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Heidnische Überbleibsel im Berliner Umland
#11
Fürst Orgetor wollt mit einer List den Haag überwinden und den Schmied Egil gefangennehmen. Auch Hinz hielt sich zur selben Zeit im Haag auf. So hatte Orgetor die Möglichkeit, sich zu rächen. Orgetors Pläne wurden jedoch von dem Wolf, Wulfhard dem Grauen, belauscht. Er ist der Waffenmeister des Elbgermanen Hinz und berichtet seinem Herzog von dem bevorstehenden Überfall. Gut vorbereitet schlagen sie die Kelten zurück, und Orgetor wird von Hinz getötet.

Zitat:Der Schmied ließ nun die Toten auf großen Scheiterhaufen verbrennen und ihre Asche in Urnen in die Erde graben. Darüber wurden die Totenhügel gewölbt.

Anmerkung:
Das einfache Volk wurde also nicht in großen Steinkistengräbern und auch nicht unter großen Hügeln bestattet. Hügelgräberfelder weisen auf den Bestattungsbereich des gemeinen Volkes hin.



Der Schmied trieb mit allen Völkern Handel. Vor dem misslungenem Überfall hatten auch Orgetor und Egil Handel betrieben:

Zitat:Den Kaufpreis, den er dem keltischen Fürsten für das Metall in Bernstein gezahlt hatte, nahm er nicht wieder zurück, sondern weihte ihn der Gottheit. Im feierlichen Zuge ward das große Tongefäß, in dem der kostbare Schatz geborgen war, hinaus zur heiligen Stätte, einem Moor, getragen und dort niedergelegt und mit Steinen bedeckt.

Anmerkung:
Ein schöner Hinweis auf ein Heiligtum, die Art und wie Opfer dargeboten wurden. Die Tat des Riesen beschreibt eine ehrenhafte und richtige ausgleichende Verhaltensweise.
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Es bedanken sich: Paganlord
#12
Wir finden in der überlieferten Sage einen Hinweis auf eine Orakelstätte. Vielleicht das Delphi von Germanien?

Zitat:... Dort, wo die Havel in die Elbe mündet, steht in einem heiligen Hain uralter Bäume der Hof der Seherin der Elbe. Sie wird von allen Germanenstämmen verehrt, und es war Sitte, ihren Rat und ihre Weissagung vor jedem Kriegszug oder einer gewagten Fahrt einzuholen. So ritt auch Hinz zu dieser Seherin ...

Hinz will Egil und Schwanhild befreien, die in den Händen der Parisianer gefangengehalten werden. Die Seherin antwortet auf die Frage nach dem Ausgang der Fahrt:

Zitat:Nicht gut ist, die Zukunft zu Wissen, zag wird der Mann, wenn Böses ihm droht, nicht gerne frag ich die Nornen.

Hinz antwortet:

Zitat:Nicht gut ist zu wissen dem zagen Mann, was Skuld, die Norne der Zukunft ihm wirkt. Aber den mutigen Mann, der das Kommende kennt, schreckt Skuld die Norne nicht. Mir zagt nicht das Herz, wenn Todesrunen du wirfst. Zukunft begehr ich zu wissen, erfüllen will ich den Wahrspruch der Norne.

Anmerkung: Ein Mann dieses Zeitalters hat keine Angst vor dem Tod. Er war Teil des Kreislaufes des ewigen Lebens.

Zitat:Feierlich schritt die Seherin dem Herzog voraus, tief in den heiligen Wald hinein, dort wo eine Quelle aus dem Mutterschoß der Erde entsprang und im munteren Lauf zur Elbe herabstrebte. Geheimnisvoll woben die Strahlen der scheidenden Sonne goldene Fäden zwischen den grünen Blättern der Buchen.

Auf der Suche nach der Mündung der Havel und dem vermuteten Orakel fand ich folgenden Hinweis:

Zitat:Bleis recherchierte und zeichnete den Verlauf der Elbe vor rund 1.000 Jahren nach, als sie demnach im Flussbett der heutigen Havel die Rathenower Vorgängersiedlungen berührte. Die Havel wäre demnach in slawischer Zeit schon bei Milow in die Elbe gemündet. Dass sich die Lage vor rund 2.000 Jahren ebenso dargestellt haben mag, dürfte als sehr wahrscheinlich gelten. Dadurch wären die Flächen, die heute Rathenow bilden, zur Zeitenwende römisch-germanisches Grenzgebiet gewesen.

... und wieder treffe ich auf Frau Harke:

Zitat:Indes war Drusus bis an die Elbe weiter marschiert. Historikern zufolge habe er im Bereich des heutigen Magdeburg kehrt gemacht. Der Grund dafür soll eine "übergroße Frauengestalt" gewesen sein, die Drusus erschien und ihm Unheilvolles prophezeihte. Offenbar handelte es sich um eine Frau von Respekt einflößendem Wuchs. Gab es solche Germaninnen wirklich? Zumindest weiß die Geschichte von einer Seherin der Semnonen, die Ganna hieß, aber erst einige Jahrzehnte nach Drusus gelebt hat und auch nicht als riesenhaft beschrieben wurde. Dass es die Riesin Frau Harke, mythische Schutzpatronin der Elb-Havel-Region, gewesen sein könnte, die den römischen Feldherren zur Umkehr bewog, dürfte als sehr unwahrscheinlich gelten.

Quelle: https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1406464/
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Es bedanken sich: Paganlord
#13
Das Heiligtum der Westgermanen wird im Buch von Pastenaci als die bekannten Externsteine erwähnt. Zur Sommersonnenwende ist Hinz mit Sigurd und seinem Heer bei der alljährlichen Zeremonie anwesend:

Zitat:Im Osten begann der Himmel sich sanft zu röten. Jetzt erschien, nur dem hoch auf dem Felsen in einem in den harten Stein gegrabenen Raum stehenden Priester sichtbar, der goldene Rand der Sonne im Nordosten über dem Horizont. Im gleichen Augenblick richtete der Priester eine goldene Sonnenscheibe, die an einer langen Bronzestange befestigt war, empor.
Im mächtigen Schall ertönten auf dieses Zeichen hin die Luren der Trompeter, die am Fuß des Felsen aufgestellt waren ...

... Starke rhythmische Lurenstöße ertönten, bis die Sonne ganz über den Horizont gestiegen war. dann sprachen die Priester den Segen über Erde und Menschen und in feierlichem Zug, eine goldene Sonnenscheibe auf einem von weißen Rossen gezogenen Wagen voranführend, schritten die Priester in das Gebirge hinein ...

   
Bild: Werner Chomton

Zitat:Im Rhythmus der einfachen Musik stiegen die Männer in Gruppen geordnet die Berge hinauf und wanderten herüber zur Ebene, die heute Senne heißt. Dort füllten schon Tausende und aber Tausende, Männer, Frauen und Kinder das große Rund einer Rennbahn, in der nun fröhliche Kampfspiele der jungen Mannschaft begannen. Den Höhepunkt des Festets bildete der feierliche Einzug der Edelsten des Volkes, die auf Rennwagen stehend in die Bahn einfuhren.

Die Senne befindet sich westlich der Externsteine.

Der symbolische Sonnenwagen fuhr bei diesem Einmarsch voran, und im Anschluss wurden Wagenrennen veranstaltet. Nach Schmaus und weiteren Wettspielen wurde der Zug erneut in Bewegung gesetzt. Diesmal versammelten sich Priester und Gefolge auf einem Berg. Mitten in einem Steinkreis wurde ein Feuer entzündet:

Zitat:... auf dem in eine riesigen Steinkreis ein Holzstoß errichtet war. An dem Stein in der Mitte des Kreises stehend, beobachtete der älteste und höchste der Priester, wie sich die Sonne langsam der Erde zuneigte. Als das Gestirn in einem fernen lichten Dunst rotglühend den Horizont berührte, winkte der Priester, und während die Sonne tiefer sank, drohnten die Trommeln und schallten rhythmisch die Töne der mächtigen Bronzeluren über die Bege hin. Immer tiefer sank das Gestirn. Jetzt zeigt nur ein glühender Rand, dass die Sonne den Tag vollendete. Als auch dieser hinter dem Horizont versank, senkte der Priester die wieder auf der Stange befestigte goldene Sonnenscheibe, die er neben den Beobachtungsstein gestellt hatte, zur Erde nieder. Die Hörner und Trommeln schwiegen. Der Priester sprach erneut den Segen. Dann warf er eine Fackel, die ihm gereicht war, in den Holzstoß, und nach ihm warfen die anderen Priester und die Edelen des Volkes gleichfalls in das hoch aufgetürmte Holz ...

... Als hätten die Berge ringsherum auf dieses Zeichen gewartet, flammten auf ihnen hellodernde Flammen auf, und von Beg zu Berg schien die Flamme weiterzuspringen, bis fern zum Horinzont lohten jetzt Holzbrände ...

... Als die Holzstöße zur Hälfte niedergebrannt waren, taten die Sippenältesten und Hausväter einer nach dem anderen haran, entzündeten einen kienigen Ast an den Flammen und trugen, den Brand sorgfältig wahrend, das heilige Feuer in ihre Häuser und Höfe zurück, wo sie daran den heimischen Herd entzündeten ...
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Es bedanken sich: Paganlord , Saxorior


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