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TV-Dokumentation: "Monsanto, mit Gift und Genen"
#11
Der erste Schritt für eine neue Zulassung ist getan.

Ein neues Gutachten stuft den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat als nicht krebserregend ein. Diese Bewertung der Europäischen Chemikalienagentur ECHA ist von großer Bedeutung, weil die EU die weitere Zulassung der Chemikalie davon abhängig machen wollte.

Im Streit über die Wiederzulassung des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat in der Europäischen Union ist eine wegweisende Entscheidung gefallen. Die Europäische Chemikalienagentur ECHA in Helsinki stufte die massenhaft als Unkrautvernichtungsmittel eingesetzte Chemikalie als nicht krebserregend ein. Das sei die Meinung aller rund 50 Wissenschaftler im Ausschuss, sagte der Vorsitzende der Abteilung für Risikobewertung der ECHA, Tim Bowmer. Es habe keinen Widerspruch und kein Minderheitenvotum gegeben.
Das Unkrautvernichtungsmittel erfülle nicht die Kriterien, als "Karzinogen, Mutagen oder schädlich für die Fortpflanzung" eingestuft zu werden, begründete das Kommitee seine Entscheidung. Unstrittig sind massive negative Einflüsse der Chemikalie auf die Artenvielfalt. Glyphosat ruft laut ECHA schwere Augenschädigungen hervor und ist giftig für das Wasser-Ökosystem "mit lang anhaltenden Folgen".

Keine neuen Studien angestrengt

Für die Beurteilung strengte die ECHA keine eigenen Studien und Untersuchungen an. Vielmehr nahmen sich die Verantwortlichen die bereits bestehenden Studien vor und bewerteten auf ihrer Basis die Lage.
Der amerikanische Monsanto-Konzern setzt Gylphosat unter dem Markennamen "Roundup" ein und hat damit Milliardenumsätze gemacht. In der Agrarindustrie wird das Mittel als entscheidend für eine Ertragssteigerung bewertet.

Kriegt Glyphosat neue Zulassung?

Die EU-Zulassung für Glyphosat war eigentlich am 30. Juni 2016 ausgelaufen. Die EU-Kommission hatte damals die Genehmigung um eineinhalb Jahre verlängert, obwohl der Einsatz unter den Mitgliedsstaaten umstritten ist, da die Chemikalie unter anderem als krebserregend galt. In dieser Zeit sollte die ECHA untersuchen, ob Glyphosat Krebserkrankungen auslösen kann. Die EU-Kommission hatte angedeutet, von dieser Beurteilung abhängig zu machen, ob sie die Zulassung für das am häufigsten eingesetzte Pestizid in Europa verlängert.
Bislang konnten die EU-Staaten keine Einigung darüber erzielen, ob das Herbizid weiter eingesetzt werden darf. In dem entscheidenden Gremium stimmten von den 28 Mitgliedsländern 19 für eine weitere Zulassung, sieben enthielten sich. Frankreich und Malta waren dagegen. Deutschland gehörte in Brüssel zu denjenigen, die sich der Stimme enthielten, da die Frage im Bundeskabinett umstritten ist. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Agrarminister Chr*stian Schmidt (CSU) für die Zulassungsverlängerung sind, lehnen Umweltministerin Barbara Hendricks sowie die anderen SPD-geführten Ministerien dies ab."

Quelle: tagesschau.de
Innen wie Außen
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#12
Das habe ich heute auch gehoert. Einfach nur schrecklich, das alles. Der Wille, das Glyphosat-Zeug weiter einzusetzen, ist bei allen Entscheidungstraegern (Politik) leider klar ersichtlich.
EigenSinnige Frauen
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#13
Umstrittenes Pestizid: Kalifornien stuft Glyphosat als potenziell krebserregend ein

Kalifornien wird das Pestizid Glyphosat ab Juli als potenziell krebsauslösend einordnen. Damit geht der Streit um Gesundheitsgefahren in die nächste Etappe. Hersteller Monsanto hat bereits Widerspruch angekündigt.

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/glyphosat-kalifornien-stuft-monsanto-pestizid-als-potenziell-krebserregend-ein-a-1154582.html


Der Saatgutkonzern Monsanto hat mit seinem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat einen Rückschlag in den USA erlitten. In Kalifornien teilte die zuständige Behörde für Gesundheit und Umwelt am Montag mit, Glyphosat werde ab dem 7. Juli auf die Liste mit Chemikalien gesetzt, die krebserregend sein können.

Monsanto wird gerade in einem 66 Milliarden Dollar schweren Deal vom deutschen Bayer-Konzern übernommen. Kritiker der Transaktion befürchten ein Imageproblem für Bayer. Denn Monsanto sieht sich wegen Glyphosat immer neuen Klagen ausgesetzt. Der US-Konzern will gegen die Entscheidung in Kalifornien vorgehen und nannte sie "ungerechtfertigt auf der Basis von Wissenschaft und Gesetz".

Streit um Krebsgefahr

Die Einordnung der kalifornischen Behörde reiht sich ein in eine Kette von unterschiedlichen Beurteilungen zur Gesundheitsgefahr durch Glyphosat:

Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hatte im März 2015 erklärt, Glyphosat sei "wahrscheinlich krebserregend". Auf diese Einstufung beziehen sich nun auch die Behörden in Kalifornien.

Die europäische Behörde Efsa stufte das Mittel einige Monate später als ungefährlich ein. Sie berief sich dabei auf Forschungsergebnisse, ohne diese offenzulegen.

Experten der Europäischen Chemikalienagentur Echa befanden dann im vergangenen März, Glyphosat könne weder als krebserregend noch genverändernd oder gefährlich für die Fortpflanzung eingestuft werden.

Die Unterschiede in der Bewertung rühren vor allem daher, daß die Behörden unterschiedliche Aufgaben haben: So ermittelt die IARC in erster Linie, wie stark die Beweislage dafür ist, daß etwas beim Menschen Krebs auslöst - und nicht, wie stark der Effekt ist. Die Efsa betreibt Risikobewertung: Sie trifft also Aussagen darüber, in welchen Konzentrationen oder bei welchen Aufnahmeformen etwas gesundheitsschädlich ist, weshalb sie auch Grenzwerte vorschlägt.
Ein schwacher Verstand ist wie ein Mikroskop, das Kleinigkeiten vergrößert und große Dinge nicht erfaßt.
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#14
Gefährliche Dämpfe: 60-Jähriger vergiftet halbe Nachbarschaft bei Unkraut-Vernichtung

Mücheln - Unkrautvernichtung der anderen Art: Wegen Übelkeit und Kopfschmerzen nach dem Einsatz eines Unkrautvernichtungsmittels sind vier Frauen in Sachsen-Anhalt ins Krankenhaus gekommen.

Ein 60 Jahre alter Nachbar hatte die Chemikalie am Mittwoch in Mücheln versprüht, um Unkraut zu bekämpfen, wie eine Polizeisprecherin am Donnerstagmorgen mitteilte.

Die Polizei vermutet, dass sich wegen der Hitze giftige Dämpfe entwickelten. Zahlreiche Menschen aus einem nahe gelegenen Mehrfamilienhaus - darunter die vier Frauen - klagten danach über Beschwerden.
Das Gebäude wurde evakuiert. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den 60-Jährigen.

http://www.mopo.de/news/panorama/gefaehrliche-daempfe-60-jaehriger--vergiftet--halbe-nachbarschaft-bei-unkraut-vernichtung-28254964
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#15
   
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#16
Guten Abend,

am Wochenende hatte ich einen Becher dieser Sorte für mich ganz alleine.
Danke für die Info!

Liebe Grüße

Tina
"Die Menschen drängen sich zum Lichte, nicht um besser zu sehen, sondern um besser zu glänzen"
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#17
Glyphosat im Bier is nun ja nix so Neues:

http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/glyphosat-unkrautvernichter-wieder-im-bier-gefunden/20233956.html

diesen Herbst dann aktuelle Stellungnahme:

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-08/glyphosat-im-bier-herbizid-umweltinstitut-krebs-stichproben

und wenn sie hundertmal sagen der Grenzwert sei nicht überschritten, mir ist eine Spur Glyphosat im Bier in jedem Fall zuviel. Wobei, wir müssen vielleicht leben lernen mit solchen Sachen...
aber wenn ich die Wahl hab will ich ein Produkt ohne Gift. Bio-Bier sollte rein theoretisch besser sein?

Ansonsten denk ich über ne Destille nach, die ich mit eigenem Obst bediene... Alk is kein Grundnahrungsmittel, aber manchmal doch ganz nett zu haben Ogrins
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#18
Zitat:Bio-Bier sollte rein theoretisch besser sein?

Vor vielen Jahren meinte ein Freund zu mir, Bier sei ein Getränk für den Pöbel.
Man muß den Begriff "Pöbel" jetzt nicht sooo negativ belegen, aber wenn man sich so anschaut, welche Leute regelmäßig Bier konsumieren, naja ...

Der Artikel der Zeit schreibt:
Rückstände des womöglich krebserregenden Pflanzenschutzmittels Glyphosat seien in 14 Biersorten entdeckt worden, in Mengen teils weit über dem erlaubten Grenzwert für Trinkwasser. Und das in allen 14 untersuchten Stichproben der beliebtesten Biersorten.

Keine Überraschung: Glyphosat ist überall drin

Denn damals wie heute ist der Fund weder ein Skandal noch eine Überraschung. Seit Jahrzehnten werden Pflanzenschutzmittel, die Glyphosat enthalten, auf Feldern versprüht. In ganz Europa und eben auch in Deutschland.

Anmerkung:
Das ist mehr als nur ein Skandal und wird systematisch verharmlost!


Das Mittel vernichtet Unkraut, wo Getreide wachsen soll und wird selten auch kurz vor der Ernte angewendet, um die Reifung zu beschleunigen. Überall in der Umwelt sind Rückstände davon zu finden: auch in Lebensmitteln wie Brot, Haferflocken, Mehl – und eben nun wieder in Bier. Was das Münchner Umweltinstitut vermeldet, ist also keine Überraschung. "Glyphosatrückstände in Bier sind aus wissenschaftlicher Sicht plausibel und grundsätzlich erwartbar", schrieb dazu auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Anmerkung: Plausibel und grundsätzlich erwartbar? Mit welcher Arroganz Lobbyisten über die Gesundheit von Mutter Erde und unzähligen Menschen bestimmen, ist nicht in Worte zu fassen!

Bier sei kein Trinkwasser, sondern ein alkoholhaltiges Genußmittel, entgegnet der Industrieverband Agrar (IVA) und bezeichnet die Studie als "Panikmache". Der Verband beruft sich dabei auf Berechnungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Anmerkung: Da sind sich IVA und BfR scheinbar einig. Was für ein "Zufall!"
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#19
Hallo zusammen!

Morgen um 20.15 Uhr läuft auf Arte eine neuere Doku zu diesem Thema:

"Roundup, der Prozess"

Beschreibung:

Roundup® ist unter diesem und anderen Markennamen das weltweit am meisten gespritzte Pflanzenschutzmittel. Vierzig Jahre nach dessen Markteinführung wurde sein Wirkstoff Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen und als hormonaktive Substanz eingestuft. Über die Folgen berichteten Opfer und Sachverständige im Oktober 2016 beim Monsanto International Tribunal in Den Haag.


Winken
Manchmal muss man Grenzen überschreiten, um neue Wege zu schaffen!
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#20
Naja, da Monsanto jetzt demnächst zu Bayer gehört, ist ja schon geklärt, wer den Schaden zu zahlen hat...
Erst wissen, dann denken. Erst denken, dann reden.
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