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Pferdemist als Dünger
#1
Hallo an die ehrenwerten Gärtner. Ich bin keiner, habe aber schon vor längerer Zeit eine Beobachtung gemacht, die ich gerne mitteilen möchte, vielleicht benutzt ja jemand Pferdemist zum Düngen. Ob sie von Nutzen ist, könnt Ihr dann für Euch selbst beurteilen.

Zu der Zeit, als Pferde noch auf Stroh standen und der Misthaufen entsprechend mit Stroh versetzt war plus unseren Bio-Hausabfällen, tummelte sich eine reiche Artenvielfalt auf unserer Miststatt (die den ganzen Sommer über unberührt daliegt):

- wahre Massen an Regenwürmern
- verschiedene Arten von Pilzen wucherten geradezu

Es wuchsen in einem einzigen Sommer auf dem Misthaufen:

- Hafer
- Gerste
- Sonnenblumen
- Kartoffeln
- Tomaten
- Kürbisse
- Galia-Melonen (!)

Nichts davon wurde angesäät.

Nach der Umstellung auf Sägespäne geschah folgendes:

- deutliche Verminderung der Zahl der Regenwürmer
- nur noch eine Pilzart

Es wächst nur noch den Sommer über:

- spärlich Hafer
- spärlich Gerste

Das sagt einiges über die Mistqualität aus.

Generell: auch Mist aus Bio-Betrieben muß nicht unbelastet sein. Gerade in der Pferdehaltung wird hierzulande immer noch propagiert, die Tiere 3 - 4 mal im Jahr zu entwurmen. Bedeutet: heftig Chemie mit dem Abgang von verschiedenen Würmern in den entsprechenden Stadien. Auch da lohnt sich wohl das Nachfragen bevor man Mist holt.

Der Bogen entfaltet seine Macht durch deine Energie - Der Pfeil wird davon fliegen auf ein entferntes Ziel - Aber dein Leben wird immer bei dir sein - Gedenke der Alten Werte - Ehre die Ahnen, die dir den Bogen in die Hand gelegt haben
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#2
(13.05.12012, 08:52)Agni schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-Pferdemist-als-D%C3%BCnger?pid=41826#pid41826....

Das sagt einiges über die Mistqualität aus.

Generell: auch Mist aus Bio-Betrieben muß nicht unbelastet sein. Gerade in der Pferdehaltung wird hierzulande immer noch propagiert, die Tiere 3 - 4 mal im Jahr zu entwurmen. Bedeutet: heftig Chemie mit dem Abgang von verschiedenen Würmern in den entsprechenden Stadien. Auch da lohnt sich wohl das Nachfragen bevor man Mist holt.

vor kurzem ist mir bei einer Flasche Bio-Vorzugsmilch, ein sehr starker Medikamentengeruch aufgefallen. Die Milch war natürlich ungenießbar. Durch eine telefonische Nachfrage beim Bauernhofverantwortlichen, wüßte er auch nicht woran es liegen könne.

Eine Möglichkeit wäre Spülmittelreste. Aber Spüli mit Medikamentengeruch O_O. Und es wäre interessant zu erfahren, was für Spülmittel benutzen die Bio-Höfe denn eigentlich (da es ja ein Teil der Kette ist?)

Hmm kann es sein, das es dass es an der Entwurmung liegt - frage ich morgen nach. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrung gemacht oder wüßte was die Ursache sein könne?

(Frage richtet sich besonders an die Bauern unter uns)

Hier bin ich für die Antworten sehr dankbar!

Grüße Waldläufer
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#3
Ich habe die Erfahrung, daß der Gartenboden durch Mist fault. Deshalb gibt es bei uns seit Jahren keinen Pferde- oder anderen Mist als Gartendüngung. Deine Beobachtung ist nichtsdestotrotz interessant.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#4
Zitat:das es dass es

Waldläufer, konntest Du nicht entscheiden? Oder ist das eine Möglichkeit Grammatikfehlern aus dem Weg zu gehen? Biggrin

Paganlord: Darf ich bitte fragen, welchen Dünger Ihr dann nehmt?

Ich denke, ganz ohne kommt der Garten nicht aus, chemischer Dünger darf nicht sein. Ich dachte immer, Pferde und Kuhmist ist geeignet. Ich habe Mist bekommen, da waren sehr, sehr viele Regenwürmer drin. Jetzt wächst auf meinem Beet einiges von alleine. Vielleicht hatte ich "gescheiten Mist" erwischt?

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#5
Zitat:Paganlord: Darf ich bitte fragen, welchen Dünger Ihr dann nehmt?

Wir lassen einen Teil des Beetes immer ungenutzt und säen Gründüngung rauf. Das wächst dort über den Sommer und in den Herbst hinein und wird dann untergepflügt. Das gibt dem Boden Stickstoff und ist außerdem für die Bienen eine Leckerei.

Alle 2-3 Jahre fahre ich 100 Schubkarren Komposterde aufs Beet. Das genügt eigentlich schon an Düngung.

Wer jedoch noch mehr mag: Hornspäne streuen bzw. die Firma Oscorna stellt 100% Naturdünger und Boderaufbereiter her. Einfach mal unter: http://www.oscorna.de/ nachschauen. Oscorna-Produkte führt bei uns sogar der Hornbach-Baumarkt.


Zitat:Ich denke, ganz ohne kommt der Garten nicht aus, chemischer Dünger darf nicht sein. Ich dachte immer, Pferde und Kuhmist ist geeignet. Ich habe Mist bekommen, da waren sehr, sehr viele Regenwürmer drin. Jetzt wächst auf meinem Beet einiges von alleine. Vielleicht hatte ich "gescheiten Mist" erwischt?

Mit dem "gescheiten" und "ungescheiten" Mist habe ich heute das erste Mal von Agni gelesen. Wie oben schon geschrieben halte ich gar nichts von Mist & Kuhpisse, weil es den Boden faulig macht.

Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#6
Durch Tierdung versauert der Boden, und das Risiko, sich viele Medikamente, inklusive Antibiotika, in den Boden zu holen, ist sehr hoch.

Der beste Dünger ist immernoch der eigene Kompost. Denn dessen Zusammensetzung kennt man.
Eine gesunde Fruchtfolge, als Zwischenfrucht noch eine Gründüngung, garantieren einen gesunden und ertragreichen Boden.


Lebe für Deine Ideale!
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#7
Waldläufer schrieb:vor kurzem ist mir bei einer Flasche Bio-Vorzugsmilch, ein sehr starker Medikamentengeruch aufgefallen. Die Milch war natürlich ungenießbar. Durch eine telefonische Nachfrage beim Bauernhofverantwortlichen, wüßte er auch nicht woran es liegen könne.

Betriebe, die Vorzugsmilch produzieren, sind vom Veterinäramt (soweit ich weiß) zugelassene und ziemlich streng kontrollierte Betriebe.

Trotzdem: auch Bio-Betriebe dürfen als letzte Wahl der Mittel (quasi wenn andere Alternativen nicht greifen) auch Antibiotika verabreichen. Zwar darf die Milch dieser Kühe nicht in den üblichen Kreislauf - genau wie bei konventionellen Betrieben - und wird separat abgemolken, trotzdem lauert hier eine mögliche Gefahrenquelle. Entweder weil schlicht ein Fehler passiert oder weil die Wartezeit (bis die Milch nicht mehr kontaminiert ist) nicht eingahalten wird oder auch in äüßerst seltenen Fällen zwar eingehalten wurde, Rückstände aber trotzdem nicht restlos abgebaut sind. Trotzdem wird aber kaum ein Bauer riskieren, kontaminierte Milch durch den Tankwagen einsammeln zu lassen, denn es werden bei jeder Abnahme Proben gezogen über die der Bauer klar ermittelbar ist. Da gibt es so gut wie keine Möglichkeit zu entrinnen.

Waldläufer schrieb:Eine Möglichkeit wäre Spülmittelreste. Aber Spüli mit Medikamentengeruch O_O. Und es wäre interessant zu erfahren, was für Spülmittel benutzen die Bio-Höfe denn eigentlich (da es ja ein Teil der Kette ist?)

Im Spülmittelbereich gab es damals keine Unterschiede zu konventionellen Betrieben. Wie das heute ist, weiß ich nicht, kann mir aber nicht vorstellen, daß sich da etwas geändert hat. Und ich rede hier wirklich von purer Chemie, teilweise beißend und ätzend (Säure und Lauge wird im Wechsel eingesetzt), mit der die Anlage gespült wird. Es sollen ja alle Keime abgetötet werden denn Milch ist sehr anspruchsvoll in der Handhabung und wenn die Keimbelastung der Milch in einem Betrieb zu hoch ist, drückt das eklatant den Milchpreis oder hat ggfs. sogar einen Abholstopp zur Folge.

Waldläufer schrieb:Hmm kann es sein, das es dass es an der Entwurmung liegt - frage ich morgen nach. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrung gemacht oder wüßte was die Ursache sein könne?

In vielen Milchviebetrieben werden (wenn überhaupt) lediglich die Jungrinder entwurmt (also noch keine "Milchlieferanten"), später nicht mehr oder nur nach Bedarf (wenn Befall vermutet bzw. nachgewiesen wird). Wir haben regelmäßig alle ein bis zwei Jahre den ganzen Bestand gegen Leberegel "geimpft" (oral), da wir in einem Hochmoorgebiet leben (prädestiniert für Leberegel). Allerdings gab es da keine Wartezeitvorschriften für die Milch und auch keine Geschmacksveränderungen.

Übrigens, antibiotikakontaminierte Milch "riecht" auch u.U. (und zwar genau so wie sie dann schmeckt).



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#8
Zitat:Durch Tierdung versauert der Boden, und das Risiko, sich viele Medikamente, inklusive Antibiotika, in den Boden zu holen, ist sehr hoch.

Ach Mist, da habe ich nicht nachgedacht...

Gut, ich habe meinen Kompost ebenfalls verwendet. Es war immerhin nur eine kleine Menge Mist, welche auf dem Beet gelandet ist. Ich bin Anfängerin und muß noch sehr, sehr viel lernen. Zum Glück gibt es hier Experten!

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#9
Achtung: folgender Beitrag könnte Gemüter erhitzen oder provokativ und überspitzt wirken. Daher nur zu empfehlen für Er-wachsene.

Zitat:Ich denke, ganz ohne kommt der Garten nicht aus, chemischer Dünger darf nicht sein. Ich dachte immer, Pferde und Kuhmist ist geeignet. Ich habe Mist bekommen, da waren sehr, sehr viele Regenwürmer drin. Jetzt wächst auf meinem Beet einiges von alleine. Vielleicht hatte ich "gescheiten Mist" erwischt?

Zitat:Mit dem "gescheiten" und "ungescheiten" Mist habe ich heute das erste Mal von Agni gelesen. Wie oben schon geschrieben halte ich gar nichts von Mist & Kuhpisse, weil es den Boden faulig macht.

Mist und Pisse an sich sind ja nichts Verwerfliches und sind in einer intakten Umwelt durchaus auch ein Segen für Fauna und Flora. Das Schlagwort dabei ist "intakt".

Heutzutage werden "Nutz"tiere in entsprechenden Gefängnissen zusammengepfercht und ggfs. medikamentös behandelt solange es sich für den Besitzer lohnt (wenn nicht mehr, wird das Tier entsorgt bzw. den Carnivoren überlassen). Dieses ganze Elend findet sich m.M. nach dann auch im Mist wieder, die Information/Lebensumstände wird auch da weitergegeben. Und das klatscht man sich dann auf seine Beete. Wen wundert's daß es fault?

Durch die Massentierhaltung entstehen dann große Mengen an Exkrementen, die auf der (begrenzten und intensiv bewirtschafteten) Scholle ausgebracht werden, was auf Dauer den Boden übersäuert. Zusätzlich sorgen noch Spuren ausgeschiedener Medikamente für die Abtötung der einen oder anderen Art (Pflanzen und Tiere), womit der Boden zusätzlich "verarmt".

Ich kenne keinen Landwirt (vielleicht ist mein Bekanntenkreis ja nicht repräsentativ), der nicht mit saurem Boden konfrontiert ist, denn selbst die Richtlinien der Bio-Verbände, die einen Maximal-Höchststand des Viehbesatzes pro Hektar Grünland vorgeben der nicht überschritten werden darf, führen zur Übersäuerung.

Der Übersäuerung kann man entgegenwirken mit verschiedenen Düngern (in der Bio-Landwirtschaft weniger, da gibt es sehr restriktive Vorschriften bei der Wahl der Mittel). Da gibt es dann Listen und Verordnungen, wie viel Blei, Chrom, Quecksilber oder Uran (enthalten in einigen Düngern) auf das Land geschmissen werden darf - um nur einige der Substanzen zu nennen. Und damit ein Landwirt sich nicht mit diesen Zahlen und Tabellen rumplagen muß, übernehmen die Düngemittelhersteller das für sie. Für Uran gibt es dabei übrigens (noch) keine Grenzwerte für Düngemittel - es gibt lediglich Grenzwerte für das Grundwasser. Und da Uran, wie man ausgerechnet hat, ca. 30 Jahre braucht, bis es dann im Wasserkreislauf angelangt ist.... das erste scheint gerade anzukommen. Ich glaube, es war Niedersachsen, das da den ersten Fall von Überschreitung der zulässigen Uran-Grenzwerte im Trinkwasser in einer Gemeinde zu verzeichnen hatte. Aber das ist wieder eine andere Geschichte in der Geschichte der Geschichte....

Mein Fazit: der Mensch hierzulande übersäuert mit seiner Bewirtschaftung den Boden. Wen wundert's, daß die Organismen der Menschen inzwischen auch übersäuern? Er ernährt sich so wie er lebt, denkt und handelt - Junkfood - und merkt dabei nicht, daß er das Denken schon lange anderen überlassen hat. Er gibt sich also gewissermaßen nur noch der Illusion des Denkens hin. Das scheint den meisten zu reichen, dafür werden sie von den anderen, den wahren Denkern/Lenkern ja auch ausreichend zur Ablenkung anderweitig beschäftigt.





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#10
In nem altem Gartenhandbuch wurden verschiedene Jauchen beschrieben, die man aus Wasser und verschiedenen Pflanzen ansetzen kann. Wobei jede Jauche andere Eigenschaften hat, also für bestimmte Nutzpflanzen oder Böden ist die eine geeigneter, oder die andere.

Im Netz hab ich auf die schnelle mal die Brennesseljauche gefunden.

http://www.dünger-info.de/brennnesseljauche.php

und hier noch ein paar
http://www.gartensommer.de/html/html/jauchen_rezepte.html

wer Probleme mit saurem Boden hat, kann öfters mit Leitungswasser giessen, welches in der Regel einen höheren PH Wert hat (hier in Innsbruck zwischen 8 und 8,5 - also schon ziemlich basisch), oder Kalk untermengen.
Achtung, viele Pflanzen mögen einen etwas saureren Boden, Ph werte um 5,8-6,5 sind ganz normal, und meist ideal für gute Nährstoffaufnahme
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