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Stiftung Warentest stoppt aktuelles Heft
#1
Zum wiederholten Mal wird Stiftung Warentest falsch durchgeführte Tests nachgewiesen ...

http://www.welt.de/wirtschaft/article137356356/Stiftung-Warentest-stoppt-aktuelles-Heft.html

Zitat: Stiftung Warentest stoppt aktuelles Heft

Stiftung Warentest erlebte erst vor gut einem Jahr ein Debakel beim Test von Ritter Sport. Nun muss sie wieder ein Heft stoppen. Schuld ist ein peinlicher Fehler beim Test von E-Mail-Anbietern.

Von Anette Dowideit: http://www.welt.de/autor/anette-dowideit/ Reporterin Investigativteam


Die Stiftung Warentest hat den Verkauf der Februar-Ausgabe ihres "Test"-Heftes gestoppt. Das bestätigte die Stiftung gegenüber der "Welt". Grund für den Verkaufsstopp sind Fehler in einem Test von E-Mail-Anbietern.

Ein solcher Verkaufsstopp, sagte Stiftungssprecherin Heike van Laak, sei eine seltene Ausnahme. Das letzte Mal habe der Direktvertrieb Ende 2013 gestoppt werden müssen. Damals war dies jedoch keine freiwillige Entscheidung, sondern die Reaktion auf eine einstweilige Verfügung, die der Schokoladenhersteller Ritter Sport erwirkt hatte.
Der Verkaufsstopp sei bereits am 30. Januar erfolgt, betreffe allerdings nur ein paar Tausend der insgesamt rund 460.000 gedruckten Exemplare, sagte van Laak. Der Großteil des "Test"-Heftes, rund 400.000 Stück, der an Abonnenten ausgeliefert wird, beinhaltet jedoch den fehlerhaften Test.
Auch der größte Teil der Ausgaben, die an den Kiosken ausliegen, wurde nicht mehr erreicht. Die Stiftung Warentest schreibt jedoch auf Anfrage, sie habe so umfassend und schnell wie möglich reagiert.

Fehler bei Verschlüsselungsbeurteilung

Anlass für den Verkaufsstopp ist ein Test von E-Mail-Diensten im aktuellen Heft (Februar 2015). Getestet wurde unter anderem, wie viel Speicherplatz geboten wird und wie benutzerfreundlich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind. Getestet wurden 14 Anbieter, darunter waren AOL, Freenet, Web.de und GMX.

Stiftung Warentest

Ein zentrales Kriterium im Text war die Frage, wie gut sich E-Mails verschlüsseln lassen, damit sie zum Beispiel nicht von Hackern mitgelesen werden können. Seit der NSA-Affäre ist dieses Thema für viele Nutzer wichtig geworden.
Die Tester machten aber Fehler, wie die Stiftung selbst einräumt. Der Untersuchungsleiter der Stiftung, Holger Brackemann, schrieb bereits am 30. Januar in einer E-Mail an den Anbieter Posteo: "Wir haben inzwischen mit dem von uns beauftragten Prüfinstitut Ihre Punkte besprochen und gehen nun davon aus, dass wir unsere Veröffentlichung an mehreren Stellen ändern werden." Mittlerweile hat die "Test"-Redaktion in der Onlineversion den Text umformuliert.
Aus der ursprünglichen Formulierung "Nur Mailbox.org schützt die Kunden und speichert deren E-Mails verschlüsselt" machte die Stiftung: "Als erster Dienst bietet Mailbox.org an, Nachrichten verschlüsselt zu speichern. Eingehende Nachrichten werden verschlüsselt abgelegt, sobald ein Kunde seinen öffentlichen PGP-Schlüssel beim Maildienst hinterlegt."
Die Noten, welche die E-Mail-Anbieter erhielten, ließ die Stiftung Warentest in der neuen Version allerdings unverändert. Sprecherin van Laak sagt, man sehe dort keinen Anlass, die Bewertung zu ändern, weil wegen der Verschlüsselung kein Anbieter abgewertet worden sei.

Seit NSA-Affäre sehr sensible Kunden

Die Stiftung Warentest schreibt in ihrer Stellungnahme, sie habe auf die Fehler im E-Mail-Test so gut und schnell wie möglich reagiert. Neben dem gestoppten Direktvertrieb habe sie noch am Veröffentlichungstag den Text vorübergehend von der Internetseite genommen und ihn aus dem PDF-Download und der App entfernt – und später eine korrigierte Version eingestellt. Außerdem habe sie eine Pressemeldung verschickt. Im Folgeheft werde sie darüber hinaus eine ausführliche Korrektur drucken.

Verbraucherschutz

Der Firma Posteo reicht das aber nicht – obwohl der gleichnamige Mailanbieter als einer der beiden Sieger aus dem Test hervorging. Das hängt damit zusammen, dass sich der kleine Berliner Anbieter gezielt gegründet hat, um besonders vorsichtige Nutzer anzusprechen.
Dort empfindet man die fehlerhafte Veröffentlichung trotz der Bemühungen der Stiftung, diese zu beheben, als "anhaltende, unwidersprochene Rufschädigung". Mitgründerin Sabrina Löhr sagt: "Die meisten unserer Kunden sind erst nach Bekanntwerden der NSA-Affäre zu uns gewechselt. Vor allem aus diesen Beweggründen. Wir haben also sehr kritische, sicherheitsaffine Kunden."
Als Reaktion auf den Test der Stiftung Warentest habe das Unternehmen viele besorgte Nachfragen von Kunden erhalten, die wissen wollten, warum Posteos Verschlüsselungstechnologie so schlecht abgeschnitten habe.

Ritter Sport war Einschnitt

Der freiwillige Verkaufsstopp und die Kommunikation passen zu der neuen Transparenzoffensive der Berliner Tester, die zum Teil staatlich finanziert sind. Vorstand Hubertus Primus hatte im vergangenen Juni in einem Interview mit dieser Redaktion angekündigt, künftig das Zustandekommen von Testergebnissen besser nachvollziehbar gestalten zu wollen.
"Wir sind ja auch lernfähig – und was wir aus der jüngsten Kritik mitnehmen, ist, dass wir unsere fachliche Sicht noch transparenter machen müssen", sagte Primus. In den Wochen zuvor hatte die Redaktion mehrmals über Kritik an der Arbeitsweise der Stiftung berichtet.
Der Fall Ritter Sport bedeutete einen Einschnitt in die Arbeit der Stiftung: Im vergangenen Herbst gab sie sich im Rechtsstreit mit dem Schokoladenhersteller geschlagen. In der vorausgegangenen Auseinandersetzung war es um einen Aromastoff in der Vollnussschokolade gegangen, der laut Stiftung künstlich hergestellt worden sein müsse – was zur Abwertung der Sorte im Test geführt hatte.
Ritter Sport argumentierte jedoch, der Aromastoff könne durchaus auch auf natürlichem Wege gewonnen werden. Vorstand Hubertus Primus begründete die Kapitulation vor Gericht damit, die Stiftung habe "im Testbericht nicht präzise und ausführlich genug dargelegt, wie sie zur Beurteilung der Deklaration gekommen ist".

fehlt nur noch, dass das bei den Bio- und Ernährungssachen passiert ...
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"Sie wollen die Wahrheit? Sie können die Wahrheit doch gar nicht vertragen!" Jack Nicholson in Eine Frage der Ehre
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#2
Stiftung Warentest – so wird Meinung gemacht!

Die Leute wollen sich selbst mit irgendwelchen fadenscheinigen Siegeln auf dem Etikett und irgendwelchen Tests, die niemand nachvollziehen kann, beruhigen. Aber dem Bio-Handel werfen sie im nächsten Satz vor, daß das alles nur Schwindel sei. Wen also stört da eine solche Affäre der Stiftung Warentest? Es geht ja hier nur um "Kleinigkeiten" wie ein Aroma und ob dieses künstlich oder natürlich hergestellt wird ... oder eben um die E-Mail-Geschichte, ob verschlüsselt, sicher oder unsicher! 

Wer sich nicht selbst schützt, steht auf verlo[r](g)enem Posten.
Das gilt für die Ernährung und erst recht für den persönlichen Datenschutz!

Zitat:Eingehende Nachrichten werden verschlüsselt abgelegt, sobald ein Kunde seinen öffentlichen PGP-Schlüssel beim Maildienst hinterlegt."


Ganz sicher ...
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#3
Mich läßt das Thema aufhorchen. Wer weiß, wem sie da auf die Füße getreten sind. Die Überwachung von persönlichen Daten und die im Bericht resultierenden Bewertungen können für sehr viel Ärger sorgen. Hier geht es um viel Geld und Einfluß.
Der Verkaufsstopp zeigt doch, daß jemand seine Strippen hat ziehen lassen, und das ehe die Hefte (abgesehen ein paar Ausnahmen) in den Umlauf gelangt sind. Und man erhält wieder den eindeutigen Hinweis, daß es sich nicht um eine neutrale Zeitung handelt, die daran interessiert ist, dem Endverbraucher eine realistische und auf Tatsachen beruhende Rückmeldung zu geben. Die Meinung wird für diese Zeitschrift von anderen gemacht. Über die sensorischen Tests muß man erst gar nicht sprechen... Dort sollten nur Leute arbeiten, die natürliche Lebensmittel konsumieren! Schon allein daran erkennt man die Unprofessionalität und Inkompetenz!


Um auf das andere Thema einzugehen:

Zitat: Ritter Sport argumentierte jedoch, der Aromastoff könne durchaus auch auf natürlichem Wege gewonnen werden. Vorstand Hubertus Primus begründete die Kapitulation vor Gericht damit, die Stiftung habe "im Testbericht nicht präzise und ausführlich genug dargelegt, wie sie zur Beurteilung der Deklaration gekommen ist".

Zitat:der Aromastoff könne durchaus auch auf natürlichem Wege gewonnen werden

Welche klare Aussage wird hier getroffen? Wenn jemand um den Brei herumredet, weiß man schon was los ist...


Zitat:im Testbericht nicht präzise und ausführlich genug dargelegt, wie sie zur Beurteilung der Deklaration gekommen ist

Geht es nun darum, ob es der Wahrheit entspricht, oder was wird hier vor Gericht auseinandergenommen?

Kein Endverbraucher merkt es. Ritter Sport hat ja vor Gericht gewonnen. Also ist die Schokolade völlig gesund. Keiner liest den Text aufmerksam...
Finde Dich selbst!
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#4
Zitat:Mich läßt das Thema aufhorchen.

Was heißt aufhorchen?
Wer etwas auf die Publikation der Stiftung Warentest gibt, der ist selbst schuld!
Anhand der aufgeführten Skandale erkennt man schnell, was von deren Ergebnissen zu halten ist!
Das Ziel vor Augen!
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#5
(16.02.12015, 15:11)Ajax schrieb: http://www.pagan-forum.de/Thema-Stiftung-Warentest-stoppt-aktuelles-Heft?pid=47873#pid47873
Zitat:Mich läßt das Thema aufhorchen.

Was heißt aufhorchen?
Wer etwas auf die Publikation der Stiftung Warentest gibt, der ist selbst schuld!
Anhand der aufgeführten Skandale erkennt man schnell, was von deren Ergebnissen zu halten ist!


Ich denke, ich habe meine Meinung zu dieser Zeitschrift zum Ausdruck gebracht und nur in anderer Weise, als du genau dasselbe gesagt... Blinzeln

Auch für eine Zeitschrift wie Stiftung Warentest ist der Umsatzausfall eines Monatsheftes nicht aus dem kleinen Geldbeutel auszugleichen. Stiftung Warentest hat 2013 durchschnittlich 455.000 Zeitschriften monatlich verkauft. Der Preis einer Zeitschrift beläuft sich auf 4,50 €.
Aus diesem Grund gehe ich persönlich davon aus, daß sie jemandem auf die Füße getreten sind. In einem anderen Fall hätte man in der nächsten Ausgabe einen Artikel widerrufen.

... meinst du nicht?
Finde Dich selbst!
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