30.12.12010, 10:59
Im Reich der Kulturen
Trübes Anfangdezemberwetter begleitet meine Fahrt auf der A31 von Oberhausen in Richtung Lingen. In der Grafschaft Bentheim, grüßt rechter Hand, hoch aufragend, eine metallischer Konstrukt mit der Aufschrift „emsflower“. Gar nicht zu übersehen, rundum flaches weites Land. Gläserne Flügel liegen steif darüber. Ein großzügig angelegter Parkplatz mit Rasenpflastersteinen empfängt mich. Alles sehr ordentlich und so sortiert. Ich stehe vorm Eingang des Hauptgebäudes und frage mich, ob ich leicht masochistisch veranlagt bin, also Augen auf und durch. Im Foyer, biege ich rechts ab in Richtung Glashalle. Da steh ich nun drin umringt von Alpenveilchen in allen Farben und eines gleicher wie das andere. Kenn ich noch von Omma, wurden auf der Fensterbank gehegt und zu Tode gepflegt und dort in reichlicher Zahl Euphorbia pulcherrima, aha, denk ich es ist mal wieder so weit. Den deutschen Namen mag ich gar nicht schreiben, hat er nicht verdient.Ob sich seine mexikanischen Vorfahren so ihr Dasein vorstellten? In einer Ecke Restbestände von Viola cornuta, bedauernswert, denk ich so aber alles sehr ordentlich und wohl sortiert. Weiter hinten, ah, die Abteilung, wo der schnöde Plastiktopf die passende Umrahmung bekommen kann. Wie pittoresk! Alle Größen, Formen und Farben....Geschmackssache - meine ich. Mein Weg führt mich weiter zur Kasse. Nö, hab nichts gekauft, aber ich mag mir jetzt das Herz der Hallen antun und dafür Eintritt zahlen. Zuerst gelang ich in die Suppenküche, nix mit warmen Gemüseeintopf, hier wird Regenwasser vom Dach aufgefangen, gleich neben dem Autobahnkreuz. Aus Behältern und Kanistern gelangen über Schläuche diverse Ingredienzien dazu. Steht auch da, was das so alles ist, so über die Schläuche und alle so ordentlich geführt. Den Schläuchen folgend, gelange ich nun in das Paradies der Pflanzen. Paprikas orangener als orange und roter als rot, diverse weitere Fruchtgemüse und alle so schön gleichmäßig sortiert. Heimlich berühr ich die Früchte und Blätter. Es ist echt alles echt. Staunende Besucher mit weit geöffneten Mündern. Ich halt meinen lieber geschlossen, könnte noch was rein fliegen. Die Bestäuber – Zuchthummeln- so unter den metallischen Tischen. Ausgehobenen Steine, aha – Plattenbau für die Bombus terrestris. Oben auf den Metalltischen liegen Steinwollklötze, so ganz gleich groß und da wächst nun alles raus und von oben, na da kommen die Schläuche mit der Brüh. Die Steinwollklötze erinnern mich an meine Kindheit. Hatte auch so kleine Bauklötze aus Ton, in einer Holzkiste, die war schwarz, wie Ebenholz, wie schwarz? Na ja, wie eben Holz. Alle hatten Lego, nur ich nicht. Ich hatte Tonklötzchen und wollt doch auch so gerne Lego haben. Immer diese Erinnerungen. Oh ! Neben mir Rosen, hoch aufschießend, wo wollen sie denn nur hin? Frag ich mich und eine schöner als die andere. Wenn ich in meinem Kräuterbeet knie und mit den Pflanzen plauder kommt irgend wie was zurück und hier? Schweigen. Robert Reinick’s Erzählung „Der Rosenstrauch“ kommt mir in den Sinn. Ganz von Sinnen gelange ich nun ins Tropenhaus. So sehen nun die Tropen aus, wohl geformt und eingefasst die Wege, links und rechts Beete, nicht ein Funke von Spontanvegetation. Sollte ich mich für meinen Garten schämen? Da ist nicht alles so sortiert und wohl geordnet und in gewisser Form mag ich auch Begleitflora. Über einen künstlichen Wasserlauf eine hölzerne, aber doch grazile Brücke. Und drunter? Goldfische und Koikarpfen. Maul auf – Maul zu, eintönige Unterhaltung, meine ich. Ich steuere den Ausgang an. . Bevor ich das rettende Tor erreiche, muss ich noch eine kribbelbunte Plastikkinderspiellandschaft passieren und den Gastronomiebereich. „Frische Salate im Angebot“ – sicherlich hauseigene Ernte. Ich verzichte. Die zompösen Hallen verlassend, hab ich nur ein Ziel: Nach Hause. Dort angekommen will ich nur eins, alle Sachen von mir werfen und ausgiebig duschen und zuschauen, wie alles so den Abfluss runter geht. Wer noch mehr wissen will: www.emsflower.de: http://www.emsflower.de
Trübes Anfangdezemberwetter begleitet meine Fahrt auf der A31 von Oberhausen in Richtung Lingen. In der Grafschaft Bentheim, grüßt rechter Hand, hoch aufragend, eine metallischer Konstrukt mit der Aufschrift „emsflower“. Gar nicht zu übersehen, rundum flaches weites Land. Gläserne Flügel liegen steif darüber. Ein großzügig angelegter Parkplatz mit Rasenpflastersteinen empfängt mich. Alles sehr ordentlich und so sortiert. Ich stehe vorm Eingang des Hauptgebäudes und frage mich, ob ich leicht masochistisch veranlagt bin, also Augen auf und durch. Im Foyer, biege ich rechts ab in Richtung Glashalle. Da steh ich nun drin umringt von Alpenveilchen in allen Farben und eines gleicher wie das andere. Kenn ich noch von Omma, wurden auf der Fensterbank gehegt und zu Tode gepflegt und dort in reichlicher Zahl Euphorbia pulcherrima, aha, denk ich es ist mal wieder so weit. Den deutschen Namen mag ich gar nicht schreiben, hat er nicht verdient.Ob sich seine mexikanischen Vorfahren so ihr Dasein vorstellten? In einer Ecke Restbestände von Viola cornuta, bedauernswert, denk ich so aber alles sehr ordentlich und wohl sortiert. Weiter hinten, ah, die Abteilung, wo der schnöde Plastiktopf die passende Umrahmung bekommen kann. Wie pittoresk! Alle Größen, Formen und Farben....Geschmackssache - meine ich. Mein Weg führt mich weiter zur Kasse. Nö, hab nichts gekauft, aber ich mag mir jetzt das Herz der Hallen antun und dafür Eintritt zahlen. Zuerst gelang ich in die Suppenküche, nix mit warmen Gemüseeintopf, hier wird Regenwasser vom Dach aufgefangen, gleich neben dem Autobahnkreuz. Aus Behältern und Kanistern gelangen über Schläuche diverse Ingredienzien dazu. Steht auch da, was das so alles ist, so über die Schläuche und alle so ordentlich geführt. Den Schläuchen folgend, gelange ich nun in das Paradies der Pflanzen. Paprikas orangener als orange und roter als rot, diverse weitere Fruchtgemüse und alle so schön gleichmäßig sortiert. Heimlich berühr ich die Früchte und Blätter. Es ist echt alles echt. Staunende Besucher mit weit geöffneten Mündern. Ich halt meinen lieber geschlossen, könnte noch was rein fliegen. Die Bestäuber – Zuchthummeln- so unter den metallischen Tischen. Ausgehobenen Steine, aha – Plattenbau für die Bombus terrestris. Oben auf den Metalltischen liegen Steinwollklötze, so ganz gleich groß und da wächst nun alles raus und von oben, na da kommen die Schläuche mit der Brüh. Die Steinwollklötze erinnern mich an meine Kindheit. Hatte auch so kleine Bauklötze aus Ton, in einer Holzkiste, die war schwarz, wie Ebenholz, wie schwarz? Na ja, wie eben Holz. Alle hatten Lego, nur ich nicht. Ich hatte Tonklötzchen und wollt doch auch so gerne Lego haben. Immer diese Erinnerungen. Oh ! Neben mir Rosen, hoch aufschießend, wo wollen sie denn nur hin? Frag ich mich und eine schöner als die andere. Wenn ich in meinem Kräuterbeet knie und mit den Pflanzen plauder kommt irgend wie was zurück und hier? Schweigen. Robert Reinick’s Erzählung „Der Rosenstrauch“ kommt mir in den Sinn. Ganz von Sinnen gelange ich nun ins Tropenhaus. So sehen nun die Tropen aus, wohl geformt und eingefasst die Wege, links und rechts Beete, nicht ein Funke von Spontanvegetation. Sollte ich mich für meinen Garten schämen? Da ist nicht alles so sortiert und wohl geordnet und in gewisser Form mag ich auch Begleitflora. Über einen künstlichen Wasserlauf eine hölzerne, aber doch grazile Brücke. Und drunter? Goldfische und Koikarpfen. Maul auf – Maul zu, eintönige Unterhaltung, meine ich. Ich steuere den Ausgang an. . Bevor ich das rettende Tor erreiche, muss ich noch eine kribbelbunte Plastikkinderspiellandschaft passieren und den Gastronomiebereich. „Frische Salate im Angebot“ – sicherlich hauseigene Ernte. Ich verzichte. Die zompösen Hallen verlassend, hab ich nur ein Ziel: Nach Hause. Dort angekommen will ich nur eins, alle Sachen von mir werfen und ausgiebig duschen und zuschauen, wie alles so den Abfluss runter geht. Wer noch mehr wissen will: www.emsflower.de: http://www.emsflower.de
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