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Das Natterkrönlein - Druckversion

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Das Natterkrönlein - Paganlord - 25.07.12026

Das Natterkrönlein

   

Das Märchen handelt von einer Magd, die für einen geizigen Bauern arbeitet. Im Stall des Bauern lebte eine weiße Schlange mit einer goldenen Krone auf dem Kopf, die man nachts schöner singen hören konnte als jeden Vogel. Jeden Tag, wenn die Magd in den Stall kam, gab sie der Schlange ein Schälchen Milch. Nach einiger Zeit stellte die Magd fest, dass die Kühe, seit sie die Schlange fütterte, mehr Milch gaben, nie krank wurden und sehr schöne Kälber zur Welt brachten.

Doch eines Tages kam der Bauer in den Stall, als die Schlange gerade am Trinken war. Wütend darüber, daß die Magd die Milch verschenkte, noch dazu an eine Giftschlange, die nachts den Kühen die Milch aus dem Euter zieht, jagte er die Magd fort. Er warf ihr außerdem vor, daß sie eine Hexe sei die mit dem Teufelwurm im Bunde sei, was ja logisch ist, weil sie Schlangen verehre. Traurig verabschiedete die Magd sich von den Kühen und der Schlange, doch da gab ihr diese ihr Krönlein und verließ dann ebenfalls den Stall.

Die Krone aber brachte der der Magd Glück, und so traf sie bald den reichen Schulzensohn, der sich in sie verliebte. Sie erzählte ihm von ihrem Leid, und er sandte sie zu seiner Mutter, die sie in ihrem Haus anstellte. Alle Angestellten des Schulzen gewannen sie lieb, und bald machte der Sohn ihr einen Heiratsantrag. So wurde sie zur reichsten und beliebtesten Frau des Dorfes.

Den Bauern aber hatte mit der Krönleinnatter sein ganzes Glück verlassen. Bald mußte er sein Vieh, seine Äcker und schließlich sogar Haus und Hof verkaufen. All das kaufte der reiche Schulzensohn, und so gewann die Magd ihre geliebten Kühe zurück, die sie weiterhin mit Freuden selbst fütterte und versorgte. Dabei erschien ihr eines Tages die Schlange, und dankbar gab sie ihr die Natternkrone zurück. Von da an wohnte die Schlange wieder in dem Stall und erhielt täglich Milch, und so lange sie da war, hatte der Hof Frieden, Glück und den Segen der alten Götter.


Das Märchen ist ein typischer Vertreter der Sagen über Krönleinschlangen. Das Motiv des gierigen Bauern, der schließlich in Armut verfällt, teilt es sich mit der Sage von der Schlangenkönigin.

Die Vorwürfe des Bauern erinnern uns auch an andere Sagenmotive. So sagt man einigen Schlangen und Drachen nach, Kühen die Milch auszusaugen, so daß diese nur noch Blut geben. Dies geht auf die Beschreibung der Schlange Boas durch Plinius den Älteren zurück. Plinius der Ältere ist ein römischer Gelehrter, Offizier und Verwaltungsbeamter, der im 1. Jh. n. d. Z. vor allem durch seine Naturalis historia (lateinisch für „Naturgeschichte“), ein enzyklopädisches Werk in 37 Büchern zur Naturkunde, Bedeutung erlangt hat. Er starb während des großen Vesuvausbruchs (24.08.79) im Alter von etwa 55 Jahren. Sein Neffe war Plinius der Jüngere.

Die Vorstellung, daß eine Hexe mit dem Teufel in Gestalt eines Drachen im Bunde ist, erinnert hingegen an die Vorgehensweisen der Inquisition und auch auch um Geschichten und Mythen um einen deutschen Hausdrachen namens Gluhschwanz.