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Kartoffeln ohne Acker anbauen (Permakultur)
#1
Kartoffeln ohne Acker anbauen

Wir testen diese Art des Anbaus gerade bei uns.

Eigene Kartoffeln im Garten oder auf der Terrasse ziehen,
ohne die Pflanzen in den Boden einzubringen. An meinem
Beispiel mit Stroh. Anstelle von Stroh kann
als Alternative das Laub aus dem Vorjahr
oder aber auch Heu dienen. Kein Kompost,
wo Essensreste drin sind. Das zieht Mäuse
und Ratten an. Erde wäre zu schwer für die
untersten Reihen. Was wir benötigen, sind
ein paar Gitter, Draht, Zange, Stroh,
Kartoffeln und viel, viel Wasser.

Vorteile:
1. Man muss keine Ackerfläche anlegen
2. Mehr Ertrag (3-5fach) auf derselben Fläche
3. Kein Unkraut, kein Düngen, kein Spritzen
4. Kartoffeln brauchen nomal kein Gießen
5. Pflanzungen auch auf Terrassen und Balkonen möglich; gegossen wird hier wie es regnet
7. Leichtere Ernte
8. Alles kann wiederverwendet werden.



1. Schritt: Material beschaffen

   
   

Ich für meinen Teil habe Estrichmatten mit den
Maßen: 200 cm x 100 cm genommen, ist in jedem
Baumarkt erhältlich. Als Draht habe ich Spann-
draht verwendet, auf der Rolle gibt es den
mit 50 m. Die Zange sollte wohl jeder da haben. Stroh holt man sich vom
Bauern oder lässt es anliefern; wer lieber mit Heu arbeitet, der holt sich das.
Alternativ kann man aber auch Maschendrahtzaun nehmen, wenn noch so
an die 4 m (für eine Rolle) da sind. Da jedoch muss man ein paar Stäbe in die Erde rammen und dem Konstrukt Haltbarkeit beizubringen. Die Estrichmatten stehen von alleine.


2. Schritt: Estrichmatten verdrahten

... und mit ca, 3 Feldern überlappen lassen. Diese
dann ordentlich miteinander verdrahten.
Nicht so fest, ganz normal 2-3 Drehungen,
damit man bei der Ernte noch leicht mit der
Zange den Draht durchknipsen kann. Dann
die Matte mit dem anderen Ende verdrahten.
Fertig ist unsere Rolle für die Aufnahme des
Strohs und der Kartoffeln.

   

Alle zusammen

   


3. Schritt: Einbringen von Stroh und Kartoffeln

Beim Einbringen vom Stroh ist es wichtig, alles richtig durchzuwässern.
Das Stroh sackt dann zusammen, mit der Harke alles ein bisschen anklopfen, bis es trägt. Immer, wenn 20 cm Stroh in der Rolle sind, Kartoffeln einlegen, ca. 30 cm vom Rand entfernt.

   

Stroh einbringen

   

Stroh fest anklopfen und wässern

   

Kartoffeln einbringen

Das wiederholt sich, bis man ganz oben ist.
Die oberste Lage kann voll belegt werden.
Kartoffeln so im Abstand von 30 cm einlegen.

   

Oberste Lage voll belegen

Dann sind wir fertig und warten ca. 100 Tage.

   

Ich werde zwischendurch noch weiter berichten, wie sich unsere Kartoffeln entwickeln. Also hier abonnieren.

Kosten:
8 x Estrichmatten: 5,- €/St. = 40,- €
1 x Draht: schon ab 5,- €
1 x Rolle Stroh: 20,- €
30 kg Kartoffeln: ca. 15,- €
Wasser: ca. 5,- €

Gesamtkosten: 85,- €
Kosten nächstes Jahr: 25,- €, da Kartoffeln
aus der Ernte vorhanden sind, Draht, Gitter wird ja wiederverwertet.
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Es bedanken sich: Novalis
#2
Sehr interessanter Beitrag.
Meine Logik fragt sich nur, woher die Pflanzen die Nährstoffe ziehen, um sich zu reproduzieren? Aus dem Regenwasser und dem durchtränkten Stroh?
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#3
Ja, aus dem Stroh und dem Regenwasser und der eigenen Knolle.

Man hat natürlich bessere Bedingungen, da sich kein Stauwasser bildet und weil der Verrottungsprozess (Verrottungsenergie) stetige Wärme abgibt. Um den Verrottungsprozess zu starten, muss am ANFANG sehr viel Wasser eingesetzt werden. Kälteperioden existieren in diesem "Beet" nicht. Pilzbefall soll auch hier nicht stattfinden?

Ich denke, ich habe es bei Sepp Holzer gesehen. Bin mir da aber nicht ganz sicher. Hab mir nur gemerkt, wies funktioniert, fand das auf Anhieb "logisch", mein Bauch hat gleich gesagt, das ist gut, das funktioniert.

Derzeitig ist fast jede handelsübliche Sorte "rein vorsorglich gespritzt". Da war mir der Anbau in solch einer Rolle sehr willkommen. Sollte alles soweit gelingen (Keimen tun die schon.... ), kaufe ich nächstes Jahr die alten und kräftigen Sorten und erweitere das alles.

Übrigens haben die Bauern immer Angst, dass die Knolle Frost bekommt, deswegen müssen die zeitig pflanzen. Ich habe erst vor 2 Wochen angesetzt. Und Nachtfrost dringt da nicht ein. Wenn du da mit der Hand reinfährst, ist das eine wohlige Wärme.
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#4
Also das scheint mir eine ganz brillante Methode zu sein, gerade bei Platzmangel im heimischen Garten. Einfach irgendwo, wo es paßt und natürlich etwas Sonne vorbeikommt, so eine Strohmiete hingestellt und losgepflanzt. Ich bin sehr gespannt auf Deine Erfolge. Auf solche Dinge stehe ich - mit unkonventionellen Mitteln zum Erfolg! Daumen hoch

Insbesondere natürlich im Zusammenhang mit bevorstehenden Mangelzeiten, lassen sich solche "Beete" auch besser unter Kontrolle halten als eine große Ackerfläche, an der sich jeder unbemerkt zu schaffen machen könnte. Zumal da wohl niemand Kartoffeln drin vermuten würde Wow

Also viel Erfolg dabei, und berichte fleißig weiter!
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#5
(16.06.12014, 22:34)huginn schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-Kartoffeln-ohne-Acker-anbauen-Permakultur?pid=47076#pid47076Zumal da wohl niemand Kartoffeln drin vermuten würde Wow

Es vermutet wirklich keiner, und die mich gefragt haben, haben nur abgewunken. Jetzt antworte ich nicht mehr auf Fragen, weil ich jeden Tag sonst Fragen beantworten müsste. Ich sage immer, das ist einfach schön anzusehen - bis die rauswachsen *lach*
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#6
Da bin ich ja gespannt auf Bilder von Wachstum und Ernte dann.
Gibt ja zu den Kartoffeltürmen widersprüchliche Erfahrungsberichte.
Auf jeden Fall weiter so Winken
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#7
interessante Methode, halt uns am Laufenden!
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#8
Guten Abend zusammen,

also ich bin neu im Forum und durch meine Suche im Internet wie man einen Kartoffelturm baut auf euch hier gestoßen. Für 2016 plane ich zwei Kartoffeltürme für meine blauen und roten Kartoffeln. Mal sehen ob das was wird. Ich konnte mir auch jemanden sicher von dem ich Pferdemist anmassen bekommen kann (1 Jährig gelagert).

In diesem Sinne

Grüße
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#9
(22.12.12015, 19:26)Viktor Wabel schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-Kartoffeln-ohne-Acker-anbauen-Permakultur?pid=49511#pid49511Guten Abend zusammen,

also ich bin neu im Forum und durch meine Suche im Internet wie man einen Kartoffelturm baut auf euch hier gestoßen. Für 2016 plane ich zwei Kartoffeltürme für meine blauen und roten Kartoffeln. Mal sehen ob das was wird. Ich konnte mir auch jemanden sicher von dem ich Pferdemist anmassen bekommen kann (1 Jährig gelagert).

In diesem Sinne

Grüße

Ich bin gespannt auf einen Erfahrungsbericht!
In diesem Sinne, willkommen.
Das Ziel vor Augen!
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#10
Wie sind die Kartoffeln denn geworden? Wir wollen in der nächsten Saison auch welche anbauen und die vertikale Methode nutzen. Hierzu habe ich gelesen, dass man erste eine eher dünne Schicht Erde verwendet und immer dann weiter auffüllt, wenn die Pflanzen gewachsen sind, aber noch nicht blühen. So sollen immer neue Kartoffeln entstehen. Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.
„Nichtstun ist halber Tod. Das Leben äußert sich nur in der Tätigkeit.“
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