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Detektiv Egon Emo
#1
Detektiv Egon Emo

Detektiv Egon Emo ist ein Spezialagent der Firma Archer Enterprices, Abteilung Emologic. Er hat den Auftrag Emotionen zu suchen und zu eliminieren. Dieser Aufgabe geht er mit einer wahren Akribie nach. Nichts entgeht ihm oder kann ihn davon abbringen sich von früh bis spät seiner Bestimmung zu widmen. Hier sind einige seiner Fälle dokumentiert, um zu zeigen, wie wichtig diese Arbeit ist.
An einem schönen Sommertag im Monat Juli steht Egon Emo früh um 6 Uhr auf und macht seine Morgenroutine, d. h., er bereitet sich durch spezielle Übungen auf den Tag vor, um für alle Fälle gewappnet zu sein und seinen Körper fit zu halten. Noch während er bei seinen letzten Übungen ist, fängt er an sich umzusehen und zu horchen. Er spürt genau hin und lokalisiert den Feind: Eine Emotion!

"Habe ich dich wieder erwischt", sagt er und beendet seine letzte Dehnung, um sich vorzubereiten auf den Angriff. Ein Glas Karotten-Orangensaft, natürlich frisch gepreßt, gibt ihm die nötige Energie für seinen ersten Fall. Wieder einmal, wie so oft ganz in der Nähe. Meistens braucht er gar nicht so weit zu suchen. Er ist mit seiner nächsten Umgebung so ausgelastet, daß er sich manchmal sogar nach ein wenig Abwechslung sehnt.

Er verläßt seine Wohnung und geht der gefundenen Spur nach. Sie führt ihn direkt zu seiner Nachbarin. Da es noch früh am Morgen ist, klopft er ganz vorsichtig an. Sie hat ihn wahrscheinlich durch den Spion in der Tür gesehen und öffnet. Er ist schon bekannt im Haus und manchmal auch sehr willkommen. Natürlich nicht immer, denn seine Arbeit ist sehr diffizil und daher bei vielen als suspekt angesehen. Doch zurück zu unserem ersten Fall heute früh. Frau Horchmeier, so heißt seine Nachbarin, öffnet ihm also die Tür und bittet ihn herein.

"Guten Morgen Frau Horchmeier, was ist denn los, schon so früh am Morgen?"
"Mein Karl war wieder so grantig, bevor er in die Arbeit ging und ich kann das einfach nicht mehr aushalten, das macht mich ganz fertig und dann muß ich immer so weinen".

"Und was war der Auslöser für die ganz Geschichte, so wie immer?", fragt Detektiv Emo, denn er kennt das Drama schon seit einer ganzen Weile. Herr Horchmeier ist sehr unzufrieden mit seiner Arbeit und hat jedes Mal schlechte Laune, wenn er Montag früh wieder anfangen muß. Das Ehepaar Horchmeier ist also Wiederholungstäter, wie die meisten seiner Fälle.

Gefängnisse in der herkömmlichen Form gibt es nicht, da hier jeder sein eigenes Gefängnis hat und dauernd mit sich herumschleppt. Der Käfig ist unsichtbar und so kann sich jeder einreden, daß es ja eigentlich nicht so schlimm ist und weiter macht wie bisher. Es wird auch niemand erschossen, obwohl dieser Ausdruck von manchen als Bezeichnung eines Zustandes gebraucht wird, auch von Frau Horchmeier, sie fühlt sich dann immer ganz erschossen.

"Gut, Frau Horchmeier, sie kennen ja schon, was jetzt kommt, sie nehmen diese Emotion, drehen sie dreimal rechts ein und schicken sie zurück zum Absender."
"Dann bekommen Sie noch einen Energieausgleich - und das war es dann wieder für heute"

Detektiv Emo packt sein Werkzeug aus und Frau Horchmeier schließt die Augen. Ja, das kennt sie, schon viele Male mußte Detektiv Emo ihr so helfen, da sie es bis jetzt nicht gelernt hat, auf diese Emotionen zu verzichten und schon eine Menge Geld dafür ausgegeben hat, die Folgen zu beseitigen. Detektiv Egon Emo ist nicht teuer, aber mit der Zeit geht das schon ins Geld, wenn man sich gar nicht beherrschen kann. Er hat Frau Horchmeier schon seine Broschüren da gelassen und sie ist auch schon zu einigen seiner Schulungen gegangen, doch irgendwie will das noch nicht so recht in ihren "Dickschädel", so nennt sie den selbst, denn wir wollen hier ja niemanden beleidigen. Doch Frau Horchmeier weiß ganz genau, daß sie einen hat und Detektiv Egon Emo ist nicht der Erste, der ihr das sagt.
Nachdem sie wieder in Ordnung gebracht ist, geht Frau Horchmeier und holt das Geld, um Detektiv Emo zu bezahlen. Er kassiert immer gleich, da es sich herausgestellt hat, daß sich, wenn er die Menschen von ihren Emotionen befreit hat, viele nicht mehr erinnern können, daß er überhaupt da gewesen ist. Das ist bei dieser Behandlung gar nicht verwunderlich, denn wenn die Emotionen einmal weggeschickt sind, ist alles vergessen. Erst wenn man eine neue Emotion zu sich heranzieht, muß man sich auch wieder mit ihr auseinander setzen.

Zu Hause setzt er sich an seinen Schreibtisch und dokumentiert den Fall für seinen Bericht, den er jeden Abend an die Firma schickt und spezielle schwierige Fälle bespricht er dann mit der Abteilungschefin Frau Asista.

Detektiv Emo gibt seinem Mitarbeiterstab folgende Tipps:

1) Emotionen sind Frequenzimpulse und morphogenetische Felder, die gefunden, gelesen, katalogisiert, definiert und zugeordnet werden können.
Wer kein "gläserner Mensch" bleiben will, in dessen Atemzug man seine Lebensbiografie lesen kann, der möge einige einfache Regeln einhalten:

. Kontrolliere Deine Gedanken, damit daraus keine Karteikarten im grauen Weltcomputer werden.

. Kontrolliere Deine Handlungen, damit der graue Weltcomputer daraus keine Fehlschlüsse zieht und Dich wegen Deiner Vorlieben und Abneigungen "markiert".

- Kontrolliere Deinen Lebensstil: Jede Form von Gier hinterläßt einen unlöschbaren Frequenzabdruck mit deiner "Adresse und Deiner Markierungsnummer". Jeder Bankkredit, jede Unterschrift auf einem Werbebrief bezüglich einer kostenlosen Warenprobe, jede Teilnahme an einer Demonstration, Schlägerei, Straßenparty, oder Alkohol und Drogeneinfluß, jeder Besuch in einem Kasino, Wettbüro oder Pferde/Hunderennen/Hahnkampf etc. erweitert Deine Karteikarte im grauen Weltcomputer.



(aus InsiderPost)

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#2
Na das ist doch eine schöne Geschichte!
Alata schrieb:- Kontrolliere Deinen Lebensstil: Jede Form von Gier hinterläßt einen unlöschbaren Frequenzabdruck mit deiner "Adresse und Deiner Markierungsnummer". Jeder Bankkredit, jede Unterschrift auf einem Werbebrief bezüglich einer kostenlosen Warenprobe, jede Teilnahme an einer Demonstration, Schlägerei, Straßenparty, oder Alkohol und Drogeneinfluß, jeder Besuch in einem Kasino, Wettbüro oder Pferde/Hunderennen/Hahnkampf etc. erweitert Deine Karteikarte im grauen Weltcomputer.

... praktische Hinweise für das Überleben.
Danke für den Beitrag. Daumen hoch
Lebe für Deine Ideale!
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#3
Detektiv Egon Emo, Spezialagent von Archer Enterprices, Abteilung Emologie, besucht nicht nur die Menschen, die mit einer Emo zu kämpfen haben, sondern ist natürlich auch bestrebt sich selbst in seinem Fachgebiet weiterzubilden. Er geht dabei vor, wie in seinem Beruf auch und begibt sich auf die Suche. Dieses Mal in sich selbst, denn irgendwo war da wieder ein schlafender Vulkan aufgewacht und fing an zu brodeln. Es ging darum, dass er sich sehr oft dabei erwischte, wie ihm Gedanken zum wiederholten Male durch den Kopf gingen. Immer wieder die selben Sätze, ohne die Möglichkeit dem gleich Einhalt gebieten zu können.

Nachdem das sein Fachgebiet ist, kann er das nicht auf sich beruhen lassen, sondern begibt sich mit Lupe und Taschenlampe auf die Suche in den Tiefen seines Gedächtnisses, um heraus zu finden, was da los ist.

Mit Lupe meint er, dass er sich hinsetzt und genau aufschreibt, was an Gedanken hochkommt und dann sich einzelne Worte, die ihm wichtig erscheinen, unter die Lupe nimmt. Er beleuchtet diese Worte so lange, bis er auch noch den letzten Gedanken herausgeholt und die letzte Emotion herausgesucht hat, die mit diesen Gedanken verbunden sind. Das erfordert einen gewissen Zeitaufwand und deshalb ist er während dessen nur im halben Einsatz. Das heißt, seine Umgebung muss einmal eine Zeitlang selbst schauen, wie sie zurechtkommt. Es ist sehr wichtig, sich diese Zeit zu nehmen.

Zeit nehmen, da könnte man jetzt schon nachforschen und sich diese beiden Worte einmal unter die Lupe nehmen. Zweimal das Wort nehmen. Woher nehmen und nicht stehlen. Woher nehme ich mir denn Zeit, wer gibt sie mir, gibt es irgendwo ein Lager, wo ich Zeit bestellen kann oder kann ich sie mir einfach nehmen. Das heißt, es gibt irgendwo Zeit und da kann man sich etwas wegnehmen, für sich.

Man könnte auch sagen, ich gebe mir die Zeit und wieder die Wortklauberei, wo habe ich sie her und wie kann "ich" sie "mir" geben. Da hätte ich sie ja auch sozusagen auf Lager. Der eine sagt, ich habe sehr viel Zeit und der andere sagt ich habe keine Zeit. Als Detektiv Emo anfing, sich mit der Wortklauberei zu beschäftigen, fand er es sehr interessant, wie die Menschen im Einzelnen damit umgehen. Es sagt sehr viel aus über jeden Einzelnen, was er sagt. Bei Archer Enterprices wird ein so genanntes Zeitmanagement angeboten. Dort hat jeder gleich viel Zeit zur Verfügung, 24 Stunden jeden Tag und teilt sich diese genau ein, bis auf die Sekunden ausgerechnet, mit genügend Freiraum um Unvorhergesehenes mit einbauen zu können und solch Unvorhergesehenes ist ein Fall vom Ausbruch einer alten Emotion, die schon lange vor sich hinbrodelt, wie in einem Vulkan, der überall dampft und zischt und die Seismologen (sich selbst und auch die Umgebung) beobachten, wie immer mehr unterirdischer Druck entsteht, bis er eben ausbricht und man von seinem Zeitkontingent auf einmal eine ganze Menge dafür erübrigen muss, um den Vulkan wieder unter Kontrolle zu bringen.
Zurück zu unserem Fall von Emoausbruch.

Egon Emo sitzt also da und untersucht mit der Lupe, weshalb er dauernd in seinem Kopf bestimmte Sätze wiederholt und das Wort 'wiederholen' sagt schon aus, dass er sich etwas 'wieder holen' muss, was offensichtlich weg war. Wo war es? Er erinnert sich, dass er lange Zeit seines Lebens vergesslich war oder als vergesslich galt. Das fing an in seiner Jugend. Den Auslöser kennt er schon, denn da hat so manches angefangen nicht mehr richtig zu funktionieren. Er holt sich also über die Wiederholung der Sätze etwas wieder, was verloren gegangen ist oder was er nicht verlieren will. Er erinnert sich selbst immer wieder daran, um das nicht zu vergessen. So hat er sich selbst geholfen, zu einer Zeit, als das notwendig war. Diese Zeit ist schon eine ganze Weile vorbei, doch das Muster ist immer noch da. Durch verschiedene Besprechungen, auch mit seiner Chefin hat es sich aber herausgestellt, dass dieses Muster sich störend auf seine Umwelt auswirkt. Denn, wie sie schon wissen, ist der Gedanke ein nicht zu unterschätzender Faktor in der Emologic. Wer Gedanken ständig wiederholt der manifestiert sie wie Beton. Man kann sich nun vorstellen, was sich da an Beton, in Egon Emo, angesammelt hatte. Durch die Auflösung dieses Rätsels, ist er auch in seinem Beruf wieder ein Stück weiter gekommen und vor allem, hat er sich ein Stück Freiheit zurückerobert. Denn dieser Vulkan kann jetzt schlafen gehen und sich zu einem ganz normalen Berg entwickeln. Wenn jetzt Gedanken kommen, die wichtig sind, dann werden sie notiert und damit sind sie raus aus dem Kopf, doch nicht verloren, sondern stehen zur Verfügung, im Falle dass sie gebraucht werden.

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#4
Detektiv Egon Emo, den wir ab sofort EE nennen, Spezialagent von Archer Enterprise hat einen neuen Auftrag. Man hatte ihn angerufen, genauer gesagt Familie Schwabbelmeier, um zu fragen, ob er einmal vorbeischauen könnte. Das jüngste Mitglied der Familie sei krank und der Arzt findet nichts.

Die Schwabbelmeiers sind ein bekanntes Bild in der Gegend. Er wiegt 140 kg, sie 110 und die Kinder veranstalten Wettessen mit Kuchen, Torten und BigMc-Burgern. Außerdem läuft noch eine interne Wette, wer als erstes Mama und Papa im Gewicht eingeholt hat.

Detektiv Egon Emo macht sich auf den Weg. Schwabbelheini (das kommt von Heinrich) empfängt ihn an der Tür, er sieht sehr besorgt aus. Hermann, der Jüngste, liegt im Bett und stöhnt und windet sich, ist die Botschaft für EE.

- "Na, Hermann, was ist denn los?" fragt EE
- "Mir tut alles weh, Herr Emo"
- "Wo tut es denn weh?"
- "Überall"
- "Gibt es vielleicht eine Stelle, wo es besonders weh tut?"
- "Na, ja, am Rücken"
- "Wo am Rücken?"
- "Weiß ich nicht"
- "Dreh dich doch bitte einmal um"
- "Kann ich nicht. "

Schwabbelheini geht einfach hin, sagt: "Nun stell dich nicht so an, Herr Emo hat doch nicht den ganzen Tag Zeit" und dreht Hermann im Bett um. Der schreit laut auf und stöhnt dann wieder leise vor sich hin.

Man kann nichts sehen: EE drückt ein bißchen hier und ein wenig da und an einer Stelle zuckt Hermann zusammen. Weiterhin ist nichts zu sehen.

Nun, dann muß ich da einmal anders hinsehen, denkt EE vor sich hin. Er kehrt seinen Blick nach innen und sieht, daß in Hermanns Rücken ein Messer steckt. Er fragt Hermann, ob er sich gestern mit jemandem gestritten hat, doch Hermann will nichts sagen und schweigt betroffen vor sich hin. Wieder greift der Vater ein, zieht Hermann an den Haaren hoch und kümmert sich gar nicht um dessen Gejammer.

- "Du sagst jetzt auf der Stelle, was gestern los war"; brüllt er Hermann an

- Leise kommt es zwischen den halbgeschlossenen Zähnen hindurch: "Der blöde Hanno hat Fettbacke zu mir gesagt und da habe ich ihm hinterher geschrien, er soll nur aufpassen, daß er selbst nicht fett wird".

- "Und"; fragt der Vater; "weiter, was dann"?
- "Na, der Hanno schrie zurück, ich stech dich ab, du fette Sau".

EE sieht etwas indigniert aus, ob dieser rüden Ausdrucksweise, doch er weiß, daß an den Schulen heutzutage unter den Schülern diese Art Sprache durchaus als normal bezeichnet werden kann. Er kann sich seine Kunden nicht immer aussuchen. In Extremfällen muss er einen Fall nicht übernehmen, doch die Schwabbelmeiers sind keine von der bösartigen Sorte, sie haben beide eine Arbeit und geben fast ihr ganzes Geld wieder für Essen aus.
Zurück zu Hermännchen, wie er in der Familie genannt wird.

- Also Hermann, du denkst jetzt einmal an die Stelle an deinem Rücken und schickst das, was dort weh tut zurück zu seinem Absender, danach ziehst du alle deine Gedanken zu dir zurück und gehst ins Bad unter die Dusche. Im Anschluss bekommst du von mir noch eine Aurenausstreichung. Das nächste Mal würde ich mir an deiner Stelle vorher überlegen, mit wem ich mich anlege".

Schwabbelheini bezahlt seinen Obolus und fragt lieber nicht, was EE da gesehen hat. Wenn er es hätte sagen wollen, dann hätte er es Hermännchen schon erklärt. Meistens ist es EE sowieso lieber, wenn man seine Schulungen besucht, die regelmäßig jeden Monat stattfinden. Dort bekommt man gezeigt, wie man mit Emotionen umgeht und welche Auswirkungen sie haben. Es gibt da so eine Emologic-Methode, doch Schwabbelheini hat das immer noch nicht ganz begriffen, was er da machen muss. Er schwänzt natürlich immer wieder die Kurse, denn er hört das gar nicht gerne, was EE erzählt. Und außerdem laufen die Seminare nachmittags, wenn die Sportschau im TV ist und da kann er einfach nicht weg. Er würde ja seine Dicke dort hinschicken, doch die hat samstags ihren Putztag und auch keine Zeit ...

EE geht nach Hause und hat den Fall schon wieder vergessen, denn diese Fälle sind seine Brötchengeber. Dauernd haben solche Leute Schwierigkeiten, sind leicht zufrieden zu stellen und wollen gar nicht wissen, wie man das vermeiden könnte. Die Hauptsache, fürs Erste ist mal wieder alles in Ordnung. EE hat da ein paar ganz andere Fälle, an denen und mit denen arbeitet er schon seit Jahren und dort zeigen sich auch die Fortschritte. Dort zeigt sich, daß diese Arbeit sich lohnt.

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