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Was Würde J.r. Dazu Sagen?
#1
He schaut mal, dieses Interview mit Larry Hagman, der einst den J.R. Ewing bei Dallas spielte, ist wirklich lustig und lesenswert.....


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Süddeutsche Zeitung: Sie waren in den Sechzigern offenbar gegen den Vietnamkrieg.

Larry Hagman: Wieso wundert Sie das?

Süddeutsche Zeitung: Womöglich hat man ein anderes Bild von Ihnen. Es gab zu Beginn der Achtzigerjahre zwei amerikanische Schauspieler, die Angst verbreitet haben: Der eine hieß Reagan, der andere Hagman.

Larry Hagman: Vor Larry Hagman musste sich noch kaum wer fürchten. Bei Reagan sieht die Sache anders aus. Die Leute hatten allen Anlass, vor ihm Angst zu haben.

Süddeutsche Zeitung: Wieso?

Larry Hagman: Reagan war die Quintessenz eines gekauften Politikers. Er gehörte der Firma General Electric. Ronald Reagan war ein totaler Idiot.

Süddeutsche Zeitung: Wie bitte? Redet man so als Amerikaner, noch dazu als Texaner?

Larry Hagman: Ja, wenn man gefragt wird. Ich werde das nur selten gefragt.

Süddeutsche Zeitung: Ich dachte, Sie seien Republikaner.

Larry Hagman: Jeder hält mich für einen Republikaner. Ich habe eine ganze Dekade lang einen Ölmulti gespielt, ich trage einen Stetson, wenn ich Lust dazu habe, und ich bin Texaner. Das ist alles. Die Republikaner schicken mir heute noch Briefe, ob ich nicht Werbung für sie machen will. Ich sage denen jedes Mal: "Lasst mich in Ruhe mit eurer G*ttverdammten Bullenscheiße!" Die Republikaner waren und sind dafür verantwortlich, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer werden. Sie sind dafür verantwortlich, dass die soziale Balance in Amerika zerstört ist. Vielleicht können wir auch noch ein bisschen über den religiösen Fanatismus reden, mit dem sie das Land überziehen?

Süddeutsche Zeitung: Selbst viele Demokraten unter Ihren Landsleuten sagen heute, dass Reagan ein starker Präsident war.

Larry Hagman: Schauen Sie, er war wirklich ein gefährlicher Mann. Er hatte sich selbst gehirngewaschen: Er war der Überzeugung, dass sein lifestyle the absolute one and only way of life sei. Er konnte gut Witze erzählen, gut reden und die Leute gut einseifen. Dumm war er nicht. Aber er stand schon als Chef der Schauspielergewerkschaft in Hollywood auf der Seite der Film- Multis, nicht auf der Seite der Schauspieler. Als Präsident stand er dann auf der Seite der Strom- und Öl-Multis, nicht auf der Seite der einfachen Menschen.

Süddeutsche Zeitung: Wen haben Sie bisher gewählt?

Larry Hagman: Keinen Republikaner und keinen Demokraten. Die Demokraten sind nur das etwas kleinere Übel. Wenn Sie heute etwas werden wollen als Politiker in Amerika, müssen Sie nur eins haben: Geld. Sie müssen sich Werbezeit fürs Fernsehen kaufen. Und wer gibt Ihnen das Geld? Und was müssen Sie ihm dafür versprechen? Lauter dumme Fragen, eh? Das Zwei-Parteien-System in den USA ist eine Katastrophe.

Süddeutsche Zeitung: Gründen Sie doch eine eigene!

Larry Hagman: Ich bin seit den Sechzigerjahren Mitglied der Peace And Freedom Party. Die wurde während des Vietnamkriegs gegründet.

Süddeutsche Zeitung: Nie davon gehört.

Larry Hagman: Sie hat nur noch vier Mitglieder. Mich und drei andere. Sollen wir über den amtierenden Präsidenten auch reden?

Süddeutsche Zeitung: Wenn Sie möchten, aber wir sollten gleich auch ...

Larry Hagman: Während der Idiot Reagan gefährlich, aber nicht eigentlich dumm war, sieht die Sache bei dem Idioten George W.Bush schon anders aus: Das Land wird heute von einem Menschen regiert, der gefährlich und dumm ist. George W. Bush fällt komplett aus dem Rahmen dessen heraus, was Sie und ich unter einem sozialisierten Menschen verstehen. Er kann nicht reden. Er kann nicht lesen. Er ist Legastheniker. Und, jetzt kommt das Beste: Er ist unser Präsident.

Süddeutsche Zeitung: Sieht ein Land anders aus, wenn es von einem Texaner regiert wird?

Larry Hagman: Wie meinen Sie das denn?

Süddeutsche Zeitung: Sieht es simpler aus?

Larry Hagman: Sie haben ein falsches Bild von Texas. Texas ist ein dynamischer Staat, voller kluger Menschen. Fallen Sie nicht auf dieses Texas-Klischee herein. Die ganze Sippschaft von George W.Bush treibt sich sowieso eher in Maine herum als in Texas. Er inszeniert dieses Texas-Ding, weil die Leute es urig finden. Bullshit!

Süddeutsche Zeitung: Waren Sie schon so wütend auf Ihr Land, als Sie in den Fünfzigerjahren erste Bühnenerfahrungen sammelten? Damals hatten es Ihre farbigen Kollegen noch schwerer als heute.

Larry Hagman: Als ich in den Fünfzigern durch New York zog, hatten es alle Arten von Minderheiten in Amerika deswegen schwer, weil man sie schlicht nicht beachtet hat. Die einzige Minderheit, die sich langsam durchsetzte und heute mehr oder weniger sozialisiert ist, sind die Latein- und Südamerikaner. Aber das ist auch kein Wunder. Kalifornien besteht inzwischen zu 48 Prozent aus Hispanics.

Süddeutsche Zeitung: Der beliebteste Name für neugeborene Jungen in Kalifornien ist heute José.

Larry Hagman: Wissen Sie, warum? Weil man im Ernstfall aus dem Namen José den Namen Joe machen kann. Bequem in allen Lebenslagen. Aber um auf Ihre Frage von eben zurückzukommen: Ich war in den Fünfzigern noch nicht sehr politisch.

Süddeutsche Zeitung: Sie wurden es in den Sechzigern?

Larry Hagman: Natürlich. Vietnam. Der gewöhnliche Amerikaner kreischte damals herum: "Balkensepp! Wir werden die verdammten Schlitzaugen doch nicht in Dallas einmarschieren lassen?!" Diese Einstellung war von der Propaganda aus dem Zweiten Weltkrieg übrig geblieben. Da haben sie Hiroshima und Nagasaki vernichtet. Die Menschen, die dort lebten, waren im Verständnis der gehirngewaschenen Masse in Amerika keine Menschen. Eher Tiere. Meine Landsleute standen auf der Straße und sagten: "Hey, die Schlitzaugen glauben nicht an Balkensepp, sondern an Shindurindubindu, fucking hell!" Vietnam war nichts als purer Wahnsinn.

Süddeutsche Zeitung: Verteidigungsminister McNamara hat sich später entschuldigt.

Larry Hagman: Nett von ihm. Da hatte außer ihm natürlich keiner was davon. Das nutzt unseren toten Jungs nichts mehr, und den vielen Asiaten, die wir weggeblasen haben, hilft es auch nicht. Und: Was ist mit Henry Kissinger? Wieso sitzt Kissinger nicht im Knast? Er ist ein Kriegsverbrecher.

Süddeutsche Zeitung: Er versucht sich immerhin auch in der Aussöhnung mit...

Larry Hagman: Bullshit!

Süddeutsche Zeitung: Gibt es Amerikaner, die Ihre Gnade finden?

Larry Hagman: Hören Sie mal, ich habe viele Freunde, und fast alle sind Amerikaner. Einer meiner engsten Freunde ist Gore Vidal...

Süddeutsche Zeitung: ... der Ihre Ansichten teilt.

Larry Hagman: Ich liebe ihn. Gore ist ein wunderbarer Schriftsteller und Essayist. Er ist unbestechlich. Er erkennt Amerika als das, was es ist: ein wunderbares Land, das von korrupten Politikern und Geldhaien zerstört wird.

Süddeutsche Zeitung: Sind Sie ein Patriot?

Larry Hagman: Natürlich! Ich meine, was für eine Frage! Sind unsere Politiker Patrioten? Sind die, die das Land regieren, Patrioten? Schauen Sie, ich spende Jahr für Jahr einen Haufen Geld für Entwicklungsprojekte, eines davon fördert alternative Energien. Amerika könnte, wenn die Politik dies wollte, in fünf oder sechs Jahren zu einem sehr großen Teil von alternativen Energien versorgt werden. Wir wären nicht mehr abhängig von den Öl exportierenden Ländern, wir wären dann auch nicht mehr abhängig von den verfickten Öl-Multis im eigenen Land...
Sei!
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#2
Fettes Grinsen
Sehr schön, wirklich.
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#3
Zitat:George W. Bush fällt komplett aus dem Rahmen dessen heraus, was Sie und ich unter einem sozialisierten Menschen verstehen. Er kann nicht reden. Er kann nicht lesen. Er ist Legastheniker. Und, jetzt kommt das Beste: Er ist unser Präsident.

Rofl Rofl Rofl
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#4
Sehr netter Mensch, der Larry.

Ja es gibt auch vernünftiger Amerikaner und Amerika hat durchaus auch viele gute Seiten gegenüber Europa, die mir persönlich gefallen, aber leider wird es eben mißbraucht und ist Brutstätte des Weltchaos.

Grüße
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#5
Zitat:Ja es gibt auch vernünftiger Amerikaner und Amerika hat durchaus auch viele gute Seiten gegenüber Europa

Ich höre ...

Bragi
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#6
Frag mal Wissenschaftler wie Tesla, warum sie nach USA auswanderten.
Tesla hatte es auch vorher in Deutschland versucht, aber vergebens.
Die Amerikaner sind uns dahingehend (uns im Sinne von den Deutschen allgemein) überlegen, daß sie nicht so sehr in verkorksten Gestzesstrukturen und Regelwerken geistig gefangen sind. "Die Deutschen" haben die MAcht der Vision und der Idee vergessen. Der typische Europäer ist so skeptisch, daß ihn dieser Zweifel knebelt.
Natürlich darf man ( USa und Europa)inzwischen nur bei einem Arbeitgeber alles tun und forschen: Geheimdienst bzw. den grauen.
Auch ist Europa inzwischen überbürokratisiert. Und das natürliche Unternehmertum ist geregelt wie im Mittelalter. Für alles braucht man eine "Bescheinigung", um es machen zu dürfen, selbst wenn man es kann.
Sogar mein Vater als Betriebswirt darf viele Dinge nicht machen, weil die mächtige Steuerberaterlobby es so durchgeboxt hat. Also es reicht nicht einmal berufliche Qualifikation, nein man muß inzwischen Spezialqualifikation haben. Also nochmal studieren oder was, nur weil man den Schwerpunkt im Unternehmen etwas ändern will?? Solche Probleme gibt es auch in allen handwerklichen Berufen. Bei solchen hirntoten Reglementierungen braucht man sich nicht über die Arbeitslosen und das ausbleibende Wirtschaftwachsum wundern (Geldsystem ist natürlich Hauptblockade in der Wirtaschft).

Ich könnte noch eine Weile weiterauflisten, klar ist für mich, daß es durchaus Vorzüge gibt. Jedoch wieder so viele ganz andere Nachteile, daß unterm Strich Europa im Moment immer noch besser dasteht. Dummerweise hat der Europäer den Drang (die Regierungen zumindest) alles Negative (McDonalds, Gentechnik, Turbokapitalsmus für Konzerne, Multikulti etc.) aus den USA zu importieren und die positiven Aspekte dort zu lassen.

Grüße
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