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Vorwürfe gegen den WWF
#1
Rund 423.000 Menschen spenden regelmäßig Geld für die deutsche Sektion des WWF. Laut Jahresbericht 2009 kamen so 24,2 Millionen Euro zusammen. Und zumindest diesen Unterstützern muss die Umweltschutzorganisation mit dem Panda im Logo derzeit einiges erklären. Schuld daran ist ein Dokumentarfilm, den die ARD am späten Mittwochabend ausgestrahlt hat.

"Pakt mit dem Panda - was uns der WWF verschweigt" heißt das Werk des dreifach Grimme-Preis-gekrönten Filmemachers Wilfried Huismann. Der Film greift die Umweltschützer wegen vermeintlicher Nähe vor allem zur Agrarindustrie scharf an. Bei Reisen nach Indonesien, Indien, Argentinien und die USA hat Huismann höchst beunruhigende Bilder zusammengetragen. Sie zeigen zwangsumgesiedelte Naturvölker, durch Palmenplantagen ersetzte Urwälder, von Ökotouristen gestörte Tiger, Soja-Monokulturen bis zum Horizont - und all das vermeintlich mit dem Segen der Umweltschützer.

"Die Erde wird vom Agro-Business aufgeteilt - und der WWF ist mit von der Partie", heißt es im Film. Die Kritik macht sich unter anderem daran fest, dass der WWF zusammen mit großen Agrarkonzernen wie Monsanto an sogenannten Runden Tischen für Soja- (RTRS) und Palmölproduzenten (RSPO) sitzt. Multinationale Industrieriesen könnten sich so selbst bei zweifelhaften Praktiken des Wohlwollens der Umweltschützer sicher sein. Doch damit nicht genug. Die Organisation setze sich auch für die großflächige Verbreitung von genverändertem Saatgut ein: "Der Panda hat sich mit der Gentechnikindustrie verbündet. Nur merken soll es keiner."

"Das Vertrauen ist auf alle Fälle weg"

Für die Umweltschützer ist der Film ein PR-Desaster. "Das Vertrauen ist auf alle Fälle weg. Wer weiß, wo unsere Spendengelder beim WWF versickern", beklagt ein Nutzer im eilig eingerichteten Diskussionsforum auf der Web-Seite der Organisation. "Meine Tochter hat die Young-Panda-Poster schon abgehängt", berichtet ein anderer. Der WWF fühlt sich freilich zu Unrecht an den Pranger gestellt. "Wir haben kein Problem, uns sachlicher Kritik zu stellen", sagt Eberhard Brandes, Vorstand von WWF Deutschland, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Angesprochen auf den Huismann-Film bemüht er sich bewusst um diplomatische Formulierungen. Er sei "erstaunt" über die "ideologisierte Reportage" voller "falscher Behauptungen", sagt Brandes.

Beim WWF legt man Wert darauf, dass man nicht juristisch gegen den Film vorgegangen sei. Der WDR, der den Film für die ARD produziert hat, bestätigt das auf Anfrage. Allerdings habe der Sender mehrere Änderungen in der Presseankündigung der Dokumentation vornehmen und entsprechende Unterlassungserklärungen abgeben müssen. Mit einem eigenen Twitter-Account, einem Live-Chat und einem siebenseitigen "Faktencheck" auf seiner Web-Seite versucht der WWF nun, seine Sicht auf die Dinge darzustellen. Rund zwei Dutzend Einzelpunkte aus dem Film werden abgearbeitet. Das Dokument landete jedoch erst zwölf Stunden nach der Ausstrahlung im Netz. Manch einem mag das zu lang erscheinen.

Zu erklären gibt es durchaus einiges: So macht eine deutsche WWF-Mitarbeiterin bei einem Interview im Film alles andere als eine gute Figur. Gefragt nach den Erfolgen ihrer Organisation kommt sie gehörig ins Schwimmen. Bei der Diskussion um Gentechnik schweigt sie ganz. Beim WWF heißt es, die Frau sei zum Zeitpunkt des Interviews erst ganz neu an Bord gewesen. Vorher arbeitete sie - das mag zumindest manchem pikant erscheinen - beim Bundesverband der Deutschen Bioethanolwirtschaft.

Außerdem macht ein amerikanischer WWF-Vertreter unverhohlen Front für Gen-Saatgut - obwohl die Organisation laut "Faktencheck" eine klare Linie hat: "Wir lehnen Gentechnik ab." Der Amerikaner habe eine "einzelne Außenseitermeinung" geäußert, wiegelt der WWF ab. In Länderorganisationen gebe es eben "Mitarbeiter, deren Meinung sich nicht mit der offiziellen WWF-Position deckt".

Diskussion um Nähe zur Industrie

Den von Huismann pointiert formulierten Vorwurf der Industrienähe hat man beim WWF über die Jahre immer wieder hören müssen. Die Organisation setzt auf Kooperationen, so prangt etwa das WWF-Logo auf einem Joghurtbecher von Danone, der aus Biokunststoff hergestellt wird .

Bei Greenpeace etwa kultiviert man einen anderen Stil. Hier ließ sich der Chef der Organisation, Kumi Naidoo, unlängst auf einer Grönländischen Ölplattform festnehmen . Bei WWF diskutiert man stattdessen lieber mit den Umweltsündern. "Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass wir es ohne eine Beteiligung der Unternehmen nicht schaffen werden", sagt WWF-Vorstand Brandes.

Eine repräsentative Emnid-Umfrage habe erst unlängst ergeben, dass drei Viertel der befragten Deutschen kein Problem mit Industrie-Kooperationen des WWF habe. Unter strengen Regeln, setzt Brandes nach. So nehme sich der WWF das Recht, sich bei Problemen jederzeit aus Gemeinschaftsprojekten zurückzuziehen.

Tatsache ist: Im Gegensatz zu manch anderer Umweltschutzorganisation nimmt der WWF auch Geld aus der Wirtschaft an. So haben Kooperationspartner im Jahr 2009 insgesamt 3,1 Millionen Euro an die deutsche Sektion gezahlt. Dazu kamen Firmenspenden in Höhe von 613.000 Euro. Doch wichtiger waren immer die Spenden von Privatpersonen - und die könnten allergisch auf die Vorwürfe im Film reagieren.

Werden dem WWF durch die Dokumentation also auf breiter Front diese Spender abhanden kommen? Vermutlich nicht, denn Geldgeber für die vermeintlich gute Sache sind tendenziell treu. "Negativnachrichten manifestieren eher Vorurteile, die es unter Nichtspendern gibt, als dass sie Spender verunsichern", sagt Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen. Das DZI verteilt ein Gütesiegel für Organisationen. Der WWF trägt es nicht - weil er sich nicht darum bemüht hat. "Insgesamt muss sehr viel zusammenkommen, damit eine Organisation in eine Glaubwürdigkeitskrise gerät", erklärt Wilke.

Die deutsche Sektion von Unicef hat das erlebt, nachdem es 2008 einen offenen Kampf im Vorstand gegeben hatte. Hintergrund waren unter anderem umstrittene Provisionszahlungen an Spendenwerber. Im Zuge der Angelegenheit ging auch das DZI-Gütesiegel verloren. Doch 80 Prozent der Dauerspender standen zu ihrer Organisation. Beim WWF wird man auf deutlich mehr Unterstützung hoffen.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,770184,00.html
Es geht nicht darum mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern darum mit den Augen die Tür zu finden!
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#2
Zitat:spenden regelmäßig Geld

Jeder, der - wofür auch immer - spendet, schmeißt sein Geld nur zum Fenster heraus. In den seltensten Fällen wird es wohl so sein, daß das Geld auch nur in Bruchstücken tatsächlich dort ankommt, wo es hin soll.

Was haben Spenden für einen Sinn, wenn sie nicht dort ankommen, wo sie gebraucht werden? Sie sollen manchmal wohl das schlechte Gewissen erleichtern oder anderen suggerieren, was für ein gutherziger Mensch man doch ist, was wiederum über die eigenen Unzulänglichkeiten hinwegtäuschen soll. Oder man ist einfach nur emotional und dadurch manipuliert.

Wie wäre es statt Spenden mit praktischen Lösungen, die auch langfristig Sinn ergeben? Fortpflanzungsverweigerung z. B., statt Abhängigkeitsverhältnisse durch Spenden zu erzeugen. Oder Normalkost im Sinne von, daß man seine Mitgeschöpfe nicht auffrißt und damit Tiermord und -quälerei, die Abholzung von Wäldern usw. legitimiert.
Damit erreicht man auf lange Sicht vielmehr, denn jedes Unheil dieser Welt läßt sich auf die Überbevölkerung zurückführen. Ob es nun die Tiere sind, die ihren Lebensraum verlieren oder die Umweltverschmutzung usw.

Das zu begreifen, sind aber nur die wenigsten in der Lage. Statt dessen brüten sie wie die Geisteskranken und schaffen damit neue Sklaven und neue Umweltverschmutzung. Gefangen in ihren Emotionen und dadurch nicht befähigt über den Tellerrand zu schauen.

Fazit: Man kann sich nur durch kosequentes Heraushalten tatsächlich einbringen.
Nicht, um diese Welt zu retten, sondern um sich entsprechend seines Wesens zu verhalten!
Kein besserer Freund – kein schlimmerer Feind!
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#3
Viele Umweltschutzorganisationen sind meiner Meinung nach von Firmen wie z. B. Monsanto gegründet oder initiert, um den Protest in lenkbaren Bahnen zu halten.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#4
Oder total dem Mainstream verfallen.
So rennt Greenpeace genauso dem Klima Hype nach wie die Mainstream Medien, obwohl unabhängige Hacker aufgedeckt haben, dass da bestochene oder erpresste Klimaforscher Fakten verdrehen ("Klimagate")

Ansonsten stimme ich Haelvard zu - wer die Welt verändern will, muss bei sich selber anfangen.
Schliesslich ist die ganze große Welt nur eine Spiegelung im Kopf. Spiegelein putzen -> Welt sauberer.

Winken
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#5
Katanka

Zitat:Ansonsten stimme ich Haelvard zu - wer die Welt verändern will, muss bei sich selber anfangen.

Denkst du, es ginge darum die Welt zu verändern?

Haelvard schreibt:
Zitat:Nicht, um diese Welt zu retten, sondern um sich entsprechend seines Wesens zu verhalten!

Das verstehe ich freilich anders!
Das Ziel vor Augen!
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#6
Da ist wohl die Formulierung nicht ganz klar - entschuldige bitte.

Die Deduktion sollte dahin gehen, dass wer sich selbst verändert, bereits die Welt verändert.
Das gehört implizit zusammen, da die Welt eben nur im Spiegel des Geistes betrachtet wird.

Grüße
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#7
Ich glaube hier meinen mal wieder alle dasselbe, drücken es nur verschieden aus.

Es geht weder darum die Welt zu erretten, noch sie zu verbessern. Die Welt ist eine "Fehlschöpfung" und bei derem Untergang darf man gern applaudieren.
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#8
A. Nonüm schrieb:Ich glaube hier meinen mal wieder alle dasselbe, drücken es nur verschieden aus.

Es geht weder darum die Welt zu erretten, noch sie zu verbessern. Die Welt ist eine "Fehlschöpfung" ...

Aber dann bitte konkretiseren! - Die heute gängig gelebte Interpretation menschlichen Seins, hier kurzum als "Matrix" bezeichnet, ist eine Sackgasse.

Das hat aber mit dem Gesamtwerk Natur/Erde/"Welt" nicht (mehr) viel zu tun ...

Zitat:... und bei derem Untergang darf man gern applaudieren.

- Weshalb denn? Schadenfroh?
Ich sehe es, das reicht mir. :mrgreen:


Ontopic: Ja, die Problematik bezüglich "Tierschützer"/"Umweltschützer" und damit verbundenen Spendengeldern ist bekannt. - Sobald eine Institution "offiziell" und global aufgezogen wird, ist sie ab demselben Moment nurnoch Instrument/Mittel zum Zweck.
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#9
eremit schrieb:Aber dann bitte konkretiseren! - Die heute gängig gelebte Interpretation menschlichen Seins, hier kurzum als "Matrix" bezeichnet, ist eine Sackgasse.

Das hat aber mit dem Gesamtwerk Natur/Erde/"Welt" nicht (mehr) viel zu tun ...

Gemeint ist der Applaus, wenn der Vorhang fällt, WEIL die Natur und der Erdkörper sich zurückziehen. Wenn Frau Erde genug von dem hat, was sich auf ihrem Körper abspielt, dann endlich hat Natur/Erde/"Welt" beschlossen, dem Übel Mensch den Garaus zu machen.
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#10
Hab da mal vor Monaten ein nettes Kabarret von George Carlin in der Spaßecke hinterlassen, die eigentlich ziemlich genau das Thema Umweltschützer trifft...
Nicht nur die die scheinbr korrumpiert sind, sondern auch die Idealisten.

" the Earth is fine - the people are (mind)fucked" (in Klammer eine sinnvolle Ergänzung meinerseits) Lol

Zu der Fehlschöpfung... bist dir da sicher, Anonym?
Meiner einer ist sich über den zu Grunde liegenden Zweck der "Matrix" nicht vollauf im klaren, aber auf Grund der sich mir nicht so einfach zu erschliessenden Beweisführung über den Sinn der Existenz würde ich nicht von vornherein daraus schliessen, dass diese Sinnentleert ist.

Das Problem dass sich stellt ist wahrscheinlich ungefähr die des Beobachters 2ter Ordnung. Um es zu begreifen muss man sich erst hinauslösen.

Ergo - statt sich über einen nicht kommenden Weltuntergang zu freuen, oder auf eine nicht kommende Weltrettung zu hoffen, bleibt einem eh nur die einzige Konsequenz an seiner Persönlichkeit zu feilen.
Diese ist das Einzige was bleibt.

Doch irgendwie schweift das zu sehr vom Thema weg in eine Philosophische Betrachtung ab, von dem her...
Salü
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