Die Mark wird 860 – Geschichtsfälscher am Werk!
#12
Passend dazu, ist mir heute folgender Artikel in die Hände gefallen:

Mittlerweile wird es wieder öffentlich zugegeben, dass die Ch**sten alte heidnische Kultplätze einfach mit ihren Kirchen überbaut und damit zweckentfremdet haben.

Auf Spurensuche nach heiligen Stätten

Havelland/Brandenburg (MOZ) Woran glaubten die Menschen früher, als es noch kein Chr*stliches Brandenburg gab? Wie nannten sie ihre Götter, wie stimmten sie sie gnädig? Und vor allem wie und wo taten sie das? Die Spurensuche ist schwierig.

   
Die 1722 abgetragene Marienkirche, die dem Hügel in Brandenburg an der Havel den Namen gab. Ihr Vorgängerbau soll in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts über einer slawischen Kultstätte errichtet worden sein.

Die Chr**tenheit soll bekanntlich viele Stätten vorch**stlicher Kulte einfach mit Kirchen, Klöstern oder anderen Objekten überbaut haben. Im Havelland am bekanntesten ist die Marienkirche in Brandenburg an der Havel. Der Vorgängerbau der späterhin bedeutenden Wallfahrtskirche soll in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts n. d. Z. auf dem heute Marienberg genannten Hügel in der Stadt entstanden sein, auf dem sich vermutlich eine slawische Kultstätte befand. Bauherr soll der letzte Slawenfürst, ein bereits Chr*stianisierter Herrscher, gewesen sein. In dem Zusammenhang werden ein dreiköpfiger Götze und ein Pferdeorakel genannt. Aber nur die Götzengestalt fand in einer mittelalterlichen Quelle für Brandenburg Erwähnung. Allerdings nicht als auf dem Hügel stehend.

Dass sich in Kloster Lehnin eine Kultstätte befand, wäre nahe liegend. Eine diesbezügliche Vermutung äußert der Berliner Historiker Stephan Warnatsch in seinem im Jahr 2000 im Lukas-Verlag erschienenen Buch über die "Geschichte des Klosters Lehnin 1180-1542". Die Gründung der ch**stlichen Einrichtung, die nun Ortsname ist, erfolgte 1180 durch Markgraf Otto I.

Beim Förderverein der Wallfahrtskirche zu Buckow (bei Nennhausen) äußert sich Chr*stof Reinicke im Internet so: "Seit Gründung des Bistums Brandenburg wurden - wie im Falle von Lehnin, Havelberg oder dem Brandenburger Marienberg - bedeutende slawische Kultstätten oft ch**stlich besetzt und umgewidmet. Vielleicht übernahm Buckow dieses Muster, indem hier auf eine slawische Kultstätte ein chr**tliches Zentrum folgte." Nachzulesen auf wallfahrtskirche-buckow.de, der Internetseite des Fördervereins. Archäologische Nachweise vormals slawischer Kultstätten konnten bislang in keinem dieser Orte erbracht werden.

Ebenso ist noch offen, wo sich denn nun der Heilige Hain der germanischen Semnonen befand. Bis zu seiner Abwanderung siedelte dieser Stamm unter anderem im Havelland. Die in römischen Quellen genannte Kultstätte vermutete der Rathenower Historiker Rudolf Guthjahr im Krämer Forst in der Region Glien, welche die Grundmoränenplatte Ländchen Glien und das vorgelagerte Luchland an den Flüssen Rhin, Havel und Muhre umfasst. Indes plädierte Brandenburghistoriker Johannes Schultze für das Zootzen genannte Waldgebiet bei Friesack, und Historiker Wolfgang Ribbe, bis 2009 Vorsitzender der Historischen Kommission zu Berlin, sprach sich für das Havelland aus. Die Vermutungen zur Lokalisierung finden sich unter dem Stichwort "Semnonenhain" auf Wikipedia. Unter dem Stichwort "Marienberg" findet sich der Hinweis auf Historiker Otto Tschirch, der den Hain auf dem Hügel in Brandenburg an der Havel vermutete.

Laut Geschichtsschreiber und Senator Tacitus, die römische Quelle, stellte dieser Hain ein Zentralheiligtum dar: "Zu einer festgesetzten Zeit kommen in einem Wald, heilig durch Weihung der Väter und Ehrfurcht heischendes Alter, alle Völkerschaften desselben Blutes durch Gesandtschaften zusammen, opfern im Namen der Gesamtheit einen Menschen und begehen dann die schauervolle Feierlichkeit eines barbarischen G*ttesdienstes", so lautet auf gottwein.de die Übersetzung aus dem Lateinischen. Die Lokalisierung bleibt ein Thema für die Wissenschaft.

Ebenso spannend ist die Frage, welcher Glaube Jahrtausende vor Slawen und Germanen die Menschen trieb. Kreisgrabenanlagen schufen sie nicht nur dort, wo jetzt Sachsen-Anhalt und Sachsen ist. Auch andernorts gab es Entdeckungen: "Die Anlage von Bochow - südlich von Jüterbog im Fläming gelegen - wurde 1993 entdeckt. Ihr Außendurchmesser beträgt ca. 80 m. Mit ihrem Doppelgrabensystem, den hintereinander liegenden Öffnungen in die vier Himmelsrichtungen Nordwest, Nordost, Südwest, Südost und dem dreifachen inneren Palisadenring, der sich deutlich im Luftbild zeigt, ist sie Erdwerken westlich der Elbe und insbesondere in Süddeutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei vergleichbar. Neuerdings sind derartige Anlagen auch aus Westpolen bekannt", wie es auf bldam-brandenburg.de heißt, der Internetseite des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, das auch das Archäologische Landesmuseum betreibt. Die jungsteinzeitliche Anlage wurde auf 4.700 v. d. Z. datiert. Speziell für havelländische Geschichtsfreunde dürfte es von diesbezüglichem Interesse sein, dass auch in ihrer Region so eine Entdeckung gemacht wurde, obgleich sie etwas kleiner ist.

"Auf der plateauartigen Anhöhe des Mühlenberges, etwa 1 km südöstlich von Möthlow gelegen, befindet sich mit einem Kultplatz der Jungsteinzeit und der jüngeren Bronzezeit ein besonderer Befund", wie es im Buch "Das Havelland um Rathenow und Premnitz - Eine Landeskundliche Bestandsaufnahme" (2017/Böhlau-Verlag) heißt. "1996 wurden hier im Vorfeld eines Sandtagebaus zahlreiche Siedlungsbefunde und Spuren von zwei Kreisgrabenanlagen von 7 - 12 m Durchmesser dokumentiert. (...) Auf der gesamten Fundfläche konnten keine Nachweise für einen Bestattungsplatz festgestellt werden. Daher sprechen Lage und Befunde für einen rein kultischen Zwecken vorbehaltenen Platz, der aber leider inzwischen durch den Sandtagebau weitgehend zerstört ist. Im südöstlichen Plateaubereich des Mühlenberges sind weitere Befunde zu vermuten."

moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1599257
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