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Über die Einsamkeit
#1
Über die Einsamkeit

Je höher die Ansprüche eines Menschen sind, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass er im Alltag allein dasteht.

Diesen Gedankengang sollte sich jeder vor Augen halten, der beabsichtigt sich persönlich weiterzuentwickeln.
  • Je intelligenter ein Mensch ist, desto weniger Dummheit wird er ertragen.
  • Je kreativer ein Mensch ist, desto weniger Stumpfheit möchte er in seinem Umfeld wissen.
  • Je asketischer eine Person lebt, desto geringer wird seine Toleranz für Drogen und ungesunde Lebensweise sein.
Die Masse

Auch fühlt die Masse sich im Umfeld einer Person, die ein höheres Niveau als sie selbst aufweist, minderwertig und geht im schlimmsten Falle gerne zu Attacken über, um von der eigenen Unzulänglichkeit abzulenken.
Man wird von allen Seiten Steine in den Weg gelegt bekommen, Neid und Eifersucht sind die Folge. Böse Gerüchte werden verbreitet oder schlichtweg der Außenseiterstempel aufgedrückt.

Es gibt nun drei Formen von anspruchsvollen Menschen mit hohem Niveau.

Den Helden,

welcher seine Talente nutzt, um sich für sein Umfeld einzusetzen. Er wird überall, wo er nur kann, mit anpacken, großzügige Geschenke verteilen und mit Lob und Freundlichkeit nicht geizen.

Den Schurken,

welcher nicht in der Lage ist, mit seinem eigenen Niveau und der Ablehnung seines Umfeldes umzugehen, weil er sich selber einen Unwert beimisst. Er wird ganz trotzig auftreten, sich nirgendwo einfügen, alles kritisieren und am Ende gegen alle vorgehen wollen.

Ersterer läuft selbstverständlich immer wieder Gefahr ausgenutzt zu werden oder sich für andere Menschen verantwortlich zu fühlen. Er wird höchstvermutlich an dem eigenen Moralsystem scheitern und erkennen müssen, dass längst nicht alle so ehrenwert denken wie er selbst. Sein Helfersyndrom wird ihm einen gewaltigen Tritt vom Kosmos bescheren und ihn früher oder später wegen Neutralitätsbruch in die Suppenküche katapultieren.

Der Schurke sammelt Feinde wie andere Briefmarken, wo er auch hingelangt, wird er nur wenige Minuten brauchen, um den kompletten Raum gegen sich aufzubringen. Er wird überall unerwünscht sein und von jedem genauso verachtet, wie er sein Umfeld mittlerweile verachtet.
Depressionen und Hassgefühle sind oft die Folge, welche früher oder später das einstige Niveau schleifen und ihn in einen emotionalen Krüppel verwandeln.

Der Eremit

bildet die dritte Klasse, er geht aus dem Helden hervor, der mit dem Moralverständnis anderer nicht mehr zurechtkommt.
Aber auch aus dem Schurken, der nur noch Verachtung für sein Umfeld übrig oder die Hoffnung aufgegeben hat, mit anderen Menschen auszukommen.

Wer in der Lage ist, ein Leben in völliger Einsamkeit zu führen, hat ohne Frage ein Ausmaß, ein beachtliches Maß an Selbstdisziplin erreicht; ob er damit glücklich ist, muss er für sich selber wissen.


Die Lösung

Eine Möglichkeit, aus dieser Schleife wieder herauszukommen, wäre sich der Masse hinzugeben, seine persönlichen Ideale und Ansprüche aufzugeben und als Feigling aufzugeben.

Die viel ehrenhaftere Variante wäre jedoch, den Helden und den Schurken ineinander zu vereinen. Diese Menschen sind die geborenen Anführer.

Der Anführer

Der Anführer ist nicht geblendet von den Moralvorstellungen des Helden, besitzt aber durchaus sein Verantwortungsgefühl, im Gegensatz zum Schurken.

Er nimmt keine Rücksicht auf das emotionale Trotzverhalten seines Umfeldes und leitet und lenkt es weiterhin in die richtige Richtung, ohne sich dabei in Einmischungstendenzen zu verwickeln.

Der Anführer hat auch einen gewissen Besitzanspruch auf seine Untergebenen, nur dass er diesen nicht NUR wie der Schurke zu seinem eigenen Wohl auslebt, denn schließlich will er ja kein Leben in Einsamkeit führen, sondern auch als Schutzfunktion.

Ganz ähnlich dem Kapitän, der seine Mannschaft nun mal nicht das Schiff kentern oder betrunken vom Bord springen oder meutern lässt, nur damit sie ihren freien Willen behalten.

Haben seine Untergebenen eine gewisse Eigenständigkeit und Größe erreicht, wird er dieses Schutzverhalten zurückschrauben. Man könnte auch Hilfe zur Selbsthilfe sagen. Im Gegensatz zum Schurken, welcher immer wieder versuchen würde, seine Untergebenen möglichst klein und schwach zu halten, um an der Macht zu bleiben.

Der Anführer macht ganz deutlich, daß er mehr kann, mehr weiß und deshalb das Ruder in die Hand nimmt. Er prahlt nicht wie der Schurke es täte, doch er macht seine Stellung bewusst deutlich. Das ist auch notwendig, um schurkenartige Gruppensprenger in die Schranken zu weisen.

Er ist sich aber auch seiner mit großer Macht einhergehenden Verantwortung bewusst und trägt deshalb am meisten Last von allen.

   

Denn sobald ein Anführer seine Macht zu missbrauchen beginnt, ist es ganz schnell vorbei mit seiner Stellung. Man wird ihn als arrogant abtun und wieder als Schurken ansehen.

Das Vertrauen, dass der eigene Anführer kein Schurke ist, auch wenn er manchmal scheinbar gemeine oder unfaire Verhaltensweisen an den Tag legt, kann man als Loyalität bezeichnen.


Dieser Text entspringt meiner persönlichen Selbstreflektion und ist ganz sicher auch irgendwo subjektiv.

Die Tatsache, dass Einsamkeit immer aus mangelndem Selbstvertrauen gepaart mit hohen Ansprüchen an sein Umfeld hervorgeht, sollte jedem verständlich erscheinen.

Wer sich selbst im Schachspiel erkennt, weiß wie er sich bewegen kann, ohne dass sein Umfeld aufschreit.
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