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Grundsätze (Fragen, Antworten, Diskussion)
#51
Geza schrieb:Unbeeinflußt vom Ziel. Angenommen das "Jenseits" wäre 100% bewiesen. Alle würden nun genau das tun, was notwendig ist, um dort einen guten Platz zu bekommen. Sich also verstellen, "Gutsein" heucheln, "Kreide frssen" usw.

Zitat:7. Wie geht man mit Menschen um, die es genau anders machen, als man selbst?
Es wird einem nichts anderes übrigbleiben, als es zu tolerieren. Denn niemand weiß mit 100% Sicherheit, welcher Weg der richtige ist. Aber selbst wenn man das wüßte, so wäre doch ein zwangsweises Befolgen der Gesetze nichts wert. Wir sind auf einem Entwicklungsweg und leben nach unserer geistigen Stellung.
Ist das Böse ausrottbar, wenn man es per Gesetz verbietet und die Einhaltung strikt überwacht? Das glauben Moslems, ich nicht. Nein, es kommt dann nur nicht zum Ausdruck, bleibt also in den Herzen der Bösen verborgen. Gutes tun, weil man es muß, ist aber nichts wert, es muß aus dem Inneren heraus, aus Überzeugung, getan werden.

Vollkommen Deiner Meinung: die "richtigen Taten" müssen aus dem Inneren heraus kommen.

Doch wird Dir jeder ""gläubige"" Moslem sagen, es käme aus wahrhaften Glauben heraus. Denn sie interpretieren ihre ""Gottesfurcht"" (deren einzige Glaubensart) als wahrhaft gläubig und ihr striktes Befolgen der Koran-Suren, der Sunna und der Hadithe bedeutet für Moslems genau dies. Das Problem liegt hier weniger in dem "handelt man aus dem Herzen oder mit dem Ziel der Einkehr ins Paradies", sondern vielmehr schon im Ansatz, in der "Gottes- bzw Göttervorstellung". In deren Sichtweise unterwerfen sie sich durch wortgenaues Befolgen des Koran (als einzig wahres, unabänderbares Wort 'Allahs'...) aus "Furcht" seinem Willen. Sie ergeben sich 5x am Tag in Lobgesang und Niederwerfen, in Trance-ähnliche Zustände und hören so viel wie möglich Koran-Rezitationen bzw lernen diesen auswendig. Ihr ganzes Denken ist irgendwann hiervon bestimmt, so dass sie sich von sich selbst eher lösen.

Läßt man sich mit fundamentalistischen Muslimen auf eine Diskussion ein, darüber ob Taten aus dem Herzen kommen sollen oder einem 'Buch' bzw Gesetz folgen sollen, dann bekommt man zumeist reine Koran-Suren und Hadithe rezitiert. Auch wenn anderweitige Argumente inclusive Schriftnachweise logischer erscheinen, finden letztere keine Beachtung, da jegliche Schrift aus Menschenhand stammt und der Koran nach wie vor unter Muslimen als das einzig wahre, unumstößliche ""direkte Wort Allahs"" gilt, welches durch Menschen nicht im geringsten abgeändert werden darf. Und so handeln sie noch heute in dem Glauben, das richtige zu tun und zwar nicht für sich selbst (obwohl sie bekanntlich ins Paradies wollen), sondern 'für Allah'. Den Widerspruch in ihrem Verhalten sehen sie nicht.

Aber ich denke, dieser Glaube spiegelt in Grundzügen die Denkweise all der großen Religionen wieder und dies ist letztlich wohl ein anderes Thema, welches hier sicher schon viel viel früher erörtert wurde. Ich bin leider noch nicht so weit im Forum vorgedrungen.

Viele Grüße
anicca
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#52
Hallo Geza,

Geza schrieb:Glaubst Du, daß grundsätzlich jeder Mensch ein guter Maler (Künstler) werden kann? Glaubst Du, daß jeder Hellseher werden kann?
Ja! Vor allem wenn Du statt Maler das Wort "Künstler" nutzt und nicht spezifizierst. Denn was Kunst ist, ist nicht nur Malerei. Warum sollte es auch anders sein? Der Mensch ist ein ausgesprochen außergewöhnliches Tier. Es kann sich nicht nur die Nahrung aussuchen, es kann sich sogar die Umgebung aussuchen, in der es lebt. Es kann jeder, der will.

Hellseherei, der Mensch als Medium? Es ist gefährlich, sich an eine spirituelle Welt zu wenden, die aus dem Denken des Menschen geschaffen wurde.
Und ich schreibe bewusst "Denken des Menschen". Der logische Schluss, das auf jede Ursache eine Wirkung folgt ist das eine, der Umkehrschluss, das jeder Wirkung eine Ursache vorausging, das andere.
Des Menschen Denken ist auf Kausalitäten angewiesen. Das Problem daran aber ist, das er nicht jede Ursache zu erkennen vermag. Kausalität als oberstes Prinzip anzuerkennen also, ist das eine. Ursachen zu erfinden, damit es begreifbar wird, das andere.

Geza schrieb:Ich glaube nicht, daß die Götter mit Jedem sprechen wollen. Insbesondere niedere Seelen, Menschen ohne Glauben und ohne Ethik, interessieren die Götter nicht. Diese müssen erst reifen, um würdig dafür zu werden, daß die Götter Sich ihnen mitteilen.
Ich glaube nicht, das ein Mensch jemals darüber urteilen könnte, was Götter wollen. Allein der Versuch, ihnen einen Willen zu geben, ist das Produkt des kausalen Denkens, das auch Zeitangaben braucht.
Die Apfelblüte ist der Apfel, und der Apfel ist der Baum. All das ist gleichwertig und gleichzeitig. Nur der Mensch muss darin Phasen sehen können, weil er sich vom Apfel nährt.

Der Mensch ist nicht niederer oder reifer oder höher. Er ist da ganz wie die Apfelblüte. Der Mensch hat Feste und Riten, wie der Apfel den Baum und das Blatt. Er feiert um genau dies zu fühlen und zu erleben. Und er kann es fühlen und erleben, weil es wahr ist.

Darum auch kann ich nicht sehen, was Du meinst, wenn Du schreibst, das der Mensch "unbeeinflußt vom Ziel" existieren solle. Oder wenn Du schreibst, das die spirituelle Welt anders sei, als die Materielle.

Auch bist Du oberster Priester der traditionellen germanischen Heiden Deutschlands und sprichst von niederen und höheren, von Reife einer "Seele".

Ein Priester weiß um die Menschen, um ihre Logik und um die Grenzen derselben. Er weiß darum und richtet die Feste aus und lädt ein, das zu erleben was wahr ist.
Ein Priester interpretiert die Götter nicht, er interpretiert die Menschen nicht.
Er weiß, fühlt und erlebt das die spirituelle Welt nicht anders ist als die materielle.
Was anders daran ist, ist die Begrenztheit des Denkens.

Darum, Géza von Neményi, kann ich Dich in Deiner Person anerkennen aber nicht als Priester.
Es widerstrebt eben meiner Auffassung von dem, was ein Priester ist.
Dennoch bin ich sehr froh, das es jemand gibt, der sich so um die alten Feste und Riten kümmert.

Gruß von 7x7
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#53
Brutzelpurzel meint:

@7x7:
Zitat:Dennoch bin ich sehr froh, das es jemand gibt, der sich so um die alten Feste und Riten kümmert

Du lustige Maus, warum kümmest Du dich denn nicht selbst darum?
Immerhin: Im Vergleich zum Karierten hast Du mindestens den Vorteil des Weib-seins, plus eine karierte Bluse hast Du auch nicht an, soweit ich das sehen kann.
Und von deinem Gerede bekomme ich auch nicht ständig so einen Lachkkrampf. Wie soll man sich bei Geza denn auf ein Ritual konzentrieren, wenn man sich ständig vor Lachen auf dem Boden kugeln muß?

Deine Beiträge leiden aber auch hin und wieder an Blähungen. Sag bescheid wenn es zum Druckausgleich kommt, dann halt ich mir die Nase zu!

Rofl
Erst wissen, dann denken. Erst denken, dann reden.
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#54
Na?
Hast Du wieder mal einen logischen Schluss gemacht?
Jetzt schau noch mal Brutzelputzel, wo da der Fehlschluss liegen könnte.
Und wenn Du den gefunden hast, verrate ich Dir auch was über meine Blähungen.
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#55
Brutzelpurzel meint:

@7x7:Sollen wir mal nachzählen, wer mehr logische Schlüsse gezogen hat?
Vor der Auszählung geht garantiert die Welt unter.
Lol

Zitat:Und wenn Du den gefunden hast, verrate ich Dir auch was über meine Blähungen.

Dazu müßte ich mich lange konzentrieren. Sehr unkoboldisch. Vielleicht ist Dein Darm dann doch nicht so interessant.
Das überlasse ich dann THT, der recherchiert so gerne und hat für Buchstabensalat die richtige Nase(enlänge).
Lol

THT recherchiert

Du willst Dich gar nicht "so" um die Riten kümmern, weil es nicht deinem Selbstverständnis von Priestertum entspricht?
:geek:
Erst wissen, dann denken. Erst denken, dann reden.
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#56
Brutzelpurzel schrieb:Vor der Auszählung geht garantiert die Welt unter.
Da kann ich nur nickend zustimmend. Fettes Grinsen Obwohl ich bestimmt noch so einiges über meine "Denke" und ihre Unsinnigkeit lernen könnte.


THT schrieb:Du willst Dich gar nicht "so" um die Riten kümmern, weil es nicht deinem Selbstverständnis von Priestertum entspricht?
Haarscharf daneben.
Ich kümmere mich nicht um alte Riten oder Feste, weil da Fehler drinnen sind. Und das ist sogar logisch.
Andere aber benötigen hin und wieder mal so etwas, damit sie merken, das da noch was ist.
Ich habe da meine eigenen.

Und ganz ernsthaft, die Zeilen sind speziell an Geza gerichtet. Die Form und die Wortwahl (der "Ton") ist ebenfalls speziell für Geza hergerichtet.
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#57
Zitat: 7x7: Der Mensch ist nicht niederer oder reifer oder höher. Er ist da ganz wie die Apfelblüte. Der Mensch hat Feste und Riten, wie der Apfel den Baum und das Blatt. Er feiert um genau dies zu fühlen und zu erleben. Und er kann es fühlen und erleben, weil es wahr ist.

Eine schöne Poesie. Gefällt mir!
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#58
Ja das ist 7x7 gut gelungen.
Sollte man ruhig so herausstellen, als was es ist: Eine kleine Glanzleistung.

Vielleicht zum "Eigene-Sprüche-Ordner" kopieren?
Erst wissen, dann denken. Erst denken, dann reden.
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#59
Unsere heidnischen Feste und Riten werden ja durch die Natur vorgegeben. Das wird also, so wie alles, durch die Natur bestimmt. Also Blütenfeste, Fruchtfeste, Wendefeste, Lebensfeste, Fruchtbarkeitsfeste, Wiedergeburtsfeste, Verwandlungsfeste usw. usf. Wer sich seine eigenen Feste zurechtspinnt, hat freilich das Recht dazu, aber das würde kein Baum, Pflanze oder Tier tun, oder?
Tue was immer ich will!
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#60
Hallo 7x7,

wir kommen an einen Punkt, wo unsere unterschiedlichen Vorstellungen immer mehr hineinspielen:

Du (wenn ich Dich richtig interpretiere), und einige andere hier sagen, daß der Mensch sich die Götter erdacht hat, also selbst schuf.

Ich sage, daß die Götter als kosmische Wesenheiten lange vor den Menschen da waren und Sie den Menschen erschufen.

Wenn die Götter nur Schaffungen der Menschen sind, sind Sie letztendlich unreale Phantasiegebilde. Logischerweise haben Sie mit der Schöpfung, der Natur usw. nichts zu tun, sondern resultieren daraus. Somit steht die Natur über Göttern, und natürlich über Menschen. Eine Ethik kann somit nicht von Göttern kommen (die käme in der gedanklichen Konsequenz dann letztendlich auch nur von Menschen), sondern die Natur und ihre Gesetze sind der höchste Maßstab.

Ich hingegen sehe die Götter als Erschaffer der Welten, der Natur, der Menschen und Ihre Gesetze in der Natur. Aber dort auch götterfeindliche Wesen und Handlungsweisen. Ich versuche also, die göttliche Ethik von der "Ethik" götterfeindlicher Wesen zu trennen; beide finden sich ja auch in der Natur. Ich suche also nach der reinen göttlichen Ethik.

Nach meier Beobachtung vertrittst Du ein humanistisches Weltbild, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht, der alles beherrscht und sich sogar Götter schuf. Dieses Weltbild entspricht dem xstlichen, nur daß die nun über dem Menschen noch ihren G*tt haben, der für den Himmel zuständig ist. Dieser Gedanke ist im humanistischen Weltbild nur im Ansatz vorhanden: G*tt als philosophische Idee, als Erklärungshypothese für das (noch) Unerklärliche. Dieser G*tt ist natürlich auch nur von Menschen ersonnen worden.

Lichtgruß, Geza
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