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Interessante kulturelle Plätze in Berlin
#1
Zwischen den kahlen und geistig platt wirkenden Gebäuden der Großstadt, blitzt hier und dort noch ein kleinen kulturelles Erbe hervor. Ob sie nun mythologischen oder historischen Ursprung besitzen, verdienen diese Zeitzeugen ihren Platz in diesem Forum. Nicht nur, weil sie ein Teil unserer Geschichte sind, sondern weil sie für mich persönlich meinen Schöngeist und meinen kulturellen Anspruch sowie mein historisches Interesse erwecken. Aus meiner Sicht ist genau das der Zweck künstlerischer Werke.


Der Siegfried-Brunnen (oder auch Rheinbrunnen)

Heute tauchen wir in die Nibelungensage ein. In einem gepflegten Teil des Bezirkes Wilmersdorf am Rüdesheimer Platz finde ich einen wunderschönen Brunnen in einem kleinen Park. Die Brunnenanlage wurde 1911 von Emil Cauer dem Jüngeren entworfen. Hier finden wir drei wunderschön gearbeitete Figuren:


Siegfried

   

   


Mutter Mosel

   

   


Vater Rhein

   

   

Besonders schön finde ich die personifizierten Darstellungen von Mosel und Rhein. Hier kann man sich in die Zeit zurückversetzt fühlen, als die Menschen noch mit der Natur sprachen und diese in ihrer tatsächlichen Gestalt erkannten.
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#2
Fehrbelliner Platz

Der Fehrbelliner Platz wurde nach der Schlacht bei Fehrbellin von 1675 benannt. In jener Schlacht schlugen die Truppen des Großen Kurfürsten die schwedischen Truppen unter ihrem Oberbefehlshaber Carl Gustav Wrangel zurück. Mit dem Bau des Platzes wurde 1920 begonnen.
Neben dieser historischen Ehrung fällt das Augenmerk auf die Abbildung von Mann und Frau an dem Gebäude Brandenburgische Straße Ecke Westfälische Straße.

   


   
Die Frau als Hüterin des Herdfeuers

   
Der Mann als Hüter des Stammbaumes (Lebensbaumes)


Hufeisenförmig sticht dieser Platz mit seinen abgerundeten Gebäuden heraus und offenbahrt im anliegenden Preußenpark jene holde Schönheit:

   
   

Borussia

Zitat:Göttin und Symbol Preußens: die Borussia

„Die Borussia“ war eine Göttin und Symbol des Staates Preußen. Sie war die Personifizierung des Königreichs Preußen und wird von Bildhauern mehrfach dargestellt. ...
... Eine weitere Borussia ist die Wagenführerin der Quadriga auf dem Brandenburger Tor. Eigentlich stellte sie die Friedensgöttin Eirene dar. Doch nachdem die napoleonischen Truppen die Quadriage raubten und sie 1814 wieder nach Berlin zurückkam, wurde sie zur Borussia umgedeutet. Sie erhielt dabei auch das eiserne Kreuz, den Lorbeerkranz und den preußischen Adler am Parierstab.

Die preußischen Könige Friedrich I. und Friedrich II. (auch „Friedrich der Große“ genannt) nutzen als lateinischen Namen „Fridericus Rex Borussiae“.

(Bedeutung: Online.de)
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#3
Der Stierbrunnen am Arnswalder Platz

   
Bundesarchiv

Es ist nun doch schon einige Jahre her, daß ich diesen Brunnen entdeckte. Bei einer Fahrt durch den Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg blitzt im Augenwinkel ein imposanter Brunnen mit Stieren im Bötzowviertel auf. Das schaut man sich natürlich an  Hekate
Riesige Stiere blicken imposant an den beiden Enden des Brunnens hinab. Zu beiden Seiten der Stiere sitzen jeweils ein Mann und eine Frau, und aus der gewaltigen Schale in der Mitte ergießt sich das Wasser. Ein wunderschöner Anblick!

   
Zeitung Prenzlauer Berg

Der Stierbrunnen, Ochsenbrunnen oder Fruchtbarkeitsbrunnen war ursprünglich der Entwurf des Berliner Bildhauers Hugo Lederer in einem Wettbewerb 1910 für einen Monumentalbrunnen in Buenos Aires. Der Entwurf erzielte den 4. Platz. 1927 erwarb der Berliner Magistrat das Projekt und realisierte es letztlich am Arnswalder Platz. 1937 wurde der Platz in "Hellmannplatz" umbenannt. Diesen Namen behielt er bis 1947. Danach wurde er wieder in Arnswalder Platz umbenannt, hatte zwischenzeitliche keinen Namen, bis er 1995 wieder Arnswalder Platz hieß und bis heute so betitelt wird.


Frau mit Ährenbündel und ein Fischer mit Netz

   
Wikipedia


Schäfer mit Widder

   
Wahrzeichen.berlin


Mutter mit Kind zu ihrer Linken

   
Wahrzeichen.berlin


Hier hat sich der Architekt doch sehr schöne Gedanken gemacht. Weibliche und männliche Elemente werden sowohl durch die Architektur, als auch durch die dargestellten Figuren (Mann/Frau) kombiniert. Die 4 Elemente werden durch die Figuren dargestellt (Fischer = Wasser, Schnitterin/Demeter = Erde, Schäfer/Mann mit dem Widder = Zeugungskraft/Feuer, Frau mit dem Kind = Luft/Lebensodem). Der Brunnen mit seinem Wasser steht als Quelle allen Lebens im Zentrum der Darstellung. Die Stiere stehen in Verbindung zu Gaia/Hel. Sie symbolisieren die Fruchtbarkeit. Der Bezeichnung als Fruchbarkeitsbrunnen ist also mehr als zutreffend  Biggrin
Nicht zufällig finde ich die zwischenzeitliche Bezeichnung als Hellmannplatz. Hier steckt Göttin Hel schon im Namen.
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#4
Der Wrangelbrunnen

   
Brunnen im August 2019, leider ziemlich bemalt

   
Wrangelbrunnen im Juli 2012

Erbauer: Hugo Hagen, 1877

In Berlin-Kreuzberg im Graefekiez (Grimmstraße/Urbanstraße) befindet sich dieser Brunnen,  der nach unserem bekannten Generalffeldmarschall Friedrich Wrangel benannt wurde.

Ursprünglich hat dieser Brunnen auf dem Kemperplatz gestanden. Er mußte jedoch für den ki***lichen Rolandbrunnen weichen. Es ist dennoch schön, daß er erhalten geblieben ist.

Auf dem Brunnen sind vier Figuren abgebildet. Sie symbolisieren die preußischen Haupströme Rhein in seiner männlichen Darstellung mit Schwert, die Weichsel mit einem Ruder, die Elbe mit einem Raddampfer und die Oder mit dem Brückentor der Festung Küstrin.

   

   

   


Die im oberen Teil abgebildeten Figuren symbolisieren die Künste, Wissenschaft, Handel und Industrie:

   


Wrangelbrunnen 1879 auf dem Kemperplatz (ursprünglicher Standort):

   
Berlin in frühen Photographien 1857–1913, Schirmer/Mosel, München 1984, ISBN 3-88814-984-3

Wenn man diese Position betrachtet, entsteht eine ganz andere Wirkung als in dem kleinen Park, wo der Brunnen heute steht.
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