Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Alesia
#31
Na, da habe ich aber auch schon ganz anderes gelesen. Fettes Grinsen
An dieser Stelle übrigens:
Werter Lord, ich nehme zurück, was ich vor einiger Zeit über die Germanen schrieb. Gar so uninteressant sind die gar nicht.

Die Kelten liebten rauschartige Zustände, sowohl in der Schlacht, dem Sexualleben etc.. Ich fürchte in der Tat, unter anderem dieser Fakt brach ihnen das Genick *zugeb*.
Antworten
Es bedanken sich:
#32
Abnoba schrieb:Also manchmal nerven mich die Verwirrungen des Systems gewaltig. Zornig
Da tauchen Beiträge verspätet auf, oder gar nicht.
He Admin, das ist Dein Job, eh?!
Nun, da die Verwirrungen nur bei dir vorkommen, tippe ich mal daß du irgend etwas machst, was das System durcheinanderbringt...

Dieser Code steht dann oben in den Beiträgen, und der gehört dort definitiv nicht hin:

Code:
<!--QuoteBegin-+----></div><table border='0' align='center' width='95%' cellpadding='3' cellspacing='1'><tr><td>[b]QUOTE[/b] ( @ --)</td></tr><tr><td id='QUOTE'><!--QuoteEBegin-->

Keine Ahnung wie du das hinbekommst Augenrollen und daher kann ich dort auch nicht sehr viel dran ändern...

Gruß vom Admin
Antworten
Es bedanken sich:
#33
Sie muß eben viel ruhiger werden, aber nun wieder zum Thema ... Lol
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
Antworten
Es bedanken sich:
#34
Admin schrieb:Nun, da die Verwirrungen nur bei dir vorkommen, tippe ich mal daß du irgend etwas machst, was das System durcheinanderbringt...
Keine Ahnung wie du das hinbekommst
@Admin:

Ich sag ja, das muß mein verwirrendes Wesen sein *breit grinst*.

Und von Dir will ich dazu gar nichts hören, Barde *seitenknufft*!
Antworten
Es bedanken sich:
#35
Zitat:Werter Lord, ich nehme zurück, was ich vor einiger Zeit über die Germanen schrieb. Gar so uninteressant sind die gar nicht.

Es lebe die keltisch-germanische Freundschaft Fettes Grinsen
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
Antworten
Es bedanken sich:
#36
Paganlord schrieb:Was mich hauptsächlich bei Alesia stört waren Pläne gewisser geisteskranker oder besoffener Kelten. Sie wollten doch in Alesia tatsächlich die Frauen, Kinder und Alten verspeisen, da ihnen und ihrer 100.000 Mann Armee die Reserven ausgingen. Da die anderen Alkis trotz ihrem Suff sich übergeben mußten schon bei dem Gedanken daran, hat man dann entschieden, die besagten "nicht-wehrfähigen-Menschen" aus Alesia rauszujagen und sie den Römern zu überlassen. Doch die Römer konnten (inzwischen auch belagert) keine zusätzlichen Esser gebrauchen. Also sind die keltischen Frauen, Kinder und Alten zwischen den Frontlinien verhungert. Caesar hat sie nicht genommen und Vercingetorix hat sie nicht zurückgelassen.

Das Sterben dauerte mehrere Wochen und beide Heere mußten zusehen wie die Menschen verhungerten. Den Römern wurde die Grausamkeit der keltischen Barbaren vor Augen geführt und das stachelte ihren späteren Kampfesmut zusätzlich an. Kein Römer, ob Hochgeboren oder niederer Herkunft- wäre jemals so mit seinen Familien verfahren! Denn Römer hatten dignitas, eine besondere Form der "Ehre", die soetwas niemals zugelassen hätte.
Angeregt durch eine Dokumentation habe ich da mal ein bissel geforscht - und ich denke, hier liegst Du grundlegend falsch, werter Lord. Diese Interpretation der Geschehnisse entbehrt schlichtweg der Logik.
Im Gegensatz zu den Römern gab es bei den Kelten schon lange Gesetze, die die Versorgung von Kindern, Frauen, Alten und Kranken gewährleisteten.
Bei den Römern war es sogar erlaubt, ungewollte Kinder auf den Müll zu schmeißen - das dann auch zum Thema dignitas. Frauen hatten nicht einmal Bürgerrechte. Was die Gesellschaftsstruktur der Kelten anbelangt - vielleicht schreibe ich da mal gesondert mehr darüber. Die war jedenfalls um einiges humaner, als die der Römer und Griechen jener Zeit.

Und schon aus diesem Grund halte ich den von Dir geschilderten Ablauf für höchst unwahrscheinlich.
Ich schätze, es war wirklich eher so, daß Vercingetorix, als die Nahrungsmittel während der Belagerung zu knapp wurden, Frauen, Kinder und Alte aus Alesia schickte (von jagen kann da wohl kaum die Rede sein), weil man nicht damit rechnete, daß Caesar sie nicht durchlassen würde (das entsprach nämlich sehr viel weniger der keltisch-gesellschaftsstrukturellen Denkweise, denn der römischen).
Genau darauf muß es dann aber wohl hinausgelaufen sein. Wäre es anders gewesen, hätte Frauen und Kinder wohl kaum wochenlang an Ort und Stelle ausgeharrt, in der Hoffnung, die Römer würden es sich vielleicht doch noch anders überlegen und ihnen Nahrung geben - sie wären fortgegangen.
Statt dessen hat Caesar sie als Druckmittel benutzt, in der Hoffnung, Alesia würde erneut geöffnet werden. Nur mal im Ernst - was hätte das denn gebracht? Von dem zu erwartenden Angriff der Römer im selben Augenblick mal abgesehen - mehr Nahrung wäre ja auch nicht dagewesen und so wären sie eben innerhalb der Mauern verhungert, statt außerhalb.

Ich denke, es war gerade umgedreht - da wurde den sogenannten Barbaren die gnadenlose Graußamkeit der römischen Belagerer vor Augen geführt.
Nicht nur, weil meine Symphatie klar bei den Kelten liegt, sondern weil eine andere Interpretation übergeordnet betrachtet einfach keinen Sinn ergibt.


Das ist übrigens nicht die einzige römische Geschichtsverdrehung, die meiner Ansicht nach stattgefunden hat. Worin die Römer den meisten Völkern überlegen waren, das war in erster Linie Struktur und Disziplin des Militärs. Das ist aber auch schon beinahe alles (man beachte auch beispielsweise Karthago).
Dummerweise wird Geschichte eben immer von den Siegern geschrieben.
Darum sind heute offiziell auch die Deutschen die Buhmänner der Geschichte, nicht die Amerikaner.

Antworten
Es bedanken sich:
#37
Abnoba schrieb:Den Römern wurde die Grausamkeit der keltischen Barbaren vor Augen geführt und das stachelte ihren späteren Kampfesmut zusätzlich an. Kein Römer, ob Hochgeboren oder niederer Herkunft- wäre jemals so mit seinen Familien verfahren! Denn Römer hatten dignitas, eine besondere Form der "Ehre", die soetwas niemals zugelassen hätte.
Eines will ich noch gerne anmerken.
Wir sprechen von einem Volk, das Millionen von Sklaven auf Märkten wie Vieh (und übrigens auch zu gleichen Preisen) gehandelt hat (einige Germanen könne da ebenfalls ein Lied von singen, soweit ich weiß?!).
Das regelmäßig um die Zeit des lecker Mittagsmahles zigtausendfach öffentliche Tierhetzen/Venationes und Hinrichtungen (vollkommen gleich, ob ad bestias, Ad flammas, oder welcher Art auch immer - von unglaublicher Graußamkeit waren sie allesamt) zur allgemeinen Erheiterung stattfinden ließ.

Man sehe es mir also nach, wenn meinen nachfolgenden Worten ein gewisser Sarkasmus nicht abgeht:
Ich wage stark zu bezweifeln, daß die römischen Legionäre nun beim Anblick der verhungernden 'Barbaren' vor ihrer Nase plötzlich ihre gar zarte Seite entdeckten und zutiefst erschüttert waren.

Je mehr tote Barbaren, umso mehr Ruhm schließlich für den heimkehrenden Heerführer.
Daß die meisten der ungemein bedrohlichen Helvetier, die zum Schutze Galliens niedergemetzelt wurden, Frauen und Kinder gewesen sind, hat ihnen schließlich auch keine Tränen der Rührung in die Augen getrieben.
Antworten
Es bedanken sich:
#38
Blinzeln Der keltische Standpunkt eben. Er sei Dir gegönnt.

Einige Dinge seien jedoch von mir gesagt: Mit dem Begriff "Sklave" wird heute ein falsches Bild und Verständnis geprägt. Sklaven waren Arbeiter mit einem Arbeitsvertrag. Sie haben einen Lohn erhalten und blieben nach ihrem Pflichtdienst oft als Freigelassene weiterhin in Lohn und Brot ihres Arbeitgebers. Nicht anders als heutige Lohnarbeit oder sogenannte Zeitarbeit. Deswegen nicht besser, aber eben auch nicht schlechter. Natürlich gab es Leute, die diese Arbeiter schikanierten und mißhandelten. Es gab sie, so wie es auch Sklaven gab, die ihre Arbeitgeber bestahlen oder umbrachten. So wie es Männer gab, die ihre Familie schikanierten. So wie es Frauen gab, die Mann und Kinder mordeten. Gewalttätigkeiten und Emotionen waren eben auch in der antiken römischen Gesellschaft präsent.

Was die Frauenrechte angeht - ich erinnere nur an den Begriff "Domina" (= Hausherrin) - hatte man in antiken Zeiten ein anderes Verständnis. Frauen waren nicht waffenpflichtig - das war nur derjenige Mann, der der Ober- und Mittelschicht angehörte und der war auch unterhaltspflichtig. Die Ober- und Mittelschicht hatte für das Proletariat zu sorgen und es zu versorgen (Klientelwirtschaft). Das alte Rom war eine Wohlstandsgesellschaft, mit einer kulturell und sozial recht anspruchsvollen Arbeiterschaft.

In Ausnahmefällen gab es aber auch Frauen, die gearbeitet haben. Und zwar: weil sie es wollten (nicht weil sie es mußten). So z. B. auch Caesars Mutter Aurelia Cotta, die sich als gutherzige Vermieterin in der Subura (Arbeiter-Stadtbezirk im antiken Rom) einen Ruf verschaffte, von dem noch ihr Sohn Julius Caesar profitierte, der ja gerade als der "Mann der kleinen Leute" bekannt war. Das Volk von Rom unterstütze den Caesar ja gerade deswegen so leidenschaftlich, weil er in dem Arbeiterviertel Subura aufgewachsen ist und sich stets daran erinnerte, wie es den kleinen Leuten in Rom ging.

Alle diese Arbeiter waren zu Caesars Zeiten nicht waffenpflichtig und konnten daher in der Schlacht nicht getötet werden. Sie waren Tischler, Schmiede, Schuster usw. und nur ihre Dienstherren mußten in den Krieg ziehen - niemals die armen Leute. Das war so im alten Rom: es kämpften eben nur Ritter und nicht Bauern und Handwerker. (Meiner Meinung nach wäre das auch heute angebracht, denn vielleicht überlegte es sich irgendein Reicher dann besser, ob der Krieg oder der Konflikt wirklich unumgänglich ist?)

Jede Familie hatte bei Wahlen nur eine Stimme. Das Stimmrecht wurde durch den Mann ausgeübt. Trotzdem gab es viele politisch interessierten Frauen. Die Namen sind bekannt: Caesars Frau Calpurnia gehörte z. B. auch dazu. Es wird nicht abgestritten, daß die Frauen politisch deutlich unterrepräsentiert waren, was meiner Meinung nach in Ordnung ist. Denn mit einer politischen Verantwortlichkeit wäre auch die Übernahme von Männerpflichten verbunden gewesen bzw. die Übernahme von Frauenpflichten für Männer. Wohin die Vermännlichung der Frau und das weibische Verhalten von Männern führt, das sieht man ja heutzutage. Aber das ist ein anderes Thema.

So gab es z. B. auch Frauenkulte, bei denen Männer mit dem Tode bedroht wurden, wenn sie diesem Ritus heimlich oder verkleidet beizuwohnen wagten. Siehe nur die weltbekannte Geschichte des versnobbten Publius Clodius Pulcher, der in Weibergewänder verkleidet dem Kult beiwohnte und dabei von den Frauen entdeckt wurde.

Hier die Geschichte:

In der römischen Religion war Bona Dea ("die gute Göttin") die Göttin der Fruchtbarkeit, Heilung, Jungfräulichkeit und Frauen. Sie war die Tochter von Faunus und wurde manchmal auch Fauna genannt. Sie hatte in Rom einen Tempel auf dem Aventin.

Jährlich am 4. Dezember wurden im Haus eines römischen Magistrats geheime Riten zu ihren Ehren abgehalten, eine reine Angelegenheit der Frauen, selbst Abbildungen von Männern oder männlichen Tieren waren verboten, ebenso die Wörter Wein und Myrte, da Bona Dea einmal von ihrem Vater mit einem Myrtenstock geschlagen wurde, als sie betrunken war.

Ihr öffentliches Fest fand am 1. Mai statt, und auch hier waren keine Männer zugelassen.

Die Kranken ließen sich gerne in den Garten bei ihrem Tempel bringen, wo medizinische Kräuter von Priesterinnen gezogen wurden.

Sie wird in Verbindung gebracht mit dem Füllhorn, Schlangen und Münzen, auf denen ihre Abbildung häufig zu finden war.

Während der Feier für Bona Dea im Dezember 62 v. Chr. drang Publius Clodius Pulcher als Frau verkleidet in Caesars Haus ein. Caesar war damals Pontifex Maximus (Hoher Priester), und in seinem Haus wurde die Feier abgehalten. Angeblich wollte sich Clodius dort mit einer Geliebten treffen. Er wurde aber entdeckt. Der anschließende Skandal führte zur Scheidung Caesars von seiner zweiten Frau Pompeia und zur Feindschaft zwischen Clodius und Marcus Tullius Cicero, der gegen ihn ausgesagt hatte. Die Priesterinnen der Bona Dea und alle Frauen Roms schworen auf öffentlichen Ritualen und Veranstaltungen ewige Rache und wollten nicht eher ruhen, bis Pulchers Frevel gerächt worden ist. D. h. bis dieser zu Tode gebracht worden ist. (Jajaja, militante Römerfrauen, ich sage Euch!! Lol )

Und obwohl Pulcher ein prominenter Mann gewesen ist und über viele Anhänger in Rom verfügte, wurde ihm dieses Verbrechen niemals verziehen. Als Pulcher 10 Jahre nach dem Frevel in der Nähe von Bovillae erschlagen wurde, wurde er auch entmannt - was zu der Vermutung Anlaß gibt, daß Priesterinnen der Bona Dea hinter dem Mordanschlag steckten. Zumal der Tod des Pulcher an einer Stelle etwa 100 m von einem Bona Dea Schrein entfernt stattgefunden hat.

Und zu "Kinder wegwerfen" ist zu sagen, daß die Römer darunter etwas ähnliches wie "Abtreibung" verstanden haben. Es war ein Konzept zur Eindämmung der Überbevölkerung, auch wenn zu Caesars Zeiten schon sehr umstritten und meines Wissens auch praktisch nicht mehr angewandt wurde. Die Germanen taten es übrigens ebenso.

Und zu guter Letzt: Caesar vererbte in seinem Testament sein gesamtes Vermögen dem einfachen Volk. Jeder Bürger Roms bekam mehrere tausend Euro ausbezahlt, nur hieß das damals nicht Euro - aber die Umrechnungssumme (Kaufkraftsumme) waren mehrere Tausend, vergl. mit heute.

Meine Grüße
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
Antworten
Es bedanken sich:
#39
Der römische Standpunkt, und er sei Dir gegönnt. Lol
Dann will ich doch gerne wiedergeben, was ich so zum Thema gefunden habe - extremst zusammengekürzt, versteht sich.

Paganlord schrieb:Sklaven waren Arbeiter mit einem Arbeitsvertrag.

Das hat die Verschleppten mit Sicherheit ungeheuer getröstet, was?! Zunge raus
Als Beispiel:
Auf der Rechtsbasis wurde der Kauf einer Sklavin mit dem Kauf eines Schweines verglichen. Der Verkäufer musste das Schwein zurücknehmen, wenn er den Käufer vorher nicht darüber aufgeklärt hatte, dass das Schwein kastriert sei.
Ebenso verhielt es sich beim Verkauf einer unfruchtbaren Sklavin.

In der Republik war die Vergewaltigung einer eigenen Sklavin straffrei. Vergewaltigte ein Mann aber eine fremde Sklavin, wurde er wegen "Wertminderung" oder "Sachbeschädigung" angeklagt und es wurde ihm eine Geldstrafe auferlegt.

Ja richtig, das klingt alles sehr nach heutiger Lohnarbeit... also och bitte... Zweifelnd

Zitat:Was die Frauenrechte angeht - ich erinnere nur an den Begriff "Domina"

Jede Familie hatte bei Wahlen nur eine Stimme. Das Stimmrecht wurde durch den Mann ausgeübt. Trotzdem gab es viele politisch interessierten Frauen. Die Namen sind bekannt: Caesars Frau Calpurnia gehörte z. B. auch dazu. Es wird nicht abgestritten, daß die Frauen politisch deutlich unterrepräsentiert waren, was meiner Meinung nach in Ordnung ist. Denn mit einer politischen Verantwortlichkeit wäre auch die Übernahme von Männerpflichten verbunden gewesen bzw. die Übernahme von Frauenpflichten für Männer. Wohin die Vermännlichung der Frau und das weibische Verhalten von Männern führt, das sieht man ja heutzutage. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Frau hatte nur in einem Punkt die gleichen Rechte wie ein Mann: Sie durfte das Forum begehen und konnte in eigener Sache als Zeuge oder Verteidiger auftreten. Das letztere wurde ihr aber erst sehr spät zugestanden und auch gleich wieder durch ein Gesetz genommen: "Frauen sind von allen Ämtern, bürgerlichen wie öffentlichen, ausgeschlossen, können daher weder Richter sein, noch Verwaltungsbeamte, noch können sie klagen oder für andere als Beistände oder Sachverwalter vor Gericht auftreten." Man begründete das mit der Aussage: "Es wird allgemein angenommen, dass Frauen und Sklaven öffentliche Ämter nicht auszufüllen vermögen."
Aus dieser Aussage kann man entnehmen, dass die Frau nicht als Rechtsperson galt. Sie konnte also nicht offiziell an der Regierung teilnehmen, Geschworene sein und auch keine Güter besitzen.
Sie hatte dem Staat gegenüber auch keine Rechte und Pflichten und daher auch "kein Verständnis für öffentliche Fragen".
"Niemals hat ihr [der Mutter] das [römische] Recht einen Platz eingeräumt, noch hat es sie je definiert."
Frauen wurden als urteilsschwach (levitas animi) und als "schwaches Geschlecht" (infirmitas sexus) bezeichnet. Das bedeutete, dass der Mann im römischen Recht über die Frau gestellt war.

Die Vormundschaft der Frau sei die beste Möglichkeit, die Ordnung in der Familie zu waren, weil die Frau ihren Gefühlen zu spontan nachgab.
Alle römischen Frauen, außer vestalische Jungfrauen (Priesterinnen), Freigeborene mit 3 Kindern, Freigelassene mit 4 Kindern und Personen eigenen Rechts unterstanden einem Vormund (tutor). In der Regel war das der pater familias.
Bevor die Frau heiratete, unterstand sie der vollen Verfügungsgewalt ihres Vaters. Man bezeichnete dies als patria potestas (väterliche Gewalt). Der Vater konnte über Leben und Tod seiner Familie entscheiden. Er konnte die Mitglieder seiner Familie verkaufen und darüber verfügen, welche Kinder er in seine Familie aufnehmen wollte. Dafür musste oder sollte er zumindest einen Familienrat einberufen, doch das war bis zur Kaiserzeit nicht gesetzlich geregelt.
Bei einer Ehe nach dem mater familias -Prinzip war die rechtliche Beziehung von der Frau zu ihrem Mann, wie die einer Tochter. Sie unterstand seiner Gewalt. Die Tochter wurde also von der Gewalt des Vaters in die Gewalt des Mannes übergebeben. Deshalb hieß diese Ehe auch manus-Ehe (manus=Hand).
Dieses Vormundschaftsrecht bedeutet , dass der Vormund frei über das Vermögen der Frau entscheiden konnte.
Starb der Ehemann oder der Vater, so war die Frau trotzdem nicht unabhängig. Sie brauchte jetzt einen gesetzlichen Vormund. Dieser wurde nach folgenden Verfahren bestimmt: Es wurde ein tutor von der Familie bestimmt, wenn dieser nicht im Testament festgelegt war (tutor legitimes), meist ein naher Blutsverwandter; der tutor testamentarius war hingegen im Testament des Verstorbenen aufgeführt. Waren überhaupt keine Angaben vorhanden und es kam nicht zu einer familiären Einigung, so wurde durch den Magistrat eine Person mit der Vormundschaft beauftragt.
Ein Erbrecht gab es für Frauen nicht und das Testament einer Frau konnte jederzeit problemlos angefochten werden.
Zumindest bis zum Augusteischen Gesetz.

Eine juristische Verurteilung wegen einer Vergewaltigung wurde immer in Zusammenhang mit dem Stand der Vergewaltigten beschlossen.
Allgemein wurde in zwei Fälle unterschieden. Die Frau hätte um Hilfe rufen können. In diesem Falle wurde sie hingerichtet. Wenn sie keine Hilfe hätte erreichen können und sie so nicht gerettet werden konnte, blieb sie verschont und war nicht schuldig.
Vergewaltigte Frauen wurden stark sozial isoliert, weil deren Kinder keine Gewissheit mehr auf das Erbe hatten. Die Kinder konnten ja durch die Vergewaltigung gezeugt worden sein.
Eine Vergewaltigung wurde mit einem Ehebruch verglichen. So brachte sich Lucretia nach einer Vergewaltigung selbst um, weil sie als Ehebrecherin galt.

Der größte Widerspruch lag jedoch in der Verbindung -Frau und Philosophie- . Viele Männer waren der Meinung, Frauen beschäftigten sich nur mit der Philosophie, einem eindeutigen Männergebiet, um damit prahlen zu können. Allein die Stoiker stellten sich gegen das veraltete System. Sie plädierten unter anderem dafür, dass Mädchen und Jungen gleich erzogen würden. Plutarch ging als Stoiker am weitesten, indem er die Idee einbrachte, mit dem Erlernen der Philosophie für die Frau auch noch die Mathematik und die Astronomie zu verbinden. Doch die Gegenmeinung dazu überwog. "Eine Frau, die die Mathematik beherrsche, würde nicht mehr tanzen."(Jaja, tanzt, ihr Puppen, tanzt... Cool )
Letztendlich kann man sagen, dass römische Frauen, wenn auch hinter vorgehaltener Hand, sehr gebildet waren und ihr Wissen nur nicht zugeben durften. Teilweise gaben sie ihre Werke unter Männernamen heraus.

Zitat:Und zu "Kinder wegwerfen" ist zu sagen, daß die Römer darunter etwas ähnliches wie "Abtreibung" verstanden haben. Es war ein Konzept zur Eindämmung der Überbevölkerung, auch wenn zu Caesars Zeiten schon sehr umstritten und meines Wissens auch praktisch nicht mehr angewandt wurde. Die Germanen taten es übrigens ebenso.

Naja, ob das nun für die Römer oder eher gegen die Germanen spricht, lasse ich mal dahingestellt.
Die Römer praktizierten dies übrigens bevorzugt und teilweise sehr gezielt mit Mädchen - weniger der Geburtenkontrolle wegen, sondern weil die irgendwann in der Aussteuer zu kostspielig geworden wären.
Angemerkt dazu sei auch, daß die Entscheidung über eine Aussetzung ausschließlich beim Vater lag.
Verboten wurde die Kindesaussetzung übrigens erst im 4. Jahrhundert d. Z., also lange nach Julius.

Zitat:Und zu guter Letzt: Caesar vererbte in seinem Testament sein gesamtes Vermögen dem einfachen Volk. Jeder Bürger Roms bekam mehrere tausend Euro ausbezahlt, nur hieß das damals nicht Euro - aber die Umrechnungssumme (Kaufkraftsumme) waren mehrere Tausend, vergl. mit heute.

*schulterzuck*
Naja, dafür hat er zu Lebzeiten Kriege gegen Völker geführt, um zur Tilgung seiner Schulden an deren Goldvorkommen zu gelangen.
Eine Münze hat eben immer zwei Seiten.
Antworten
Es bedanken sich:
#40
Ein Wort für Caesar.
Du sprichst in deinem Beitrag davon, dass Caesar die Frauen, Kinder und Alten nicht durch seinen Belagerungsring durchließ und sie deswegen den Hungertod erlitten. Was hättest du an seiner Stelle getan? Hättest du dich diesem emotionalen Erpressungsversuch von Vercingetorix hingegeben? Denn nichts anderes war es. Auf Kosten der Frauen, Kinder und Alten. Kein Feldherr, dessen Name heute noch in unseren Ohren klingt, hätte es zu Ruhm und Ansehen gebracht, wenn er sich jemals einer emotionalen Erpressung hingegeben hätte!
Nun zu den Sklaven.
Burgundus, ein riesiger Germane, war seiner Zeit der Sklave von Caesar. Er hatte einst den Auftrag von Gaius Marius erhalten Caesar zu töten, sollte er sein Jupiterpriesteramt niederlegen. Als Caesar sich tatsächlich aus diesem Amt löste, geschah nichts. Viel zu viel verband Burgundus mit dem damals noch jungen Caesar. Burgundus begleitete Caesar auf seinen unzähligen Reisen und behütete ihn wie eine Löwin ihre Jungen. Mehr Loyalität kann ein Sklave seinem Herrn nicht entgegenbringen. Kein Sklave dieser Welt würde sich loyal zu seinem Herrn verhalten, würde man ihn wie Vieh behandeln. Auch die Frau von Burgundus, Cardixa, lebte im Haus des Patriziergeschlechts in der Subura. Sie gehörte mehr zur Familie, als dass man sie als Sklavin ansehen könnte.

A.
Das Ziel vor Augen!
Antworten
Es bedanken sich:


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Termine

Nächster Vollmond ist in 6 Tagen und 22 Stunden am 27.07.12018, 22:21
Nächster Neumond ist in 21 Tagen und 11 Stunden am 11.08.12018, 11:58
Letzter Neumond war vor 7 Tagen und 19 Stunden