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Cathbad (keltischer Erzdruide) trifft Caesar
#11
Hehehe WM, sehr lecker.

Über diese Zusammenhänge hab eich auch noch nicht nachgedacht. Scheint aber von der Theorie her funktionieren zu müssen.

Gedärm ist voll von Energie. Wahrscheinlich gehts nur um den "strom" daraus. Ähnlich wie bei Blutopfern. Überflüssig und "primitiv", denke ich.

Ich frage mich gerade, wieviele Eingeweide man inspizieren muß, um die nötige Fertigkeit zu erwerben... makaberrr




Lol



Grüße
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#12
Ja, das ist ein Thema nach Eurem Geschmack, was?! Fettes Grinsen
Tacitus und Diodorus Siculus sagten, daß man einen Dolch in der Höhe des Zwerchfells in einen Menschen stieß, um aus der Art des Fallens, aus den Zuckungen der Glieder und aus dem Strömen des Blutes den Ausgang eines bestimmten Unternehmens zu erfahren. Strabo sagte genau dasselbe, nur wurde bei ihm den Menschen der Dolch in den Rücken gestoßen. Beides geht aber wohl auf Poseidonius zurück.
Von Ausweidung weiß ich nichts *lordfragendanschaut*?!
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#13
Ganz und gar unterschiedlich wurde das gehandhabt. Die Germanen und Wikinger hatten zumeist ihre Wolfsgrube. Das ist mythologisch bedingt (Odin/TotenG*tt/Wölfe und bei Uller dasselbe).

Also eine Grube voll mit hungrigen Wölfen, in welche der tapfere Mann selbst gesprungen ist bzw. in welche die Feinde geworfen wurden.

Männer, die sich gehen ließen (zu dick, zu bequem, zu untauglich oder zu alt für den Kampf), Frauen die unfruchtbar waren oder ohne Ehemann - also unnütze Menschen - sprangen von selbst in die Wolfsgrube. Daher der Name Wolfgang für einen mutigen Menschen, der diesen Gang (ohne zu zögern) von selbst auf sich nahm. Feinde und andere wurden mit Gewalt hineingeworfen. Aber das waren keine Menschen-Opfer, sondern diente dem Volkserhalt, der Feindvernichtung, der Inkarnation/Übersprung und war der ortsübliche Usus. Deswegen u.a. auch die Römerbezeichnung: "Barbaren" .

Keltische Stämme hatten ihren Feuerkäfig. Also da wurden Feinde eingesperrt und angezündet. In dem Vercingetorix Film ("Druids" mit Chr. Lambert) ist das gleich zu Beginn zu sehen. So ähnlich war das. Gefangene Römer wurden stets dieserart hingerichtet. Auch deshalb kämpften die Legionäre lieber bis zum "Umfallen" als im "Feuerkäfig" zu enden. Mit solchen Methoden macht man nur den Gegner stark. Es gibt auch einige Germanenstämme, die den Feuerkäfig verwandten.

Richtige Menschenopfer sind allerdings eine Rarität und Forscher streiten hier bis heute. Fakt ist, daß es gemacht wurde, aus den schon erwähnten Mißverständnissen heraus. Was Abnoba von Tacitus schreibt ist ebenfalls zutreffend.

Aber die Frage zielte ja auf die konkrete Handhabe der Prophezeihung. Dazu im folgenden Text mehr.

Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#14
Von Cathbad und Caesar ist bekannt, daß sich die beiden noch einmal, nach Alesia, getroffen haben. Cathbad hat befürchtet, daß Caesar die Druiden ausrotten läßt, weil ja gerade die Druiden zum Kampf gegen die Römer aufgestachelt haben. Aber das stand nicht in Caesars Sinn. Caesar hat den Druiden sogar ihre Reichtümer gelassen, obwohl sich Cathbad auch nach Alesia weigerte, ein gutes Wort für die Römer einzulegen bzw. die Kelten zur Ruhe aufzurufen und die Gesetze Roms zu befolgen.

Cathbad erzählte Caesar dafür als Gegenleistung von seinen Sehungen, und Caesar hat daran geglaubt. Er erwähnt es an mehreren Stellen.

Ich suche es jetzt raus und stelle es dann hier hinein.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#15
Kurz vor Alesia:


Surus der Stammesführer der Ambarrer strich sich über den buschigen sandfarbenen Schnurrbart, während er zusammen mit Litaviccus dem Obersten der Haeduer auf den Erzdruiden Cathbad wartete. Litaviccus sollte das Entsatzheer anführen, welches Caesar in den Rücken fallen soll. Seit einigen Tagen belagert Caesar mit seinem römischen Heer die sich in Überzahl befindenden Gallier, die sich unter König Vercingetorix in Alesia eingeschlossen haben.

»Wenn unsere dreihundertausend Krieger den Römern in den Rücken fallen und Vercingetorix gleichzeitig den Ausbruch aus Alesia wagt, wird kein Römer übrig bleiben«, dachte Litaviccus, der sich darüber ärgerte, daß Vercingetorix von den Druiden zum keltischen König bestimmt wurde und nicht er, der Anführer der mächtigen Haeduer. Das keltische Entsatzheer hatte sich seit Tagen hier versammelt. Man war bereit für den Aufbruch und wartete nur noch das Orakel der Druiden ab, welches Cathbad in Gegenwart von Litaviccus, Surus und Gutruatus von den Carnuten in Kürze vornehmen wollte.

»Wenn Vercingetorix bei Alesia gesiegt hat, wird er sich auch von uns Druiden nichts mehr sagen lassen«, meinte Cathbad, als er endlich erschien. »Wenn er die Krone erst fest in der Hand hat, wird er den Druiden nicht mehr gehorchen«, stimmte ihm Gutruatus der Carnute, der den Aufstand gegen Caesar ausgerufen hatte, zu. Litaviccus erschauderte. »Das dürfen wir nicht zulassen. Auf keinen Fall! Der einzige Ausweg ist, Vercingetorix den Thron zu entreißen, sowie Caesar besiegt ist.«

»Vercingetorix wird aus Alesia als einziger und unangefochtener König der Gallier hervorgehen«, sagte Cathbad bestimmt. »Allein das wäre schon ein Schande«, erwiderte Litaviccus und fuhr fort. »Da der Sieg bei Alesia uns wegen der großen Überzahl nicht zu nehmen ist, konzentriere ich mich darauf, wie ich diesen jämmerlichen, ungebildeten Arverner danach stürzen kann. Mir, Litaviccus, dem Anführer des mächtigsten gallische Stammes, den Haeduer, und dem Anführer des großen gallischen Entsatzheeres gebührt die Krone. Nicht diesem Arverner!«

»Wir werden das Orakel befragen«, war die knappe Antwort des Erzdruiden. Sie schwiegen. Lautlos schritten sie mit ihren Schuhen aus weichem Leder über den dicken Moosteppich, der über den alten, mit Steinen gepflasterten Weg zum Hain Dagdas gewachsen war. Zwischen den Bäumen standen hölzerne Statuen von G*ttheiten, langgesichtige, grotesk gedrungene Gestalten mit zum Boden reichenden Penissen und starrten sie an.

»Nur die Druiden können ein vereintes Gallien regieren«, hob Cathbad zu sprechen an. »Sie sind die Hüter der Weisheit, sie machen die Gesetze und achten auf deren Einhaltung, sie sprechen Recht. Seitdem ich die Häuptlinge der Gallier gezwungen habe, Vercingetorix zum König zu wählen, habe ich viel nachgedacht. Es war richtig, einen König zu wählen, aber der König von Gallien sollte ein guter Krieger sein, nicht ein Autokrat, der nach und nach alle Macht an sich zieht.«
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#16
»Wirst du jetzt die Zeichen deuten, Cathbad?« wollten die drei Männer wissen?
»Ja, zweimal. Einmal für das Heer und einmal, um den wahren König Galliens zu erfragen.«

Sie standen jetzt inmitten von Dagdas Hain, in dessen Mitte eine Quelle in einen tiefen, kleinen See sprudelte.

»Taranis liebt das Feuer, Esus die Luft und Dagda das Wasser. Die Erde gehört der großen Mutter Dann. Da sich weder Feuer noch Luft mit der Erde vermischen können, hat Dann sich mit Dagda, dem Wasser, vermählt.« so begann Cathbad seine Zeremonie.

An diesem Tag sollte das Opfer allerdings nicht ertränkt werden. Cathbad war gekommen, um die Zeichen zu deuten, nicht um zu opfern. Das Opfer, ein eigens zu diesem Zweck gekaufter germanischer Sklave, lag nackt und ungefesselt und mit dem Gesicht nach unten auf dem Altar, einer einfachen Steinplatte. Entsprechend einem uralten Ritual sang Cathbad mit seiner schönen, klaren Tenorstimme Gebete. Das Opfer zeigte keinerlei Reaktion, denn man hatte es unter starke Drogen gesetzt, damit seine Bewegungen, die gedeutet werden sollten, nicht auf Angst- oder Schmerzen zurückgingen.

Gutruatus kniete in einiger Entfernung nieder, während Cathbad ein langes, zweischneidiges Schwert ergriff. Es bereitete ihm sichtlich Mühe, die unhandliche Waffe aufzunehmen, doch gelang es ihm schließlich mit fest auf den Boden gestemmten Füßen und unter Aufbietung all seiner Kräfte. Mit beiden Händen hob er die Klinge über den Kopf, und mit vollendeter Präzision sauste sie nieder, fuhr dem Opfer unterhalb der Schulterblätter in den Rücken und durchtrennte die Wirbelsäule so glatt, daß sie fast im selben Moment auf der anderen Seite wieder zum Vorschein kam.

Das Opfer begann zu zucken. Cathbad stand in seinem makellos weißen Gewand daneben und verfolgte jede Bewegung aufmerksam. Er beobachtete, wie die Glieder hin- und herfuhren, wie Kopf, Arme, Schultern oder Beine von Krämpfen geschüttelt wurden, Finger und Zehen zuckten und das Gesäß ein letztes Mal erzitterte. Es dauerte lang, aber Cathbad bewegte sich nicht, nur seine Lippen formten sich jedesmal, wenn die Bewegungen des Opfers kurz aussetzten, zu stummen Worten.

Als alles vorbei war, seufzte er, aus seiner Versenkung erwachend, und sah die drei gallischen Häuptlinge müde an. Zwei Diener traten hervor und näherten sich dem Altar, um ihn abzuräumen und zu reinigen.

»Und?« fragten die drei Männer wie aus einem Mund?
»Ich konnte nichts sehen ... Die Bewegungen waren durcheinander, ich konnte kein Muster erkennen.«
»Überhaupt nichts?«
»Ein wenig. Auf meine Frage, ob Vercingetorix sterben würde, zuckte der Kopf sechsmal in gleicher Weise, was ich auf noch sechs Lebensjahre für Vercingetorix deute. Aber als ich fragte, ob Caesar besiegt werden würde, rührte sich überhaupt nichts - wie soll ich das verstehen? Ich fragte auch, ob Litaviccus König werden würde, und die Antwort lautete nein. Das wenigstens war eindeutig. Dann wollte ich wissen, ob du Gutruatus König werden wirst, und die Antwort war ebenfalls nein. Die Füße des Opfers tanzten, was bedeutet, daß du schon bald sterben wirst. Sonst konnte ich nichts erkennen.«

Der Druide sank erschöpft gegen Gutruatus, der ihn zitternd und kreideweiß im Gesicht anstarrte. Die beiden Haeduer stahlen sich fort. Litaviccus wischte sich den Schweiß von der Stirn; seine Welt lag in Trümmern. »Ich werde nicht König von Gallien sein« flüsterte er. Surus fuhr sich mit zitternden Händen über die Augen. »Gutruatus auch nicht. Er wird bald sterben, was Cathbad von dir nicht gesagt hat.«
»Ich weiß die Antwort auf die Frage nach Caesars Niederlage, Surus. Daß sich nichts bewegt hat, heißt, daß Caesar siegen und in Gallien alles beim Alten bleiben wird. Cathbad weiß das, er konnte es uns Heerführern aber nicht sagen. Wie sollte er sonst den weiteren Krieg gegen Caesar rechtfertigen.«

Sie gingen an dem Bach entlang, der aus Dagdas See floß, zwischen den am Ufer aufgestellten hölzernen Götterstatuen hindurch. Blütenstaub und in der Luft schwebende Samen flimmerten in den goldenen Lichtbahnen der untergehenden Sonne, die das Dämmerlicht der uralten Bäume durchstießen, das Grün zum Erglühen brachten und das Braun vergoldeten.

»Was willst du jetzt tun?« fragte Surus, als sie aus dem Wald traten und sahen, daß noch immer neue Krieger zum Versammlungsplatz strömten, auf dem Krieger und Pferde lagerten, soweit das Auge reichte.
»Ich gehe von hier weg, soll ein anderer Mann diese Krieger nach Alesia führen.« Litaviccus wischte sich Tränen aus den Augen.
»Ich komme mit!«
»Das verlange ich nicht von dir, Surus. Rette, was du kannst. Caesar wird die Haeduer brauchen, um Galliens Wunden zu schließen. Ich kann es einfach nicht glauben! Wie kann er jemals siegen, dieser Caesar, es ist gar nicht möglich! Und doch - es wird so geschehen.«

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