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Gentechnik Neuigkeiten
#51
Violetta schrieb:Sie mischen's rein; zunehmend auch bei Bio.

čono schrieb:Möglich ist vieles. Aber was ist mit den Kontrollen der Bio-Verbände? Das müßte ja dann seitens der Verbände wissentlich in betrügerischer Absicht geschehen, denn laut Richtlinien ist es verboten.

Gruß, čono

Das glaube ich nicht. Soweit ist es zum Glück bei Bio noch nicht. Jedoch beispielsweise bei Soja-Produkten ist es kaum möglich nicht konterminiertes Soja auf dem Weltmarkt zu erstehen. Sagen die Firmen selbst, daß sie es nicht mehr 100% bei allen Produkten garantieren können. Willst Du Beispiele?
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#52
Violetta schrieb:Willst Du Beispiele?

Wir reden jetzt nur von Bio. Oder? Da würden mich Beispiele sehr interessieren!

Gruß, ?ono
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#53
Ich nehme als Beispiel mal die Firma Taifun. Also eine Firma, die sich wirklich aktiv gegen gentechnische Verunreinigungen in Nahrungsmitteln einsetzt. Auf jedem ihrer Produkte steht: Gegen Gentechnik bzw. GeGEN. Taifun produziert sehr viele Soja-Produkte, die auch prima schmecken. Sie haben aber selbst eingestanden, daß sie keine 100% Gen-Technik Freiheit mehr garantieren können. Dazu müßten sie das Soja auf dem deutschen Markt kaufen (was sie auch fleißig tun), jedoch genügt die in Deutschland produzierte Menge nicht aus. Also müssen sie den Soja auch woanders einkaufen, was wiederum heißt, daß die Gentechnikfreiheit nicht mehr 100% garantiert werden kann. Aus diesem Grund wurde auch der Verpackungsaufdruck von "Ohne Gentechnik" in "Gegen Gentechnick" bzw. in "GeGEN" geändert.

http://www.taifun-gegen-gentechnik.de/

Mehrere Biozeitschriften haben zu diesem Thema auch interessante Artikel veröffentlicht:
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#54
Kann Tofu noch gentech-frei sein?

Rund 40 Millionen Tonnen Soja importiert die EU jedes Jahr, vor allem aus Südamerika. Ein Großteil ist Gensoja. Dessen Spuren machen den Bioherstellern zu schaffen.

Manchmal genügt der Staub vom Dreschen, den der Wind über die brasilianische Ebene bläst. Stammt er von gentechnisch veränderten Sojabohnen und lagert er sich auf Bio-Sojabohnen ab, kann das zu einer messbaren Verunreinigung führen. Dafür genügt auch eine Handvoll Gentech-Bohnen in einem nicht perfekt gereinigten Silo.

Einzige Voraussetzung: Eine der Gentech-Bohnen muss in das Sammelgefäß fallen, mit dem die Stichprobe fürs Labor gezogen wird. In etwa zehn Prozent der untersuchten Bio-Sojaprodukte finden die amtlichen Lebensmittelkontrolleure Verunreinigungen von Gen-Sojabohnen. Dabei „handelte es sich durchweg um sehr geringe Spuren unter 0,05 Prozent“, wie die baden-württembergischen Untersuchungsämter in ihrem Ökomonitoring 2007 schrieben.

Konventionelle Produkte waren etwa dreimal häufiger und auch stärker belastet. Das liegt daran, dass Biobauern und -hersteller keinerlei gentechnisch veränderte Organismen (GVO) einsetzen und zudem alles unternehmen, um ihre Erzeugnisse vor Verunreinigungen zu schützen.

Tatort Mähdrescher

Die Gefahr, dass Biosoja verunreinigt wird, ist groß, vor allem in den nord- und südamerikanischen Ländern, in denen bereits Gensoja angebaut wird. Die Verunreinigung findet weniger auf den Feldern statt, denn Sojapflanzen bestäuben sich selbst.

Pollen, die von Gen-Sojafeldern einfliegen, kommen in der Regel nicht zum Zug. Gefährdet sind die Bohnen bei der Ernte und danach: In Mähdreschern, auf Lastern, in Silos und Containern, in den Reinigungsanlagen der Mühlen. Überall könnten ein paar Bohnen aus einer vorher verarbeiteten Partie Gensoja übrig geblieben sein.

Wo es geht, sind deshalb Maschinen und Anlagen für Bio reserviert. Ansonsten hilft nur putzen, putzen, putzen. Verpackt für den Transport werden die Bohnen meist in große Plastiktüten, Big Packs genannt, um eine Kontamination zu verhindern. Sojabohnen, die in Mitteleuropa wachsen, haben diese Probleme noch nicht, denn in der EU ist der Anbau von Gensoja verboten. Sojabohnen werden auch in Deutschland angebaut.

Da die Bohnen jedoch warme, nicht zu feuchte Sommer brauchen, ist das nur am Oberrhein und am Bodensee möglich. In Österreich wachsen die meisten Sojabohnen in Oberösterreich und im Burgenland. Insgesamt reichen die hierzulande angebauten Bio-Sojabohnen bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Importe sind unverzichtbar.

Gensoja auf der Spur

Um deren Risiko zu minimieren, lassen die Verarbeiter Biosoja immer wieder analysieren. Bei unverarbeiteten Bohnen schlagen die Messgeräte schon Alarm, wenn eine von 10.000 Bohnen ein verändertes Erbgut hat. Allerdings können sie eine so geringe Verunreinigung nicht exakt beziffern, sondern nur mitteilen: „Da sind GVO-Spuren drin.“ Solche Messergebnisse gibt es hin und wieder auch bei Biobohnen.

„In Einzelfällen konnten geringe qualitative Spuren im Bereich der Bestimmungsgrenze gefunden werden“, teilt der Hersteller Provamel mit.

Das Unternehmen bezieht seine Bohnen aus Brasilien, Kanada und China. „Wir haben im letzten Jahr in einer Charge aus China Spurenverunreinigungen gefunden“, berichtet Bernd Drosihn, Geschäftsführer von Tofutown (Viana). Er hat die Lieferung umgehend zurückgeschickt.

Erst ab 0,1 Prozent Verunreinigung lässt sich der GVO-Anteil genau beziffern. Solche Ergebnisse sind bei Biobohnen äußerst selten. Denn mit guter Qualitätsarbeit lassen sich so starke Verunreinigungen verhindern. Das Gesetz ist bei Verunreinigungen weitaus großzügiger: Ist eine GVO-Verunreinigung zufällig erfolgt oder war sie technisch unvermeidbar, so darf sie bis zu 0,9 Prozent betragen, ohne dass der Kunde dies erfährt.

Erst wenn der Gentechnik-Anteil der jeweiligen Zutat über 0,9 Prozent liegt, muss dies deklariert werden. Diese Regelung gilt für konventionelle und ökologisch erzeugte Lebensmittel ebenso wie für Produkte, die den Aufdruck „Ohne Gentechnik“ tragen. Die Biohersteller werden diese großzügige Regelung nicht ausreizen, sondern weiterhin alles unternehmen, um Produkte ganz ohne GVO-Spuren anzubieten. Doch auf Dauer lassen sich Verunreinigungen nur durch den Verzicht auf die grüne Gentechnik verhindern.

Gensoja im Honig

Ökotest (Januar ´09) fand in 10 von 14 Honigen aus Südamerika Spuren von Gensoja-Pollen, darunter war auch ein Biohonig. Das Problem: Beim Nektarsammeln bringen die Bienen Blütenstaub von Gen-Sojafeldern in ihren Stock.
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#55
Praxistest Gentechnikfreiheit

Koexistenz und Kontamination. Zwei Schlagworte in der Diskussion um die Agro-Gentechnik, die seit einem Jahrzehnt die Gemüter der Bio-Branche bewegen. Die Freiburger Life Food GmbH stellt Tofuprodukte her und hat jenseits gesetzlicher Regelungen ein eigenes Modell zur Sicherung gentechnikfreier Nahrungsmittel entwickelt.

Seit fast zehn Jahren setzt der Freiburger Tofu-Pionier Taifun auf Soja-Anbau in Deutschland. Vorher kamen die Bohnen aus USA und Kanada. Den Rohstoff Soja aus der Region zu beziehen, gehörte seit den Anfängen der Produktion im Jahr 1987 zu den Visionen von Firmengründer Wolfgang Heck. „Letzter Kick, den heimischen Anbau zu initiieren, war das Gespenst Gentechnik, das Ende der 90er Jahre in den USA auftauchte“, blickt Heck heute auf die Startphase zurück. Mit dem Beginn des professionellen Anbaus von gentechnisch verändertem Soja in Nordamerika war Heck klar, dass er nach den ersten gescheiterten Produktionsversuchen mit regionalem Soja Anfang der 1990er nun Geld, Kraft und Geduld investieren musste, um das Ziel zu erreichen. Allen Unkenrufen - Soja für Tofu in Deutschland? Vergiss es! - zum Trotz. Die Schwierigkeiten in Kauf nehmend, blieb die damals noch relativ kleine Firma beständig an dem Thema dran. Das zahlt sich heute aus: Rund 40 Prozent der zirka 1.600 Tonnen Soja, die in diesem Jahr zu Taifun-Produkten verarbeitet werden, stammten aus 40 Betrieben (350 Hektar) in Baden-Württemberg, Bayern und im Elsass. Die Höfe sind größtenteils im Rheingraben zwischen Bodensee und Karlsruhe angesiedelt.

Einiges an Lehrgeld

„Die Saison 2006 brachte eine Rekordernte von 700 Tonnen bester Bohnen“, erzählt Heck stolz. Der Weg dahin hatte es jedoch in sich. Mit 40 Tonnen ungenügender Qualität musste man sich 1997 zufrieden geben. Die Probleme fingen beim Saatgut an: Soja ist nicht Soja. Der optimale Eiweißgehalt für die Tofu-Herstellung liegt bei 44 bis 45 Prozent. Es gibt Hunderte von Sojabohnen-Sorten, die geeigneten Sorten für den Anbau in Deutschland mussten erst gefunden werden. Natürlich in gentechnikfreier Version. „Es fand sich eine Handvoll beherzter Landwirte, die bereit waren, die exotische Hülsenfrucht auf ihren Äckern zu testen. Sie und wir mussten einiges an Lehrgeld bezahlen“, schildert Heck die ersten fünf Jahre. Die Pionierphase war geprägt von zum Teil ernüchternden Erfahrungen, doch gelang es den Freiburgern, die Betriebe immer wieder zu motivieren und schließlich zu überzeugen, dass Soja in Deutschland machbar, eine interessante Kultur sowie eine Bereicherung für die Fruchtfolge ist und sich sogar lohnt. Regelmäßiger Erfahrungsaustausch, die Weiterentwicklung der Produktionstechnik und der anschließenden Aufbereitung waren ein stetiger Lernprozess. Doch die Bauern fingen Feuer, wurden immer professioneller und die Ernten besser. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda wuchs der Kreis der Betriebe, darunter auch sechs Demeter-Höfe. Eine weitere Investition in die Zukunft des heimischen Anbaus war die Einstellung des Agraringenieurs Martin Miersch, eines Soja-Spezialisten, der zuvor beim Institut für Umweltgerechte Landbewirtschaftung (IfUL Müllheim) Feldversuche betreut hatte.

Gentechnikfreiheit erfordert aufwändige Kontrollen.

„Die ersten fünf Jahre waren nicht nur auf den Höfen Lernphase“, schildert Stefan Hauck die Situation bis 2002. Er ist bei Taifun zuständig für Produktentwicklung und Qualitätsmanagement. „Wir haben auch im Betrieb Standards entwickelt, unsere Anforderungen an Rohstoff, Verarbeitung und Qualitätssicherung definiert und festgeschrieben“, sagt er. Ein aufwändiges Kontrollsystem sichert die Gentechnikfreiheit der Sojabohnen, des Hauptrohstoffes für die 40 unterschiedlichen Soja-Spezialitäten, die jährlich hunderttausendfach die Produktionsstraße von Taifun verlassen. Nach jeder Stufe der Kette, von Saatgut über Anbau und Ernte, Reinigung und Aufbereitung bis zur Produktion, steht eine Kontrolleinheit. Heute ist das Kontrollsystem ein Vorzeige-Modell: Ämter und Institutionen kommen zu Besuch und lassen sich in der Firma schulen.

Einen erheblichen Teil der externen Laborkosten, die sich auf rund 40.000 Euro im Jahr belaufen, nehmen die Untersuchungen auf Gentechnikfreiheit ein. Hinzu kommt noch der innerbetriebliche Aufwand, sowie Kosten für die aufwändigere Erfassung und Lagerung. Eine teure Angelegenheit und noch dazu unfair, wenn man bedenkt, dass die Verursacher der Zusatzkosten, die Saatgutkonzerne, die gentechnisch verändertes Soja entwickeln und auf den Markt bringen, bislang nicht zur Kasse gebeten werden.

Eine von 1.000 Bohnen.

„Die Garantie für hundertprozentige Gentechnikfreiheit wird immer schwieriger werden“, prophezeit Heck. „Deshalb sind akribische Kontrollen unerlässlich“, ergänzt Hauck. „Aber, wir suchen die Stecknadel im Heuhaufen“, erklärt er an einem Beispiel. Sollte sich unter einer Million Sojabohnen, die etwa 200 Kilogramm wiegen, eine gv-Bohne befinden, dann wäre die Wahrscheinlichkeit, etwas zu finden, selbst bei großzügiger Probennahme von zwei Kilo sehr gering. Würde sich die Bohne in der gezogenen Probe befinden, läge der GVO-Anteil bei 0,01 Prozent und damit an der Nachweisgrenze. Obwohl die Freiburger Wert auf modernste Analysetechnik in externen Labors legen und die Saatgut-Produktion in die Hände erfahrener Bio-Betriebe legen, dürfte in Zukunft das Risiko von Verunreinigungen im nicht quantifizierbaren Bereich zunehmen. „Wir müssen Spielregeln entwerfen und uns jetzt überlegen, wie wir damit umgehen, wenn eine 100 Prozent-Garantie nicht mehr haltbar ist“, sagt Heck. Es sei ein schwieriges Thema, weil die Bedrohung trotz aller Diskussionen noch immer zu wenig anschaulich sei. „Es wird ausgesprochen schwer sein, Resonanz zu erzeugen und den Verbraucher in die Kommunikation einzubinden. Doch haben wir uns vorgenommen, offen und offensiv mit dem Thema umzugehen und die Zusammenhänge klar zu machen. Nach jetzigem Standard fängt Verunreinigung an, wenn eine von 1.000 Bohnen gentechnisch verändert ist.“

Einträge gentechnisch veränderter Soja sind bisher, zum Glück, nur einmal vorgekommen und vor der Verarbeitung im Kontrollnetz hängen geblieben. Stefan Hauck nennt die möglichen Quellen, die zu Verunreinigungen führen können: „Mähdrescher, Silos, Container, Transportmittel. Bei der Kontamination handelt es sich wenn, nur um Spuren, die an technischen Schnittstellen entstehen können.“ Hier sei zwar ebenfalls viel mit Audits, Kontrolle und Rückverfolgbarkeit zu machen, doch 100 Prozent auszuschließen sei eine Verunreinigung nicht. „Tritt der Fall ein, wird der ganze Biohandel in Frage gestellt werden“, sagt Heck vorher. Deshalb lohne sich jede Anstrengung, um das zu vermeiden.

Wachsende Nachfrage

In Europa beschränkt sich der Anbau von gentechnisch veränderter Soja derzeit auf den illegalen Anbau unbekannter Größe in Rumänien, weshalb die Gefahr der Vermischung derzeit gering ist. Doch was ist mit den 60 Prozent Soja, entspricht aktuell rund 900 Tonnen, die Taifun aus Brasilien importiert? Das Land hat vor zwei Jahren den Anbau von Gentech-Soja legalisiert, mit der Konsequenz, dass die Fläche mit gv-Pflanzen auf über neun Millionen Hektar angewachsen ist, hauptsächlich im Norden. „Paraná ist über 2.000 Kilometer davon entfernt und gentechnikfrei. Der Regierung des Bundesstaates, der etwa so groß ist wie Westdeutschland, ist daran gelegen, das Land gentechnikfrei zu halten.“ Die Landwirtschaft in Paraná ist kleinstrukturiert und die landwirtschaftliche Nutzfläche wird zu zehn Prozent ökologisch bewirtschaftet. In der Region Capanema, der Wiege der Bio-Tradition in Paraná, startete 2001 die Initiative zum Anbau von Soja für Taifun. Zur ersten Versammlung kamen 250 Bauern. Derzeit wird auf 32 Demeter-Betrieben auf 450 Hektar Soja kultiviert. Die Schweizer Fairtrade-Gesellschaft Gebana betreut das Projekt. „Wir schaffen durch den Anbau in Paraná einen Risikoausgleich für den Regionalanbau und Produktionssicherheit“, erklärt Wolfgang Heck. Know-how im Soja-Anbau sei reichlich vorhanden, das passende Klima ebenfalls. In Deutschland, schätzt er, sind die Kapazitäten für den Anbau hochwertiger Tofu-Sojabohnen bei etwa 1.000 Hektar erschöpft. Brasilien bietet erheblich mehr Möglichkeiten.
Taifun hat dort dasselbe strenge Kontrollsystem installiert, das sich in Deutschland und im Elsass bewährt hat: Saatgut – Anbau – Mühle. Danach werden die Sojabohnen in verplombten Containern verschifft. Über den Atlantik bis Rotterdam, weiter mit dem Schiff bis Kehl am Rhein. Das letzte Stück reisen die brasilianischen Bohnen in Bigpacks per LKW bis in ein Quarantänelager, von wo aus sie nach Laboranalyse und Freigabe ins Taifunwerk zur Weiterverarbeitung kommen. „Obwohl die Reise mehr als 10.000 Kilometer lang ist“, sagt Hauck, „die Öko-Bilanz ist in Ordnung.“ Taifun hat seit 1997 ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem und achtet in diesem Rahmen peinlich auf derlei Dinge.
Was Brasilien angeht, spielt auch die soziale Komponente noch eine besondere Rolle. „Soja von dort zu beziehen, bedeutet für uns nicht nur, einen Rohstoff einkaufen. Wir unterstützen damit Land und Leute“, betont Firmengründer Heck. Abnahmegarantieen, Betreuung und Beratung, neben Gebana auch durch Freiburger Mitarbeiter, gewährleisten den hohen Standard.

Freilich ist auch Paraná keine Insel der Glückseligen, die argentinische Grenze ist beispielsweise nicht weit. Die Möglichkeiten der Kontamination sind - bei aller Vorsicht und Vorsorge - gegeben. Tritt der Worst Case ein, muss der Landwirt dafür die Verantwortung übernehmen, das heißt, seine Ernte wird nicht abgenommen, denn das Saatgut ist geprüft und GVO-frei. Die Vermischung während des Anbaus hält Hauck für relativ unwahrscheinlich, Soja ist Selbstbestäuber. Dennoch lehren die jüngsten Vorfälle, dass in Bezug auf Gentechnik kaum etwas unmöglich ist. Beispiel: Das Auftauchen von gentechnisch verändertem Reis, der nicht zugelassen ist und bereits vor Jahren aus dem Versuchsanbau genommen wurde.

Kunden verlangen gentechnikfreie Ware

Die Tofu-Spezialitäten von Taifun bestehen zu 50 bis 90 Prozent aus Sojabohnen, bereits eine geringe Kontamination des Rohstoffes würde sich verheerend auswirken. Deshalb hat die Firma ihre strengen Standards und gibt sich nicht mit so genannten Schnelltests zufrieden. „Unsere Qualität ist unser Aushängeschild“, unterstreicht Heck. „Die Kunden, die unsere Produkte kaufen, verlangen gentechnikfreie Ware und wollen Sicherheit.“

In Deutschland und in den elf europäischen Nachbarländern setzt Taifun seine Produkte über den Bio-Fachhandel ab. In 20 Jahren ist Life Food vom Kleinstbetrieb zum Unternehmen mit über 100 Arbeitsplätzen angewachsen und weitere Expansion ist mit einer Verdoppelung der Betriebsfläche bereits in der Umsetzungsphase.

Symbolische Ernteübergabe

Das Netzwerk, das die Firma Taifun aufgebaut hat und das den wichtigsten Rohstoff des Unternehmens sichert, stellt sich jedes Jahr im Herbst in einem passenden Bild dar. Im November findet eine symbolische Ernteübergabe statt. Ort des Geschehens ist das kleine Labyrinth auf dem Firmengelände. Ein Landwirt betritt stellvertretend für alle Sojaanbauer durch das japanische Tor den Granitsteinweg und übergibt in der Mitte einen Sack Sojabohnen an einen Mitarbeiter aus der Produktion. Anwesend sind Bauern, Taifun-Mitarbeiter und Angehörige. Ein Dank für die Ernte. Aber gleichzeitig kann man die Zeremonie auch als Bitte für eine gute Zukunft sehen.
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#56
Also mit: "DIE mischen's unter" sind von mir in keinem Fall Bio-Hersteller gemeint. Gemeint ist, daß die bekannten Gen-Tech-Konzerne mit ihrem Zeug absichtlich und "zufällig" kontaminieren. Gerade der Haß auf Bioprodukte ist in dieser Branche hoch. Da werden eben gern ein paar Gen-Bohnen in der Lagerhalle liegengelassen, wo anschließend dann Bio-Bohnen gelagert werden. Wer Gensoja aus Süd- oder Nordamerika in seinen Produkten verarbeitet, kann eben nicht mehr 100% garantieren, daß es gentechnikfrei ist.
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#57
Sehe ich identisch. Es ist schleichend und eine Frage der Zeit, bis es gar keine Garantien mehr gibt. Die Ziele der Konzerne Monsanto, Syngenta und wie die alle heissen sind eindeutig. Kontrolle und Kontamination aller Nahrungsmittel. Sie brauchen diese Art Essen, für ihre neuen Brutgenerationen. Mütter wissen nicht, welche Bastarde sie heute austragen. Der Monsanto-Embryo im Mutterleib; Genfrass machts möglich.
Tue was immer ich will!
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#58
Danke für die Beiträge, Violetta. Winken

Gruß, ?ono
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#59
Unter der Überschrift "Gentech-Raps aus der Spur" wird in der Schrot&Korn 10/2010 wissenschaftlich bestätigt, daß Gentech-Raps sich unkontrolliert verbreitet.

In 80% der wilden Rapspflanzen, die weitab der Rapsfelder untersucht wurden, ist Erbgut von Gen-Raps nachgewiesen worden.
Zusätzlich fand man zwei Pflanzen, die gleich gegen zwei Pestizide (Roundup und Liberty Link) resistent waren. Offiziell existiert diese entsprechende Erbgutmanipulation noch nicht. Nun ist die Frage, ob sich "die Natur ihren Weg bahnt" oder Monsanto und Co. dahinter stecken...
Finde Dich selbst!
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#60
Das ist bei diesen Gen-Pfuschern durchaus möglich, daß die den Überblick verlieren - denn wirklich kennt sich ja niemand aus. Am besten es entstehen neue Pflanzen mit herstellerübergreifenden Resistenzen, die dann einen Konzernstreit auslösen. In die Richtung, daß sich alles selbst rächt, läuft es ohnehin.
Erst wissen, dann denken. Erst denken, dann reden.
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