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03.05.12023, 18:28
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.05.12023, 19:35 von Cnejna.)
Bärlauchverarbeitung
Bestimmt ist der Bärlauchwald von Paganlord und Violetta weithin berüchtigt.  Wir hatten die Ehre, die Hälfte dieses Waldes abernten zu dürfen. Das ergab 2 Wäschekörbe voll Bärlauch: insgesamt 7 Kilo!
Dieser Bärlauch - so finden wir - schmeckt noch viel besser als der Bärlauch, den wir über die Jahre eingekauft haben, viel geschmacksintensiver und auch schärfer.
Für uns bedeutete das erstmal: Pesto machen! Und davon reichlich. Denn wir lieben den Bärlauch, und unsere Tochter ist so süchtig danach, dass sie ein Glas innerhalb eines (!) Tages alleine verputzen kann.
Natürlich sollte man auch beim Bärlauch die Geruchsbelästigung im Zaum halten und eine ordentliche Mundhygiene beachten, doch so schlimm wie beim Knoblauch ist es allemal nicht.
Und hier seht ihr unseren neuen 11 Liter Bärlauchpesto-Vorrat 
Die Gläser links waren schon kurz in der Tiefkühltruhe, daher die andere Farbe.
Da der Mixer sowieso gerade arbeiten musste, habe ich ihn auch noch mit anderen Kräutern gefüllt: Vogelmiere und Taubnessel.
Die Vogelmiere-Pesto ist von der Konsistenz her etwas schleimig und sagt uns auch geschmacklich nicht zu. Sie schmeckt frisch gepflückt viel besser. Diese Pesto werden wir also nach und nach in Suppen und Salaten mitverarbeiten. Die Taubnesselpesto muss noch bewertet werden. :-)
Von Inara angeregt, habe ich auch versucht, die Blüten einzulegen, was man "Bärlauchkapern" nennt:
Das Ergebnis soll nun ein paar Wochen kühl stehen, und dann wird gekostet.
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Nach 11 Litern Bärlauchpesto hatte ich Lust, noch etwas anderes auszuprobieren: Bärlauchsalz!
Dazu habe ich 700 g Salz mit 800 g Bärlauch im Mixer zu einer Paste verarbeitet:
Dann wurde diese Paste bei 40° C im Dörrautomaten getrocknet. Hierfür wurde sie auf den mit Backpapier belegten Dörrrosten verteilt:
Heraus kam nach längerer Wartezeit (ich glaube am Ende waren es 21 Stunden) eine trockene Kruste:
Diese wurde dann nochmals im Mixer zerkleinert. Das Ergebnis schaut so aus:
780 g Bärlauchsalz
Vielen Dank nochmal an die Wächter des heiligen Bärlauchwaldes!
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Es ist Pilzzeit!!!
und zwar schon lange
Unsere wunderschönen Pilzsammelstellen in Brandenburg haben wir nun hinter uns gelassen. Kurz haben wir überlegt dort hinzufahren. Doch der Weg - zu weit! Auch wenn wir dort wissen was wir wo wann finden.
Doch Mecklenburg muss eine Chance gegeben werden. Voller Zweifel, ob wir fündig werden, durchkämpften wir gefühlt alle Wälder im Umkreis von 20 Kilometern. Nagut. Nicht alle.
In unserem eigenen kleinen Wäldchen und im Garten wachsen einige Pilze: Anisegerling, Tintling, Rotfuß und ein paar bisher nicht identifizierte Gesellen fühlen sich bei uns wohl. Wir haben sogar das Glück, dass Riesen-Bovisten bei uns wachsen. Alte Exemplare schießt Rabe gerne wie einen Fußball über die Wiese - auf dass sie sich verbreiten mögen. Wir haben Bovisten-Schnitzel gemacht und noch welche vorbereitet und eingefroren -> unfassbar gut! Oben seht ihr den Safran-Schirmling, der bei uns in einem halben Hexenring wächst. Nicht zu verwechseln mit dem Parasol. Im Zweifel aufschneiden -> wird der Stiel orange? Safranschirmling!
Mecklenburg hat uns jedenfalls nicht enttäuscht. Wir haben tolle, für uns neue Pilzarten entdeckt und geerntet und herausgefunden, dass das Gleichgewicht von Maronenröhrlingen zu Steinpilzen hier genau anders herum zu sein scheint, als wir es gewohnt sind.
Prachtexemplare
Bucheckern sammeln wir ebenfalls gerne, wobei wir nach ewiger Fummelei nur ein kleines Gläschen fertig entpellt haben. Immerhin!
Erntekorb
Nach dem Sammeln werden die Pilze bei uns sortiert und anschließend getrocknet:
Dunkelviolette Schleierlinge, Echte Rotfüße, Parasol, Krause Glucke, Maronenröhling, Pfefferröhrling, Steinpilz
Dunkelvioletter Schleierling
Angeblich ist dieser wunderschön anzusehende Pilz vom Speisewert eher minderwertig. Der Geruch ist tatsächlich auch weniger pilzig, ich finde ihn jedoch sehr lecker, genauso wie den Pfefferröhrling, der oft nur als Gewürzpilz genutzt wird. Falls man sich nicht sicher ist, ob man den Pfefferröhrling gesammelt hat, kann man mit der Zungenspitze eine kleine Kostprobe nehmen. Wird es plötzlich scharf wie Chili -> eindeutig Pfefferröhrling!
Gebratene Krause Glucke
Trocknung
Pilze verlieren etwa 90 % ihres Gewichts beim Trocknen. Sie sind fertig, wenn sie sich brechen lassen und im Glas rascheln.
Wir kommen derzeit auf 340 g Steinpilze, 120 g Parasol, 110 g Krause Glucke, 100 g Dunkelvioletten Schleierling, 50 g Maronen, 20 g Pfefferröhrling, 15 g Birkenpilze. Frauentäubling und Goldröhrlinge wurden direkt verputzt.
Damit kommen wir für dieses Jahr bisher auf 855 g getrocknete Pilze, mehr als wir bisher in Brandenburg gesammelt haben. Die Sorge nichts zu finden war also völlig unberechtigt.
Tipps für interessierte Sammler:
- Ein paar Tage nach ergiebigem Regen -> ab in den Wald
- Keine Pilze in Sicht? In zwei Tagen kann das wieder anders sein! Sie schießen wie Pilze aus dem Boden 
- Tief im Wald findet man oft die unbekanntesten und ergiebigsten Pilzstellen, logisch
- Steinpilze kommen in Schüben. Du warst zu spät? Schau in drei Wochen nochmal vorbei!
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