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Die neun wichtigsten ätherischen Öle in der Ersten-Hilfe
#1
LAVENDEL
Lavendel fein (Lavanduala angustifolia)

Körperliche Wirkung:
Antibakteriell, antiviral, antiseptisch, entzündungshemmend, antimykotisch (pilzwachstumshemmend), durchblutungsfördernd, hautregenerierend, juckreizstillend, krampflösend, schmerzstillend

Psychische Wirkung:
Angstlösend, aufbauend, beruhigend, unterstützend bei nervösen Beschwerden


Allgemeine Beschreibung:
Von allen ätherischen Ölen ist Lavendel zweifellos das Vielseitigste. Es wirkt schmerzlindernd, antidepressiv, antiseptisch, Bakterien bekämpfend, stauungslösend, blutdrucksenkend, Insekten abweisend, sedativ und wurmtreibend. Insgesamt kann man es als beruhigend, lindernd und vor allem harmonisierend beschreiben. Die wichtigste Eigenschaft von Lavendel dürfte tatsächlich seine Fähigkeit sein, körperliche und geistig-seelische Extreme zu jenem Gleichgewichtszustand zurückzuführen, bei dem eine Heilung stattfinden kann.
Seit Tausenden von Jahren wird Lavendel kontinuierlich benutzt- entweder das ätherische Öl oder die frischen bzw. getrockneten Blüten. Während einige Heilpflanzen, die den antiken Zivilisationen bekannt waren, in Vergessenheit gerieten und erst vor relativ kurzer Zeit wiederentdeckt wurden, hat Lavendel seine Popularität nie eingebüßt.
Der Name der Pflanze leitet sich vom lateinischen lavare (=waschen) ab, wahrscheinlich, weil sie zum Auswaschen von Wunden verwendet wurde; man benutzte sie aber auch allgemein als Badezusatz und zum Wäschewaschen.
Der Lavendel stammt aus dem Mittelmeerraum. Seit die Römer ihn nach Großbritannien und in andere nördliche Länder brachten, gedeiht er in ganz Europa.
Lavendelöl ist wahrscheinlich das beliebteste und am häufigsten verwendete Öl der gesamten aromatherapeutischen Palette.
Nur sehr wenige Menschen sind gegen den echten Lavendel allergisch – meist Asthma – oder Heuschnupfenkranke oder Menschen aus Allergikerfamilie.
Am besten bereitet man eine Dampfinhalation, denn heißer Dampf hemmt schon für die sich allein die Ausbreitung der Viren; durch die Beigabe von Lavendelöl wirkt er zudem beruhigend und schleimlösend und bekämpft die Bakterien, die bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt Sekundärinfektionen auslösen können. Lavendel eignet sich außerdem als effektives Sedativum.
Einen wichtigen Anwendungsbereich findet Lavendelöl bei der Linderung von Muskelschmerzen gleich welcher Art.
Bei Menstruationsschmerzen und unregelmäßiger Periode ist Lavendel ebenfalls hilfreich.
Bei den vielen kleinen Beschwerden der Kindheit ist Lavendel von unschätzbarem Wert: bei schlechter Laune genauso wie bei Koliken und ansteckenden Krankheiten.
Lavendel wirkt auf den Herzmuskel gleichzeitig tonisierend und sedierend, eignet sich also z.B. bei Herzklopfen hervorragend.
Die Vielseitigkeit des Lavendelöls macht manche Menschen misstrauisch; dies vor allem, wenn sie an die schulmedizinische Vorstellung gewohnt sind, dass für jede Krankheit ein ganz spezielles Gegenmittel zuständig ist. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten beruhen jedoch zum einen auf der komplexen chemischen Struktur des Öls und seinen zahlreichen Wirkstoffen, zum anderen darauf, dass es primär ausgleichend und normalisierend wirkt.


Lavendel in der Hausapotheke

Schnelle Hilfe für den Körper:

Verbrennungen: Lavendeln fein tropfenweise direkt pur auf die betroffene Stelle auftragen. Dies hat einen wohltuenden und schmerzlindernden Effekt. Je nach Bedarf immer wieder die betroffene Stelle beträufeln. Wirkt leicht kühlend.

Schürfwunden, Wunddesinfektion: Reinigung von kleinen Schürfwunden: Lavendel fein direkt zur Reinigung aufträufeln und damit desinfizieren, brennt nicht.
Für Kinder eher als Roll-On auf Jojoba- oder Mandelölbasis anwenden, nicht in die Wunde – nur außen herum auftragen. In absoluten Ausnahmefällen pur anwenden, zum Reinigen der Wunde beispielweise, nicht als Daueranwendung geeignet.

Insektenstiche: Bei Insektenstichen kann man 1 – 3 Tropfen Lavendel fein unverdünnt auf die Stichstelle träufeln.
Wichtig: Für Kinder unter 6 Jahren in 5 ml Mandelöl verdünnen!

Verdauungsprobleme: In 10 ml Mandelöl 3 – 5 Tropfen Lavendel fein träufeln. Solarplexus und Magengegend einmassieren. Wirkt bei nervösen Magenbeschwerden entlastend.

Bronchialer Husten: 1 Tropfen Lavendel fein auf eine Kompresse oder ein Taschentuch träufeln und auf die Brust legen. Vor dem Einschlafen gut abdecken. Beruhigt die Atmung.
Für Kinder mit 5 ml Mandelöl verdünnen!

Schnelle Hilfe für die Psyche:

Einschlafstörung: Einfache Handhabung 1 – 2 Tropfen Lavendel fein auf Taschentuch, Vlies, Duftstein oder Lavendelsäckchen träufeln und neben das Kopfkissen legen.

Für die Duftlampe: 1 – 3 Tropfen Lavendel fein 20 Minuten vor dem Schlafengehen in die Duftlampe geben. Vor dem Einschlafen ausmachen.



Die restlichen ätherischen Öle folgen... Winken
Tue was Du willst, aber wisse was Du willst!
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Es bedanken sich: Ela , Rica , Coco die Eule
#2
TEEBAUM
Teebaum (Melaleuca alternifolia)

Körperliche Wirkung:

Antibakteriell, antiviral, antimykotisch, antiseptisch, antiparasitär, abschwellend, entzündungshemmend, entstauend auf das venöse System, epithelisierend, die Selbstregulation unterstützend

Psychische Wirkung:
Leicht stärkend

Allgemeine Beschreibung:
Der Teebaum gehört zur botanischen Familie der Myrtaceae und innerhalb dieser zur Gattung der Melaleuca-Gewächse. Alle Öle der Myrtaceae-Familie zeichnen sich durch ihre Wirksamkeit gegen Infektionen aus. Es ist farblos und bis blassgelb und hat einen sehr „medizinischen“ Duft, der dem von Eukalyptusöl gleicht. Teebaumöl wird in Europa noch nicht so lange verwendet. Das Wissen von seinen Eigenschaften stammt hauptsächlich von den Ureinwohnern Australiens, wo der Baum heimisch ist. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Teebaumöl beruhen auf zwei miteinander verbundenen Fakten:

1. Es bekämpft alle drei Arten von Mikroorganismen, die Krankheiten übertragen: Bakterien, Pilze und Viren. Insofern ist seine Wirkungsweise einmalig.
2. Gleichzeitig stimuliert es sehr stark das menschliche Immunsystem, d.h. die Reaktion des Körpers auf ihn bedrohende Organismen. Teebaumöl reizt im allgemeinen die Haut nicht und kann unverdünnt aufgetragen werden.


Teebaum in der Hausapotheke:

Schnelle Hilfe für den Körper:

Nagelpilz: 1–2 Tropfen Teebaum auf einen Wattestäbchen träufeln und unter den Nagel bringen. Um das Nagelbett einen Nagelbalsam auftragen.

Herpes: 1 Tropfen Teebaum mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle behutsam auftupfen. Dies kann brennen. Wenn man zu Herpes neigt und spürt, dass er im Anflug ist, gleich vorbeugend auftragen. So kann man die Herpesviren abwehren.

Warzen: Bei Warzen Teebaum pur auf die befallene Stelle mit Wattestäbchen auftragen. Täglich mehrmals wiederholen (5–8-mal).

Blutende Verletzung: Direkt auf die Wunde 1 Tropfen träufeln. Hilft die Blutung zu stoppen. Wunddesinfektion: Zur Einigung direkt aufträufeln und damit desinfizieren.

Für Kinder: Auf 10 ml Mandelöl, 2 Tropfen Teebaum, 1 Tropfen Lavendel fein, Mischung um die Wunde herum aufbringen. Hilft der Haut sich schneller zu regenerieren.

Insektenstiche oder Juckreiz: 1 Tropfen Teebaum kann pur auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden; verhindert den Juckreiz.

Ohrenschmerzen: 2 Tropfen Teebaum in 10 ml Mandelöl hinter dem Ohr einmassieren. Auf kleinem Watteträger 1 Tropfen Teebaum in die äußere Ohrfalte einbringen.

Schnelle Hilfe für die Psyche:

Teebaum eignet sich zur Stärkung der Psyche am besten in Kombination mit anderen Ölen, da sein Duft gewöhnungsbedürftig ist.
Tue was Du willst, aber wisse was Du willst!
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Es bedanken sich: Ela
#3
Zitat:Verbrennungen: Lavendeln fein tropfenweise direkt pur auf die betroffene Stelle auftragen. Dies hat einen wohltuenden und schmerzlindernden Effekt. Je nach Bedarf immer wieder die betroffene Stelle beträufeln. Wirkt leicht kühlend.

Da kann ich Sirona nur zustimmen, vor allem bei kleineren Verbrennungen, wie z.B. mit heißem Wasserdampf.
Es wirkt in weniger als 5-10 min. Die Schmerzen werden gelindert, und die Rötung läßt schnell nach.
Lavendelöl ist ein Muß für die Erste Hilfe.  Daumen hoch
Geduld in allen Dingen führt sicher zum Gelingen.
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#4
PFEFFERMINZE
Pfefferminze (Mentha piperita)

Körperliche Wirkung:
Antibakteriell, antiviral, abwehrsteigernd, antiseptisch, befreiend, belebend, entzündungshemmend, entkrampfend, epithelisierend, kühlend, schmerzstillend, zellerneuernd

Psychische Wirkung:
Aufbauend, belebend, erfrischend, klärend, konzentrationsfördernd

Allgemeine Beschreibung:
Die Pfefferminze ist eine ausgesprochen europäische Pflanze, selbst wenn heute die Amerikaner von ihr mehr Öl produzieren als irgendein anders Land. Die alten Römer – und vermutlich auch die Ägypter – wussten bereits von ihrer heilkräftigen Wirkung auf das Verdauungssystem. Die Pfefferminze ist aufgrund ihrer krampflösenden Eigenschaften seit jeher das bevorzugte Hausmittel bei Magen- und Verdauungsbeschwerden jeder Art (Koliken, Durchfall, Erbrechen), außerdem bei Lebererkrankungen. Das ätherische Öl lässt sich, sachgemäß verdünnt, gut für Magenmassagen verwenden, die stets im Uhrzeigersinn auszuführen ist. Unterstützend kann Pfefferminztee getrunken werden. Pfefferminze ist außerdem hilfreich bei Erkältungen und Grippe, vor allem in Verbindung mit Lavendel, Majoran und ähnlich geeigneten Ölen. Sie wärmt und stimuliert die körpereigenen Abwehrkräfte, noch bevor die Krankheit richtig zum Ausbruch kommt. 3 Tropfen des Öls (in einem Trägeröl) sind für ein Vollbad absolut ausreichend – mehr würde ein unangenehmes Brennen auf der Haut hervorrufen.
Bei Fieber wirkt Pfefferminze kühlend, so paradox dies nach dem Vorhergesagten klingen mag. Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn wir wissen, dass der Wärmeeffekt nichts anders ist als eine Reaktion des Körpers auf die zuvor erzeugte Abkühlung. Pfefferminze veranlasst den Körper außerdem zu Schwitzen, ein weiterer Mechanismus, um eine erhöhte Temperatur zu senken. Eine Dampfinhalation macht verstopfte Atemwege wieder frei. Kalte Umschläge auf Stirn und Schläfe, auch hier am besten unter Zusatz von etwas Lavendel, lindern Kopfschmerzen und unter Umständen auch Migräne. Beide Öle sind effiziente Schmerztöter, wobei Pfefferminze anregend, Lavendel beruhigend wirkt. Viele im Handel erhältliche Schmerzmittel enthalten eine ähnliche Kombination von stimulierenden und sedierenden Substanzen – allerdings mit dem gravierenden Unterscheid, dass ätherische Öle nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern an den Ursachen arbeiten (z.B. verstopften Atemwegen, Stauungen in der Leber oder geistiger Erschöpfung).
Pfefferminze wird ähnlich wie Rosmarin und Basilikum als „kopfwirksam“ beschrieben, d.h. sie aktiviert das Gehirn und verhilft zu einem klaren Denken. Aufgrund ihrer anregenden Qualitäten wird sie ferner als Erste-Hilfe-Maßnahme bei plötzlichem Schock oder Übelkeit eingesetzt, hier genügt es, das Öl von einem Taschentuch oder direkt aus der Flasche zu inhalieren.

Zwei wichtige Hinweise:
Man soll Pfefferminze nicht benutzen, wenn man homöopatische Medikamente einnimmt, es kann ihre Wirkung beeinträchtigen. Verwende Pfefferminze nicht abends, denn sie kann Schlaflosigkeit hervorrufen. Bei fortgesetztem Gebrauch über längere Zeit kann es zu Störungen des Schlafrhythmus kommen.


Pfefferminze in der Hausapotheke

Schnelle Hilfe für den Körper:

Übelkeit: 1 Tropfen Pfefferminze auf ein Taschentuch und daran riechen.

Schnittwunde: Direkt auf die glatte Schnittwunde 1 Tropfen Pfefferminze träufeln. Stoppt die Blutung und brennt nicht. Bei Bedarf Pflaster oder Verband auflegen.

Schnelle Hilfe für die Psyche:

Müdigkeit, Konzentrationsmangel: 1 Tropfen Pfefferminze auf ein Duftvlies oder Taschentuch – leicht inhalieren. 1 Tropfen auf ein Duftvlies im Auto. 1 – 3 Tropfen in die Duftlampe. 1 Tropfen in die äußeren Ohrmuscheln einmassieren.

Aufmunternd am Arbeitsplatz: 1 Tropfen Pfefferminze für den Duftstein am Schreibtisch. 1 Tropfen aufs Halstuch.
Tue was Du willst, aber wisse was Du willst!
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Es bedanken sich: Ela
#5
CAJEPUT
Cajeput (Melaleuca leucadendron)

Körperliche Wirkung:
Antibakteriell, antiviral, antiseptisch, abschwellend, durchblutungsfördernden, entzündungshemmend, herz-kreislaufanregend, hustenreizmildernd, schleimlösend, schweißtreibend, schmerzmindernd, stoffwechselanregend, das Bindegewebe unterstützend

Psychische Wirkung:
Belebend, geistig anregend, konzentrationsfördernd, nervenstärkend

Allgemeine Beschreibung:
Der Cajeput-Baum hat seinen Namen von seiner weißlichen Rinde - im Malaiischen bedeutet „cajuputi“ „weißer Baum“. Die Bäume der Melaleuca-Gruppe gehören zur Gattung der Myrtafceae, ebenso wie alle Eukalyptus-, Gewürznelken- und Myrtengewächse. Die Öle dieser Familie sind hervorragend geeignet, Infektionen zu bekämpfen und manchmal zu verhindern. Cajeputöl wird durch Dampfdestillation aus den Blättern und Knospen des Baumes gewonnen und besitzt eine grünlich gelbe Farbe, die es von anderen ätherischen Ölen der Melaleuca-Familie unterscheidet.
Cajeput wird meist als Dampfinhalation bei Erkältungen und anderen Entzündungen der Atemwege eingesetzt. Es macht die Nase frei und verhindert die Vermehrung der Bakterien, die in dem bei Erkältungen und grippalen Infekten gebildeten Schleim bestens gedeihen und zu Katarrh oder Nebenhöhlenentzündungen führen können. Das Öl wirkt als „Schmerzkiller“, d.h. es lindert die erkältungstypischen Beschwerden wie rauen Hals und Kopfschmerzen. Cajeputöl kann die Haut reizen. Man sollte es daher vorsichtig verwenden, immer verdünnen und nie mit den Schleimhäuten in Berührung kommen lassen. Es wirkt außerdem stark anregend und sollte daher nicht vor dem Zubettgehen benutzt werden.


Cajeput in der Hausapotheke

Schnelle Hilfe für den Körper:

Ohrenschmerzen: 1 Tropfen Cajeput auf den Finger geben und in die Kopfhaut hinter dem Ohr einmassieren. Dies wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Erkältung, Heiserkeit: 1–2 Tropfen Cajeput auf Taschentuch, Duftstein, Miniduftstein oder Vlies träufeln, tief einatmen und Duft inhalieren.
Dampfinhalation: 1 Liter abgekochtes Wasser, 1–3 Tropfen Cajeput. Mit einem großen Handtuch bedeckt über der Schüssel inhalieren.
Für Kinder: 1 Tropfen Cajeput

Hämorrhoiden: 1 Tropfen Cajeput zur Schmerzstillung direkt die betroffene Stelle massierend behandeln.

Schnelle Hilfe für die Psyche:

Psychische Erschöpfung, Ängste: 2-3 Tropfen Cajeput direkt auf Duftstein, Taschentuch oder Duftvlies (fürs Auto).
Tue was Du willst, aber wisse was Du willst!
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#6
LEMONGRAS
Lemongras (Cymbopogon flexuosus)

Körperliche Wirkung:
Antibakteriell, antiviral, antiseptisch, stark desinfizierend, desodorierend, fiebersenkend, fungizid, immunstärkend, lymphstauend, das Bindegewebe straffend, Insekten vertreibend

Psychische Wirkung:
Bei Antriebsschwäche, Stress, seelischen Verletzungen, sehr anregend und konzentrationsfördernde, wirkt regulierend auf das vegetative Nervensystem

Allgemeine Beschreibung:
Lemongras gehört zu den bedeutenden Mitgliedern einer Familie duftender Gräser, die in Indien heimisch ist, das aber auch in anderen tropischen Ländern wie Brasilien, Sri Lanka sowie Teilen Zentralafrikas angebaut wird. Die Pflanze wird bis zu einem Meter hoch und kann jährlich zweimal oder öfters abgeschnitten werden. Nach der Ernte wird das Gras fein gehäckselt, damit die Extraktion des per Dampfdestillation gewonnen ätherischen Öls ergiebiger ausfällt. Das Öl ist gelb bis rotbraun und hat einen starken zitronenartigen Duft.
Das Gras hat in der indischen Heilkunde eine lange Geschichte. Es wurde vor allem gegen Infektionskrankheiten und Fieber benutzt, da es stark antiseptisch und bakterizid wirkt; es kräftigt und stimuliert den gesamten Organismus.
Es lindert Kopfschmerzen, sollte aber im Gegensatz zu Lavendel in einem Trägeröl verdünnt werden, ehe man Schläfen und Stirn vorsichtig damit einreibt; das pure Öl könnte die Haut reizen. Als Badezusatz wirkt Lemongras erfrischend, antiseptisch und deodorierend, sollte aber aus dem vorgenannten Grund sehr vorsichtig dosiert werden. Wie alle anderen zitronenartig duftenden Öle ist Lemongras ein gutes Mittel zur Insektenabwehr. Lemongrasöl wird zuweilen verwendet, um teurere Öle zu strecken; gelegentlich findet man es sogar als „Verbene“ etikettiert, die ähnlich nach Zitrone duftet. Es ist daher wichtig, sich beim Einkauf immer den lateinischen botanischen Namen geben zu lassen.


Lemongras in der Hausapotheke

Schnelle Hilfe für den Körper:

Mückenabwehr: 1–2 Tropfen Lemongras auf Taschentuch, Duftvlies oder Miniduftstein.

Schnelle Hilfe für die Psyche:

Müdigkeit auf Reisen: 1–2 Tropfen Lemongras auf ein Taschentuch, Duftvlies oder einen Miniduftstein. Hilft wach zu werden und wirkt belebend.
10 ml Mandelöl, 3–4 Tropfen Lemongras auf Handpulse, Schläfen und Nacken bei Verspannung einmassieren.

Stimmungstief: 2–3 Tropfen Lemongras auf ein Taschentuch, Duftvlies oder einen Miniduftstein geben. Hilft aufzumuntern und wirkt stimmungserhellend

Vorsicht
Öl macht Lichtflecken!
Tue was Du willst, aber wisse was Du willst!
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#7
ZITRONE
Zitrone (Citrus limon)

Körperliche Wirkung:
Stark antibakteriell, leicht antiviral, antiseptisch, antiparasitär, abschwellend, desodorierende, desinfizieren, entstauend, fiebersenkend, reduziert Fußschweiß, steigert die Abwehr, immunstimulierend, stärkt die Gefäßwände, raumluftdesinfizierend

Psychische Wirkung:
Nervenberuhigend, konzentrationsfördernd, stimmungsaufhellend bei Stress und Burnout

Allgemeine Beschreibung:
Der Zitronenbaum ist angeblich in Indien beheimatet und soll gegen Ende des 5. Jahrhunderts nach Italien eingeführt worden sein. Inzwischen wird er im gesamten Mittelmeerraum kultiviert, insbesondere in Spanien und Portugal.
Das Öl wird aus der äußeren Schicht der Zitronenschale herausgepresst; für einen Kilo Öl werden 3000 Zitronen benötigt. Die Essenz hat eine schwach grünlich-gelbe Farbe und duftet unverwechselbar nach frischen Zitronen.
Zitronenöl hat zahlreiche wichtige Eigenschaften; insbesondere stimuliert es die weißen Blutkörperchen, die den Körper gegen Infektionen verteidigen. Bei der Behandlung von äußerlichen Wunden und Infektionskrankheiten ist dies sehr wertvoll. Da die Zitrone das körpereigene Abwehrsystem stärkt und weißen Blutkörperchen aktiviert, ist sie bei allen Schnitt- und sonstigen Wunden angezeigt. Sie wirkt außerdem Blut stillend. Die Ausbreitung von Infektionen wird durch Zitronenöl in der Aromalampe oder als Raumspray eingedämmt und sorgt gleichzeitig für einen angenehmen Duft.
Die dritte wichtige Eigenschaft der Zitrone ist ihre Fähigkeit, der Übersäuerung des Körpers entgegenzuwirken. Dies mag zunächst überraschend klingen, da die Zitrone selbst doch recht sauer ist. Während der Verdauung wird die Säure jedoch neutralisiert und Kalium- und Kalzium-Karbonate und -Bikarbonate verwandelt, die das System alkalisch halten. Die Zitrone leistet also wertvolle Dienste, wenn das Säuren-Basen-Gleichgewicht des Körpers in den sauren Bereich verschoben ist.
Das bekannteste Beispiel dürfte die Magensäure sein, die Schmerzen und Geschwüre verursacht. Die Zitrone kräftigt außerdem das Verdauungssystem allgemein, einschließlich Leber und Bauchspeicheldrüse. Die Zitrone besitzt auch eine tonisierende Wirkung auf den Kreislauf, weshalb sie sich sehr gut zur Behandlung von Krampfadern eignet. Auch in manchen Fällen von Bluthochdruck ist sie hilfreich und kann vorbeugend gegen Arteriosklerose eingesetzt werden.
Zitronenöl kann auch an Stelle einer Behandlung mit chemischen Präparaten benutzt werden, um Hornhaut und Warzen zu entfernen. 2 Tropfen Zitronenöl mit 10 Tropfen Apfelessig mischen die betreffende Stelle täglich behandeln.


Zitrone in der Hausapotheke

Schnelle Hilfe für den Körper:

Fieber: Wadenwickel – 1 Liter körperwarmes Wasser, 1 TL Meersalz, 5 Tropfen Zitrone. Meersalz und Zitrone vermischen und in das Wasser geben. Baumwolltücher darin eintauchen, auswringen und um die Waden wickeln. Anschließend ein trockenes Handtuch darüber wickeln.

Übelkeit durch schlechte Gerüche: Direkt am geöffneten Zitronenöl-Fläschchen riechen.

Schnelle Hilfe für die Psyche:

Konzentrationsmangel: 1–2 Tropfen Zitrone auf Duftstein, Miniduftstein oder Vlies für den Schreibtisch. Tief durchatmen und inhalieren.

Vorsicht
Öl macht Lichtflecken!
Tue was Du willst, aber wisse was Du willst!
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Es bedanken sich: verdandi
#8
ORANGE
Orange (Citrus sinensis)

Körperliche Wirkung:
Antiseptisch, antibakteriell, durchblutungsfördernd, entschlackend, entstauend, entzündungshemmend, gewebestärkend, krampflösend, lymphentstauend, schmerzlindernd, atmosphärisch reinigend und leicht desinfizierend

Psychische Wirkung:
Angstlösend, aufhellend, belebend, nervenberuhigend, psychisch ausgleichend bei Stress, Unruhe und depressiver Verstimmung

Allgemeine Beschreibung:
Die eigentliche Heimat des Orangenbaums ist der ferne Osten, vor allem China und Indien. In Europa wurden die Früchte erst im späten 17. Jahrhundert medizinisch verwendet. Der Baum hat sich dem Klima im Mittelmeerraum sehr gut angepasst.
Das Öl wird durch Auspressen der äußeren Schale extrahiert, und zwar von zwei Unterarten: der bitteren und der süßen Orange. Das Öl ist tief goldgelb und hat das charakteristische Orangenschalenaroma. Das Aroma der Bitterorange ist etwas feiner. Beide wirken antidepressiv, krampflösend, magenberuhigend und leicht sedativ, weshalb sie in vielen Fällen austauschbar sind. Orangenöl besitzt anscheinen einen normalisierenden Effekt auf die Darmperistaltik. Es ist ein gutes Mittel gegen Schlaflosigkeit und kann mit Neroli und Lavendel gemischt oder im Wechsel mit diesen benutzt werden. Vor allem bei einer länger andauernden Behandlung.


Orange in der Hausapotheke

Schnelle Hilfe für den Körper:

Antriebslosigkeit: 2-3 Tropfen Orange, 1 TL Agavendicksaft, 500 ml stilles Wasser, Orangen-Öl mit Agavendicksaft vermengen und mit Wasser aufgießen. Allgemein vitalisierend. Wirkt anregend auf Herz und Kreislauf und ist harntreibend.

Geschwächte Mundschleimhaut: 2 Tropfen Orange, 1 TL Orangenblütenwasser, Mischung in ein Glas Wasser geben und mit stillem Wasser auffüllen. Gurgeln und durch die Zähne ziehen. Danach ausspucken. Stärkt die Mundschleimhäute.

Schnelle Hilfe für die Psyche:

Emotionale Erschöpfung, Heimweh: 1 Tropfen Orange auf ein Taschentuch träufeln, daran riechen und bewusst inhalieren. Beruhigt und wirkt aufmunternd.

Lernmüdigkeit: 1 Tropfen Orange auf einen Miniduftstein träufeln. Für Schreibtisch oder Schule als Motivations- und Lernhilfe.

Vorsicht
Öl macht Lichtflecken!
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#9
IMMORTELLE
Immortelle (Helichrysum italicum)

Körperliche Wirkung:
Antibakteriell, antiseptisch, abschwellend, desinfizierend, stärkt die Gefäßwände, Lymphdrüsen und Wasseransammlungen entstauend, entzündungshemmend

Psychische Wirkung:
Ausgleichend, entspannend, bei seelischen Verletzungen, Stress und psychischen Belastungen

Allgemeine Beschreibung:
Immortellen-Öl wird aus den bei Blumen-Arrangeuren beliebten Strohblumen destilliert. Die Blüten und das Öl duften köstlich nach Honig. Das im allgemeinen gelbe Öl besitzt zuweilen einen leichten Stich ins Rötliche. Es regt die Selbstheilungskräfte es Körpers an, was darauf hindeutet, dass es möglicherweise das Immunsystem aktiviert. Seine Anwendung ist weitgehend unbedenklich, denn es ist nicht toxisch und wird auch von empfindlicher Haut im allgemeinen gut vertragen. Sie wirkt krampflösend und trägt dazu bei, quälende Asthma- und Keuchhustenanfälle zu lindern. Außerdem fördert sie den Schleimauswurf, was für alle Hustenarten günstig ist. Aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften eignet das Öl sich bei Rheuma und Arthritis zur Massage. Immortelle wird allgemein in der Hautpflege und bei vielen Hautkrankheiten einschließlich Ekzemen und anderen Allergien eingesetzt, denn sie wirkt antiallergen, entzündungshemmend, antiseptisch und heilend.


Immortelle in der Hausapotheke

Schnelle Hilfe für den Körper:

Akute Prellung, Bluterguss, Sportverletzung: 1 Tropfen Immortelle direkt auf die geprellte Stelle oder auf das Hämatom auftragen.

Blaue Flecken: Mischung zum Einreiben. 10 ml Jojoba- oder Johanniskrautöl, 8 Tropfen Immortelle. Großflächig auf die betroffenen Stellen auftragen.
Für Kinder: 10 ml Jojobaöl, 4 Tropfen Immortelle

Husten: 10 ml Mandleöl, 3–4 Tropfen Immortelle, Brust und Bereich der oberen Atemwege leicht einreiben.

Schnelle Hilfe für die Psyche:

Nervliche Erschöpfung: 1 Tropfen Immortelle auf ein Papiertaschentuch träufeln (Vorsicht: färbt), daran riechen und bewusst inhalieren. Beruhigt, bringt neue Energie und innere Kraft.
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#10
PALMAROSA
Palmarosa (Cymbopogon martinii var. Motia)

Körperliche Wirkung:
Stark antibakteriell, stark antimykostisch, antiviral, antiallergisch, desodorierend, entzündungshemmend, immunstärkend, hautregenerierend, herzstärkend, krampflösend, verdauungsfördernd

Psychische Wirkung:
Ausgleichend, beruhigend, entspannend, hilft bei Kummer, Trauer, Ängsten, innerem Druck und Stress

Allgemeine Beschreibung:
Palmarosa ist ein wohlriechendes Gras aus derselben Familie wie Lemongras und Zitronelle. Es ist in Indien heimisch, wird aber jetzt auch u.a. in Afrika und Südamerika angebaut. Die gesamte Familie scheint sich auf das Nachahmen spezialisiert zu haben, jedenfalls enthalten sie eine Reihe von Elementen, die viel selteneren, wertvolleren Pflanzen ihren charakteristischen Duft verleihen. Das Öl wird oft verwendet, um echtes Rosenöl zu strecken – obwohl niemand, der eine feine Nase hat, die beiden Öle verwechseln würde.
Die per Dampfdestillation gewonnen Essenz ist im allgemeine leicht gelblich, manchmal mit einem Stich ins grünliche.
In der traditionellen indischen Medizin wird Palmarosa schon lange gegen Fieber und Infektionskrankheiten eingesetzt. Es ist ein sehr starkes Breitbandbakterizid.


Palmarosa in der Hausapotheke

Schnelle Hilfe für den Körper:

Nagelbettentzündung, Nagelpilz: 1–2 Tropfen Palmarosa direkt auf die gerötete und verletzte Stelle auftragen. Palmarosa kann pur auf der Haut angewendet werden, ohne sie auszutrocknen. Hautverletzungen, Schürfwunden: 3–5 Tropfen Palmarosa auf die verletzte Hautstelle träufeln. Reinigt und desinfiziert die Wunden und wirkt zusätzlich entzündungshemmend.
Für Kinder: 1-2 Tropfen Palmarosa. Die Haut um die Verletzung herum mit Mandelöl pflegen.

Gerötete Haut, Nesselbläschen: 1 Tropfen Palmarosa auf die betroffenen Stellen auftragen. Die Bläschen verschwinden, und die Haut beruhigt sich.

Insektenstiche: Für die Soforthilfe: Auf Stiche oder juckende Hautstellen pur 1 Tropfen Palmarosa auftragen. Hält zusätzlich die Mücken fern.
Für unterwegs: 10 ml Mandelöl, 6 Tropfen Palmarosa, auf Stiche und gerötete Hautpartien großzügig auftragen. Lindert Juckreiz und lässt die Schwellung abklingen.
Für Kinder: 10 ml Mandelöl, 3 Tropfen Palmarosa. Auf Stiche und juckende Hautstellen auftragen.

Schnelle Hilfe für die Psyche:

Spannungszustände: 1–3 Tropfen Palmarosa auf Taschentuch, Duftvlies oder Duftstein träufeln, Schnuppern und bewusst inhalieren. Löst Spannungszustände, beruhigt und besänftigt.
Für Kinder: 1 Tropfen Palmarosa auf ein Taschentuch geben und schnuppern lassen.

Nervosität, Unruhe: 1–3 Tropfen Palmarosa in die Duftlampe träufeln. Hilft zu entspannen und loszulassen.


So, das waren jetzt die ätherischen Öle in der Ersten-Hilfe. Wenn jemand mal was ausprobiert, vielleicht schreibt derjenige, ob es funktioniert hat. Bin gespannt Winken
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