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Bodensee-Stonehenge
#1
Hallo zusammen!

Ich möchte hier einen Artikel über eine aktuelle Forschung am Bodensee reinstellen, bei der es um über 100 Steinhaufen geht, die sich in einer Reihe auf über 20 km 300 m vom Bodenseeufer erstrecken.

Zitat:Seither wird über das «Stonehenge vom Bodensee» gerätselt: Handelt es sich um menschliche Bauwerke oder um eine blosse Laune der Natur? Einen möglichen Hinweis sollten Holzstücke liefern, die Taucher aus den Haufen geborgen hatten. Forscher der ETH untersuchten die Eschen-Proben auf ihr Alter. Das Ergebnis: Das Holz muss zwischen 3650 und 3350 v.d.Z., also in der Jungsteinzeit, geschlagen worden sein.

Zitat:Quelle: www.südkurier.de: http://www.südkurier.de

Forscher wollen das Geheinmis des Bodensee-Stonehenge lüften
Noch immer ist unklar, wie und warum die rätselhaften Steinhaufen vor dem Schweizer See-Ufer entstanden sind. Jetzt sollen Bohrungen und Tauchgänge klären: Stammen die Hügel von Menschenhand?


   

Für Archäologen ist eines der merkwürdigsten Rätsel des Bodensees. Warum um alles in der Welt haben Menschen es vor sehr, sehr langer Zeit für eine gute Idee gehalten, unter immensem Aufwand riesige Steine ins Wasser zu schmeißen? 300 Meter vor dem Schweizer Seeufer zwischen Bottighofen und Romanshorn gibt es auf dem Seegrund das, was viele auch "Stonehenge im Bodensee" nennen: eine rätselhafte steinerne Hügelkette. 20 mal 15 Meter Durchmesser haben die Haufen. Ein bis zwei Meter ragen sie aus dem dort auf dem fünf bis acht Meter tiefen Seegrund in die Höhe. Auf einer Länge von etwa 20 Kilometern gibt es mehr als 100 von ihnen, in regelmäßigen Abständen wie auf einer Perlenkette aufgereiht. Das Thurgauer Amt für Archäologie will nun ein zweites Mal Taucher ins Wasser schicken, die die Hügel weiter untersuchen sollen. Und es will bohren: Tiefenbohrungen unter den Hügeln sollen wichtige Erkenntnisse liefern, ob diese von Menschenhand gemacht sind oder ob sie Gletscheraufschüttungen aus der Eiszeit sind.

Denn auch diese Theorie gibt es unter Forschern, speziell unter Geologen: Gegen Ende der Eizeit zog sich der Rheingletscher schrittweise aus dem hiesigen Gebiet zurück – und dabei könnte er regelmäßige Stein-aufschüttungen hinterlassen haben. Dagegen argumentieren die Verfechter der These, dass Menschen die Hügel aufschütteten, so: Warum sind die Steine dann alle ähnlich groß, so dass sie wie handverlesen wirken? Und warum stehen die Haufen in derart regelmäßigen Abständen?

Nun sollen Bohrungen auf dem Seegrund weiterhelfen. "Wir möchten untersuchen, worauf die Hügel genau liegen", sagt der Thurgauer Kantonsarchäologe Hansjörg Brem. Dabei geht es um die Frage, ob die Steine auf der meterdicken Schicht von Sediment liegen, die sich in den vergangenen tausendenden von Jahren auf dem Seegrund abgelagert hat. Das würde darauf hindeuten, dass Menschen für die Entstehung der Steinhügel verantwortlich sind, sprich, dass sie Steine auf die Sedimente warfen. Falls sich die Steine aber direkt vom felsigen Untergrund unter dem Sediment her auftürmen, dürften sie natürlich entstanden sein, etwas durch Gletscherbewegungen. Der sichtbare Teil der Hügel würde dann wie die Spitze eines Eisbergs aus den Ablagerungen ragen. Es müsste davon ausgegangen werden, dass sie beim Rückzug der Gletscher am Ende der letzten Eiszeit entstanden sind. "Dieser Ansicht sind einige Geologen, wie Rückmeldungen gezeigt haben", sagt Brem.

   


Zum Beispiel der Berner Zoologe, Botaniker und Gletscherforscher Gerhart Wagner. Für ihn bestehe kein Zweifel, dass es sich beim Stonehenge vom Bodensee um sogenannte Moränenhügel handelt. Wie auf Förderbändern hätten die Rheingletscher der letzten Eiszeit auf Moränensträngen Gesteinsmaterial mitgeschoben. Als sich die Gletscher vor rund 15'000 Jahren zurückzogen, geschah dies mit Stillständen. Die Fliessbewegung des Gletschers, der Gestein vorwärts schob, blieb jedoch. Dadurch sei es bei jedem Stillstand des Schmelzprozesses am Gletscherende zu einer Aufschüttung von Steinen gekommen.
Mit solchen Bohrungen versprechen sich Wissenschaftler auch neue Erkenntnisse zum Schichtaufbau des Seegrunds. Darüber sei noch sehr wenig bekannt, sagt Brem. Sein Amt kann sich die Untersuchung leisten. Erst kürzlich ist es durch ein Erbe mit mehr als drei Millionen Franken begünstigt worden.
Wann die Bohrungen auf dem Seegrund starten, kann Brem noch nicht sagen. Ein entsprechender Auftrag müsse erst noch ausgeschrieben werden. Außerdem "sind wir noch nicht ganz sicher, wie wir methodisch vorgehen können", sagt Simone Benguerel, Archäologin beim Thurgauer Amt für Archäologie. Derartige Tiefenbohrungen in acht Meter tiefem Wasser sind alles andere als alltäglich. Hinzu kommt, dass die Steinhügel längst nicht das einzige Faszinosum im See sind, das untersucht werden will. Auch die Thurgauer Pfahlbau-Stellen sollen weiter erforscht werden. "Und die haben Priorität, weil sie von Erosionen tangiert sind", sagt Benguerel.
Doch noch in diesem Jahr sollen Taucher sich die Hügel noch einmal genauer ansehen. Wann, ist noch nicht klar, auf jeden Fall soll es vor oder nach der Sommersaison geschehen. In der warmen Jahreszeit sei auf dem See zu viel los, sagt Benguerel.
2015 hatten Geologen des deutschen Instituts für Seenforschung in Langenargen mit neuen Messtechniken die Hügel entdeckt. Taucher fanden in den Hügeln drei Hölzer. Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich konnten zwei davon der Zeit der Pfahlbauer zuordnen. Ob diese aber tatsächlich etwas mit der Entstehung dieser Steinhügel zu tun hatten, ist ungewiss. Das dritte Gehölz stammt nämlich aus dem 19. Jahrhundert.
Eine weitere Theorie besagt, dass die Hügel Treidelhilfen waren: Es könnten dort Seile befestigt gewesen sein, mit Hilfe derer Schiffsbesatzungen ihre Schiffe bei ungünstiger Strömung voranzogen (sogenanntes Treideln). Andere sagen, dass Schiffe Ballast – nämlich Steine – abgeworfen haben könnten.

   


Meine Grüsse

Naza
Manchmal muss man Grenzen überschreiten, um neue Wege zu schaffen!
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#2
Artikel aus T-online

Zitat:
Steinhügel im Bodensee geben Forschern Rätsel auf


   

Man könnte meinen, dass der Bodensee gut erforscht ist. Doch vor dem Schweizer Ufer verbirgt sich ein Geheimnis:  Wer hat die Steinhügel unter der Wasseroberfläche gebaut – und vor allem warum?

Das Rätsel macht Urs Leuzinger sichtlich Spaß. "Ich habe so etwas wirklich noch nie erlebt", sagt der Archäologe. "Wenn wir etwas ausgraben, wissen wir normalerweise grundsätzlich, um was es sich dabei handelt." Doch genau das ist bei 170 Steinhügeln auf dem Seegrund vor dem Schweizer Bodenseeufer nicht der Fall. Wer sie errichtet hat, wie genau sie konstruiert wurden und wann sie entstanden sind – über diesen Fragen grübelt Projektleiter Leuzinger mit seinem Team vom Amt für Archäologie des Kantons Thurgau bereits seit einigen Jahren. An diesem Freitagvormittag steht der Forscher neben einem Rohr mit einer Sedimentprobe aus dem Seegrund und hofft auf weitere Hinweise auf die Entstehung und den Zweck der Formation.

Forschungsschiff entdeckte die Hügel

Entdeckt wurden die Hügel, die rund viereinhalb Meter tief im Wasser und in regelmäßigen Abständen in einer Reihe stehen, eher zufällig. Im Auftrag der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee hatte ein Forscherteam aus Deutschland, Österreich und der Schweiz den Bodensee neu vermessen – ein Forschungsschiff tastete 2015 mithilfe eines Fächerecholots den Seegrund ab. Bei der Auswertung der Daten fielen die Erhebungen dem Wissenschaftler Martin Wessels vom Institut für Seenforschung in Langenargen auf. "Wir dachten ursprünglich, dass das Störungen bei den Messungen sind", sagt er. Aber als das Team erneut nachgemessen hatte, stellte sich heraus, dass es sich um echte Strukturen handelte.

Da die Hügel in der Flachwasserzone zwischen Romanshorn und Bottighofen liegen, ging die Zuständigkeit an die Schweiz über. Der Fall der rätselhaften Steinformationen landete auf dem Schreibtisch von Urs Leuzinger – und aus den Hügeln wurden schweizerdeutsch "Hügeli". Dabei sei die Bezeichnung eigentlich irreführend, sagt der Archäologe. "In Wirklichkeit sind sie recht flach, also eher Fladen." Aber wie kamen sie dahin? Ursprünglich habe es noch die Theorie gegeben, dass es sich um natürliche Ablagerungen eines Gletschers vor 18.000 Jahren handeln könnte, sagt Leuzinger. Untersuchungen mit einem Georadargerät der Technischen Universität Darmstadt hätten aber ergeben, dass die Hügel von Menschenhand aufgeschüttet wurden.


Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung

Zitat:Die rätselhaften Steinhügel im Bodensee stammen vermutlich aus der Bronzezeit

   

Dass sie von Menschenhand angelegt sind, ist mittlerweile klar. Wozu die etwa 3000 Jahre alten Steinhügel dienten, die Archäologen im Bodensee entdeckten, darüber spekuliert man noch. Möglicherweise gab es einen kultischen Hintergrund.

(sda) Beim Rätselraten um rund 170 Steinhügel auf dem Grund des Bodensees in der Region vor Uttwil (TG) kommen die Forscher schrittweise voran. Die Formationen stammen vermutlich aus der Bronzezeit rund 1000 vor Chr*stu, wie Urs Leuzinger vom Amt für Archäologie des Kantons Thurgau am Freitag sagte. Um den Zeitraum genauer einzugrenzen, haben die Forscher gemeinsam mit Geologen der Universität Bern Bohrproben aus rund acht Metern Tiefe an den Hügeln entnommen. Mit ersten Ergebnissen rechnet Leuzinger im Herbst.

2015 entdeckt

Die Steinhügel waren 2015 vom Institut für Seenforschung in Langenargen (D) bei Tiefenvermessungen zwischen Romanshorn und Bottighofen entdeckt worden. Die Hügel haben jeweils einen Durchmesser von fünfzehn bis dreissig Metern und befinden sich in regelmässigen Abständen in einer Reihe in Ufernähe, rund viereinhalb Meter unter Wasser.

Wehranlagen oder Grabhügel


Wozu die Strukturen dienten, ist dagegen noch völlig unklar. Es gibt derzeit verschiedene Theorien, etwa dass sie als Wehranlagen, Grabhügel oder Transportwege dienten. In diesem Zusammenhang sei auch der Begriff «Stonehenge vom Bodensee» aufgetaucht, sagte Leuzinger.

Einen astronomischen Bezug halte er allerdings für unwahrscheinlich. Seiner Meinung nach könnte es aber durchaus einen kultischen Hintergrund für die Hügel geben. «Sie könnten zum Beispiel als Begräbnisplattform oder als Denkmal für Verstorbene genutzt worden sein.»


   
südkurrier.de


   
grenzwissenschaften.de


Also wenn das Bild vom Südkurrier eine Aufnahme eines solchen "Hügels" ist, verstehe ich das Kopfzerbrechen der Wissenschaftler nicht  Hmm  Das sieht aus wie ein Steinkistengrab, wie  man sie aus der Bronzezeit auch vermehrt kennt. Es passt nur vermutlich wieder nicht mit der gelehrten Geschichte  Updown
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#3
Aufbau eines Hügelgrabes

   
Wikipedia

Hier sieht man den typischen Aufbau eines Hügelgrabes. Man erkennt die Steinkiste und die darüber angeordneten/aufgehäuften Steine. So, wie sie im Bodensee aufgefunden worden sind. Der Sand, der den großen Hügel gebildet hat, ist natürlich nicht mehr vorhanden  Updown Man kann also einen Vergleich herstellen. Interessant ist hier, daß diese Art des Aufbaus für Fürsten- und Hünengräber dokumentiert ist. Es scheint sich also um höher gestellte Persönlichkeiten gehandelt zu haben. Auch die Lage an einem Gewässer passt zu der Bestattungsart.

Die Fragen sollten also lauten: Wie sah der Bodensee zu dieser Zeit aus? Und wer hat zu dieser Zeit in dieser Region gelebt?  Hmm
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