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Walpurga - Die Natur ist schwanger
#31
Die Deutung des Namens stimmt nicht. "Wal" in "Walfisch" bedeutet nicht "groß", sondern ist mit "Wels" verwandt und mit "Walroß" (was ja nicht besonders große Tiere sind).

In dem Wort "Valkyre" bedeutet "val" angeblich "Kampf, Kampftod". Somit wären die Valkyren diejenigen, die die Toten auserküren, auswählen, Valholl ist dann die "Halle der Kampftoten". Das ist die heute am meisten favorisierte Deutung. Ich hingegen glaube, daß "val" erst später "Kampftod" oder "Schlachttod" bedeutete, ursprünglich aber nur "Tod". Die Valkyre wäre dann diejenige, die die Toten auswählt, Valholl die "Halle der Toten". In der Vikingerzeit wurde der "Tod" durch die vielen Kämpfe immmer mehr zum "Schlachttod" und daher kann sich die Bedeutung des Wortes gewandelt haben.

Die heilige Walpurgis (Wallburga) ist natürlich in Anlehnung an die semnonische Seherin des 2. Jh. Waluburg eingeführt worden. Nun ist die Frage, ob "Waluburg" ein Eigenname oder ein Titel für Seherinnen war. Immerhin haben wir ja das nordische "Völva" (Seherin), welches im Deutschen Wala gelautet haben muß. Die Bedeutung hier: "völ" = rund, gewellt, gewölbt. Die Völva ist wörtlich die "Rundstabträgerin", denn derartige Zauberinnen trugen einen runden Stab, "völr" genannt. Bekannt ist z. B. der "Gridarvöl" in der Edda, der Zauberstab der Grid. Somit würde auch das deutsche Wala "Rundstabträgerin" bedeuten und "Wal" den runden Stab bezeichnen. Waluburg jedenfalls wird auf germ. "walus" = Stab bezogen.
Aber "Wal" kann auch althochdeutsch "walten" bedeuten (wie in Namen wie Walter oder Waltrun), und natürlich "Walstatt" (Kampfstatt, vgl. Valholl, Valkyre).
Walpurgis kann also "Kampfburg" bedeuten, aber auch "Burgwalter", dann "Auswahlburg", "Totenburg" und "Zauberinnenburg". Der zweite Wortbestandteil -purgis oder -burg bedeutet Burg. Im Mittelalter war "Purgelin" (kleine Burg) Bezeichnung für das weibliche Geschlecht, aber ganz klar auf die Burg bezogen und nur poetische Umschreibung. Eine Deutung auf den weiblichen Körper kann ich beim besten Willen nicht sehen.

Da man aber am 1. Mai seit alter Zeit in die kultischen Wall-Burgen pilgerte, kommt auch eine derartige Deutung in Frage. Man spricht ja auch von Wallfahrt (zu ahd. wallon = gehen).

Der Termin des Maifestes war natürlich nie der 1. Mai im heutigen Kalender, sondern immer der Vollmond. Der 2. Vollmond nach Ende des Osterfestes zur Frühlingsgleiche. Im heutigen Kalender wird daher das Maifest durch verschiedene Heiligentage und Pfingsten ersetzt. Nicht nur die Nacht vor dem 1. Mai war eine Walpurgisnacht, sondern auch die neun Nächte davor galten als Walpurgisnächte. Daran sieht man die ursprüngliche Zeitspanne, in die das Vollmond-Maifest fallen konnte.

Lichtgruß,
Geza
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#32
Ich freue mich auch schon sehr auf das Fest!
Meine Tochter und ich werden unsere helle Freude haben! Lächeln

Viel Spaß auch den anderen!
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#33
Zitat:Die Deutung des Namens stimmt nicht. "Wal" in "Walfisch" bedeutet nicht "groß", sondern ist mit "Wels" verwandt und mit "Walroß" (was ja nicht besonders große Tiere sind).

Werter Geza, Du benimmst Dich einfach unmöglich, unerträglich. Du kannst gern sagen: "Du würdest es anders deuten" oder "Deiner Meinung nach so und so ..." bzw. "ich habe da und dort gelesen, dass es dies und jenes heisst ..."

Meinst Du hier im Forum ist jemand so blöd, dass er die heute gängige Bedeutungserklärung (Herleitung Wal über valr und wuol bzw. bei Walnuss von wälsche Nuss (welsch) nicht kennen würde? Wenn das hier anders erklärt wird, dann nur aus dem Grund, weil wir hier eine andere Meinung besitzen. Wir haben unsere Gründe dafür.

Identisch verhält es sich mit allen anderen Dingen, über die manche hier im Forum stolpern. Wir kennen stets die heutige schulwissenschaftliche Erklärung und auch die Ergebnisse neuester Forschung oder Spekulation. Damit setzen wir uns auseinander, ziehen den Wahrheitsgehalt entsprechend in Betracht. Wenn wir trotzdem zu einer anderen Meinung gelangen, dann nicht aus Unwissenheit, sondern aufgrund eines anderen Blickwinkels bzw. eines komplett anderen Wissens.

Wenn Du also irgendwo eine andere Meinung zu etwas hast, dann kannst Du schreiben: "Meines Wissens nach, verhält es sich so und so ..." Das ist erstens höflicher und zweitens machst Du damit deutlich, dass es sich um Dein persönliches Wissen/Meinung handelt.
Tue was immer ich will!
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#34
Wishmaster schrieb:Wenn das hier anders erklärt wird, dann nur aus dem Grund, weil wir hier eine andere Meinung besitzen. Wir haben unsere Gründe dafür.
Sprichst Du hier für alle im Forum? Ich kenne mehrere, für die Du definitiv nicht sprichst.

Zitat:Wir kennen stets die heutige schulwissenschaftliche Erklärung und auch die Ergebnisse neuester Forschung oder Spekulation. Damit setzen wir uns auseinander, ziehen den Wahrheitsgehalt entsprechend in Betracht. Wenn wir trotzdem zu einer anderen Meinung gelangen, dann nicht aus Unwissenheit, sondern aufgrund eines anderen Blickwinkels bzw. eines komplett anderen Wissens.
Das bezweifle ich, denn dann hätte ja die wissenschaftliche Bedeutung wenigstens angeführt werden müssen. Nein, bei der Wortbedeutung entscheidet nicht, was einem gerade gut in den Plan paßt oder was einem gefällt, sondern es entscheiden allein sprachwissenschaftlche Kriterien. Die kann man nicht wegleugnen oder mithilfe der vielbemühten "Verschwörungstheorie" unglaubwürdig machen. Es gibt nun einmal die verschiedenen indogermanischen Sprachen mit ihren ähnlichen Vokabularien, und man kann die Wörter daher gut vergleichen und herleiten. Für Bedeutungsspekulationen ist da schlichtweg kein Platz.

Zitat:Wenn Du also irgendwo eine andere Meinung zu etwas hast, dann kannst Du schreiben: "Meines Wissens nach, verhält es sich so und so ..." Das ist erstens höflicher und zweitens machst Du damit deutlich, dass es sich um Dein persönliches Wissen/Meinung handelt.
Bitte überlasse mir, wie ich mich ausdrücke, ich mache Dir ja auch keine Vorschriften. Wenn ich Erkenntnisse von Wissenschaftlern anführe, kann ich das nicht als meine Meinung bezeichnen, zumal ich zu der Frage ja gar keine eigene Meinung geäußert habe. Ich habe vielmehr verschiedene Möglichkeiten, wie es übersetzt werden kann, referiert, ohne mich auf eine Möglichkeit festzulegen. Daß die Deutung "groß" dabei nicht vorkam, liegt daran, daß es überhaupt keine Möglichkeit ist. Es gibt kein germanisches oder althochdeutsches Wort, welches "wal" lautet und "groß" bedeutet. Deswegen konnte ich klar schreiben: "Das ist falsch". Gäbe es ein solches Wort, hätte ich diese Möglichkeit natürlich mit angeführt.

Und ansonsten gilt, daß natürlich jeder, der irgendwo etwas schreibt, im Normalfall seine eigene Meinung kundtut - es sei denn, er referiert die Meinungen von Wissenschaftlern.

Lichtgruß,
Geza
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#35
Nach meiner Ansicht hängen die Wörter "Walfisch" und "Walpurgis" tatsächlich zusammen. Und zwar folgendermaßen: Der Walfisch (germanisch hvalaz) ist etymologisch verwandt mit den Begriffen Wall (Hügel), Wölbung, Wulst. Walpurgis hängt mit der germanischen Seherin Waluburg zusammen, welche nach dem Walus, ihrem Stab benannt ist. Und Walus bedeutet wiederum "gewölbt", ist also auch mit den Begriffen Wal, Wall und Wulst sprachlich verwandt.
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#36
Allen ein schoenes Beltane und einen schoenen Maifeiertag!
EigenSinnige Frauen
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#37
Danke gleichfalls! Winken
War heute den ganzen Tag in der Natur unterwegs und habe zum Schluß noch Burg Rabenstein besucht.
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#38
Euch auch noch einen schönen Rest-Maifeiertag! Winken

@Cat: Meinst du Burg Rabenstein bei Chemnitz?
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#39
Nein, ich meinte die im Hohen Fläming, in der Nähe von Raben.
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#40
Um es in der heutigen Sprache verständlich zu machen: Der Irrtum bei der Herleitung von Walhalla, Walküre, Walburga usw.

Während man bei Walhalla richtigerweise von Fall - Halla (die Halle der Gefallenen) oder bei Walküre richtigerweise von Fall - Küre (die, die die Gefallenen auswählt; vorn mit F oder V) herleiten muß, findet bei Walnuß, Walburga, Walfisch eine andere Herleitung (vorn mit W) statt. Je nach Sinnzusammenhang wurde der Eingangslaut unterschiedlich betont. Das weiß die heutige Etymologie nicht, da sie sich nach dem geschriebenen Laut richtet und keine Ahnung mehr hat, wie die Sprache einst klang. Der Sinnzusammenhang/ Bedeutungsunterlegung bei Walburga war "groß", da der Name Walburga erst in späterer Zeit entstand, als Walhalla bereits "die große Halle" hieß. Die Bedeutungsunterlegung hat sich im Laufe der Zeit geändert, so wie sich Sprache und ihr Verständnis eben im Gang der Jahrhunderte gewandelt hat.

Ich hoffe alle hatten gestern ein fröhliches Fest!!!
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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