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Mein, Dein, Euer, Unser
#1
Hallo ihr Lieben.

Wie sieht es eigentlich aus mit den besitzanzeigenden Fürwörtern oder auch Possesivpronomen genannt? Ich spreche also von den kleinen Wörtchen, die den Besitz anzeigen.
Unsere Sprache ist wertend und dualistisch angelegt. Das ist wohl bereits jedem klar. Nun würde ich gern wissen, inwiefern man überhaupt neutral sagen kann. "Das ist meine Frau. oder Das ist mein Mann." Bei Gegenständen ist die Diskussion sicherlich leicht, da Gegenstände sich in meinem Besitz befinden oder nicht. Ob ich mich dran hänge und mich abhängig mache, also bessesen bin von dem was ich besitze, sei mal dahin gestellt. Doch wie sieht es aus, wenn ich sagen möchte: Das ist der Mann, mit dem ich zusammenlebe. Bindet die Phrase "Mein Mann" den Partner nicht an mich? Ob ich nun neutral bin oder emotional, derjenige welche gehört dann mir, denn die Worte haben ihre Macht. Sowas grenzt dann an Freiheitsberaubung oder ?

Wie sieht es aus? Sollte man die Possesivpronomen in Verbindung mit Menschen, Tieren lieber aus dem täglichen Sprachschatz streichen?
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#2
Hallo Wilarda,
sicherlich haben Worte ihre Bedeutung.

Wenn ich nun sage das ist meine Frau, oder meine Frau sagt - das ist mein Mann, so bin ich doch der Meinung das es darauf ankommt wie beide das mein für sich interpretieren.

Und selbst bei Gegenständen...kannst Du sie wirklich besitzen? Im Grunde ist alles Energie jeder Gegenstand und wir auch -  kann Energie denn Energie besitzen?

Schöne Grüße
Angelus
(Diese Nachricht wurde am 28.10.02 um 07:57 von Angelus geändert.)
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#3
In einer Welt der Logik spreche ich den besitzanzeigenden Fürwörtern auf jeden Fall eine manipulierende Wirkung zu.

In der Welt, in der die Logik nicht existiert, stellt sich nicht die Frage: meins oder deins...

Bragi
(Diese Nachricht wurde am 28.10.02 um 14:54 von Bragi geändert.)
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#4
Hallo Bragi,

Du hast in einem Satz zur Sprache gebracht, worauf ich hinaus wollte. Jenseits der Logik, also auch jenseits der Sprache gibt es kein mein und dein. Vielmehr ein Ich und Du bzw. Wir. Besitz ist in der Neutralität nicht möglich. Mir kam es auch darauf an zu klären, ob in jedem Falle die Possesivpronomen manipulieren. So ist Sprache immer manipulierend, da sie Schwinguung ist. Damit ist allerdings die Diskussion schon beendet.

[b:8816e3](Diese Nachricht wurde am 28.10.02 um 22:42 von Wilarda geändert.)[/b:8816e3]
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#5
Guten Morgen Wilarda,

du klingst ein wenig enttäuscht in deinem letzten Satz *lächel*
Also schreibe ich mal ein bißel aus meinem Erfahrungsschatz:

Ich selbst habe und benutz(t)e diese Worte mein/dein auch- und nicht immer ganz bewußt *zugeb*
Da für mich allerdings mehr als klar ist, das niemand mir gehören kann, so wie ich im Gegenzug auch niemandem "gehöre" ausser mir selbst, will ich damit keineswegs ausdrücken, das ich einen Besitzanspruch stelle, sonden will damit Zugehörigkeit signalisieren.(gerade fällt mir mal wieder die Tücke der Sprache auf: Zu-Gehörig, also gehören/besitzen.... naja)
Was die Worte selbst natürlich herzlich wenig interesiert, ebenso wie den Kosmos- der unterscheidet auch nicht nach Ambitionen, der Kosmos ist völlig hurmorlos in dieser Hinsicht. Er nimmt die Worte als das was sie sind, ebenso, wie diese sich selbst.
Nun gilt es allerdings auf so vieles zu achten.... und die Sprache ist wie schon erwähnt eine Manipulationsmaschinerie..... da bliebe einzig zu schweigen, will man diese Maschinerie nicht unterstützen. Etwas, das allerdings utopisch ist, also heißt es: bewußt machen und damit bestmöglichst umgehen..... sich die Vorteile dessen sichern, die sich einem dadurch eröffnen.


[b:22023f](sei) weise nutze dein Wissen.... Blinzeln[/b:22023f]
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#6
Hallo Wilarda!

Nun, da Sothis die Diskussion wieder aufleben läßt, kannst Du diesbezüglich ja wieder lächeln. *sieht bestimmt auch netter aus* *zwinker*

Hallo Sothis!

Stellt sich mir noch die Frage: Was ist mit den Gedanken? Worte sind sind doch nur vertonte Gedanken. Das würde doch bedeuten, wenn jemand denkt, "das ist mein und das vielleicht dein...", daß es ebenso auf eine Manipulation hinausläuft.

Bragi
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#7
Hallo Bragi,


du hast vollkommen recht: Worte sind vertonte Gedanken. Es nützt also nichts wenn man nicht sagt "mein Weib/Mann" usw, dafür aber so denkt.

Sowas wäre dann von hinten ins Knie geschossen Blinzeln

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#8
Hoffentlich hat Wilarda dazu noch was zu sagen!

Salve euch beiden
Bragi
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#9
Hoffentlich hat Wilarda dazu noch was zu sagen!

Hallo Bragi, ja ich habe da noch ein paar Fragen, denn ich suchte mir das Thema nicht ohne Grund aus. Das heißt mein Sprachgebrauch ist noch ziemlich von besitzorientierten Wörtern durchdrungen. Und ich gestehe ganz ehrlich, daß mir auch dabei auffiel, daß ich noch nicht 100 % begriffen habe, daß es keinen Besitz gibt. Ein Beispiel aus meinem Leben. Ich sagte neulich zu einem Freund.: "Oh ja ich füttere meine Vögel auch jede Woche auf dem Fensterbrett. Ich hielt selbst inne und sagte mir: "Oh Wilarda, was war denn das?" Also ich persönlich habe eben festgestellt, daß mein Sprachgebrauch ganz klar zeigt, was ich verstanden habe und was nicht. So denke ich wie Bragi es als Frage in den chatRaum stellte:"Stellt sich mir noch die Frage: Was ist mit den Gedanken? Worte sind sind doch nur vertonte Gedanken. Das würde doch bedeuten, wenn jemand denkt, "das ist mein und das vielleicht dein...", daß es ebenso auf eine Manipulation hinausläuft", daß Gedanken manipulative Kraft haben (Gedanke=Ursache). Noch mehr ich denke, daß Sprache AUsdruck der Gedanken sind und somit ein gutes Kontrollmittel, was noch an Denkmustern und Verhaltensweisen zu eleminieren ist.

"Nun, da Sothis die Diskussion wieder aufleben läßt, kannst Du diesbezüglich ja wieder lächeln. *sieht bestimmt auch netter aus* *zwinker* "

schmunzel* ja sieht es. Doch meine Gesichtszüge waren mir gar nicht entglitten. *zurückzwinker*


"du klingst ein wenig enttäuscht in deinem letzten Satz *lächel"

Ja das stimmt, Bragi hat mich von einer Täuschung befreit. Ich hatte nicht damit gerechnet, daß so schnell die Quintessenz des ganzen in zwei Sätzen gepostet wird.


"Ich selbst habe und benutz(t)e diese Worte mein/dein auch- und nicht immer ganz bewußt *zugeb*
Da für mich allerdings mehr als klar ist, das niemand mir gehören kann, so wie ich im Gegenzug auch niemandem "gehöre" ausser mir selbst, will ich damit keineswegs ausdrücken, das ich einen Besitzanspruch stelle, sonden will damit Zugehörigkeit signalisieren.(gerade fällt mir mal wieder die Tücke der Sprache auf: Zu-Gehörig, also gehören/besitzen.... naja"

Zugehörigsein heißt, daß jetzt wirklich Besitz? Ich gehöre zu einer Familie/Sippe/ Frequenzsippe. das sagt ja in erster Linie etwas über meine Herkunft aus oder über meine Frequenz.
Ein  Beispiel aus dem täglichen Leben zeigt, daß die gesamte Sprache Haben und nicht Sein orientiert ist. Oder wie bringe ich neutral zur Sprache, daß die Frau am Ende des Flurs (fikives Beispiel) meine Mutter ist. Selbst wenn ich es von dem emotionalen Begriff löse und sage sie ist meine Erzeugerin oder meine Eltern sind meine Erzeuger (auf materielle Ebene) ist das besitzanzeigende Fürwort noch da. Ich habe Eltern, Ich habe Erzeuger, Ich habe Freude, Ich habe ein Auto, Ich habe Erlebnisse.....
Ich habe, Ich habe, Ich habe

Doch bin ich. Ich bin freudig. Der Körper mit dem ich hier herumlaufe, ist gezeugt worden. Ich bin froh. Ich bin glücklich. Auch wenn dies Ausdrucksform wieder dazu verleitet zu denken ich bin ... Deswegen einfach nur. ICH BIN.

Was ich damit andeuten möchte ist, daß man/frau im Sprachgebrauch schon daraufachten kann, wie etwas gesagt wird. Es gibt durchaus eine mehr Seins orientierte Sprache, auch wenn diese unter dem Blickpunkt, wer bin ich auch hinfällig wird.


Sprache ist und bleibt ein Produkt von Grau und bringt eben nicht zur Sprache, wovon gesprochen wird bzw. was ist.und die Sprache ist wie schon erwähnt eine Manipulationsmaschinerie..... da bliebe einzig zu schweigen, will man diese Maschinerie nicht unterstützen. Etwas, das allerdings utopisch ist, also heißt es: bewußt machen und damit bestmöglichst umgehen..... sich die Vorteile dessen sichern, die sich einem dadurch eröffnen.

Ich finde es dennoch wichtig bestimmte Dinge vollkommen aus dem Sprachschatz zu streichen und bei sich selbst hellhörig zu bleiben. Was sage ich und wie sage ich es? deswegen stimme ich Dir da zu Sothis. Also schweige ich oder versuche dennoch mit Worten Unmögliches möglich zu machen.
Gedichte sind dafür ein gutes Beispiel, wie mir scheint. Was denkt Ihr?



Seid gegrüßt Bragi und Sothis.





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#10
Guten Morgen Wilarda Lächeln




"Ich selbst habe und benutz(t)e diese Worte mein/dein auch- und nicht immer ganz bewußt *zugeb*
Da für mich allerdings mehr als klar ist, das niemand mir gehören kann, so wie ich im Gegenzug auch niemandem "gehöre" ausser mir selbst, will ich damit keineswegs ausdrücken, das ich einen Besitzanspruch stelle, sonden will damit Zugehörigkeit signalisieren.(gerade fällt mir mal wieder die Tücke der Sprache auf: Zu-Gehörig, also gehören/besitzen.... naja"

Zugehörigsein heißt, daß jetzt wirklich Besitz? Ich gehöre zu einer Familie/Sippe/ Frequenzsippe. das sagt ja in erster Linie etwas über meine Herkunft aus oder über meine Frequenz.


hier etwas witziges das ich im Duden fand:

Zu|ge|hö|rig|keit, die; -: das Dazugehören; Verbundenheit, Mitgliedschaft: die Z. zur Familie, zu einem Verein, einer Partei;



was fällt da auf? Genau, die erklärene ein Wort mit sich selbst! *hahahaha* also pflücken wir das mal auseinandner:

Zu-Gehören

also:

ge|hö|ren <sw. V.; hat> [mhd. gehoeren, zu siehe hören]: 1. jmds. Besitz, jmds. Eigentum sein: das Buch gehört mir; ihr Herz gehört einem andern (geh.; sie liebt einen andern); dieser Tag gehört der Familie (wird der Familie gewidmet). 2. Glied od. Teil eines Ganzen sein, zu etw. zählen: er gehört schon ganz zu unserer Familie; dieser Wein gehört zur Spitzenklasse. 3. an einer bestimmten Stelle passend, am Platze sein: das Fahrrad gehört nicht in die Wohnung; das gehört nicht hierher. 4. für etw. erforderlich, Voraussetzung sein: es gehört viel Mut dazu, diese Aufgabe zu übernehmen; dazu gehört nicht viel (sind keine besonderen Eigenschaften od. Fähigkeiten erforderlich). 5. <g. + sich> den Regeln des Anstands, den Normen der Sittlichkeit entsprechen, sich schicken: das gehört sich nicht [für dich]!; benimm dich, wie es sich gehört! 6. (landsch., bes. südd.) für jmdn. angebracht sein, jmdm. gebühren: ihm gehört eine Ohrfeige; der gehört eingesperrt! (ugs.; man sollte ihn einsperren);


aha! da kommen wir der Sache schon näher.... da steckt also das Wort gehören=besitzen drin. Wenn du sagst du gehörst zu einer Frequenzsippe, besitzt du also eine bestimmte Frequenz, die einer Gruppe/Sippe zugeordnet wird.


Ein  Beispiel aus dem täglichen Leben zeigt, daß die gesamte Sprache Haben und nicht Sein orientiert ist. Oder wie bringe ich neutral zur Sprache, daß die Frau am Ende des Flurs (fikives Beispiel) meine Mutter ist. Selbst wenn ich es von dem emotionalen Begriff löse und sage sie ist meine Erzeugerin oder meine Eltern sind meine Erzeuger (auf materielle Ebene) ist das besitzanzeigende Fürwort noch da. Ich habe Eltern, Ich habe Erzeuger, Ich habe Freude, Ich habe ein Auto, Ich habe Erlebnisse.....
Ich habe, Ich habe, Ich habe


ganz recht, Wilarda, die Sprache die wir nutzen (müssen) ist so ausgelegt, dass wir auf die eine oder andere Weise eine Fessel um uns selbst und das Gegenüber legen. Wollen wir das vermeiden und beginnen zu reden in der neutralen "man"-Form (z.B.) wird das Gesagte automatisch abgeschwächt und gemildert, was zur Folge hat, dass die Wichtigkeit und Ernsthaftigkeit der eigenen Person für andere scheinbar sich aufzulösen beginnt. Sprich: die Akzeptanz und der Respekt wird ein anderer, und zwar sogar in einer Form die noch hinderlicher sein kann, als wenn zu einer besitzanzeigenden "mein/dein"-Fessel gegriffen worden wäre in der Aussage.
Ein absurdum, aber wahr.




Doch bin ich. Ich bin freudig. Der Körper mit dem ich hier herumlaufe, ist gezeugt worden. Ich bin froh. Ich bin glücklich. Auch wenn dies Ausdrucksform wieder dazu verleitet zu denken ich bin ... Deswegen einfach nur. ICH BIN.


ja, du BIST, ganz recht. doch ist die Absolutheit dessen hier nicht möglich, da wir nunmal nicht allein auf diesem Planeten wandeln... da sind andere, die ebenso denken... und deren Gedanken haben ebenso Kraft... also SIND wir .... so gut es irgend geht zum größtmöglichsten Masse.

Was ich damit andeuten möchte ist, daß man/frau im Sprachgebrauch schon daraufachten kann, wie etwas gesagt wird. Es gibt durchaus eine mehr Seins orientierte Sprache, auch wenn diese unter dem Blickpunkt, wer bin ich auch hinfällig wird.

ja, jeder kann und sollte auch darauf achten was er wie sagt, sprich: bewußter werden in seinen Worten. So zieht das eine das andere nach sich, denn Worte werden Taten und Taten der Charakter (jeder kennt ja diesen Ausspruch *g*)


Ich finde es dennoch wichtig bestimmte Dinge vollkommen aus dem Sprachschatz zu streichen und bei sich selbst hellhörig zu bleiben. Was sage ich und wie sage ich es? deswegen stimme ich Dir da zu Sothis. Also schweige ich oder versuche dennoch mit Worten Unmögliches möglich zu machen.
Gedichte sind dafür ein gutes Beispiel, wie mir scheint. Was denkt Ihr?


Auch ich sehe es so das gewisse Dinge im Sprachschatz nichts zu suchen haben(zumindest in meinem *ggg*) und baue sie daher ab. Dadurch das das jedoch Aussprüche sind, die Hinz und Kunz mit sich führen mit loser Zunge und ich tagtäglich mit gewissen Sachen kofrontiert bin, ist es eine besondere Achtsamkeitsübung, diese Dinge auch wirklich bei mir zu streichen.
Doch das finde ich gut, wird doch so mein bewußter Umgang mit der Sprache und amit mir selbst gegenüber wesentlich erhöht.

Und Gedichte... sie vermögen durch eine andere Struktur die Dinge besser darzustellen bisweilen, da gebe ich dir recht, jedoch können auch sie nicht alles in Worte knechten (so muß ich es wirklich sagen) und bleiben trotz aller Deutlichkeit nur ein Schatten dessen was in uns lebt.

lieber
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