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Heilkräuter und ihre Wirkung/Anwendung
#81
Gänseblümchen (Bellis Perennis)

Die volkstümlichen Namen des Gänseblümchens, wie „Maßliebchen“, „Tausendschön“ oder  „Augenblümchen“, sprechen für eine besondere Wertschätzung.

   
rohspirit.de

Botanik
Das Gänseblümchen gehört zur Familie der Korbblütler. Der kurzhaarige, blattlose, einblütige Stengel kann an sonnigen Plätzen bis zu 10 cm hoch werden. Die jungen, frischen Blätter und die Blütenköpfchen schmecken angenehmen herb aromatisch bis leicht bitter.

Vorkommen
In ganz Europa und Kleinasien ist das Gänseblümchen weit verbreitet. Die anspruchslose Pflanze wächst überall an Wegen und Straßenrändern sowie auf Grasflächen, Feldern und Schuttplätzen.

Pflanzenteile
Als Arznei werden die frischen Blüten und Blätter oder die ganze Pflanze ohne die Wurzeln verwendet. Blüten und Blätter kann man zum Trocknen an einem schattigen, luftigen Ort auslegen.

Sammelzeit
März bis November

Heilanzeigen
In der Schulmedizin wird das Gänseblümchen nicht verwendet. In der Volksmedizin schätzt man die Wirkung der Heilpflanze nach wie vor. Sie regt den Stoffwechsel von Leber und Galle an, wirkt appetitfördernd und leicht schmerz- und krampflösend. Daneben ist sie schweißtreibend und schwach abführend. Der Tee aus Gänseblümchen wird besonders für blutreinigende Kuren, aber auch bei Gicht und Rheuma eingesetzt. Wegen seiner schleimlösenden Eigenschaften findet er des weiteren als bewährtes Hustenmittel Verwendung. Äußerlich angewendet, fördernd Gänseblümchen die Wundheilung. Sie wirken zusammenziehend und schmerzstillend bei Entzündungen der Haut und Schleimhaut.


Anwendungsarten

Teeaufguß
2 TL Gänseblümchen (Blüten und Blätter) mit ¼ l kochendem Wasser übergießen, nach zirka 10 Min. abseihen. Mindestens 2-3mal täglich 1 Tasse trinken. Der Tee kann mit anderen stoffwechselwirksamen Heilkräutern, wie Löwenzahn oder Wegwarte gemischt werden.

Umschläge
Bereitet man einen Tee aus Gänseblümchen, und man tränkt einen Umschlag darin. Auf die betroffene Wundstelle legen.

Preßsaft
Der frisch gepreßte Saft der ganzen Pflanze eignet sich zur Entschlackung im Frühjahr. Täglich 1 EL des Preßsaftes mit etwas Wasser verdünnt einnehmen.
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#82


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#83
Geißraute (Galega officinalis)

Die Geißraute, auch als Ziegenkraut bekannt, hat den Namen von ihrem unangenehmen Geruch. Historisch bedeutsam war sie bei der Behandlung von Pest, Fieber und Infektionskrankheiten. Was blieb, ist die volksmedizinische Verwendung als Stimulans zur Milchbildung bei Stillenden. Ihre Wirksamkeit zur Senkung des Blutzuckers bei Diabetes wird derzeit wissenschaftlich untersucht.

   
de.wikipedia.org

Botanik
Die mehrjährige Staude, ein Schmetterlingsblütler, kann über 1 m hoch werden. Die weißen bis hellviolettblauen Blüten bilden langgestielte Trauben. Am aufrechten Stengel wachsen gefiederte, mit einer Stachelspitze versehene Blätter. Sie haben einen fauligen Geruch.

Vorkommen
Die Geißraute ist in Süd- und Osteuropa beheimatet. Nur gelegentlich findet man sie verwildert in Mitteleuropa. Sie gedeiht auf feuchten Böden bis in 1.000 m Höhe.

Pflanzenteile
Für Heilzwecke nutzt man nur den krautigen oberirdischen Teil ohne die verholten Anteile.

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Die Geißraute wird nur in der Volksmedizin verwendet. Sie ist ein gebräuchliches Mittel, um die Milchbildung anzuregen. Durch ihre blutzuckersenkenden Eigenschaften kann sie für Diabetiker mit leichtem Alterszucker nützlich sein. Geißrautentee soll die Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse und der Nebennieren anregen und gegen Sekretionsstörungen der Verdauungsorgane helfen. Als Badezusatz wirkt sie erfrischend bei müden Füßen.


Anwendungsarten

Teeaufguß
1-2 TL getrocknetes Geißrautenkraut mit kochendem Wasser übergießen, nach 5-10 Min. abseihen. Zur Anregung der Milchbildung und Harnausscheidung sowie bei erhöhtem Blutzuckerspiegel 2-3 Tassen pro Tag trinken. Auch ein Tee aus Geißrautenkraut und Heidelbeerblättern, zu gleichen Teilen gemischt, kann bei leichtem Alterszucker helfen.

Fußbad
Aus 2 EL getrocknetem Geißrautenkraut und kochendem Wasser einen kräftigen Aufguß herstellen und dem warmen Fußbad zusetzten. Wirkt erfrischend und belebend bei müden Füßen.
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#84


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#88
Hauhechel (Ononis spinosa)

Als harntreibende Heilpflanze hat die Dornige Hauhechel lange Tradition.

   
Rühlemann's Kräuter und Duftpflanzen

Botanik
Die Hauhechel ist ein ausdauernder 60 - 80 cm hoher Halbstrauch aus der Familie der Schmetterlingsblütler. Sie blüht rosarot. Die Wurzel hat einen an Süßholz erinnernden, etwas herben Geruch. Beim Kauen wird sie schleimig und schmeckt herb-kratzend.

Vorkommen
Die Dornige Hauhechel ist fast in ganz Europa und Westasien verbreitet. Die Pflanze wächst an trockenen Weg- und Feldrändern, Bahndämmen, Böschungen oder auf Magerrasen. Vereinzelt ist sie in Dünengelände anzutreffen.

Pflanzenteile
Als Arzneidroge werden nur die im Frühjahr oder Herbst geernteten, an der Luft oder bei künstlicher Wärme getrockneten Wurzeln verwendet.

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Die Hauhechelwurzel fördert die Harnausscheidung bei ungenügender Nierenfunktion und wird zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege verwendet. Sie eignet sich auch zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß. Die Volksmedizin nutzt den ausschwemmenden Effekt bei Gelenksrheuma und Gicht. Hautausschläge und Ekzeme sollen durch Umschläge mit Hauhechelaufguß schneller abheilen. Als Mundwasser hilft der Tee bei empfindlichem und blutendem Zahnfleisch.

Extra-Tip
Die Pfahlwurzeln der Dornigen Hauhechel werden mehr als 50 cm lang. Die Ernte verlangt darum Kraft und Geschicklichkeit.


Anwendungsarten

Teeaufguß
2 TL fein zerkleinerte Wurzel mit ¼ l kochendem Wasser übergießen, 30 Min. ziehen lassen und abseihen. Zwischen den Mahlzeiten 2 - 3mal täglich 1 Tasse Tee trinken.

Durchspülungstherapie
Zur Durchspülung bei kleinen Nieren- und Blasensteinen oder Nierengrieß verdünnt man den Tee mit 1 ½ l warmem Wasser. Die Flüssigkeit wird innerhalb ½ Std. schluckweise getrunken. Zusätzlich viel trinken. Bei eingeschränkter Nieren- und Herztätigkeit nicht anwenden.
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#89
Heidekraut (Calluna vulgaris)

Auch als Erika bekannt, besitzt das Heidekraut seit je einen guten Ruf als Heilpflanze gegen Rheuma und Gicht sowie als Antiseptikum für die Harnwege.

   
http://www.haus.de/garten/ziergarten/heidekraut-sorten-kombinationen.htm

Botanik
Das immergrüne Heidekraut stammt aus der Familie der Heidekrautgewächse. Es ist ein vielfach verzweigter Zwergstrauch, der 15 – 80 cm hoch werden kann. An den Zweigenden entwickelt sich ein traubiger Blütenstand. Die Blüten riechen etwas eigentümlich und schmecken harzig-bitter.

Vorkommen
Die Pflanze ist größtenteils in Mitteleuropa und Skandinavien beheimatet. Wie der Name andeutet, wächst das Kraut am liebsten auf mageren, nährstoffarmen Böden in der Heide, aber auch auf Wiesen, sandigen Dünen, lichten und trockenen Wäldern und in Moorgebieten.

Pflanzenteile
Zu Heilzwecken werden vor allem die blühenden Sproßspitzen verwendet, selten das ganze Kraut.

Sammelzeit
August bis Oktober

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Heidekraut wird ausschließlich volksmedizinisch verwendet. Hauptanwendungsgebiet sind Harnwegserkrankungen sowie Nieren- und Blasenleiden. Durch die Steigerung der Harnabsonderung und die damit verbundene Reinigung von Blase und Harnröhre wirkt es entzündungshemmend. Darüber hinaus ist es Entschlackungs- und Entgiftungsmittel bei rheumatischen Beschwerden und Gicht.


Anwendungsarten

Teeaufguß
2 TL getrocknete, blühende Heidekrauttriebe in 1 Tasse geben, mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 Min. abseihen. Bei Nieren- und Blasenleiden und zur Anregung der Harnausscheidung wird empfohlen, den Tee gleich morgens zu trinken. Er kann auch kalt angesetzt werden, man braucht ihn dann nur kurz aufzukochen.

Umschläge
Die Blätter und Blüten von den Sproßspitzen abstreifen und mit etwas heißem Wasser zu Brei verarbeiten. Diesen bei rheumatischen Beschwerden oder Frostbeulen warm auf die betroffenen Stellen legen. Mehrmals täglich anwenden.
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#90
Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)

Heidelbeeren, auch Blau- oder Schwarzbeeren genannt, sind nicht nur schmackhafte Wildfrüchte. Wegen ihres Gerbstoffgehaltes werden sei medizinisch vor allem bei Durchfallerkrankungen geschätzt. In der Volksheilkunde verwendet man Beeren und Blätter auch bei Schleimhautentzündungen.

   
http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Heidelbeere

Botanik
Die Heidelbeeren ist ein Halbstrauch von 20-50 cm Höhe und gehört zur Familie der Heidekrautgewächse. Aus blaßrosa bis grünlichen Blüten entwickeln sich die blauschwarzen Beeren. Frisch schmecken sie säuerlich-süß, getrocknet eher herb. Der Geschmack der Blätter ist zusammenziehend und schwach bitter.

Vorkommen
Die Heidelbeere ist im Norden Eurasiens und Amerikas verbreitet. Sei wächst bevorzugt in Wäldern, Heidegebieten und Torfmooren.

Pflanzenteile
Für medizinische Zwecke nutzt man vor allem die vollreifen Beeren, die getrocknet werden. Die Volksmedizin verwendet auch die kleinen, derben Blätter.

Sammelzeit
Juni bis August

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Die frischen Beeren haben wegen des Fruchtzuckergehalts leicht abführende Eigenschaften. Dagegen eigenen sich die getrockneten Beeren wegen der adstringierenden Wirkung der Gerbstoffe als Mittel gegen Durchfall und blutende Hämorrhoiden. In der Volksmedizin wird der Teeaufguß aus den Beeren und Blättern auch äußerlich bei Mundschleimhaut- und Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Der Blättertee soll den Blutzuckerspiegel senken.

Extra-Tip
Die Heidelbeerblätter müssen noch vor Ansatz der Beeren gesammelt werden. Haben sich diese erst einmal ausgebildet, ist in den Blättern das blutzuckersenkende Glykosid Myrtillin nicht mehr enthalten.


Anwendungsarten

Teeaufguß aus Beeren
2 EL getrocknete, zerkleinerte Heidelbeeren in 150 ml kaltem Wasser ansetzen, 10 Min. kochen lassen, dann abseihen. Man kann die Beeren auch kalt ansetzten und ungefähr 2 Std. ziehen lassen. Man trinkt den Tee bis zum Abklingen der Beschwerden 2-3mal täglich frisch zubereitet und abgekühlt.

Teeaufguß aus Blättern
1-2 TL feingeschnittene, getrocknete Blätter mit ¼ l kochendem Wasser übergießen und nach 10 Min. abseihen. 2-3mal täglich 1 Tasse Tee trinken oder für Spülungen verwenden. Achtung: Zubereitungen aus Heidelbeerblättern nicht höher dosieren und länger als 2-3 Wochen einnehmen.
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