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Benehmen bei Tisch
#51
Haelvard:
Zitat:Und ob der ein oder andere nun sein Obst mit den frisch gewaschenen Fingern ißt oder ein Werkzeug zur Hilfe nimmt, spielt das eine Rolle, wenn man sich allgemeinhin ein Mensch benimmt? Ich denke nicht.

Genau so sehe ich das auch - in Bezug zur Etikette im privaten Umfeld wohlgemerkt. Je nach Gesellschaft würde ich mich dann schon möglichst an die meisten Knigge-Standards halten, auch an die, die mir "nicht schmecken". Mit ein wenig Übung sind die dann auch nicht mehr so belastend, sobald der Automatismus greift.

Da bin ich dann notgedrungen "heuchlerisch", denn für mich endet die echte Kultur in etwa zur Zeit der Antike. Alles folgende ist zwar nicht grundsätzlich schlecht, aber mit besonderer Vorsicht zu genießen.

Paganlord:
Zitat:Ist doch eine lustige Diskussion.

Und ob! Biggrin

Paganlord:
Zitat: Wer mit Metall(-besteck) seine Probleme hat, der sollte auch seinen Rechner entsorgen, denn da ist auch Metall drin.

Meine Meinung! Das ist ein überkandidelter Blödsinn. „Ich schneide mein Obst nicht mit einem Metallmesser, denn das versaut mir die Schwingung." Das sind dann dieselben Leute, die ihr Obst in einer Plastetüte nach Hause getragen haben und außerdem ein Funktelephon besitzen. Bevor man den Eimer mit Ornamenten verziert, sollte man zunächst die Löcher stopfen.

Erstens versteht Stephan nicht mal ansatzweise, um was es geht, genauso wie er die Sitte mit den Schuhen nicht versteht (komme ich gleich dazu) Kann ich auch nicht verübeln - aber dann auf dicke Lippe zu machen...ohne Manieren diese Person! Aber dennoch witzig, wenn auch ein wenig plump für meinen Geschmack. :-)
Zweitens: ich habe die Löcher bei diesem Thema gestopft, das Recht für die Ornamente nehme ich mir natürlich raus.
Schlußendlich noch kann ich genauso sagen, daß die geistige Reinigung der Nahrung ein überkandierter Blödsinn ist. Dennoch machen es hier einige - und das aus triftigem Grund. Auf genau demselben "Wirkungs-Niveau" ist auch die mechanische Bearbeitung von Rohkost und noch als Steigerung die metallische Bearbeitung. Dessen Auswirkungen sind sogar mit der heutigen doch recht primitiven Wissenschaft/Technik nachweisbar.

Paganlord:
Zitat:Kulturvölker kennen das hingegen schon. Aber das hat Stephan ja schon ausgeführt.

Gabel bzw. Besteck im allg. Einsatz ist relativ neu (19. Jahrhundert). Also fällt das flach mit "den Kulturvölkern und den Gabeln".

"Italienische Tischregeln vom Anfang des 17. Jahrhunderts:
„Unsere Mitglieder mögen von ihrem Tisch Gabeln und Löffel verbannen. Hat uns die Natur nicht fünf Finger an jeder Hand geschenkt? Warum wollen wir sie mit jenen dummen Instrumenten beleidigen, die eher dazu geschaffen sind, Heu aufzuladen als das Essen?""
Hilde Weiss. "Zurück zu den Fingern. Eine Geschichte der Eßkultur."

Ich kann dem nur zustimmen. Da habe ich auch sehr viel gelacht. Winken
Wie so oft, ist der vernünftige Konsens auch bei dieser Diskussion auf halben Wege, denke ich.

Stephan:
Zitat:Eine Unsitte bzw. ein Mem-Virus, vielleicht vom Islam gekommen; in der Wüste hat es noch ein wenig Sinn, die Staubpantoffeln nicht ins Haus zu nehmen.
Eine echte Dame wird nie ihre modischen Stöckelschuhe ausziehen und wie ein Dorftrampel durch die Wohnung schlurfen und sich dann auch noch beleidigen lassen mit der Aussage, sie trüge Straßendreck mit sich herum. Wenn Dir Dein Fußboden wichtiger ist, als Deine Gäste, dann läuft da irgendwas ziemlich falsch.
Übrigens: Nüchterne Menschen treten auf der Straße nicht in den Dreck.

Sobald man draußen ist, trampelt man im Dreck. Spucke, Kaugummis, Rotz, Haare und so weiter. Du denkst wohl nicht, daß Du dem entkommen kannst, indem einfach nur die offensichtlichen Fettnäpfchen gemieden werden?
Schuhe sind dreckig. Basta!
Will man ein Fest veranstalten, so gebe ich Dir hingegen recht. Da kann es sinnvoll sein, den Gästen das Schuhwerk zu belassen und nachträglich einfach nur gut zu putzen - vorausgesetzt es liegt nicht überall Teppich. Bei einfachem Besuch hingegen bleiben die Schuhe grundsätzlich weg, da kommt auch einfach zuviel geistiger Müll mit.

Ich drehe den Spieß um:
Wenn der Gast von selbst nicht die Schuhe auszieht oder zumindest nachfrägt, dann hat dieser Gast keinen Respekt oder keine Etikette! Der sollte dann auch grundsätzlich nicht mehr reingelassen werden!

Der eigene Wohnbereich ist schließlich auch sowas wie ein Tempel - gerade heutzutage (Überbevölkerung und Irrsinn auf den Straßen) ist diese Maßnahme aktuell wie noch nie.

Stephan:
Zitat:Und üblicherweise ißt man auch nicht im Waschzimmer. Also muß man die Türe öffnen und ins Eßzimmer gehen. Und an der Türklinke - Du ahnst das Malheur schon - hängen Milliarden hungriger, auf Rohkosthände geprägter Bakterien herum, die sich freuen, den Absprung zu schaffen.
Aber klar - die meditieren wir weg mit Holzgabel und Tonkrug.

Hier gehst Du mit Deiner Bakterienphobie eindeutig hausieren.
Sehr amüsant.

Gruß
Erst wissen, dann denken. Erst denken, dann reden.
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#52
THT schrieb:@Agni:
Übler Sarkasmus?

Werter THT, ich sehe Du nimmst Feinheiten wahr. Fettes Grinsen Manchmal hift das einfach weiter...

THT schrieb:Burger jeglicher Machart werden in Normamerkia immer mit den Händen gegessen...

...wurden mit den Händen gegessen. Da aber Reichens und Neureichens, ihrer Escargots und Wagyū-Filets allmählich überdrüssig geworden sind, wollten sie auch mal Hamburger und Co. verspeisen. Und damit sie sich nicht - der Grobmotorik des händischen Essens entwöhnt - hoffnungslos besabbern und blamieren, wurde flugs eine blattgoldverzierte Edelversion des Hamburgers erfunden. Den isst man dann, stilecht, selbstverständlich mit Tafelsilber, was sich aber definitiv auch nicht so ganz einfach gestaltet. Wow

Scherz beiseite, die Diskussion hat sich für mich bereits erledigt.
Der Bogen entfaltet seine Macht durch deine Energie - Der Pfeil wird davon fliegen auf ein entferntes Ziel - Aber dein Leben wird immer bei dir sein - Gedenke der Alten Werte - Ehre die Ahnen, die dir den Bogen in die Hand gelegt haben
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#53
Jetzt habe ich doch glatt gelesen:

>Bürger jeglicher Machart werden in Afrika immer mit den Händen gegessen... (von den Kannibalen).<

Bekannt ist, daß die Erfolgsstrategie der Burgerketten darin besteht, den Menschen ein Essen mit den Fingern zu erlauben. Es gibt darüber Marktforschungsuntersuchungen, daß es gar nicht die Burger selbst sind, sondern die "Freiheit", mit den Händen essen zu dürfen. Die "sinnliche Erfahrung", das Essen anfassen zu dürfen. Würden die Burgerbräter das Besteck verbindlich einführen, wäre es mit ihrem Erfolg vorbei.

Nun ist meine Überlegung, ob es nicht weniger die "sinnliche Erfahrung" ist, sondern vielmehr ein Entgegenkommen der Burgerbräter einer kulturlosen und bildungsfernen Schicht gegenüber, nach dem Motto: "Hier dürft ihr ohne Gewissensbisse sein, was ihr in Wahrheit seid und sein wollt: Kulturlos und Dumm. Hier dürft ihr eure Blödheit offen ausleben".
Da die Dummen immer in der Mehrheit sind, ist das eine erfolgversprechende Strategie, die das Chr*stentum einst auch angewendet hatte, da es ja am Anfang zuerst die Dummen, Ungebildeten und Loser angesprochen hatte.

Um Kultur zu bekommen und würdigen zu können bedarf es schon mehrerer Inkarnationen, Erstinkarnationen, die auf dem Niveau des Primaten stehen, werden hier ihre Schwierigkeiten haben.

Stephan
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#54
Zitat:"Hier dürft ihr ohne Gewissensbisse sein, was ihr in Wahrheit seid und sein wollt: Kulturlos und Dumm. Hier dürft ihr eure Blödheit offen ausleben".

Zustimmung. Was mir außerdem aufgefallen ist: Auch fertiges Häppchen-Futter wird vom Zombie leichtfertiger verspeist als unaufgeschnittene Dinge.
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#55
Ich mag ein normales Eßverhalten am liebsten. Das heißt für mich, es darf gerne mit Appetit gegessen werden, wenn jemand Hunger hat, er muß ja deshalb nicht gierig schon auf den "Nachschlag" schielen, oder alles fast unzerkaut herunterschlingen.
Ich finde es amüsant, wenn in "gehobenen Gesellschaften" alle schon satt an den Tisch sitzen, damit sie auf jeden Fall die Häppelchen, die von unzähligen diensteifrigen Kellnern irgendwann serviert werden, nicht zu eifrig herunterschlucken werden und ohne Zeichen des Hungers die Zeit bis zum nächsten Gang überstehen. Niemand bekommt einen gut gefüllten und damit auch sattmachenden Teller, aber alle nehmen gefühlte 15 Mal ein kleines Häppelchen nach, wenn es wieder angeboten wird. Das Zerteilen eines nur fünf Zentimeter großen Küchelchens mit einem Gäbelchen, und dieses abgeteilte Stückelchen dann zum Mund führen mit dem dafür vorgesehenen Löffelchen finde ich immer besonders lustig, und ganz besonders, wenn es von großen kräftigen Männern gemacht wird, bzw. gemacht werden muß. Darüber eine Bemerkung machen oder gar lachen ist natürlich nicht erlaubt, es muß so getan werden, als sei das sinnvoll und normal.

Etikette dient auch meiner Meinung nach der emotionalen Beruhigung aller, die mit am Tisch sitzen. Alle benehmen sich so, als wären sie bereits satt (oder sie sind es sogar, was ihren Magen angeht), was darstellen soll, daß niemandem etwas, also hier das Essen, streitig gemacht wird. Das Essen steht stellvertretend für alle Besitztümer, für die Rechte und das Wohlergehen des anderen. Es wird demonstriert, daß man keinen Hunger, und schon gar keine Gier, auf des anderen Hab und Gut hat. Etikette soll Redlichkeit zeigen, auch vorgaukeln, selbst wenn gar keine da ist.

Ich unterscheide gutes Benehmen und Etikette. Gutes Benehmen nimmt einfach Rücksicht auf die anderen, man langt z.B. nicht über alle Schüsseln hinweg über den Tisch, weil man sonst alle möglichen Flusen in die Schüsseln fallen läßt, aber man muß auch nicht warten, bis z.B. der Gastgeber (endlich sozusagen) die Schüssel mit dem begehrten Inhalt wieder mal herumreicht, sondern man kann danach fragen. In "gehobenen Gesellschaften" und auch im beruflichen Umfeld ist das eben verschärft, weil sich hier auch Leute begegnen, die sich vielleicht in Wahrheit feindlich gesinnt sind, aber miteinander zu tun haben (müssen), und daher muß nach außen das Regelwerk streng sein, an das sich auch alle halten. Daher wirkt es auch oftmals aufgesetzt, denn das ist es dann auch.

Ich hatte mal das zweifelhafte Vergnügen, mit Leuten aus ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zu speisen. Vom Bauern bis zum Konsul sozusagen. Das aufgesetzte Getue im Eßverhalten und das geheuchelte Interesse der "gehobenen Schicht", was wohl "gepflegte Unterhaltung" während des Essens sein sollte, empfand ich als fast lächerlich, während das "selbstzufriedene Verhalten" eines Bauern, der einfach aß, wie er dachte und auch sprach, was er wirklich selber empfand, mir viel angenehmer war. Gierig aß niemand, aber der Bauer tat nicht so, als dürfe er auf das, was ihm gehört, hier das Essen auf seinem Teller, gar keinen Anspruch erheben oder hätte keinerlei Interesse oder auch Freude daran.

Wie hier schon gesagt wurde, man muß die jeweiligen Regeln kennen, und man muß sie anwenden können, sie beherrschen. Aber es ist eine Notwendigkeit, kein Selbstzweck. Gutes Benehmen an sich aber, das ergibt sich ganz natürlich aus der Rücksichtnahme auf das Gegenüber und dessen Wertschätzung, und auch der sich selbst gegenüber.
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#56
Zitat:Etikette soll Redlichkeit zeigen, auch vorgaukeln, selbst wenn gar keine da ist.
Na ich hoffe doch, sie ist da. Ist sie es nicht, dann lädt man den Betreffenden eben nicht mehr ein.

Zitat:während das "selbstzufriedene Verhalten" eines Bauern, der einfach aß, wie er dachte und auch sprach, was er wirklich selber empfand, mir viel angenehmer war.

Ich bin jetzt mal böse und sage: Er war vielleicht Deinesgleichen? Man versteht sich immer mit denen, die der eigenen Schicht und Kulturstufe entsprechen, am besten.

Ich war schon oft bei Empfängen mit Buffets, aber ich hatte nie den Ehrgeiz, mich da auf Kosten der Gastgeber vollzufressen. Im Gegenteil, wenn nette esellschaft sa ist, esse ich eher noch weniger und unterhalte mich dafür lieber.

Steüphan
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#57
(13.12.12012, 11:50)Stephan schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-Benehmen-bei-Tisch?pid=43954#pid43954Ich bin jetzt mal böse und sage: Er war vielleicht Deinesgleichen?

Böse, was ist daran böse? Ein ehrlicher Bauer ist mir tatsächlich lieber als ein verlogener Edelmann. Was nicht heißt, daß alle Edelleute verlogen sind, und leider auch nicht, daß alle Bauern ehrlich sind.

Und was ich bin, das geht Dich erstmal gar nichts an. Biggrin
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