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Loyalität...
#1
...für manche ein Unwort, für manche gar nicht existent, für manche der (einzige) Halt in ihrem Leben.

Sieht man im Internet nach, wird "Loyalität" stark unterschiedlich definiert und ist somit für jemanden, der wissen möchte, was das Wort bedeutet, gar nicht (er)fassbar. Ein Phantom also?

Interessant, daß Loyalität in meinen Leben eine Rolle spielt, ich allerdings keine Definition gefunden habe, die das wiedergibt, was ich darunter verstehe.

An dieser Stelle würde ich gerne eine Diskussion entfachen, denn Loyalitäten können ja auch wechseln (also interpretieren die Gegner: es gibt sie deshalb nicht). Oder zeichnet die wahre Loyalität eine instinktive Treffsicherheit aus, die kein Überdenken notwendig macht?

Gruß, ?ono
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#2
Hallo ?ono!

Ein schönes Thema. Loyalität ist immer an etwas gebunden und es gibt unterschiedliche Ausprägungen davon. Man kann loyal zu sich und seinen Prinzipien sein, zu seinem Gefährten, zu Freunden usw. Je nach Charaktereigenschaften, Erziehung und Willensstärke variiert diese Loyalität. Willensschwache Personen, ohne ausgeprägte Persönlichkeit, haben überhaupt keine Vorstellung davon und können damit wenig anfangen.
Ich persönlich versuche den eigenen Prinzipien treu zu bleiben und dies im Alltag umzusetzen.
Unloyale Personen sind meist auch gleichzeitig sehr emotionale, da sie ihr Prinzipien ihren Emotionen unterwerfen und diese ausleben möchten. Da spielen dann einmal gefaßte Prinzipien keine Rolle mehr, das wird alles für eine Emotion über den Haufen geworfen. Oft wissen diese Personen nicht einmal, daß dies einer Emotion zuzuschreiben ist, da hat noch keine Selbstreflektion stattgefunden.
Es geht nicht darum mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern darum mit den Augen die Tür zu finden!
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#3
Hallo ?ono!

In der Tat - ein sehr schönes und ein sehr wichtiges Thema!

Hernes_Son schrieb:Ich persönlich versuche den eigenen Prinzipien treu zu bleiben und dies im Alltag umzusetzen.

Eben - so ist es! Dieser Aspekt erscheint mir persönlich am Bedeutendsten und ist besonders Hervorhebenswert, denn Loyalität fängt für mich damit überhaupt erst an! Zuallererst und zuvorderst bin ich mir selbst gegenüber treu und loyal. Aus dieser Basis, aus diesem Fundament heraus kann meiner Meinung nach überhaupt erst ernsthafte Loyalität anderen Gegenüber erwachsen. Und diese erwächst dann auch ganz automatisch mit wachsender Selbstloyalität. Sie erwächst denjenigen gegenüber, die es ebenso halten wie man selbst - man ist denen gegenüber loyal, die es auch sich selbst gegenüber sind.

Die von ?ono angesprochene Wechselhaftigkeit in der Loyalität zeigt nur den in der Allgemeinheit wachsenden Mangel an Selbstloyalität. Wer sich selbst gegenüber treu ist, kann sich auch Anderen gegenüber klar positionieren.

Meine allerbesten Grüße an alle die sich selbst gegenüber schon sehr treu sind und gutes Gelingen wünsche ich allen, die danach streben! (Dazu muss man sich ja selbst auch erst mal wenigstens ein Stück weit gefunden und erkannt haben - um zu wissen wer man ist oder sein will, was man will und vor allem was man auf gar keinen Fall will. Blinzeln )

Schöne Grüße

Glückskind
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#4
Hernes_Son schrieb:Loyalität ist immer an etwas gebunden und es gibt unterschiedliche Ausprägungen davon.

Ich persönlich denke, Loyalität steht im Zusammenhang mit einer bestimmten Frequenz, sie bezieht sich immer auf etwas "beseeltes" (auweia, wenn jemand dafür eine bessere Formulierung hat, wäre ich dankbar). Heißt, man empfindet Loyalität zu anderen Menschen, Tieren, Pflanzen oder anderen Lebewesen und nicht etwa seinem Auto, Haus oder Toaster gegenüber.

Man kann sich selbst und seinen Prinzipien treu sein - aber ich glaube nicht, daß man sich selbst gegenüber Loyalität empfinden kann, da sie sich m.M. nach eben auf etwas bezieht, was man zum gegenwärtigen Zeitpunkt als getrennt von sich wahrnimmt (also andere Menschen z.B.).

Gruß, ?ono
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#5
Gerne wird Loyalität auch als unterlegene Verbundenheit von/zu höherem dargestellt, wobei Loyalität durchaus zwischen gleichwertigen vorhanden sein kann.

Diese basiert dann auf gegenseitigem Respekt und Ehrenhaftem Verhalten.
Zumindest bei mir so - ohne obige Basis sicherlich keine Loyalität.
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#6
Hab da einen Spruch gefunden, welchen ich persönlich sehr treffend finde.

"Loyalität ist wie ein Schiff, bei schönen Wetter trägt es zwei, bei schlechten Wetter nur einen."

Finde ich persönlich knapp, aber treffend. Also bleib ich doch allein in meinem Boot und entscheide, wie ich es steuer und wohin, mit aller Konzequenz.

Des Wolfes Ansicht. (Steuere gerade persönlich aus einer Situation, wo sich mein Kurs als richtig erwiesen hat und ich mich wieder in ruhigen Gewässern bewege. Bin in dieses Forum gekommen, durch den Vogel Phönix. Auch wenn man im Stadium des Häufchens Asche ist. Selbstvertrauen und Treue zu sich, um sich im neuen Federkleid zu entfalten.)
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#7
Wolf schrieb:Also bleib ich doch allein in meinem Boot und entscheide, wie ich es steuer und wohin, mit aller Konzequenz.

Genau das ist der Punkt: es kann nur einen Steuermann pro Schiff geben. Blinzeln
Der sprichwörtliche zweite (fremdgesteuerte) Passagier wird von Bord gehen, sobald er bemerkt, daß das Schiff in eine Richtung steuert, die er nicht will (und er nicht gegen den Steuermann ankommt). Im günstigsten Fall hat er die Illusion dann durchschaut und übernimmt das Ruder seines eigenen, bisher planlos dahindümpelnden Schiffes. (Und der Steuermann, der sich darauf eingelassen hat, einen "blinden" Passagier mitzunehmen, muß darauf gefasst sein, im Zweifelsfall dessen Loyalität zu verlieren.)

Gruß, ?ono
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#8
Oder der Passagier erkennt im Kapitän die fähigere Person und überläßt ihm deswegen das Ruder.
Der Passagier weiß, daß er ohne den Kapitän nicht so weit kommen würde, er wird verlängerter Arm oder Bein. Ähnlich wie bei einem Heer - ein Gedanke - viele Ausführende.

Entscheiden dabei ist, ob der Einzelne sich diesem Willem freiwillig unterwirft oder ob er verführt/manipuliert wurde. Der Freiwillige geht den Weg bis zum Ende.
Solange er sein Ego unter Kontrolle hat.
Der Verführte erwacht irgendwann und wird einen anderen Weg gehen, so wie schon geschrieben.

Und den wollte ich schon immer mal bringen:
"Dem Untergebenen geziehmt es nicht, an die wohldurchdachten Anweisungen des Vorgesetzten seinen eigenen beschränkten Maßstab anzulegen, und in dünkelhaftem Übermut sich ein Urteil über dieselben anzumaßen." Preußische Militärverordnung 1871

Loyalität muß aber nicht zwingend an Hierarchien gebunden sein. Genau so gut gibt es dieses Verhalten unter Freunden.

Moral, Treue, Disziplin und Loyalität sind alles Worte, bei denen sich heute bei vielen Menschen die Nackenhaare aufstellen.
Lebe für Deine Ideale!
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#9
Ein Problem, das bei solchen Begrifflichkeiten wie Loyalität und Treue auftaucht, ist auch die Tatsache, daß die eigene Emotionalität dabei oft vollkommen ausgeklammert wird. Überhaupt wird das Thema Emotionskontrolle immer unterschätzt bzw. dem nicht genügend Beachtung beigemessen. Ich spreche damit niemanden direkt an, das soll ganz allgemein gemeint sein. Lächeln Dabei kann man eigentlich erst von und über Loyalität/Treue reden, wenn man diese Dinge wie Emotionskontrolle für sich geklärt hat und auch weiß, was alles unter Emotionen zu verstehen ist. Schon alleine dies ist eine große Herausforderung. Nach meiner Meinung ist man prinzipiell erstmal sich selbst gegenüber loyal. Damit meine ich: Die eigene Lebensphilosophie wird tagtäglich in die Praxis umgesetzt. Menschen, die eine ähnliche Einstellung haben, wie man selbst, die zieht man dann auch im täglichen Leben an und mit denen umgibt man sich automatisch gerne. Wer in einer solchen Gemeinschaft den Prinzipien dann untreu wird, von dem entfernt man sich dann auch. Das passiert sowohl irgendwann logisch, also vorher auch schon frequenztechnisch.

Zitat:Ich persönlich denke, Loyalität steht im Zusammenhang mit einer bestimmten Frequenz

Es stimmt zwar, daß alles letztlich Frequenzen sind, aber in der Praxis kann man diese nicht sehen, genausowenig wie man Radioaktivität sehen kann. Daran kann man sich also nicht ausrichten. Es erfordert lange Erfahrung, Übung und gewisser Talente, um diese wenigstens Instinktiv oder empathisch zu erkennen, und nicht jeder kann das auch lernen.

Dem einen oder anderen ist sicher auch schon aufgefallen, daß man auf diesem Planeten nicht alleine ist. Es gibt immer wieder Situationen, in dem die eigene Lebensphilosophie (hier: natürliche Ernährung, Neutralität im Alltag, drogenfreie Existenz, Naturnähe etc.) auf die Probe gestellt wird, da ein Kollege, Nachbar, Familienmitglied oder jemand anderes meint, einem beispielweise Tierleichenteile, Alkohol, Kirchenbesuche oder anderes "anzubieten". Wer hier meint, eine Diskussion entfachen zu müssen oder versucht, den anderen zu missionieren/bekehren, ist wieder einer Emotion unterlegen gewesen und war somit seiner eigenen Lebensphilosophie (Neutralität), wenn sie denn aus den oben genannten Punkten definiert ist, unloyal gegenüber. Nur um mal ein kleines Beispiel dafür zu bringen, wie Emotionalität und Loyalität zusammenspielen.

Zitat:Oder der Passagier erkennt im Kapitän die fähigere Person und überläßt ihm deswegen das Ruder.
Der Passagier weiß, daß er ohne den Kapitän nicht so weit kommen würde, er wird verlängerter Arm oder Bein. Ähnlich wie bei einem Heer - ein Gedanke - viele Ausführende.

Das ist ein wichtiger Punkt, den Du, werter Saxorior, hier ansprichst. Es gibt immer Personen, die viel mehr Erfahrung in bestimmten Dingen/Situationen haben, als man selbst. Ist man einer Sache/Aufgabe/Person immer noch loyal gegenüber, wenn man auch Kritik zu hören bekommen hat; wenn man eine Zurechtweisung aufgrund eines Fehlverhaltens bekommen hat? Wer seine persönlichen Befindlichkeiten in gegebenen Situationen nicht hinten anstellen kann, um einer Sache/Aufgabe gerecht zu werden, der ist ebenfalls im eigentlichen Sinn unloyal. Es gehört also auch eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl und Instinkt zur Loyalität dazu. Neutralität bzw. Emotionskontrolle sind die Basis davon.
Es geht nicht darum mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern darum mit den Augen die Tür zu finden!
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#10
Zitat:Ist man einer Sache/Aufgabe/Person immer noch loyal gegenüber, wenn man auch Kritik zu hören bekommen hat; wenn man eine Zurechtweisung aufgrund eines Fehlverhaltens bekommen hat?
Wer seine persönlichen Befindlichkeiten in gegebenen Situationen nicht hinten anstellen kann, um einer Sache/Aufgabe gerecht zu werden, der ist ebenfalls im eigentlichen Sinn unloyal. Es gehört also auch eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl und Instinkt zur Loyalität dazu. Neutralität bzw. Emotionskontrolle sind die Basis davon.

Sehr gute Zusammenfassung.
Konnte damit ?onos Frage beantwortet werden?


Zitat:An dieser Stelle würde ich gerne eine Diskussion entfachen, denn Loyalitäten können ja auch wechseln (also interpretieren die Gegner: es gibt sie deshalb nicht). Oder zeichnet die wahre Loyalität eine instinktive Treffsicherheit aus, die kein Überdenken notwendig macht?
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