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Südamerika und seine kulturelle Geschichte
#1
Der Titikakasee & Aramu Maru

In Peru trifft man auf weitere interessante Monumente der alten Zeit. Die Reise der heidnischen Völker wird um ein weiteres Puzzelteil erweitert und gibt wieder einmal durch Sagen und Erzählungen Aufschluß über die Geschehnisse jener Epoche.

   
Wiracocha

In einer Sage wird davon berichtet, daß Wiracocha (auch Herr der Stäbe) einst aus dem Titkiakasee gestiegen ist. Er erschien erstmailg auf der Sonneninsel und errichtete seine erste Siedlung in Tiauhuanaco. Wiracocha wird mit blondem Haar, einem vollen Bart und weißer Haut beschrieben. Er bewegte sich nach Nordosten und verschwand am Ende im Meer. Entlang seines Weges wurden auf dieser Linie die Haupttempel der Inkas und Prä-Inkas, wie zum Beispiel Machu Piccu, Ollantaytambo, Cuscu, Pukara, errichtet.

   
Tiauhuanaco


Nahe dem Ufer des Titikakasees findet man einen Steinwald. Er ist auffällig, da er sich von der Vegetation abhebt und irgendwie nicht zu der Umgebung paßt.

   

Mitten aus dieser Steinformationen ragt plötzlich ein Tor heraus. Von den einheimischen Völkern wird es Aramu Muru zu ehren des Inka-Priesters Aramu genannt. Dieser Priester soll die goldene Scheibe, die in Choricancha (Cusco) verwahrt wurde, an diesen Ort gebracht haben. Er floh vor den Spaniern, die ihren chr***tlichen Vernichtungsfeldzug gegen die heidnische Kultur fortsetzten. Aramu legte die goldene Scheibe in die Vertiefung des Tores. Die Tür öffnete sich, und Aramu verschwand. Weitere Namen sind Hayu Marca (Stadt der Geister), Willka Uta (Ort der Sonne oder Tor der Götter), aber auch Tor des Teufels (chr***liche Bezeichnung).
Die goldene Scheibe soll die größte von insgesamt 3 goldenen Scheiben gewesen sein, die vor den Spaniern gerettet werden konnte.
In anderen Quellen findet man Aussagen von "...großen Männern, die von glühenden Kugeln begleitet werden, die durch die Tür gehen." Manche Stimmen behaupten, daß dieser Ort vor der Epoche der Inka entstanden ist.

   


Zitat:PORTAL FÜR DIE UNSTERBLICHEN
Das Portal wurde in der fernen Vergangenheit hergestellt. In dieser Zeit konnten die großen Helden das Portal passieren und sich dem Götterpantheon anschließen. Manchmal kehren diese Götter durch diese Tore in das Land zurück....

Auch dieser Ort wurde von den Spaniern entweiht und geplündert. Alle sichtbaren Artefakte wurden entfernt und/oder zerstört und der Ort selbst zu einem Ort des Bösen erklärt. Noch heute werden an diesem Ort Zeremonien abgehalten. Man berichtet auch von Personen, die an diesem Ort verschwunden sind. Der letzte Fall soll sich vor ca. 65 Jahren zugetragen haben.

Es wird vermutet, daß der Name Aramu sich von dem Wort "Amaru" herleitet, was "Schlange" bedeutet. Manche vermuten sogar eine Herleitung des Namens Amerikas von Amaru Kaka', was mit "Land der Schlange" übersetzt wird.

Bei diesen Erzählungen, nehme ich dieselben Merkmale der heidnischen Kultur auf allen Teilen der Welt wahr. Wir treffen auf die Schlange, weiße (große) Menschen/Götter und Priester als ihre Repräsentanten. Ich sehe friedliche Völker, die eng mit der Natur verbunden sind. Wir treffen auf die ch***tliche Religion, die auf allen Teilen der Welt jene Lebensweise zerstört(e) und sich auf den alten heiligen Plätzen breitmacht und keine Wege und Mittel scheut, um ihr Ziel zu erreichen.


Quellen:
Journal S.C.
ancientpages.com
https://www.wondermondo.com/aramu-muru-the-mystical-portal/
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#2
Phönizier und keltische Iberer brachen noch vor Beginn dieser Zeitrechnung nach Südamerika auf und ließen sich dort nieder. Auch Wikinger fuhren in die brasilianische Amazonasmündung bis hinein zu den schwer zugänglichen Quellen des Amazonas-Stromes. Die Inka gaben ihnen den Namen: Chachapoya; das bedeutet: Wolkenmenschen oder Nebelkrieger.

   
Die Chachapoya-Festung Kuelap in Nordperu. Diese Rundbauten wurden von Kelten (aus Mallorca stammend) im Jahr 146 v. d. Z. errichtet.

Nur 300 km von der berühmten Chachapoya-Festung Kuelap entfernt hat Thor Heyerdahl von 1988 - 1993 bei Túcume 26 große Pyramiden ausgegraben. Sie sind die größte bekannte Ansammlung von Pyramiden aus ungebrannten Lehmziegeln aus vorkolumbianischer Zeit. Es werden 26 große Pyramiden gezählt; insgesamt befinden sich in diesem Gebiet größenordnungsmäßig etwa 260 Pyramiden. Die höchste mißt aktuell noch etwa 30 m und wird „Huaca 1“ genannt. Von der Größe her noch beeindruckender ist die „Huaca Larga“, die mit einem Grundriss von 700 mal 280 Meter eine der größten Pyramiden der Welt ist. (Zum Vergleich: die Cheops-Pyramide in Ägypten mißt 230 m × 230 m; die Pyramide von Cholula bei Mexico-City ist mit 450 m × 450 m die volumenmäßig größte bekannte Pyramide der Welt.)


   
Die Pyramide Huaca 1

Die heutigen Archäologen gehen davon aus, daß die Pyramiden um 1100 für religiöse Rituale erbaut wurden. Allerdings fragt man sich schon, wie diese großen Bauwerke (in nur wenigen Jahrhunderten) derart verfallen konnten? Wo in einigen Städten noch heute Häuser stehen, die wesentlich älter sind.

   
Die Nebelkrieger landen in Südamerika

Die Chachapoya lebten neben den Inka bis an den Rand des Pazifik, also im heutigen Peru, Ecuador und Bolivien.  

Wie kamen blonde Weiße vor Kolumbus nach Peru?

Als die Konquistadoren in die Anden kamen, staunten sie über die hellhäutigen Chachapoya. Nach genetischen Untersuchungen ist sich der Forscher Hans Giffhorn sicher: Es handelt sich um Nachfahren von Kelten.

           
Typische Indianerkinder? Selbst die Eltern stehen vor einem Rätsel ...

Wer sich die Hinterlassenschaften der Kelten anschauen möchte, der fährt zu Orten in Deutschland und Österreich, in die Schweiz und nach Frankreich und in andere Länder Westeuropas. Hier findet man Überreste von Siedlungen, Grabstätten und Verteidigungsanlagen der Kelten. Hat man diese Anlagen jedoch alle besichtigt, dann kann man allerdings auch nach Südamerika fahren, um am Ostrand der Anden Bauwerke und andere kulturelle Errungenschaften der Kelten und ihren Nachfahren zu bewundern – alles aus einer Zeit viele Jahrhunderte vor der ersten Überfahrt von Kolumbus. Die Kelten waren nämlich lange vor Kolumbus in der Neuen Welt. Ebenso wie die Karthager und Wikinger.

Die Chachapoya-Kultur, sichtbar vor allem durch beeindruckend stattliche Steinbauten, war nach wissenschaftlichen Altersbestimmungen etwa zwischen 100 und 400 n. d. Z. entstanden, lange bevor die Inka ähnliches fertigbrachten. Wie aus dem Nichts schienen die Chachapoya gekommen zu sein. Im Gebiet nördlich und südlich der Amazonasmündung aber sei es rund um die Zeitenwende zu einem bislang unerklärlichen plötzlichen Kulturschub gekommen. Keramiken zeugen davon, Spuren von Feuerbestattungen ebenso, die in ganz Lateinamerika unbekannt waren, nicht aber in Europa.

Die wichtigsten Hinweise ergaben sich für den Kulturhistoriker durch die Analysen des Erbgutes der Chachapoya-Nachfahren. Ein molekulargenetisches Forschungslabor in Rotterdam konnte ihm mitteilen, dass in dem Andenvolk eindeutig europäisches Blut nachweisbar ist. Offenbar haben sich vor langer Zeit männliche europäische Vorfahren mit indianischen Frauen gepaart.

Giffhorn klagt, dass seine Forschungen – wie auch diejenigen aller anderen, die vorkolumbischen Kontakten nachgehen – in Lateinamerika auf große Widerstände stießen. In wissenschaftlichen und kulturellen Kreisen herrschten dort deutliche Befürchtungen, dass man in Europa die altamerikanischen Hochkulturen auf Wurzeln in der Alten Welt zurückführen wolle. Man sähe dadurch das vielfältige nationale Selbstverständnis der Lateinamerikaner in Gefahr, die sich durch ihre Befreiungskämpfe Anfang des 19. Jahrhunderts emanzipiert hätten.

https://www.welt.de/geschichte/article115996581/Wie-kamen-blonde-Weisse-vor-Kolumbus-nach-Peru.html

   
In den punischen Kriegen benutzten die Karthager sogenannte Dreiruderer, die durch einen Rammsporn an der Spitze die römischen Schiffe versenkten.

Nachdem das Römische Reich die Karthager in 3 Kriegen niedergerungen hatte, flüchteten die Überlebenden vor der Sklaverei und landeten mit solchen Schiffen in Südamerika. Man kann anhand der Rundbauten (siehe Bild ganz oben), die diese Karthager errichteten, sogar genau bestimmen, woher die Schiffsbesatzungen stammten. Es muß sich um Kelt-Iberer von der Insel Mallorca gehandelt haben. Diese Krieger waren die Elite der karthagischen Soldaten in den drei punischen Kriegen.
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#3
Die Geschichte finde ich sehr interessant. In einer Randbemerkung wurde angegeben, daß die Spanier von den Einwohnern freundlich empfangen wurden und jene deren zerstörerisches Verhalten erst zu spät erkannten. Von den weißen Göttern waren sie ein solches Verhalten nicht gewohnt.
Ich vermute, daß die Wiracocha-Legende älter als die Inka-Epoche ist. Sie paßt sehr gut zu der Geschichte der Wolkenmenschen, die über das Meer kamen und ihre Städte errichteten.

Interessant finde ich auch eine Parallele der Darstellungen von Menschen zu anderen Kulturen auf der Welt. Man sieht die unterschiedlichen kulturellen Ursprünge, dennoch wirkt es auf mich wie Masken, die von den Darstellenden getragen werden. Selbst bei der Darstellung der Figuren auf den Osterinseln empfinde ich dasselbe.

   
Die Sarkophage von Karajia (Provinz Luya, Region Amazonas in Nordperu); Quelle: Wikipedia

   
Figuren (archäologische Funde), Kreta
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#4
(25.11.12018, 22:27)Erato schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-S%C3%BCdamerika-und-seine-kulturelle-Geschichte?pid=54118#pid54118    
Die Sarkophage von Karajia (Provinz Luya, Region Amazonas in Nordperu); Quelle: Wikipedia

Das sind Chachapoya-Begräbnisstätten.


(19.11.12018, 09:25)Erato schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-S%C3%BCdamerika-und-seine-kulturelle-Geschichte?pid=54111#pid54111Der Titikakasee & Aramu Maru

In den einst so schönen Titicaca-See fließen heutzutage übrigens: 150 Liter Abwasser pro Sekunde. Hauptsächlich Giftstoffe aus umliegenden (illegalen) Minen. Ein richtiges Drecksloch ist der See deswegen geworden. Alle möglichen Tiere, Vögel und Fische sterben oder fliehen.


(25.11.12018, 22:27)Erato schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-S%C3%BCdamerika-und-seine-kulturelle-Geschichte?pid=54118#pid54118daß die Spanier von den Einwohnern freundlich empfangen wurden und jene deren zerstörerisches Verhalten erst zu spät erkannten. Von den weißen Göttern waren sie ein solches Verhalten nicht gewohnt.

Und eine Frage habe ich an Dich: Was hast Du gegen Spanier? Oder warum lastest Du denen die ganzen chr**tlichen Verbrechen an? Nenne die Mörder und Zerstörer doch bitte bei ihrem wahren Namen: Es sind Chr**ten! Denn sie haben die heidnischen Urvölker nicht ermordet, weil sie Spanier, Portugiesen, Franzosen oder Engländer sind, sondern weil sie Chr*sten sind! Es war eine religiöse und keine nationale Angelegenheit.
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Es bedanken sich: Slaskia
#5
Zitat:Das sind Chachapoya-Begräbnisstätten.

Macht das einen Unterschied? Mir ging es eigentlich nur um die Gesichtsgestaltung.  Hmm


Zitat:Und eine Frage habe ich an Dich: Was hast Du gegen Spanier? Oder warum lastest Du denen die ganzen chr**tlichen Verbrechen an? Nenne die Mörder und Zerstörer doch bitte bei ihrem wahren Namen: Es sind Chr**ten! Denn sie haben die heidnischen Urvölker nicht ermordet, weil sie Spanier, Portugiesen, Franzosen oder Engländer sind, sondern weil sie Chr*sten sind! Es war eine religiöse und keine nationale Angelegenheit.

Da hast du recht. Es handelte sich um Chr**ten aus Spanien. So ist es korrekt.
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#6
(26.11.12018, 08:38)Paganlord schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-S%C3%BCdamerika-und-seine-kulturelle-Geschichte?pid=54120#pid54120    
Das sind Chachapoya-Begräbnisstätten.

(26.11.12018, 08:38)Erato schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-S%C3%BCdamerika-und-seine-kulturelle-Geschichte?pid=54120#pid54120Macht das einen Unterschied? Mir ging es eigentlich nur um die Gesichtsgestaltung.

Deswegen ja. Weil die Chachapoya wohl eingewanderte Kelten bzw. deren Nachfahren sind. Siehe meinen Text oben.  


(26.11.12018, 08:38)Erato schrieb: https://www.pagan-forum.de/Thema-S%C3%BCdamerika-und-seine-kulturelle-Geschichte?pid=54120#pid54120Es handelte sich um Chr**ten aus Spanien. So ist es korrekt.

Genau. Und im Fall der Amazonas-Mündung + ganzes heutiges Brasilien: um Chr**ten aus Portugal. Und der Anführer der chr**tlichen Mörderbande hieß: Francisco Pizarro. 1524 schloss Pizarro mit Diego de Almagro und dem Priester Hernando de Luque einen Vertrag, um gemeinsam das Inka-Land zu finden und die Heiden zu unterwerfen.
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#7
Mexiko-Forderung nach Entschuldigung empört Madrid und den Papst

   
Die Verbrechen der spanischen Konquistadoren (hier von Diego Rivera gemalt) sind in Lateinamerika bis heute nicht vergessen. Mexikos Präsident legt nun den Finger auf die Wunde. Und sorgt damit auf der anderen Seite des Atlantiks für Empörung. Von einer "unerträglichen Beleidigung" ist die Rede.

         
Mexikanischer Präsident: López Obrador  vs. Ministerpräsident Pedro Sánchez von Spanien

Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez lehnt eine von Mexiko geforderte Entschuldigung «mit aller Bestimmtheit» ab.

Mexikos Präsident hat den König Spaniens und den Papst in Briefen dazu aufgefordert, sich für die spanische Eroberung und Unterwerfung indigener Völker im 16. Jahrhundert zu entschuldigen.

Es habe sich um eine Invasion gehandelt, während der willkürlich die Völker unterworfen worden seien, sagte Andrés Manuel López Obrador in einer Video-Botschaft, die am Montag (Ortszeit) in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde.

Es dauerte nicht lange, bis die Briefe an König Felipe VI. und an Papst Franziskus in Spanien auf Ablehnung und auch Entrüstung stießen. Die Regierung von Sozialist Pedro Sánchez lehnte eine Entschuldigung schnell und energisch ab. Der Inhalt des Briefs werde „mit aller Bestimmtheit zurückgewiesen“, hieß es in einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung des Palacio de la Moncloa. Die Ankunft der Spanier vor fünf Jahrhunderten im heutigen Mexiko könne „aus zeitgenössischer Sicht nicht beurteilt werden“.


Forderung ist eine „unerträgliche Beleidigung“ aller Spanier

Weniger diplomatisch äußerten sich Politiker der konservativen Opposition, Journalisten und Zeitungsleser. Der Spitzenkandidat der liberalen Ciudadanos bei der Parlamentswahl vom 28. April, Albert Rivera, bezeichnete López Obrador als „Linkspopulisten“, „der die Geschichte fälscht und die Konfrontation sucht“. Seine Forderung sei eine „unerträgliche Beleidigung“ aller Spanier.

Rafael Hernando, einer der wichtigsten Vertreter der Volkspartei (PP), schrieb unterdessen auf Twitter: „Man muss diesen Herrn (López Obrador) daran erinnern, dass wir Spanier dorthin gegangen sind und der Macht jener Stämme ein Ende gesetzt haben, die ihre Nachbarn grausam ermordet haben.“ In den morgendlichen TV-Talk-Sendungen regten sich auch viele Journalisten auf. „Mexiko soll sich erstmal für den Mord an Kaiser Maximilian I. entschuldigen“, rief zum Beispiel einer. Der Österreicher wurde im Juni 1867 auf dem „Campo de las Campañas“ von Querétaro erschossen.

Auf der Homepage der Zeitung „El País“ hatte der Bericht über die Forderung Mexikos bis Dienstagmittag bereits knapp 5.000 Leser zu Kommentaren veranlasst. Die meisten beschimpften den mexikanischen Präsidenten. López Obrador solle sich lieber um Korruption, Drogenhandel und Mordwelle in seinem Land kümmern, so der Tenor.


Spanier wollten Bodenschätze und Machteinfluss

In Mexiko wurden die Äußerungen wiederum als rassistisch bezeichnet. Eine Reihe von Autoren, Historikern und Intellektuellen stellten sich in einem Bericht der Zeitung „La Jornada“ hinter die Forderung López Obradors. Die indigenen Völker verdienten eine Entschuldigung aller, die sie jemals unterdrückt haben, hieß es.

Die Konquistadoren gingen im Gebiet des heutigen Mexikos während ihrer Eroberung und der Kolonialisierung äußerst brutal gegen die angesiedelten Völker vor. Modernere Waffen machten sie im Kampf gegen die Azteken nahezu unbesiegbar, eingeschleppte Krankheiten wie Masern und Pocken rafften dazu Hunderttausende der Einwohner dahin. Bei der Eroberung ging es den Spaniern dabei vor allem um Bodenschätze wie Gold und Machteinfluss in der Neuen Welt. Mit Hilfe der katholischen Kirche wurde nach der Eroberung auch die präkolumbische Kultur unterdrückt – die heidnischen Tempel mussten so zum Beispiel den heutigen Kirchen weichen.

López Obrador sagte, die spanische Eroberung sei mit Schwert und Kreuz erfolgt. Er habe die Briefe geschickt, damit die Missstände beachtet würden und die betroffenen Völker eine Entschuldigung für die Verletzung der Menschenrechte erhielten. Er hoffe, dass 2021 ein Jahr der „historischen Aussöhnung“ werde. Dass er mit der Forderung auf Konfrontationskurs gehe, wies López Obrador am Dienstag zurück. Er schlug die Gründung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe für eine historische Aufarbeitung vor.


Mexiko fordert Entschuldigung

2021 jähren sich gleich drei für die Geschichte Mexikos wichtige Ereignisse. Vor 500 Jahren (1521) fiel die damalige Azteken-Hauptstadt Tenochtitlán an die Spanier. 1821 erlangte Mexiko dann die Unabhängigkeit. Dies sei die Zeit, sich zu versöhnen, sagte der Präsident. „Aber zuerst bitten wir um eine Entschuldigung.“ Er werde sich ebenfalls für Verbrechen an indigenen Völkern und anderen Minderheiten nach der Unabhängigkeit Mexikos von Spanien entschuldigen.

Die Regierung in Madrid bedauerte unter anderem auch, dass der Inhalt des Briefs von López Obrador selbst öffentlich gemacht worden sei. Das Schreiben war nach Angaben aus Madrid bereits am 1. März bei der spanischen Regierung eingegangen. (dpa)

         
Die alte Aztekenhauptstadt Tenochtitlán: Damals       -       und heute ...
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