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Kirchenvertreter
#1
Sieht dies nach freier Entscheidung und selbstbestimmten Leben der Gläubigen aus? Wenn man sich sowas freiwillig *kopfschüttel* antun läßt, dann ist es mit der Freiheit nicht weit her.

Die katholische Kirche in den Vereinigten Staaten erlebt den größten Skandal Mißbrauch und Vertuschung: Die katholische Kirche in Amerika hat ihren größten Skandal
SAN FRANCISCO, im März
Unlängst hat der römisch-katholische Bischof von Palm Beach, Florida, sein Amt niedergelegt, nachdem er unzüchtige Kontakte mit Minderjährigen eingestehen mußte. Bischof Anthony O Connell bestätigte Berichte einer Lokalzeitung, er habe in den siebziger Jahren einen Jungen in einem Priesterseminar im amerikanischen Bundesstaat Missouri "gestreichelt". Einen Jungen ausgerechnet, der sich hilfesuchend an ihn gewandt habe, nachdem er von zwei anderen Priestern mißbraucht worden war. Er sei "wahrhaftig und tief traurig" über "den Schmerz und die Konfusion", die er verursacht habe, sagte O Connell während einer hastig einberufenen Pressekonferenz und bat den Betroffenen, einen heute Vierzigjährigen, um Vergebung für die "fehlgegangene Hilfe".
Bischof O Connells Amtsverzicht ist, vorerst jedenfalls, der düstere Höhepunkt eines Skandals in der katholischen Kirche der Vereinigten Staaten, der mehr und mehr albtraumhafte Züge annimmt. Seit Wochen werden in Gemeinden im ganzen Land immer neue Fälle von Kindesmißbrauch, Pädophilie, sexueller Nötigung bekannt. Mehr als fünfzig Priester sind seit Januar aus ihren Ämtern entfernt worden, und täglich kommt mehr von der widerwärtigen Wahrheit ans Licht. Ehemalige Meßdiener, die von Priestern vergewaltigt wurden, melden sich zu Wort; Kinder, die einst der Obhut der Kirche anvertraut und von Geistlichen zu Oralverkehr, Sodomie und pornografischen Handlungen vor laufender Kamera gezwungen worden waren, brechen nach Jahren ihr Schweigen. Manche erhoffen sich Erleichterung davon, endlich reden zu können, andere wollen weiteres Unheil verhindern helfen, wieder andere genießen womöglich auch ein wenig die Aufmerksamkeit, die ihnen derzeit zuteil wird. Was auch immer aber die Motive der Opfer sein mögen: Sie finden Gehör. Und jeder weitere Fall, der offenbar wird, stürzt die Kirche tiefer in einen Abgrund von Mißtrauen und Schmerz.
Unter Generalverdacht
Daß auch O Connells Vorgänger wegen sexueller Verfehlungen aus dem Amt scheiden mußte, mag nur ein merkwürdiger Zufall sein. Im gegenwärtigen Klima jedoch wirkt das wie die Bestätigung eines Generalverdachts, der sich ausnahmslos gegen alle geistlichen Würdenträger richtet, vom einfachen Mönch bis hinauf zum Bischof. So zahlreich sind die Vorkommnisse, so viele Geistliche sind darin verwickelt, daß es schwer ist, nur mehr an Einzelfälle und Ausnahmen zu glauben. Fast scheint es, als verberge sich hinter den Kirchentüren ein Stauraum unterdrückter Gefühle, als herrsche hinter den Klostermauern ein spezifisches Klima der sexuellen Verklemmung, in der sich Gewalt, Lust und Lüge auf ebenso tragische wie bizarre Weise mit der routinierten Geheimniskrämerei einer zweitausend Jahre alten Bürokratie verbinden.
Die Enthüllungen begannen im Januar in der Erzdiözese Boston, als der sechsundsechzig Jahre alte Priester John Geoghan angeklagt wurde, in den vergangenen dreißig Jahren mehr als hundertdreißig Kinder mißbraucht zu haben. Während der Gerichtsverhandlungen stellten die Anwälte der Opfer sowie Reporter der Tageszeitung "Boston Globe" zu ihrem Entsetzen fest, daß die bischöfliche Verwaltung unter Leitung von Kardinal Bernard Law schon Jahre vor der Anklageerhebung über Geoghans Taten informiert war. Statt den augenscheinlich kranken Mann aus der Gemeindearbeit zu entfernen oder ihm wenigstens therapeutische Hilfe zu gewähren, suchte die Kirchenadministration die Vorfälle zu vertuschen, zahlte den betroffenen Familien teils erhebliche Schweigegelder und versetzte Vater Geoghan, wann immer der sich wieder an kleinen Jungen vergangen hatte, aufgrund eines merkwürdigen Verständnisses von Barmherzigkeit von einer Gemeinde in die nächste, ohne die Gläubigen dort über die Neigungen ihres neuen Priesters zu unterrichten. Die recherchierenden Journalisten haben zudem mehrfach von vorsätzlicher Behinderung ihrer Arbeit berichtet, von Drohungen gegen ihren Verlag und versuchter Einflußnahme auf die Anzeigenkunden des "Boston Globe".
Dieser Umgang mit der Wahrheit hat sich nicht auf Boston beschränkt. Am vergangenen Mittwoch etwa mußte der ehemalige Bischof des nordkalifornischen Santa Rosa einräumen, er habe drei Jahre lang von Vorwürfen gegen einen Priester gewußt, der mindestens sechs Mädchen mißbraucht haben soll, ehe er ihn vom Dienst suspendiert habe. Und Bischof O Connell hatte noch einen Tag vor seinem erzwungenen Rücktritt in einer gemeinsamen Erklärung seiner Amtskollegen aus Florida die sexuelle Nötigung von Minderjährigen durch Geistliche als "gleichermaßen sündig wie kriminell" bezeichnet. Erst dieses systematische Leugnen, Vertuschen, Verschweigen hat aus den Fehltritten von Individuen eine Krise der Institution erwachsen lassen.
Ersten Schätzungen zufolge kommen auf die nordamerikanischen Bistümer Schadensersatzzahlungen in Höhe von etwa einer Milliarde Dollar zu. Allein im Fall von Vater Geoghan hat sich die Erzdiözese Boston zur Zahlung von mehr als dreißig Millionen Dollar an die Opfer verpflichtet, zuzüglich weiterer fünfzehn Millionen, die nach Berichten des "Boston Globe" bereits überwiesen worden sind. Längst haben im ganzen Land zudem Polizei und Staatsanwaltschaft mit der Untersuchung der Vorfälle begonnen, meist nur sehr zögerlich vom Klerus unterstützt, der sich immer noch vorzugsweise auf das Beichtgeheimnis und die verfassungsrechtlich geschützte Freiheit der Religionsausübung zu berufen versucht. Mehrere amerikanische Bundesstaaten erwägen deshalb, Geistliche - ähnlich wie Ärzte, Sozialarbeiter und Lehrer - gesetzlich zu verpflichten, staatlichen Stellen alle Fälle von Kindesmißbrauch zu melden, die ihnen bekannt werden.
Weit fataler jedoch als die finanziellen und juristischen Folgen ist der verheerende Vertrauensverlust. Was geschieht mit der Herde, wenn sich einige der Schäfer an den Schwächsten, den Jüngsten unter ihren Schutzbefohlenen, vergehen? In einer vorösterlichen Botschaft, in der Johannes Paul II. jetzt zum ersten Mal zu den Vorgängen in den Vereinigten Staaten Stellung genommen hat, sprach der Papst von einem "bedrohlichen Skandal", der einen "dunklen Schatten" über alle Geistlichen werfe. Tatsächlich zögern jetzt selbst unbescholtene Priester, Kindern beim Segen die Hand auf den Kopf zu legen, um nur ja keinen Verdacht keimen zu lassen, und tief verstörte Eltern wagen es nicht mehr, ihre Söhne und Töchter in katholische Kindergärten zu schicken.
Die verbreitete Furcht ist um so bedrängender, als es nicht selten ausgerechnet die aktivsten Gemeindemitglieder waren, deren Kinder zu Opfern wurden. Jungen und Mädchen, deren Familien tief religiös lebten und jeden Besuch des Priesters als Ehre betrachteten. Die noch zögerten, gegen die Kirche vorzugehen, als die Seelenqualen der Mißbrauchten nicht mehr zu übersehen waren.
Was wußte Rom?
Mit dem Wuchern des Mißtrauens einher geht der Zusammenbruch der kirchlichen Autorität. Wie könne eine Institution, die Homosexuellen und Geschiedenen bis heute Beichte und Abendmahl verweigert, ebendiese Sakramente wissentlich von überführten Päderasten austeilen lassen, fragen Gläubige und Kommentatoren gleichermaßen empört. Daß Anthony O Connell zum Bischof von Palm Beach werden konnte, obwohl seine Verfehlungen jedenfalls in amerikanischen Kirchenkreisen bekannt waren, verknüpft den gegenwärtigen Skandal zudem mit der undurchsichtigen Personalpolitik der katholischen Kirche. Lebhaft wird diskutiert, ob Rom von O Connells Fehltritt gewußt hat oder hätte wissen müssen, ehe ihm das Bistum anvertraut wurde.
Wie tief der Skandal die Kirche erschüttert hat, zeigt sich auch darin, daß mittlerweile selbst unantastbare Traditionsbestände angezweifelt werden. In der jüngsten Ausgabe der offiziellen Zeitung seiner Erzdiözese hat Kardinal Law, der höchste katholische Würdenträger in den Vereinigten Staaten, die Frage aufgeworfen, wie lange es sich die Kirche noch leisten könne, am Zölibat festzuhalten. Er hat bewußt keine Antwort gegeben. Aber die Debatte von höchster Stelle aus in Gang zu setzen bedeutet einen Tabubruch, der noch vor Wochen so ungeheuerlich erschienen wäre wie die Vorwürfe gegen Vater Geoghan, Bischof O Connell und all die anderen Sünder, die, mit den Worten des Papstes, den "Mysterien des Bösen" erlegen sind.
HEINRICH WEFING

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2002, Nr. 70 / Seite 41

Was muß noch alles erst an den Tag kommen, bis die Gläubiger aufwachen bzw. sie zur Rechenschaft gezogen werden ?


Gruß

Lilith
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#2
Die Gläubiger werden es damit abtun, daß sie sagen: "er habe nicht wirklich an G*tt geglaubt, aber wir verzeihen ihm".

Chr*sten, ha!

Sie predigen Wasser und saufen Wein!
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#3
Der Mainzer Weihbischof Franziskus Eisenbach ist zurückgetreten. Ihm werden verschiedene Verstöße vorgeworfen. Unter anderem beschuldigte ihn eine Mainzer Professorin der sexuellen Übergriffe und Körperverletzung bei Teufelsaustreibungen.

Wie das Bistum Mainz bestätigte, hat der Papst das Rücktrittsgesuch angenommen. Der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann bedauerte den Rücktritt Eisenbachs. Der Rücktritt sei aber kein Schuldeingeständnis. Lehmann erklärte Eisenbach werde eine neue Tätigkeit als Seelsorger erhalten. (Das muß man sich mal vorstellen! Der darf weiterhin als Kirchenmann und Vertrauensperson arbeiten!!!)

Bei den Vorwürfen gegen Eisenbach geht es unter anderem um jahrelangen Verstoß gegen das Zölibatsgesetz durch sexuelle Beziehungen zu mehreren Frauen, um Verführung zur Sünde innerhalb der Beichte, um schwere Körperverletzung als Folge von Exorzismus, um Verletzung des Beichtgeheimnisses und der priesterlichen Schweigepflicht.

Erstmals ist in Deutschland gegen einen Bischof strafrechtlich ermittelt worden. Eine Mainzer Professorin hatte im September 2000 Strafanzeige gegen den Weihbischof erstattet, weil er eine Dämonaustreibung in Form des großen Exorzismus mit körperlicher Gewalt an ihr vorgenommen, sie dabei in sexuelle Abhängigkeit gebracht und diese ausgenutzt habe.
Sei!
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#4
Hallo , aus der Süddeutschen Zeitung

ACH DIE ARMEN SIND DOCH ZU BEDAUERN! *Kopfschüttel*


23.04.2002 19:33
Kindesmissbrauch-Debatte
Ein schmerzhafter Prozess
Nur mühsam lernt die katholische Kirche den Umgang mit einem Tabuthema.
Von Matthias Drobinski
  
Ich habe das getan. Ich, der tolle Kerl, der großartige Priester, der Menschenfreund." In dem Buch "Sexueller Missbrauch Minderjähriger in der Kirche", herausgegeben von den Theologen und Psychologen Stephen Rossetti und Wunibald Müller, findet sich der erschütternde Bericht eines Priesters, der Kinder missbrauchte und dafür ins Gefängnis kam.

Er beschreibt seine gefühlsarme Familie und wie ihn einst der bewunderte Pfadfinderleiter missbrauchte. Wie er ein erfolgreicher, beliebter Kaplan und Pfarrer wurde und trotzdem einsam blieb. Sich dann 13-, 14-jährigen Jungen näherte, Jugendlichen aus Problemfamilien, in schwierigen Situationen. Wie er meinte, ihnen Gutes zu tun. Bis die Polizei kam.

Es sind nicht schmutzige alte Männer, die Kinder und Jugendliche missbrauchen; es sind oft Menschen wie der anonyme Priester: Jung, beliebt, locker. Und so ist es unmöglich, den Typ des Missbrauchers zu beschreiben, unmöglich, die Ursache herauszufinden. ......
Unklar ist, wie viele Priester es gibt, die sich an Kindern und Jugendlichen vergreifen. Müller, der das Münsterschwarzacher Recollectio-Haus für Priester in Lebenskrisen leitet, zitiert Untersuchungen aus den USA: Demnach sind knapp zwei Prozent der Priester pädophil, also sexuell an Kindern unter elf Jahren interessiert; die gleiche Anzahl ist ephebophil, sucht also Sex mit pubertierenden Jugendlichen.
In beiden Gruppen seien ungefähr 20 Prozent unheilbar gestört, 80 Prozent litten unter einer therapierbaren psychosexuellen Störung...

"Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass katholische Priester sich häufiger Kindern nähern als das Angehörige dieser Berufsgruppen tun", sagt Müller.
Dennoch hat Müller festgestellt, dass die Lebensform des Priesters immer wieder Menschen mit sexuellen Schwierigkeiten anzieht - "weil gerade sexuell unreife Männer denken, mir bleibt das ganze Thema erspart, wenn ich Enthaltsamkeit verspreche". Hier müssten die Leiter der Priesterseminare "genau hinsehen, wer warum Priester werden möchte". Zum Glück seien Auswahl und Begleitung der Priesteramtskandidaten "insgesamt besser" geworden, nach Müllers Beobachtung sinkt sogar die Zahl der Missbrauchsfälle im kirchlichen Umfeld. "Was wir in den Vereinigten Staaten aufarbeiten, sind vielfach die Sünden der Vergangenheit".
Für die katholische Kirche ein schmerzhafter Prozess: Dass Männer Gottes junge Menschen zerstören, das war lange unvorstellbar, unaussprechlich und damit unbestrafbar. Noch vor zwanzig Jahren wurden Priester vor dem Zugriff der Staatsanwaltschaft geschützt, nach einer Pause in die nächste Gemeinde versetzt.
Inzwischen gibt es in Großbritannien ein landesweites Büro für den Schutz von Kindern, in der Schweiz berät eine Expertenkommission, wie sexueller Missbrauch verhindert werden soll, wie den Opfern geholfen werden kann. In den USA gibt es Verhaltensregeln für Bischöfe: der betreffende Priester soll sein Amt ruhen lassen, die Kirche soll vorbehaltlos mit den Behörden zusammenarbeiten, dem Opfer helfen, ehrlich die Öffentlichkeit informieren. Nur: der Bischof von Boston hat sich nicht daran gehalten.
"Das zeigt, wie wichtig verbindliche Regelungen sind", sagt Müller. Genau dies haben die deutschen Bischöfe am vergangenen Montag aber abgelehnt. Einzig Gebhardt Fürst, der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, hat strengere Regeln angekündigt. Er hat auch gesagt, was er angesichts der Missbrauchsfälle empfindet: "Wut, Trauer und Scham.

Mir fehlen einfach die Worte!

Gruß

Lilith
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#5
MISSBRAUCH IN DER KIRCHE
Papst nennt pädophile Priester Verbrecher

Bei einem Krisentreffen mit US-Kardinälen hat Papst Johannes Paul II. die Kinderschänder innerhalb der US-Kirche als Verbrecher bezeichnet. In den USA wurden in den vergangenen Monaten viele Fälle bekannt, in denen Priester sich an Minderjährigen vergangen haben.

Rom - Missbrauch werde "von der Gesellschaft zu Recht als Verbrechen angesehen", und im religiösen Leben sei kein Platz für solche Verbrecher, sagte der Papst. Den Opfern und ihren Angehörigen sprach er seine Solidarität und Betroffenheit aus. Ob die beschuldigten Priester in den Laienstand degradiert werden, ist noch nicht klar. Darüber war im Vorfeld des Treffens zwischen Papst, Spitzen der römischen Kurie, unter ihnen der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, und den US-Kardinälen spekuliert worden.

Das Ansehen der katholischen Kirche ist in den USA seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle gesunken. Drei von vier Befragten äußerten die Ansicht, die Kirche habe nicht angemessen auf die Fälle von sexuellem Missbrauch in ihren Reihen reagiert. Dies ergab eine Umfrage des Fernsehsenders ABC und der Zeitung "Washington Post". Noch im März hatten nur zwei Drittel das Verhalten der Kirchenführung missbilligt.
 
Die amerikanischen Kardinäle und Bischöfe stehen somit unter Druck. Vor allem dem Kardinal von Boston, Bernard Francis Law, wird vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen Priester vorgegangen zu sein, die sich sexuell an Kindern vergriffen hatten. Er soll zwei des Kindesmissbrauchs beschuldigte Priester von einer Gemeinde zur anderen versetzt haben. Medienberichten zufolge gibt es innerhalb der amerikanischen Bischofskonferenz Forderungen nach einem Rücktritt Laws. Auch der New Yorker Kardinal Edward Egan hat mögliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit einem weiteren Missbrauchsskandal eingestanden.

Unmittelbar vor Beginn der Beratungen in Rom erklärte jedoch der Kardinal von Washington, Theodore McCarrick, seine Unterstützung für den umstrittenen Bostoner Kardinal Bernard Law. Dieser dürfe nicht zum Sündenbock gemacht werden, sagte McCarrick. Bei dem Treffen in Rom gehe es vor allem um die Frage, wie die Kirche sicherstellen könne, dass die Gläubigen ihren Priestern vertrauen könnten.

Bereits am Montag tagte die Deutsche Bischofskonferenz im Kloster Himmelspforten bei Würzburg. Dabei beschlossen die Bischöfe, die Kommission für geistige Berufe und kirchliche Dienste zu beauftragen, Vorschläge für den Umgang mit Priestern zu machen, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben. Die Kommission solle darüber entscheiden, ob die Formulierung verbindlicher Richtlinien für alle Diözesen nötig sei, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann in Würzburg.

Möglicherweise sollten auch bisher schon gängige Verfahrensweisen der einzelnen Diözesen als gemeinsame Richtlinie offiziell zu Papier gebracht werden. Wann die Kommission ihre Arbeit aufnehmen soll, ließ Lehmann offen. Der Kardinal betonte, es gebe keinen Hinweis, dass sich die Fälle im Vergleich zu früher gehäuft hätten, wenngleich man "in concreto" die Zahl der Fälle nicht kenne, weil es eine "erhebliche Randunschärfe" gebe. Es dürfe jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass durch einen diskreten Umgang mit der Sache gerade im Hinblick auf die Opfer irgendetwas vertuscht werden solle.

Die katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" hatte bei den deutschen Bischöfen Ombuds-Stellen für Missbrauchsopfer angemahnt. Diese Beratungsstellen müssten unabhängig von den bischöflichen Ordinariaten sein, um eine wirklich vertrauenswürdige Hilfe gewährleisten zu können, hieß es in einer Erklärung. Nach Ansicht der Kirchenreformbewegung kann die Gefahr von Missbrauch nur gesenkt werden, wenn die katholische Kirche ihre Einstellung zur Sexualität überdenkt.



das muß ich nicht wirklich kommentieren oder?
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#6
VATIKAN
Sexuelle Verfehlungen sollen zur Entlassung führen

Beim Krisengipfel im Vatikan haben sich Papst Johannes Paul II. und die US-Kardinäle offenbar darauf geeinigt, dass Priester, die sexuellen Missbrauch treiben, in Zukunft entlassen werden sollen.

Rom - Am Mittwochabend zeichnete sich ab, dass der Vatikan künftig härter gegen Priester durchgreifen wird, die sich sexueller Fehlverhalten schuldig machen. Das deutete der Kardinal von Washington, Theodore McCarrick, an. Es sei jedoch noch offen, ob eine ähnlich Vorgehensweise auch für Fälle aus der Vergangenheit gelten soll, sagte er.

Der Papst hatte die Kardinäle zu dem Krisentreffen zitiert, nachdem Skandale um den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche die katholische Kirche in den USA erschüttert hatten. Das Treffen hatte am Dienstag mit scharfen päpstlichen Worten gegen die Täter begonnen. Die Kirchenmänner hätten ein schweres Verbrechen und "eine entsetzliche Sünde vor den Augen Gottes" begangen, erklärte Johannes Paul II. Einigen Bischöfen und Kardinälen in den USA wird vorgeworfen, pädophile Verfehlungen von Priestern vertuscht zu haben.

Nach Angaben des Kardinals von Los Angeles, Roger Mahony, schlugen die Teilnehmer nun nahezu einhellig eine engere Zusammenarbeit mit den weltlichen Behörden vor. Zur Debatte steht auch die Einsetzung eines Laienausschusses, der die Arbeit der Kirche beobachten soll.

Während der Papst und die amerikanischen Kardinäle in Rom beraten, sind neue Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche bekannt geworden. Die katholische Kirche der Bahamas räumte mehrere Fälle von sexueller Gewalt von Priestern gegen Kinder ein. Bei der Aufdeckung der Straftaten habe es personelle Konsequenzen bis hin zur Entlassung von Priestern gegeben, teilte Erzbischof Lawrence Burke in Nassau mit. Die katholische Kirche des Karibikstaats habe schon 1994 strenge Richtlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch erlassen.
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#7
Zitat:VATIKAN
Sexuelle Verfehlungen sollen zur Entlassung führen

Beim Krisengipfel im Vatikan haben sich Papst Johannes Paul II. und die US-Kardinäle offenbar darauf geeinigt, dass Priester, die sexuellen Missbrauch treiben, in Zukunft entlassen werden sollen.

Weit gefehlt. Nur Priester-Täter, denen man mehrfachen sexuellen Mißbrauch nachweisen kann. Wegen einmaliger Kinderschändung wird keiner aus dem Amt geworfen!


Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#8
Jahrelanger sexueller Missbrauch an Berliner Jesuitenschule
Rektor: "Die Wucht der Vorfälle hat mich erschlagen"

An einem als Eliteschule geltenden katholischen Berliner Gymnasium hat offenbar jahrelang systematischen sexuellen Missbrauch von Schülern durch Priester gegeben. Der Rektor des von Jesuiten betriebenen Canisius-Kollegs, Pater Klaus Mertes, schrieb laut einem Bericht der Berliner "Morgenpost" in einem Brief an 600 ehemalige Schüler, dass mindestens zwei Padres in den 70er und 80er Jahren die Straftaten begangen hätten.

"Mit tiefer Erschütterung und Scham habe ich diese entsetzlichen, nicht nur vereinzelten, sondern systematischen und jahrelangen Übergriffe zur Kenntnis genommen", schrieb Pater Mertes an die früheren Schüler. Die beiden unter Verdacht stehenden Padres haben die Schule und auch den Jesuiten-Orden laut Rektor Mertes in den 80er Jahren verlassen und seien seitdem nicht mehr an einer Schule tätig gewesen. Unter welchen Umständen sie das Kolleg verlassen hätten, sei unklar und soll untersucht werden.

Mertes wollte der "Morgenpost" nicht die genauen Opferzahlen nennen. "Die Wucht der Vorfälle hat mich aber erschlagen", sagte er. Er habe den Opfern volle Diskretion zugesagt. Es stehe den Opfern frei, sich an die Polizei oder Öffentlichkeit zu wenden.

Wie eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft auf Anfrage sagte, sind der Behörde gegenwärtig keine Anzeigen zu sexuellem Missbrauch am Canisius-Kolleg bekannt. Die in den 70er Jahren verübten Taten dürften zumindest weitgehend strafrechtlich verjährt sein, je nach Tatzeitpunkt könnten aber die Taten aus den 80er Jahren durchaus noch zu einer juristischen Verfolgung führen.

Die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch beträgt zwar 20 Jahre, womit das Jahr 1990 das letzte in Frage kommende Tatjahr wäre. Allerdings setzt die Verjährung bei sexuellem Missbrauch von Kindern erst mit dem Vollenden des 18. Lebensjahrs des Opfers ein, sagte die Sprecherin.

Mertes räumte ein, dass bereits in den vergangenen Jahren vereinzelt Missbrauchsfälle bekannt geworden seien. Die Betroffenen hätten sich aber nicht offenbaren wollen. Nach einer schulinternen Veröffentlichung seien zum Jahreswechsel mehrere ehemalige Schüler auf ihn zugegangen. Deren Berichte hätten ihn überzeugt, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern einen systematischen und jahrzehntelangen Missbrauch handle.


http://www.berlinonline.de/aktuelles/nachrichten/detail_afp_CNG.b824419d37f17955c410d59edb13ce31.21.php
Tue was immer ich will!
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#9
Wishmaster schrieb:[b]Die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch beträgt zwar 20 Jahre, womit das Jahr 1990 das letzte in Frage kommende Tatjahr wäre. Allerdings setzt die Verjährung bei sexuellem Missbrauch von Kindern erst mit dem Vollenden des 18. Lebensjahrs des Opfers ein, sagte die Sprecherin.

WAS? ERST? Das soll doch wohl ein Witz sein, oder? Verwirrthock:
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#10
Niederländische Kirche ließ mehrere Jungen kastrieren

Die katholische Kirche der Niederlande hat einem Medienbericht zufolge in der 50er Jahren mehrere Jungen kastrieren lassen, um deren angebliche homosexuellen Neigungen "zu heilen". Wie die Zeitung "NRC Handelsblad" am Samstag schrieb, sind mindestens zehn solcher Fälle bekannt.

Amsterdam - Dabei habe es sich um Minderjährige gehandelt, die zuvor in katholischen Schulen und Internaten von Kirchenangehörigen sexuell missbraucht worden seien. Die chirurgischen Eingriffe seien in kirchengeführten psychiatrischen Kliniken vorgenommen und mit dem Ziel begründet worden, die Kinder "von ihrer Krankheit zu befreien".

Die Zeitung beruft sich auf Aussagen von Opfern, ärztliche Berichte, Privatbriefe und Anwaltsdokumente. Im Dezember 2011 war in den Niederlanden der Bericht einer Untersuchungskommission vorgestellt worden, aus dem hervorging, dass in dem Land seit 1945 Zehntausende Kinder in Einrichtungen der katholischen Kirche sexuell missbraucht wurden. Obwohl es damals schon den Verdacht auf Kastrationen als "therapeutische Maßnahme zur Heilung der Homosexualität" gab, war dieser Aspekt nicht in dem Bericht aufgenommen worden.

"Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd."
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