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Hecken
#1
In jeden Naturgarten gehört eine Hecke. Hecken sind nicht nur eine ästhetische Bereicherung, sondern sie haben auch eine hohe Bedeutung im Haushalt der Natur: Im Schutz einer Hecke bildet sich im Garten ein günstiges Kleinklima; Hecken filtern Staub, Schmutz und schädliche Abgase, und wirken lärmdämpfend. So bieten sie in dicht besiedelten Gebieten einen Schutz vor negativen Umwelteinflüssen und gleichzeitig einen Lebensraum für zahlreiche Tiere.
Damit diese vielen dort lebenden Nützlinge das ökologische Gleichgewicht stabilisieren und den Schädlingsbefall gering halten, ist die Wahl der Sträucher von großer Bedeutung. Unseren Durchschnittsgärten mangelt es an Artenvielfalt, da sie vorrangig aus Exoten bestehen. Die exotischen Gehölze bieten aber der Natur keine verwertbaren Früchte. Entweder sind die Ziersträucher gänzlich unfruchtbar gezüchtet (Zierkirsche, Gefüllter Schneeball), oder ihren Früchten fehlen die entsprechenden Abnehmer. Manche Sträucher sind für unsere Tierwelt wiederum völlig wertlos, da ihre Früchte im hiesigen Klima nicht ausreifen (Rhododendron, Perückenstrauch, Scheinhasel). Im Gegensatz dazu bieten unsere heimischen Gehölze der Tierwelt über das ganze Jahr einen mehr oder weniger reich gedeckten Tisch. Wussten Sie schon, dass z.B. von der heimischen Stieleiche rund 300 Insekten- und 28 Vogelarten leben, dagegen von der eingebürgerten Rosskastanie nur noch 4 Insekten- und 2 Vogelarten?
Noch weitere Gründe sprechen für die Wahl heimischer Pflanzen:
Sie sind unempfindlich, da Wildsträucher in unseren Breiten wachsen und daher Wetter, Wind und Kälte besser überstehen.
Im Vergleich zu den Zuchtformen sind sie billig.
Da in fast jedem Garten die üblichen Ziersträucher wachsen, sind heimische Gehölze selten.
Wildsträucher sind anspruchsloser und widerstandsfähiger. Daher kann man auf Kunstdünger und giftige Spritzmittel verzichten, und somit bleiben Wasser, Luft und Boden sauberer.
Naturgärten mit heimischen Sträuchern benötigen weniger Pflegemaßnahmen und einen geringeren Pflegeaufwand.
Heimische Sträucher sind aufgrund ihres Naturerlebnisses lehrreich.
Schließlich sind heimische Gehölze über das ganze Jahr hinweg dekorativ - von der Blattfärbung, der Blüte bis hin zu den Früchten - während Ziergehölze hingegen nur für eine relativ kurze Zeit eine Blütenpracht entwickeln.
Es ist allerdings darauf zu achten, dass im Garten nicht nur heimische Gehölze wachsen, sondern dass diese auch standortgerecht sind. Pflanzen haben immer bestimmte Ansprüche an ihre Umwelt und sind so an gewisse Standortfaktoren wie z. B. Bodenart, Bodenfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse angepasst.

Besonders Wissenswertes

Bei der Pflanzung einer Hecke sollte das Recht des Nachbarn berücksichtigt werden: Hecken müssen mit ausreichendem Abstand zum Zaun gepflanzt werden. Das sind etwa 1,5 Meter bei mittelhohen Hecken.
Je nach Art und Wuchs muss bei der Pflanzung einer Hecke ein Abstand von ein bis zwei Metern zwischen den einzelnen Sträuchern gehalten werden.
In den Monaten Oktober bis November oder März bis April ist die beste Pflanzzeit für laubabwerfende Gehölze. Immergrüne Gehölze sollten hingegen bereits im August bis September gepflanzt werden, damit sie vor dem Winter sich noch gut einwurzeln.
Kein Heckenschnitt in der Brutzeit der Vögel (15. März bis 15. September)!
Je mehr Tierarten sich in der Hecke angesiedelt haben, desto wichtiger ist es, dass diese in Ruhe gelassen werden. Möglichst nicht stören!
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#2
Benjes-Hecke: Das Prinzip einer Benjeshecke ist die bandartige Ablagerung von Baum- und Strauchschnittgut. Dieser Gestrüppwall sollte mindestens vier Meter lang und einen Meter hoch sein. Pro Meter sollte in den Wall ein Strauch gepflanzt werden, der den Wall überragt. Es sollte möglichst ein heimisches, standortgerechtes Gehölz gesetzt werden, das nicht in der unmittelbaren Umgebung vorkommt. Deren Samen können nämlich aufgrund des Nichtvorkommens in der Nähe nicht durch Wind oder Vögel in die Hecke getragen werden und haben daher kaum eine Chance, sich dort von selbst anzusiedeln. Benjeshecken schaffen ein günstiges Kleinklima. Im Schatten des Gestrüpps ist die Verdunstung herabgesetzt. Die Zersetzung des Schnittguts liefert genügend Nährstoffe für die sich ansiedelnden Jungpflanzen. Zahlreichen Tieren bietet die Hecke einen Lebensraum, z. B. Brutraum für bodenbrütende Vögel. Die Anlage einer Benjeshecke ist so interessant, da sie nicht nur einfach und preiswert ist, sondern auch der Sukzession Zeit und Raum lässt: Im Gestrüpp wachsen zuerst Kräuter, die mit der Zeit durch aufkommende Sträucher ersetzt werden.
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#3
Was kann der Einzelne tun?

Einen Naturgarten anlegen oder den Garten schrittweise umwandeln.
Möglichst heimische Sträucher pflanzen.
Heimische Gehölze wachsen lassen und nicht gegen Zucht- und Zierformen austauschen.
Die natürliche Bodenbedeckung unserer Sträucher (Kräuter und Stauden) dulden und nicht entfernen.
Welkes Laub im Herbst liegenlassen. Es dient nicht nur zur Humusanreicherung, sondern schafft auch warme Schlupfwinkel für Tiere.
An einigen Stellen im Heckenbereich dürres Geäst oder lockere Steinhaufen anhäufen. Dies sind attraktive "Wohnungsangebote" und Überwinterungsmöglichkeiten für einige gartenbewohnende Tiere (z. B. Igel, Spitz-maus).
Nicht genutzte Teile des Gartens gezielt verwildern lassen.
Im Nutzgarten nur noch mit biologischen Methoden arbeiten und weder Gifte noch Kunstdünger verwenden.
Mit diesen Maßnahmen kann jeder einzelne die Vielfalt an Leben im Garten vergrößern, Pflanzen und Tieren einen Lebensraum und ein Rückzugsgebiet schaffen und in seinem Bereich einen wichtigen Beitrag für den Erhalt unserer Natur leisten.

Diese Beiträge stammen aus einer Broschüre des NABU und ich finde sie sagen alles aus was zum Thema gesagt werden sollte.

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#4
Saxorior schrieb:Benjes-Hecke: Das Prinzip einer Benjeshecke ist die bandartige Ablagerung von Baum- und Strauchschnittgut. Dieser Gestrüppwall sollte mindestens vier Meter lang und einen Meter hoch sein. Pro Meter sollte in den Wall ein Strauch gepflanzt werden, der den Wall überragt. Es sollte möglichst ein heimisches, standortgerechtes Gehölz gesetzt werden, das nicht in der unmittelbaren Umgebung vorkommt. Deren Samen können nämlich aufgrund des Nichtvorkommens in der Nähe nicht durch Wind oder Vögel in die Hecke getragen werden und haben daher kaum eine Chance, sich dort von selbst anzusiedeln. Benjeshecken schaffen ein günstiges Kleinklima. Im Schatten des Gestrüpps ist die Verdunstung herabgesetzt. Die Zersetzung des Schnittguts liefert genügend Nährstoffe für die sich ansiedelnden Jungpflanzen. Zahlreichen Tieren bietet die Hecke einen Lebensraum, z. B. Brutraum für bodenbrütende Vögel. Die Anlage einer Benjeshecke ist so interessant, da sie nicht nur einfach und preiswert ist, sondern auch der Sukzession Zeit und Raum lässt: Im Gestrüpp wachsen zuerst Kräuter, die mit der Zeit durch aufkommende Sträucher ersetzt werden.

Genau solch eine Benjes-Hecke habe ich auch auf meiner Naturwiese. :idea:
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#5
Mag mich freundlich für diese Tipps bedanken, hab das Wochenende genutzt und hab kräftig aufgebaut.
Saxorior meinen Respekt. Nun hat ja jeder Garten / Gelände seine Eigenarten. Da bereits dort ganz natürlich andere Gewächse vorhanden sind, z.B. Brombeeren und Efeu, werd ich freundlich bitten, dass ich ihr Triebe führen darf. Möge ihnen dieser Ort gefallen. Das Geäst, welches ich geschichtet hab, ist der Windbruch durch die Frühjahrsstürme, welche in meiner Region einfach normal sind. Bin gespannt, welches Leben diesen Ort annehem wird.

Wolf
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#6
Zitat:Saxorior meinen Respekt.
Vielen Dank. Hinzufügen möchte ich, daß vieles hier auch aus diverser Literatur stammt.
Sicherlich das Schädliche weggelassen und das Nützliche besser erklärt und hervorgehoben, dazu viele persönliche Erfahrungen weitergegeben und außerdem immer wieder auf das Leben im Einklang mit der Natur geachtet.

Zitat:Nun hat ja jeder Garten / Gelände seine Eigenarten. Da bereits dort ganz natürlich andere Gewächse vorhanden sind, z.B. Brombeeren und Efeu, werd ich freundlich bitten, dass ich ihr Triebe führen darf. Möge ihnen dieser Ort gefallen.
Ich möchte diese Sätze als Anlaß für eine Erläuterung nehmen.
Sicherlich hast Du völlig recht, daß jeder Garten seinen eigenen Boden, Gelände und Wettereinflüsse, die es zu beachten gibt, hat. Und sicherlich respektiert man die Natur, die Pflanzen, die Nützlinge.
Trotzdem darf dieser Respekt nicht in Übervorsicht umschlagen. Die Natur, der Garten sollte als Partner betrachtet werden. Der Gärtner ist kein Untertan der Natur, und die Natur ist kein Untertan des Gärtners.
Partnerschaft beruht auf Gegenseitigkeit, auf Respekt und auf Fleiß, sie täglich zu pflegen.
Ich meine, Du bist der König in Deinem Garten, auf Deinem Land.
Wer soll es gestalten, außer Dir?
Überläßt Du der Natur das Gebiet, so holt sie es sich, das ist sicher. Willst Du aber einen Garten nach Deinen Vorstellungen, so beschneide die Hecken, die Bäume, bearbeite den Boden, säe und ernte, fördere Nützlinge und sei aktiv!
Das ist alles in Absprache und bei Einhaltung klarer Regeln möglich.
Denn Dein Garten erzählt mir aus Deinem Leben und zeigt mir Deine Ordnung.
Lebe für Deine Ideale!
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#7
Saxorior schrieb:
Zitat:Saxorior meinen Respekt.
Die Natur, der Garten sollte als Partner betrachtet werden. Der Gärtner ist kein Untertan der Natur, und die Natur ist kein Untertan des Gärtners.
Partnerschaft beruht auf Gegenseitigkeit, auf Respekt und auf Fleiß, sie täglich zu pflegen.
Ich meine, Du bist der König in Deinem Garten, auf Deinem Land.
Wer soll es gestalten, außer Dir?
Überläßt Du der Natur das Gebiet, so holt sie es sich, das ist sicher.

Hier stimme ich mit Dir vollkommen überein. In meinem Garten lege ich Wert auf Partnerschaft.

Die Benjeshecke, welche ich geschichtet hab, eigentlich sind es zwei, befinden sich in einem "wilden Gebiet", zur Südseite wird die eine Hecke begrenzt von zwei Eichen, in der Mitte eine junge Buche, welche den Halt gibt. Zur Westseite, die Eiche bis hin zu einem stattlichen Ilex. Junger Holunder zeigt dort seine zarten Triebe. Auf dem Boden das Efeu ( dazu hab ich auch schon mal Fotos eingestellt, aber nicht von diesem speziellen Ort).
und Brombeeren. Für mich ein Ort des persönlichen Respekts und mein persönliches Rückzugsgebiet.
Das muss reichen.
Vielen Dank für Deine Antwort. Wolf
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#8
Eine Benjeshecke ist und bleibt aber auch Geschmackssache.
Hier mal ein Beispiel:

   

   

Sie ist hier gegen West ausgerichtet und soll als Wetterschutz dienen.
Lebe für Deine Ideale!
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#9
Nun war der Zeitpunkt gekommen, das letzte Wochenende im Februar 12012.
Bei useligen Nordlandwetter, hieß es nun Hand anlegen.
In der rauen Zeit, haben die Nordweststürme dafür gesorgt, dass reichlich Astwerk, Zweige , ganze Bäume unter dieser Kraft gefallen waren.

Nun ging es ans...O_O...! Der einfachste und bequemste Weg wäre gewesen, alles auf einen großen Haufen, Brenngenehmigung holen und die Biomasse in Rauch aufgehen zu lassen und die Asche...na,ja... wächst mit der Zeit Gras drüber.
Ich mache es immer anders.

Gleich am Wäldchen im Sumpf hinterm Häuschen, hab ich mir junge Eichen und Birken ausgesucht und hab es dazwischen geschichtet. Weis nun nicht ob es so eine "ordentliche" Benjeshecke ist.
Dort kann es verrotten und anderen Mitbewohnern eine Wohngelegenheit bieten.
Ich denk da an Kleinsäuger und Heckenbrüter und wer es noch annehmen möchte.
Ich werde es sehen. Nein werde ich nicht, denn kommendes Wochenende gilt es noch reichlich aufzuschichten und dann... Was soll ich da noch?
Aus Neugier stören? Das wäre dumm und nicht weise.
Soll es der Lebenraum der " Anderen" sein. Ja, so will ich es.

Sicherlich sind folgende Bilder trist und nicht farbenfroh aber so ist es nun mal um diese Zeit beim Wolf.

[attachment=511]
[attachment=512]
[attachment=513]

Weis wieder mal nicht...Hmm... irgendwie ist Wolf immer schmutzig.
Nein, nein...nicht so büromäßig mit Elektrosmog, sondern so mit Erde, Matsch und Schlampampe, so was Natürliches...Werdrot...peinlich...war aber schon immer so.



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#10
Zitat:Nein, nein...nicht so büromäßig mit Elektrosmog, sondern so mit Erde, Matsch und Schlampampe, so was Natürliches......peinlich...war aber schon immer so.

Danke; sehr sympathischer Beitrag. Winken
Ein schwacher Verstand ist wie ein Mikroskop, das Kleinigkeiten vergrößert und große Dinge nicht erfaßt.
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