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Gentechnik Neuigkeiten
#1
Gesundheitsgefahr durch Agro-Gentechnik?

Ein GAU ist der Größte Anzunehmende Unfall. Ein Super-GAU ist ein Unfall, den „niemand“ annehmen konnte. Die Gentechnik-Befürtworter nehmen an, dass bei Genfood nicht viel passieren kann. Weil noch nicht „viel“ passiert ist.

KEINE GEFAHR
Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften stellt fest, dass es sich bei der grünen Gentechnik beim jetzigen Stand der Wissenschaft um keine Technologie handelt, die als Risiko-Technologie einzustufen wäre: Zwischen 1997 und 2005 wurden weltweit auf mehr als 453 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, ohne dass negative Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und Tier dokumentiert werden konnten. Ähnlich ist der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter überzeugt: „Im bisherigen weltweiten Anbau haben die Produkte der grünen Gentechnik die in sie gesetzten Erwartungen voll erfüllt. Sie haben keinerlei Hinweise auf schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gezeigt.“

RISIKO UNKLAR
Rattensterben: Russische Wissenschaftler machten die Erfahrung, dass 55 Prozent einer Gruppe mit Gensoja gefütterter Ratten innerhalb von drei Wochen nach der Geburt starben. Die Sterberate in der Kontrollgruppe habe bei nur neun Prozent gelegen. Auch britische Ratten vetrugen keinen Genmais. Ihre Blutwerte stürzten ab.

Doch Krebs? Bei Mäusen, die mit der gentechnisch veränderten Roundup-Ready-Sojabohne gefüttert wurden, traten erst nach 120 Tagen Effekte auf. Dichtgepackte und vergrößerte Zellkerne der Leber wiesen auf Vorstadien von Krebszellen hin. Lebenslange Untersuchungen erscheinen daher ebenso notwendig, wie Studien über mehrere Generationen, um die Auswirkungen auf Fortpflanzungszellen zu erforschen.

Bt-Toxin in Boden, Tier und – Mensch? Das Gift-Gen des Bacillus thurigiensis soll Mais und Baumwolle gegen Schädlinge schützen. Laut einer Studie von Greenpeace reichert sich das Bt-Toxin aus genmanipulierten Pflanzen im Boden und in der Nahrungskette an – im Gegensatz zum natürlichen Gift des Bacillus thurigiensis. Das Bt-Toxin soll sich nach wenigen Minuten im Magen auflösen. Bei Schweinen konnte das Toxin jedoch im gesamten Darmbereich und im Kot nachgewiesen werden. Bei Mäusen löste es eine Immunantwort aus – ein potenzielles Allergierisiko.

Nahrungsgene in der Blutbahn? Entgegen bisherigen Erwartungen gehen Bruchstücke von Gene aus Nahrungsmitteln in die Blutbahn, ins Lymphsystem und in einzelne Organe über und können auch in der Kuhmilch und im roten Schweinefleisch nachgewiesen werden. Nahrungsmittel von Tieren, die genverändertes Futter bekamen, sind also nicht sicher frei von Rückständen. Nahrungsgene können außerdem beim Menschen weit stärker auf die körpereigene DNA einwirken als bisher angenommen. Damit sind drastische Funktionsstörungen von Zellen und Organen, durch für den menschlichen Organismus bisher unbekannte Nahrungsgene, nicht auszuschließen.

Mehr Fehlgeburten? Ein wesentliches Ziel gentechnischer Veränderungen an Nutzpflanzen ist der Einbau einer Toleranz gegen Totalherbizide (Wirkstoff Glyphosat). Diese Toleranz der Genpflanzen ist geradezu eine Voraussetzung dafür, Totalherbizide nicht nur vor der Aussaat, sondern auch während der Wachstumsphase der Pflanzen einsetzen zu können und damit seinen Absatzbereich ebenso zu erweitern wie den Eintrag in die Nahrungskette. 75 bis 80 Prozent aller heute gebräuchlichen gentechnisch veränderten Pflanzen tolerieren den Wirkstoff Glyphosat. In einem Greenpeace-Interview machte der französische Professor für Molekularbiologie, Gilles-Eric Seralini, auf Untersuchungen aufmerksam, laut denen Glyphosat problematisch sei für die menschliche Gebärmutter.

Fazit:
Gesicherte Hinweise auf akute Vergiftungen oder Allergien durch Genfood liegen bisher nicht vor. Jedoch sind die Auswirkungen eher langfristig und er- strecken sich ggf. über Generationen. Da transgene Pflanzen nicht mehr aus der Natur zurückgeholt werden können, ist das Risiko unkalkulierbar. Kurzfristig besteht konkrete Gesundheitsgefahr durch Totalherbizide, deren Einsatz durch transgene Pflanzen ermöglicht und bezweckt wird.

Spart Agro-Gentechnik Pestizide ein?
Transgene Pflanzen sind ein Beitrag zur Ökologie, argumentieren die Anbieter, weil sie den Insektenschutz eingebaut haben und daher Insektizide eingespart werden können.

ÖKOLOGISCH WERTVOLL
„Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen“, sagt die Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche, „können insbesondere den Einsatz von Pflanzenbehandlungsmitteln reduzieren.“ Auch die Gentechnikexpertin der FDP, Ch**stel Happach-Kasan, ist überzeugt, dass der in Deuschland seit knapp zwei Jahren für die kommerzielle Nutzung zugelassene Bt-Mais eine „naturschutzfreundliche Alternative zur Bekämpfung des Schadinsekts (Maiszünsler,Anmerkung der Redaktion) ist.

NICHT AUF DAUER
Unkraut wird resistent: „Entgegen allen Versprechungen“, bilanziert das Münchener Umweltinstitut, „ist eine Verminderung des Pesitizid-Einsatzes nicht zu beobachten“. Lediglich in den ersten Jahren des Anbaus ließen sich Rückgänge belegen – „wenn überhaupt“. Danach seien sogar Steigerungen in der Pestizid-anwendung zu beklagen. Hauptgrund ist die zunehmende Resistenz der Acker-(un-)kräuter gegen Totalherbizide, die überhaupt nur im Zusammenhang mit dagegen widerstandsfähig gemachten, genmanipulierten Nutzpflanzen in großem Maßstab eingesetzt werden können. Die Kräuter werden widerstandfähiger, passen sich an die Chemikalien an, trotzen ihnen letztlich. In Nordamerika werden deswegen nach Erkenntnissen des Instituts inzwischen „zunehmend hochgiftige, alte Pestizide oder Pestizid-Cocktails eingesetzt“.

Fazit:
Nur kurzfristig, wenn überhaupt, werden Insektizide eingespart, wenn diese in die Pflanzen selbst eingebaut werden. Mittelfristig nimmt der Bedarf eher zu. Der Einsatz von Totalherbiziden nimmt in jedem Fall zu.

Quelle: Schrot&Korn September 2007
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#2
Schafft Agro-Gentechnik Arbeitsplätze?

Kanzlerin Merkel und Forschungsministerin Schavan sind sich einig: Agro-Gentechnik ist ein Wirtschaftsfaktor und bietet Arbeitsplatzpotenzial

VIEL POTENZIAL
Allein das Pflanzenbiotechnologie-Unternehmen BASF Plant Science beschäftigte derzeit rund 600 Mitarbeiter. Der Konzern will in den nächsten drei Jahren 270 Millionen Euro in diesen Bereich investieren. Viele Arbeitsplätze allerdings, glaubt Jens Katzek, Vorstandsmitglied des Branchenverbands der Biotechnologiefirmen BIO Deutschland, würden erst in der Zukunft entstehen. Haupthemmnis: das derzeitige Gentechnikgesetz. Es behindere diese Branche.

DEFINITIV NICHT
Ein paar Hundert Arbeitsplätze: Die Carl-von-Ossietzky-Universität behauptet, dass im Bereich der Agrar-Gentechnik in Deutschland gerade 40 bis „deutlich unter 500 belegbare“ Arbeitsplätze bestehen. Das deckt sich mit Angaben des Statistischen Bundesamtes von 2004 und der Wirtschaftsberatung Ernst & Young. Sie waren auf 202 Stellen in sieben Firmen gekommen, die aber auch konventionell züchten.

Jobvernichtung? Jobs könnten durch die Gentechnik auch vernichtet werden. Der Babykosthersteller Hipp erwägt, Anbau und Produktion nach Österreich oder in die Schweiz zu verlagern, die gentechnikfreie Produktion eher ermöglichen. In der Bio-Branche sind über 100 000 Arbeitsplätze in Gefahr, wenn Bioware kontaminiert wird.

Fazit:
Das Arbeitsplatzpotenzial durch Agro-Gentechnik ist sehr gering, hoch hingegen die Gefahr, dass Arbeitsplätze in der Bio-Branche und der konventionellen Landwirtschaft durch Kontaminationen gefährdet werden.

Ausbreitung von transgenen Pflanzen kontrollierbar?

Auch wer genmanipulierte Pflanzen an sich nicht für gefährlich hält, möchte vielleicht die Wahl haben, ob Genfood auf seinem Tealler landet oder nicht.

KOEXISTENZ MÖGLICH
Professor Wilhelm Eberhard Weber, Universität Halle-Wittenberg, in der Zeitschrift Mais, 2006: „Die jetzt vorliegenden Ergebnisse bestätigen, dass es keinen Anlass gibt, bei Einhaltung der „Guten fachlichen Praxis“ an der Einstufung der benachbart erzeugten Körnermaispartien als konventionell und nicht-kennzeichnungspflichtig zu zweifeln. Koexistenz im Anbau von gentechnisch verändertem und konventionellem Mais unter hiesigen Bedingungen und landwirtschaftlichen Strukturen ist machbar.“

BISHER NICHT
Genmais büxt aus: Die genmanipulierte Futtermaissorte „StarLink“ wurde von vornherein wegen Allergiegefahr nicht als Lebensmittel zugelassen, ist jedoch nicht mehr aus der Nahrungskette rückholbar. In den USA hat sich „StarLink“ in Nahrungsmitteln so breitgemacht, dass der Geschäftsführer des Pharma- und Chemiekonzerns Aventis, John Witrich, glaubt, das StarLink-Problem sei nie aus der Welt zu schaffen. Die Staatsgrenzen der USA waren keine Hürde für das bedenkliche Gen, es wurde sogar in Exportware für Asien gefunden. <span style='color:red'>Aventis Crop Science wurde inzwischen von Bayer übernommen.

Unkontrollierter Anbau in Deutschland? Im Juni 2007 fand Greenpeace in Brandenburg ein 27 Hektar großes Feld mit dem Genmais MON810, der nicht im Standortregister gemeldet war, was laut Gentechnikgesetz aber vorgeschrieben ist. Derselbe Erzeuger baut entgegen behördlichen Vorschriften Genmais auch in der Nähe eines Naturschutzgebietes an.

Minister Seehofer äußerte in einem Gespräch mit Schrot&Korn im Juni 2007 den Verdacht, dass Gentechnik-Saatgut-firmen auf Informationsveranstaltungen kostenlose Proben mit Genmais abgeben würden. Er zeigte sich besorgt, denn die gesetzlich vorgeschriebene Genehmigung und Überwachung des Anbaus werde so unterlaufen.

Gefahr für Genreservoire: Besonders riskant ist die Ausbreitung von manipulierten Genen in den Ursprungsregionen unserer Kulturpflanzen, den „Zentren der Vielfalt“. Die Landwirtschaft braucht auch heute diese Vielfalt mit ihren genetischen „Reserven“, um deren Eigenschaften auf Kulturpflanzen zu übertragen. Mit den Zentren der Vielfalt ist daher auch die globale Ernährung bedroht. In Mexiko, der Ursprungsregion des Maises und anderer Kulturpflanzen, wurden erhebliche Verunreinigungen durch Genmais festgestellt. Obwohl in Mexiko seit 1998 keine genmanipulierten Maissorten mehr angebaut werden dürfen, fanden Wissenschaftler manipuliertes Erbgut in traditionellen Maissorten.

Illegaler Genreis weltweit: Der gentechnisch veränderte Reis LLRice 601 der Firma Bayer ist noch gar nicht auf Risiken geprüft und darf weltweit weder angebaut, noch als Nahrungsmittel verkauft werden. Dennoch findet er sich Anfang 2006 in 20 % der untersuchten Proben von amerikanischem Langkornreis – weltweit und auch in deutschen Supermarktregalen. In Europa enthielt jede fünfte Reisprobe Spuren von Genreis.

Fazit:
Die derzeitigen Gesetze und Gesetzesvorhaben haben nicht das Ziel, Kontamination zu vermeiden sondern nur zu minimieren und per Grenzwert aus der Welt zu schaffen. Damit wäre einer schleichenden oder eher galloppierenden Kontamination Tür und Tor geöffnet. Schon jetzt sind aber Illegalität und Schlamperei die größten Quellen für undeklariertes Genfood auf dem Teller.

Quelle: Schrot&Korn September 2007
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#3
Agro-Gentechnik gegen Hunger und Mangel?

Transgene Pflanzen könnten auf versalzten Böden oder in extremer Trockenheit gedeihen oder einen besonders hohen Gehalt an Inhaltstoffen haben und so Mangelernährung ausgleichen.

EINE CHANCE
Die Erfindung ist verblüffend: Schweizer Wissenschaftlern ist es im Jahr 2000 mit gentechnischen Verfahren gelungen, einen mit dem Vitamin A angereichterten Reis zu entwickeln. Die daran geknüpfte Hoffnung: Dieser Reis, heute wegen seiner gelben Farbe „Golden Rice“ genannt, könnte vor Vitamin-A-Mangelerkrankungen schützen wie etwa Erblindung. Weitere Prophezeiungen der Forscher richten sich gegen den Hunger der Welt: Trockenresistente Pflanzen könnten Ernährungsprobleme reduzieren helfen, insgesamt die Ernten mit Gentechnik besser ausfallen als ohne.

FALSCHE LÖSUNG
Schlechtere Ernten mit Gentechnik: Nach Ansicht des Umweltinstituts München gibt es bis heute keine Sorte, die auf höhere Erträge hin gentechnisch verändert wurde. Stattdessen verweist das Institut auf amerikanische Erkenntnisse, wonach im Soja-Anbau mit sechs bis zehn Prozent und im Rüben- sowie im Rapsanbau mit fünf bis acht Prozent Mindererträgen zu rechnen sei. In Indien habe es regelrechte Ertragseinbußen beim Anbau transgener Baumwolle gegeben. Eine Vergleichsstudie aus Ägypten zeige, so die Fachautorin Brigitte Zarzer in ihrem Buch „Einfach Gen:ial“, dass der ökologische Anbau von Baumwolle (in einer Mischkultur mit Basilikum, Chili, Pfeffer und Zitronengras) einen „teilweise sogar höheren“ Ertrag lieferte als der Anbau von Genbaumwolle. Zarzer: „Die biologisch bestellten Felder wiesen einen signifikant niedrigeren Schädlingsbefall auf. Die Nützlingspopulation war höher.“

Goldener Reis: Greenpeace-Aktivist Ch**stoph Then nennt den Golden Rice „überflüssig“. Der Anteil des Beta-Carotins (Vorstufe von Vitamin A) könne auch durch herkömmliche Züchtung erhöht werden. Überdies gebe es genug Pflanzen mit einem hohen natürlichen Beta-Carotin-Gehalt. Zum Beispiel rotes Palmöl, Karotten, Süßkartoffeln, Mango, Papaya, Wassermelonen. Eine Studie zeigt, dass tägliche 75 Gramm des indischen Spinats für eine ausreichende Vitamin-A-Versorgung ausreichen. Dieser Spinat ist preiswert und kann ganzjährig angebaut werden.

Zuchtziel: Abhängigkeit! Der Gentechnikkonzern Monsanto führt Prozesse wegen Patentverletzung gegen Bauern in Kanada, Indien und Indonesien, auf deren Felder unverschuldet transgene Pflanzen gefunden wurden. Bei der EU liegt ein Antrag vor, in solchen Fällen sogar das Strafrecht anzuwenden.

Die Terminator-Technologie hat Pflanzen zum Ziel, die keinen keimfähigen Samen produzieren, sodass die Bauern das Saatgut nicht mehr selbst vermehren können. Die gebräuchlichen transgenen Nutzpflanzen wurden vor allem mit dem Ziel entwickelt, die Bauern an die Pestizide der gleichen Konzerne zu binden. Schlechte Qualität und Menge der Gensaat-Ernten und die wirtschaftliche Abhängigkeit von den Konzernen trieb Bauern in Indien in den Selbstmord, in Indonesien kam es zu Aufständen.

Hunger ist ein Machtproblem Umwelt- und Entwicklungshilfegruppen sehen in der Gentechnik generell keinen Beitrag zum Abbau des Hungers in der Dritten Welt. Es sei genug Nahrung da, sie sei nur schlecht verteilt.

Fazit:
Die Praxis der Gentechnikkonzerne spricht nicht dafür, dass ihnen das Wohl der Bauern am Herzen liegt. Vielmehr scheint das Ziel zu sein, die Bauern in größere Abhängigkeit zu bringen. Gerade in der Dritten Welt gibt es bereits extrem schlechte Erfahrungen mit dem „Segen“ der Agro-Gentechnik.

Keine Haftung für Agro-Gentechnik?

Agrar-Gentechnik, absichtlich verwendet, muss in jedem Fall gekennzeichnet werden. Bei „zufälligen und unvermeidbaren Verunreinigungen“ hingegen gilt ein Schwellenwert – und der gilt auch für die Haftung.

DER MINISTER
„Bezüglich der Haftung bleibt es bei den bestehenden Regeln, die ich vorgefunden habe und die im Übrigen gut sind“, sagt Landwirtschaftsminister Seehofer im Juni 2007 im Interview mit Schrot&Korn. „Ich sehe keinen Sinn darin, Kennzeichnung und Haftung zu trennen.“

Mit diesem Satz begründet der Minister, dass Gentechnikbauern für Verunreinigungen auf Nachbarfeldern erst über der Kennzeichnungsgrenze von 0,9 % haften. Wenn gentechnikfrei wirtschaftende Bauern ihren Kunden eine geringere oder gar keine Verunreinigung zusicherten, sei das ein Privatvertrag, aus dem sich keine Haftung gegen den Gentechnikbauern begründen lasse. Das Gesetz hat eine kleine Hintertür, die es vielleicht doch ermöglicht, dass auch Verunreinigungen unter 0,9 % in manchen Fällen schadensersatzwürdig werden. Das wird an den Gerichten ausgekämpft werden müssen. Das Gesetz liefert jedenfalls keine Rechtssicherheit, dass Schäden auch entschädigt werden, gerade im Bereich der geringen Verunreinigungen, die den Hauptteil der Schäden ausmachen werden.

KRITIKER
Koexistenz möglich? Der Naturschutzbund Deutschland, NABU, fordert, „dass die Haftung so geregelt wird, dass sie die konventionellen und ökologisch wirtschaftenden Betriebe wirksam in ihrer Existenz schützt. Gentechnikfreiheit muss von denjenigen garantiert werden, die den Nutzen aus dem Anbau ziehen. Die Analysekosten auf gentechnische Verunreinigungen sind von den GVO-Anbauern zu zahlen, und nicht von den potenziell Geschädigten. Die Grundlage der Existenz der ohne GVO wirtschaftenden Betriebe muss so geschützt werden, dass diese ihre privatwirtschaftlichen Verträge mit der abnehmenden Hand, welche Grenzwerte deutlich unter 0,9 % fordert, erfüllen können.“

Bauern einig: Ähnlich lauten die Forderungen praktisch aller bäuerlichen und Umweltorganisationen. Schon seit geraumer Zeit haben Bauern gar nicht mehr die Wahl. Ihre Kunden bestehen in den allermeisten Fällen auf 0 % Gentechnik. Dafür müssen die Bauern in den Abnahmeverträgen nicht selten mit Hab und Gut haften. Tritt der Schadensfall ein und liegt unter 0,9 % Verunreinigung, haben sie keine Möglichkeit, die Haftung an die Verursacher weiterzugeben. Da bisher in Deutschland nur Genmais in nennenswerter Menge gewerblich angebaut wird, ist die Hauptquelle für Verunreinigung in Verpackungs-, Transport- und Verarbeitungseinrichtungen zu suchen. „Schon jetzt besteht ein erhebliches Problem, genfreies Soja als Tierfutter zu bekommen, weil es in denselben Mühlen verarbeitet wird wie Gensoja“, beklagt Bioland-Vorstand Thomas Dosch.

Bio-Anerkennung futsch: In Niedersachsen hat Anfang 2007 ein Bio-Schweine-Züchter die Bio-Anerkennung verloren, weil im Öko-Tierfutter Spuren von Gensoja gefunden wurden. Der Bio-Bauer klagte vergeblich dagegen mit der Begründung, er habe von der gentechnischen Veränderung des Futters im Zeitpunkt der Fütterung keine Kenntnis gehabt. Und: Wenn nur 2,4% der Sojabohnen gentechnisch verändert seien, aber nur 1,7% Sojabohnen im Futter seien, ergebe sich ein Gesamtanteil von 0,04 % gentechnisch veränderten Materials im Futter. Dieses sei auch nur über einen kurzen Zeitraum verfüttert worden. Könne er seine Schweine nicht als Öko-Schweine vermarkten, entstehe ihm ein Schaden von 125000 bis 130000 Euro.

Ähnliches passierte auch Bio-Geflügelbetrieben in Holland und Italien. Das Problem ist kein „Bio-Problem“, auch konventionelle Erzeuger müssen Gentechnikfreiheit zunehmend garantieren und deswegen ggf. Einbußen hinnehmen.

Fazit:
Die Haftungsfrage entscheidet darüber, ob weiterhin gentechnikfrei gewirtschaftet werden kann oder nicht. Wenn Schäden von der Haftung ausgeschlossen werden, tragen die gentechnikfreien Bauern das Risiko und nicht die Verursacher. Mit dem Schwellenwert von 0,9 % Verunreinigung wird eine flächendeckende Grundverunreinigung geduldet.

Quelle: Schrot&Korn September 2007
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#4
Absolutes Desaster“
Der britische Thronfolger Prinz Charles warnt davor, Gentechnik in der Landwirtschaft einzusetzen.

Die multinationalen Konzerne betrieben „ein gigantisches Experiment mit der Natur und der ganzen Menschheit, das völlig schiefgegangen ist“, sagte Charles. In einem Interview mit dem Daily Telegraph prangerte der britische Thronfolger vor allem die Abhängigkeit von solchen „gigantischen“ Konzernen an, die in einem „absoluten Desaster“ enden werde. Der als Ökolandwirt bekannte Prinz wies vor allem auf die Folgen für Kleinbauern in Entwicklungsländern hin. Sie seien die Opfer, wenn die großen Konzerne die Lebensmittelproduktion übernehmen: Millionen Kleinbauern würden von ihrem Land verjagt und müssten in den Slums der Städte ums Überleben kämpfen. Prinz Charles kritisierte auch die Politik der britischen Regierung, die seit dem Jahr 2000 mehr als 50 Genanbauversuche genehmigt hat. ml

Quelle: Schrot&Korn
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#5
Erfolgreiche Kampagne: Deutschland stimmt in der EU für Genmais-Verbote

Österreich und Ungarn dürfen auch künftig den Anbau von Genmais verbieten. Das entschieden die EU-Umweltminister mit der nötigen Zweidrittelmehrheit. Damit ist die EU-Kommission zum dritten Mal mit dem Versuch gescheitert, die Anbauverbote zu kippen. Deutschland hatte zugunsten von Österreich und Ungarn gestimmt und damit den Ausschlag gegeben.

Mit Ausnahme von Finnland, Estland, Großbritannien, der Niederlande und Schweden votierten alle Staaten gegen die Pläne der EU-Kommission. Eine derart breite Unterstützung galt noch vor wenigen Tagen als unwahrscheinlich. Doch europaweit hatten Gentechnik-Kritiker die Minister mit Appellen und Protest-Mails überhäuft. Allein im Rahmen der Aktion Gentechnik-Alarm des Informationsdienstes Gentechnik hatten 15.000 Menschen an die Minister Gabriel und Aigner geschrieben. Österreichs Umweltminister Niki Berlakovich freute sich: „Es ist für mich so, als ob Österreich Fußball-Europameister geworden wäre.“

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sagte, es sei nicht einzusehen, warum die EU die Bürger gegen sich aufbringen sollte, nur um den Interessen eines US-Konzerns zu dienen. Zudem habe er Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner den Rücken stärken wollen in der Debatte über Genmais. „Ich kann mir nicht vorstellen, über gentechnikfreie Zonen zu reden, aber gentechnikfreie Länder nicht zuzulassen.“

Damit hat Gabriel den Druck auf seine Ministerkollegin erhöht. Deren Beamte hatten sich eine Woche zuvor bei der Abstimmung über die Zulassung zweier neuer Genmaissorten für den Anbau der Stimme enthalten. Die Minsterin begründete dies mit der gentechnikfreundlichen Haltung von Forschungs- und Wirtschaftsministerium, die man habe berücksichtigen müssen. In einigen Wochen haben die Agrarminister der EU das Thema auf der Tagesordnung. In Deutschland dagegen hatte die Ministerin angekündigt, die Zulassung für den bereits erlaubten Genmais MON 810 zu überprüfen. „Landwirtschaftministerin Ilse Aigner muss jetzt mit ihrer Ankündigung Ernst machen und die nötigen Schritte zum Verbot des Anbaus von MON 810 auch in Deutschland unternehmen.“, kommentierte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) „Das darf aber nicht nach der Seehofer-Methode erfolgen, sondern muss rechtzeitig vor der Aussaat geschehen!“ Der damalige Landwirtschaftsminister Horst Seehofer hatte 2007 den Anbau kurzzeitig untersagt, was allerdings wirkungslos blieb, da das Verbot erst kurz nach der Aussaat erfolgte.

Quelle:http://www.genfoodneindanke.de/wp/2009/03/03/erfolgreiche-kampagne-deutschland-stimmt-in-der-eu-fur-genmais-verbote/
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#6
Gen-Mais: Verunreinigte Vielfalt in Mexiko

Mexiko ist die Wiege des Maisanbaus und das Land mit der größten Vielfalt an Mais-Sorten. Obwohl der Anbau von Gen-Mais dort seit 1998 verboten ist, haben Wissenschaftler dort Erbgut von gentechnisch veränderten Maissorten gefunden.
Das Team um die Molekularbiologin Elena Alvarez-Buylla von der Universität von Mexiko-Stadt untersuchte fast 2000 Proben aus der Region Sierra Juarez. Etwa ein Prozent davon enthielt Erbgut-Sequenzen, die nur in gentechnisch veränderten Maissorten vorkommen.
Dass die fremden Gene aus den USA nach Mexiko geflogen sind, ist unwahrscheinlich, da Maispollen schwer sind und nur 24 Stunden lang fruchtbar. Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin bei Greenpeace, vermutet, dass die Verunreinigungen aus Gen-Mais stammen, der in mexikanischen Supermärkten als Nahrungsmittel verkauft wird. Denn während der Anbau verboten ist, hat Mexiko den Import genmanipulierter Maissorten erlaubt. Das Land führt jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen davon aus den USA ein. Eine weitere Erklärung wäre, dass Bauern in Mexiko den aus den USA stammenden Gen-Mais illegal anbauen und es dadurch zu Verunreinigungen anderer Maissorten kommt.
Bereits 2001 hatten zwei amerikanische Forscher Maisproben aus Mexiko untersucht und fanden darin Erbgut von Gen-Mais, wie er auf Millionen Hektar in den USA angebaut wird. Die damals in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie wurde von der Gentechnik-Lobby massiv unter Beschuss genommen. Die neuen Funde werden die alte Debatte wieder anheizen, schreibt Nature.

Quelle: http://www.genfoodneindanke.de/wp/2009/03/03/gen-mais-verunreinigte-vielfalt-in-mexiko/
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#7
Kritik an Gentechnik
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat sich in einem Positionspapier kritisch zur Gentechnik geäußert.

Wegen der in den vergangenen Monaten weltweit dramatisch gestiegenen Nahrungsmittelpreise ist von interessierter Seite immer wieder auch der Einsatz von transgenen Pflanzen gefordert worden. Jetzt hat das BfN ein Positionspapier vorgelegt, in dem diskutiert wird, ob Genpflanzen tatsächlich dafür sorgen könnten, den Hunger auf der Welt zu reduzieren oder gar abzuschaffen, und welche Risiken aus Naturschutzsicht damit verbunden sind.

„Der Anbau transgener Pflanzen ist hoch umstritten und ein nachhaltiger Nutzen bisher nicht nachgewiesen. Aus ökologischer und naturschutzfachlicher Sicht ist größte Zurückhaltung geboten“, sagt die Präsidentin des BfN, Prof. Dr. Beate Jessel. Alternative naturverträgliche Lösungsansätze stünden vielfach bereits zur Verfügung und deren weitere Unterstützung in Forschung, Ausbildung und Politik müsse gefördert werden. ml

Quelle: Schrot&Korn
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#8
Gentech-Reis keine Wunderwaffe
Genreis sollte „das Mittel“ gegen Vitamin-A-Mangel in südlichen Ländern werden. Die Gentechnik-Industrie konnte ihre Heilsversprechen jedoch bislang nicht halten.

Eine Recherche der Verbraucherrechtsorganisation Foodwatch belegt: Wesentliche Fragen zur Qualität und Sicherheit von „Golden Rice“ sind ungeklärt. Vitamin-A-Mangel führt zur Erblindung, oft sogar zum Tod. Bis zu 250000 Kinder sterben nach WHO-Schätzungen jährlich. 1999 wurde die erste Generation des „Golden Rice“ vorgestellt. Durch Gentechnik ist sie mit Carotinoiden angereichert, die im menschlichen Körper zu Vitamin A umgewandelt werden können.

Allerdings reduziert sich ihr Gehalt bei der Lagerung und beim Kochen.( Eigentlich weiß das jeder Bundesbürger.... :pchau: ) Matthias Wolfschmidt von Foodwatch: „Es ist nicht einmal bekannt, wie viel Vitamin A überhaupt im menschlichen Körper ankommt.“ Studien dazu seien bereits seit Jahren angekündigt, jedoch bisher nicht publiziert worden. Auch zu Risiken für Umwelt und Gesundheit hätten die Projektbetreiber, ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Industrie, noch nicht Stellung genommen. Dennoch werde das Projekt vorangetrieben: Geplante Tests mit chinesischen Schulkindern seien erst auf Intervention der Behörden abgesagt worden. Foodwatch fordert angesichts der ungeklärten Risiken die Absage aller Tests. Stattdessen könnten zum Beispiel Vitamin-A-Pillen verteilt werden. ml

Quelle: Schrot&Korn
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#9
Cholera-Kartoffeln verhindern!
Die Universität Rostock will von 2009 bis 2012 einen Freilandversuch mit genmanipulierten Kartoffeln in Ostdeutschland durchführen. Die Pflanzen sollen Arzneimittel produzieren. Ein Teil der Kartoffeln enthält Gene des Cholera-Bakteriums, ein anderer soll einen Impfstoff gegen die Kaninchenseuche RHD herstellen.

Gentechnisch manipulierte Pflanzen lassen sich im Freiland nicht kontrollieren. Eine Kontamination der Nahrungskette mit Arzneimitteln aus transgenen Pflanzen ist daher nicht auszuschließen.

Monsantos Gen-Mais vor den Toren Münchens
Im vergangenen Jahr wuchs genmanipulierter Mais in Bayern fast ausschließlich in Unterfranken. In diesem Jahr soll er auch direkt vor den Toren Münchens angebaut werden. Ausgerechnet die TU München will auf ihrem Versuchsgut Roggenstein (Landkreis Fürstenfeldbruck) Monsantos Gen-Mais MON810 auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern anbauen. Ein trauriger Rückschritt, denn nach der Neubesetzung des Lehrstuhls für Pflanzenzüchtung schien es, als würde die TU den Gentechnik-Anbau auf Gut Roggenstein endlich einstellen.


Quelle: Umweltinstitut München
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#10
Zitat:Die Pflanzen sollen Arzneimittel produzieren.

Ist das jetzt eine neue Taktik, um die Gentechnik bei Pflanzen populärer zu machen?
Ganz nach dem Motto, was helfen kann, kann doch nicht schlecht sein!

Wenn die Kaninchen gefragt werden würden, wäre die Antwort sicherlich:
Ohhnemich:
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