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Heilkräuter und ihre Wirkung/Anwendung
#41
Der Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Gehört zur Familie der Compositae.
Er ist eine der verbreitetsten Wildpflanzen und gedeiht bei fast jedem Klima an nahezu jedem Standort.
Der Löwenzahn ist winterhart und ausdauernd. Seine Blätter sind lang und gezähnt, die hohlen, röhrenartigen Blätter enthalten einen milchigen Saft, die kräftige Pfahlwurzel ist lang, dick und fleischig. Im Frühjahr zeigt er goldene Blütenköpfe, aus denen sich später (Sommer) die Samen entwickeln. Die ausgewachsene Pflanze wird bis zu 30 cm hoch.
Der Löwenzahn ist auf der gesamten Nordhalbkugel heimisch und auch in Nord- und Südamerika zu finden.
Die Samen der wild wachsenden Pflanzen können im Garten angesät werden, die gezüchtete Art ist an dickeren, breiteren Blättern zu erkennen und schmeckt weniger bitter.

Inhaltstoffe, Wirkung und Anwendung:
Der Löwenzahn enthält Bitterstoff (Taraxacin), Cholin, Saponin, Fett, Zuckerstoffe, Eiweiß Lävulin, Spuren von ätehrischem Öl, Schleimstoffe, Wachs, Stärke (wandelt sich nach längerer Lagerung in Fruchtzucker).
Das Kraut enthält zudem viel Kalium, Mineralsalze, Calcium, Mangan, Natrium, Kieselsäure, Schwefel und reichlich Vitamin C (besonders das junge Kraut im Frühjahr).
Der hat durch seine stoffwechselanregende und hohe blutreinigende Wirkung viele Heilanzeigen. So wird er etwa bei Gicht, Rheumatismus, Skrofulose, Hautekzemen, Flechten, Blutkrankheiten, Störungen der Magen- und Darmtraktes, der Leber- und Gallentätigkeit sowie Wassereinlagerungen im Gewebe (Wassersucht) eingesetzt. Einige Quellen empfehlen ihn auch ausdrücklich bei Diabetes (vergl: Willfort, R. Gesund durch Heilkräuter, Linz 1973, Seite 339).
Der Milchsaft wurde früher zur Behandlung von Augenkrankheiten verwendet (gr. taraxis = „Augenentzündung“, akeomai = „ich heile“).
Ebenso wurde er zur Behandlung von Warzen gebraucht, ähnlich wie der Milchsaft des Schöllkrautes. Heute ist eher die stoffwechselanregende Wirkung bekannt. Sie regt die Bildung von Magensaft und Galle an und fördert die Ausscheidung über Leber und Niere.

Da der Löwenzahn eine echte Frühjahrspflanze ist, eignet er sich gut zu einer entgiftenden, anregenden Frühjahrs-Teekur:
Ein bis zwei Teelöffel der kleingeschnittenen Pflanze werden mit einem Viertelliter kaltem Wasser übergossen.
Das Ganze erhitzen bis es siedet und eine Minute kochen lassen. Anschließend zehn Minuten ziehen lassen, filtern und nach Bedarf mit Honig süßen. 2-3-mal täglich über 4-6 Wochen frisch trinken.

Die gelben Blüten eignen sich zur Herstellung eines wohlschmeckenden, honigähnlichen Sirups oder Gelees als Brotaufstrich ("Löwenzahnhonig"/ "Löwenzahnsirup").
Die jungen, nur leicht bitter schmeckenden Blätter können als Salat verarbeitet werden, die Blüten können als Salatdekoration dienen.
Aus der getrockneten Wurzel der Pflanze wurde in der Nachkriegszeit ein Ersatzkaffee hergestellt.

Weiteres:
Die vielen volkstümlichen Namen des Löwenzahns spiegeln seinen Bekanntsheitgrad wider.
Viele beziehen sich auf seine harntreibende Wirkung (Diuretikum).
Hierzu zählen etwa Folgende: Bettnässer, Hundeblume, Hundsblume, Mühlenbuschen, Pisser, Pusteblume.
* in Bayern auch Seichkraut
* im Bergischen Land auch Pissblume, Kettenplösch
* in der Eifel auch Backenzahn, Eierpetsch
* in Norddeutschland auch Butterblume (wie mehrere andere Pflanzenarten), Kuhblume, Maiblume, Maistöckel, Milchscheck
* in der Pfalz auch Bettsäächer, Bettschisser, Bettpisser, Mußdischtl
* in Mittelhessen auch Saumilch
* in Rheinhessen auch Bettnässer, Eierpisch, Ochsenpflanze
* im Saarland auch Bettsaier, Bettseicher
* in Sachsen-Anhalt auch Speckblume, Butterblume
* im Schwäbischen auch Bettsoicher
* in Thüringen auch Milchbusch, Pappelstock, regional ist auch Bummbein[-er], Bimbaumbusch oder Bummbaumel gebräuchlich
* in Frankreich piss en lit („piss ins Bett“)
* in der Schweiz auch Chrottepösche, Säutätsch, Saublueme, Schwiiblueme, Söiblueme, Sunnewirbel, Chetteblueme, Milchblueme, Ramschfädere, Weiefäcke, Buggele, Ziggorie, Hälistock

Eine Löwenzahnblüte, auf der die Raupe und ein Falter des „Grauen Streckfußes“ sitzen, war auf der Rückseite der 500-DM-Banknote abgebildet.

Durch das frühe Erscheinen seiner Blüten ist der Löwenzahn eine wichtige Bienenweide, die der Entwicklung der Bienenvölker im Frühjahr dient. Für 1 kg Honig muss ein Bienenvolk über 100.000 Löwenzahnblüten besuchen.

Aus Blättern und Wurzel gewinnt man ein braungelbes Färbemittel.

Schon die beiden arabischen Ärzte Rhazes und Avicenna sollen den Löwenzahn verwendet haben, und auch die alten Griechen kannten seine Heilwirkung.

Der Dichter Josef Weinheber hat den Löwenzahn lyrisch beschreiben:
Keine Vase will dich. Keine
Liebe wird durch dich erhellt.
Aber deines Samens reine
Weiße Kugel träumt wie eine
Wolke, wie der Keim der Welt.
Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt. H. v. Kleist
bonum bono - Dem Guten das Gute
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#42
Gänseblümchen

Schon jetzt erscheinen die allerersten Gänseblümchen und verkünden das baldige Ende des Winters.
Es stimmt zwar, daß der Rasen durch zu viele Gänseblümchen etwas leidet. Aber deshalb braucht man ja nicht jede Pflanze mit Stumpf und Stiel ausrotten.
Man hat nämlich schon fast vergessen, daß Gänseblümchen wichtige Heilpflanzen sind.
Blütenköpfe und Blätter werden so z.B. für einen blutreinigenden, entzündungshemmenden, harn- und schweißtreibenden Tee verwendet.
Wenn man junge Pflanzen zu diesem Zweck aussticht, kann man ihre Ausbreitung in Grenzen halten und gleichzeitig etwas für die Gesundheit tun. Blinzeln

Inzwischen spricht es sich nun auch herum, daß Gänseblümchen prima in der Küche einzusetzen sind. Die zarten jungen Blätter kann man in Salate und unter den Kräuterquark mischen oder zusammen mit Schnittlauch aufs Butterbrot streuen. :hunger:
Auch die noch geschlossenen Blütenknospen schmecken angenehm nussig und bereichern Salate und andere Gerichte.
Außerdem kann man aus Gänseblümchen Kapern herstellen. Dazu bestreut man eine handvoll geschlossene Blütenknospen mit einen halben Teelöffel Salz und läßt sie 12h lang ziehen. Dann kocht man die Knospen kurz mit Weinessig, seiht sie ab und füllt sie in ein Schraubdeckelglas. Den Essig bringt man wieder zum Kochen und gießt ihn heiß über die Kapern. Das Glas wird dann luftdicht verschlossen und soll 2 Wochen ziehen.

   
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#43
Gänseblümchen

Auch eignet sich dieses Kräutlein fein für das Bein, es ist gut für Venenleiden und Krampfadern und Blutergüsse.
Hierfür stellt man eine Salbe her:

1 Handvoll Blütenköpfe
100 g Palmfett
50 g Bienenwachs


Palmfett mit Wachs schmelzen, aufpassen daß es nicht zu stark erhitzt wird, da sonst die Blüten frittiert werden, von der Kochstelle nehmen, auf die niedrigste Stufe stellen und die Blüten dazugeben, 2 h ziehen lassen und ab und an umrühren. Danach die Masse durch einen Kaffefilter gießen und in Gläser abfüllen.
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#44
Thymian

Der Thymian ist eine altbekannte Kultupflanze aus dem Mittelmeerraum, und er ist nicht nur als Gewürzpflanze beliebt.
Sein wertvolles ätherisches Öl wirkt desinfizierend und bei Bronchitis und Husten schleimlösend.
Schon im Altertum war die geschätze Heilpflanze ein Mittel gegen Keuchhusten und findet sich heute noch in vielen Arzneimitteln wieder.

Ein heißes Thymianbad hilft gegen Husten und Erkältung:
2 Handvoll Thymian aufbrühen, 20 min ziehen lassen, dann ins Bad gießen.
Badedauer 15 min, dann 1 h Bettruhe.


Obwohl Thymian beim Trocknen seinen Geschmack behält, sollte man ihn als Gewürz frisch verwenden.
Seine winzigen immergrünen Blättchen lassen sich sogar im Winter ernten, wenn nicht ausgerechnet meterhoher Schnee liegt. Um diese Zeit haben die Blätter zwar lange nicht so viel Aroma wie im Sommer, aber immer noch mehr als das getrocknete Kraut.
Mit seien rosaroten Blüten ist er zudem eine echte Bereicherung für jeden Zier- und Steingarten.

   
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#45
Kamille

Die Kamille ist eine richtige "Superlativpflanze": sie gehört zu den ältesten, bekanntesten und verbreitesten Heilpflanzen hier bei uns. Sie wächst fast überall wild an Wegesrändern und kann auch meist problemlos genau dort gepflückt werden.
Wer sie nicht draußen sammeln will oder keine Gelegenheit dazu hat, kann sie sehr einfach im eigenen Garten aussäen, denn die Anzucht ist wirklich ein "Kinderspiel".
Man sollte sich für den Winter einen ordentlichen Vorrat zulegen, denn Kamille ist ein Hausmittel, auf das man nicht verzichten kann.
Sie ist als Tee zu verwenden, der z.B. bei Magen- und Darmbeschwerden, Koliken und Harnproblemen getrunken wird.
Außerdem wirkt der Tee leicht abführend, beruhigend, krampflösend, schmerzlindernd und desinfizierend.
Die milde, desinfizierende Wirkung macht sich sich bei Augenbädern und zum Inhalieren bei Erkältungen zunutze.
Kamille ist auch als kosmetisches Mittel beliebt und bewährt. Wer kennt sie nicht, die berühmten Dampfbäder, die zur Vorbereitung einer gründlichen, sanften Reinigung der Gesichtshaut gemacht werden?
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#46
Bin vor Monaten mal über diese Seite gestoßen:
http://members.fortunecity.com/mitch0825/ethno.html

vlt gefällts euch, ist ne sehr umfangreiche Kräuterliste dabei, allerdings nur sehr excerptartig auf die Wirkungen eingegangen.
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#47
Die Blüten des Huflattrichs gehören zu den ersten gelben Farbtupfern, die uns im Frühling an Wegen und auf Wiesen begrüßen. Von März an bis in den April hinein kannst du die Blätter und von April bis Juni die jungen Blätter sammeln. Sie werden möglichst rasch an einem luftigen, warmen Platz getrocknet und in gut verschließbaren Behältern gefüllt. Für einen Tee brühst du 2 Teelöffel getrocknete Huflattichblätter mit 1 Tasse kochendem Wasser auf und lässt ihn 10 Minuten lang ziehen. Der Tee hilft bei trockenem Husten und Bronchitis. Er lindert den Hustenreiz und wirkt schleimlösend und entzündungshemmend. Der Saft aus frisch gequetschten Blättern lindert als Umschlag Quetschungen und Verstauchungen. Die hübsche Frühlingsblume, oft als "Unkraut" verachtet, ist also ein wertvolles Heilkraut.

   
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#48
Giersch (Aegopodium podagraria)

Den meisten Gartenbesitzern gilt der Giersch, auch Dreiblatt genannt, als lästiges Unkraut, das so hartnäckig ist, daß man es nie wieder loswird. Dabei war Giersch früher in der Volksheilkunde sehr geschätzt um Gicht und Rheuma zu behandeln.
Man kann den Giersch jedoch als Wildgemüse essen und dann ist man mitunter froh, soviel von ihm zu haben. Ich verwende den Giersch sehr gerne für grüne Smoothies.
Außerdem hat der Giersch Heilkräfte und kann die Harnorgane und den Stoffwechsel fördern.

Haupt-Anwendungen:
Gicht, Rheuma

Heilwirkung:
abführend,
antirheumatisch,
beruhigend,
entwässernd,
entzündungshemmend,
harnsäurelösend,
harntreibend,
verdauungsanregend

Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae

volkstümlicher Name: Dreiblatt, Erdholler, Giersch, Geißfuß, Hinfuss, Podagariakraut, Podagrakraut, Podagriarkraut, Zaun-Giersch, Zaungiersch, Zipperleinskraut

Verwendete Pflanzenteile: Blätter

Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl, Chlorogensäure, Cumarine, Flavonolglykoside, Harz, Hyperosid, Isoquercitrin, Kaffeesäure, Kalium (hoher Anteil förderlich bei Stoffwechselprozessen), Phenolcarbonsäuren, Polyine, Vitamin C (sehr hoher Anteil). Durch den hohen Gehalt an Mineralien wirkt Giersch basisch und fördert den Stoffwechsel und die Harnorgane. Er entsäuert und entwässert den Körper, stärkt das Bindegewebe und hilft, dort eingelagerte Säuren und Giftstoffe auszuschwemmen

Sammelzeit: März bis Oktober

Blütezeit: Mai bis September

Anwendung:
Tee
2 Esslöffel auf 250 ml Wasser. Kraut mit dem heißen Wasser übergießen, 5 Minuten ziehenlassen und abseihen. Der Tee aus dem getrockneten Kraut hilft gegen Gicht und Rheuma.
Für eine Frühjahrskur kann man statt dem getrockneten Kraut die frischen Triebe in gleicher Menge nutzen.
Umschläge
Das frische zerquetschte Kraut wird als Umschlag auf die betroffene Körperstelle gegen Gicht und Rheuma aufgebracht.
Praktisch ist das zerquetschte Kraut bei Wanderungen gegen Insektenstiche.
Badezusatz
Zubereitung wie der Tee. Als Sitz-Bad gegen Hämorrhoiden.

Pflanzenbeschreibung:
Der Giersch ist in ganz Europa heimisch. Giersch wächst vor allem in Hecken, Gebüsch, Parkanlagen und feuchten Wäldern. Er favorisiert stickstoffhaltige und grundwasserfeuchte Böden.
Die ausdauernde Staude wird zwischen 30 und 90 Zentimeter hoch. Der Stängel ist hohl und kantig. Die Blätter sind doppelt dreizähnig. Die Dolden mit weißen Blütend erscheinen zwischen Juni und August. Die Blütendolde ist 15-25 strahlig. Aus den Giersch-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen. Die eiförmige und glatte Früchte sind etwa 3-4 mm lang.
Die weißen Wurzeln sind leicht giftig (Falcarindiol) und auch aus kleinen Wurzelstücken kann eine neue Pflanze wachsen. Die Wurzeln bilden weite Ausläufer, die für eine schnelle und sichere Verbreitung sorgen.

Wichtiger Hinweis:
Vorsicht beim Sammeln: Der Giersch hat einige sehr giftige Doppelgänger, wie z.B. den Schierling. Wildpflanzensammler sollten darauf achten, dass der Blattstiel im Querschnitt dreieckig ist, da es keinen giftigen Doppelgänger mit dreieckigem Blattstiel gibt. Ein weiteres Erkennungszeichen ist der petersilienartige Geruch des Giersch

Die Pflanze zählt zu den Doldenblütlern, bei denen durch Kontakt mit der Haut Reizungen auftreten können. Sonnenbestrahlung verschärft dieses Problem

Quelle: Internet
Tue was Du willst, aber wisse was Du willst!
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#49
Ackerschachtelhalm - Equisetum arvense

Im Volksmund heißt der Ackerschachtelhalm auch Zinnkraut. Wegen seines Gehalts an Siliziumkristallen konnte man die Pflanze zum Reinigen von Zinngeschirr benutzen. In der Medizin wird Ackerschachtelhalm aufgrund seiner harntreibenden und blutstillenden Eigenschaften geschätzt.

   
wildpflanzenliebe.wordpress.com

Achtung, man kann den Ackerschachtelhalm leicht mit dem Sumpfschachtelhalm verwechseln. Der Sumpfschachtelhalm ist giftig!

Botanik
Der Ackerschachtelhalm zählt zur Familie der Schachtelhalmgewächse. Der grüne Sproß kann bis zu 50 cm hoch werden. Die Pflanze ist fast geruch- und geschmacklos und knirscht beim Kauen zwischen den Zähnen.

Vorkommen
Die Pflanze ist auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel weit verbreitet. Man findet sie häufig an feuchten, kühlen Plätzen mit sandigem und lehmigem Untergrund, wie Flußufern, Kiesbecken, Äckern und Bahndämmen.

Pflanzenteile
Für arzneiliche Zwecke verwendet man ausschließlich den unfruchtbaren grünen Sproß.

Inhaltsstoffe
Der Ackerschachtelhalm enthält silizumhaltige Kieselsäure. Sie unterschützt den Aufbau des Bindegewebes und wirkt stoffwechselanregend. Daneben findet man viel Kalium, Flavonoide mit harntreibender Wirkung und seltene Karbonsäuren.

Sammelzeit: Mai - Juni

Heilanzeigen
Der Ackerschachtelhalm verstärkt die Wasserausscheidung und wird aufgrund dieser Eigenschaft zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen von Blase und Nieren, Stein- und Grießleiden sowie Gicht, Rheuma- und Nervenschmerzen eingesetzt. In der Volksheilkunde findet er bei der Blutstillung, beispielsweise zu starker Regelblutung, Hämorrhoiden oder Nasenbluten Verwendung. Äußerlich fördert ein Teeaufgruß aus Schachtelhalmkraut die Wundheilung, bei Akne wirkt er antibakteriell und entkeimend und eignet sich als Mundspülung.


Anwendungsarten:

Teeaufguß: 2 TL geschnittenes Kraut mit 1/4 l siedendem Wasser übergießen, 30 Min. kochen und nach 10-15 Min. abseihen. Täglich 3 - 4 Tassen zwischen den Mahlzeiten trinken.

Spül- und Gurgellösung: Bei Nasenbluten, Hals- und Rachenbeschwerden eignet sich der Teeaufguß als Spülung und Gurgelwasser.

Bad: 150 g getrocknetes Kraut mit 1/2 l siedendem Wasser übergießen, 1 Std. ziehen lassen, abseihen und ins Badewasser geben.

Umschläge: 10 g getrocknetes Kraut in 1 l Wasser geben und eine Abkochung bereiten. Die Umschläge mehrmals täglich 10 - 15 Min. einwirken lassen.
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#50
Alant (Inula helenium)

Der Echte Alant wird auch Helenenkraut genannt. Die alten Griechen verwendeten den Alant gegen Schlangenbisse und Blähungen. Heutzutage ist eine schleimlösende Wirkung von Bedeutung.

   
http://www.myheimat.de

Botanik
Der Echte Alant gehört zur Familie der Korbblütler. Die arnikaähnliche gelbblühende, ausdauernde Pflanze wird bis zu 2 m hoch. Der verzweigte Wurzelstock kann sich bis zu 6 m im Durchmesser unter der Erde ausbreiten. Der Geruch der Wurzel ist eigenartig aromatisch, der Geschmack säuerlich und bitter.

Vorkommen
Die Pflanze ist ursprünglich in Südosteuropa und Westasien beheimatet. Inzwischen wird sie in Europa, Asien und Nordamerika kultiviert. Verwildert wächst der Alant an feuchten Standorten, wie Bachufern und Gräben, sowie in Hecken.

Pflanzenteile
Zu Heilzwecken dienen vor allem die zerkleinerten 2-4jährige Wurzeln. Für äußerliche Anwendung benutzt man in der Volksmedizin auch die frischen, jungen Blätter.

Inhaltsstoffe
Die Alantwurzeln enthalten 20 – 45 % stärkeähnliches Inulin und Pektinstoffe. Im ätherischen Öl findet man Bitterstoffe der Sesquiterpengruppe, wie Alantolaktone, die auch als Alantkampfer oder Helenin bezeichnet werden.

Sammelzeit
März bis Mitte April, September bis November

Heilanzeigen
Hauptanwendungsgebiet der Alantwurzel sind Bronchitis, Bronchialkatarrhe sowie Reiz- und Keuchhusten. Ihre Inhaltsstoffe wirken auf die Schleimhäute der Bronchien krampflösend, auswurffördernd und reizstillend. Als Bittermittel ist sie bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes und Verdauungsschwäche gebräuchlich. Ausschließlich in der Volksmedizin wird Alant als Mittel gegen krampfartige Menstruationsbeschwerden und Juckreiz sowie zur Steigerung des Harnflusses und der Gallenproduktion in der Leber eingesetzt. Äußerlich angewendet, helfen die Zubereitungen bei Wunden und Geschwüren.


Anwendungsarten

Abkochung
10-20 g fein geschnittene, getrocknete Alantwurzeln in 1/4 l kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und 20 Min. köcheln. Dann abseihen. Bei Bronchialkatarrh und Verdauungsschwäche mehrmals täglich 1 EL einnehmen. Die Wirkung kann zusammen mit andern hustenwirksamen Heilpflanzen, wie Thymian, Lungenkraut und Schlüsselblumen, noch verbessert werden.

Kompresse
6 g Alantwurzeln in 100 ml Wasser aufkochen. Die in der Abkochung getränkten Kompressen bei Hautentzündungen und Juckreiz auf die betroffenen Stellen legen.

Extra-Tip: Nach der Einnahme großer Mengen kann der Echte Alant Erbrechen, Durchfall, Lähmungserscheinungen und häufig auch Allergien auslösen. Nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden.
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