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Manipulation und Mobilfunk
#71
Gestern lief in den Nachrichten das Thema: Kinder, Jugendliche & Smartphones - Gefahren und Chancen.

Man warnte vor Internet- und Mobilfunk-, also Smartphone-Sucht. Mehr als eine halbe Stunde am Tag im Internet zu sein, gilt laut Suchtzentrale bereits als abhängig bzw. gefährdend.

Dabei wurde auch vor Gefahren für Kinder und Jugendliche gewarnt, also Hyperaktivität, Konzentrationsschwächen, aber auch davor, daß die Kinder durch Spiele verlernen, die via Smartphone massenweise konsumiert werden, natürliche Grenzen zu erkennen! Denn in den Spielen beginnt man immer wieder von vorn, wenn das Spiel mißglückt ist. Das ist im wahren Leben nicht immer ganz so einfach, wenn da mal ordentlich etwas daneben ging. Hier vermischen sich Realität und Illusion zu einem Risiko, oder anders ausgedrückt, zu einer Wahrnehmungsstörung im Bezug auf Situationen und Herausforderungen im Leben. Als Resultat werden Leute herangezogen, die nicht in der Lage sind eigenständig Probleme zu lösen, weil ihnen der Bezug zur Situation fehlt und die Geduld (Konzentration) an einer Veränderung eines Umstandes zu arbeiten! Die Versagergeneration ist geboren!
Im Prinzip kann man sagen, daß man die Menschen mit dem "Smartphone" richtig zu packen bekommen hat, was Manipulation, Verblödung und Umerziehung angeht.  

Natürlich spricht man auch von Chancen. Welche das waren, habe ich anhand der ganzen Gefahren nicht erkennen können.
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#72
Zum Thema Smartphone-Sucht passt auch der folgende Artikel. Man erkennt, wie weit die Sucht bei den Besitzern inzwischen fortgeschritten und verankert ist: sogar Angebote wie eine bestimmte Geldsumme oder ein geschenkter Urlaub im Gegenzug für einen befristeten Verzicht auf das Gerät werden vielfach abgelehnt.
Gerade die jüngere Generation, die mit den Geräten aufwächst (= seit der Wiege damit manipuliert wird) ist sehr stark betroffen. Die älteren Jahrgänge können noch viel eher auf diese Geräte verzichten.


Zitat:Studie: Smartphone-Benutzer machen sich immer abhängiger

Viele Besitzer von Smartphones würden auch für Geld oder einen Urlaub nicht länger auf ihr Handy verzichten – immer mehr wollen ständig erreichbar sein. Für die jüngere Generation hat das Handy eine existenzielle Bedeutung.

Jeder vierte Millennial prüft mehr als 100 Mal täglich das Handy auf Nachrichten und kommt auf über fünf Stunden täglich Nutzung. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die Anton Meyer und Thomas Hess von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Auftrag des Kundendienst-Anbieters B2X haben die Wissenschaftler die Nutzungsgewohnheiten von Smartphone-Besitzern untersucht. Für die Studie wurden mehr als 2600 Menschen in Brasilien, Deutschland, Indien, Russland und den USA befragt.

Die Ergebnisse zeigen vor allem, dass die Nutzungshäufigkeit und Bedeutung der Geräte für die Generation der nach dem Jahr 2000 geborenen "Millennials" größer ist als bei älteren Generationen. Ein Viertel der jungen Generation prüft mehr als 100 Mal täglich das Handy auf Nachrichten und Neuigkeiten und kommt auf über fünf Stunden täglich Nutzung, rund die Hälfte schaut mehr als 50 Mal nach aktuellen Status auf dem Display. In der sogenannten Babyboomer-Generation (Geburtsjahrgänge 1955-1969) tun das nur 15,9 Prozent der Befragten.

Dass jüngere Menschen ihr Handy häufiger benutzen, scheint keine überraschende Erkenntnis zu sein. Unabhängig vom Alter gaben zudem 85 Prozent der Nutzer an, das Smartphone immer griffbereit zu haben, ein Viertel trage es sogar rund um die Uhr am Körper. Über die Hälfte der Befragten aller Generationen verlangt mittlerweile von Freunden und Bekannten schnelle Reaktionen innerhalb weniger Minuten.

Man erkennt die Zwänge, die zur Sucht führen: Angst, etwas zu verpassen. Der soziale Druck, jederzeit auf Anfragen des Umfeldes reagieren zu müssen. Wenn man in diesem Strudel schon aufwächst, kommt man gar nicht auf die Idee, es könnte auch anders gehen.


Zitat:Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann?
Um die Bedeutung des Smartphones einzuschätzen, fragten die Forscher, wogegen die Nutzer einen Monat Smartphone-Verzicht tauschen würden. 74 Prozent der Befragten lehnten den Tausch mit einem Tag zusammen mit ihrem Lieblings-Star ab, 56 Prozent würde auch eine zehnprozentige Gehaltserhöhung als Gegenleistung nicht akzeptieren. Die Hälfte der Versuchsgruppe verzichtete auf eine Woche Extra-Urlaub, immerhin 41 Prozent waren selbst 1000 Dollar zu wenig für einen handyfreien Monat.

Der Stellenwert der Geräte zeigt sich auch bei Fragen nach zukünftigen Anschaffungsplänen. Ein Zehntel der Konsumenten plane demnach, mehr als 750 Dollar für das nächste Smartphone ausgeben, ein Viertel mindestens 500 Dollar – obwohl 91 Prozent beim aktuellen Modell weniger ausgegeben haben. "Menschen wollen alles in ihrem Leben digital vernetzen: Sie wollen ihr Zuhause automatisieren, Virtual Reality erleben und Smart Digital Assistants verwenden – und all das passiert genau jetzt."

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Smartphone-Benutzer-machen-sich-immer-abhaengiger-3716208.html


Sie wollen ... was sie sollen - die Marschroute ist schon abgesteckt.

Sieht man den Artikel aus einer anderen Sichtweise, dann klingt alles wie eine Erfolgsmeldung: "Die Smartphones haben voll eingeschlagen, wir haben alle unter Kontrolle."
Das hast Du Dir so gedacht!
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#73
Hier ein interessanter Artikel (aus gegebenen Anlass):

In dem Artikel geht es um die permanente Datensammlung von einem bestimmten Modell eines Funktelefons. Zwischendrin stand dann das:

"Deaktivieren der Ortung verhindert nicht die Übertragung von Daten.
Dabei spiele es keine Rolle, heißt es in dem Bericht, ob gerade aktiv Dienste zur Standortbestimmung wie Navigationsanwendungen genutzt würden. Außerdem sammele das Telefon weiter Daten, selbst wenn die Ortungsfunktion bewusst ausgeschaltet worden sei. Die Daten würden dann über das mobile Datennetz oder zum Beispiel, wenn keine SIM-Karte eingelegt sei, über das drahtlose Netzwerk WLAN übertragen."

Hier ist der komplette Bericht:
http://www.tagesschau.de/inland/datensammlung-google-101.html
Innen wie Außen
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#74
Man weiß das ja schon lange. Es ist nur gut, es auch einmal offiziell zu lesen, damit auch der letzte Skeptiker Ruhe gibt.


Pläne der Innenminister
Wenn Alexa die Beweise liefert
Stand: 05.06.2019

Sprachassistenten wie Alexa und Siri sowie internetfähige Fernseher und Kühlschränke könnten bald eine wichtige Rolle bei Ermittlungen spielen. Die Innenminister planen, digitale Spuren als Beweismittel zuzulassen.
Die Sicherheitsbehörden sollen künftig auch Daten von vernetzten Geräten wie dem Sprachassistenten Alexa oder smarten Kühlschränken auswerten dürfen. Die Innenminister von Union und SPD wollen sogenannte digitale Spuren aus dem Bereich Smart Home als Beweismittel vor Gericht verwenden.
Eine entsprechende Beschlussvorlage formulierte das Innenministerium Schleswig-Holsteins für die Innenministerkonferenz (IMK), die in der kommenden Woche in Kiel stattfindet. Zuerst hatten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) darüber berichtet.

Sprachassistenten sammeln permanent wertvolle Daten

Digitalen Spuren kommt laut der Beschlussvorlage des schleswig-holsteinischen Innenministers und IMK-Vorsitzenden Hans-Joachim Grote (CDU) "eine immer größere Bedeutung" bei der Aufklärung von Kapitalverbrechen und terroristischen Bedrohungslagen zu. Fernseher, Kühlschränke oder Sprachassistenten wie Alexa und Siri, die mit dem Internet verbunden sind, sammeln demnach permanent wertvolle Daten, die für Sicherheitsbehörden von Bedeutung sein könnten.

Dirk Hundertmark, Sprecher des schleswig-holsteinischen Innenministeriums, teilte tagesschau.de in einer schriftlichen Stellungnahme mit, dass das Bundesland "für das Erkennen, Sichern und Auswerten solcher digitaler Spuren" ein "Kompetenzzentrum Digitale Spuren" eingerichtet habe. Dies sei "auf der Basis der geltenden Rechtslage" geschehen und im Koalitionsvertrag zwischen CDU, FDP und Grünen vereinbart gewesen.
Solche Kompetenzzentren gebe es auch in anderen Bundesländern, so Hundertmark. "Schleswig-Holstein hat zur IMK einen Antrag gestellt, der eine bessere und koordiniertere Zusammenarbeit dieser Zentren zum Ziel hat." Eine Ausweitung polizeilicher Kompetenzen sehe der Antrag Schleswig-Holsteins "definitiv nicht vor".

Länder sagen Unterstützung zu

Die Innenstaatssekretäre von Union und SPD haben sich dem RND zufolge in der vergangenen Woche in Berlin auf einer Vorkonferenz darauf verständigt, den Antrag Schleswig-Holsteins unterstützen zu wollen. Digitale Spuren sollen demnach nur mit richterlicher Anordnung ausgewertet werden dürfen.
Auch das Bundesinnenministerium befürwortet die Pläne. "Aus unserer Sicht ist es für eine effektive Kriminalitätsbekämpfung sehr wichtig, dass den Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern auch auf diesen Geräten gespeicherte Daten nicht verschlossen bleiben", sagte ein Sprecher.

Datenschützer sind skeptisch

Durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung aller Lebensbereiche steige die Bedeutung solcher digitaler Spuren. Derzeit werde das Thema geprüft, da die Rechtsgrundlage bisher nicht ausreiche. Auch seien datenschutzrechtliche Bedenken zu berücksichtigen.
Das CDU-geführte Verbraucherschutzministerium erinnerte an die Eigenverantwortung der Bürger. Wer sich Alexa ins Schlafzimmer stelle, gehe natürlich die Gefahr ein, dass mitgehört werde und Daten generiert würden. "Diese Daten sind da, und natürlich können die Daten in ganz vielerlei Hinsicht verwendet und theoretisch auch von Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmt werden", sagte ein Sprecher. "Das muss sich jeder fragen, der solche Sprachassistenten in seinem privatesten Umfeld verwendet."
Scharfe Kritik kam von den Grünen. "Die Digitalisierung unseres Lebens darf nicht dazu führen, dass der Einzelne den Ausforschungs- und Kontrollwünschen des Staates gerade in dem von Artikel 13 des Grundgesetzes besonders geschützten Bereich der eigenen Wohnung schutzlos ausgeliefert ist", sagte Vize-Fraktionschef Konstantin von Notz.

So stelle sich auch die Frage immer drängender, ob die Auswertung von durch sogenannte Smart-Home-Geräte gesammelten Daten nicht gegen den Grundsatz verstoße, dass ein Beschuldigter sich nicht selbst belasten müsse, so von Notz weiter. "Denn dieser eiserne Rechtsstaatsgrundsatz wird ad absurdum geführt, wenn der Staat sehr umfänglich auf Datenträger zugreifen darf, die präziser und umfassender Daten und Informationen preisgeben, an die sich ein Mensch kaum erinnern könnte."

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/sprachassistent-beweismittel-101.html
Innen wie Außen
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Es bedanken sich: Erato , Paganlord , Cleopatra , Violetta , Waldschrat , Saxorior
#75
Ich habe ganz kurz überlegt, ob es eher zu unserer Spaßecke passt:

Zitat:Die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid wirbt für eine umfassende Digitalisierung in Deutschland, weil dies die Daten der Bürger sicherer machen würde.
...
Der Staat schafft hier Vertrauen?

Vertrauen ist essenziell. Viele Leute sagen: Das ist doch nicht sicher online. Und ich frage sie: Wie bitte? Sie haben sicher Ihre Papierakte in der Klinik Ihres Arztes - wenn Sie aber nicht persönlich hingehen, um die Akte auf Fingerabdrücke zu untersuchen, dann wissen Sie nicht, wer zuletzt Ihre Papiere gelesen hat. Online weiß ich das. Wer auch immer meine Daten liest, hinterlässt einen elektronischen Fingerabdruck. Und er kann sich bei mir ausschließlich mit seiner persönlichen ID einloggen, nicht als Institution. Das ist wahre Sicherheit.
...

Rofl  Rofl  Rofl
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#76
Alphonso Software
Legaler Lauschangriff


Smartphones hören ihre Besitzer ab. Zwei Forscher aus Braunschweig erklären, warum das passiert und wie man sich schützen kann.

Interview: Ingo Eggert
Illustration: Jan Robert Dünnweller


• Vor ein paar Minuten haben Sie einem Freund erzählt, dass Sie einen neuen Fahrradschlauch brauchen, und jetzt zeigt das Smartphone Werbung für – ja, genau – Fahrradschläuche. Zufall? Wohl nicht. Kaum einer liest die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGCool oder Datenschutzbestimmungen durch, bevor er eine App installiert. Die meisten stimmen zu, ohne das Kleingedruckte gelesen zu haben. Andernfalls wüssten sie, dass sie in vielen Fällen die Erlaubnis erteilen, belauscht zu werden.

Vor etwa einem Jahr berichtete die »New York Times« über die Software Alphonso*, die zu diesem Zeitpunkt in etwa 1000 Spiele-Apps integriert war und Smartphone-Nutzer unbemerkt über das Mikrofon ihres Telefons belauschte. Die Software höre mit, so der Zeitungsbericht, welche TV-Werbespots man gerade gucke, und spiele dann auf dem Smartphone die dazu passende Werbung aus.

Kann die Software auch Gespräche auswerten? Daniel Arp und Max Boll vom Institut für Systemsicherheit an der Technischen Universität Braunschweig haben sich angesehen, wie die Technik funktioniert.

brand eins: Was genau macht Alphonso?

Max Boll: Die Software nimmt die Umgebungsgeräusche von Smartphone-Nutzern auf, ohne dass sie davon etwas mitbekommen. Das kann alles Mögliche sein: Songs, die im Radio laufen, oder Werbespots, die im Fernseher zu sehen sind. Die Software ist darauf spezialisiert, Fernsehwerbung und -sendungen zu identifizieren und die dazu passende Werbung auf dem Smartphone auszuspielen. Dabei werden zwangsläufig auch Gespräche, die wir führen, aufgezeichnet.

Wie kommt die Lausch-Software aufs Handy?

Daniel Arp: Die Apps, die wir gefunden haben, waren vor allem Spiele-Apps. Wenn Sie im Google Play Store nach „Alphonso Automated“ suchen, sehen Sie, dass einige der dort aufgelisteten Apps den Alphonso-Dienst nutzen. Wir haben uns für unsere Forschung die Spiele-App „The Rings“ des Anbieters Molu Apps genauer angesehen.

Schneidet Alphonso dauerhaft mit?

Max Boll: Nein, aber die Software erfasst eine ganze Menge. Wenn Sie eine App öffnen, in der die Software steckt, werden die ersten 15 bis 20 Sekunden aufgenommen. Danach werden etwa alle 15 Minuten rund 15 Sekunden aufgezeichnet. Wir vermuten, dass das so gemacht wird, um den Akku des Smartphones nicht zu sehr zu beanspruchen. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass Apps, die Alphonso verwenden, sofort wieder gelöscht werden, weil sie zu viel Akkuleistung verbrauchen.

Was passiert mit den Aufnahmen?

Max Boll: Die Software wertet die abgehörten Geräusche aus und erstellt einen sogenannten Fingerabdruck. Das ist ein kleines Datenpaket, in dem spezielle Merkmale des Mitschnitts gespeichert sind. Dieses Paket wird dann an einen Alphonso-Server geschickt und dort mit einer riesigen Datenbank an Fingerabdrücken abgeglichen – ob es dort auch gespeichert wird, konnten wir allerdings nicht feststellen. Lässt sich der eben erstellte Fingerabdruck zuordnen, weiß Alphonso, welche Werbung oder Sendung der Nutzer eben gesehen hat, und kann ihm nun personalisierte Werbung schicken. Lief zum Beispiel gerade ein Spot eines Automobilherstellers im Fernsehen, wird dem Nutzer eine weitere Autowerbung auf dem Smartphone angezeigt.

Daniel Arp: Die Technik ist vergleichbar mit der App Shazam, mit der man herausfinden kann, welcher Song gerade gespielt wird. Nur dass man Shazam bewusst einsetzt und selbst kontrolliert, wann das Mikrofon eingeschaltet wird.

Wie haben Sie herausgefunden, was Alphonso tut?

Max Boll: Wir haben ganz einfache Experimente gemacht. Einmal haben wir die Spiele-App „The Rings“ geöffnet und von verschiedenen Menschen gesprochene Zahlen von 0 bis 9 abgespielt. Dann haben wir die Fingerabdrücke, die aus diesen Geräuschen erzeugt wurden, aus dem Speicher des Smartphones abgefangen, bevor sie an den Alphonso-Server verschickt wurden. So konnten wir die erzeugten Fingerabdrücke näher analysieren. Interessanterweise wurde uns nach einiger Zeit in der Spiele-App Werbung für Kindermalbücher angezeigt, in denen man Zahlen ausmalen sollte. Wir können zwar nicht sagen, ob dies tatsächlich mit der Nutzung von Alphonso zusammenhängt oder bloß reiner Zufall war – überrascht hat uns diese Beobachtung allerdings schon.

Ist das legal?

Max Boll: Alphonso kann zwar personalisierte Werbung ausspielen, weiß aber nicht, was man sonst auf dem Smartphone macht – zumindest nach unserem Kenntnisstand. Das ist soweit legal. Allerdings kann Alphonso ein Benutzerprofil erstellen, das dazu dient, über einen längeren Zeitraum Benutzerinformationen zu sammeln – zum Beispiel, welche Fernsehsendungen der Benutzer konsumiert und welche Werbethemen relevant sein könnten. Das ist wenig erfreulich.

Daniel Arp: Bei allen Apps, die wir uns angeschaut haben, wird in der Beschreibung und auch beim Starten der App darauf hingewiesen, wie sie funktioniert. Insofern müsste es legal sein. Dennoch ist es für Benutzer nicht immer offensichtlich, was das genau bedeutet – insbesondere wenn die Benutzer noch minderjährig sind.

Wie kann man sich vor Lauschangriffen schützen?

Daniel Arp: Immer wenn man eine App installiert, sollte man sich fragen, ob die angeforderten Berechtigungen wirklich notwendig sind. Wenn zum Beispiel eine Spiele-App Zugriff auf das Mikrofon, den Standort oder die Kontakte haben möchte und dies nicht durch die Spielmechanik gerechtfertigt werden kann, sollte man skeptisch werden.

Wieso machen sich die Menschen von solch indiskreter Technik abhängig?

Daniel Arp: Es ist schon erstaunlich, dass sich immer mehr Menschen einen Sprachassistenten wie Google Assistent oder Amazon Alexa in die Wohnung stellen – und so das Risiko weiter erhöhen, aus Versehen sehr sensible Informationen preiszugeben. Solange uns diese Geräte gute Witze erzählen und unser Leben bequemer machen, scheint der Deal aufzugehen. ---


Quelle: https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2019/unabhaengigkeit/smartphones-legaler-lauschangriff?utm_source=zeit&utm_medium=parkett&utm_source=pocket-newtab
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#77
Interessanter Artikel aus "Zeit online":

Zitat:Smart Home: "In vielen smarten Geräten stecken Mikros, ohne dass Sie davon wissen"

Wenn der Thermomix-Klon mithört: Zwei französische Hacker haben kürzlich die von Lidl vertriebene Küchenmaschine Monsieur Cuisine Connect auseinandergenommen – und festgestellt, dass das System auf der veralteten Android-Version 6.0 läuft. Gleich mit verbaut war ein verstecktes Mikrofon. Ein Einzelfall im vernetzten Zuhause? Oder die Regel? ZEIT ONLINE hat mit dem IT-Sicherheitsexperten Michael Steigerwald über die Sicherheit von Smart-Home-Geräten gesprochen.

...

ZEIT ONLINE: Ein geheimes Mikrofon war aber auch noch mit verbaut. Lidl zufolge könnte es mit einem späteren Update aktiviert werden.

Steigerwald: Das sehe ich wiederum als großes Problem an, denn das Mikro war nicht dokumentiert, was ein massiver Eingriff in die Privatsphäre des Kunden bedeutet. Wenn ich mir smarte Lautsprecher wie Amazon Echo oder Google Home ins Haus stelle, weiß ich, dass die Geräte ein Mikrofon besitzen und sie mir potenziell immer zuhören. Bei einer Küchenmaschine gehe ich nicht davon aus. Es ist aber tatsächlich so, dass in ganz vielen Geräten Mikrofone verbaut sind, ohne dass Sie als Konsument davon etwas wissen, etwa in vielen intelligenten Fernsehern.

...

ZEIT ONLINE: Was könnten Angreifer in meinem smarten Zuhause anrichten, wenn ein Gerät ungeschützt ist?

Steigerwald: Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Kriminelle suchen sich immer den einfachsten Weg in ein Netzwerk. Es gibt zum Beispiel Fälle, in denen sie sich über ungesicherte Smart-Home-Geräte wie Drucker, Kopierer oder Glühbirnen in die Telefonanlage eingewählt und massenweise kostenpflichtige Nummern angerufen haben. Wenn ich mich als Angreifer in ein Gerät hacke, habe ich Zugriff auf das ganze lokale Netzwerk und alle damit verbundenen smarten Geräte. So gelange ich an sensible private Daten, die ich zum Beispiel für Doxing oder zu Werbezwecken missbrauchen kann. Ebenfalls kann ich eine Identität missbrauchen, also etwa im Internet via Filesharing Musik herunterladen. Gehe ich über Ihren Internetanschluss, müssten Sie den Schaden bezahlen. Ich könnte Ihren smarten Toaster auch für ein Botnetz missbrauchen.

ZEIT ONLINE:

Dabei würden Sie meinen Toaster mit Tausenden anderen Geräten verknüpfen und so Websites zum Kollabieren bringen.

Steigerwald: Exakt. Schon im Oktober 2016 gab es eine riesige Attacke mit Smart-Home-Geräten, die die Websites von Twitter, Spotify und vielen weiteren Unternehmen abstürzen ließ. Das war vor zweieinhalb Jahren, mittlerweile gibt es viel mehr vernetzte Geräte, Schätzungen zufolge rund 26 Milliarden weltweit. Da kommt eine unkontrollierbare Gefahr nicht nur auf unsere Häuser zu, sondern auf die ganze Gesellschaft. Es gibt Hackergruppen, die sich auf diese Botnetze spezialisieren und sie als Service anbieten. Angreifer können sich diese Netze dann mieten, also etwa zehn Millionen Toaster für eine halbe Stunde, um damit eine Webseite lahmzulegen. Mit leistungsfähigen Geräten könnten auch Bitcoins generiert werden.

ZEIT ONLINE: Wie denn das?

Steigerwald: Bitcoins entstehen ja dadurch, dass sehr viele Rechner sehr schnell eine Rechenaufgabe lösen und so neue Coins schürfen. Das kann man auch mit Smart-Home-Geräten machen, die diese Rechenoperationen dann durchführen. Das ist normalerweise sehr ineffektiv, bei ein paar Millionen Fernsehern oder Thermomixern kann es sich aber schon lohnen. Sie als Nutzer merken das dann nur an einer höheren Stromrechnung.


Anmerkung: Der Begriff "Hacker" kann durch jede andere Organisation ersetzt werden. Unter diesem Aspekt möchte ich nochmals drei Aussagen hervorheben:


Zitat:Es ist aber tatsächlich so, dass in ganz vielen Geräten Mikrofone verbaut sind, ohne dass Sie als Konsument davon etwas wissen...

Zitat:Wenn ich mir smarte Lautsprecher wie Amazon Echo oder Google Home ins Haus stelle, weiß ich, dass die Geräte ein Mikrofon besitzen und sie mir potenziell immer zuhören.

Zitat:Es gibt zum Beispiel Fälle, in denen sie sich über ungesicherte Smart-Home-Geräte wie Drucker, Kopierer oder Glühbirnen in die Telefonanlage eingewählt...
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