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Werteverfall bei Kindern und Jugendlichen
#1
Ich habe neulich über einen Fall gehört, der jetzt zwar schon etwas länger zurückliegt, mich aber trotzdem sehr schockiert hat.
Es ging darum das Kinder im Alter von 5-13 Jahren in die Wohnung einer alleinstehenden, schwerkranken Seniorin eingestiegen sind um die alte Dame zu erniedrigen, zu quälen, auf sie zu urinieren usw.

Meine Frage ist wie es zu solchen Sachen kommen kann? Das hat doch schon lange nichts mehr mit dummen Jungenstreichen zu tun. Wo hat es da gefehlt? An der elterlichen Erziehung oder vielleicht dem Umfeld?



Es ist ja nichts neues das "alte" Werte wie Treue, Respekt usw.. schon großenteils von den heutigen "Erziehungsexperten" abgelehnt wird.
Aber ich denke das eine "Anti-Autoritäre Erziehung" genau zu dem führt was oben beschrieben ist. Die Kinder haben weder Achtung noch Respekt vor Älteren, kennen genau ihre Rechte bei elterlichen "Backpfeifen".
Ist es denn wirklich so schlimm mal einen Klaps zu geben? Ich meine die Leute aus meiner Generation sind auch so groß geworden und keine Kindheitstraumatisierten Pyschos.
Meine Frage wäre dann, wie vermittelt man dem eigenen Kind Werte die es auch eine Leben lang schätzt?
Vielleicht können die Eltern unter den Lesern mir dabei helfen.
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#2
Zitat:Meine Frage ist wie es zu solchen Sachen kommen kann?

Die Frage lässt sich mit der Logik nicht beantworten, sondern nur magisch. Ein Körper ist innen nicht das, was er von aussen zu sein scheint. Von aussen mögen es kleine niedliche Kindergesichter sein, von innen sind es jedoch Monster und Dämonen. Auf deutsch: Ein dämonisch programmierter Verstand, benutzt Kinderkörper zu Mord, Totschlag, Raub, Rauschgift und alle diese Dinge.
Tue was immer ich will!
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#3
Es ist eigentlich ganz einfach: Man lebt es ihnen vor.
Diese Kuschelpädagogik ist nicht nötig, ich z.B. gehe mit den zu betreuenden Kindern nicht anders um als mit Erwachsenen (abgesehen davon, wenn ich Wissen vermittele, das muß logischerweise kindgerecht verpackt sein).
Als Nebeneffekt muß natürlich ein lebenswertes Umfeld her. Also raus aus der Stadt, darauf achten daß die Kinder nicht nur von Degenerierten umgeben sind.

Falls ein guter Waldkindergarten in der Umgebung ist, würde ich empfehlen Kinder dort Kontakte pflegen zu lassen. Bei der Wahl der Schule ist es das gleiche Spiel. Auf die Einzugsgebiete schauen.

Ich habe in Praktika mit verhaltensgestörten Heimkindern gearbeitet, meine beste Freundin ist Familienhelferin. Es sind immer die Eltern bzw. die schon verdorbenen Kinder. Man nimmt schlechten Einfluß zu gern an und orientiert sich im Kinder- und Jugendalter gern nach unten. Dies ist einfacher.
Als Erziehender muß man eine konsequente Linie gehen und sie den Kindern vorleben. Mehr kann man nicht tun. Ich bin aber guter Hoffnung, daß dies funktioniert.

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#4
Was sind denn Werte? Ist es eine feststehende Größe, so trägt sie jedes Kind bereits in sich. Tatsächlich, so bin ich der Überzeugung, kommen Kinder perfekt auf diese Welt (die Zeugung sehe ich als Eintritt in diese Welt an). Dann aber wird an ihnen herummanipuliert (mit Regeln, Ge-und Verboten, Strafen usw.), bis sie sich selbst und die Welt nicht mehr wiedererkennen, sondern mit dem ihnen eingebläuten (oft im wahrsten Sinn des Wortes!) Muster sehen müssen.
Kinder müssen unter unserem Schutz und mit Respekt, evtl. Anleitung, aber völlig frei und ungelenkt aufwachsen, dann werden bzw. bleiben sie "ohne jedes Zutun" die Natur und ihre Mitmenschen, aber auch sich selbst respektierende und achtende Menschen, die auch tiefe Einsichten in das Wesen der Dinge und die Zusammenhänge erlangen können, bzw. sie ihnen bewußt werden können, denn sie bringen meiner Meinung nach dieses Wissen bereits mit. Die Wahrhaftigkeit wird mit Erziehung verschüttet. Erziehung ist nichts anderes als Manipulation, und meist ohnehin in eine völlig falsche Richtung (gerade sitzen am Tisch ist kein Wert! Eine Ermahnung hierzu nichts anders als Manipulation).

Die antiautoritäre Erziehung ist eigentlich keine Erziehung, wenn sie wirklich antiautoritär ist. Sie darf natürlich nicht in Vernachlässigung enden, denn ein Kind braucht unbedingt Fürsorge und Schutz der Eltern.

Wie kommst Du darauf, Wölfin, daß antiautoritäre Erziehung brutales Verhalten hervorruft? Unter den Summerhillschülern gibt es keine Gewalttäter. Gewalttäter kommen aus Familien, in denen es an Respekt mangelt, mit physischer oder psychischer Manipulation, oder beidem, erzogen wurde. Die Kinder aus dem Hype der antiautoritären Erziehung sind gerade keine Gewalttäter. Gewalttätig war deren Elterngeneration, ich meine jetzt die RAF, die aus sehr reglementierenden, also hochmanipulativen Familien stammten.
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#5
Du sagst so kinder müssen frei und ungelenkt aufwachsen...aber jeder Mensch muss sich in gewissen Maßen mal in dieser Welt zurechtfinden, das kann man nicht einfach wegdenken. Da gehören nicht nur Werte dazu, sondern auch z.B. angemessenes Benehmen.
Ich meine jeder will doch dass das eigene Kind mal eine Chance im Leben hat.
Ich denke nicht das man da von Manipulation reden kann. Wenn es alt genug ist wird es sich sowieso unabhängig von den Eltern entwickeln.
In der Natur ist es ja schließlich auch so, erst lernt das Jungtier von den Eltern bevor es sicher seine eigenen Wege gehen kann.
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#6
frei, ungelenk, ohne manipulation?

ich würde gern das endprodukt dieser "nicht-erziehung" sehen. ich denke so kann es nicht funktionieren. kinder brauchen anleitung, orientierungshilfen und entscheidungshilfen.
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#7
Ein Kind, das vor allem zu Hause, von seinen engsten Bezugspersonen, nicht manipuliert wird, paßt sich dort von selbst an, wo es sein muß. Es sind die in der Familie heftig reglementierten Kinder, die anderswo sich nicht auch noch anpassen können (und Telefonhäuschen zerschlagen, sich sinnlos prügeln etc.).


Zitat:In der Natur ist es ja schließlich auch so, erst lernt das Jungtier von den Eltern bevor es sicher seine eigenen Wege gehen kann.

Ein Tier lernt von seiner Muitter nur Respekt dieser gegenüber, wenn es dem Muttertier wehtut beispielsweise, wird es in die Schranken gewiesen. Angepaßtes Verhalten wird immer nur individuell eingefordert. Ein Jungtier wird nicht angehalten, den Nachbarn zuerst fressen zu lassen. Da ist ein Jungtier völlig frei von jedem heimischen Reglement! Das Muttertier wird ihr Junges nicht von der Beute fernhalten, wenn irgendein höher stehendes Tier noch nicht gefressen hat. Das muß dasjenige schon selbst durchsetzen, sofern es das will.

Ebenso ist es mit Menschenkindern. Als Mutter kannst Du Respekt Dir gegenüber einfordern, die Nachbarn gehen Dich nichts an, wenn Dein Kind sie nicht grüßen möchte, so tut es das eben nicht. Es wird seine eigenen Gründe dafür haben, es wird dies mit weiteren Erfahrungen ggfls. auch ändern usw.

Es ist falsch, ein Kind zum Stillsitzen anzuhalten, damit es sich "draußen" zu benehmen weiß. Entweder es stört Dich selbst, und wenn nicht, dann braucht das nicht vermittelt zu werden.

Wenn Du aber erziehst, so mußt Du darauf vertrauen, daß Du stärker bist als der Wille des Kindes. Manipulierst Du aber nicht, so wird es selbstbestimmt und selbstverantwortlich handeln.
Zum notwendigen Schutz gehört übrigens auch der Schutz vor Manipulationen durch andere.





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#8
Wie willst du denn dein Kind vor Manipulationen schützen? Indem du es 18 Jahre lang im Keller einsperrst?
Es wird überall manipuliert sobald es Kontakt mit anderen Menschen hat. Ob das nun im Kindergarten oder im Familienkreis ist.
Internet, Fernsehen, alle Medien manipulieren. Ich glaube kaum das man das Kindern vorenthalten kann.
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#9
Wölfin, Du hast doch selbst das Beispiel mit den Tieren gebracht, sieh sie Dir einfach an. Eine Tiermutter wird nicht jeden Einfluß auf ihr Kind verhindern, aber direkt schädigende oder gefährdende Einflüsse wird sie unter Einsatz ihres Lebens abzuwenden versuchen. So sollte es auch eine Menschenmutter halten. Massive Manipulationen bei Kindern rufen auch Reaktionen hervor, Angst, dazu gehört auch Überanpassung, zerstörerisches oder selbstzerstörerisches Verhalten, sonstige Auffälligkeiten haben ihre Ursachen. Diese heftigen manipulativen Einflüsse sollte man für das Kind beseitigen, weil es das noch nicht selbst kann.

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#10
Hallo Lela,

Kinder brauchen manchmal Anleitung, die Vermittlung von praktischem Wissen. Orientierungshilfen und Entscheidungshilfen, sofern Vermittlung von praktischem Wissen ja, aber der Grat zur Manipulation ist schmal.

Du wirst in unserer Gesellschaft nur wenig solcherart unerzogene Kinder finden. Aber sieh Dir die erzogenen Kinder an, je mehr erzogen, desto verquerer. Wenn Erziehung etwas Gutes bewirken würde, warum ist dann mehr und konsequentere und härtere Erziehung nicht von einem perfekten Ergebnis gekrönt? Warum sind die freier und unerzogener aufgewachsenen Kinder die glücklicheren, die friedlicheren, die respektvolleren, die selbstbestimmteren?

VG
Inte
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