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Hör auf zu fliehen, sei mutig und damit erfolgreich!
#1
Hallo in die Runde!

Sehr oft beobachte ich Leute, die sich immer wieder im Kreis drehen. Ständig werden sich die gleichen Probleme, dieselben schlechten Verhaltensschablonen oder die emotionalen Inkontinenzen schöngeredet. Diese Personen sind einfach nicht in der Lage, sich ihrer Muster klarzuwerden bzw. sie sind nicht fähig, diese aufzulösen!

Warum, warum, warum?

Man kann hier schier verzweifeln, und bei dem Versuch, eine Erklärung dafür zu finden, könnte man auf verschiedene Lösungen und Meinungen kommen. Sicher ist das hier auch eine Frage der Disziplin, doch oftmals habe ich festgestellt, dass das Sprechen über Disziplin nicht nachhaltig wirkt. Deswegen möchte ich es auf der Ebene der Verhaltenspsychologie versuchen. Ohne einen wissenschaftlichen Diskurs anzetteln zu wollen, möchte ich das Prinzip der "kognitiven Dissonanz" beschreiben und all jenen zum Nachdenken anregen, die in ihren Mustern gefangen sind.

Die kognitive Dissonanz

Mit Kognition ist hier gemeint: jede Form von Wissen, Meinungen, Überzeugungen über die Umwelt, die eigene Person oder das eigene Verhalten.

Kognitive Dissonanz wird als ein Zustand innerer Spannung aufgrund sich widersprechender Erfahrungen und Einstellungen beschrieben.

Eine Dissonanz wird als unangenehmer Zustand (Konflikt) empfunden.

Der angestrebte Zustand wäre jedoch ein inneres Gleichgewicht bzw. Harmonie. Deshalb versucht die betroffene Person, die entstandene Spannung zu verringern.

Zur vorhandenen Einstellung oder Entscheidung passende Informationen werden eher wahrgenommen und positiv bewertet.
Informationen, die nicht zur vorhandenen Einstellung passen und somit eine innere Spannung erzeugen, werden eher ignoriert, abgewertet oder als irrelevant eingestuft.
Erst wenn die innere Spannung zu groß wird, werden einmal getroffene Entscheidungen oder vorhandene Meinungen/Einstellungen geändert.


Es folgen nun drei Beispiele zur Verdeutlichung der kognitiven Dissonanz.

1. Das Essen von konventiollen Eiern
2. Rauchen
3. Unkontrollierte Emotionen

1. Das Essen von konventiollen Eiern

Kognition 1 (Einstellung): lch esse gerne Eier und Produkte, in welchen Eier verarbeitet sind.

Kognition 2 (Erfahrenes Wissen): Die meisten Legehennen werden nicht tiergerecht gehalten.

Dissonanz: Meine Wünsche und mein Verhalten (Eier gerne essen) führen dazu, dass Tiere für mich leiden müssen (häufig nicht tiergerechte Haltung der Hennen).

Abwehr dissonanter lnformationen: ,,lch glaube, die Hennen haben es gut - sonst würde der Gesetzgeber dies ja gar nicht zulassen. Tierschutz wird schließlich ernstgenommen."

Eigenes Verhalten neu bewerten (ohne eine Verhaltensänderung herbeizuführen): ,,lch esse, verglichen mit anderen Personen, ja sowieso nur wenige Eier und Produkte, in welchen Eier verarbeitet wurden. Es würde also fast nichts ändern, wenn ich mein Verhalten ändern würde."

Neue Kognition hinzufügen (ohne eine Verhaltensänderung herbeizuführen): "lch habe gelernt, dass es auf Ei-Verpackungen Hinweise für Verbraucher darauf gibt, wie gut oder schlecht Tiere gehalten werden. lch beziehe diese lnformation bereits in meine Kaufentscheidung mit ein."

Tatsächliche Änderung des Verhaltens: ,,lch kaufe in Zukunft keine Eier oder Produkte mehr, in welchen Eier verarbeitet wurden." Oder ,,lch kaufe in Zukunft kein Produkt mehr, in welchem Eier von Hennen aus Käfighaltung verarbeitet wurden."


2. Rauchen

Um das Bild besser lesen zu können, einfach anklicken. ;-)

   


3. Unkontrollierte Emotionen


Vor allem wegen der unkontrollierten Emotionen schreibe ich diesen Beitrag. Sie sind so lästig und doch so hartnäckig, vielleicht hilft es ja, den eigenen Fluchtversuch als Schaubild mal wahrzunehmen.

   

Dieses Prinzip kann man auf sehr, sehr viele Verhaltensweisen, Denkmuster etc. anwenden. Immer dann, wenn man fliehen will, sich etwas zurechtlegen will, wählt man einen Weg weg von der Erkenntnis und Weiterentwicklung.

Einen dieser Wege wählt man immer, aber welcher ist entscheidend! Nicht viele sind in der Lage den Weg "tatsächliche Änderung des Verhaltens" einzuschlagen. Viele eher lässt man es zu, dass das Ego, die Logik, der falsche Stolz, die Feigheit, das mangelnde Selbstbewusstsein usw. einen der drei anderen Wege bestimmt.

Aber das muss es nicht! Jeder kann sein Verhalten tatsächlich verändern,
jeder kann die innere Spannung so lösen, dass eine positive Veränderung eintritt.
Es braucht Mut und Ehrlichkeit zu sich selbst, jeder kann das, man muss es wollen!

Und somit soll mein Titel auch mein Fazit sein:

"Hör auf zu fliehen, sei mutig und damit erfolgreich!"

Viele Grüße
Naza
Manchmal muss man Grenzen überschreiten, um neue Wege zu schaffen!
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#2
Hallo Naza,

finde es bemerkenswert, dass ich als Rauchen-Aufhörer (die Letzte 30.4.14) gerade über diesen Thread stolpere. Tatsächlich hatte ich diese innere Dissonanz schon seit langem gespürt. Sie war praktisch immer da und hat meine Laune wirklich (wirksam?) vermiest.

Letztendlich hab ich den Willen gefunden und aufgehört - ich fand keine andere Möglichkeit, um diese Dissonanz zu relativieren.

Ich bin zuversichtlich.
Obwohl diese Impulse eine anzustecken mich wirklich nerven.

Beste Grüße
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#3
Eine Hilfestellung kann unter anderem darin liegen, sich an der rauchfreien Zeit, die man schon hinter sich gebracht hat, zu motivieren.

Wie groß wäre der Ärger über sich selbst, würde man jetzt nach dieser Zeit wieder schwach werden ...

Letztlich ist es aber so, wie Du schon schreibst, der Wille muß vorhanden sein, sonst helfen alle guten Ratschläge gar nichts.
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#4
Hallo Otto,

den ersten wichtigen Schritt hast Du geschafft. Daumen hoch Dein Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, wird durch Deine Zuversicht gestärkt. Schon bald wirst Du merken, daß es Deinem Körper besser geht. Jeder weiß, was einem das Rauchen für Schaden zufügt. Sicherlich hast Du bereits bemerkt, daß Du mehr Zeit und Geld zur Verfügung hast, auch wenn dies momentan noch von der Sucht vernebelt wird. Von der Werbeindustrie wird man durch vermeintliche Wildwestromantik, Freiheit und Gruppenzugehörigkeit verführt. Man meint sogar, es würde einem schmecken und man möchte nicht damit aufhören. Dies sind Botschaften, keine eigenen Gedanken!
Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, daß diese Botschaften bald aus Deinem Kopf verschwinden und Du Dir danken wirst, die Sucht hinter Dir gelassen zu haben.
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#5
@Hælvard

Ganz klar! Ich will das ganz sicher nicht nochmal durchmachen. Ich bemerke auch jetzt schon, dass es täglich leichter wird und die Impusle abnehmen.

Ich weiß nicht, ob ihr mal Raucher wart, aber diese Impulse sind wirklich seltsam und überaus unangenehm. Physisch ähnelt es einer Hitzewallung. Psychisch fühlt es sich in etwa so an, wie wenn du dich plötzlich an etwas Peinliches/Unangenehmes, das dir mal widerfahren ist, erinnerst. Schwer zu beschreiben...

@Herema
Bei mir ist es so, dass mir immer völlig klar war, was ich mir da antue. Es fand also vorher keine Gehirnwäsche o.ä. statt. Deshalb trug ich auch diese ausgeprägte Dissonanz in mir (B2T). Ich denke, dass sie in Relation zu meinem jetzigen Willen stehen könnte. Eventuell ist das auch generell so.

Ausprägung der Dissonanz = Ausprägung des Willens zur Veränderung?

Beste Grüße
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#6
Unkontrollierte Emotion ist wie jeder Denkvorgang (oder wie jedes Verhaltensmuster) abkopiert und adoptiert. Dieses Problem nicht lösen zu wollen ist Teil der Ablehnung von eigener Verantwortung: Immer sind die anderen dran schuld, niemals bin ich selbst der Verursacher aller meiner Übel. Es bedarf nur weniger Mühe, umzudenken. Das Wörtchen "ich will" kann man nämlich nicht nur für Egozentrik, Abartigkeit und Mobverhalten anwenden, sondern auch für "Umdenken, neue Verhaltensmuster ausprobieren und damit Neutralität und Harmonie repräsentieren".
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#7
(05.05.12014, 10:36)Hælvard schrieb: http://www.pagan-forum.de/Thema-H%C3%B6r-auf-zu-fliehen-sei-mutig-und-damit-erfolgreich?pid=46907#pid46907Letztlich ist es aber so, wie Du schon schreibst, der Wille muß vorhanden sein, sonst helfen alle guten Ratschläge gar nichts.

Die Erfahrung zeigt, daß nach jeder Einsicht in der Theorie der viel schwierige Teil ansteht, nämlich das Umsetzen der neuen Erkenntnisse in die Praxis in den eingefahrenen Alltag. Das erfordert Disziplin und Durchhaltevermögen, bis aus der neuen praktischen Komponente Routine geworden ist, so wie das tägliche Zähneputzen morgens und abends.
Gleiches gilt für das Abstellen anerzogener, kopierter und grundsätzlich fehlerhafter Verhaltensweisen.
Auch hier wird man am Anfang feststellen, daß man sich bewußt darauf konzentrieren muß, diese oder jene Verhaltensweise sein zu lassen oder zu korrigieren. Aber auch daraus wird irgendwann wieder Routine und ein gewohnter Ablauf.

Was bei der grundsätzlichen Organisation des Tages Hilfestellung geben kann, ist ein Tagesplan, der eben diese Routinetätigkeiten beinhaltet, aber auch neben der Arbeit genügend Zeit für Erholung und andere Termine läßt. Ansonsten heißt es Prioritäten setzen, so daß man unwichtigere Aufgaben erstmal hinten anstellt, wenn die Zeit mal knapp wird. Parallel dazu sind Eintragungen in einen Kalender, den man täglich im Blick hat, hilfreich und empfehlenswert. Man könnte auch sein Tagebuch verwenden, um gleich zu analysieren, warum man dieses oder jenes Vorhaben nicht erledigt hat. Gegebenenfalls muß man den Tagesablauf etwas korrigieren, wenn man sich vielleicht zu viel vorgenommen hatte ...

Aber Vorsicht ist geboten, denn die eigene Logik überschätzt sich gerne selbst und will uns einreden, man bräuchte keinen Plan oder Kalender oder seien es auch nur Notizen, weil man ja alles im Kopf behalten kann! Naja, Eigenversuch macht klug.

Die eigentliche Notwendigkeit nach der Erkenntis aber ist der Eigenantrieb, die Dinge umzusetzen. Ist dieser nicht vorhanden, kann es sicher temporär einen Anschub oder eine Motivation von außen geben, aber es darf kein dauerhafter Zustand daraus werden. Irgendwann muß der eigene Motor anspringen ...

Wenn sich dieser Eigenantrieb nicht aktiviert, stellt sich in der eigenen Entwickung irgendwann im besten Fall eine Stagnation ein, oft aber auch eine Abwärtsspirale. Man wird automatisch zunehmend mit irgendwelchen belanglosen Matrixangelegenheiten belästigt, mit denen man sich herumschlagen muß, was natürlich Zeit und vor allem Energie raubt. Aber genau darum geht es der Matrix ja!

Also muß man sich aufraffen und aktiv werden! Man muß es schaffen, neben dem Lösen der Herausforderungen der Matrix den alten Weg zu gehen. Nur dadurch ordnen sich die Dinge allmählich wieder, und es schaffen sich neue Kapazitäten, sofern man das möchte!
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#8
(06.12.12017, 16:03)Hælvard schrieb: http://www.pagan-forum.de/Thema-H%C3%B6r-auf-zu-fliehen-sei-mutig-und-damit-erfolgreich?pid=53075#pid53075den alten Weg zu gehen. Nur dadurch ordnen sich die Dinge allmählich wieder, und es schaffen sich neue Kapazitäten, sofern man das möchte!

... naja, und man bekommt Hilfe. Denn dem Wagenden helfen die Götter.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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Es bedanken sich: Lohe
#9
Hallo,

ist ja gerade mal wieder genau mein Thema: Hör auf zu fliehen, sei mutig und damit erfolgreich!

Altes hinter sich zu lassen, neue Wege beschreiten, auf den Instinkt hören, das erfordert Mut.
Der Anfang war für mich am Schwierigsten, der erste Schritt ins Neue, Unbekannte, gegen alte Verhaltensweisen, wie eine Mauer. Und das immer wieder aufs Neue, doch es wird von mal zu mal besser.
Man merkt seine Baustellen schnell, und immer wieder tauchen Neue auf. Ganz schön viel Müll unter der Oberfläche... nu denn, ich schaufel weiter.

Auf bald

Lohe
"Die Menschen drängen sich zum Lichte, nicht um besser zu sehen, sondern um besser zu glänzen"
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