen von Menschen in Asien und Afrika leiden unter Vitamin-A-Mangel, unter ihnen zahllose Kinder, von denen jedes Jahr eine halbe Million erblindet. Golden Rice, der ein Narzissen-Gen enthält, das ihn mit Betakarotin, einer Vorstufe von Vitamin A, versorgt, könnte dies verhindern. Doch obwohl nach Aussage von Ingo Potrykus, dem Co-Erfinder des Golden Rice, mittlerweile eine ganze Reihe von Varianten für den landwirtschaftlichen Einsatz zur Verfügung stehen, fürchtet der Schweizer Wissenschaftler, dass es noch mindestens fünf Jahre dauern wird, bis das Produkt das byzantinische System der Nahrungsmittelkontrollen durchlaufen hat, das infolge der gezielten Desinformationskampagne der Umweltaktivisten eingerichtet worden ist. Den Anbau von Golden Rice in Asien und Afrika bis auf weiteres zu verbieten könnte in Konsequenz also bedeuten, dass weitere 2,5 Millionen Kinder ihr Augenlicht verlieren.

Ein humanitäres Produkt wie Golden Rice, der ein harmloses Narzissen-Gen im Reiskorn trägt, birgt keine Risiken; und doch drohen Greenpeace-Aktivisten der Landwirtschaft damit, genetisch veränderte Reispflanzen vor Ort zu zerstören.


Und Golden Rice ist nicht das einzige Beispiel, an dem sich zeigen lässt, wie sehr die Aktivisten die Menschheit mit ihrer Desinformation zum Narren halten. Seit ihrer Einführung in die chinesische Landwirtschaft 1996 ist der Anteil von genmanipulierter Baumwolle im ertragreichen Norden Chinas auf ein Drittel der gesamten Anbaufläche gestiegen und zum bedeutendsten landwirtschaftlichen Exportprodukt des Landes avanciert. Die Besonderheit der so genannten Bt-Baumwolle ist ihre durch Manipulationen am Erbgut ermöglichte Resistenz gegenüber dem Baumwollwurm, der als weltweit gefährlichster Schädling der Pflanze gilt.


Im Juni 2002 kündigte Greenpeace in einer Pressemitteilung die Veröffentlichung eines Berichts über "die umweltschädigenden Folgen chinesischer Bt-Baumwolle" an. In einer für Greenpeace typischen Übertreibung wurde die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht, dass Landwirte, die diesen genmanipulierten Pflanzentyp anbauten, mit "Bt-resistenten Superlarven" zu kämpfen hätten. Ferner seien in einem "Averseffekt" vermehrt Sekundärschädlinge entstanden, "denn durch den Rückgang des natürlichen Schädlings, wird das gesamte Ökosystem der Insekten destabilisiert".


Jede dieser Behauptungen lässt sich entkräften:


- Bt-resistente Superlarven: Der Greenpeace-Report belegt an keiner Stelle, dass es auf freiem Feld tatsächlich zur Entstehung Bt-resistenter Stämme des Baumwollwurms gekommen ist. Die Behauptung stützt sich vielmehr auf ein Laborexperiment, in dem Wurmlarven über längere Zeit mit Bt-Baumwollblättern überfüttert wurden, was einen resistenten Stamm durch natürliche Selektion begünstigt hat. Dennoch behauptet Greenpeace, dass es zur Entstehung Bt-resistenter Wurmstämme im Freiland gekommen sei.


- Zunahme von Sekundärschädlingen: Greenpeace behauptet, dass in Feldern mit Bt-Baumwolle ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Blattläusen, Spinnen und anderen Sekundärschädlingen zu finden sei. Tatsache ist, dass Bt-Bauwolle mit deutlich weniger chemischen Pestiziden auskommt als gewöhnliche Baumwolle, was die Überlebenschancen von Sekundärschädlingen erhöht. Aber für jeden wissenschaftlich Gebildeten ist die erfolgreiche Vermeidung von negativen Folgen für Nichtschädlinge einer der größten Vorzüge der Gentechnologie.


- Destabilisierung des Ökosystems: Diese Behauptung spottet jeder Beschreibung. Angesichts einer Monokultur von Baumwollfeldern von einem "Ökosystem der Insekten" zu sprechen, ist einfach lächerlich; zumal die einzelnen Pflanzen vor der Einführung von Bt-Baumwolle bis zu 17-mal am Tag mit Pestiziden behandelt wurden.


- Landwirte seien gezwungen, auch weiterhin chemische Pestizide einzusetzen. Diese Behauptung ist schamlos, denn natürlich gewährleistet auch Bt-Baumwolle keinen hundertprozentigen Schutz vor Schädlingen. Um ihre Pflanzen vor Sekundärbefall zu schützen, setzen Landwirte, die Bt-Baumwolle anbauen, Pestizide vor allem während der Wachstumsphase ein. Und dennoch stellen die Professoren Shirong Jia und Jufa Peng vom Nationalen chinesischen Komitee für Umweltsicherheit fest, dass es infolge des Anbaus von Bt-Baumwolle "zu einem beträchtlichen Rückgang von 70 bis 80 Prozent beim Einsatz chemischer Pestizide gekommen ist".

Der Greenpeace-Bericht über Bt-Baumwolle ist ein klassisches Beispiel für die Instrumentalisierung von "Wissenschaft" zum Zwecke der Desinformation. Auch mit anderen Aktionen hat Greenpeace zuletzt unter Beweis gestellt, dass eine Null-Toleranz-Politik gegenüber jedweder Form von gentechnischer Manipulation nur um den Preis der Wahrheit zu haben ist.


Um die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen, behaupteten zum Beispiel hungerstreikende Greenpeace-Anhänger auf den Philippinen im Mai des vergangenen Jahres, dass die bevorstehende Einführung von Bt-Baumwolle im Süden des Inselstaats zu "Millionen von Toten, Erkrankung von Kindern, einem Anstieg der Krebserkrankung und Deformationen" führen würde. Auch in Indien gelang es Gegnern der Biotechnologie über einen Zeitraum von sechs Jahren, die Einführung gentechnisch veränderter Pflanzen zu verhindern. Erst ein Protestmarsch von Bauern, die im Bundesstaat Gujarat seit 2001 illegal Bt-Baumwolle angebaut hatten und trotz des großen Erfolgs zur Vernichtung ihrer Pflanzen aufgefordert wurden, führte zur Wende. Im März 2002 wurde Bt-Baumwolle in Indien für den Anbau zugelassen.


Dass es den Befürwortern der Gentechnologie bis heute nicht gelungen ist, die Debatte für sich zu entscheiden, liegt vor allem an ihrem verhaltenen Auftreten. Während Umweltaktivisten mit harten Bandagen kämpfen, weist die Biotech-Fraktion sanftmütig auf den Nutzen der neuen Technologie für Gesundheit und Umwelt hin. Doch eine Politik weicher Bilder und verhaltener Sprachregelung ist keine geeignete Strategie, um den Verbrauchern die von Greenpeace und anderen Umweltverbänden geschürte Angst vor "Frankenstein-Nahrung" zu nehmen. Eine Werbekampagne, die drastische Bilder von blinden Kindern in Afrika zeigt, auf die Problematik des Vitamin-A-Mangels, die Vorzüge von Golden Rice und die verantwortungslose Blockadepolitik von Greenpeace hinweist, ist vorstellbar. Gleiches gilt für einen Werbespot, der mit grafischen Mitteln deutlich macht, wie es im konventionellen Pflanzenanbau zu Bodenerosion und Schlackebildung kommt, während der Anbau genveränderter Sojabohnen die Böden erhält.


Was wäre, wenn eine weithin bekannte Persönlichkeit, die großes öffentliches Ansehen genießt, die Schirmherrschaft über eine solche Werbekampagne übernähme? Würde das nicht zwangsläufig Einfluss auf die öffentliche Meinung nehmen? Die Interessenvertreter der Biotechnologie müssen ihre Öffentlichkeitsarbeit von Grund auf überdenken und ihr Anliegen in den Medien deutlicher artikulieren. Denn erst dann wird sich im Kampf um die Köpfe und Herzen der Menschen das Blatt zu Gunsten der richtigen Sache wenden.


Patrick Moore gründete in den 1970er-Jahren Greenpeace. Heute leitet er die Beratungsagentur Greenspirit Strategies


Artikel erschienen am 22. Feb 2004


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#10
Liebe R.!

>Täglich erwachen sechs Milliarden Menschen,

Bereits am Anfang des Textes wird die Wurzel allen Übels beschrieben. Die Überbevölkerung. Soviel Mensch verkraftet der Planet einfach nicht. Deshalb muß ein Geburtenstop die Erdbevölkerung drastisch reduzieren.

Jetzt zum Greenpeace-Gründer Patrick Moore.


1. Man darf dabei nicht vergessen, wer Patrick Moore war und ist: Er war direkter Konkurrent von Taggart - die beiden schieden im Streit und Moore trennte sich von Greenpeace, weil er selber gerne Chef dieses "Unternehmens" geworden wäre, Taggart ihn jedoch wegbiß!

Nun schlägt er sich auf die ebenso lukrative Seite der Holzindustrie und führt eine Kamapgne gegen Greenpeace - ebenso ideologisch verblendet, wie es Greenpeace-Gegner der Organisation immer vorhalten. Es scheint außerdem, Moore wäre im Alter noch etwas korruptionalisiert worden. .-)


2. Man kann diesen "Gemischtwarenladen" (Greenpeace) durchaus kritisch betrachten, und daher wird es immer Kläffer wie das Autorenteam Maxeiner/Miersch geben, die bares Geld mit ihren Anti-Greenpeace Kampagnen verdienen.


Ich sende Dir unsere Grüße



Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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