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Saatgut
#11
Hi,
...um klarzustellen: seit mehreren jahren verwende ich bei den samenechten sorten biosaatgut!
...angefangen habe ich mit der selbstversorgung vor 22 jahren. Ich war jung, euphorisch und kompromislos. Ich wollte nur handarbeit und hybryden sowieso keine. Biosaatgut gab es damals eh keins (=keins auf dem freien markt, die rudis haben bestimmt welche gehabt,doch nicht zum verkauf an „ungläubige“), ungebeizt war das höchste der gefühle.
...über die jahre habe ich dann die geeigneten sorten herausgefunden, gute erfolge mit möhren, pastinaken, bohnen, spinat, weißkraut, blattsalaten usw... doch z.b. brocoli, blumenkohl, rotkohl, grünspargel oder gurken wollten nix werden. So habe ich irgendwannmal doch eine hybryde ausprobiert – und siehe: auf einmal war eine richtige broccccccolischwemme da...
...also habe ich mich kundig gemacht. Jetzt sehe ich die sache lockerer. Alte sorten in allen ehren, baue ich auch an und finde ich gut. Doch die alten sorten wurden früher eben für bestimmte gegende gezüchtet – (einige erkennt man/frau am namen, dann heißen sie gonsenheimer ******* {mainz-gonsenheim}, oder leipziger ******) – und mein hof liegt auf 450 m höhe im rauen vogelsberg und weder am rhein noch an der elbe!!!! Da haben bei manchen gemüsen die hybryden unbestrittene vorteile. Göttin sei dank sind sehr viele auf kürzere entwicklungszeit und temperaturtoleranz gezüchtet und das kommt einem in einer gegend entgegen, in der die anbausaisson 2-3 wochen kürzer ist, als in den angestammten gemüseanbaugebieten.
......dass ich die samen von den hybryden nicht als saatgut verwenden kann, stört mich wenig. Dies ist wegen mehrsortenanbau eh nur in den wenigsten fällen machbar. Wichtig ist, dass kein gentech im spiel ist. Eigentlich bewundere ich die züchter, die in endlos mühsammer arbeit getrennte linien züchten (in insektendichten gewächhäusern) um sie dann entsprechend zu kreutzen... und debey auch noch die gewünschten eigenschaften hinbekommen... wahnsinn...
...OK, doch ganz ehrlich: bevor ich mich endlos abmühe, bei der selbstversorgung umgerechnete stundenlöhne von 50 ct inkauf nehme, und dann aus prinzip durch ideologisch richtige, doch praktisch ungeeignete sortenwahl auf die ernte verzichte... dann benutze ich das ergebnis der leistungsgesellschaft, das aber gerade für meine selbstversorgerzwecke geeignet ist...deswegen bin ich noch lange kein anhänger derselben...
...ich habe in früheren jahren auch geflügel gehalten und gezüchtet (50 legehennen plus 60-80 fleischhühner pro jahr). Anfangs versuchte ich den bedarf durch eigene züchtung zu decken – pepperleppp! Wahnsinnsarbeit für nix und abernix, rückschläge ohne ende - mal koxidiose, mal wieder salmonellen – medikamente (kann doch die vieher nicht sterben lassen) – uncooles auf breiter front.... Also stieg ich auf eintagsküken um – da gibt es eh nur 3-4 hybrydsorten, die man kaufen kann – und siehe: die legehennen legten viel besser, waren aber auch gesünder (keine medikamente!!!) und dankbar für grosse ausläufe. Die fleischrasse war der wahnsinn – richtige fressmaschinen. Doch ich liess ihnen viel platz & zeit zum grosswerden (in der leistungsmast brauchen sie 6 wochen, bei mir liefen sie 5 monate herum) – sie waren gesund (auch die hüftprobleme kein thema: nur ca. 2%), dankbar für auslauf, grünfutter und groß sind sie geworden (der ultimative hahn wog knap 3 kilo!).
...ich meine ganz einfach: wenn wir uns schon die wahnsinnsmühe machen mit der selbstversorgung, dann müssen wir uns doch nicht aus rein ideologischen gründen noch zusätzlich das leben schwer machen!
...saatgut selbst gewinnen ist in vielen fällen garnicht in befriedigender qualität möglich. die gemüsesorten kr****en sich untereinander (auch mit denen aus des nachbars garten) und mit wilden verwandten.
gruß
ani
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#12
Hallo Ani!

Ich weiß jetzt gar nicht genau, worauf Deine Aussage abzielt? Im "großen und ganzen" gebe ich Dir Recht.

Du weißt, daß inzwischen auch als Biosaatgut ausgewiesener Samen bis zu 1% gentechnisch-verändertes Saatgut enthalten darf? Also da muß man entweder bestimmte Firmen kaufen, die das laut Selbstverpflichtung gar nicht tun (z. B. eben Demeter), oder man muß darauf achten, daß es extra aufgedruckt ist, daß "keinerlei" gentechnisch verändertes Saatgut enthalten ist.


Zitat:...ich meine ganz einfach: wenn wir uns schon die wahnsinnsmühe machen mit der selbstversorgung, dann müssen wir uns doch nicht aus rein ideologischen gründen noch zusätzlich das leben schwer machen!

Für mich ist es keine besondere Mühe, Erbsen oder Bohnen auszupuhlen und für das nächste Jahr als Saatgut wegzulegen. Das spart Geld, und außerdem weiß ich, was ich da habe.


Zitat:...saatgut selbst gewinnen ist in vielen fällen garnicht in befriedigender qualität möglich. die gemüsesorten kr****en sich untereinander (auch mit denen aus des nachbars garten) und mit wilden verwandten

Man muß halt feststellen, wo es Erträge bringt? Bisher habe ich noch keine Saat-Ausfälle, aber auch nur Radieschen, Bohnen, Erbsen und Saatkartoffeln probiert. Hast Du hier eigene Erfahrungen, das würde mich interessieren?

Was die Hybriden betrifft, weiß ich auch nicht so recht. Was nimmst Du denn für eine Broccoli-Sorte? Und wo beziehst Du das her? Ich habe gerade extreme Schwierigkeiten etwas vernünftiges an Broccoli zu bekommen und bin da etwas unsicher, was ich überhaupt nehmen sollte? Ich habe wegen Hybriden keine ideologischen Bedenken, allerdings F1 sollte es schon sein. Was hast Du für Tomaten? Ich habe ausschließlich "Harzfeuer", weil vom Geschmack her für mich persönlich am besten. Sogenannte Urtomaten habe ich noch nicht probiert und habe es bisher auch nicht vor – es sei denn irgendwer überzeugt mich davon Blinzeln

Violetta


Sei!
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#13
Zitat:plus 60-80 fleischhühner pro jahr

Tiere wegen Geld zu ermorden oder für Auftragsmörder als Opfertier bereitzustellen, halte ich nicht nur für bedenklich, sondern für äußerst verwerflich!!! Hiermit zerstörst du das Vertrauen, das die Natur dir eventuell entgegenbringt und du zeigst, dass du ein Gar Nichts bist, ein Gewalttäter und Machtmißbraucher, also nur eine weitere abartige Gestalt dieser kranken Gesellschaft.

Spätere Anmerkung Anuscha: Ani hat hier geschrieben, daß das der Vergangenheit angehört und er heute anders lebt. Jeder macht mal Fehler, man muß den Mut und die Kraft besitzen, solche Fehler zu ändern. Also nehme ich das hier gesagte zurück und entschuldige mich.

Siehe: http://www.pagan-forum.de/index.php?showtopic=26001&st=0&#entry130862
"Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd."
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#14
Hi, Violetta
Zitat:Ich weiß jetzt gar nicht genau, worauf Deine Aussage abzielt?
...nix bestimmtes, wollte nur zum erweiterteten Thema biosaatgut und hybriden meine beweglinie (kein standpunkt!) zeichnen...
Zitat:Man muß halt feststellen, wo es Erträge bringt? Bisher habe ich noch keine Saat-Ausfälle, aber auch nur Radieschen, Bohnen, Erbsen und Saatkartoffeln probiert. Hast Du hier eigene Erfahrungen, das würde mich interessieren?
...ja, doch meine erfahrungen waren niederschmetternd: bastarde mit völlig uneinheitlichen merkmalen, weitgehende ernteeinbussen usw.
...dies liegt eindeutig an kr****ungen untereinander und/oder mit wildformen...
...ich baue traditionell mehrere sorten an. z.b.: erbsen: markerbsen traditionelle sorte (z.b. wunder von kelvedon: langgezogene reife und erntezeitraum, ideal für frischverzehr) und moderne sorte (z.b.: progress nr.9 - riesengrosse nicht mehlig oder pergamenthäutig werdende kerne, reift auf 1 mal - ideal zum einfrieren), sowie eine zuckarerbsensorte. gleiches bei den bohnen: 2 sorten stangen und drei sorten busch... ich kann sie nicht von kr****bestäubung abhalten, deswegen kann ich verwendung der körner aus eigenen ernte als saatgut vergessen.
...bei salat wird es richtig extrem, durch kr****ung wilden wegwarthe...
Zitat:Was nimmst Du denn für eine Broccoli-Sorte? Und wo beziehst Du das her? Ich habe gerade extreme Schwierigkeiten etwas vernünftiges an Broccoli zu bekommen und bin da etwas unsicher, was ich überhaupt nehmen sollte?
...bei broccoli ist extrem schwierig richtige sorte zu finden. früher gab es beim Hild eine supppppperme hybridsorte, gigantische pflanzen mit sehr guten sekundärtriebqualität, leider kann ich mich nicht mehr an den namen erinnern. letztes jahr habe ich von Hild neue sorten Marathon und Parthenen ausprobiert und war nicht überbegeistert... im allgemeinen lässt bey den modernen sorten (die auf einmalige ernte gezüchtet sind) die qualität der sekundärtriebe stark nach!!! finger weg von der alten sorte Atlantic - alle anbauversuche gescheitert! (oder vielleicht im zuge der klimaerwärmung doch eine alte bauernsorte aus italien ausprobieren? )... bei blumenkohl schwöre ich auf Hilds Candid Charme, doch bey solchen sommer wie der letzte, ist es mit b.k. richtig schwer...
Zitat:Was hast Du für Tomaten? Ich habe ausschließlich "Harzfeuer"
...früher hatte ich Moneymaker (becknackter name, aber gute sorte unter'm glas), später Martina, Roma und irgendeine fleischtomatenhybryde. dann kamm tomatenlose zeit - das gewächshaus war stark sanierungsbedürftig und in der sanierung. seit zwei jahren wieder tomaten: ich bekenne mich schuldig - habe keine selbstgezogen, war mir zu aufwändig - habe bei den rudis welche gekauft und war sehrst zufrieden.
...
...hey, Violetta, wenn Du mit jeweils nur einer sorte arbeitest kannst du in der tat saatgut erzeugen (vorausgesetzt es kr****t sich nicht mit'm gemüse aus nachbars garten) - dann könnten wir saatgut tauschen: ich habe kräuter- und wildstaudensamen abzugeben (aber erst aus diesjährigen ernte)...
gruß
Ani
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#15
Hallo ihr Lieben,

nochmal zu Saxorior von ganz am Anfang - ein paar Jahre zurück Fettes Grinsen -:

Ich habe auch bei Ulla Grall Saatgut gekauft, nach einer guten Woche war es da.
An Tomaten habe ich wilde Tomaten gekauft, die ich jetzt dann - am kommenden Freitag = Saattag - aussäen werde. Bei diesen Tomaten, die hervorragend schmecken sollen, ist die Untereinanderbestäubung egal, weil das die Natur hier eh so vorgesehen hat.
Ich berichte euch gerne von den Erfolgen, auch mit Bildern.

Außerdem habe ich mir den Joro-Mais und blauen Ungarischen Kürbis gekauft. Auch hier berichte ich gerne von den Erfolgen.

Viel Spaß beim Garteln
Ch**stiane
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#16
Zitat:...hey, Violetta, wenn Du mit jeweils nur einer sorte arbeitest kannst du in der tat saatgut erzeugen (vorausgesetzt es kr****t sich nicht mit'm gemüse aus nachbars garten) - dann könnten wir saatgut tauschen: ich habe kräuter- und wildstaudensamen abzugeben (aber erst aus diesjährigen ernte)...

Sehr gute Idee! Ich werde im Herbst auf Deinen Vorschlag zurückkommen.
Sei!
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#17
Hallo liebe Gartenfreunde!

Die Tag- und Nachtgleiche deutet darauf hin, das Sonnenjahr geht zu Ende.
Die Ernte ist doch das schönste am Garten und der Lohn des Grabens, Gießens und all der anderen Tätigkeiten.

Wenn man den zehnten Teil auf den Beeten für Pan läßt, so sieht man die ein oder andere Blüte und den folgenden Samen von einigen Gemüsesorten.
Oftmals reicht eine Pflanze um den gesamten Samen für das nächste Gartenjahr zu erzeugen.
So habe ich ganz einfach den Samen für Radieschen, Pastinaken, verschiedene Salate, Bohnen, Erbsen erzeugt. Das ist recht einfach, da sich die öffnenden Samenkapseln die Reife des Samens anzeigen.
Aber wie funktioniert das mit Gurken und Zucchinis?
Dieses Jahr habe ich den Samen aus Gurken und Zucchinis gesammelt und getrocknet.
Dieser ist ganz platt nach dem Trocknen, ganz anders als der aus der Tüte, da waren die Samenkörner eher rund und gefüllt.
Die Frage ist nun, erkenne ich, ob der Samen ausreichend entwickelt ist, also nächstes Jahr wieder keimt?
Oder bleibt nur eine Keimprobe?
Hat jemand in dem Bereich schon Erfahrungen gesammelt?

Lebe für Deine Ideale!
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#18
Hallo Ani,

ich habe mit Freude Deine Zeilen gelesen, Du hast Dich ja lange nicht blicken lassen.
Deine Erlebnisse rund ums Thema Selbstversorgung finden hier großen Anklang.
Deswegen möchte ich das hier angesprochene nochmal in Erinnerung rufen und
frage Dich deshalb, wie handhabst Du das Thema Saatgut, welche Erfahrungen hast Du bei der Saatguterzeugung gesammelt?

Viele Grüße Saxorior

Lebe für Deine Ideale!
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#19
Das ist nämlich eine sehr gute Frage, Saxorior. Unsere Saatgutausbeute beschränkt sich leider auf Erbsen, Mais, Bohnen und Dill. Radieschen und Möhren haben es z. B. leider an sich, sich mit wilden Sorten zu kreuzen, weshalb ihr Samen dann kaum zu gebrauchen ist.

Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#20
Na los, da werde ich erstmal von ein paar Erfahrungen meinerseits berichten:

Als problemlos möchte ich die Saatguterzeugung von Bohnen, Erbsen, Salaten,
Radieschen, Mangold, den meisten Gewürzkräutern und Ringelblumen bezeichnen.
Bei Bohnen und Erbsen einfach ein paar Schoten länger reifen lassen und dann die Körner trocknen.
Diese dann in einen Briefumschlag, beschriften und trocken lagern.

Zu Radieschen kann ich folgendes erzählen: Ich habe jetzt schon die vierte Generation eigenen Samen. Die Radieschen werden nur von Jahr zu Jahr schärfer, so daß ich sie wirklich nur im Frühling und Herbst anbaue. Ansonsten sehen sie eben wie Radieschen aus.
Möhrensamen habe ich noch nicht probiert, es stehen aber noch Möhren auf dem Beet, und die kann ich ja bis nächstes Jahr frostgeschützt stehenlassen. Mal sehen, wie Möhre blüht.

Dieses Jahr habe ich nun von Gurken, Zucchini, Kürbis, Pastinaken, Mais und Broccoli Samen getrocknet und eingelagert. Auf die Keimproben bin ich schon gespannt.

Lebe für Deine Ideale!
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