Tal der weisen Narren
Unzufriedenheit - Druckversion

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- Hælvard - 31.05.12006

Wer immer unzufrieden ist, taugt nichts.
Immer Unzufriedene sind dünkelhaft
und oft boshaft dazu,
und während sie sich über andre lustig machen,
lassen sie selber viel zu wünschen übrig.

Theodor Fontane


- celestine - 01.06.12006

Diese klugen Zeilen Sollte man ganz dringend ausdrucken und in alle Seniorenheime an die Cafeteria-Tür heften.

Und als Reiseleiter bei Rentner-Busfahrten alle 2 Std aufsagen.

Mag zwar voreillig klingen, doch wenn man fast täglich 3 Reisebusse erwartet und 65% der Insassen so boshaft und unzufrieden sind kann ich mir dieses Urteil erlauben.

Warum sind diese Menschen so...???
Sie sollten lieber Ihren Lebensabend genießen und Dankbar sein, das sie hier sind!

Was sagt Ihr dazu?? Häh?


- Ajax - 01.06.12006

Wie kann man dankbar sein? Wenn man sich Tag ein, Tag aus mit der Boshaftigkeit der heutigen Zeit, dem sogenannten "Fortschritt", dem Verfall aller stets hochgetragenen Werte und Tugenden beraubt sieht. Nicht zuletzt sei hier der stetige Rententerror der Regierung erwähnt. Auch die Alten sehen, wie die Kinder ihrer Enkel keine Moral mehr kennen und alles in den Abgrund führen, wofür sie ihre Körper geschunden haben.

A.


- Paganlord - 01.06.12006

Zitat:Diese klugen Zeilen Sollte man ganz dringend ausdrucken und in alle Seniorenheime an die Cafeteria-Tür heften.

Und als Reiseleiter bei Rentner-Busfahrten alle 2 Std aufsagen.

Mag zwar voreillig klingen, doch wenn man fast täglich 3 Reisebusse erwartet und 65% der Insassen so boshaft und unzufrieden sind kann ich mir dieses Urteil erlauben.

Warum sind diese Menschen so...???
Sie sollten lieber Ihren Lebensabend genießen und Dankbar sein, das sie hier sind!

Was sagt Ihr dazu??

Es ist auch Wahrheit an den Zeilen der Celestine! Jedoch sollte man zuerst beachten, daß die Mächtigen natürlich versuchen Alt gegen Jung, Männlein gegen Weiblein usw. auszuspielen.

Woher die Unzufriedenheit stammt? Es sind unkontrollierte Emotionen, Enttäuschungen, der Ärger über das Alter, die Unbequemlichkeit der Krankheit und die eigenen Erlebnisse mit der Verwandtschaft, Kinder usw. Die Erkenntnis (und der damit verbundene Frust) nichts mehr zu sagen zu haben und nichts mehr nütze und nichts mehr wert zu sein. Kurzum alles, was den älteren Herrschaften heute von der Gesellschaft eingeredet wird und was (fast) jeder Bundeshaushalt praktiziert: Alte werden abgeschoben, wie ein altes Paar Schuhe. Ihre Weisheiten will keiner mehr hören, denn niemand (auch die Alten nicht) haben gelernt miteinander (in verschiedenen Generationen) zusammenzuleben und jeder seinen Teil beizutragen.

Noch nicht in den Müll geworfen, aber kurz vor den Müllhaufen stehend, fühlt man sich eben nicht besonders, wenn der begrenzte Horizont der eigenen Logik meint, daß nach dem Tod dann alles vorbei sei und der Körper ja sowieso nicht mehr besser würde. Auch das alles ist eine Folge des Ch**stentums, die das Altern bzw. den Tod als etwas Schlechtes hinstellen. Man macht alten Menschen Angst, damit sie zur Kirche zurückfinden bzw. bei derselben bleiben.

@Celestine Ich könnte mir vorstellen, daß Du vielleicht in einem früheren Leben selbst so eine unausstehliche Alte gewesen bist? Sonst hättest Du jetzt wohl nicht täglich damit zu tun! Was ist also in Deinem Charakter drin, der Dich im Alter zu so einem Nörgler mutieren läßt? Finde die Antwort auf diese Frage, um diesen Kreislauf zu lösen.



- Rica - 01.06.12006

Als erstes: Diese Busfahrten sollte man verbieten. Die sind unseriös und dienen nur der Ausplünderung der Leute.

Als zweites: Da möchte ich hinzufügen, dass alte Menschen sich eben gern einmischen und ungefragte Kommentare abgeben. Niemand will das hören, da nur die wenigsten qualifiziert sind, Ratschläge zu erteilen. Wenn ein Mensch lebenslang sein Dasein im Griff hatte, dann höre ich mir gerne Ratschläge an und habe bestimmt viele Fragen an denjenigen. Aber nur weil ein Körper mehr Jahre auf dem Buckel hat als meiner, heißt das noch lange nicht, dass auch Licht im Haus ist. Dann reagieren (gerade alte Leute) sehr emotional, selbstmitleidig und trotzig. Das kommt auch schon bei jüngeren Menschen vor, aber im Alter läßt es sich noch schlechter verbergen und verstecken und wenn man lebenslang gewohnt war seine Emotionen auszuleben und sich darin zu suhlen, wird das im Alter eher schlimmer als besser.



- Slaskia - 01.06.12006

Frauen, die zeitlebens einen Körperkult betrieben, die sind im Alter unausstehlich, weil sie sich selbst nicht mehr leiden können. Männer, die zeitlebens mit ihren Körperkräften und Arbeitsleistungen prahlten, die sind im Alter unausstehlich, weil sie sich selbst nicht mehr leiden können. Leute, die sich zeitlebens an die Materie und das Vergnügen gebunden haben, sind im Alter unausstehlich, weil sie diese Freuden nicht mehr recht geniessen können.

Menschen, die sich zeitlebens an schöngeistigen Dingen erfreuten und das Licht ihrer inneren Kultur erhellten, sind auch im Alter sehr umgängliche Menschen, weil sie schon immer wussten was das Richtige ist.


- Wishmaster - 01.06.12006

celestine schrieb:Diese klugen Zeilen Sollte man ganz dringend ausdrucken und in alle Seniorenheime an die Cafeteria-Tür heften.

Und als Reiseleiter bei Rentner-Busfahrten alle 2 Std aufsagen.

Mag zwar voreillig klingen, doch wenn man fast täglich 3 Reisebusse erwartet und 65% der Insassen so boshaft und unzufrieden sind kann ich mir dieses Urteil erlauben.

Warum sind diese Menschen so...???
Sie sollten lieber Ihren Lebensabend genießen und Dankbar sein, das sie hier sind!

Was sagt Ihr dazu?? Häh?

Obwohl ich deine Meinung nicht gänzlich teile, finde ich den Beitrag klasse! Er ist so herrlich intolerant. Herzlich willkommen hier!

Knuddel Bussi




- dr. med - 01.06.12006

ich bin in einem mehr-generationen-haushalt aufgewachsen und habe die anwesenheit der ältesten immer sehr genossen. jeder hat mitgearbeitet bis zum tod (oder bis es gesundheitlich nicht mehr möglich war) und war für andere eine bereicherung.
schade, das dies heute immer seltener wird.


- Violetta - 01.06.12006

Zitat:ich bin in einem mehr-generationen-haushalt aufgewachsen und habe die anwesenheit der ältesten immer sehr genossen. jeder hat mitgearbeitet bis zum tod (oder bis es gesundheitlich nicht mehr möglich war) und war für andere eine bereicherung.
schade, das dies heute immer seltener wird.

Hallo, ich kenne es genauso und stimme Dir hier zu. Durch die heutigen Zustände geht allen etwas verloren - den Jungen wie den Alten. Aber es scheint so gewollt zu sein, sonst wäre es nicht so.

Die Jungen zahlen halt zurück, was sie in der Kindheit selbst an Pflege, Zeit und Zuwendung gekostet haben und kommen im Alter in denselben Genuß. Es ist individuell verschieden, denn man muß trotz gegenseitiger Familienunterstützung lernen, sich aus dem Leben der anderen zurückzuhalten und wirklich erst dann zu helfen und zu beratschlagen, wenn man auch wirklich darum gefragt wird. Den Generationenkonflikt gibt es im Grunde nicht bzw. wird er künstlich gemacht.




- Abnoba - 01.06.12006

Paganlord schrieb:Woher die Unzufriedenheit stammt? Es sind unkontrollierte Emotionen, Enttäuschungen, der Ärger über das Alter, die Unbequemlichkeit der Krankheit und die eigenen Erlebnisse mit der Verwandtschaft, Kinder usw. Die Erkenntnis (und der damit verbundene Frust) nichts mehr zu sagen zu haben und nichts mehr nütze und nichts mehr wert zu sein. Kurzum alles, was den älteren Herrschaften heute von der Gesellschaft eingeredet wird und was (fast) jeder Bundeshaushalt praktiziert: Alte werden abgeschoben, wie ein altes Paar Schuhe. Ihre Weisheiten will keiner mehr hören, denn niemand (auch die Alten nicht) haben gelernt miteinander (in verschiedenen Generationen) zusammenzuleben und jeder seinen Teil beizutragen.

Noch nicht in den Müll geworfen, aber kurz vor den Müllhaufen stehend, fühlt man sich eben nicht besonders, wenn der begrenzte Horizont der eigenen Logik meint, daß nach dem Tod dann alles vorbei sei und der Körper ja sowieso nicht mehr besser würde.
Meine absolute Zustimmung.

@ Aluso:

Irgendwie schon ziemlich richtig, was Du da schreibst.
Ich denke allerdings, daß es auch hier Ausnahmen gibt, die die Regel bestätigen. Damit beziehe ich mich hauptsächlich auf die Letztgenannten. Ab einem bestimmten Demenzgrad legen manche Leute 'Charaktereigenschaften' (die Frage stellt sich natürlich, inwieweit man da tatsächlich noch von einem Charakter sprechen kann) an den Tag, von denen man jahrzehntelang nicht gedacht hätte, daß sie da sind, wirklich.

@ Wishmaster:

Hast Du Drogen genommen? Häh?