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Hexenverfolgung
#1
Vielleicht interessiert es den ein oder anderen ja auch. Über Ergänzungen freue ich mich.

Das Geschriebene bezieht sich übrigens nicht nur, aber doch in der Hauptsache auf die Hexenverfolgung in Deutschland, speziell im deutschen Südwesten.

Die Hexenverfolgung

Die historische Hexenverfolgung gehört zu den dunkelsten Kapiteln der europäischen Geschichte. An der Tatsache, daß eine unermeßlich scheinende Zahl von Menschen vom 15. bis zum 18. Jahrhundert jenen Verfolgungen zum Opfer fielen, haben sich früh schon, seit der Aufklärung, vielerlei Überlegungen - und Phantasien - entzündet. Manche Irrationalitäten waren dabei entstanden, die sich freilich mit dem changierenden und unterschiedlichen Hexenbild in Volksvorstellungen, Glaubenstraditionen, in Märchen und Literatur verbanden.

Vor etwa zwanzig Jahren setzte eine neue, wissenschaftlich gründlichere historische Erforschung der Hexenverfolgung ein.

Man weiß, daß wenigstens 40 000 Menschen den Verfolgungen zum Opfer fielen und oft genannte weitaus höhere Zahlen wohl einer kritischen Revision bedürfen. Man weiß, daß der Zahl der Opfer, die den Hexereiverdacht mit dem Leben bezahlen mußten, eine weitaus größere Zahl Verfolgter, Verdächtigter, Gefolterter, leichter Bestrafter zu Seite steht. Man weiß, daß die großen Hexenverfolgungen nicht als Phänomen des Mittelalters, wie oft irrig behauptet, sondern vielmehr der frühen Neuzeit anzusprechen sind: Nach den ersten Hexenprozessen im 15. Jahrhundert fanden sie ihren Höhepunkt in der Zeit zwischen 1560 und 1630 und ebbten dann bis ins 18. Jahrhundert hinein ab.

Und es ist klar erkennbar, daß mindestens 80 Prozent der Verfolgten Frauen waren. Anfänglich betraf es vor allem die arme, alte Frau, wie es einem geläufigen Klischee entspricht, später auch zunehmend junge Frauen, Männer und Kinder, einen Personenkreis, der während der großen Massenverfolgungen in einzelnen Gebieten auch der Ober- und Führungsschicht entstammen konnte.

Und doch weiß man bis heute vielleicht immer noch zu wenig. Außerordentlich komplex scheinen die treibenden historischen Kräfte, die im einzelnen oder im Verbund wirkten. Den Bestrebungen der Obrigkeit, der Theologen und Juristen stehen Verfolgungswünsche gegenüber, die aus der Mitte der Bevölkerung, bzw. einzelner Bevölkerungsgemeinschaften vorgebracht wurden. Frauenfeindlichkeit im theologischen und philosophischen Weltbild verband sich unterschiedlich mit der Verbreitung eines Magie- und Zauberglaubens, mit dem viele Menschen Unglück und Schicksalsschläge zu begreifen suchten, mit sozioökonomischen Faktoren, etwa den Hungerkrisen, die nach Ursachen fragen ließen, nach den dafür verantwortlichen `Sündenböcken`, durchaus auch mit gezielten Ausrottungsmechanismen gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Konkurrenz unter dem Deckmantel des Hexenvorwurfs.

Systematische, ausgedehnte Verfolgungen von Hexen sind geographisch auf jenes Europa beschränkt geblieben, das sich mit dem Einflußbereich der abendländischen Kirche, seit der Reformation mit dem der abendländischen Kirchen deckte. Auf das Abendland beschränkte sich aber nicht nur die Hexenverfolgung, sondern - in kausaler Verknüpfung - ebenso die kumulative Hexenvorstellung, der elaborierte Hexenbegriff; diese Vorstellung - um sie in der gebotenen Kürze zu kennzeichnen - bestand im wesentlichen aus fünf Hauptelementen:

1. der Vorstellung, daß die Hexe mit dem Teufel einen Pakt abschließt,
2. sie mit ihm den Geschlechtsverkehr vollzieht,
3. durch die Luft fliegen kann, um
4. zum Hexens*batt zu gelangen, sowie
5., daß die Hexe Schadenszauber auszuüben vermag.

Dieses letzte Element, der Glaube an die Möglichkeit von Zauberei, läßt sich durch das ganze Mittelalter beobachten und war wie die gelegentliche Bestrafung einzelner Zauberer in sehr vielen Kulturen verbreitet. Die kumulative Hexenvorstellung des Abendlandes fand ihren theoretisch begründeten Abschluß und damit vor allem auch die Vereinigung der vordem mehr oder weniger isolierten Elemente erst im 15. Jahrhundert. An diesem Prozess waren maßgeblich die von der päpstlichen Autorität getragene Sondergerichtsbarkeit zur Aufspürung von Häresien - kurz Inquisition genannt - beteiligt, vor allem ihre Vertreter aus dem Dominikanerorden. Die auf die Bekämpfung häretischer Sekten spezialisierten Inquisitoren übertrugen wesentliche Elemente ihres Feindbildes auf die früher in der Regel nur als Einzeltäter eingestuften Zauberer und erfanden auf diese Weise die `neue` Hexensekte.

Die Inquisition ging erstmals in der Schweiz, und zwar seit der Mitte des 15. Jahrhunderts zur Verfolgug von Zauberern über. In Deutschland sind solche Versuche spätestens seit den achtziger Jahren des 15. Jahrhunderts zu beobachten. Ihr Drahtzieher war zumeist der Inquisitor Heinrich Kramer beziehungsweise Institoris aus dem Dominikanerkonvent von Schlettstadt im Elsaß. Auf ihn gehen die Ravensburger Hexenprozesse der Jahre nach 1484/85 zurück, die erste auf deutschem Boden nachweisbare große Hexenverfolgung. Als Institoris bei seinen Verfolgungen nicht überall die nötige Unterstützung durch den Diöszesanklerus fand, wandte er sich nach Rom und erlangte 1484 von der Kanzlei Innocenz`VIII. die Bulle `Summis desiderantes affectibus`, die sogenannte Hexenbulle.

Damit nicht genug, verfaßte Institoris den `Malleus maleficarum`, den `Hexenhammer`, der 1487 erstmals gedruckt wurde. In dieses Handbuch für Hexenverfolger ließ der Inquisitor sein ganzes theoretisches Wissen und Beispiele aus seiner Verfolgungspraxis einfließen. Im Vergleich mit den anderen, älteren Hexentraktaten erweist sich der Hexenhammer als wenig originell. Besondere Merkmale waren jedoch die Zuspitzung auf das weibliche Geschlecht und die Aufforderung an die weltlichen Gerichte Deutschlands zur eigenständigen Verfolgung.

Die Hexenverfolgungen zwischen dem Erscheinen des Hexenhammers und der Reformation gehen anscheinend noch weitgehend auf das Konto der Inquisition. Bald nach 1500 aber fanden in Deutschland die Hexenprozesse der kirchlichen Sondergerichte ein Ende. Seit etwa 1550 begann die seit längerem stagnierende Zahl von Hexenprozessen vor weltlichen Gerichten wieder zu steigen und erlangte rasch eine völlig neue Dimension, so daß die Historiker mit guten Gründen den Beginn der großen abendländischen Hexenverfolgung in die Jahre um 1560 datieren. Die meisten Hexenprozesse fanden in des Grenzen des Alten Reiches statt. Die Forschung hat lange im Banne aufgeklärten Entsetzens über dem `wüsten Wahnwitz der Hexengreuel` gestanden. Bei dieser von unverkennbarem Fortschrittsoptimismus getragenen Sichtweise blieben die Hintergründe der Prozesse, das soziale Umfeld der Opfer und ihrer Denuzianten nahezu völlig außer Betracht. Insofern verdanken wir der älteren Forschung zwar gründliche Kenntnisse über die Enstehung, Verbreitung und Bekämpfung der Hexenlehre sowie über den Ablauf der Prozesse, das tatsächliche Ausmaß der Verfolgungen aber und deren konkreter sozialgeschichtlicher Hintergrund kamen nicht ins Blickfeld.

Statt dessen setzte sich der Eindruck ständig und überall lodernder Scheiterhaufen fest. Zu der älteren Forschungsphase gehört zeitlich auch noch das von einer antikleralen Einstellung geprägte Interesse des Nationahlsoziealißmus an der Geschichte der Hexenverfolgung. Wie das 1935 eingerichtete `Annenärbe` steht das im gleichen Jahr beim esde etablierte `Hex-Sonderkommando` ebenfalls für den Versuch HHI, die politische Macht der XX auch auf den Bereich des geistigen Lebens auszudehnen. Die Mitarbeiter des `Hex-Sonderkommandos` haben zwischen 1935 und 1944 in großem Stil recherchiert und auf Tausenden von Fragebögen die Hexenprozessakten von nahezu 150 Archiven und Bibliotheken ausgewertet.

Um 1970 setzte eine neue Phase der Hexenforschung ein, die sich in Deutschland erstmals mit der Arbeit von Erik Midelfort bemerkbar machte. Der US-Amerikaner ließ seine Untersuchung 1972 unter dem Titel `Witch Hunting in Southwestern Germany 1562-1684` in Druck gehen. Midelfort bot zum ersten Mal eine territorial übergreifende, sozialgeschichtliche Untersuchung auf quantifizierender Grundlage.

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#2
Die spätmittelalterliche kosmologische Weltordnung

Zauberei, Wahrsagerei, Teufelspakt und der nächtliche Flug von Frauen stellen die Hauptdelikte im inquisitorischen Hexenprozess dar.

Seit frühchr*stlicher Zeit in der abendländischen Tradition als Götzendienst aufgefasst, wurden sie schließlich im späten Mittelalter zu den schlimmsten Vergehen am ersten Gebot `Du sollst keine anderen....` gerechnet und als Reste von Heidentum durch die Kirche bekämpft und geahndet.
Von Anbeginn in Verbindung mit Frauen und deren Verführbarkeit durch den Teufel gebracht, bezugnehmend auf Eva und den b*blischen Sündenfall, wurde der Begriff der `Hexe` im Spätmittelalter ausgeformt. Die Kriminalisierung von Frauen erfolgte im kirchlich-kanonischen Recht gleichermaßen wie in der weltlich-profanen Rechtssprechung.

Der Glaube an die Wirksamkeit magisch-zauberischer Kräfte stand als `falsche` Glaubenshaltung mit Verlust der Heilserwartung neben dem `wahren Glauben` im Sinne der Verheißung und Erfüllung. Zauberische Wirkung war nach theologischer Auffassung erst durch eine gemeinsame Verständigung (`Sprache`) zwischen dem Menschen und den Dämonen aufgrund eines Bündnisses mit dem Teufel möglich.

Auch das Beobachten, Beachten und Befolgen bestimmter Zeichen und Zeiten, unerlässlich bei zauberischen Handlungen, war verboten. Ausnahmen wurden gewährt bei der Einhaltung der durch das Kirchenjahr festgelegten Zeiten, bei den jahreszeitlich bedingten landwirtschaftlichen Verrichtungen und bei der Berücksichtigung bestimmter Termine für den Aderlaß in der Medizin.


Schutz und Abwehr im magischen Weltbild

Der gesamte Lebensraum des Menschen, sein Fühlen, Denken und Handeln, wurde jahrhundertelang vom Glauben an das Übersinnliche, an gute, aber auch an unheilvolle und schadenbringende Mächte mitgeprägt. Für das Verständnis des Phänomens `Hexenverfolgung`, des Glaubens an die Effektivität von Zauberei und Hexerei, ist das Vorhandensein einer magischen Weltsicht Grundvoraussetzung. Danach stehen der Kosmos, ähnliche Dinge, Kräfte, Verhältnisse und Personen in sympathetischem Zusammenhang, auf den unter Zuhilfenahme bestimmter zauberischer Kräfte, Praktiken und Handlungen im positiven wie im negativen Sinne Einfluß ausgeübt werden kann.

Die Macht, die man Dämonen, Geistern und Hexen zuschrieb, war grenzenlos. Alles, was menschliches Fassungsvermögen überstieg, konnte durch deren gefährliches Wirken geschehen. Sie bedrohten Feld und Flur, Haus und Hof, Mensch und Vieh; hexten Gewitter, Hagel und Ungeziefer herbei, stahlen bzw. verdarben auf magischem Wege Milch und Butter und verursachten Seuchen, Krankheiten und Unglücksfälle.

Vor dem geistig-religiösen Hintergrund und Wissensstand jener Zeit erscheint es folgerichtig, daß zum Schutz des Lebensraumes die unterschiedlichsten abergläubischen Mittel und Maßnahmen Verwendung fanden.

Schutz- und Abwehrzeichen wie Drudenfüße, Hexagramme, Teufelsknoten oder Siebensterne verwehrten dem `Bösen` den Zutritt. Solche Zeichen wurden an den unterschiedlichsten Stellen, z.B. an Balken, Türen, Gefachen, Möbeln oder auf Schutzzetteln angebracht. Gleiches erhoffte man sich von Tierschädeln und den mumifizierten Körpern bestimmter Tiere, die, unter der Türschwelle vergraben, Dämonen und Hexen bannen sollten. In denselben Vorstellungskreis gehörten Schutzfiguren, Neid-, Schreckköpfe und die sogenannten Kleiekotzer.

Ihre drohenden und abweisenden Fratzen konnten zum einen Schutz- und Zierelement sein, aber auch apotropäische Funktionen besitzen.

Auch Objekte des täglichen Gebrauchs wie Sichel, Sense, Besen, Messer oder Schere wurden zur Abwehr von Hexen- und Teufelswerk benutzt. Unauffällig in Haus und Hof platziert, blieb dem Unwissenden ihr apotropäischer Gebrauch verschlossen.

Zum Schutz vor Hexerei sowie als Heilmittel setzte man Amulette und Talismane ein. Die Kräfte, die ihnen zugeschrieben wurden, konnten für den jeweiligen Besitzer aktiviert und auf ihn übertragen werden, vor allem dadurch, daß er den kraftgeladenen Gegenstand bei sich trug oder ihn an einer vermeintlich dämonengefährdeten Stelle in Haus und Hof deponierte. Teile von Mensch und Tier, Münzen, Versteinerungen, Edelsteine, gedruckte und handgeschriebene Gebete, Zaubersprüche und vieles mehr fanden als Amulett Verwendung. Als besonders wirksam galten Komposit- oder Universalamulette. Nach dem Motto `je mehr desto besser` wurden durch Kombinationen und Häufung diverser Amulettelemente, Segen und Reliquien die größtmögliche `magische` Wirkung erzielt. Beispiele hierfür sind die sogenannten Fraisketten und Breverln. An ihnen befanden sich zumeist neben profanen auch chr*stliche Amulette. Nach populärer religiöser Auffassung wohnten geweihten und gesegneten Gegenständen unheilabwehrende und schützende Kräfte inne.

Als Schutz- und Abwehrmittel spielten auch Pflanzen eine wichtige Rolle. Aufgrund ihres penetranten Geruchs, ihres Aussehens, ihrer giftiger wie auch heilsamen Substanzen kamen sie in den Ruf, besonders zauberwirksam zu sein. Zu den Pflanzen mit Zauberkraft zählten beispielsweise Knoblauch, Alant, Stechapfel, Tollkirsche oder Mandragora.

Das Wissen um Schutz- und Abwehrmaßnahmen, Zauber- und magische Heilpraktiken stammte aus mündlicher Überlieferung und handschriftlichen Aufzeichnungen, aber auch zu einem guten Teil aus sogenannten Zauber- und Rezeptbüchern. Die bekanntesten Druckwerke sind das `Romanusbüchlein`, die `Egyptischen und sympathetischen Geheimnisse des Albertus Magnus`, `Der wahre geistliche Schild` und das `Sechste und Siebente Buch Mosis` (Als ich in diesem absonderlichen Werk gelesen habe, wußte ich nicht, ob ich lachen oder heulen soll Häh? . Also das ist jedenfalls der echte Brüller!).

Aufgrund historischer Untersuchungen läßt sich belegen, daß zur Zeit der Hexenverfolgungen eine `magische Volkskultur` existierte. Zaubereivorwürfe waren seinerzeit nicht nur Fiktion, sondern es wurde in der Tat `gezaubert` und an die Wirkung von Zauberei geglaubt.
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#3
Ausbildung des Hexenbegriffs in Traktaten des 15. Jahrhunderts

Die Handschriften von Nikolaus von Jauer, des Johannes von Frankfurt sowie anonymen `Errores Gazariorum` dokumentieren die schrittweise `Erfindung` des Hexenglaubens seit dem Anfang des 15. Jahrhunderts. Sie war, wie das zuletzt Dieter Harmening dargelegt hat, Ergebnis der damals einsetzenden Bemühungen um eine Reform der allgemeinen Glaubenspraxis und des kirchlichen Lebens,  denen die verbreiteten Phänomene des Heidentums, des Aberglaubens, der Magie und der Zauberei natürlich ein besonderer Dorn im Auge sein mußten. Ein Teil davon wurde jetzt ausgegrenzt und zu Teufels- bzw. Hexenwerk erklärt.

Die ausgewählten Handschriften belegen auch, daß der Südwesten des Alten Reichs eine wichtige Rolle in diesem Prozess spielte. Nikolaus von Jauer und Johannes von Frankfurt wirkten lange Zeit als Theologieprofessoren in Heidelberg, die `Errores Gazariorum` wurde hier von dem Hofkaplan Mathias Widman von Kemnat ins Deutsche übertragen. Heidelberg wurde damit neben Städten wie Basel oder Straßburg zu einer wichtigen Station der Entwicklung und Weitervermittlung des jungen Hexenglaubens. Auch Heinrich Institoris, der Verfasser des Hexenhammers, lebte und wirkte lange Zeit seines Lebens in dieser Region.


Später weiter...
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#4
hallo abnoba und alle anderen hexen - auch die maennlichen!

schoene idee hier mal etwas wissen ueber die verfolgung von andersglaeubigen oder unglaeubigen durch die kirche zusammenzutragen. die "hexenverfolgung" ist wesentlich aelter als das mittelalter und bereits 385 (also kurz nach aufkommen der Ch**stendoktrin) wurde in trier die ersten menschen als ketzer ermordet.

ich schreib gleich ausfuehrlich etwas dazu.

alexis
EigenSinnige Frauen
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#5
Die Opfer der Kirche

Auf deutschem Boden fand die erste historisch belegte Ermordung von Andersgläubigen auf Betreiben der Kirche statt. 385 wurden in Trier auf Geheiß katholischer Bischöfe der Ch**stliche »Häretiker« (»Abweichler«) Priscillianus und einige seiner Anhänger enthauptet. Die Lehre des Priscillianus bestand in einer Hinwendung zur ursprünglichen Lehre des Je sus von Nazareth, von der sich die Kirche spätestens seit der Erhebung zur Staatskirche durch Kaiser Konstantin (ab ca. 313) weit entfernt hatte.


Antike & Mittelalter Katholische Bischöfe in Trier töten Priscillanus (385) - Ausrottung der Markioniten, Paulikianer, Manichäer, Donatisten, Arianer, Bogumilen. Gleichermaßen wurden die »heidnischen« Kulte der Antike verfolgt, deren Tempel zerstört, ihre Anhänger kriminalisiert, vertrieben oder umgebracht.(Näheres hierzu: Karlheinz Deschner, »Kriminalgeschichhte des Ch**stentums«, Bd. 1, S. 183 ff. und Bd. 3, S. 559 ff.)


Inquisition: Millionen Menschen wurden Opfer der katholischen Inquisition 10.000.000 Tote, ungezählte Gefolterte.
 
Als trotz beständiger Verfolgungen Andersgläubiger die Bewegungen der Katharer und Waldenser vor allem in Südfrankreich, aber auch in Italien und Deutschland immer mehr Zulauf erhielten, organisierte die Kirche im ausgehenden 12. Jahrhundert die bürokratisierte und totalitäre Gehirnwäsche in Form der Inquisition.

Millionen Menschen wurden Opfer der katholischen Inquisition. Man geht von bis zu 10.000.000 Toten sowie ungezählten Gefolterten, Misshandelten und Terrorisierten aus (SPIEGEL, 1.6.98).


Kreuzzüge: Die Kreuzzüge wurden mit großer Grausamkeit geführt. Zwischen 1096 und 1291 fanden auf Betreiben der Päpste sieben Kreuzzüge ins »Heilige Land« Palästina statt, die nach Schätzung des Schriftstellers Hans Wollschläger (»Die bewaffneten Wallfahrten nach Jerusalem«) insgesamt 22 Millionen Menschen das Leben kosteten.

Bei der Eroberung Jerusalems (1099) wurden etwa 70 000 Juden und Muslime im Blutrausch umgebracht - die gesamte Einwohnerschaft der Stadt. Die noch vor Blut triefenden Ritter gingen anschließend »vor Freude weinend ... hin, um das Grab unseres Erlösers zu verehren, und entledigten sich ihm gegenüber ihrer Dankesschuld« - so ein Augenzeuge (»Die Kreuzzüge in Augenzeugenberichten«, dtv-Taschenbuch, 1971, S. 101).

Die Kreuzzüge wurden mit großer Grausamkeit geführt. Zeitgenössische Bilder zeigen Massenenthauptungen von Gefangenen und Zivilisten. Das Ch**stliche Abendland hat durch die Kreuzzüge unsägliches Leid unter die moslemischen Völker gebracht.


Konzilsbeschlüsse: z. B. Juden dürfen nur noch in Judenvierteln wohnen. (Synode zu Breslau, 1267)

Juden müssen an ihrer Kleidung ein Unterscheidungszeichen tragen. Juden müssen besondere Kleidung tragen, damit den "Ausschweifungen einer so abscheulichen fleischlichen Vermischung in Zukunft die Ausflucht des Irrtums abgeschnitten werde." (4. Laterankonzil 1215)

Juden dürfen keine Synagogen mehr bauen. (Konzil Oxford, 1222)

Juden können keine akademischen Grade erwerben. (Konzil von Basel, 1434)

Ch**sten ist es untersagt, Grund und Boden an Juden zu verkaufen oder zu verpachten. (Synode von Ofen, 1279)

Juden dürfen an Ch**stlichen Feiertagen nicht auf die Straße. (3. Synode von Orleans, 538)

Ch**sten dürfen nicht bei Juden wohnen. (Synode von Narbonne, 1050)

Juden dürfen Ch**sten nicht vor Gericht bringen oder gegen sie als Zeugen aussagen. (3. Laterankonzil, 1179)

Juden dürfen nur noch in Judenvierteln wohnen. (Synode zu Breslau, 1267)

Jüdische Forderungen gegen Ch**stliche Schuldner werden konfisziert. (Nürnberg, 14. Jhd.)

Ch**sten, die sich erdreisten, mit Juden zu leben, sind dem Kirchenbann verfallen. (3. Lateranerkonzil, 1179)

Juden dürfen keine Ch**stlichen Mitarbeiter beschäftigen. (3. Synode von Orleans, 538)

Jüdische Bücher müssen verbrannt werden. (Die 12. Synode von Toledo, 681)

Ch**sten ist es untersagt, jüdische Ärzte zu konsultieren. (Trullanische Synode)

Auch spätere Judenverfolgungen wären ohne die jahrhundertelange Vorbereitung durch kirchliche Hetze undenkbar gewesen


"Heiden" Kriege, Metzeleien und gezielte Verwüstungen ganzer Landstriche erfolgten immer unter dem Vorwand, die »Heiden« zu bekehren.    

TAUFE - oder - TOD

Wie die »Heiden« des Mittelmeerraumes wurden auch im Mittelalter die noch nicht Ch**stianisierten germanischen und slawischen Stämme erbarmungslos bekriegt und zur Taufe gezwungen. Von den Schlächtereien an den Sachsen durch Karl »den Großen« im 9. Jahrhundert zieht sich eine wenig bekannte Blutspur durch die deutsche Geschichte bis hin zum Wenden-Kreuzzug (!) 1147.

Alle diese Kriege, Metzeleien und gezielten Verwüstungen ganzer Landstriche erfolgten immer unter dem Vorwand, die »Heiden« zu bekehren. Zahlreiche Bischöfe riefen dazu auf oder beteiligten sich selbst mit ihren Truppen. Die Gefangenen wurden meist vor die Wahl gestellt, sich taufen zu lassen oder zu sterben. Ebenso verfuhr der Deutsche Ritterorden in Ostpreußen. Erhellendes zu diesem verdrängten Thema findet sich in der »Kriminalgeschichte des Ch**stentums« von Karlheinz Deschner in den Bänden 4 (S. 457 ff), 5 (S. 46 ff, 146 ff, 305 ff, 350 ff, 450 ff, 563 ff) und 6 (u.a. S. 457 ff).


mittelalterliche Kriege: Das  Papsttum trägt an zahlreichen der in Europa durch alle Jahrhunderte geführten Kriege eine erhebliche Mitschuld. Die Machtpolitik der Päpste als Kriegsursache.
 
Das Papsttum trägt an zahlreichen der in Europa durch alle Jahrhunderte geführten Kriege eine erhebliche Mitschuld. Abgesehen von den Kreuzzügen, zu denen die Päpste direkt aufriefen, betätigten sich die selbsternannten »Stellvertreter Ch**sti« auch sonst ständig als Kriegstreiber. Die Kirche hetzte die Byzantiner gegen die Ostgoten und Vandalen, die Franken gegen die Langobarden, die Staufer gegen die Normannen und umgekehrt, die Welfen gegen die Waiblinger - und im 11. Jahrhundert die eigenen Bischöfe gegen die deutschen Kaiser.

Deutschland fiel durch die Intrigen des Papsttums von einem Bürgerkrieg in den nächsten; das Land wurde ebenso verwüstet wie später im Dreißigjährigen Krieg (vgl. Deschner: »Kriminalgeschichte des Ch**stentums«, Bd. 6). Auch der Dreißigjährige Krieg wäre ohne die Machtpolitik der Kirche wohl kaum ausgebrochen.

Der "heilige" Augustin, der "große" Kirchenlehrer, rechtfertigte den Krieg mit den Worten: »Was hat man denn gegen den Krieg? Etwa dass Menschen, die doch einmal sterben müssen, dabei umkommen?«


Ein Beispiel von vielen: Papst Innozenz III  

Innozenz III. 22. Februar 1161 - 16. Juli 1216 gilt als der bedeutendste Papst des Mittelalters. Geboren wurde er als Lotario de Conti, als Spross einer bedeutenden römischen Adelsfamilie, der mehrere Päpste entstammen. Er studierte in Rom, Paris und Bologna und galt als einer der besten Kirchenrechtler seiner Zeit. Zum Papst gewählt wurde er 1198 nach dem Tod von Coelestin III. Nach dem Tod von Kaiser Heinrich VI. war Friedrich II. als dessen Sohn zum deutschen König gewählt, jedoch nicht im Reich anerkannt worden. Stattdessen kam es zur Doppelwahl Philipps von Schwaben und Ottos IV. von Braunschweig. Friedrich selbst erhielt unter der Vormundschaft von Innozenz III. 1197 die Krone von Sizilien. Innozenz schlug aus den deutschen Streitigkeiten zwischen Welfen und Staufern Vorteil und sicherte sich Ländereien des Kirchenstaats und bestand darauf, dass der Papst bei der Kaiserwahl das letzte Wort habe (Dekret Venerabilem 1202).

Innozenz machte den 1198 von ihm ausgerufenen 4. Kreuzzug zu seiner Sache, der allerdings scheiterte. Durch die Plünderung von Zara 1202 und von Konstantinopel 1204 nahm der Kreuzzug zudem einen katastrophalen Verlauf und trug beträchtlich zum endgültigen Schisma zwischen katholischer und orthodoxer Kirche bei. Innozenz galt als unerbittlicher Verfolger der Häresie. Er sorgte für die Vernichtung der Katharer und anderer Häretiker in allen päpstlich kontrollierten Staaten. Unter der Führung von Simon von Montfort erfolgte der Albigenserkreuzzug 1209, wobei die Kirche auf Innozenz' Geheiß die Organisation übernahm. Die Häretiker sollten der päpstliche Linie folgen oder exkommuniziert werden. Dies war das Vorspiel der 1233 eingerichteten blutigen Inquisition. Andere der "Häresie" nur verdächtigte Gruppen (Waldenser, Humiliaten, Franziskaner, Dominikaner) wurden auf Bestreben von Innozenz auf kirchliche Linie gebracht oder "integriert".

Im November 1215 eröffnete er das 4. Laterankonzil, wo er zum erneuten Kreuzzug in das Heilige Land aufrief, sowie 70 teilweise bis heute in der katholischen Kirche geltende Edikte verabschieden ließ. Innozenz starb in Perugia und wurde 1891 in der Kathedrale von Perugia durch Papst Leo XIII. beigesetzt.

Auch Martin Luther ruft zum Krieg auf  

Martin Luther rief zum Krieg gegen die Bauern auf: »Steche, schlage, würge hier, wer da kann.« (Hans-Jürgen Böhm, »Martin Luther - ein Mythos zerbricht«, S. 93). Der Aufstand der Bauern wurde im Blut erstickt. Luther hat daran einen erheblichen Anteil.


Die Indianerverfolgungen durch Ch**sten in Amerika Die Spanier behandelten die Indianer schlimmer als Tiere und massakrierten sie auf grausamste Weise.  

100.000.000 Tote  

In den ersten 50 Jahren nach der Entdeckung Amerikas durch die katholischen Spanier waren bereits eine Million Indianer im karibischen Raum zugrunde gegangen - ermordet, durch Zwangsarbeit zu Tode geschunden oder an Infektionen gestorben. Nach 150 Jahren waren in ganz Amerika 100 Millionen Menschen gestorben - über 90 Prozent der Bevölkerung (Südwestpresse, 2.5.92).

Der katholische Theologe Leonardo Boff nennt die Eroberung Amerikas den »größten Völkermord aller Zeiten« (Publik-Forum, 31.5.91).

»Sie hackten und schnitten den Indianern Hände und Nasen ab und fütterten damit ihre Hunde.«

Spanier massakrierten Indianer grausamst. Die Spanier behandelten die Indianer schlimmer als Tiere und massakrierten sie auf grausamste Weise. Sie erhängten »zur Ehre der Apostel und Jesu Ch**sti«, wie sie sagten, jeweils 13 Indianer über einem Feuer, so dass sie gleichzeitig erstickten und verbrannten. Sie trieben die Indianer in Fallgruben mit spitzen Pfählen, verstümmelten sie oder warfen ihre Kinder lebendig den Hunden vor.


Reformation Katholische, lutherische, zwinglianische und calvinistische Konfession waren sich einig in der Bekämpfung und Ermordung von Anhängern kleinerer Gemeinschaften wie z.B. der Wiedertäufer.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts versuchte Jan Hus in Prag die Kirche zu reformieren. Er wurde, trotz Zusicherung freien Geleits durch den deutschen Kaiser, 1415 auf dem Konzil in Konstanz verbrannt, ebenso wie in den Jahren danach zahlreiche seiner Anhänger auch in Deutschland: Nikolaus von Dresden, Stephan von Basel, Friedrich Raiser oder der Bürgermeister von Zittau mit 12 weiteren Bürgern der Stadt, um nur einige zu nennen (Die historische Zeitschrift »Damals«, 7/94).

Während und nach der Reformationszeit wurden auch Anhänger der Reformation zeitweise zu Opfern der katholischen Inquisition vor allem in Südeuropa. Dennoch waren sich alle staatskirchlichen Konfessionen, die katholische ebenso wie die lutherische, die zwinglianische und die calvinistische einig in der Bekämpfung und Ermordung von Anhängern kleinerer Gruppen wie z.B. der Täufer.

1527 wurde der Täufer Felix Mantz in Zürich hingerichtet, 1528 Balthasar Hubmaier in Wien, 1536 Jakob Hutter in Innsbruck. Der Graf von Alzey in der Pfalz soll, nachdem er 350 Täufer hinrichten ließ, ausgerufen haben: »Was soll ich bloß tun? Je mehr ich töte, desto größer wird ihre Zahl.« (Gerhard Wehr, »Reformation der Täufer«, in »Die Kommenden«, 25. 11.83). Die Täufer waren in der Regel für ihre friedfertige und untadelige Lebensführung bekannt. Als Kaspar Zacher aus Waiblingen der Täuferei verdächtigt wurde, führte er zu seiner Entlastung an: er schwöre leichtfertig, fluche, trage unrechtmäßig Waffen und sei streitsüchtig - er könne also kein Täufer sein.

In Frankreich wurden die Hugenotten, die franz. Protestanten, blutig verfolgt. Im Jahre 1572 wurden in Paris in einer einzigen Nacht, der Bartholomäusnacht, 3000 bis 5000 von ihnen umgebracht.


Sklavenhandel Uneheliche Kinder (z.B. die von Priestern und Findelkinder) wurden zu Kirchensklaven gemacht. Die Kirche war immer für die Sklaverei.
 
Die Kirche kämpfte schon in der Antike energisch für die Beibehaltung der Sklaverei. Kein Wunder: Sie hielt selbst Sklaven, deren Freilassung verboten wurde. Uneheliche Kinder (z.B. die von Priestern und Findelkinder) wurden zu Kirchensklaven gemacht. Der französische Nationalheilige Martin von Tours hielt z.B. 20 000 Sklaven. (Deschner, »Kriminalgeschichte des Ch**stentums«, Bd. 3, S. 524)

Auch als nach der Entdeckung Amerikas bis zum 19. Jahrhundert 13 Millionen Afrikaner versklavt und in den neuen Kontinent gebracht wurden, erhob die Kirche nicht ihre Stimme dagegen. Im Gegenteil: Papst Nikolaus V. legitimierte in seiner Bulle »Divino amore communiti« vom 18. Juni 1452 die Sklaverei, indem er den portugiesischen König ermächtigte, die Länder der Ungläubigen »zu erobern, ihre Bewohner zu vertreiben, zu unterjochen und in ewige Knechtschaft zu zwingen.« Auch Kolumbus hatte keine Skrupel, da »Heiden ohnehin zu ewiger Verdammnis verurteilt seien«. In Sevilla stand anfangs sogar der Bischof Rodriguez de Fonsca selbst als Auftraggeber hinter dem Sklavenverkauf der Indianer. (Friedhelm v. Othegraven in »Litanei des Weißen Mannes«, S.102)

Der Kirchenstaat schaffte als einer der letzten europäischen Staaten erst 1838 die Sklaverei offiziell ab.


Hexenverfolgung: Auch hier verfolgten beide Konfessionen gleichermaßen die angeblichen Hexen, für die es nach »peinlicher Befragung« unter schrecklichen Folterqualen kein Entrinnen gab. Beide Kirchen heizen Hexenwahn an. Der Leitfaden für die systematische Verfolgung und Ermordung von »Hexen« war das Buch »Der Hexenhammer«, herausgegeben 1488 von zwei deutschen Dominikanermönchen - mit päpstlicher Druckerlaubnis.

Der Vatikan sicherte den Wahnsinn noch zusätzlich durch eine päpstliche Bulle ab. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts starben durch den Hexenwahn in Europa nach vorsichtigen Schätzungen zwischen 40 000 und 100 000 Menschen, überwiegend Frauen (Main-Echo, 12.3.99), nach anderen Schätzungen etwa eine Million. Die Hälfte der Opfer, darunter auch Kinder, starb auf dem Boden des heutigen Deutschland. Auch hier verfolgten beide Konfessionen gleichermaßen die angeblichen Hexen, für die es nach »peinlicher Befragung« unter schrecklichen Folterqualen kein Entrinnen gab. Erst die Aufklärung machte den Verbrechen ein Ende.


Frauen »Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden.« (Martin Luther)

Kirche: "Haben Frauen eine Seele?" Die Hexenverfolgungen sind nur ein grausamer Höhepunkt in der Verfolgung der Frauen durch die Männerkirche. Thomas von Aquin, als »Kirchenlehrer« von der Kirche verehrt, erklärte schon im Mittelalter, die Frau sei nicht mehr als ein missratener Mann. Lange Zeit diskutierte man in der Kirche, ob sie wohl eine Seele habe. Zu den psychologischen Hintergründen des grausamen Erfindungsreichtums der Inquisitioren beim Quälen von Frauen siehe das Kapitel »Die Inquisition und die Frauen« in: Hubertus Mynarek, »Die neue Inquisition«. (siehe z.B. http://www.theologe.de/LInquisition.htm )

Zitate über Frauen - von Kirchenmännern  

Damit man die Tradition versteht, aus der die sadistischen Quälereien und Frauenverbrennungen der Inquisition möglich waren und warum bis heute keine Frauen als Priester zugelassen werden.

»Die Weiber sind hauptsächlich dazu bestimmt, die Geilheit der Männer zu befriedigen.«
(Johannes Chrysostomos, 349-407, Kirchenlehrer)

»Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von G*tt nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, dass die Frauen den Männern dienen.« (Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430 - Augustinus gilt als einer der bedeutendsten Kirchenlehrer.)

»Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen.« (Thomas von Aquin, Kirchenlehrer, 1225-1275)

»Die Frau muss das Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild G*ttes ist.« (Ambrosius, Kirchenlehrer, 339-397)

»Ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen, ein weiblicher nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde.« (Thomas von Aquin, Kirchenlehrer und Patron der katholischen Hochschulen)

»Wenn du eine Frau siehst, denke, es sei der Teufel! Sie ist eine Art Hölle!« (Papst Pius II., 1405-1464)

»Die Frau ist ein Missgriff der Natur ... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuss und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger... eine Art verstümmelter, verfehlter, misslungener Mann ... die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann.« (Thomas von Aquin, hl., Kirchenlehrer, 1225-1274)

»In keiner Religion oder Weltanschauung ist die Frau so geachtet und geehrt wie im Ch**stentum!« (Der katholische Theologe Bernhard Häring im 20. Jahrhundert)

»Mädchen, die Miniröcke tragen, kommen in die Hölle.« (Der Jesuit Wild im 20. Jahrhundert)

»Der Frau steht nur Trauerkleidung zu. Sobald sie dem Kindesalter entwachsen ist, soll sie 'ihr so gefahrenbringendes Antlitz' verhüllen, bei Gefahr des Verlustes der ewigen Seligkeit.« (Kirchenvater Tertullian)

»Wo sich ein Priester aufhält, darf kein Weib eintreten.« (Synode von Paris, 846)

»Nahe der Kirche dürfen keine Frauen wohnen.« (Synode v. Coyaca, 1050)

»Priester, die Frauen beherbergen, die Verdacht erregen, sollen bestraft werden. Die Frauen aber soll der Bischof in die Sklaverei verkaufen.« (2. Synode von Toledo, 589)

»Bei der Frau muss schon das Bewusstsein vom eigenen Wesen Scham hervorrufen.« (Clemens Alexandrinus, vor 215)

»Die Frauen dürfen im eigenem Namen Briefe weder schreiben noch empfangen.« (Synode von Elvira, 4. Jahrh.)

»Das ganze (weibliche) Geschlecht ist schwach und leichtsinnig. Sie finden das Heil nur durch die Kinder.« (Johannes Chrysostomos, hl., 349-407, Kirchenlehrer)

»Frauen dürfen in der Kirche nicht singen.« (Der heilige Bonifatius, Benediktinermissionar u. Apostel der Deutschen, 675-754)

»Will die Frau nicht, so komm' die Magd!« (Martin Luther)

»Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden.« (Martin Luther)


Ruanda - heute »Die meisten ihrer Priester und Nonnen hatten 1994 bei dem Blutbad teilnahmslos zugesehen oder gar den Mördern geholfen.«

800.000 Tote  -   In Ruanda wurden binnen 100 Tagen 800 000 Menschen umgebracht. Die katholische Kirche, der 70% der Ruander angehören, hätte als einzige die Autorität gehabt, das Blutbad zu stoppen. Doch »die meisten ihrer Priester und Nonnen hatten 1994 bei dem Blutbad teilnahmslos zugesehen oder gar den Mördern geholfen.« (Spiegel 1/2000) Am 14. April begann das Massaker von Kibeho, zunächst an den 15 000 Flüchtlingen, die im Kirchen-Areal Schutz suchten.

Es dauerte zwei Tage bis alle zu Tode gehackt, verstümmelt, erschlagen, erschossen oder zum Teil lebendig verbrannt waren. Zeugen beschuldigen Priester und Nonnen der katholischen Kirche, den Völkermord an den Tutsi unterstützt zu haben. »Zwischen dem 7. April und dem 4. Juli wurden in 160 Kirchen Tutsi niedergemetzelt, die in die vermeintlichen sicheren Sanktuarien geflohen waren.«

Heute leben die Beschuldigten »hinter Klostermauern in Belgien, leiten Ordenshäuser in Frankreich, studieren Theologie an päpstlichen Universitäten oder predigen Nächstenliebe und Vergebung in italienischen Kirchen.« Mit Bischof Misago, so der Spiegel (1/2000) »steht gleichsam Ruandas katholische Kirche unter Anklage.« »Die ruandischen Bischöfe sagten, noch nachdem das Schlachten längst begonnen hatte, der Hutu-Regierung ihre Zusammenarbeit zu und forderten die Bevölkerung auf, deren Anordnungen zu befolgen ...« Zwei Jahre nach dem Genozid plage eine Gruppe ruandischer Priester das Gewissen. »Doch die Teilnehmer des Diskussionskreises wurden strafversetzt; den Initiatoren drohte der Vatikan gar mit dem Kirchenausschluss.«

Erst zwei Kirchenfunktionäre sind inzwischen von Gerichten in Ruanda verurteilt worden. »Über diejenigen, die fliehen konnten, halten Vatikan und Kirchenfürsten ihre schützenden Hände.« Pfarrer Uwayezu wird von einem überlebenden Schüler beschuldigt, seine Klasse an die Milizen verraten zu haben, die sie allesamt zu Tode hackte. Der einzige überlebende Schüler, der verletzt aus einer Grube entkam, beschuldigt Bischof Misago und Pfarrer Uwayezu der Mitschuld. Bischof Misago selber besorgte Uwayezu ein Fluchtauto, mit dem er entkam. Nun arbeitet Uwayezu unter dem Schutz der Kirche in Italien. (alle Zitate aus Spiegel 1/2000 »Mit Weihrauch und Machete«)

Hintergrund: Unter der belgischen Kolonialherrschaft hatte die Kirche zunächst die herrschenden Tutsi unterstützt und dadurch den Gegensatz zwischen Tutsi und Hutus mit verstärkt. Als sich zu Beginn der Unabhängigkeit ein Sieg der Hutu-Mehrheit abzeichnete, begannen viele katholische Geistliche, diese zu unterstützen und deren Gewalt zu billigen.


Kindsmissbrauch Die Deutsche Presse-Agentur hat einige bekanntgewordene Missbrauchsfälle aus den vergangenen Jahren in Deutschland aufgelistet

Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester der katholischen Kirche werden meistens erst dann bekannt, wenn sie bereits strafrechtliche Konsequenzen für den Täter haben. Die Deutsche Presse-Agentur hat einige Missbrauchsfälle aus den vergangenen Jahren in Deutschland aufgelistet. Sie haben allesamt überregional für erhebliches Aufsehen gesorgt.

1993: Ein 44 Jahre alter Pfarrer aus dem hessischen Kreis Bergstraße wird wegen sexueller Nötigung zweier Mädchen zu zwei Jahren Haft mit Bewährung verurteilt. Richter befinden ihn für schuldig, zwei damals 14 und 16 Jahre alte Schwestern in vier Fällen missbraucht zu haben. Der Priester hatte die Taten vor Gericht gestanden.

1994: Ein katholischer Pfarrer aus der nordrhein-westfälischen Stadt Krefeld wird wegen sexuellen Missbrauchs an einem neunjährigen Jungen zu vier Jahren Haft verurteilt.

1995: Gegen einen 44 Jahre alten Pfarrer aus Gilching in der Nähe von München wird wegen des Besitzes von Kinderpornos auf Videokassetten ermittelt. Der Pfarrer wird daraufhin von seiner Landeskirche vom Dienst suspendiert.

1995: Ein 67 Jahre alter Pfarrer aus dem niedersächsischen Hildesheim wird in den Ruhestand versetzt. Er hatte zuvor zugegeben, sich an mehreren minderjährigen Jungen vergangen zu haben. Es gab in diesem Fall allerdings kein kirchliches Gerichtsverfahren, da die Taten des Pfarrers bereits verjährt waren.

1996: Ein 47 Jahre alter Pfarrer in Wangen/Allgäu verzichtet nach Vorwürfen sexueller Verfehlungen auf sein Pfarramt. Das Ordinariat hatte ihn bereits beurlaubt. Ein Gerichtsverfahren wird schließlich eingestellt.

1996: Ein 65 Jahre alter katholischer Priester aus Haren im Emsland wird zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und darüber hinaus zu einer Geldstrafe verurteilt. Der inzwischen pensionierte und in einem Kloster lebende Pfarrer soll sich acht Jahre lang in insgesamt 225 Fällen an 14 Messdienern und Erstkommunikanten vergangen haben.

1998: Ein 67 Jahre alter Pfarrer aus dem oberschwäbischen Bergatreute wird wegen sexuellen Missbrauchs zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt und muss zudem eine Geldstrafe in Höhe von 5000 Mark zahlen. Er soll im Religionsunterricht an einer Schule mehrfach zehn bis zwölf Jahre alte Mädchen belästigt haben.

1999: Ein 39 Jahre alter Pfarrer aus dem schwäbischen Ort Wald wird zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Ihm halten die Ermittler sexuellen Missbrauch in 59 Fällen vor. Opfer waren zwei Jungen und ein Mädchen im Alter zwischen elf und 14 Jahren.

2000: Ein katholischer Pfarrer aus dem Landkreis Coburg in Bayern wird wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der 60 Jahre alte Mann soll sich an drei Jungen im Alter von neun und elf Jahren vergangen haben. Ein Vater hatte ihn während des WeihnachtsG*ttesdienst in der Kirche des Missbrauchs seines Sohnes bezichtigt.

2000: Ein 45 Jahre alter Priester aus Südbaden wird wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Der Pater, der einer konservativen Bruderschaft angehörte, hatte sich an zwei Jungen im Alter von sechs und acht Jahren sexuell vergangen und einen von ihnen zum Oralverkehr gezwungen.

April 2002: Ein 40-jähriger Pfarrer aus dem bayerischen Ort Sandberg erstattet bei der Polizei Selbstanzeige, dass er einen Jungen sexuell missbraucht hat. Die Diözese Würzburg entbindet daraufhin den Mann mit sofortiger Wirkung von seinen priesterlichen Pflichten und informiert die römischen Behörden der katholischen Kirche - es ist das erste Mal, dass ein solcher Rapport an den Vatikan öffentlich bekannt wird.

Juli 2002: Das Bistum Mainz beurlaubt einen Priester aus Rüsselsheim im südhessischen Kreis Groß-Gerau. Er steht im Verdacht des sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen. Der Priester soll sein Unwesen über Jahre hinweg unbemerkt getrieben haben. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann kündigte in diesem Zusammenhang am Montag schließlich an, den Vorwürfen rasch und intensiv nachgehen zu wollen


Tiere Der »Kirchenlehrer« Thomas von Aquin erklärte Tiere zu bloßen Sachen.

Laut Kirche sind Tiere seelenlose Wesen. Der »Kirchenlehrer« Thomas von Aquin erklärte Tiere zu bloßen Sachen, die keine Empfindung wie der Mensch haben können. Im Katholischen Katechismus werden Tiere bis heute so betrachtet: Der Mensch darf sich »der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. ... Medizinische und wissenschaftliche Versuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig ...« (Nr. 2417) An anderer Stelle (Nr. 2418) wird erklärt, man dürfe Tieren »nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.«

Das Ergebnis dieser Katechismus-Moral: Jedes Jahr werden allein in Deutschland 1,5 Millionen Tierversuche, meist mit tödlichem Ausgang, durchgeführt (Der Spiegel, 40/99), weltweit etwa 800 Millionen. 250 Millionen Tiere werden jährlich weltweit über weite Strecken unter teilweise grausamen Bedingungen transportiert, 14 Millionen auf dem Gebiet der Europäischen Union. Für jedes auf diese Weise exportierte Rind zahlen die Steuerzahler der EU etwa 350 Mark Exportsubvention! Weitere Millionen Tiere vegetieren unter erbärmlichen Bedingungen in industrieller Massentierhaltung ihrem Tod im Schlachthaus entgegen. All dies ist nicht zuletzt auch auf diese gefühllose Haltung der Kirchen zurückzuführen, die dagegen nie Einspruch erhoben.

Auch die lutherische Kirche bezieht keine klare Stellung. Wie könnte sie auch: Sie beruft sich, wie die katholische, auf die Bibel, wo - vor allem im 3. Buch Mose - haarsträubende Einzelheiten darüber nachzulesen sind, wie die Priester Tiere schlachten und deren Blut am Altar verspritzen sollen, »zum beruhigenden Duft für den Herrn.«

Leider geht es den Tieren auch im Neuen Testament nicht viel besser. Während im AT wenigstens einige Tiere (z.B. Schweine) aus kultischen Gründen geschützt sind, lehrt Paulus: "Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, das esst." (1. Kor. 10,25)

Und der 2. Petrusbrief vergleicht "Irrlehrer" mit "unvernünftigen Tieren, die von Natur dazu geboren sind, dass sie gefangen und geschlachtet werden." (2. Petrus 2,12)


Steuerzahlersind Opfer im weiteren Sinne. Sie müssen in Deutschland viele Milliarden EURO im Jahr für rein innerkirchliche Zwecke aufbringen, auch wenn sie längst aus der Kirche ausgetreten sind oder niemals Kirchenmitglieder waren. Auch die Steuerzahler müssen im weiteren Sinn zu den Opfern der Kirchen gezählt werden. Wem ist schon bekannt, dass die beiden großen Kirchen in Deutschland nicht nur ca. 9 Mrd. EURO an (vom Staat eingezogenen) Kirchensteuern, sondern in etwa noch einmal dieselbe Summe an Subventionen aus den allgemeinen Steuermitteln erhalten? Alle Bürger, gleich welcher Konfession, bezahlen also die Besoldung der Religionslehrer (2,5 Mrd. EURO), die theologischen Fakultäten (0,5 Mrd. EURO), die Gehälter von Bischöfen, Landesbischöfen, Domkapitularen usw. Ebenfalls vom Staat bezahlt werden die Militärgeistlichen.

Hinzu kommen Entschädigungen in Millionenhöhe, die alle deutschen Bundesländer noch immer für die Enteignungen aus der napoleonischen Zeit (!?) zahlen müssen. (Dass die Kirchen ihren Besitz über Jahrhunderte durch Erbschleicherei, Urkundenfälschung, Auspressung der Landbevölkerung mit dem Kirchenzehnt, durch Beschlagnahmung des Vermögens der verurteilten »Ketzer« und »Hexen« zusammenrafften, scheint dabei niemand zu interessieren.) Auch heute noch sind die Kirchen in Deutschland die größten nicht-staatlichen Grundbesitzer und verfügen über Hunderte von Milliarden an Rücklagen. Die Situation in Österreich und in der Schweiz ist im großen und ganzen ähnlich.

Ausführlicheres dazu finden Sie unter http://www.kirchen-einsparen.de



geklaut by alexis von http://www.kirchenopfer.de
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#6
Verbreitung der Hexenidee in Flugblättern und Flugschriften

Die Flugblatt- und Flugschriftenpublizistik stellte in der frühen Neuzeit das wesentliche Medium der Massenkommunikation dar. Gleichzeitig war sie der Beginn der Massenkommunikation überhaupt, denn erst die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Bleilettern im 15. Jahrhundert, die es möglich machte, hohe Auflagen einer Schrift herzustellen, hatte die Publizistik in die Lage versetzt, einen größeren Leserkreis zu erreichen.

Zuvor, in der Antike und im Mittelalter, hatte es zwar auch schon Schriften, vorwiegend Briefe, gegeben, die zum Zwecken der Meinungsbildung veröffentlicht wurden, doch kann man hier nicht von einer weiteren Verbreitung in der Bevölkerung ausgehen.

Der Höhepunkt der Flugschriftenpublizistik lag, sowohl was ihre Herstellung als auch was ihre Verbreitung angeht, in der Zeit zwischen 1550 und 1650, allerdings entstanden ab dem Beginn des 17. Jahrhunderts die Zeitungen, die als Konkurrenzmedien zunehmende Bedeutung erlangten.

Um festzustellen, wodurch sich das Flugblatt und die Flugschrift von anderen Druckerzeugnissen unterscheidet, kann man sowohl formale als auch inhaltliche Aspekte anführen. Formal besteht das Flugblatt (die Bezeichnung entspricht dem französischen `feuille volante`) aus einem einzigen, einseitig bedruckten Blatt, das sehr häufig mit einem Holzschnitt illustriert ist; Bild und Text bilden dabei eine Einheit. Die Flugschrift besteht dagegen aus mehreren Blättern, sie enthält zum Teil ebenfalls Illustrationen, meist auf dem Titelblatt. Was den Inhalt der Flugschriftenpublizistik angeht, muß festgehalten werden, daß sie weniger die Vermittlung von reinen Informationen als vielmehr die öffentliche Meinungsbildung zum Ziel hat, meist ist sie propagandistisch und agitatorisch. Die Bezeichnung `Zeitung` oder `Neue Zeitung`, die man im 16. und 17. Jahrhundert auf vielen Flugblättern findet, stimmt nicht mit der modernen Bedeutung dieses Wortes überein, sondern bedeutet schlicht `Nachricht`.

Das Flugblatt wurde in der frühen Neuzeit nicht frei verteilt, sondern verkauft; es stellte also eine Handelsware dar, die zwar sehr viel billiger als andere Druckerzeugnisse, aber trotzdem nur für einen relativ wohlhabenden Teil der Bevölkerung, vor allem in den Städten, erschwinglich war. Man kann aber dennoch davon ausgehen, daß das Flugblatt viele Leser erreicht hat. Da der größte Teil der Flugblätter in deutscher Sprache abgefaßt war, nur 10 bis 15 Prozent der Schriften erschienen auf Latein, waren sie auch für weniger gebildete Rezipienten verständlich. Selbst Analphabeten - und dazu gehörte schließlich der größte Teil der Bevölkerung - können zum Publikum gerechnet werden, denn die oftmals sehr aussagekräftigen Illustrationen, die der frühneuzeitliche Mensch sicher sehr viel besser `lesen` konnte als der heutige Betrachter, da er mit der Bildformel vertraut war, und die Tatsache, daß die knappen Texte meist vorgelesen oder nach bekannten Melodien gesungen wurden, machten auch für ihn den Inhalt des Flugblattes zugänglich.

In der Flugschriftenpublizistik der frühen Neuzeit spiegelten sich alle wichtigen Ereignisse der Zeit wieder, gerade auch die religiösen Auseinandersetzungen, und so ist es nicht überraschend, daß die Hexenproblematik in den Flugblättern bzw. Schriften thematisiert wurde. Aus dem deutschen Sprachraum sind zwar nur etwa 120 Exemplare solcher Schriften, die sich mit der Hexenverfolgung auseinandersetzen, überliefert, doch dürften es sehr viel mehr gewesen sein.

Schon aus der Zeit der ersten bekannten größeren Verfolgung im südwestdeutschen Raum, die im Jahre 1563 in Wiesensteig stattfand, existiert eine solche `Zeitung`, und als nach 1570 die Hexenprozesse in Südwestdeutschland rapide zunahmen, entstanden sogar eine ganze Anzahl dieser Flugschriften.

Die Druckerzeugnisse berichteten von Hexenverfolgungen und Prozessen aus der näheren und weiteren Umgebung, allerdings nicht auf neutral berichtende Art und Weise - wie bei dem Medium `Flugblatt` ja auch nicht zu erwarten - , sondern affirmativ und aufwieglerisch. Grundsätzlich wurden die Verfolgungen unterstützt und das Publikum dazu aufgerufen, ebenfalls hart gegen `Hexen` vorzugehen. Eine kritische Einstellung findet sich nie, statt dessen werden die angeblichen Greueltaten der Verurteilten aufgezählt, die aus den bei der Hinrichtung verlesenen Geständnissen stammen.

Wolfgang Behringer beschreibt dieses Vorgehen folgendermaßen: "Ungeheuerliches (Teufelspack), Sex (Teufelsbuhlschaft, Unzucht auf dem Hexens*batt), Verbrechen (Schadenzauber etc.) hieß die zukunftsträchtige Mischung, wobei auch damals schon das genüßliche Ausmahlen der Einzelheiten des Verbrechens mit dem pharisäerhaften Ruf nach harter Bestrafung Hand in Hand gegangen zu sein schien - nicht zuletzt auch im Interesse des Geschäfts: je blutiger die Hinrichtung, desto größer der Sensationswert." So kommt Behringer dann auch zu folgendem Vergleich: "... diese in jeder Hinsicht billigen Erzeugnisse stellen in fast allen wesentlichen Punkten die Vorläufer moderner Boulevard-Bildzeitungen dar.
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#7
So, und jetzt zum wirklich abartigen Teil:

Strafjustiz und Folter in der Zeit der Hexenverfolgung

Rechtssprechung und Urteilsvollzug waren im Mittelalter und auch noch in der frühen Neuzeit Teile des Alltags. Urteilsverkündungen, Bestrafungen und Hinrichtungen fanden auf Marktplätzen oder speziellen Richt- und Galgenplätzen statt.

Die frühe Neuzeit mit dem Aufstieg der Städte und dem zunehmenden Einfluß der Wissenschaften brachte in der Strafjustiz wichtige Veränderungen: Statt des privaten Klägers, der im konkreten Einzelfall einen Beklagten anzeigte und beschuldigte (sogenanntes `Rügeverfahren`), gab es jetzt öffentliche Ankläger.
Diese konnten bereits bei Verdacht von Amts wegen eine Verfolgung einleiten und Gefangennahme und Befragung der verdächtigen Person anordnen. Interessenkonflikte entstanden dadurch, daß die Ämter von Ankläger und Richter oft in einer Person vereint waren. Während im Rügeverfahren Vergleichszahlungen, Zweikämpfe oder G*ttesurteile wie die Bahrprobe, die Wasser- oder Feuerprobe üblich waren, um Schuld und Unschuld zu ermitteln, brauchte man im Inquisitionsverfahren ein Schuldeingeständnis und eine Tatbeschreibung des Angeklagten. Gleichzeitig wurde der Einfluß geistlicher Instanzen bei der Rechtsfindung zurückgedrängt. Vermehrt traten studierte Juristen z. B. in Form von Stadtschreibern in Erscheinung. Der Prozess wurde zunehmend verschriftlicht, Akten wurden versandt und Gutachten eingeholt.

Als Beweisverfahren des frühneuzeitlichen Inquisitionsprozesses diente die Folter (Tortur, peinliche Frage, Marter), die zuvor schon in kirchlichen Ketzerprozessen des 13. Jahrhunderts eingesetzt wurde. In der Folter wurden Menschen gequält, um von ihnen ein Geständnis oder Informationen zu erpressen. Die Folter war in diesem Prozess nur Beweismittel, keine Strafmaßnahme. Durch die Qualen sollte die verdächtige Person dazu gebracht werden, ihre vermeintlichen Verstrickungen mit dem Bösen aufzugeben. Das reinigende Eingeständnis der Schuld sollte den Sünder in die Gemeinschaft zurückführen. Man war davon überzeugt, daß ein Unschuldiger selbst unter den größten Qualen nicht die schwere Sünde der Lüge auf sich laden würde und somit nur die wirklich Schuldigen Geständnisse ablegten.

Theoretisch gab es Grenzen der Folter. So lag beispielsweise die Verantwortung für die Härte der Folter in den Händen eines `weisen Richters`. Das erpresste Geständnis mußte außerhalb der Tortur von dem Angeklagten bestätigt werden. Die Folter durfte nur angewendet werden, wenn die Ankläger in ihrem Gewissen von der Schuld überzeugt waren, die Indizien aber nicht ausreichten. Hier konnte lediglich die Bestätigung des Beschuldigten und seine Schilderung des Tathergangs Klarheit verschaffen.

Für die Hexenprozesse galten andere Regeln - nämlich gar keine. Häh?

Als `crimen extraordinaria` stand der Hexenprozess außerhalb aller Vorschriften.  Ein Beispiel: Da eine Wiederholung der Folter eigentlich untersagt war, wenn der Angeklagte standhaft blieb, nannte man in den Hexenprozessen die wiederholte Folterung einfach `Fortsetzung`. Die Tortur konnte somit beliebig oft angewendet werden. Die Folter war die `Seele` des ganzen Prozessverfahrens.

Der Hexenprozess begann mit einer `gütlichen Befragung`. Die verdächtige Person - meist von einer anderen `Hexe` unter der Folter `besagt`, also als Komplize angegeben - wurde am frühen Morgen ohne Vorwarnung aus ihrer Wohnung abgeholt und fortgeführt. Für den weiteren Verlauf des Prozesses gab es regionale Verschiedenheiten sowohl in der Art wie in der Dauer und Anwendung der Inquisition. Wenn die `gütliche Befragung`, in der die Verdächtigten mit den Beschuldigungen konfrontiert wurden, ohne Ergebnis blieb, begann die `peinliche Befragung`. Der Prozess fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Nur der Ankläger/Richter, ein Schreiber und die Henker waren anwesend. In der `Verbalterrition` zeigten der von nun an hinzugezogenen Scharfrichter und seine Gehilfen die Vielzahl der Folterwerkzeuge vor und erläuterten deren Gebrauch. Wenn auch diese furchteinflößende Veranstaltung in einem spärlich beleuchteten kalten Raum kein Geständnis hervorbrachte, begann man mit der `Realterrition`.
Diese begann meist am Tage der Verhaftung nachmittags und zog sich bis in die Nacht oder die frühen Morgenstunden des nächsten Tages hin.

In entwürdigenden Prozeduren wurde das Selbstbewußtsein des Angeklagten zerstört: Man entkleidete ihn, schnitt ihm die Haare ab und zog ihm ein `Drudenhemd`(Marterkittel, Hexenhemd) an. Damit sollte u.a. vermieden werden, daß die vermeintliche Hexe ein Amulett oder einen anderen Schadenzauber an ihrem Körper oder ihren Kleidern Versteckte, welcher den Gerichtspersonen schaden könnte. Dann wurde der Verdächtige gefesselt, oft wurden ihm die Augen verbunden. Eine Suche nach dem Hexenmal konnte sich anschließen: Jede Hautveränderung wurde mit einer langen Nadel angestochen, um zu sehen, ob Blut herausfließt. Falls die Verwundung nicht blutete, dann war dies ein Zeichen dafür, daß der Teufel der Hexe hier ein `Mal`, ein unempfindliches Erkennungszeichen, gesetzt hatte. Es gab Trickinstrumente, welche diese Situation simulieren konnten. Wenn allerdings kein Hexenmal gefunden wurde, dann war dies andererseits ein Beweis dafür, daß es sich hier um eine besonders `treue` Hexe handelte, die dieses Erkennungszeichen nicht brauchte. Man nimmt heute an, daß durch den Schock, in dem sich die untersuchte Person befand, manchmal das Bluten der Wunden verhindert wurde.

Gleiches gilt für die Tränenprobe. Falls die `Hexe` vor Angst oder Schmerzen nicht weinte, wurde dies als Zeichen ihrer `Hexenhaftigkeit` angesehen. Jedes Verhalten des Verdächtigen während der Befragung konnte ihm zum Nachteil gereichen, da die Interpretation des Verhaltens immer der Gegenseite überlassen war. Gestand der Angeklagte schnell, dann war er überführt, mußte weitere Komplizen benennen und wurde auf jeden Fall verbrannt. Leistete er Widerstand und überstand die erste Folterung, dann war er ein besonders verdammenswerter Fall, von Teufel oder durch eigene Hexenkünste zur Schmerzunempfindlichkeit präpariert. Die Folter wurde dann in allen Gnaden wieder und wieder angewendet, um zum gewünschten Ziel zu gelangen. Widerrief eine `Hexe` das erzwungene Geständnis außerhalb der Tortur, dann wurde sie eben wieder gefoltert. Besonderen Wert legten die Inquisitoren auf die Benennung von weiteren Komplizen. Deshalb war die Tortur noch nicht dadurch zu beenden, daß man ein Geständnis der eigenen `Missetaten` erfand (also ehrlich, ich bekomme da reinen Brechreiz  O_O ).

Als ersten `Grad` der Folterung bezeichnete man vielerorts die Anwendung der Daumenschrauben, welche die eingeklemmten Finger quetschten und die Fingerknochen brechen konnten. Zur Vermehrung der Schmerzen wurde mit einem Hammer auf die angezogenen Daumenschrauben geschlagen. Weitere Grade der Folter waren das Anlegen der Beinschrauben (`Spanische Stiefel`), auch `zweiter Grad` genannt. Üblich war als weitere Steigerung das Aufziehen auf einer Streckbank oder Streckleiter. Während dieser Phase ließ man den Angeklagten in dieser schrecklichen Situation - Atemnot, gedehnte oder gerissene Muskel, Bänder und Sehnen, ausgerenkte Gliedmaßen - allein und ging auf seine Kosten zum Abendessen.
Wenn auch diese Folterung nach mehrmaligem langsamem Aufziehen und plötzlichem Fallenlassen und immer schwereren Gewichten ohne Geständnis blieb, waren der Phantasie der Henker gar keine Grenzen mehr gesetzt: Die Angeklagten wurden, oft noch an dem Seil oder der Leine hängend, geschlagen und gepeitscht. Ihnen wurden die verbliebenen Haare abgesengt und die Achselhöhlen oder andere Körperteile mit Fackeln verbrannt, brennende Schwefel- und Pechpflaster aufgelegt, Flüssigkeiten (z.B. Heringslake) eingeflößt, die Fingernägel herausgerissen, eine Lunte zwischen den Fingern durchgezogen und angezündet, Branntwein über den Rücken geschüttet und angesteckt.

Nach dem erfolgten Geständnis und dem - vorläufigen - Ende der Folter kamen die Gefangenen in die Obhut des Henkers, welcher verpflichtet war, ihre Gesundheit wiederherzustellen (ist das komplett pervers, oder was?!). Wer die Folterung überstand und danach auf freien Fuß gesetzt wurde, oder wer fliehen konnte, war lebenslang ein Krüppel, seelisch wie körperlich, denn die Folterungen waren nicht ohne bleibende Schäden zu überstehen. In der Urfehde mußte der Freigelassene schwören, niemals darüber zu reden, was ihm bei der `Befragung` widerfahren war und keine Rache zu üben (und das ist ja definitiv der absolute Gipfel! Haltet mich.... Zornig ). Lebenslanger Hausarrest oder Verweisung aus dem Land kamen für die Überlebenden hinzu.

Im Normalfall endete der Prozess jedoch mit der Verurteilung der Hexe und der Verhaftung neuer `besagter` Verdächtiger. Den Verurteilten lastete die Sünde der Lüge schwer auf dem Gewissen , denn sie hatten ausschließlich aufgrund der Qualen `gestanden`. Auf die Geständigen wartete der Scheiterhaufen. Bestimmte Delikte, zu denen Zauberei und Ketzerei gehörten, wurden im Sinne der `spiegelnden Strafen` mit Feuer bestraft. Das reinigende Feuer sollte jede Erinnerung an den Getöteten auslöschen, seinen Zauber restlos vernichten und eine Beerdigung unmöglich machen.

Strafverschärfend wurden einige Verurteilte noch auf dem Weg zum Scheiterhaufen gequält, ihnen wurden etwa mit glühenden Zangen Stücke aus dem Körper gerissen. Als Strafmilderung wurde etlichen der `Hexen` ein schnellerer Tod gewährt: Sie wurden auf dem Scheiterhaufen erwürgt oder vorher enthauptet. Manchen hängte man Säckchen mit Schießpulver um den Hals oder in die Nähe des Herzens, um den Tod durch Explosion und Ersticken herbeizuführen.

Folter als Beweis im Inquisitionsverfahren wurde in Mitteleuropa noch lange angewendet. Die `Theresiana` von 1768 regelte ganz im Sinne der Aufklärung mit detailfreudigen Bilddarstellungen die sachgemäß `richtige` Anwendung der verschiedenen Folterinstrumente.

Baden schaffte als letztes deutsches Land die Folter im Jahre 1831 ab.
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#8
deshalb fuehlen manche von uns noch heute unsaegliche schmerzen, wenn sie ein kreuz sehen muessen oder einer kirche zu nahe kommen.
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#9
Wie wahr... ein sehr unangenehmes Thema für die heutigen Ch**sten, und einige sehr unangenehme Erinnerungen für viele von uns...

Zitat:Beide Kirchen lehren auch bis heute die ewige Verdammnis für einen Großteil der Menschen, nach katholischem Glauben bei schweren Sünden, aber auch für bestimmte Menschen, die der Kirche den Rücken gekehrt haben. D.h.: furchtbare Qualen ohne Ende; keine Reue, kein Flehen um Vergebung und Wiedergutmachung könne den "G*tt", den die Kirchen lehren, milde stimmen. So mancher überzeugte Kirchenmann denkt heute noch: "Was sind schon die wenigen Minuten Qual auf dem Scheiterhaufen gegenüber dem ewigen Höllenfeuer?" Die Hemmschwelle für Hinrichtungen wurde so herabgesetzt. Und wie wird es morgen sein?

http://www.kirchenopfer.de

Gruß,
Novalis
Weisheit ist nicht mitteilbar. Weisheit, welche ein Weiser mitzuteilen versucht, klingt immer wie Narrheit.
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#10
Wenn man das alles liest, drängt sich einem stark der Verdacht auf, dass die Kirche eine kriminelle Vereinigung ist, die verboten gehört. Vom Jahre Ihrer Macht bis heute = unzählige Opfer und Doktrin. Niemand auf der Welt und in der Geschichte hat Macht jemals so mißbraucht wie die Ch**stl. Kirchen
“Seine Pflicht erkennen und tun, das ist die Hauptsache.” Friedrich der Große
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