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Die Müritz
#1
   
An der Müritz
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#2
Hallo Paganlord,

ich erinnere mich an eine Legende über eine Nixe, die in der Müritz leben soll. Sie lebt in einem großen Bernstein und verzaubert vorbeifahrende Schiffe. Im Internet finde ich leider keine weiteren Informationen mehr dazu.

Vielleicht weißt Du ja etwas darüber?!
Innen wie Außen
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#3
Zwar bin ich nicht Paganlord, aber das Thema interessiert mich sehr.

Im Internet konnte ich einen kurzen Text dazu finden:

"In der Müritz, dem größten Landsee Meklenburgs, liegt ein großer schöner Bernstein von wunderbarer Durchsichtigkeit; aber Niemand darf ihn sehen, weil die Bernsteinnixe in einem aus lauter kleinen Bernsteinstücken bestehenden Palaste ihn bewacht. Wenn ein Fahrzeug zufällig ihrer Wohnung naht, so bleibt es wie angezaubert Stunden lang sitzen. Wer wissentlich es thut, ist des Todes. Fischer und Schiffer meiden möglichst die Stelle, wo der Sage nach die Nixe haust."

Die Legende, nach der du fragst, scheint eine Loreley-Variante zu sein. Mythen und Sagen über diese Gestalt gibt es nicht nur am Rhein, sondern auch an vielen anderen Gewässern.
Es gibt sogar eine Version der Loreley-Sage, wo sie eine Bernsteinkette in den Rhein wirft.


   
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#4
Die Sage von der Jungfrau auf der Loreley

In den alten Zeiten ließ sich manchmal auf der Lorelei um die Abenddämmerung und beim Mondschein eine Jungfrau sehen.
Sie sang mit so lieblicher Stimme, dass alle davon bezaubert wurden, die es hörten. Viele, die vorüberfuhren, wurden an dem Felsenriff im Strom in die Tiefe gerissen, weil sie auf ihr Fahrzeug nicht mehr achteten. Niemand hatte die Jungfrau aus der Nähe gesehen, als einige junge Fischer.
Zu ihnen gesellte sie sich bisweilen im letzten Abendrot und zeigte ihnen die Stellen, wo sie ihre Netze auswerfen sollten. Jedesmal, wenn sie dem Rat der Jungfrau folgten, taten sie einen reichlichen Fang. Die Jünglinge erzählten, was ihnen begegnet war, und die Geschichte verbreitete sich bald im ganzen Lande.
Der Sohn des Pfalzgrafen, der damals in der Nähe sein Hoflager hatte, hörte auch die wundervolle Mär; es gelüstete ihn, die Jungfrau zu schauen. Er tat, als ob er auf die Jagd gehen wollte, nahm den Weg nach Oberwesel; setzte sich dort in einen Nachen und ließ sich stromabwärts fahren.
Die Sonne war eben untergegangen, und die ersten Sterne traten am Himmel hervor, da näherte sich das Fahrzeug der Lorelei. "Seht ihr sie dort, die verwünschte Zauberin?" riefen die Schiffer. Der Jüngling hatte sie aber schon erblickt. Sie saß am Abhang des Felsens, nicht weit vom Strome, und band einen Kranz um ihre goldenen Locken. Jetzt vernahm er auch den Klang ihrer Stimme und war bald seiner Sinne nicht mehr mächtig. Er befahl den Schiffern, am Felsen anzufahren. Aber als er ans Land springen wollte, nahm er den Sprung zu kurz und versank im Strom; die Wogen schlugen schauerlich über ihm zusammen.
Die Nachricht kam schnell zu den Ohren des Pfalzgrafen. Voll Schmerz und Zorn befahl er seinen Knechten, ihm die Unholdin tot oder lebendig zu bringen. Einer seiner Hauptleute versprach, den Willen des Pfalzgrafen zu vollziehen. Doch bat er sich aus, dass er die Hexe gleich in den Rhein stürzen dürfe, damit sie sich nicht vielleicht durch Zauberkünste wieder aus Kerker und Banden befreie. Der Pfalzgraf war es zufrieden.
Nun zog der Hauptmann gegen Abend aus und umstellte mit seinen Reisigen den Berg. Er selbst nahm drei der beherztesten Männer aus seiner Schar und stieg die Lorelei hinan. Die Jungfrau saß oben auf der Spitze und hielt eine Schnur von Bernstein in der Hand. Sie sah die Männer kommen und rief ihnen zu, was sie hier suchten. "Dich, Zauberin", antwortete der Hauptmann, "und ich befehle dir, dich sofort in die Fluten hinabzustürzen!" - "Ei", sagte die Jungfrau lachend, "der Rhein mag mich holen!" Bei diesen Worten warf sie die Bernsteinschnur in den Strom hinab und sang mit schauerlichem Ton: "Vater, Vater, geschwind, geschwind, die weißen Rosse schick deinem Kind, es will reiten mit Wogen und Wind!"
Urplötzlich brauste der Strom daher. Der Rhein rauschte, dass weitum Ufer und Höhen mit weißem Gischt bedeckt waren. Zwei Wellen, die fast die Gestalt von zwei weißen Rossen hatten, stiegen mit Blitzesschnelle zur Kuppe des Felsens empor und trugen die Jungfrau hinab in den Strom, wo sie verschwand.

Quelle: http://www.regionalgeschichte.net/mittelrhein/st-goarshausen/kulturdenkmaeler/loreley/die-sage-von-der-lorelei.html


Anmerkung: Diese Geschichte erinnert mich sehr an ein Loreleygedicht von Clemens Brentano aus dem 19. Jahrhundert, in dem die Jungfrau vor einen Bischof geladen wird, der die "arme Hexe" (die seit sie von ihrem Liebsten betrogen wurde, verflucht ist und dadurch jedem Mann, den sie verführt, den Tod bringt) auf ihren eigenen Wunsch, ein Chr*st zu werden, in ein Kloster schickt.
Doch bevor sie dort ankommt, stürzt sie sich ebenfalls wehmütig in den Rhein.

Dieser Dichter ist natürlich nicht zu empfehlen...
Das geht auch etwas an der Sage der Bernsteinnixe vorbei.

Interessant finde ich allerdings, dass sie in der obigen Geschichte erst ihre Bernsteinkette in den Rhein wirft, bevor sie sich hineinstürzt. Als würde sie einen besonderen (bernsteinernen = goldenen) Lebensfaden durchtrennen. In dem Zusammenhang könnte ich mir den (goldenen) Bernsteinpalast der Nixe auch als Tempel vorstellen...
Die Bernsteinkette selbst erinnert nicht nur an einen Goldfaden, sondern auch an Gullveigs und Freyas goldene Tränen.
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#5
Die Loreley ist natürlich unsere liebe Göttin in ihrer Funktion als Schnitterin. Sie ist es, die die Lebensfäden anderer durchtrennt.
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