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Reich wie Rockefeller
#1
John D. Rockefeller

Der US-Amerikaner John D. Rockefeller wurde mit der Raffinierung von Rohöl zum reichsten Menschen der Welt. Dabei bediente er sich oft skrupelloser Methoden wie der Übervorteilung von Aktionären, der Kursmanipulation von Aktien sowie Bestechung von Richtern und Politikern. Rockefellers Konkurrenten wurden meist mit zweifelhaften Mitteln ausgeschaltet. Für diese Straftaten, die öffentlich bekannt waren, wurde er jedoch nie verurteilt. Durch die zahlreichen sozialen Einrichtungen, die nach dem Ludlow-Massaker entstanden, machte sich Rockefeller zum Wohltäter einer Nation und zum Vorbild für den "amerikanischen Traum".

   
Biografie

John Davidson Rockefeller wurde am 8. Juli 1839 in Richford, New York, als Sohn einer armen Arbeiterfamilie geboren.

Die Familie Rockefeller waren jüdisch-deutsche Einwanderer und trugen vor ihrer amerikanischen Staatsbürgerschaft den Namen Steinhauer.

In der Schule galt John als Einzelgänger und bekam schon früh die Klassenunterschiede zwischen Arm und Reich zu spüren. Schon während der Schulzeit arbeitete er für sein Taschengeld als Tellerwäscher und Page. Seinen Lohn hatte er sorgsam verwahrt und in einem Versteck deponiert. Dabei führte er über jeden Penny Buch, nicht weil es notwendig war, es machte ihm einfach Spaß. Geld, so sagte er, sei gefrorene Lebenszeit.

Die High School beendete er im Alter von 16 Jahren und begann eine Ausbildung zum Buchhalter. Nach der Probezeit von drei Monaten erhielt er US$ 25,- im Monat, die ihm für seinen Unterhalt reichen mußten. Dennoch schaffte er es, den größten Teil zu sparen. Er lebte streng nach dem jüdischen Glauben und war dabei mehr als bescheiden.

Rockefeller war als überaus korrekter und zuverlässiger Mitarbeiter bei der Geschäftsleitung beliebt und geschätzt. Ein Umstand, der ihm zahlreiche Beförderungen einbrachte. Als John D. Rockefeller 1859 seine Ausbildung mit Bravour beendete, waren alle Bemühungen seines Arbeitgebers, ihn davon abzubringen, sich selbständig zu machen, vergebens.

So gründete er 1859 im Alter von 19 Jahren gemeinsam mit seinem Freund Maurice Clark die kleine Maklerfirma Clark & Rockefeller Co. Zusätzlich zu ihrer Vermarktungstätigkeit erhielten sie auch Aufträge für Ölbohrungen in Pennsylvania. Dieses neue Geschäftsfeld erwies sich schnell als überaus lukrativ und verhalf dem jungen Unternehmen zu beträchtlichem Kapital.

Im Jahre 1863 machen Clark und Rockefeller Samuel Andrews zum neuen Teilhaber am Unternehmen. Der Grund war nicht das Kapital, das dieser mitbrachte, sondern bedeutende Patente zur Raffinierung von Rohöl zu Benzin. Zu dritt gründeten sie nun die Andrews, Clark & Co. Diese strategische Bekanntschaft war einer der wichtigsten Schritte in der Erfolgsgeschichte von John D. Rockefeller.

Im Jahre 1865 kam es unter den Gesellschaftern zu Auseinandersetzungen über Fragen der Unternehmensführung. Die mittlerweile fünf Gesellschafter einigten sich darauf, das Unternehmen an den Meistbietenden zu verkaufen. Rockefeller wurde mit der damals riesigen Summe von US$ 75.000,- zum alleinigen Eigentümer des Unternehmens. Er machte Andrews wieder zu seinem Partner und gründete die Andrews & Rockefeller Co.

Im Jahre 1866 kaufte das Unternehmen zwei Öl-Raffinerien in Cleveland. Durch die Patente, die sie zur Verfügung hatten, waren sie die einzige Raffinerie, die in der Lange war, reinstes Benzin sowie Heizöl und Petroleum herzustellen. Konkurrenten, die diesen Standard nicht erfüllten, hatten neben der Raffinierung von Rockefellers Öl kaum mehr den Hauch einer Chance zu überleben.

Ab 1870 firmierte das Unternehmen unter Standard Oil Co. Schon nach zwei Jahren lag die Konkurrenz am Boden. Rockefeller war auf dem besten Weg, das Monopol auf die weltweite Öl-Raffinierung zu erreichen. Aus Angst, seine Macht könnte erkannt werden, kaufte er ohne Wissen der Öffentlichkeit und der Behörden über Drittfirmen die größten drei Raffinerien in Pittsburgh und Philadelphia. Diese kauften wiederum sämtliche Konkurrenten der Standart Oil Co. Ende der 1870er Jahre raffinierte das Unternehmen 90 % der amerikanischen Ölförderung.

Um das gigantische Imperium zu beherrschen, verteilte Rockefeller die Macht auf neun Treuhänder und vierzig Aktionäre innerhalb der Standard Oil Trust & Co. In vielen anderen Wirtschaftsbereichen entstanden nun auch große "Trusts", die jeweils immer die Monopolisierung einer Branche beabsichtigten.

Mitte der 1880er Jahre wurde der Öffentlichkeit deutlich, welches Unternehmen mit Rockefeller gewachsen war. Die zunehmende Industrialisierung ließ erahnen, daß Standard Oil Trust mächtiger werden könne als die US-Regierung, wenn Rockefeller der einzige wäre, der amerikanisches Öl raffiniert.

Der Bundesstaat Ohio erließ daher im Jahre 1890 den "Sherman Antitrust Act" gegen die Standard Oil Trust (die Antitrustgesetze der USA ab 1890), welcher die Zerschlagung des Konzerns zur Folge haben sollte.

Rockefeller verlegte daraufhin seine Verwaltungen nach New Jersey. Hier herrschte eine andere Rechtsprechung, die es ihm erlaubte, in einer kaum veränderten Unternehmensform weiterzuarbeiten. Nur der Name wurde in "Standard Oil Company of New Jersey" geändert.

Ab 1911 zog sich Rockefeller aus der Unternehmensspitze zurück, behielt jedoch die volle Entscheidungskraft über die Standard Oil, die durch ihre zahlreichen Beteiligungen zu einem kaum noch zu durchschauenden Unternehmenskonstrukt geworden war. Der Oberste Gerichtshof verordnete kurz darauf die Zerschlagung des Konzerns. Dabei wurde Standard Oil in 38 eigenständige Unternehmen gespalten.

Im Jahre 1914 ereignete sich das "Ludlow-Massaker" von Colorado.

Um sein Ansehen in der Öffentlichkeit wieder herzustellen, verteilte er großzügige Spenden in unterschiedlichen Bereichen. Rockefeller gründete Stiftungen, soziale Einrichtungen und begründete die "Rockefeller-Foundation" die bis heute Bestand hat.

Rockefeller wurde Vater von sechs Kindern und zog sich nach dem Bau des "Rockefeller-Centers" im Jahre 1930 in New York aus der Öffentlichkeit zurück.

John Davidson Rockefeller starb am 23. Mai 1937 in Alter von 97 Jahren auf seinem Anwesen in Ormond, Florida.

Der tatsächliche Wert seines Unternehmens konnte durch die zahlreichen Beteiligungen und Verstrickungen nie genau bewertet werden. Heute schätzt man sein Vermögen zum Zeitpunkt des Todes auf ca. 10 Mrd. US$. Damit wäre Rockefeller, berücksichtigt man den Kurs des US$ und die Inflation, der reichste Amerikaner, der jemals lebte.

Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#2
sehr interessanter Beitrag!

hier drängt sich mir die Frage auf - ist Reichtum also damit ist ein maßloser Reichtum gemeint - energiegesetztechnisch vertretbar (das Klischee mal zur Seite stellend) - also in der Hinsicht, das für alles einen Ausgleich geben muss!

Bzw. könnte man locker beim Reichtum bzw. Geld von dem Gesetz "survival of the fittest" sprechen.

Verzeiht mir meine naive Fragen! Winken

(aber es wird noch öfters vorkommen, dass ich solche Fundstücke aus der Schatzkammer bringe und "dumme" Fragen dazu stelle).
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#3
Zitat:hier drängt sich mir die Frage auf - ist Reichtum also damit ist ein maßloser Reichtum gemeint - energiegesetztechnisch vertretbar (das Klischee mal zur Seite stellend) - also in der Hinsicht, das für alles einen Ausgleich geben muss!

Hier geht es nur um das Sprichwort reich wie Rockefeller oder auch wie dieser Bursche zu so viel Geld gekommen ist. Dir ist sicher aufgefallen, daß der Knabe dabei nicht gerade zimperlich vorgegangen ist und auch nicht mit ehrlichen Mitteln so reich werden konnte. Das entspricht also keinesfalls einer natürlichen Ordnung oder Handlungsweise. Wer so reicht ist, hat dies nie mit ehrlicher Hände Arbeit erreicht. Wozu sollte man so etwas anstreben wollen, das ist die pure Gier nach Macht.

Irgendwie hast Du das grundlegende Prinzip hier noch nicht verstanden.
Es geht nicht darum mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern darum mit den Augen die Tür zu finden!
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#4
Hernes_Son schrieb:
Zitat:hier drängt sich mir die Frage auf - ist Reichtum also damit ist ein maßloser Reichtum gemeint - energiegesetztechnisch vertretbar (das Klischee mal zur Seite stellend) - also in der Hinsicht, das für alles einen Ausgleich geben muss!

Hier geht es nur um das Sprichwort reich wie Rockefeller oder auch wie dieser Bursche zu so viel Geld gekommen ist. Dir ist sicher aufgefallen, daß der Knabe dabei nicht gerade zimperlich vorgegangen ist und auch nicht mit ehrlichen Mitteln so reich werden konnte. Das entspricht also keinesfalls einer natürlichen Ordnung oder Handlungsweise. Wer so reicht ist, hat dies nie mit ehrlicher Hände Arbeit erreicht. Wozu sollte man so etwas anstreben wollen, das ist die pure Gier nach Macht.

Irgendwie hast Du das grundlegende Prinzip hier noch nicht verstanden.

da bin ich dabei - also das Prinzip zu verstehen

Grüße
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#5
@ Waldläufer: dumme Fragen gibt es doch nicht!

Zitat:könnte man locker beim Reichtum bzw. Geld von dem Gesetz "survival of the fittest" sprechen.

Rockefeller hat sein Geld, wie Hernes_Son bereits schrieb, nicht mit ehrlicher Arbeit verdient. Er hat eine einflußreiche und mächtige Dynastie gegründet die, so weit ich weiß, auch heute noch agiert. Für mich die Verkörperung von Gier, Macht und Skrupellosigkeit. Meiner Meinung nach hat der alte Rockefeller seine "Seele" verkauft. Deshalb stehen für mich immer noch andere hinter solchen "Erfolgsgeschichten".
Da steht nichts natürliches dahinter.

Survival of the fittest...

Ich stelle Dir mal eine Frage: Wieviel Geld brauchst Du, um glücklich, zufrieden, unabhängig und gesund zu sein/werden?

Geld ist eine listige Erfindung, die nähmlich genau dafür da ist, uns zu knechten, zu versklaven. Jeden Tag in die Arbeit zu gehen. Jeden Tag das Geld wieder herzugeben für Nahrung, Unterkunft, usw. Jeden Tag unser vermeindliches Glück, unsere kurzweilige Zufriedenheit, unsere oberflächliche Gesundheit zu erkaufen. Blökende, dumme Schafe aus uns zu machen. (Nichts gegen die Schafe, nur metaphorisch zu bewerten!)

Man kann aber auch das notwendige Übel, als Mittel zum Zweck verwenden. Eine gesunde Einstellung dazu aufbauen. Nicht zu viel Geld, nicht zu wenig, so viel wie einem persönlich gut tut. Die richtigen Ursachen setzen. Geld ist immer auch symbolisch zu sehen. Winken
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#6
Pamina schrieb:Geld ist eine listige Erfindung, die nähmlich genau dafür da ist, uns zu knechten, zu versklaven. Jeden Tag in die Arbeit zu gehen. Jeden Tag das Geld wieder herzugeben für Nahrung, Unterkunft, usw. Jeden Tag unser vermeindliches Glück, unsere kurzweilige Zufriedenheit, unsere oberflächliche Gesundheit zu erkaufen. Blökende, dumme Schafe aus uns zu machen. (Nichts gegen die Schafe, nur metaphorisch zu bewerten!)

Man kann aber auch das notwendige Übel, als Mittel zum Zweck verwenden. Eine gesunde Einstellung dazu aufbauen. Nicht zu viel Geld, nicht zu wenig, so viel wie einem persönlich gut tut. Die richtigen Ursachen setzen. Geld ist immer auch symbolisch zu sehen.

Ganz genau!
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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