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Satirisches zum aktuellen Geschehen
#31
George Bush und die getürkte democracy



Bayernkönig Edmund hat am Aschermittwoch in der Passauer Nibelungen-Halle erneut die transatlantische Nibelungentreue beschworen. Die bayrischen Bergstämme stehen fest und krachledern an der Seite der USA. Die Kämpfer der Südallianz sind einsatzbereit. Den Luftraum über den Stammtischen hat Stoiber schon für die US-Air-Force freigekämpft - als unermüdlicher Kamikaze-Flieger, der unerschrocken in die dumpfdeutschen Oberstübchen reindonnert. Wenn die Türken schon an der irakischen Nordflanke nicht mehr mitmachen wollen, dann soll Bush zumindest wissen: Die Front an der deutschen Südflanke steht!

Ha! Was war das vor zwei, drei Wochen noch für ein großes Empörungs-Palaver, als die Franzosen und Deutschen als neue Achse des Euro-Bösen den Türken in der NATO den präventiven Beistand verweigerten. Tantchen Merkel speichelte kübelweise sabbernde Verachtung in jeden Medien-Spucknapf: So würde man der NATO meuchelnd in den Rücken fallen - und den Türken besonders. Und nun stießen die Türken plötzlich selber ihren halbmondigen Krummdolch ins fundamentale Kreuz des obersten Weltenlenkers.

Der Herrscher im Weißen Haus ließ sofort seinen schwarzen Haus-Boy antraben. "Sag mal, Colin, was ist mit los mit diesen Türken? Wir haben denen doch genügend Dollar geboten?"

"Yessir, Massah President, aber die haben da ein Parlament. Und da hat die Mehrheit gegen uns gestimmt."

"Was soll das heißen? Dazu hatten die doch gar nicht meine Erlaubnis!"

"Das bedeutet, Massah President, dass die da so etwas wie eine Demokratie haben."

"Das müssen wir sofort abschaffen, Colin. Bomb them to hell with their fucking democracy."

"Yessir, Massah President. Aber zur Zeit passt es nicht so ganz. Wir haben doch der ganzen Welt erzählt, dass wir zuerst den Irak zerbomben müssen. Erinnern Sie sich nicht mehr?"

"Alles kann ich nun auch nicht im Kopf haben. Wozu habe ich Euch Jungs. Warum wollte ich gleich noch den Irak zerbomben?"

"Um da endlich die Demokratie einzuführen, Massah President."

"Demokratie? Demokratie? Hab ich doch auch mal gewusst, was das ist. Also mach hin, Colin, erklär mir das endlich."

"Well, Massah President, Demokratie ist zum Beispiel, wenn die Mehrheit eines Volkes einen Präsidenten wählt, und der dann tatsächlich auch zum Präsidenten ernannt wird."

"Und wenn ein Präsident von der Mehrheit gar nicht gewählt ist?"

"Dann heißt er Saddam Hussein und ist ein Tyrann! Sowas gehört demokratisch weggebombt, Massah President."

"Wegbomben ist immer gut, Colin. Bloß eins verstehe ich daran nicht so ganz..."

"Und was, Massah President?"

"Ich heiße doch gar nicht Saddam Hussein. Oder?"

+++

Und noch ein Beitrag zum grassierenden Antibushismus, den ich schon seit grauer Präsidenten-Vorzeit auf das Heftigste fördere. Hier also ein hübsch gemeiner Bush-Witz, der mir aus verschiedenen Ecken des alten und neuen Europas, also aus West und Ost, zugemailt wurde:

Der Mister Präsident ist mal wieder zu Besuch in einer Grundschule. Die Klasse ist mitten in einer Diskussion über Wörter und deren Bedeutung. Die Lehrerin lädt den Präsidenten ein, die Diskussion zum Thema "Tragödie" zu leiten. Also fragt Bush die Klasse nach einem Beispiel für das Wort "Tragödie".

Ein kleiner Junge steht auf und sagt. "Wenn mein bester Freund auf der Straße spielt, und ein Wagen ihn überfährt, das wäre eine Tragödie."

"Nein", antwortet Bush, "das wäre ein Unfall."

Ein kleines Mädchen hebt die Hand: "Wenn ein Schulbus mit 50 Kindern eine Klippe runterstürzt und alle dabei umkommen, das wäre eine Tragödie."

"Nein tut mir leid", erklärt der Präsident, "das wäre ein großer Verlust."

Es wird ruhig in der Klasse. Kein anderes Kind getraut sich etwas zu sagen. Bush sieht sich im Raum um. "Kann mir keiner ein gutes Beispiel nennen?"

Endlich, ganz hinten im Raum hebt ein Junge seine Hand. Er sagt: "Wenn Osama Bin Laden die Air Force One mit dem Präsidenten an Bord mit Raketen abschießen würde, das wäre eine Tragödie."

"Fantastisch", meint Bush, "das ist korrekt. Und kannst du mir auch sagen, warum das eine Tragödie wäre?"

"Nun ja", erwidert der Junge, "weil´s kein Unfall wär´ und auch bestimmt kein großer Verlust."

Quelle <a href="www.martin-buchholz.de"></a>
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#32
Hallo Sothis!

Sind beide echt stark. Darf ich mir die Abkupfern?

Dank & Gruß vom

Ritter
(Diese Nachricht wurde am 17.03.03 um 21:26 von Knight geändert.)
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"Sie wollen die Wahrheit? Sie können die Wahrheit doch gar nicht vertragen!" Jack Nicholson in Eine Frage der Ehre
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#33
Seid gegrüßt werter Ritter,

ja ihr dürft abkupfern... wenn ihr die Quellenangabe nicht unterschlagt Blinzeln
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#34
Dank Dir werte Sothis. Werde mich gleich ans verteilen machen. Lächeln

fröhliche Grüße vom Ritter
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"Sie wollen die Wahrheit? Sie können die Wahrheit doch gar nicht vertragen!" Jack Nicholson in Eine Frage der Ehre
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#35


"Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer" - mit dieser reichlich ausgelatschten, dennoch aber ungebrochen beliebten journalistischen Phrase beginnt jeder zweite Nannen-Augstein-Abbrecher sein Machwerk über den 6-Tage-Krieg (vorgestern), den Irak-Krieg (gestern), den Syrien-Krieg (morgen) oder den nächsten Weltkrieg (übermorgen, und diesmal geht es darum, dass wir (gemeinsam mit den Nord-Koreanern) die armen, unterdrückten US-Amerikaner von ihrer Junta befreien!).
Wir von ZYN! machen da keine Ausnahme und stellen Ihnen neue Begriffe vor, die wir frisch aus dem Schatzkästlein der hegemonialen Propaganda-Sprache gefischt haben.




Krieg - Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln

Krieg a là US (US flavoured war) - Fortsetzung der Wirtschaft mit anderen Mitteln. Dabei gibt es mehrere Phasen. 1. Die USA verkaufen erfolgreich Massenvernichtungsmittel an das Land B, nur seine Coca Cola wird es dort nicht los. 2. Die USA wirft dem Land B vor, Massenvernichtungsmittel zu besitzen. 3. Die USA befreien das Land B durch Bombardierung der Infrastruktur von ihren Massenvernichtungsmitteln und Getränkefabriken. 4. Die USA verkaufen Infrastrukturen, Coca Cola und Massenvernichtungsmittel an das Land.

Genver Konfektion/Konfession/Konvektion - Unteroffiziere der Bundeswehr nennen so die -&gt; Genfer Konvention. Wer beim Barras war, erinnert sich sicher auch, dass sie "Lichtblitz!" riefen und dann erwarteten, man würde sich zu Boden werfen. Als ob sie glauben würden, dass man nach einem Atomschlag noch Bock hätte, durch den kontaminierten Schlamm zu kriechen, um Soldaten der "Orangepakt-Staaten" abzuknallen, die im selben kontaminierten Schlamm liegen.



Genfer Konvention - Uralte Faustregeln, die verhindern sollen, dass Kriege sich als das darstellen, was sie sind: lärmende Zusammenkünfte verschiedener Personengruppen, die unter anderen Umständen zusammen Karten spielen würden, sich nun aber gegenseitig abschlachten müssen, damit die jeweiligen Anführer der Regimes oder Regierungen an der jeweiligen Macht bleiben können, um sich weiterhin die teuren Prostituierten leisten zu können, gegen die ihre jeweiligen Geistlichen wettern. Da steht zum Beispiel drin, wie man Kriegsgefangene behandelt. Genaueres ist nicht bekannt.

Genfer Konvention, US flavoured - Weil diese ganze weinerliche Menschenrechtsscheiße ja ziemlich sperrig ist, definieren kluge Nationen ihre in hüfthohen Käfigen eingepferchten Kriegsgefangenen nicht als solche, und weinen dann später im Buntfernsehen, wenn die eigenen, im Rahmen eines nicht legitimierten Angriffskrieges eingedrungenen Missing-in-Actions dann ebenfalls ein bisschen unfair behandelt werden.


Faustrecht - So nennt man es, wenn eine Partei, die erheblich mächtiger ist als eine andere, unter Umgehung geltenden Rechts Gewalt ausübt, um ihre Interessen durchzusetzen. Klappt oft, daher verwenden es die Mächtigen immer wieder.


Terror - So nennt man es, wenn eine Partei, die erheblich schwächer ist als eine andere, unter Umgehung geltenden Rechts Gewalt ausübt, um ihre Interessen durchzusetzen. Klappt fast nie, dennoch versuchen es einige immer wieder, einige allerdings nur einmal.


United Nations Organisation (UNO) - Bunte Truppe verschiedenfarbiger Personen, die eine Sache gemeinsam haben: Sie gehören zur UNO. Mehrheitlich stammen sie aus Diktaturen, minderheitlich aus westlichen Demokratien. Gelegentlich stimmen sie ab. Stimmt das Abgestimmte mit dem Willen der USA überein, wird es getan. Wenn nicht, dann nicht.


UN-Resolutionen - Das sind so Zettel, auf denen draufsteht, dass man diesen oder jenen Staat irgendwie rügt und daher irgendwas fordert. Heißt der Staat Irak, dann führt eine Rüge zum Krieg. Heißt er Israel, dann führt eine Rüge zu nichts.


Entwaffnung - Vorgang, bei dem die USA einem Staat androht, sie werde Krieg gegen ihn führen, wenn er nicht alle seine weapons of mass destruction auf den Müll haut. Wenn der Staat das dann tut, führt die USA Krieg gegen den entwaffneten Staat, denn dann geht s leichter. Auf der Strasse würde das so aussehen: Einer geht zum anderen und sagt "Ich hau Dir eins inne Fresse, wenn Du Dich wehrst.", darauf sagt der andere: "Okay, ich wehr mich nicht.", und dann kriegt er eins in die Fresse. Eine völlig neue Auslegung des Elvis-Spruchs vom Hinhalten der anderen Wange.


Kriegsverbrechertribunal Den Haag - Regel 1: Dort schicken die NATO und andere manchmal Kriegsverbrecher hin. Regel 2: Ist die NATO selbst Kriegsverbrecher, tritt automatisch Regel 3 in Kraft. Regel 3: Die NATO ist per Definition gut, die können gar keine Kriegsverbrecher sein. Und Den Haag ist eh doof.


Rambo - Amerikanischer Soldat, der im Alleingang komplette Armeen plattmacht und sich in Teil 3 prima mit den Afghanen versteht, wie das echte Männer halt so tun. Es muss diese Art von Filmen sein, deren übermäßiger Konsum die Amis immer wieder glauben lässt, sie könnten unsere guten, alten Blitzkriege nachmachen.


Franzosen - Anfang 2003 diffamierten die USA unsere geliebten, Schnecken fressenden Nachbarn mit Lügen und forderte ihre Bevölkerung auf, nicht mehr beim Franzosen zu kaufen. In Deutschland haben wir so was ähnliches auch mal gemacht.


french fries - Antiamerikanische Kartoffelschnitzen. Typische Terroristen-Mahlzeit.


Freiheit - Neues Wort für "französisch". Die korrekte Frage bei einer Prostituierten ist daher heute: "Machst Du es auch freiheitlich?"


Wahlrecht - Gemeint ist das Recht, Wahlen zu ignorieren. Die Regierung wählt quasi frei aus, wie die Wähler abstimmten. Natürlich geht das nicht überall: Dass Saddam seinerzeit von 100 Prozent seiner Bevölkerung gewählt wurde, gilt im Westen als völlig unglaubwürdig (ZYN!-Kommentar: aber Humor hat er, der Saddam!) und zählt daher nicht. Dass "Dabbeljuh" mit einer Stimmenminderheit mehrheitlich gewählt wurde, ist dagegen völlig okay. Merke: Meinungspluralismus schließt Konsens aus, wenn zu viele eine Person wählen, kann was nicht stimmen. Daher sprechen die vielen Proteste naiver Kriegsgegner aus aller Welt nur dafür, dass der Kriegskurs der USA voll okay ist.


Regime - "Regime" nennt man die Regierung eines Diktators, zum Beispiel die frühere von Onkel Saddam. Anders als demokratisch korrekt legitimierte Regierungen wie die von Papa George zeichnen sich Regimes wie die von Saddam zum Beispiel dadurch aus, dass sie Schüler und andere Leute, die gegen das Regime demonstrieren, mit Hilfe von Polizisten oder Agenten oder Wasserwerfern aus dem Weg schaffen. Anders als demokratisch korrekt legitimierte Regierungen wie die von George Bush überfallen Regimes auch andere Staaten (nein, die NATO ist kein Regime). Oft ist es in Regimes Pflicht, ständig die Flagge zu hissen (nein, die Schweiz ist kein Regime). Oft ist es in Regimes Pflicht, sich ein Bild des jeweiligen Führers an die Wand zu hängen: Wenn das Bild von Saddam ist, lebt man in einer Diktatur, ist es von Bush, lebt man in den USA.


Verteidigungskrieg - Verteidigung ist ein schwieriges Thema, denn nicht immer versteht jeder Laie sofort, wann ein Verteidigungsfall vorliegt. Ein Beispiel: Ihr Nachbar verprügelt seine Kinder. Wer sein Kind schlägt, der bringt es auch gerne mal um. Das bedeutet auch, dass er gewaltbereit ist. Ergo hat er sicher auch eine Knarre mit Zielfernrohr, um Sie demnächst wegzusnipern. Was eine Untertreibung der Sozis und Grünen ist, die nur herunterspielen wollen, dass er in Wirklichkeit das ganze Haus sprengen oder den Wohnblock vergasen will. Wenn nicht Sie das Ziel sind (etwa, weil Sie einen Raketen-Abwehrschirm haben), dann sind es bestimmt Ihre Freunde oder andere Hausbewohner. Wozu sonst hätte er denn die böse Atom-Chemie-Viren-Bazooka, die man nur deshalb nicht sehen kann, weil er sie versteckt?! - Und weil der feige Vermieter nichts tut, ist es wichtig und richtig, dass Sie die Wohnung Ihres Nachbarn atomisieren. Das ist reine Notwehr - und das Kind wäre ja ohnehin gestorben.


Angriffskrieg, biologisch/chemisch - Ein biologischer oder chemischer Angriffskrieg liegt vor, wenn die Regierung und die Medien die Bürger darauf hinweisen, das Gasmasken jetzt voll angesagt sind und man ja auch ein bisschen die Fensterscheiben zukleben könnte, um tödliche Mikroben und Gase abzuwehren. Es ist wichtig, dies täglich mit der Bevölkerung zu üben, damit diese auch wissen, wie gefährlich die Chemo/Bio-Waffen des Gegners sind. Nur der Gegner hat Bio-/Chemo-Waffen, die eigenen Kenntnisse zu diesem Thema sind rein theoretischer Natur oder dienten nur dem Verkauf entsprechender Waffen an Schurkenstaaten. Filme wie "The Rock" oder "Triple-X" zeigen ja auch, das die USA ständig Opfer von BC-Angriffskriegen sind. Die Lektion, dass nur Bio-Schutzanzüge gegen Biowaffen helfen, lernen die Typen mit Tesafilmstreifen am Fenster allerdings nur schwer. Agent Orange hat es nie gegeben, niemand in den USA hortet Anthrax oder Ebola, Prozac und Valium in Aerosolform für 81mm-Mörser sind nicht in Planung.


Angriffskrieg, nuklear - Ein nuklearer Angriffskrieg liegt vor, wenn Geheimdienste jemanden kennen, der jemanden kennt, der einen kennt, der dem Angreifer mal eine Atomwaffe zum Verkauf angeboten hat. Die USA sind ständig Opfer von nuklearen Attacken, wie Filme wie "Der Anschlag", "True Lies", "Projekt Peacemaker", "Bad Company" und so weiter ja hinreichend beweisen. Verständlich, immerhin sind die USA die einzige Nation der Welt, die ernsthafte praktische Erfahrungen mit dem Zeug gesammelt haben. Außerdem haben die USA die meisten A-Waffen, da ist es doch nur einleuchtend, dass man die USA mit selbigen angreifen will - Schurkenstaaten sind ja so naiv...


Teppichmesser - Heimtückische Superwaffe, ganz neu im Sortiment feindlicher Nationen, die ohnehin eine militärische, nukleare, chemische oder biologische Gefahr für die Welt darstellen.


Hummer - Spritfressendes Auto, das den Ölbedarf der USA mal ankurbelt, mal deckt.


Irak - Einstiger Verbündeter der USA.


Handschlag - Begrüßungsformel zwischen Rumsfeld und Hussein, nicht jedoch zwischen den NATO-Partnern Rumsfeld und Struck.


Biowaffen - Gemeint sind wahrscheinlich die Latrinen der Irakischen Armee.



Propaganda - Erkennt man daran, dass kein CNN-, ABC oder CBS-Logo in der Ecke klebt, sondern so ein arabisches Schriftzeichen. Wenn dort Saddam zu sehen ist, stellt sich die Frage, ob das Video eine Aufzeichnung von vor dem Krieg ist. Wenn Bush zu sehen ist, stellt sich diese Frage nicht.


Embedded Journalist - Eine Art Sportreporter, die spannende Live-Schiessereien oder das Hineintreten von irakischen Kleinkindern in US-amerikanische Antipersonen-Minen kommentieren. Werden nach rassischen Gesichtspunkten auserwählt, damit es nicht an Patriotismus mangelt.


Freiwillige Selbstkontrolle - Hierbei hält man das Maul, weil man sonst vom Flugzeugträger fliegt, und dann ist Schluss mit der Super-Journalisten-Karriere. Eine Zensur findet weiterhin nicht statt.


Friedliebende Nation - Leicht zu erkennen, an Flugzeugträgern und Raketensilos.


Achse des Bösen - Meist Länder, die mal weapons of mass destruction in den USA eingekauft haben.


weapons of mass destruction - Waffenart, die entweder maximal 180 Kilometer weit fliegt oder von UN-Inspektoren nicht gefunden werden kann. Keine weapons of mass destruction sind die zig Interkontinentalraketen der USA oder Bömbchen wie der Daisy Cutter oder die Moab.


Eindeutige US-Beweise für weapons of mass destruction - 1. Eine Powerpoint-Präsentation; 2. Entsprechende US-Lieferscheine.


Quelle <a href="http://www.zyn.de/propagandalexikon?ticket=&amp;page=full]zyn.de</a>
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#36
Werbe-Segen vom Vatikan:

Wird Robert T. Online heilig gesprochen?

Die unter akuter Finanznot leidende katholische Kirche will ihre geschröpften Schatullen mit Geld aus der Werbung auffüllen. Erster Partner der unheiligen Allianz ist der amerikanische Fastfood-Konzern McDonalds. Siemens und die Deutsche Telekom warten bereits in den Startlöchern.

Johannes Paul II. fasziniert nicht nur die gläubigen Massen. Längst hat auch die Werbeindustrie ein begehrliches Auge auf den charismatischen "Stellvertreter Gottes" geworfen. Kein Wunder: So viel Glaubwürdigkeit wie der Papst - die Identifikationsfigur schlechthin - strahlt keine andere Person auf Erden aus. Gelänge es, dieses positive Image auf gängige Markenprodukte zu übertragen, würden diese - so das Kalkül der Werbestrategen - reißenden Absatz finden.

Jetzt wurde der Traum der Werber überraschend Wirklichkeit: Angesichts chronisch niedriger Kontostände und gähnend leerer Goldschatullen fasste sich die katholische Kirche ein Herz - und ging eine strategische Partnerschaft mit dem amerikanischen Fastfood-Konzern McDonalds ein. Nun gibt es es auch für den Vatikan keine Heiligen Kühe mehr.

Den ersten Werbeknüller präsentiert Johannes Paul II. auf seiner bevorstehenden Reise nach Madrid, wo er - vor einer halben Million Pilgern - fünf Spanier heilig sprechen will. Die Eintrittskarten für die Feierlichkeiten im Aerodrom kosten bis zu 40 Euro. Dafür erhält jeder Glaubensbruder eine offizielle "Pilgertüte" mit einer Kopie des Markus-Evangeliums, einer Broschüre über die fünf neuen Heiligen, einem Rosenkranz und einer rot-gelben McDonalds-Baseballmütze.

In den teuersten Tüten zu 40 Euro finden sich zudem Essensgutscheine für ein Mittag- und Abendessen in einer beliebigen Madrider McDonalds-Filiale, bestehend aus Hamburger, Pommes, Soft-Drink, Apfelkuchen und Eiscreme. Als Gegenleistung müssen die Pilger bei der Heiligsprechung mit ihren McDonalds-Mützen oder ersatzweise mit gesondert verteilten rot-gelben "M"-Fähnchen winken.

Auch in die Fernsehbilder aus dem Aerodrom wird oben rechts ständig ein rot-gelb blinkendes McDonald-Emblem eingeblendet, ergänzt durch ein Laufband mit dem aktuellen Aktienkurs der Bulettenbrater. Außerdem wird die Übertragung insgesamt 15 Mal durch McDonald-Werbespots unterbrochen. Darin stellt der Fastfood-Konzern unter anderem seinen neuen "Slim Jim" vor, der die Bedürfnisse darbender Pilger in der Fastenzeit stillen soll: Der kalorienarme Spezial-Burger enthält zwischen zwei altbackenen Milchbrötchenhälften eine knusprige Oblate samt koscherem Ketchup. Weitere Spots präsentieren einen speziell für katholische Festlichkeiten entwickelten Rotwein-Ersatz, der als "alkoholhaltiges Rotgetränk" die bewährte Produktpalette aus "koffeinhaltigem Heißgetränk" und "kakaoähnlichem Süßgetränk" abrunden soll.

Schon warten weitere Sponsoren in den Startlöchern. Der nächste Papst-Segen "Urbi et Orbi" wird nicht nur traditionell an "die Stadt und den Erdkreis" gehen, sondern überdies an Siemens und die Deutsche Telekom. Siemens verspricht sich insbesondere Umsatzsteigerungen in der lahmenden Handy-Sparte. "Mit dem Papst im Bund bekommt Kommunikation etwas wahrhaft Universales", frohlockt ein Pressesprecher. Auch die Deutsche Telekom will das katholische Medien-Oberhaupt vor ihren siechen Karren spannen. Bei der Zeremonie soll erstmals eine virtuelle Person heilig gesprochen werden - der oberste Sympathieträger grenzenloser Kommunikation: Robert T. Online.



Quelle <a href="http://www.zyn.de/spiggl_vatikan]zyn.de</a>
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#37
und hier mal wieder was für alle Freunde der Satire, des schwarzen Humors ;-)


Wochenschauer Nr. 185 vom 12. September 2003


Verschwörst du mich,
verschwör ich dich!

Wie bitte? Es hat keine Verschwörung gegeben am 11. September? Die CIA soll vorher von nichts was gewußt haben? Geschweige denn, daß der Terror-Akt von der CIA geplant worden sei oder gar vom amerikanischen Präsidenten selber angeordnet? Daß das Weiße Haus ganz bewußt Tausende von Todesopfern einkalkulierte, um von einem terroristischen Anschlag politisch zu profitieren? Moment mal? Das alles soll ich auf einmal nicht mehr glauben dürfen, obwohl ich es doch ziemlich genau weiß.

Jawohl, ich weiß es. Und zwar deshalb, weil es dafür eindeutige Beweise gibt . Und mit mir wissen es Hunderttausende, ja Millionen von Menschen worldwide - auch wenn die ww.Wahrheit immer wieder verdreht und umgedeutelt wird. Doch jetzt mußte sogar der "Spiegel" in der letzten Ausgabe die Existenz dieser vom Weißen Haus ausgehenden Verschwörung bestätigen.

Wie meinen Sie? Sie hätten da was ganz anderes im letzten "Spiegel" gelesen. Ach, Sie meinen diese Titel-Geschichte über die verschworene Gemeinschaft der Verschwörungs-Theoretiker rund um den 11. September 2001. Davon rede ich hier gar nicht. Ich habe nämlich ein paar Seiten weitergeblättert bis zu dem sehr viel kürzeren Artikel über "den anderen 11. September". Na, dämmert s? Klar: 1973. Chile vor 30 Jahren. Ein terroristischer Angriff auf eine demokratische gewählte Regierung, geplant und finanziert von der CIA, angeordnet vom US-Präsidenten, organisiert und observiert vom US-Außenminister. Einem Mann, der später den Friedens-Nobelpreis bekam.

Im "Spiegel" kann man nun lesen, wie der US-Präsident nach dem Wahlsieg Allendes seinen CIA-Direktor anschnauzt: "In 48 Stunden will ich einen Aktionsplan..." Und: "Zehn Millionen Dollar - mehr wenn nötig... die besten Leute, die wir haben..." Das hat sich der CIA-Direktor hinterher sofort notiert. His Master s voice war ihm noch frisch im Ohr...

+++

Eine Verschwörung gegen das Volk, gegen die Demokratie, gegen die Freiheit. Heute, wie gesagt, steht s sogar im "Spiegel". Vor 30 Jahren war das etwas anderes. Wer damals im völlig Hirn-vermauerten Westberlin als Journalist nach der Errichtung des Folter-Regimes in Chile so etwas schrieb - und ich tat es in meinen Kommentaren im "Berliner Extra-Dienst" - wurde schlimmerenfalls als "kryptokommunistischer Zonen-Vasall" geoutet, günstigerenfalls als "sozial-radikaler Naiver, der hinter allem eine Verschwörung aus dem Weißen Haus wittert; aber so simpel ist die Weltgeschichte nun einmal nicht zu erklären" (beides Original-Zitate, das erste aus der "Welt", das zweite aus dem "Tagesspiegel").

Wobei die Sache mit dem "kryptokommunistischen Zonen-Vasall" selbst ein Beweis für ein festvernageltes Denken in Verschwörungs-Theorien ist: Jeder Linke war aus dieser Sicht eine Marionette am Gängelband von Honecker. Die APO eine reine Stasi-Inszenierung. Die Studentenbewegung eine ost-finanzierte Veranstaltung. Und der Extra-Dienst als APO-Postille sowieso ferngelenkt. Tscha, so hätten sie s gern, unsere Geschichts-Neuschreiber. Und ich bin sicher: Die Stasi (oder: der Stasi? Manches ist ja bis heute nicht enträtselt) hätt es auch gern so gehabt.

Deshalb sind die Stasi-Mannen wahrscheinlich einst dem Wallraff mit ähnlicher Intensität hinterhergejiepert wie heute die "Welt"-Erklärer auf seiner Spur hecheln. (Wobei sich meine Sympathie mit Wallraff schon immer in ziemlicher Beschränktheit hielt: Diese Mutter Teresa der Linken war mir aus ganz anderen Gründen verdächtig. Ich mag nun mal keine abgehagerten, finster-vermienten Asketen. Ich kann mich an böse Diskussionen mit Wallraff in der "konkret"-Redaktion erinnern. Nischt vonwegen Selbstironie oder Humor. Nur Leiden an dieser Welt und Andere-an-sich-leiden-lassen. Aber das ist mal wieder eine ganz andere Geschichte. Vielleicht erzählt Euch, liebe Kinder, Euer APO-Opa diese Gutenacht-Geschichte ein andermal.)

+++

Nebenbei: Dieselbe Verbissenheit, dieselbe Humor-Resistenz in der gejagten Pupille haben auch diese Verschwörungs-Propheten, die uns die Geschichte vom 11. September 2001 immer wieder "in echt" vorraunen. (Damit endet dann aber auch der Vergleich mit Wallraff, denn der hat reale Mißstände und soziale Verbrechen im riskanten Eigen-Versuch aufgedeckt und damit zuweilen auch was bewirkt.) Wenn aber diese bestsellernden Ground-Zero-Rumbuddler wie Bülow, Bröckers, Wisnewski & Co. in den diversen Talkshows düsterpupillig und beschwörend in die Kamera stieren, dann schubbert offenbar nur noch die schiere Hirnfinsternis in den zerebralen Anhöhen. Irgendwas muß denen am 11. September ins Oberstübchen reingerast sein: Eine Verschwörung beschwörend, geschwürt da mittlerweile eine Meta-Metastasen-Macke.

Ich geb s ja zu: Ich hab beim Bestsellern mitgeholfen. Als ich vor einem Dreivierteljahr das Buch von Mathias Bröckers bei 2001 erstand, machte es noch Spaß, nach meinen Vorstellungen mit den Kollegen aus der "Wühlmäuse"-Technik am Tresen so n bißchen wild zu phantasieren: Könnte nicht doch...? Oder was wäre, wenn wirklich...? Das war ein Gesellschaftsspiel, das keiner richtig ernst nahm, zumal wir nach dem dritten Bier Verschwörungs-Theorien entwickelten, aus denen Bröckers (erst "Taz"-Feuilleton, dann nur noch Hanf) mindestens drei neue Bestseller hätte zusammenbeweisen können. Immer nach dem Motto: "Es wird sogar in bestimmten Kreisen behauptet..."

+++

Es wird sogar in bestimmten Kreisen behauptet... Aber falls Sie bislang noch nie einen Tatsachen-Verschwörungs-Real-Krimi gelesen haben sollten, also noch etwas ungeübt wären im üblichen Dechiffrierungs-Debakel von Welt-Katastrophen, sollten Sie sich vielleicht eine gute Flasche Rotwein entkorken (dazu vielleicht noch einen Joint entzünden), weil Sie ohne eine effektive örtliche Betäubung dem Folgenden gewiß nicht mehr folgen könnten. Sie sollten sich auch zuvor vergewissern, ob in der Zimmerdecke ein genügend haltbarer Haken eingedübelt ist und ob ein halbwegs reißfestes Seil zur Verfügung steht, damit Sie sich gegebenenfalls nach der Lektüre der nächsten Absätze schon mal in die suizidale Endposition begeben können. Also, ich hoffe, Sie sind vorbereitet auf die brutale Wahrheit:

Es wird nämlich in bestimmten Kreisen behauptet, daß Elvis Presley hinter all dem stecke. Gleich nach dem Überfall auf Pearl Harbor, den Elvis noch zusammen mit einem gewissen Theodore Roosevelt inszeniert haben soll, kam ihm bei der Aufnahme seines Songs "Do nt be cruel" die Idee, vom CIA trainierte Kamikaze-Piloten in New York einfliegen zu lassen. Roosevelt fiel als Ko-Produzent dann leider aus und die Idee wurde zunächst auf Eis gelegt. Zwischenzeitlich wurde Kennedy ermordet - und zwar von Frank Sinatra im Auftrag von Marilyn Monroe (aus mehr privaten Gründen, die uns hier nicht interessieren sollen). Marilyn Monroe ging dann ein lesbisches Verhältnis mit Lady Di ein, die aber in Wirklichkeit gar nicht Lady Di war, sondern eine Doppelgängerin ihrer selbst und sogar noch (aus Gründen der Tarnung) gleichen Namens.

Mit der wirklichen Lady Di war inzwischen Osama bin Laden verlobt, der wiederum ein Zwillingsbruder von George Doubleyou Bush war - nur, daß beide in der Wiege vom CIA vertauscht worden waren, weshalb der echte Doubleyou schon nach kurzer Zeit nicht mehr wußte, wer er war. (Dem unechten erging es nebenbei nicht anders.)

Und hier kommt wieder Elvis Presley in Spiel, der selbstverständlich noch immer lebt (ebenfalls in mehrfachen Ausführungen). Der arrangierte den berüchtigten Pariser Tunnel-Unfall (Sigmund, hilf! Ein Unfall im Tunnel, aber mit Pariser! Sowas kann doch nur getürkt sein, genauer: saudi-arabisiert). Jedenfall steht fest: Osama bin Laden (diesmal sogar im Original) saß besoffen am Steuer. Lady Di allerdings war gedoublet - und zwar raffinierterweise (Mossad!) von sich selbst (was glücklicherweise keinem auffiel). Da nun Osama nicht mehr lebte, mußte sich Doubleyou - wie gesagt, sein Zwillingsbruder - auf Befehl von Elvis Presley sowie des israelischen Geheimdienstes (der bekanntlich inzwischen die CIA übernommen hatte, was eindeutig aus den "Protokollen der Weisen von Zion" hervorgeht) mehrfach klonen lassen, um die verschiedenen Flugzeuge ins World-Trade-Center und ins Pentagon zu steuern.

Ich will hier nicht weiter auf Einzelheiten eingehen: Jedenfalls sitzt Elvis Presley seither in der Maske von George Doubleyou im Weißen Haus und strebt die Weltherrschaft an. Wobei Elvis Presley wiederum eigentlich gar nicht Elvis Presley ist (zumindest nicht der, den Sie zu kennen glauben), sondern ein Alien von der Wega oder aus dem Irak - jedenfalls von ziemlich weit her. Lady Di hatte sich mittlerweile erfolgreich selbst re-inkarniert; allerdings war ihr im etwas verwilderten Jenseits inzwischen ein ziemlich buschiger Damenbart gewachsen, weshalb sie zuweilen mit Saddam Hussein verwechselt wurde. Aus sicherer Quelle ist zu hören, daß Rumsfeld sie bei seinem letzten Bagdad-Besuch dann versehentlich in einem friendly Fire erschossen haben soll.

+++

Falls Sie da nicht ganz mitgekommen sein sollten, liegt das nicht an der Authenzität der Fakten, sondern nur daran, daß Elvis Presley und der CIA bezeihungsweise der Mossad, vielleicht auch der KGB oder C&A oder IKEA - jedenfalls, daß diese geheimen Organisationen alles tun, um die Sache, die ja an sich ganz klar ist, zu vertuschen. Und anschließend wird das Vertuschte noch mal von Bill Gates auf das Geheimste geheimverschlüsselt (jenem Bill Gates, der immer mal wieder in der Maske von Michael Moore auftritt als Stupid White Micro-Softie).

Allein die Tatsache, daß Sie hier die reine Wahrheit-und-nichts-als-die-Wahrheit zum ersten Mal unverschlüsselt lesen können, zeugt schon davon, daß die Herrschenden diese Wahrheit zu unterdrücken suchen, wo immer sie sei beziehungsweise angeblich nicht sei. Das sollte ihnen Beweis genug sein für den absolut echten Wahrheitsgehalt. Das sind alles absolute, durch Indizien reichlich belegte Fakten - und wenn diese Fakten wie üblich öffentlich bestritten werden sollten, dann ist doch zumindest unbestreitbar, daß sie bisher verschwiegen worden sind. Und dann wird man ja zumindest mal nachfragen dürfen, warum. Die Antwort ist für jeden objektiv und klar denkenden Beobachter eindeutig: Diese Fakten sind zu gefährlich als daß man sie öffentlich benennen dürfte.

Wenn wir schon mal dabei sind, nur so zum Beispiel: Leni Riefenstahl sollte unter dem Pseudonym Muhammed Atta für den "Stern" die "Hitler-Tagebücher" neu bearbeiten, nachdem der Verlag in mühsamer, jahrelanger Expertisen-Recherche herausgefunden hatte, daß Hitler diese Tagebücher tatsächlich geschrieben hat, wenn auch etwas verspätet. Wie man jetzt weiß, hat der israelische Geheimdienst alle früheren Gegen-Gutachter gekauft und weggeschlossen. Kaum wurde das mutige Vorhaben der Leni Riefenstahl durch eine gezielte Indiskretion (!) in Verleger-Kreisen bekannt, verstarb Leni Riefenstahl unter bisher gänzlich ungeklärten, mehr als mysteriösen Umständen in ihrem blühendstem zweiten Jahrhundert. Alice Schwarzer, eine der ver-glühendsten Riefenstahlinistinnen, witterte allerdings hinter diesem völlig unerwarteten Ab-Leben ("Good bye, Leni") sofort eine maskulinistische Weltverschwörung. Adolf Hitler, der sich bekanntlich seit mehreren tausend Jahren in Paraguay aufhält, soll darüb!
er angemessen geschmunzelt haben.

Selbst Matthias Bröckers, der das alles bestimmt schon weiß, will, kann oder darf mit der endgültigen Wahrheit nicht rausrücken. Obwohl ihn sein Verlag lang genug drängelt. Aber der Bröckers ist wahrscheinlich auch von der Mossad gekauft (an die offensichtliche Juden-Frage im Verschwörer-Geschäft traut er sich nur sehr vorsichtig ran), weshalb der von Bülow schon lange nicht mehr mit ihm redet. Es gibt auch reichlich Beweise (allerdings von den Israelis unterdrückt), daß der Bröckers zusammen mit Leni Riefenstahl in den USA den Piloten-Schein gemacht haben soll, ohne je wieder gelandet zu sein. Was ich auch glaube. Allerdings brauchte der gar keinen Pilotenschein. Der ist auch so ständig high. Aber seine Auflage auch. Was ja wohl Beweis genug ist.

Womit ich jetzt allerdings nichts behaupten wollte.

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Verstehnse? Man muß nur genügend Blödsinn erzählen - irgendwas wird schon hängen bleiben. Das ist ja das Faszinierende an allen Verschwörungs-Theorien. Und es gibt ein sich anhäufendes gläubiges Idioten-Pack, das sich auch noch links nennt und das besonders anfällig ist: So wird eine veritable Entschuldigung dafür geliefert dafür, daß man selber nichts tut, um den uns umgebenden Sumpf wenigstens ein bißchen zu entsumpfen. Eben, weil man nichts tun kann gegen das Unheimliche. Gegen die dunklen, finsteren Mächte, die sich in ihren obskuren Hinterzimmern verkriechen, um mit ihrem Gift-Atem eine ganze Gesellschaft zu lähmen - gegen die kann man nicht ankämpfen. Wie denn? Ein Gegner, der un-faßbar ist, ist (auch im Wortsinne) un-angreifbar.

Sollte mir irgendwer "beweisen" ("also wirklich, Martin, ich hab da gaaanz eindeutige Indizien"), daß all diese düsteren Märchen-Erzähler vom Schlage Bröckers & Co. uns systematisch das Hirn vernebeln im Auftrage der CIA oder anderer geheimer Dienste, auf daß wir in unbestimmter Angst vor einer unbestimmbaren Allmacht in Ohnmacht erstarren - also, ich würde es zwar nicht glauben...

aaaaaaaaber...


<a href="www.martin-buchholz.de]Martin Buchholz</a>
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