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Käse vegetarisch?
#1
Ist Käse tatsächlich noch vegetarisch? Das LAB, ein Ferment, welches aus dem Magen toter Kälber gewonnen wird und fast jedem Käse zugesetzt wird, damit dieser gerinnt und fest wird, ist jedenfalls nicht vegetarisch. Aber trotzdem im Käse enthalten.

Wer Käse ißt, tut sich also Kuhmagen in den Körper mit rein.

Männliche Kälber, die eigentlich unerwünschten "Nebenprodukte" der Milchindustrie, haben in der Kälbermast noch etwa 14 bis 17 Wochen des Elends vor sich, wenn sie in dermaßen winzigen Boxen eingepfercht sind, dass sie sich nicht einmal umdrehen können. Weibliche Kälber ersetzen oft ihre alten, ausgelaugten Mütter oder werden kurz nach der Geburt geschlachtet, um das Lab (ein Ferment, das Milch gerinnen lässt) aus ihren Mägen zu gewinnen...

Was gibt es noch für Möglichkeiten, wenn man trotzdem Käse essen will bzw. Milchprodukte ißt?

Biotechnisch hergestelltes LAB? Wer will das schon...

Aber es gibt auch Frischkäse, der ohne Kälbermagenprodukt auskommt, sich halt nur nicht so lange hält. Da muß man beim Kauf drauf achten. Im Supermarkt sucht man auf der Verpackung allerdings vergeblich. In diesem Fall ist hundertprozentig Kälberleiche im Käse enthalten.

Dann gibt es auch noch sogenanntes mikrobielles Lab, welches auf Käseverpackungen ausgeschildert ist, die im Naturkostladen zu haben sind. Leider weiß ich aber auch nicht genau, was mikrobielles Lab nun ist. Kann hier einer weiterhelfen?



Sei!
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#2
How Kola Violetta!

Du fragst ob es Alternativen zum tierischen Lab gibt. Hier habe ich Dir einen Artikel kopiert, wo glaube ich alles darüber geschrieben steht.

Ich selbst habe auch lange Käse gegessen, bis ich irgendwann mal erfahren habe, daß dieser eben auch nicht vegetarisch ist, sondern daß dort heimlich Kälbermagen untergenmischt wird. Das ist die reinste Ernährungshölle, hier auf diesem Planeten. Das kannst Du wohl glauben.


"Vegetarischer Käse" - Gibt es Alternativen zum tierischen Lab?

Vegetarier und Tierschützer suchen nach Alternativen zu traditionell hergestelltem Käse. Bewährte Gerinnungsmittel aus Kälbermägen (Lab) werden durch mikrobielle Austauschstoffe ersetzt. Auch "veganer Käse" aus rein pflanzlichen Zutaten ist im Angebot. Für die Gen-Bastler scheint mikrobielles Lab ein ideales Einfallstor. Doch bei Bio-Käse sind derlei Manipulationen bisher verboten.

Wer Käse herstellt, muß die Milch zum Gerinnen bringen. Für die Dicklegung kommen grundsätzlich zwei Methoden in Frage: Die natürliche bakterielle Säuerung und der Einsatz von Lab. Das eiweißspaltende Enzym wird in der Magenschleimhaut von Säugetieren gebildet und setzt sich aus Chymosin und einem geringeren Anteil Bovin (Pepsin) zusammen. Die Mehrzahl der Käse - speziell die festeren Sorten - wird mit Hilfe von Lab produziert. Man gewinnt es aus den Rindermägen, die im Schlachthaus als Abfall gelten und nicht im Fleischverkauf landen. Allerdings wird kein Tier eigens für die Labherstellung getötet.

Während viele Käsereien früher ihr Naturmagenlab selbst herstellten und die Zusammensetzung (die "Labstärke") auf die Besonderheiten ihres Betriebes abstimmten, haben bis auf wenige Ausnahmen längst Speziallabors diese Aufgabe übernommen. Nur so läßt sich die für größere Käsereien notwendige gleichbleibende Qualität erzielen. Ergebnis ist ein standardisiertes Kälberlab, auch Fabriklab oder Kunstlab genannt. Der Marktanteil von Fabriklab liegt bei 60 Prozent, es wird fast ausschließlich in flüssiger Form ("Labextrakt") und nur ganz selten als Labpulver angeboten.

Begriffsverwirrung: Mikrobielles, pflanzliches und Gen-Lab
Weil auch Kälberlab aus Massenproduktion teuer ist und immer knapper wird, sucht man seit langem nach Alternativen. In Holland wurde schon in den siebziger Jahren damit begonnen, Lab auf mikrobiellem Wege herzustellen. Schimmelpilze, in der Regel Mucor miehei oder Mucor pusillus Lindt, sind in der Lage, im Rahmen vielfältiger Stoffwechselveränderungen auch das Enzym Chymosin zusammenzubauen. Dieses mikrobielle Lab wird fälschlich auch als pflanzliches Lab bezeichnet und bringt es mittlerweile auf einen Marktanteil von fast 40 Prozent.

Der Terminus "mikrobielles Lab" ist streng genommen nicht korrekt, denn Lab darf ein Gerinnungsmittel nur dann heißen, wenn es aus Wiederkäuermägen stammt. Vielmehr handelt es sich um einen Labaustauschstoff, der neben anderen Gerinnungsmitteln laut Käseverordnung zugelassen ist und unter verschiedenen Namen ("Hannilase", "Rennilase") gelistet wird. Nach anfänglichen Problemen kann man damit heute nicht nur Frisch- und Weichkäse, sondern auch länger reifende Schnittkäse und sogar Bergkäse fertigen.

Mikrobielles Lab ist billiger als Kälberlab und wird zunehmend auch von Biobetieben eingesetzt.
Manche Verbraucher, die Kälberlab aus ethischen und/oder religiösen Gründen ablehnen, sehen in mikrobiellem Lab eine Alternative und sprechen manchmal von "vegetarischem Käse". Ein unglücklicher Begriff, denn inwieweit Mikroorganismen als Pflanzen einzustufen sind, ist zumindest umstritten. Trotzdem: Die Nachfrage nach Käse aus mikrobiellem Lab ist besonders seit den BSE-Skandalen deutlich gestiegen. Große Herstellerfirmen versuchen die anhaltende Verunsicherung der Konsumenten auszunutzen und neben mikrobiellem Lab verstärkt auch ihr gentechnisch manipuliertes Labextrakt (Gen-Lab) an den Mann zubringen.

Gen-Lab soll nicht gesellschaftsfähig werden
Mikrobielles Lab ist nicht gleich Gen-Lab, Biotechnologie und Gentechnik sind nicht ein und dasselbe. Dies kann nicht oft genug betont werden. Dennoch sind die Grenzen oft fließend, allein wegen der mächtigen Wirtschaftsinteressen, die dahinterstehen. In England wird immer häufiger mit Gen-Lab gearbeitet, in den USA beträgt sein Anteil schon schätzungsweise 70 Prozent. In Deutschland hat der Bundesminister für Gesundheit im März 1997 - fast unbemerkt von der Öffentlichkeit - nach "eingehender Prüfung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit" der Einfuhr von Gen-Lab zugestimmt. Es nennt sich "Chymogen" (Hansen) oder "Maxiren" (Gist Brocades) und wird von Schimmelpilzen geliefert, denen man aus Kälbermägen entnommene Chymosin-Gene eingepflanzt hat. Käse aus Gen-Lab brauchen nicht als solche gekennzeichnet zu werden und sind auch laboranalytisch noch nicht eindeutig zu identifizieren.

Während die konventionelle Milchwirtschaft auch hierzulande den Einsatz gentechnisch erzeugten Chymosins nicht ausschließt, haben die ökologischen Verbände weltweit die Verwendung von Gen-Lab bei der Käseherstellung verboten. Die Einhaltung dieser internen Vorschrift wird über die Wareneingangsbücher (Lieferantenlisten) der Käsereien kontrolliert. "Es gibt keine erkennbare Notwendigkeit, die bestehenden Labarten wie Kälberlab oder mikrobielles Lab durch Gen-Lab zu ergänzen oder gar zu ersetzen; weder von der Verfügbarkeit noch vom Preis oder von der Technik her", schreibt Eberhard Hasper, Chef der Käsevermarkters MOP, in einem Grundsatzpapier vom Mai 1997. An dieser Position hat sich seitdem nichts geändert.

Geändert haben sich aber die Strategien der High-Tech-Firmen, die ihr Gen-Lab gesellschaftsfähig machen wollen. Sie schrecken dabei auch vor pseudo-moralischer Argumentation nicht zurück. Auf die nachweislich falsche Behauptung, durch Gen-Lab könnten die Leben von Millionen Kälbern gerettet werden, fallen sogar seriöse Zeitungen herein. In dieser Situation fordert Hasper den Naturkosthandel und besonders die VerkäuferInnen an der Käsetheke auf, "ihre Hausaufgaben zu machen. Den Unterschied zwischen Kälberlab, mikrobiellem Lab und Gen-Lab sollten sie im Schlaf kennen und vermitteln können." Jetzt, da die Werbung mit dem Prädikat "gentechnikfrei" endlich erlaubt sei, müsse die Branche in die Offensive gehen. Auch die Bemühungen um eigene Produktionsstätten für mikrobielles Lab würden langfristig intensiviert.

Die meisten Bio-Käse haben außer dem Verzicht auf Gentechnik, Nitrat und Antibiotika aber noch einen wesentlichen Vorteil, meint Hasper: "Sie schmecken noch nach Käse". Während Kälberlab zumindest in Spuren noch Begleitstoffe enthalte, die dem reifen Käse eine eigene Geschmacksnote verleihen, sei Gen-Lab in jeder Beziehung steril. Den verheerenden Trend zum Einheitsgeschmack, den die konventionelle Massenproduktion befördere, werde auch das neue Gen-Lab nicht aufhalten.

Kälberlab gilt bei den meist kleinen Bio-Käsern nach wie vor als hochwertiger und wird vor allem für die längerreifenden Sorten bevorzugt.

Käseimitate für Veganer und rein pflanzliches Lab
Nicht jeder achtet beim Käse indes allein auf kulinarischen Hochgenuß. "Für einen kleinen Teil unserer Klientel, vor allem Tierschützer und Tierrechtler, ist `vegetarischer Käse` primär aus ethischen Gründen ein Thema", sagt Thomas Schönberger, erster Vorsitzender des Vegetarier-Bundes. In Großbritannien würden Vegetarier von den Gen-Lab-Herstellern gezielt umworben. Manche fielen auf deren Propaganda herein.

Bei der Minderheit der Veganer dürfte solche Gehirnwäsche eigentlich nicht fruchten. Die nämlich essen überhaupt keine Erzeugnisse aus Tiermilch und nehmen lieber mit Ersatzprodukten vorlieb. Im Naturkostladen sind sie kaum zu finden, nur im Spezialsortiment einiger Versandfirmen. Der "vegane Käse" wird unter anderem aus Sojabohnen, Sonnenblumenöl, Gewürzen und pflanzlichem Gerinnungsmittel hergestellt. Bei Streichkäse greift man auf Agar agar, Guarkernmehl und Hefeflocken zurück. Obwohl das Etikett "Käse" nur inoffiziell ist und selbst in Anführungszeichen noch leicht absurd wirkt, finden Veganer hier mit Edamer, Emmentaler, Gouda, Mozzarella und Parmesan eine erstaunliche Auswahl bekannter Sorten ohne tierische Inhaltsstoffe. Sieht man einmal vom Geschmack ab, über den sich bekanntlich nicht streiten läßt, ist der ernährungsphysiologische Wert solcher Käseimitate auch in Schönbergers Augen "eher gering".

Anders sieht dies aus bei pflanzlichem Lab, von dem in der Literatur häufiger die Rede ist. Doch zwischen Theorie und Praxis klaffen wie so oft Lücken. Die modernen Lab-Hersteller behaupten, es gebe keine Pflanze, die genug Enzyme besitzt, um Milch für Schnittkäse gerinnen zu lassen. Auch Eberhard Haspers Erfahrungen scheinen dies zu bestätigen. Es soll aber Pflanzen geben, deren Chymosin-Gehalt immerhin ausreicht, um Milch für Quark und Frischkäse dickzulegen. Dem Feigenbaum werden derartige Eigenschaften nachgesagt, auch dem Labkraut, verschiedenen Korbblütlern, manchen Artischockenarten und dem Klee. In Portugal, so heißt es, sei Artischocken-Lab noch heute in Gebrauch. Im Grunde würde nur die Verwendung von rein pflanzlichem Lab die Bezeichnung "vegetarischer Käse" rechtfertigen. In der kommerziellen Käseherstellung spielt es jedoch nach unseren Informationen keine Rolle.


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Kontaktadressen

MOP Käse-Fachgroßhandel, Eberhard Hasper, Paul-Feller-Straße 25, 28199 Bremen, Telefon 0421-53656-0, Fax 53656-46. MOP vermarktet ausschließlich Bio-Käse aus allen Teilen Europas und führt regelmäßig Fachschulungen für KäseverkäuferInnen durch.
Vegan-Shop und -Versand, Höhenstraße 50, 60385 Frankfurt/Main, Telefon/Fax 069-440989.
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#3
Um Käse herzustellen, kann man Milch entweder nur mit Milchsäurebakterien impfen - es entstehen Sauermilchkäse wie Harzer oder Handkäse - oder mit Bakterien plus Lab. Durch das Enzym Chymosin im Lab entstehen Schnittkäse, Hartkäse, Weichkäse und Frischkäse. Traditionell wird Lab aus dem Magen toter Kälber gewonnen. Alternativ kann man mikrobielles Lab, so genannten "Labaustauschstoff", einsetzten. Es wird aus Schimmelpilzkulturen gewonnen und enthält ein dem Chymosin ähnliches Enzym. Dieses "pflanzliche" Lab eignet sich jedoch nur für kurzgereifte Sorten wie Edamer oder Gouda, weil bei zu langer Reifezeit Bitterstoffe entstehen können. Aus Labkraut, Feigen, Klee oder Artischocken kann man echte pflanzliche Labaustauschstoffe gewinnen. Sie sind aber in der Käseherstellung unüblich.

Für biotechnologisch erzeugtes Chymosin, so genanntes Gen-Lab, werden bestimmte Gene aus den Kälbermägen in Mikroorganismen eingeschleust. Diese produzieren daraufhin hochreines tierisches Chymosin. Gen-Lab muss nicht auf der Verpackung deklariert werden. Für Bio-Käse ist es weltweit verboten. Welcher Käse welches Lab enthält, muss man an der Theke erfragen.

EigenSinnige Frauen
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#4
hi violetta & alexis,

ich hab noch was gefunden. es geht um quark.

In Molkereien produzierter Quark wird meist mit Lab hergestellt.

Noch vor etwa 30 Jahren stand in vielen Haushalten auf dem Land ein Quarktopf, in dem die Hausfrau Rohmilch zur Quarkgewinnung ansetzte. Die von Natur aus in der Milch enthaltenen Milchsäurebakterien sorgten nach einiger Zeit von ganz alleine für die Dicklegung: Molke und Käsemasse trennten sich. Nach ein paar Tagen kam die Masse in ein Leinentuch - die flüssige Molke floß ab, übrig blieb der Quark.

Etwas aufwendiger läuft die Quarkherstellung in der Molkerei ab. Die Milch kann von Kuh, Schaf oder Ziege stammen. Sie wird zunächst unter anderem auf ihren Fett- und Eiweißgehalt sowie routinemäßig auf Antibiotikarückstände untersucht. Bevor die Milch in den Separator gefüllt wird, läuft sie durch Siebe, um eventuelle Verunreinigungen herauszufiltern. Im Separator werden Rahm und Milch mittels Zentrifuge voneinander getrennt - es entsteht Magermilch. Vor der Weiterverarbeitung wird sie bei 42 bis 74 Grad einige Sekunden erhitzt. Die per Käseverordnung auch für Bio-Molkereiprodukte verordnete Pasteurisierung soll unerwünschte Keime abtöten.

Die pasteurisierte Milch wird anschließend in große Edelstahl-Tanks gefüllt und mit Milchsäurebakterien geimpft. Viele Bio-Molkereien verwenden dafür rechtsdrehende Biogarde-Kulturen. Sie werden tiefgefroren zugekauft und in Bio-Milch zur Vermehrung angesetzt. Die Kulturen müssen nachweislich gentechnikfrei sein.

Bei 10 bis 20 Grad vermehren sich die Mikroorganismen besonders gut. Dabei verwandeln sie den Milchzucker in Milchsäure, die für Dicklegung der Milch sorgt. Um den Gerinnungsprozeß zu fördern, setzt man später meist noch Lab zu. Tierisches Lab ist ein Enzym aus dem Kälbermagen. Alternativ dazu gibt es ein von Mikroorganismen gebildetes pflanzliches Lab. Gentechnisch erzeugtes Lab ist in Bio-Molkereien grundsätzlich verboten. Quark im Naturkosthandel kann sowohl mit tierischem als auch mit pflanzlichem Lab hergestellt sein. Die Molkerei Berchtesgadener Land setzt beispielsweise seit rund sechs Jahren mikrobielles Lab ein. Interessant ist diese Variante für Vegetarier, die Produkte vom toten Tier ablehnen. Die Milch wird etwa 16 Stunden lang eingelabt. Dann ist sie "dickgelegt" - so der Fachausdruck.

Nach dem Dicklegen wird gerührt. Aus dem Bruch tritt Molke aus. Im Separator werden anschließend die Käsemasse und Molke voneinander getrennt - heraus kommt Magerquark. Aus einem Liter Milch entsteht ungefähr ein halbes Pfund Speisequark.

Im Unterschied zum traditionellen Separatoren-Verfahren setzen einige konventionelle Großmolkereien Ultrafiltrationsverfahren ein. Dabei muß der Bruch feine Membranen passieren. Diese lassen nur bestimmte Inhaltsstoffe wie Wasser, anorganische Salze und Milchzucker durch. Eiweiß und Fett werden in größerem Umfang zurückgehalten. Dadurch erhöht sich die Ausbeute. Geschmacklich kann das allerdings Nachteile haben: Ultrafiltrations-Quark neigt dazu bitter zu schmecken. Seine Konsistenz ist eher klebrig.

Soll aus Magerquark ein gehaltvolleres Endprodukt werden, rührt man in der Molkerei Sahne unter. Je nach Fettgehalt unterscheidet man verschiedene Quark-Sorten. Die bekanntesten sind:

Speisequark/Magerstufe (unter 10 % Fett i.Tr.)
Speisequark/Halbfett (20 % Fett i.Tr.)
Speisequark/Fett (40 % Fett i.Tr.)
Unmittelbar nach dem Abfüllen wird der Frischkäse gekühlt. Das sorgt für eine gute Konsistenz und schützt die lebenden Milchsäurekulturen.

Quark zählt laut Käseverordnung zur Gruppe "Frischkäse mit einem Wassergehalt von mehr als 73 Prozent". Andere Frischkäsesorten sind beispielsweise Cottage Cheese, Rahmfrischkäse oder Doppelrahmfrischkäse. Sie unterscheiden sich in der Trockenmasse und dem Fettgehalt. Entzieht man dem Quark Wasser und läßt ihn reifen, so entsteht Hart- oder Schnittkäse.

Eine Quarkspezialität ist Schichtkäse. Bei der Herstellung legt der Käser selbst Hand an. Bis zur Dicklegung der Milch ähneln sich die Arbeitsschritte. Statt Magermilch wird allerdings eine bereits auf den gewünschten Endfettgehalt eingestellte Milch verwendet. Nach dem Bruch wird die Käsemasse von Hand mit großen Kellen in Formen geschöpft und glattgestrichen. Dabei entsteht die typische, schichtähnliche Konsistenz. Rund zwei bis vier Stunden ruht der Frischkäse in den Formen. Während dieser Zeit fließt das Käsewasser durch die Löcher im Boden der Formen ab. Schichtkäse bleibt die Schleuderprozedur in der Zentrifuge erspart. Er enthält deshalb relativ viel Wasser. Das macht ihn besonders saftig. Sein Geschmack ist meist mild säuerlich und rahmig. Schichtkäse wird deshalb gerne zum Backen von Käsekuchen eingesetzt. Wie Quark eignet er sich aber auch für Desserts, Kräuterquark und als Brotaufstrich.

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#5
Milch, der totale Horror!

Konzerneigene Fabriken, in denen die Kühe regelrecht gelagert und wie reine Milchmaschinen behandelt werden, haben die meisten landwirtschaftlichen Familienbetriebe längst abgelöst. Nur durch genetische Veränderungen und Hochleistungs-Produktionstechniken ist die Kuh von heute imstande, durchschnittlich über 6.000 kg Milch zu geben, ein vielfaches mehr als unter natürlichen Bedingungen. Um die Milchproduktion zu maximieren, werden die Kühe jedes Jahr aufs Neue künstlich befruchtet. Wachstumshormone und unnatürliche Melkzyklen tragen dazu bei, dass ihre Euter schmerzen und dermaßen schwer werden, dass sie zuweilen sogar am Boden schleifen. In der Folge kommt es häufig zu Euterinfektionen, denen man mit einer extensiven Antibiotikabehandlung zu begegnen versucht. Kühe, wie alle Säugetiere, produzieren Milch einzig und allein zur Ernährung ihrer Babies, nicht jedoch für den Menschen.

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#6

Zitat:Milch, der totale Horror!

Konzerneigene Fabriken, in denen die Kühe regelrecht gelagert und wie reine Milchmaschinen behandelt werden, haben die meisten landwirtschaftlichen Familienbetriebe längst abgelöst. Nur durch genetische Veränderungen und Hochleistungs-Produktionstechniken ist die Kuh von heute imstande, durchschnittlich über 6.000 kg Milch zu geben, ein vielfaches mehr als unter natürlichen Bedingungen. Um die Milchproduktion zu maximieren, werden die Kühe jedes Jahr aufs Neue künstlich befruchtet. Wachstumshormone und unnatürliche Melkzyklen tragen dazu bei, dass ihre Euter schmerzen und dermaßen schwer werden, dass sie zuweilen sogar am Boden schleifen. In der Folge kommt es häufig zu Euterinfektionen, denen man mit einer extensiven Antibiotikabehandlung zu begegnen versucht. Kühe, wie alle Säugetiere, produzieren Milch einzig und allein zur Ernährung ihrer Babies, nicht jedoch für den Menschen.

Das ist ja widerlich! Was kann man denn überhaupt noch essen?

Anubis

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#7
Guten Tag,

das ist in der Tat kein einfaches Kapitel: die meisten Käsesorten werden mit Lab hergestellt. Ob mit mikrobiellem oder tierischem, müßt Ihr im Einzelfall erfragen, aber in Naturkostfachgeschäften kann man Euch da in aller Regel Auskunft geben (in vielen Großhändler-Listen ist vermerkt, welcher Käse mit welchem Lab hergestellt wurde). Ausnahme sind sogenannte Sauermilchkäse, also Handkäse und Kochkäse, die traditionellerweise ohne Lab hergestellt werden. Auch für die Herstellung von Frischkäse und Quark wird in der Regel Lab verwendet, auch hier muss man nachfragen, welcher Herkunft. Die Molkerei Söbbeke verwendet z.B. ausschließlich mikrobielles Lab für Quark und ihre Käsesorten.

Joghurt wird ohne Lab hergestellt, hier sind es Joghurtkulturen (also Bakterien), die die Milch andicken.

Mit freundlichen Grüßen

Dorte Eisenbeiß

<a href="http://www.schrot-und-korn.de/]Schrot und Korn</a>
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#8
Hallo liebe interessierte Vegetarier!

Auf die Frage, mit welche Mittel die Firma Kraft, in ihren Proukten "Velveta - Chester Scheibletten", zur Gerinnung der Milch benutzt, bekam ich folgende Antwort:

vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir freuen uns immer, von unseren Kunden zu hören.

Sie interessieren sich für Einzelheiten über unser Käse-Sortiment. Es wird unser Planungs- und Entwicklungsteam anspornen, die Qualität unserer Käse-Sorten für Sie stetig zu überwachen und immer wieder zu verbessern.

Zu Ihrer Anfrage können wir Ihnen mitteilen, dass wir in unserer Käse-Produktion grundsätzlich kein tierisches Lab verwenden, sondern ausschließlich mit Milchsäurebakterien arbeiten.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben, und wünschen Ihnen weiterhin viel Freude mit unseren Produkten und einen guten Rutsch in das Jahr 2004.


Mit freundlichen Grüßen

KRAFT FOODS DEUTSCHLAND
Verbraucherservice

Martina Hoffmann


So, das zur Information, jetzt kann ich endlich wieder "Käse-überbackene-Stulle" essen!

Grüße saxorior
Lebe für Deine Ideale!
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#9
Gut zu wissen! Überbackenen Käse, da gab es doch aber auch Söbbekke-Käse. :-) Also wir hatten das trotzdem *gg*

Sendest Du mir bitte die Mail von Kraft und Deine Mail, wo Du die gefragt hast an meine eMail-Adresse zu?

Danke

violetta@paganlady.de



Sei!
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#10
Hallo Violetta,

sicher gibt es Söbbecke-Käse. Bei Firma Söbbecke ist man vielleicht auch ehrlicher zu seinen Kunden. Inwieweit die Firma Kraft auch noch mit anderen Mittel hantiert ist schwer zu hinterfragen. Mir war wichtig, ob überhaupt und wie man auf meine Anfrage reagiert.


Grüße Saxorior

Lebe für Deine Ideale!
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