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Hochbeet - Andrea - 24.08.12021

Durch den vielen Gartenaushub, den ich vom Beete anlegen habe, kam ich auf die Idee, mir ein Hochbeet zuzulegen. Denn das muß ja gefüllt werden, und da kann man Aushuberde schon gut gebrauchen.

Nachdem ich nun recherchiert und den Garten inspiziert habe, wo man sowas denn hinstellen könnte, will ich nun nicht eins, sondern gleich acht oder neun. Biggrin

Und das sind die Gründe:

- Ich habe hier so ein kleineres Rasenstück von so sechs bis acht Metern im Quadrat (genau gemessen habe ich nicht), welches ich zum vorwiegenden Gemüsegärtnern nutzen möchte und ein wenig auch schon nutze. Was ich davon nicht als Beet genutzt hätte, ist jeweils der Rand von etwa einem Meter Breite. Da ist mir erstens die Erde zu hart zum Umgraben, aber vor allem grenzt es jeweils an Zaun, Weg und eine Gartenhütte. Und so nah an solche Begrenzungen möchte ich kein Gemüsebeet anlegen. Irgendwie finde ich das halt komisch.
Und genau dort sollen nun also Hochbeete hin.

Also man kann verallgemeinert sagen: Hochbeete können auch dort Gartenfläche schaffen, wo sonst keine wäre.

- Woran vermutlich jeder gleich denkt bei einem Hochbeet, es ist wegen der Arbeitshöhe bequemer zu bearbeiten. Und das ist ja sicher auch so.

- Vielfach habe ich jetzt gelesen, daß ein Hochbeet gut Schnecken abhalten würde. Ob das dann auch so ist, wird man sehen. Ansonsten kann man vielleicht rundherum eine glatte Schiene anbringen, auf der Schnecken einfach abrutschen? Ich werde das beobachten und gegebenenfalls mir da mal etwas überlegen.

- Der eigentliche Vorteil ist aber etwas anderes. Das war mir gar nicht klar zuvor. Und das hat mit der Befüllung zu tun.
Mindestens die Hälfte (je nach Höhe der Kiste) befüllt man mit noch nicht Verrottetem. Also mit Ästen und Zweigen, mit Blättern und was alles so vorhanden ist. Von unten nach oben schichtet man immer feiner werdendes Material. Ganz unten Äste, dann Zweige, dann Blätter, Grasschnitt, halbfertigen Kompost, und zuletzt dann gute Erde. Ich werde auch meinen Gartenaushub immer dazwischenstreuen.

Diese Befüllung führt dazu, daß im Hochbeet Wärme entsteht, was wiederum dazu führt, daß die Pflanzen besser wachsen. Um das noch weiter zu unterstützen, kann man in kalten Nächten oder bei widriger Witterung einfach ein Vlies darüberwerfen. Es wird dann also ähnlich wie ein Gewächshaus: Guter Schutz und Wärme. Man kann also auch getrost früher aussäen und pflanzen, im Hochbeet-Boden ist ja wärmer, und von oben kann man mit einem Vlies schützen.

- Für mich persönlich von Vorteil ist auch, man hat eine klare Beetbegrenzung. Und wenn man wie ich ein wildwachsendes Kraut oder Blümchen erstmal nur "total niedlich" findet, und überhaupt nicht störend, und es deshalb wachsen läßt, kann es immer wieder schnell passieren, daß die Beete "schrumpfen". Und die Gemüsepflanzen auch bedrängt werden. Weil eben alles mögliche am Rand reinwächst. Ich glaube, diese klare Begrenzung durch ein Hochbeet wird mir helfen, da zu sagen, hier nicht. Und auch das wird sicher den Ertrag steigern.


Ich fand Hochbeete schon immer interessant, wenn ich mal irgendwo eines gesehen habe. Aber eins zu bauen hat mich immer abgeschreckt, mit langen Brettern und schweren Schrauben zu hantieren, ist einfach nicht mein Ding. Ich werde noch was dazu schreiben, wie ich das dann gemacht habe. Aber noch habe ich es ja nicht gemacht. Auch was sonst noch alles zu bedenken und zu machen ist, da wird sich ja sicher noch einiges ergeben.


RE: Hochbeet - Andrea - 15.10.12022

Hochbeet leeren

Alle drei bis fünf Jahre soll man ein Hochbeet leeren und neu aufsetzen, habe ich irgendwo gelesen, gibt ja auch Sinn, damit wieder frisch ein Zersetzungsprozeß stattfinden kann, was ja einer der Vorteile eines Hochbeetes ist, daß die Erde dadurch etwas erwärmt wird. Meine stehen gerade erst ein Jahr, aber wegen einer Baustelle mußte ich sie jetzt schon wieder leeren und umsetzen.

Zu meinen Erfahrungen, worauf dabei zu achten ist:

Wenn es mit Folie ausgekleidet ist wie bei mir, daß man die Folie beim Ausschaufeln oder Lockern der Erde nicht beschädigt.

Das Gleiche gilt, wenn man ein Wühlmausnetz am Boden hat. Ich habe das am Boden der Hochbeete, und beim ersten Hochbeet habe ich es beim Ausschaufeln zerstört, weil ich nicht drauf geachtet habe. Beim zweiten habe ich dann aufgepaßt, daß das nicht mehr passiert. Allerdings ist beim zweiten etwas anderes passiert. Und zwar hatte ich diese Netze unten am Hochbeet festgetackert. Und als es leer geschaufelt war, und ich das Beet anhob, habe ich das Netz dabei von der Wand abgerissen. Das lag daran, daß viele kleine Würzelchen am Boden waren, die das Netz festgehalten hatten.

Ab dem dritten habe ich es dann so gemacht: Erde mit einer Gartengabel lockern, ausschaufeln, dabei am Rand jeweils vorsichtig vorgehen. Sobald der Boden erreicht ist, mit so einem Handgrubber (Dreizack) vorsichtig die noch verbliebene Erde lockern, die erscheinenden Wurzeln von Hand abreißen und das Netz mit dem Dreizack überall etwas hochziehen, bis es wirklich lose ist.
So läßt sich das Hochbeet dann anheben, ohne daß was abreißt.

Wer nur leeren will und nicht versetzen, braucht das natürlich nicht zu machen, da kann so ein Wühlmausnetz ja auch festgewurzelt bleiben.

   

Was ich auffällig fand, so ein Hochbeet ist ja ein richtiger "Schnellkomposter". Ich hatte am Boden viele Zweige und auch ein paar unterarmdicke Äste. Ich dachte, ich werde zumindest noch die dicken Äste vorfinden, aber alles war bereits ziemlich gut vererdet.
Das hat also viel besser funktioniert als der Thermokomposter, den ich mal hatte. Woran das lag?

Der Thermokomposter hatte einen Deckel, den ich auch nicht sehr häufig offenstehen hatte, es hat also kaum reingeregnet. Und gegossen habe ich nicht. Das ist ja im Beet anders, da regnet es drauf, und gegossen habe ich das außerdem noch.

Außerdem habe ich mit diesen "effektiven Mikroorganismen" gegossen. Das scheint schon einen Unterschied zu machen, denn mir ist auch aufgefallen, daß der offene Kompost, den ich letztes Jahr einige Male mit einem Hefe-Zuckergemisch gegossen habe und dieses Jahr aber nicht, im letzten Jahr sehr schnell vererdet ist, während es dieses Jahr, wo ich sowas nicht gemacht habe, doch nicht ganz so schnell vorangeht.

Jedenfalls dauert es keine drei Jahre, bis Zweige und sogar Äste in einem Hochbeet zersetzt sind. Das kann ich jetzt zumindest von meinen Hochbeeten berichten.