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Schuldzuweisungen und Verrat
#11
Zitat:@ Wishmaster:

Dir ist schon klar, daß nach Ursache und Wirkung vollkommen unmöglich ist, was Du da ausführst?!
Niemand wird 'völlig unschuldig und gänzlich ohne eigene Beteiligung' zu irgendwas gezwungen. Ich meine ... hallo?! Kausalität und so?!

Vielleicht sprechen wir ja auch beide über dasselbe? Ich rede von Eigenverantwortung und sein Leben, Taten und Denken selbst in die Hand zu nehmen. Zum Beispiel durch neue Ursachensetzung im Hier und Jetzt. Also "schuldig" zu sein im Sinne von Ursache und Wirkung – auch im positiven Sinne. Ich denke, davon redest du auch?

Und wer seine Kinder freiwillig taufen lässt oder zur Hochzeit der Schwester, Cousin usw. in die Kirche rennt, der wird vielleicht von seinem Umfeld dazu genötigt, aber das ist dann eine Art Bewährungsprobe. Sowas macht der Kosmos mit wankelmütigen Charakteren. Vor allem dann, wenn man in Vorinkarnationen etwas Entsprechendes "verbockt" hatte. Dann gibt es diese "Zugzwänge" und man muss sich daraus lösen. Glaub mir, ich kann selbst ein Lied davon singen. Man muss halt mit der Faust auf den Tisch hauen und auch praktisch/optisch zeigen wo man hingehört. Und nicht "O ist das eine schöne alte Kirche, die will ich mir gerne mal ansehen" oder "die faszinierende Moschee im Tunesien-Urlaub, da bin ich reingegangen". Das kann man ja wohl nicht mit Zwang vergleichen, schon gar nicht im Zusammenhang mit Hexenverfolgung und Inqusition.

Ich glaube nicht, dass du sagen wolltest? Also: "der, der zu Weihnachten in die Kirche rennt, der kann nichts dafür, weil Ursache und Wirkung das so wollten?" Sozusagen Schicksal und keine Eigenverantwortung.



Tue was immer ich will!
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#12
Hmm interessant. Es kommt immer wieder auf die Wortdiskussion über "Schuld" zurück.

"Schuld" im Sinne eines selbstverantwortlichen Verursacherbewußtseins (siehe Wishmasters Ausführung) ist m.M. in Ordnung.
"Schuld" im Sinne einer Selbstbestrafung aber auch einer versuchten Ursachenübertragung mittels einer "Schuldzuweisung" ist ein Virus.

Grüße

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#13
@Wishmaster:

Ja, ich weiß, was Du meinst. Es ist das Wort, das den Unterschied macht. Findest Du nicht auch, daß sich Schuld schon grundlegend anders anfühlt, als das Wort Eigenverantwortung?! Davon mal abgesehen, daß der Begriff Schuld für meinen Geschmack unglaublich kirchlich belastet ist. Mit der Vorstellung der Schuld wurden Menschen sehr klein gehalten. Schuld impliziert immer irgendwie unausgesprochen 'einen Bösen', also ein Werturteil und polarisierendes Denken. Aus diesem Grund halte ich dieses Wort/diesen Gedanken für absolut untauglich. Das ist, wie wenn man zu Respekt oder Alleinheit Liebe sagt. In Endes unendlicher Geschichte bringt er es sehr schön auf den Punkt: Der falsche Name macht alle Dinge unwirklich.

@ Nucu:

Zitat:Es kommt immer wieder auf die Wortdiskussion über "Schuld" zurück.

Ich halte das auch für ein grundlegend wichtiges Thema, weil es die Sichtweise entscheidend prägt.


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#14
Was nun jeder persönlich mit dem Wort/Begriff "Schuld" verbindet, ist die eine Sache. Da gibt es sicherlich die unterschiedlichsten Erfahrungen und Meinungen. Die Gefahr bei der Wortsuche besteht stets darin, daß dem neuen Wort (oder sollte man Korrektbegriff sagen?) die Ursprünglichkeit fehlt. Laß die Ch**sten doch beim Wort Schuld erzittern! Na und? Wir wissen, daß damit auch eine subjektiv positive "Wirkung (Schuld)" gemeint sein kann.

Das Wort Schuld leitet sich von der Norne Skuld her, die auf deutsch Schuld heißt und egal ob Ch**sten da ihre eigene komische Schuldinterpretation besitzen, drückt der Name der Rache- und Zukunftsgöttin doch am besten aus, was wir mit dem Wort "Schuld" meinen.

Das Endprogramm ist gestartet, also laßt sie auch ihre Schuld bezahlen. Auf Heller und Pfennig!
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#15
Ah, das mit dem Namensursprung wußte ich nicht. Das rückt die Sache allerdings wirklich in eine etwas andere Perspektive.
Nach Bauchgefühl finde ich aber nichtsdestotrotz, daß - als Beispiel -:

- Jemand war sein Leben lang für seine Taten und deren Konsequenzen verantwortlich.


- Jemand war sein Leben lang schuldig.


da doch irgendwie recht unterschiedliche Botschaften transportiert werden. Ich will aber gar nicht ausschließen, daß das lediglich mein subjektives Empfinden ist. Geht das in der Tat nur mir so? Häh?
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#16
Zitat: - Jemand war sein Leben lang für seine Taten und deren Konsequenzen verantwortlich.

- Jemand war sein Leben lang schuldig.

Lol Lol Lol Ja das ist wohl schon ein Unterschied, im Sinne heutiger Kommunikation.

Es kommt eben (auch) immer auf den Kontext an.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#17
Ja das sehe ich auch so.
Bei diesen 2 Sätzen kommt voll die Ch**stliche Prägung von Schuld in der heutigen Kommunikation heraus.

Zitat:Jemand war sein Leben lang schuldig.

Das klingt irgendwie ziemlich lustig.
Das Ch**stliche "schuldig" hat immer diesen Beigeschmack des essentiell schuldigen (sozusagen "von Geburt an seelisch schuldig").

Grüße
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#18
Nuculeuz schrieb:Bei diesen 2 Sätzen kommt voll die Ch**stliche Prägung von Schuld in der heutigen Kommunikation heraus.

Zitat:Jemand war sein Leben lang schuldig.

Das klingt irgendwie ziemlich lustig.
Um spaßeshalber noch einen draufzusetzen:

- Man hat andere immer als eigenverantwortlich bezeichnet.


- Man hat andere immer beschuldigt.

Zunge raus
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#19
So! Nach dem kleinen Ausflug betreffend "Was ist Schuld" kommen wir mal wieder zum Ausgangspunkt meines Vorwurfes/Erkenntnis zurück. Schuld ist, wer seine Schritte freiwillig in eine Kirche lenkt! Schuld ist, wer freiwillig die Bibel liest! Schuld ist, wer sich freiwillig taufen, segnen, sakramentieren o. ä. lässt und sich damit freiwillig alle möglichen Bannzaubereien der Kirche auflädt. Derjenige muss sich nicht über Missgeschicke wundern, denn genau daran ist er dann selbst Schuld (er hat es sozusagen freiwillig geschehen lassen bzw. sogar selbst verursacht).

Dazu meine persönliche Erfahrung aus der Vergangenheit: dass diejenigen, die die meisten Kruzifixe aufgehängt haben, das schlechteste Gewissen besitzen oder auf uns hier bezogen: Dass diejenigen, die am lautesten die Hexenverfolgung beklagen, sich als erste wieder das Kruzifix in das Zimmer hängen. Na klar, mag da eine Rolle spielen, dass man zu irgendeiner Zeit dorthinein gezwungen wurde. Aber Zwang ist Zwang und so wie dieser nicht mehr besteht, handelt man freiwillig, falls man dort bleibt, erneut hinpilgert, das Kruzifix hängen lässt o. ä.

Tue was immer ich will!
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#20
Zitat:Schuld ist, wer seine Schritte freiwillig in eine Kirche lenkt! Schuld ist, wer freiwillig die Bibel liest! Schuld ist, wer sich freiwillig taufen, segnen, sakramentieren o. ä. lässt und sich damit freiwillig alle möglichen Bannzaubereien der Kirche auflädt.

Was den Verrat anbelangt, muss ich mich äußern.
Schuldig macht sich derjenige, der vorher den Eid für die Göttin ablegte. Wer vorgab sein Leben bis dahin an der Natur auszurichten. Wer seinen Freunden Treue schwor. Wer prinzipiell mit Vorsatz und vollem Bewußtsein, die von Wishmaster aufgeführten Taten aus freien Stücken heraus beging. Das ist Hochverrat und durch nichts zu rechtfertigen.
Ich selbst hatte vor nicht all zu vielen Jahren im Bekanntenkreis einen ähnlichen Fall.


A.
Das Ziel vor Augen!
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